Freitag, Mai 30, 2008

Weisheiten aus dem Talmud Schabbat

B"H

Die Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Traktat Schabbat 77b lehrt:

"Rabbi Yehudah sagte im Namen von Rav: In allem was G - tt in dieser Welt erschuf, liegt ein Sinn, denn Er hat nichts Nutzloses erschaffen".

Der Talmudkommentator Me' iri lehrt hierzu:
Im Judentum ist es ein wichtiges Konzept, dass G - tt alles aus einem bestimmten Grund heraus tut. Selbst dann, wenn wir den Sinn nicht erkennen können und er uns verborgen bleibt.


Die Gemara im Talmud Traktat Schabbat 118b lehrt, dass am Schabbat Folgendes gegessen werden soll:
Eine warme Mahlzeit mit roten Rüben, einem großen Fisch und viel Knoblauch.

In talmudischer Zeit waren diese Lebensmittel hoch angesehen, denn sie sind besonders gesund.

Die Gemara im Talmud Traktat Schabbat 119b lehrt, dass zwei Engel einen Juden vom Abendgebet (Maariv) am Erev Schabbat (Freitag) heimbegleiten. Hierbei handelt es sich um einen guten und einen schlechten Engel. Und wenn der Jude heimkommt und seine Wohnung ist für den Schabbat hergerichtet, freut sich der gute Engel. "Soll es am nächste Schabbat nur auch so werden". Daraufhin ist der schlechte Engel gezwungen, "Amen" zu sagen.

Wenn der Jude hingegen heimkommt und nichts ist für den Schabbat hergerichtet, freut sich der schlechte Engel. "Soll es nur am nächsten Schabbat auch so werden", und folglich ist der gute Engel gezwungen, darauf mit "Amen" zu antworten.

Der Talmudkommentator Maharsha schreibt:
Für jede Mitzwah, die ein Jude vollbringt, bekommt er einen guten Engel zur Seite gestellt, welcher als eine Art Anwalt im G - ttesgericht wirkt. Falls er die Mitzwah nicht ausführt, bekommt er einen schlechten Engel, der ihn vor G - tt anklagt.

Das Konzept is nicht wörtlich zu verstehen wie, dass nun Tausende von Engeln unsichtbar neben mir herlaufen. Vielmehr handelt es sich wieder um eine Metapher, denn G - tt selber kennt alle unsere Gedanken und Absichten. Tun wir etws Falsches, wiegt Er eine gute Tat gegen uns auf, damit unser G - ttesgericht nicht einmal ganz so harrsch ausfallen mag.

Schabbat Pläne

B"H

Nach ein paar Schabbatot, an denen ich es vorzog, eher wenig oder aufgrund von Müdigkeit gar nichts zu tun, will ich heute eine Exzessnacht starten. Bis zum Einschlafen werde ich zu verschiedenen chassidischen Tischen gehen. Und wenn ich durchhalte, mache ich mich nach einem kurzen Päuschen gleich auf zum Morgengebet Schacharit.

Es ist fast Juni und normalerweise ist das die Zeit, in welcher der Rebbe der Toldot Aharon, Rabbi David Kahn, sowohl als auch sein Bruder, der Toldot Avraham Yitzchak Rebbe Shmuel Yaakov Kahn, ins Ausland reisen. Nicht zusammen, sondern getrennt. Verbinden tut sie nur das fast gleiche Abreisedatum.
Zuerst machen beide Rebben einen Privaturlaub, um danach in der Welt herumzureisen und Geld für ihre jeweilige Gruppen zu sammeln.

Im letzten Jahr machten sich beide im Juni auf und kamen erst Ende August wieder zurück. Ich meinerseits habe sie total vermisst, denn ich liebe ihre chassidischen Tische. Heute Abend werde ich sehen, ob sie noch da oder schon abgereist sind. Und falls die beiden weg sind, bleiben immerhin noch die Gruppen Kretchnif, die Slonim, Belz oder vielleicht Dushinsky. Wenn man Glück hat, ist vielleicht auch der "Shomrei Emunim - Rebbe Avraham Chaim Roth, hier.

Mein eigentliches Ziel ist es, einige Details herauszufinden. Unter anderem wann und wo die Toldot Aharon - Rebbitzen ihre dritte Schabbat - Mahlzeit (Se'udat Shlishit) gibt.

Schabbat Schalom an alle Leser !!!!!!

Donnerstag, Mai 29, 2008

Der neue Oberrabbiner des Iran

B"H

Der iranische Präsident hat doch tatsächlich einen iranischen Oberrabbiner für die dortigen verbliebenen Juden ernannt (siehe die heutige Ausgabe der Tageszeitung "Israel HaYom). Als Zeichen des "Guten Willens" sozusagen. Erweist sich Achmadinejad damit etwa "großzügiger" als Hitler ?

Aber wer kann das denn sein, der neue Oberrabbiner des Irans ?
Ja, wer ist das wohl anderes als Moshe Friedman. Der Wiener Rabbi ohne Gemeinde. Das Möchtegern - Neturei Karta - Mitglied.

Hoffentlich zieht Friedman nun in den Iran und wir alle haben unsere Ruhe. Vielleicht arbeitet er ja nebenbei an der Atombombe gegen Israel mit.

Zum Thema ist nicht viel sagen, außer das Friedman es versteht, sich immer wieder neu in die Schlagzeilen zu bringen. Und das, obwohl er die antizionistische Neturei Karta in keinster Weise repräsentiert.

Eine Tatsache, die leider auf der ganzen Welt immer gerne übergangen wird. Die Neturei Karta ist nicht gleich immer Neturei Karta, sondern auch innerhalb der Organisation gibt es unterschiedliche Richtungen. Allein in Mea Shearim gibt es zwei Neturei Karta - Synagogen.

Die "Torah veYirah" ist relativ moderat und ich selbst war schon einmal drin. Wer es dagegen so richtig durchgeknallt sucht, der gehe ein paar Meter weiter zur kleinen Synagoge des Israel Hirsch, dem Sohn des an Alzheimer leidenden fanatischen Ex - Oberhaupt der Gruppe, Moshe Hirsch. Diese kleine Abspaltung wird selbst in Mea Shearim von allen gehasst und verachtet. Moshe Friedman könnte genau dort seine ideologische Heimat finden, aber er will ja unbedingt in den Iran.

Fragt sich nur, wie die iranischen Juden auf ihren neuen Oberrabbiner reagieren werden. Friedman ist Aschkenazi und allein das ist schon ein Problem. Die unterschiedlichen Bräuche. Oder kann sich Friedman statt der Tscholent am Schabbat das traditionelle Gericht der iranischen Juden "Gondi" (Fleischklops bestehend aus Hühnerfleisch und Humus) vorstellen ? Gondi mit Reis, Gondi mit Reis……immer nur Reis und Gondi.
Die Hauptmahlzeit.

Dann mal Gute Reise !!!!!!

Parashat BaMidbar



B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Mit der Thoralesung von BaMidbar beginnen wir die erste Parasha im 4. Buch Moses (Numeri - Sefer BaMidbar). Vielleicht kann mir ja einmal jemand erklären, warum das Vierte Buch in allen anderen Sprachen "Nummern" heißt. Was denn für Nummern ? Im hebräischen Original heißt es "BaMidbar – In der Wüste" und diese Beschreibung ist wesentlich treffender als irgendwelche Nummern.

Als G - tt zu Moshe spricht, befinden sich die Israeliten im zweiten Jahr in der Wüste. G - tt beauftragte Moshe eine Volkszählung durchzuführen. Jeder ab dem 20. Lebensjahr sollte gezählt werden, heißt, einen halben Schekel abgeben (Rabbi Samson Raphael Hirsch). Nach der Abgabe wurde die Summe der abgebenen Schekel ausgezählt und so die genaue Anzahl der Israeliten ermittelt. Bis heute ist es unter religiösen Juden unüblich, Menschen mit dem Finger abzuzählen. Selbst auf die Frage, wieviele Kinder denn eine Familie haben, kann es passieren, dass der Fragende keine Antwort erhält. So erging es mir einmal bei der chassidischen Gruppe Dushinsky.

Aus der Gemara im Traktat Bava Batra 121b erfahren wir, dass die Leviten (Levi'im) ab dem 30. Lebensjahr gezählt wurden, denn erst ab dem Alter konnten sie im Mischkan (Tabernakel) dienen.

Was aber genau war der Grund für G - ttes Anweisung, eine Volkszählung durchzuführen ? Wußte Er nicht selbst, wieviele Israeliten sich in der Wüste befanden ?

Die chassidischen Kommentatoren Sefat Emet, der Maharal (in Gur Aryeh) und der Shem MiShmuel haben sehr passende Antworten darauf. Viele Male im Leben kann es uns passieren, dass wir denken, nicht wichtig genug zu sein. Wieso sollten wir vor G - tt wichtig sein ? Gibt es nicht wichtige Rabbiner oder chassidischen Rebben, die viel wichtiger sind als ich ? Was kann ich schon alleine bewirken ? Außerdem bin ich nicht religiös genug oder auf einem solch hohem Level wie chassidische Rebben ? Wieso sollte G - tt also an mir interessiert sein ?

Das genaue Gegenteil ist der Fall. Jeder Mensch wurde von G - tt erschaffen und jeder von uns hat seine bestimmte Aufgabe im Leben. Wer weiß, vielleicht ist meine mir von G - tt gegebene Aufgabe wichtiger als die des größten Rabbiners. Jeder von uns ist einzigartig und auf der ganzen Welt gibt es keinen Menschen, der genauso ist wie ich. Mit der Abgabe des halben Schekels beabsichtigte G - tt, dass jeder Israelit sich mit einbezogen fühlt. Es gab Moshe, seinen Bruder Aharon und die Stammesoberhäupter, aber dennoch wollte G - tt deutlich machen, dass Ihm alle Israeliten wichtig sind. Wenn jeder sich mit einbezogen fühlt, dann stärkt dieses das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Bereitschaft G - ttes Willen (die Mitzwot - Gebote) zu erfüllen. In der chassidischen Sprache haben wir das Wort "Devekut", die Bereitschaft G - tt näher zu kommen und Ihm zu dienen. Durch die Devekut bekommen wir eine ganz besondere Verbindung zu G - tt. Vor allem der Maharal von Prag hebt hervor, dass daher auch die Namen sämtlicher Stammesoberhäupter genannt werden. Ein jeder ist wichtig vor G - tt.

Hierzu fällt mir eine kleine Story ein, die einmal im Haus von Rabbi Mordechai Machlis erzählt worden ist:
Einige Verstorbene standen vor der Himmelstüre Schlange, um eingelassen zu werden. Vor der Tür stand G - tt, um individuell zu entscheiden, wer eingelassen wird und wer nicht.
In die Schlange reihte sich ein Gemeinderabbiner ein. Der Rabbi schaute sich um und dachte, dass er die größten Chancen hätte, denn schliesslich sei er ja ein wichtiger Gemeinderabbiner gewesen. Er habe Thoravorträge gehalten etc. Plötzlich kam ein muskelbepackter arroganter Egged - Busfahrer und ging einfach an der Warteschlange vorbei und direkt zu G - tt. Und was machte G - tt ? Er ließ den Muskel - Freak ohne zu Zögern durch die Himmelstüre.

Der Rabbi war entsetzt und fragte G - tt, warum der arrogante Macho so schnell Einlaß fand, ohne sich anzustellen. G - tt antwortete, dass wenn er, der Rabbi, Thoravorträge gegeben habe, seine Gemeindemitglieder alle eingeschlafen seien. Der Egged - Busfahrer dagegen hatte so eine wilden Fahrstil drauf, dass alle seine Fahrgäste jedesmal anfingen zu beten, sobald sie im Bus sassen. Wer hatte also mehr Erfolg die Menschen zum Beten zu bewegen ?

Auch wenn jeder Jude zu einem bestimmten Stamm gehört, so ist dennoch jeder einzelne individuell. Alle 12 Stämme zusammen formen das Jüdische Volk und jeder Stamm hat innerhalb unseres Volkes seine Aufgabe. Es gibt die berühmte Midrasch, dass als die Israeliten aus Ägypten auszogen, sich das Rote Meer in 12 Teile spaltete. Jeder Stamm ging durch seine eigene für ihn vorgesehene Reihe, doch alle Stämme konnten sich gegenseitig sehen. Der berühmte Kabbalist Arizal (Rabbi Yitzchak Luria) kommentiert hierzu, dass hier die Individualität jedes Stammes hervorgehoben wurde. Yissachar ist nicht wie Levi und Asher ist nicht Yehudah, doch zusammen formen sie eine Nation.

Wie wurde die Mitgliedschaft eine Stammes bestimmt, wenn zwei Ehepartner aus verschiedenen Staemmen heirateten ? Die Stammesherkunft der Kinder richtet sich immer nach der des Vaters (Rabbi Samson Raphael Hirsch und die Gemara im Talmud Traktat Bava Batra 109 - 110b). Nach der Ankunft in Israel wurde das Land unter den 12 Stämmen aufgeteilt. Die Gemara in Bava Batra 122a läßt uns wissen, dass nach der Ankunft des Meschiach das Land unter 13 Stämmen aufgeteilt wird. In der Gemara steht, dass ein Nassi (Oberhaupt) den 13. Anteil bekommt. Der Rambam in Hilchot Melachim (Mishna Thora) sowie der Raschbam kommentieren hierzu, dass es sich bei diesem Nassi um den Meschiach handeln wird.

Und immer wieder vernehmen wir von überall her das Wort "Meschiach". Im Talmud Sanhedrin gibt es eine Gemara (rabbinische Diskussionen), in der gelehrt wird, dass der Meschiach im Jahre 6000 (des jüdischen Kalenders) kommt. Momentan befinden wir uns im Jahre 5768 und da sehen viele das Kommen des Meschiach in nahe heranrücken. Andererseits verbietet uns der Talmud aber genauso, Zeitanalysen zum Kommen des Meschiach zu erstellen. Schließlich haben wir Menschen keinerlei Wissen wie oder wann der Meschiach kommt und allein G – tt entscheidet es. Wie dem auch sei, hoffen wir einmal, das bald wirklich jemand kommt. Der Richtige allerdings.

Schabbat Schalom

Mittwoch, Mai 28, 2008

Die andere Dimension

B"H

Ein Freund von mir ist aus Gründen, die ich hier nicht nennen will, bei Chabad gelandet. Zwangläufig und nicht, weil er es unbedingt wollte. Allerdings hat sich Chabad bisher äußerst positiv auf ihn ausgewirkt. Das einzige Problem ist dabei nur, dass er bei den Chabad - Meschichisten gelandet ist. Jene Chabdnikim, die den letzten und im Juni 1994 verstorbenen Rebben Menachem Mendel Schneerson als den Meschiach betrachten.

Mein Freund, nennen wir ihn einfachheitshalber A., hat sich verändert. Zum Positiven ja, aber eines fällt auf: Er ist im Freundeskreis kaum noch anzutreffen, sondern voll und ganz bei Chabad eingebunden. Außerdem darf er sich nicht mehr an Orten zeigen, bei denen Essen mit einem Hechscher (Koscherzertifikat) des Oberrabbinates serviert wird. Chabad hat eigene strenge Kaschrutregeln und es wird hoher Wert daraufgelegt, entweder nur das Badatz (Beit Din Zedek) der Edah HaCharedit zu essen, wobei Fleisch immer mit einem Chabad - Hechscher versehen sein muß.

Zuerst dachten wir, A. kommt uns abhanden, weil er sich nicht mehr blicken ließ. Einmal rief er sogar einen gemeinsamen Bekannten an, dass er sich bei Chabad wie im Knast fühle. Gestern aber traf ich A. in der Stadt und er machte einen ganz glücklichen Eindruck. Andererseits kann ich nicht deuten, ob er jetzt wirklich beginnt, an gewisse Chabad - Meschichistische Strömungen zu glauben oder einfach nur so tut, eben weil er dabei ist. Redet er sich nur ein, dass Rebbe Menachem Mendel Schneerson niemals verstarb und im Juni des Jahre 1994 nur in eine andere Dimension aufstieg ?

Viele Meschichistim behaupten nämlich, dass der Rebbe nicht tot ist, sondern einfach nur unsichtbar wurde. Unsichtbar für unsere weltlichen Augen, da er in einer anderen Dimension lebt.
Eine ganz kleine super extreme Chabad - Gruppe sieht den Rebben sogar als G - tt und nennt ihn "Erschaffer der Welt". Aber soweit will A. nun auch wieder nicht gehen. Das seien ja total Gestörte, die soetwas sagen. Dennoch, in einer anderen Welt könne er sich Rebbe Schneerson schon vorstellen. Und dann wollte er uns gestern alle missionieren. Alles sei okay, wenn wir nur an den Rebben glauben.

Im Freundeskreis rief das natürlich Gelächter bzw. ironische Blicke hervor, doch A. ließ nicht zu, dass man sich über ihn lustig macht.

Und ich solle jetzt endlich einmal "Iggeret HaKodesh" machen.

"Was", fragte ich.

Und dann erklärte mir A. das Chabad - Konzept des "Iggeret Kodesh", welche Schriften eines Chabad - Rebben seien. Wenn ich Fragen aller Art habe oder Rat benötige, dann schreibe ich alles auf einen Zettel und stecke den wahllos in das Buch "Iggeret HaKodesh". Dann schlage ich die Seite auf, in der der Zettel landete und suche auf der Seite nach meiner Antwort. Professionellen Rat sollte ich bezüglich der Antwortdeutung von Chabad schon annehmen. Und da könne ich ja einmal vorbeikommen und mit einem Rabbi sprechen.
"Ich will das aber allein machen", fuhr ich hartnäckig fort.
"Dann vergiß jedoch nicht, Dir voher die Hände zu waschen, denn schließlich spricht der Meschiach zu Dir durch die "Iggeret HaKodesh".

Rebbe Menachem Mendel Schneerson ist der Meschiach in einer anderen Dimension und er ist gar nicht tot. Da haben wir unsere Erklärung. Und ich werde demnächst mit ihm sprechen, wenn ich die "Iggeret HaKodesh" mache und einen Zettel in ein Buch stecke.

"Yechi Adoneinu Moreinu veRabbeinu ……."

Der fast unbekannte Chavakuk (Habakuk)

B"H

Einmal ehrlich, wer macht sich die Mühe, die "kleineren" Propheten wie Ovadiah, Malachi, Zephaniah, Nachum, Amoz, Micha, Yoel oder Chavakuk (Habakuk) einmal genauer zu lernen ? Dreht sich heute nicht eher fast alles um Propheten wie Yechezkel (Jezekiel), Yirmeyahu (Jeremiah) oder Yeschayahu (Jesaja) ? Dabei können wir gerade von den "kleineren" Propheten eine ganze Menge lernen.

Zum Beispiel stellt Chavakuk G - tt vor eine ganz bedeutenden Herausforderung. Er fordert nämlich eine Antwort auf die Frage, warum gute Menschen leiden müssen und es den schlechten Menschen offensichtlich so gut geht. Ist das fair ? Chavakuk wagt das zu fragen, was uns alle interessiert, wir uns jedoch fürchten, G - tt danach zu fragen. "Solche Fragen stellt man einfach nicht, sondern es wird akzeptiert". Als ob es geradezu peinlich wäre, G - tt zu fragen bzw. anzuklagen. Sollten wir nicht lieber alle den Glauben an G - tt beweisen, anstatt Ihn zu hinterfragen (u.a. der Talmudkommentator Maharsha).

Laut dem kabbalistischen Buch ZOHAR war Chavakuk der Sohn der Shunamite woman, welche Elisсha Unterkunft gab. Zum Dank erweckte er ihren Sohn von den Toten, indem er sich auf ihn legte. Er legt seine Hand auf dessen Hand, seine Beine auf dessen Beine, etc. Chavakuk wird als der wiedererweckte Sohn identifiziert. Und wenn wir die Buchstabenwurzeln des Wortes "Chavakuk - חבקוק" anschauen, dann ersehen wir das Wort "Chibek - חיבק" oder "Chibuk - חיבוק", welches da "umarmen" oder "Umarmung" heißt. Eben jene Umarmung bei der Wiedererweckung zum Leben durch Elisсha.

Chavakuk lebte zur Zeit des grundweg schlechten König Menasche und prophezeihte den Angriff der Babylonier unter Nebuchadnezzar. Kommentatoren geben an, dass Chavakuks wahre Anklage lautet, warum es den Üblen auf dieser Welt so gut geht. Wo ist G - tt um sie zu bestrafen ? Und ? Bestraft Er sie wirklich nicht ?

Sind nicht im laufe der Geschichte ganze Völker verschwunden, welche die Juden auslöschen wollten , Chavakuk wäre sicher das perfekte Buch für Holocaust - Opfer gewesen, indem sie hätten G - tt anklagen können. "Ist das fair, G - tt, dass wir so leiden ?"
"Ist das fair", genau diese Frage stellte Chavakuk an G - tt.
Aber schauen wir uns einmal längere Zeit um. Bemerken wir dann nicht doch, dass eben gerade jene bestraft werden ? Handele es sich nun um Individuen oder ganze Völker. Am Ende bringt Chavakuk alles auf eine einfache Formel: "Eine gerechte Person wird leben, weil sie einen Glauben hat" (siehe Chavakuk 2:4 und den Talmud Traktat Makkot 24a).

Und am Ende läuft doch wieder alles auf den totalen Glauben an G - tt hinaus. Aber ehrlich gesagt, was können wir auch anderes tun. Anklagen ja, aber eine direkte Antwort werden wir kaum erhalten, sondern wir können nur auf bessere Zeiten hoffen.

Im Jahre 1948 hatten die Juden ihren eigenen Staat und standen am Strand von Tel Aviv. Wer hätte wenige Jahre zuvor in Auschwitz oder Majdanek davon zu träumen gewagt ? Niemand, denn man sah das Judentum als kaum überlebensfähig. Alle erwarteten das Schlimmste und dann hat sich das Blatt plötzlich gewendet. Also schreitet G - tt doch ein, auch wenn wir meinen, dass alles uns Wiederfahrene so unfair ist.

Und Chavakuk kommt mit seiner Anklage revolutionär daher, denn kaum jemand wagt es laut diese Fragen zu stellen. Die Frage ist, ob das denn erlaubt ist, aber warum sollte es das nicht sein. ?

Einblicke in die Chassidut Satmar



B"H

Ein interessanter Artikel, der einige Einblicke in die Interna der weltweit größten chassidischen Gruppe geben soll: die Chassidut Satmar.

http://chassidicstories.blogspot.com/2008/05/einblicke-in-die-chassidut-satmar.html



Satmar Frauen mit dem traditionellen Schabbat - Tichel auf der Perücke

Dienstag, Mai 27, 2008

Lag Ba'Omer Photos aus Mea Shearim

B"H

Hier die versprochenen Photos des Lag Ba'Omer (am letzten Donnerstag) in Mea Shearim.



Kein Qualitätsphoto aber immerhin - Das Lag Ba'Omer - Feuer auf dem Dach der Neturei Karta - Synagogue "Torah Ve'Yirah".



Nahe Karlin - Stolin



Vor der Satmarer Synagoge in Yoel Street (die Anhänger von Rebbe Zalman Leib Teitelbaum)






Im Hintergrund die Satmarer Beit Midrasch / Synagoge in Yoel Street



Nahe Karlin - Stolin














"Thora Light" versus "G - ttes Wille"

B"H

Was ist G – ttes Wille ?

Kabbalistisch betrachtet ist G – tt ein unendliches ewigliche existierendes Wesen ohne Form und jede Materie; ein Wesen, welches wir mit unserem menschlichen Verstand nicht in der Lage sind, auch nur annähernd zu begreifen. Und wie sollen wir dann Seinen Willen kennen ? Das Einzige, was uns bleibt, ist die Thora einzuhalten und ein Leben zu führen, in dem wir G – tt zumindest als Erschaffer der Welt und allem, was existiert anerkennen.

Er gab uns die Thora, welche für uns eine Gebrauchsanweisung zum Leben darstellt. Und wie heißt es in der Thora gleich mehrere Male ? Nichts dürfen wir verändern oder hinzufügen. Auf ewig soll sie gültig sein.

Man mag argumentieren, dass wir ja heute in einer andere Zeit leben, in der viele in der Thora erwähnte Angelegenheiten vielleicht andere / keine Gültigkeit besitzen. Die Zeiten ändern sich und da muß man halt flexibel sein und sich anpassen.

Oberflächlich betrachtet mag das so stimmen, doch sobald sich jemand ernsthaft und intensiv mit einer Angelegenheit auseinandersetzt, wird er feststellen, dass G – tt uns die Thora zwar vor einigen Tausenden von Jahren gab, wir uns aber alle dort wiederfinden können. Nichts hat an Aktualität verloren, denn die Welt ist immer noch die gleiche geblieben und wir alle haben die dieselben Problemchen.

Die Juden hielten die Thora ein oder sie hielten sie nicht ein. Richtungen und Begriffe wie orthodox, konservativ, progressive oder reform waren unbekannt. Man war religiös, traditionell oder nichts. Bis in Deutschland die Reformbewegung begann, wobei erwähnt werden muß, dass die ersten Reformer sich noch an die Thora hielten; koscher aßen oder den Schabbat vollkommen einhielten.
Nach und nach jedoch wurde die Thora mehr und mehr abgestreift und es hieß, dass diese nicht von G – tt gegeben wurde und ihre Gesetze alle veraltet seien. Ganz so als stand der sogenannte "moderne Jude" nun über G – tt. Viele kämpften von Beginn an gegen das Reformjudentum an und besonders genannt seien hier die Chassidim sowie die litvischen Juden unter dem Vilna Gaon. Schon früh erkannten gerade diese Persönlichkeiten, welche Gefahren das Reformjudentum mit sich bringt. Und sie behielten recht.

Schnell schwappte die neue Bewegung auch auf die USA über und gerade die USA sowie England stellen prächtige aktuelle Beispiele dar. Sogar Statistiken wurden erhoben und diese lassen nichts Gutes ahnen.

Ihre ablehnende Haltung gegenüber der Thora, liessen die Reformer ihre eigenen Gesetze bestimmen. Kaschrut, Schabbat, Dritter Tempel und Meschiach ? Uninteressant, brauchen wir nicht. Aus dem neuen eigenen Sidur (Gebetbuch) wurden unzählige Jahrhunderte alte Passagen (selbst jene der ehemaligen Sanhedrin) gestrichen und durch Neues oder gar nicht ersetzt. Kürzlich jedoch gab der Vorsitzende der weltweiten Reformbewegung Joffe zu, dass man anscheinend zu weit gegangen sei, denn Reformjuden hätten keinerlei Beziehung mehr zum Schabbat und das solle sich ändern. Man müsse wieder mehr Wert auf die alter Tradition legen. 

Mit dem Schabbat halten ist die Halacha gemeint und nicht irgendein Schabbatgefühl, was einem mal eben so durch den Körper huscht. Überhaupt spielt die Halacha bei Reformern nur noch eine Nebenrolle. Was geht uns der Schulchan Aruch (Code of Jewish Law) und der "olle" Rambam (Maimonides) noch an ? Das liegt doch gar nicht mehr im heutigen Zeitgeist. G – tt liegt also nicht mehr im Zeitgeist ? Wer bitteschön dann ?

Alles könnte so toll sein, wenn nicht einer stören würde.
Soviel sei vorweg genommen: G – tt ist es nicht, denn der richtet auf Seine Art und Weise.
Nein, wir orthodoxen Juden stören. Offiziell sowie auch in der nichtjüdischen Presse sind wir wirre Fundamentalisten, die da leben wie vor 2000 Jahren und sich lange Kaftane anziehen und ihre Frauen unterdrücken. Wer sich nicht auskennt und derlei Behauptungen Glauben schenkt, der kann schon eine Wut auf die "irren Orthodoxen" kriegen. Leben da in Mea Shearim und tun den ganzen Tag nichts außer irgendwelchen antiken Gesetzen zu folgen. 

Die Orthodoxie wiederum erkennt das Reformjudentum nicht an, soviel dürfte eh bekannt sein. Natürlich ist ein Reformjude ein Jude, Reformkonvertiten sind es jedenfalls nicht und ihre Konversion wird von der Orthodoxie nicht anerkannt. Hierüber brauchen wir nicht zu diskutieren, sondern dies ist eine rechtmässige Tatsache. Punkt.

Real betrachtet, welche positiven Ergebnisse hat das Reformjudentum aufzuweisen ? Größtenteils ist es ihm zu verdanken, dass sich die Juden gänzlich assimilierten und in unserer Zeit haben wir das katastrophale Problem der Hochzeiten zwischen Juden und Nichtjuden (Intermarriage). In den USA sind es bis zu 50%. 

Erschreckende Zahlen und mir passiert es häufig, Kinder aus solchen Ehen zu treffen, in der die Mutter Nichtjüdin ist. Folglich sind die Kinder auch keine Juden und gerade die haben oftmals ein Identitätsproblem. Gerne wollen sie auf israelischen Yeshivot lernen, müssen allerdings erst orthod. zum Judentum konvertieren. Und in vielen amerikanischen Mischehen ist es so, dass gerade der nichtjüdische Elternteil Druck auf die Kinder ausübt, sich für das Christentum zu entscheiden.

Was hat uns also das Reformjudentum beschert ?
Die Halacha ist abgehakt, da sie nicht mehr "zeitgemäß" ist. Die Thora, naja, ein olles Buch halt. 
Und G – tt ? Der ist weit weg und außerdem muß er halt verstehen, dass sich die Zeiten geändert haben.

Bittere Realität ist, dass dem Judentum immer mehr Mitglieder verlorengehen. Wer wenig Kenntnisse der Religion besitzt, nichts einhält und meint, er sei jetzt so toll und modern, sprich ein Jude ohne Traditionen, der sucht seinen Weg woanders. Ist das ein Wunder ? In Israel hat der einstige extreme linke Koalitionspartner Meretz ganze Arbeit geleistet. Meretz besetzte häufig das Bildungsministerium und mit Ministern wie Yossi Sarid oder Schulamit Aloni wurde der Religionsunterricht teilweise ganz abgeschafft. Und nun ist noch Verheerenderes geplant. Die derzeitige Bildungsministerin Yuli Tamir will in den kommenden Monaten die Reformbewegung propagandieren. Man solle den Reformunterricht in den Schulen einführen. Da gibt es dann ein wenig "Judentum light" und das reiche aus. Als ob wir nicht schon genügend Unwissende im Lande haben, die keinen Rambam mehr kennen.

Für Reformjuden sind die Orthodoxen wilde Fanatiker, die stören. Vielleicht sind wir auch nur das schlechte Gewissen der Reformer, die da den Leuten so gerne weismachen wollen, dass man ja eigentlich gar nicht nach der Thora leben kann, da alles so kompliziert ist. Orthodoxe beweisen das Gegenteil und sind damit glücklich. Mir selber kommen die Reformer immer vor wie jemand, der halt keine Lust auf Thora hat und irgendeine Entschuldigung für sein lasches Verhalten sucht. Was aber wollen sie einmal G – tt sagen, vor dem wir alle irgendwann einmal stehen werden ? "Was, Du hast die Thora doch geschrieben ?"

Nicht jeder Orthodoxe ist ein Fundamentalist, nicht jeder weltfremd, nicht jeder unterdrückt seine Gattin und wie die Stereotype noch alle lauten mögen. Man sollte sich schon in der Gesellschaft bewegen, um zu richten. Und es ist ausgesprochen leicht, sich in ihr zu bewegen, ohne sofort dazugehören zu müssen. Und was mir besonders im offiziell so säkuleren Tel Aviv immer wieder auffällt ist, das gerade die Säkuleren ein großes Interesse an der Orthodoxie zeigen. Sie haben Fragen und wollen diese beantwortet haben. Ein Reformrabbiner ist dazu kaum in der Lage und da wendet man sich an einen orthod. Rabbi oder an Yeshivaleute. Großen Respekt gibt es allemal und ausgerechnet der Chassidismus ist der Renner. Vielleicht ist das ja ein Lichtblick, dass die Leute nach einiger Zeit doch etwas Handfestes suchen und ihre Fragen beantwortet haben wollen, anstatt ziellos in der Gegend herumzulaufen.

Links zum Thema:







Montag, Mai 26, 2008

Der Traum der Freiheit

B"H

Für meinen deutsch - chassidischen Blog bereite ich derzeit einen langen Artikel über die Chassidut Satmar vor. Bei den Satmarer handelt es sich um die größte chassidische Gruppe der Welt und oft werden gerade sie total verkannt. Aber dazu mehr in meinem diesbezüglichen Artikel.

Was mir beim Schreiben solcher spezifischen Artikel genauso wie im Umgang mit den Chassidim auffällt ist, wie schnell die engere Verwandtschaft des Rebben doch bereit ist, einen Schidduch (zukünftigen Ehepartner) aus einer anderen chassidischen Gruppe zu akzeptieren. So wird die Verwandtschaft des Toldot Aharon Rebben, Rabbi David Kahn, fast ausschließlich mit anderweitigen chassidischen Partnern vermählt. Wie neulich im Februar bei der Hochzeit des Enkel des Rebben mit einer Enkelin des leider schon verstorbenen Rabbi Moshe Halberstam (von der antizionistischen Dachorganisation "Edah HaCharedit"). Oder die Tochter des Rebben heiratete vor einem Jahr den Sohn des Rebben der Chassidut Spinka.

Bei der Chassidut Gur, die größte chassidische Gruppe in Israel, ist das alles anders. Ein Enkel des Rebben heiratet in der Woche nach dem anstehenden Schavuot (Wochenfest) und die Braut wird aus der eigenen Gruppe sein. Der Gerer Rebbe bevorzuge Hochzeiten innerhalb der eigenen Gruppe, so berichtete mir gestern ein Gerer Chassid. Insgeheim herrschen andere Gerüchte, denn die Chassidim von Gur sind nicht gerade beliebte Heiratsobjekte. Ich will mich hier nicht über den Grund auslassen, aber nicht wenige chassidische Frauen aus anderen Gruppen wollen keinen Gerer Chassid.

Wenn eine Frau im Judentum heiratet, dann hält sie sich nach der Hochzeit an die Bräuche des Gatten. Ist der Ehegatte sephardischer Jude, dann hält sie sich automatisch an seine Bräuche. Wenn sie also als aschkenzische Jüdin einen Kurden oder Perser heiratet, dann darf sie an Pessach Reis essen. Da hat sie es wesentlich besser als wir anderen Aschkenazim, denn wir dürfen uns nur an den Kartoffeln laben. Selbstverständlich ist es im umgekehrten Falle genauso. Heiratet ein Aschkenazi eine sephardische Frau, muß sie sich ebenso an seine Traditionen halten und darf, z.B. an Pessach keinen Reis essen. Aber es geht nicht nur ums Essen sondern um alle weiteren alltäglichen Kleinigkeiten auch.

Einen sephardischen Juden zu heiraten käme für mich niemals in Frage, denn dafür bin ich zu sehr in der aschkenazischen Mentalität verankert. Und ein Sepharde in der aschkenazischen chassidischen Gesellschaft funktioniert eh nicht. Ja, es gibt Gruppen, die Sepharadim aufnehmen; doch sollte man sich einmal hinterher deren Status anschauen, der da auf niedrig weist. Aber es geht nicht um Status, sondern um Mentalitätsunterschiede.

Eine sephardische Anpassungsgeschichte bleibt mir anscheinend erspart, aber bei den Aschkenazim stelle ich mir ähnliche Fragen. Sagen wir, ich benehme mich einigermassen und heirate jemanden Chassidisches. Welche Gruppe solle es dann sein ? Und, soll es überhaupt eine Gruppe sein ? Aber chassidisch ohne Gruppenzugehörigkeit ist unrealistisch, außer man stürzt sich in das Neo - Zeug des Rabbi Shlomo Carlebach. Und von dessen Anhänger halte ich mich so fern es eben nur geht. In diesem Punkt stimme sich sogar mit Mea Shearim überein.

Vor einigen Jahren, zum Beispiel, plante ich meine Mitgliedschaft bei Satmar. Aus vielerlei Gründen kam es nicht dazu. Damals war ich noch etwas jünger und wer jung ist, der lernt schneller eine neue Lebenssituation zu akzeptieren. Sprich, sich an die strikten Regeln so mancher chassidischer Gruppe zu halten. Und Satmar hat da besonders strenge Regeln wie, dass der Rebbe alles entscheidet. Und wenn ich sage "alles", dann meine ich alles. Es ist nicht so, dass er sich einmischt, doch geht man gewöhnlich zu ihm und fragt, ob dieses oder jenes so gemacht werden darf.

Während meiner chassidischen Jahre haben ich unzählige Gruppenmitglieder kennen gelernt und auch die damit verbundenen Mentalitäten und Bräuche. Präzise sagen, wo ich hingehöre, kann ich nicht. Ich denke kaum, dass wenn ich jetzt zwecks Hochzeit zu Vishnitz gehen täte, ich da so glücklich wäre. Bei Belz ginge es mir da besser. Bei Belz ist man freier und kann sich auch einmal ungesehen entfernen. Zumindest - fast ungesehen.

Oder besser sollte ich bis auf weiteres erst einmal ohne Gruppe bleiben, um meine Freiheit zu geniessen ?
Ich denke, dass diese Zugehörigkeitsfragen wichtig sind. Jedenfalls für mich, denn was bringt es mir, jemanden zu heiraten, dessen Bräuche und Rebbe ich nicht akzeptiere. Ob man dies wirklich alles schon im Vorfeld klären kann ?

Sonntag, Mai 25, 2008

Nur G - tt allein

B"H

Es dürfte hinreichend bekannt sein, dass Juden nur an einen einzigen alleinigen alles beherrschenden und erschaffenden G - tt glauben. Niemand steht neben Ihm, selbst wenn es aus der Thora, dem Talmud oder der Kabbalah machmal so erscheinen mag als seien die Engel in gewisser Hinsicht eine Art Repräsentanten oder "Ratgeber". Hierzu jedoch stimme ich auf ganzer Linie dem chassidischen Meister, dem Baal Shem Tov (ca. 1700 - 1760) bei, der da kommentierte, dass die Engel keinerlei eigene Persönlichkeit besitzen (siehe auch Talmud), sondern einzig und allein eine Metapher für G - ttes unterschiedliche Kräfte sind, mit denen Er handelt.

In der Mischna (G - ttes mündliches Gesetz gegeben an Moshe am Berg Sinai) im Talmud Traktat Avodah Zarah (Götzendienst) 54b wird von nichtjüdischen römischen Philosophen an einige Rabbiner die Frage gerichtet, warum G - tt selbst denn nicht jede Form des Götzendienstes einfach vernichtet. Wieso läßt Er die Anbetung anderer Götter überhaupt erst zu ? Soll Er doch lieber die Menschheit davor bewahren und ihnen nur noch die Chance gibt, an den einen richtigen G - tt zu glauben. Wäre das nicht logischer ?

Die Antwort in der folgenden Gemara (rabbinische Diskussionen) ist eindeutig: Warum sollte G - tt etwas zerstören, was die Welt zur Existenz benötigt ? Immerhin beten viele Götzendiener die Sonne, den Mond oder die Sterne an; sollte G - tt also demnach wegen ein paar Verrückten die ganze Welt vernichten ? G - tt zieht es lieber vor, die Welt nach ihren natürlichen biologischen Regeln existieren zu lassen und besagte Götzendiener werden später von Ihm bestraft.

Oder nehmen wir einen anderen etwas absurden Fall als Beispiel:
Soll G - tt demzufolge eine Ehefrau, die ihren Gatten betrügt, nicht schwanger werden lassen ?

Auch in diesem Fall ist es G - ttes Wille, die Welt gemäß ihrer Naturgesetze existieren zu lassen, und Menschen, die gegen etwaige Vergehen verstossen, müssen später die Verantwortung dafür tragen.

Zusätzlich ist alles wieder eine Frage des "Freien Willens", den wir laut dem Judentum haben. Das jüdische Konzept des "Freien Willens" besagt, dass jeder Mensch auf dieser Welt eben diesen "Freien Willen" besitzt und entscheidet, was für ein Leben er führen möchte. G - ttesfürchtig oder das Gegenteil, gut oder das Gegenteil, ehrlich oder das Gegenteil, etc.

Und wo wäre dann wieder unser Freier Wille, wenn es nur den einen alleinigen G - tt gebe. Wo bliebe unsere Möglichkeit zu wählen ? Wählen zwischen dem Götzendienst und dem einen alleinigen G - tt.

König David und der Nordwind

B"H

Es gibt fast keinen relig. Juden, der die Story von König David und seinen Kompositionen nicht kennt. Auf jeder Yeshiva (relig. Schule) sowie in vielen relig. Vorträgen bekommt man sie immer wieder zu hören. Und selbst der chassidische Rabbi Nachman von Breslov erwähnt sie in seinem Buch "Likutei Moharan".

Den Hintergrund erfahren wir aus dem Talmud Traktat Berachot 3b. Hier wird in der Gemara (rabbinische Diskussionen) die Frage erläutert, wie König David täglich "ohne Wecker" genau um Mitternacht erwachen konnte. Wie wußte König David, dass es Mitternacht war ?

Hierzu heißt es, dass eine Harfe über dem Bett des Königs hing und sobald es Mitternacht war, der aufkommende Nordwind durch die Harfensaiten blies und diese von allein zu spielen begann. König David erwachte und begab sich bis zum Morgengrauen zum intensiven Thorastudium.

Raschi kommentiert zu der Gemara, dass die Harfe Löcher hatte, welche gen Norden gerichtet waren. Die Seite des Soundboardes war nach Süden gerichtet. Sobald der Nordwind blies, vibrierten die Saiten und dirigierten die vibrierende Luft in die Löcher, was wiederum den Sound erzeugte. Viele Kommentatoren betrachten das Blasen des Nordwindes um Mitternach als wahres Wunder. Rabbi Hai Gaon hingegen war der Meinung, dass der König eine Art "Wecker" besaß, welcher durch Wasser und Luft reguliert wurde.

Die Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Traktat Bava Batra 25a lehrt, dass jeden Tag vier unterschiedliche Winde wehen. Jeder einzelne Wind wird immer vom Nordwind begleitet, welcher in Israel weicher und klarer ist als andernorts. Raschi kommentiert, dass daher der Nordwind durch seine Sanftheit andere Winde abschwächt.

Immer wenn ich diese Story von König David höre, frage ich mich, wie er das alles geschafft hat. Vorher hat er kaum geschlafen, um punkt Mitternacht stand er auf, lernte Thora und komponierte seine Psalmen (Tehillim). Inwieweit war David ein Super - Human ? Selbst wenn ich will, schaffe ich derlei Pensum kaum und jedesmal wieder merke ich, wie sehr man einige Stunden Schlaf braucht. Trotz eisernem Lernwillen und starkem Kaffee, irgendwann geht einfach nichts mehr.

Ich wüßte gerne, wie das Rezept des Königs dafür lautete……

Der Holocaust als Zeichen G - ttes

B"H

Es gibt viele Kommentare zum Holocaust. Nach wie vor ist es für uns alle unfaßbar, wie ein solcher Massenmord in unserer sogenannten zivilisierten Welt im Herzen Europas überhaupt geschehen konnte. Unsere menschliche Neigung ist es, alles Unfaßbare irgendwie erklären zu wollen. Aber beim Thema "Holocaust" bleibe ich trotz aller Kritiken bei meinem Standpunkt, der da lautet, dass nur G - tt allein den Grund kennt. Obwohl mir viele relig. Juden Texte aus Midraschim und anderen relig. Schriften zusandten, sehe ich keine Veranlassung zu Spekulationen und akzeptiere G - ttes Grund.

Der amerikanische Präsidentschaftskandidat John McCain machte in diesen Tagen durch eine etwas kuriose Entscheidung auf sich aufmerksam. Kurios erstens, weil er sich vor einiger Zeit dazu entschlossen hatte, sich mit dem bekannten amerik. Evangelisten John Hagee zu verbünden. Auf diese Weise wollte sich McCain viele Stimmen fanatischer Christen sichern.

Aber wie wir wissen, ist gerade dieser John Hagee eine äußerst umstrittene Figur, denn er sieht seine Mission darin, alle Juden nach Israel zu bringen, sie zum Christentum zu bekehren, damit sie so die zweite Ankunft des Mr. J. als "Meshiach" verursachen. Hierfür geben amerik. Evangelisten Millionensummen aus, a la Spenden an die Jewish Agency, Nefesh Be'Nefesh oder an die israel. Regierung.

Die zweite Kuriosität war, dass McCain in der vergangenen Woche das Bündnis mit Hagee löste. Was war passiert ?
John Hagee in seiner fanatischen Denkweise hatte Folgendes von sich gegeben:

"Hitler sei ein Sendbote G - ttes gewesen, welcher den Holocaust herbeiführte, um so die Juden nach Israel zurückzubringen. Alles sei G - ttes Plan gewesen, um so das Kommen des Meschiach (Mr. J.) einzuleiten, welches nur dann erfolgen kann, wenn alle Juden in Israel leben".

Man kann sich den daraufhin folgenden Protest vorstellen und McCain bekam schnell kalte Füsse. Wegen der Bemerkung des gestörten Hagee würde er jetzt seine jüdische Wählerschaft verlieren. Und so war Hagee nicht mehr tragbar und mußte verschwinden.

Anstatt mich jetzt über den Fanatiker Hagee und seine Anhängerschaft auszulassen, will ich lieber das tun, was mir ein amerik. Chassid in einem Kommentar riet:

"Trotz der leidvollen Vergangenheit sollten wir Juden uns lieber darum kümmern, dass der Meschiach tatsächlich bald kommt".

Der richtige Meschiach, sei hier angemerkt, und nicht ein falscher Prophet.

Chabad trommelt


Balkon am Chabad - Haus in der Ben Yehudah Nr. 5

B"H

Es herrschte ungewöhnliche Ruhe in der Zeit zwischen Ende Pessach und Lag Ba'Omer (33. Tag im Omer), doch nun sind die wieder da: die Chabad - Meschichisten aus der Ben Yehudah Nr. 5. Und das gleich richtig mit Trommelschlägen.

Mit dem Lag Ba' Omer ging die Trauerperiode, in welcher wir den Tod der 24.000 Schüler des talmudischen Rabbi Akiva betrauern, zuende und somit dürfen wir wieder Musik hören(andere hingegen verzichten jedoch noch bis Schavuot auf die Musik). In der Zeit von Pessach bis zum Lag Ba' Omer verzichteten relig. Juden weitgehend auf die Musik. Des weiteren fanden als Zeichen der Trauer keine Hochzeiten statt und rasiert wurde sich auch nicht.

Noch vor ein paar Tagen hatte mir ein Freund, ein Chabadnik, verkündet, dass die Meschichisten aus der Ben Yehudah am Abend des Lag Ba' Omer am Zion Square tanzen. Mit den gelben Meschiach - Flaggen und so.

Nur kurz für all jene Leser, die es noch nicht wissen: Die Chabad - Meschichisten sind ein Teil der chassidischen Gruppe Chabad, den Lubawitschern, welche den Standpunkt vertreten, dass der letzte und siebte Lubawitscher Rebbe Menachem Mendel Schneerson (verstorben im Juni 1994) der Meschiach ist. Aber nicht alle Chabad - Mitglieder vertreten diese Auffassung und man muß da sehr wohl unterscheiden. In der Niederlassung der in der Jerusalemer Fußgängerzone Ben Yehudah sind zumindest alle Mitglieder Meschichisten, was absolut kein Geheimnis ist. Die gelben Meschiach - Flaggen mit der blauen Krone hängen aus den Fenstern und die dortigen Chabadnikim tragen alle die schwarze Kipa mit dem weissen "Yechi Adoneinu….." - Aufdruck.

Bei den Lag Ba' Omer Feierlichkeiten des lokalen Fußball - Erstligisten "Beitar Yerushalaim" am Donnerstag abend eröffneten sie ab 16.00 Uhr einen Stand im Sacher Park. Der kontroverse Clubbesitzer und russ. - israel. Milliardär, Arkadi Gaydamak, hatte zum Popkonzert geladen und nur den Wodka mußte jeder selbst zahlen. Chabad entschied sich, etwas Spiritualität in das Event zu bringen, indem sie an ihrem Stand den Männern anboten, Tefilin (Gebetsriemen) zu legen. Eine beachtenswerte Idee übrigens.

Daher waren sie also dann doch nicht am Zion Square anzutreffen, was sie jedoch am vergangenen Freitag nachmittag ausgiebig nachholten. Zusätzliche Leute, incl. Frauen und Kinder, wurden per gelbem Privatbus angekarrt und es wurde zum Marsch durch die Fußgängerzone geblasen. Die Kinder trommelten recht professionell und dies allein gewährleistete schon die Aufmerksamkeit aller Passanten. Die Ben Yehudah am ist am Freitag nachmittag, wenige Stunden vor Schabbatbeginn, gerammelt voll. Und eines ist sicher, Chabad kennt sich mit der Public Relation bestens aus.
Fahneschwenkend und trommelnd ging es durch die Fußgängerzone samt Nebenstraßen bis hin zum Zion Square. Unterweges wurden die "Yechi Adoneinu…" - Sprüche natürlich nicht vergessen. Jener Satz, welcher den Lubawitscher Rebben als Meschiach ausweist.

Danach war Ruhe und der Schabbat konnte einkehren.

Freitag, Mai 23, 2008

Jerusalem brennt


Mystische Lag Ba'Omer - Feuer in Meron

B"H

Noch bis zum heutigen Schabbateinbruch feiern wir das Lag Ba' Omer – Fest. Was heißt feiern ? Die eigentliche "Show der Mystik" fand schon gestern (Donnerstag) abend statt.

Die Feuer sind die große Tradition des Lag Ba' Omer und natürlich sehen insbesondere die mystikverfallenen Chassidim darin einen Teil Kabbalah. Halb Bnei Brak (nahe Tel Aviv) war nach Meron abgerückt. 400.000 Menschen sollen sich vor dem Grabe des berühmten Rabbi Schimon Bar Yochai versammelt haben. Ich machte mich erst gar nicht auf den Weg, denn was sieht man schon groß bei 400.000 Leuten. Noch dazu, wo eh die Frauen aufgrund der Geschlechtertrennung ganz hinten stehen müssen.


Menschenauflauf in Meron an Lag Ba'Omer

In Mea Shearim las ich auf einem der Mitteilungsposter (Fakshivilim), dass das staatl. Busunternehmen Egged ganze 5700 Sonderbusse nach Meron eingesetzt hatte. Die anti – zionistische Dachorganisation "Edah HaCharedit" rief zu einem Boykott der Egged – Busse auf, denn Egged lasse seine Busse auch am Schabbat fahren. Aber dazu in der kommenden Woche anhand einiger Photos mehr.
Überhaupt schossen wir gestern Nacht viele Photos in Mea Shearim und ich werde diese nächste Woche in meine relig. Blogs stellen.

Mit einer Freundin machte ich mich auf und es war nicht schwer, die Feuer zum Lag Ba'Omer zu finden. Im Jerusalemer Sacher Park fand ein riesen Konzert des lokalen Fussballclubs "Beitar Yerushalaim" statt. Der Besitzer Arkadi Gaydamak hatte eingeladen und Tausende Fans trudelten ein. Die Musik dröhnte bis zum Machane Yehudah Makrt herüber. In Mea Shearim hingegen ging es weniger laut zu.
Unser erster Weg führte und vorbei am "Kikar Supnik" in der Strauss Street im haredischen (ultra – orthod.) Stadtteil Ge'ulah. Am Kikar Supnik steht die Jungenschule der chassidischen anti – zionistischen Gruppe "Dushinsky". Und bei Dushinsky feierte man draußen vor der Schule. Ein Feuer war in einer Metalltonne entzündet worden und die Chassidim tanzten drumherum. Die Musik war gräßlich, denn der Sänger war nicht ganz bei Stimme. Aber trotzdem war es recht nett. Auch die Frauen waren anwesend. Einige Meter weiter weg, aber es war okay.

Unsere nächste Station war die Yoel Street im benachbarten ultra – orthod. Mea Shearim. Dort feierte die chassidische Gruppe Satmar ausgiebig. Da Satmar wie bekannt in zwei Rebbes gespalten ist, gehört die Beit Midrasch in der Yoel Street den Anhänger des Rebben Zalman Leib Teitelbaum (New York – Williamsburgh).
Bei Satmar jedoch gingen zu der Stunde um 22.30 Uhr die Feuer schon fast aus. Wenig Männer, doch viele Kinder und Frauen. Überhaupt waren die meisten Haredim (Ultra – Orthod.) ins nordisraelische Meron abgerückt und man sah nicht besonders viele in den Straßen. Dafür hatten wir Frauen freie Bahn und das war endlich einmal etwas Erfreuliches.

Wenige Meter hinter Satmar feierten die Chassidim der Gruppe Karlin – Stolin. Und wer die Karliner kennt, der weiß, dass es bei ihnen die beste Musik gibt. Und so war es dann auch - die chassidische Musik war hervorragend und die Chassidim gut bei Laune. Viele tanzten wie wild in einem Kreis und es war Stimmung angesagt. Außerdem waren einige Breslover Chassidim sowie viele Nationalrelig. anwesend. Wir schossen gerade Photos als hinter uns ein neues Feuer gezündet wurde. Es gab riesige Flammen und zuerst dachten wir, dass ganze Ding würde explodieren. Umherstehende gingen sogar in Deckung. Doch alles brannte schnell nieder und auch hier begannen die Männer um das Feuer zu tanzen. Meistens litvische Haredim.

Der Rebbe der Gruppe Toldot Aharon war mit seinen männlichen Chassidim nach Meron abgerückt und so konnten die Frauen im Hinterhof ungehindert ihre Wäsche aufhängen. Die Stadt war voll mit Qualm und wer seine Wäsche draußen hat, der hatte das Nachsehen. Doch in Toldot Aharon – Hinterhof ging alles seinen gewohnten Gang. Mit viel Wäsche. Heute kehrt der Rebbe samt Anhang zurück und es wird ein chassidischer Tisch stattfinden.

Im Mea Shearim Markt waren gegen Mitternacht die Lichter fast aus. Nur ein Feuer brannte noch; nämlich das der "Neturei Karta".

Ausserdem:
Wir sahen eine älteren Neturei Karta - Chassid, der einem kleinen Junge die Haare schnitt. Am Lag Ba'Omer ist es mystische Tradition, kleinen Jungen am dem 3. Lebensjahr zum ersten Male die Haare zu schneiden.

Und:
Wurden wir von einem litvischen Haredi zu einem Besuch in der lokalen Mea Shearim Synagoge eingeladen. Die Synagoge befindet sich im Mea Shearim Markt und die Männerseite ist toll anzusehen. Mit verzierter Stuckdecke und wunderschönen Kronleuchtern.
Wir gingen hinein und waren jedoch etwas enttäuscht. Wie immer gab es eine Trennwand zur Männerseite und diese bestand aus einem Vorhang. Und so war nicht viel von der Herrlichkeit des Gebäudes auf der Männerseite zu sehen. Trotzdem, wir werden wieder hingehen und diesesmal zum G - ttesdienst.

Ich für meinen Teil habe den Abend sehr genossen. Überhaupt waren viele Auswärtige gerade in Mea Shearim unterwegs, um sich das Spektakel anzuschauen. Die dazugehörigen Photos gibt es, wie gesagt, erst nächste Woche.

Allen noch ein paar tolle Lag Ba'Omer Mystikfeierlichkeiten.
Schabbat Schalom an alle Leser !!!!

Donnerstag, Mai 22, 2008

Warum so und nicht anders ?



B"H

"Warum so und nicht anders" ? - Ist es nicht gerade die Frage, die uns unentwegt durch den Kopf geht ? "Warum hat G - tt unsere Welt so erschaffen und nicht anders ? Warum werden die Bösen nicht umgehend auf der Stelle bestraft und die Guten belohnt ?"

G - tt erschuf uns und unsere Welt gemäß eines perfekten Planes. Auf gar keinen Fall wollte Er uns als Roboter kreieren, die da nur stumpf Seinen Willen erfüllen. Stattdessen gab Er uns den "Freien Willen", welcher automatisch Gutes und Böses enthalten muß. Im Judentum erschuf G - tt auch das Böse, welches jedoch nach dem Eintreffen den Meschiach gänzlich verschwindet. Gebe es kein Gut und Böse, dann hätten wir folglich keine freie Wahl. Zwischen was sollten wir dann wählen ? Gut, böse, religiös, säkuler, an G - tt glaubend oder nicht. All dies ist "up to us".

Selbstverständlich hätte Er uns als perfekte menschliche Wesen erschaffen können, was jedoch offenbar nicht Seinem Plan entsprach. Und würden die Bösen sofort ihre Strafe erhalten und auf der Stelle tot umfallen, wo bliebe da mein Freier Wille ? Wir sehen jemanden, der bestraft wird und schwenken augenblicklich um. Ab sofort tun wir das, was G - tt von uns will. Aber tun wir dies aus Liebe oder nur aus Angst ? Genau solche Menschen, die die Gebote aus Angst heraus erfüllen, will G - tt nicht.
Was G - tt jedoch tut ist, uns manchmal einen kleinen Wink geben. Oft meinen wir einem persönlichen Plan folgen zu müssen, und dann läuft alles nicht so wie erwartet und es geht etwas schief. Theoretisch kann man dies als Wink G - ttes auffassen, doch lieber etwas anderes im Leben zu tun. Die totalen Optimisten hingegen sehen gerade dies als eine einzige Herausforderung G - ttes, noch mehr Energie in ihr Unternehmen zu investieren.

Der "Freie Wille" ist eines der wichtigsten im Judentum überhaupt. Nichtsdestotrotz, der Ischbitzer Rebbe kommentierte, dass wir keinerlei Freien Willen besitzen, sondern dies nur unsere Illusion ist. G - tt lege ausschließlich alles selber fest. Aber zeigt uns nicht gerade diese Meinung einen immensen Widerspruch auf ? Könnte dann nicht jeder bei allen Vergehen sagen, dass nicht er es war, sondern G - tt ihn dazu veranlasste ? Dieses sind höchst philosophische Fragen und soweit war noch niemand imstande, mir den Freien Willen genau zu definieren. Wo beginnt er und wo endet er ?

Vielleicht sollten wir unseren Freien Willen nutzen und uns die Zeit nehmen, darüber nachzudenken.

Lag Ba'Omer


Eingang zum Grab des Rabbi Schimon Bar Yochai

B"H

Heute Abend beginnt das Fest "Lag Ba'Omer - Der 33. Tag im Omer".

Hunderttausende befinden sich schon im nordisraelischen Meron und warten auf den heutigen Abend, an dem landesweit die bekannten Feuer angezündet werden. In Jerusalem wird es an der Kotel (Klagemauer) ein grosses Feuer geben. Und, unter anderem, findet im Sacher - Park eine Grossveranstaltung (Konzert) statt.


Seit Tagen wird um Meron herum campiert, um den Augenblick der Mystik nicht zu verpassen.

Besonders spirituell ausgerichtete Menschen freuen sich auf die Feuer, denn dies hat viel mit der jüd. Mystik zu tun. Der RASCHBI (Rabbi Schimon Bar Yochai) wird als der Verfasser des kabbalistischen Buches "Zohar" und somit als einer der grössten Kabbalisten gesehen.

Die Mystik kommt also heute Abend und morgen ganz auf ihre Kosten !

Parashat Bechukotai

B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Passend zum Thema dieser Woche ist der Beginn der Parashat Bechukotai. Ein Vorfall, der von vielen komplett missinterpretiert wird und wo viele Juden meinen, nun ihr Bedauern ausdrücken zu müssen. Wer dies tut, der sollte die Thoragesetze etwas eingehender studieren und da kommt Bechukotai gerade recht.

Wieder einmal warnt G - tt uns Juden vor dem Götzendienst. Und genau diese Tatsache liess vor einer Woche viele Bewohner der israelischen Kleinstadt Or Yehuda auf die Palme gehen. Christliche Missionare treiben seit vielen Jahren ihr Unwesen in Israel. Ihr Ziel ist es Juden "auf - Teufel - komm - heraus" zum Christentum zu bekehren, weil sie der Meinung sind, dass dies ein zweites Kommen des J. hervorruft (siehe die Evangelisten). Zur Erreichung dieses absurden Zieles ist ihnen jedes Mittel recht. Auch die Verteilung Neuer Testamente an jüdische Kinder. Aber wie die "Jerusalem Post" vor wenigen Jahren anklagte: "Ein Holocaust war anscheinend nicht genug".

Kein anderes Vergehen wird von G - tt dermassen streng bestraft wie der Götzendienst. Nun ist das Christentum im Judentum nicht immer als Götzendienst zu betrachten und es gibt unterschiedliche Auffassungen. Der Rambam (Maimonides) hingegen geht harsch mit dem Christentum ins Gericht, was wohl auch an der Zeit liegen mag, in der er lebte (12. Jahrhundert). Und schauen wir uns die frühe christliche Geschichte an, dann sehen wir, dass gerade diese Religion die brutalste überhaupt ist. Bestes, aber nicht alleiniges Beispiel, sind die Kreuzzüge, in denen Juden und auch Moslems gleichermassen niedergemacht worden sind. Alles zum Wohle G - ttes. Welchen G - ttes, fragt man sich da.

Und nun fühlen sich einige Juden dazu berufen, die Geschehnisse in Or Yehuda zu entschuldigen. Jeder kann denken, wie er mag, doch sollte hinzugefügt werden, dass die Bewohner im Sinne der Thora bzw. jüdischen Halacha handelten. Objekte des Götzendienstes, welche an Juden weitergegeben worden sind, MÜSSEN von uns vernichtet werden. Dies tat schon Aharon mit dem "Goldenen Kalb" und zur Zeiten der Propheten war dies Gang und Gebe. Die Thora ist voll davon und der Talmud Avodah Zarah gibt noch mehr Details. Ich denke, dass man sich zuerst mit der Halacha und dem Hintergrund befassen sollte, bevor hier wieder voreilig und unwissend alles auf ein paar relig. Fundamentalisten geschoben wird. Wir sind in Israel, in unserem eigenen Land, und nicht in der Diaspora, wo viele Juden meinen, sie müssen nun unbedingt vor der Obrigkeit ihr Wohlwollen bekunden. Manchmal ist es aufrichtiger wie Pinchas (siehe Parashat Balak - Pinchas) zu reagieren als wegzuschauen und man alles gut sein zu lassen, nur um seinen lieben Frieden zu haben.

Endlich einmal wurde etwas gegen die Mission unternommen und hoffentlich ein kleines Zeichen gesetzt. Schuld sind nicht die Beteiligten an der Bücherverbrennung, sondern die christlichen Missionare selber genauso wie jene Knessetabgeordnete, die es bis heute nicht schafften, ein Gesetz zu erlassen, welches die Mission in Israel generell verbietet.

Wenn wir die Thora befolgen, so wird es uns gutgehen und unser Land ist fruchtbar. Tun wir das Gegenteil und wenden uns von der Thora ab, so tut dies G - tt auf uns bezogen genauso. Wir werden bestraft und so zur Teshuva (Umkehr) ermuntert. Nicht, dass G - tt die Juden ganz verläßt; dieses tut er niemals, sondern das Einzige, was stattfindet ist, dass er Seine Schechinah (Präsenz) zurückzieht und wir daher ohne Sein direktes Einwirken auskommen müssen.
Diese Aussage ist ebenso umstritten, denn G - tt wirkt natürlich direkt auf uns ein, aber die Frage bleibt, wieviel und wie direkt.

In der Chassidut spielt das persönliche Verhältnis zu G - tt eines jeden einzelnen eine ganz besondere Rolle. Wie bauen wir eine gegenseitiges Verhältnis zu einem G - tt auf, der für uns Menschen eigentlich unerreichbar ist ? Mit einem unsichtbaren, keineswegs menschlichen, unendlichen und ewigen G - tt. Einem G - tt ohne Form oder offensichtlichem Ziel. Einem G - tt, den der menschliche Verstand weder fassen noch begreifen kann. Und braucht G - tt uns überhaupt ? Die Antwort lautet: "Nein, G - tt braucht uns gewiss nicht" ! Wir allerdings benötigen Ihn".
G - tt existiert ohne uns, wir jedoch können dies ohne Ihn nicht.
Und wie also bauen wir ein Verhältnis zu G - tt auf ?
Indem wir die Thora befolgen und Seine Gesetze einhalten. Deswegen sind wir auf dieser Welt. Für Nichtjuden gelten die Sieben Noachidischen Gesetze. Jeder Mensch hat seine bestimmte einzigartige Aufgabe im Leben.

In der Chassidut (Chassidismus) nennen wir das Verhältnis zu G - tt "Devekut". Anhand der Thora hängen wir uns sozusagen an G - tt, um Ihm näher zu kommen. Die höchste Form der "Devekut" ist ein kompletter "Bitul" meiner selbst. Bitul bedeutet meine Selbstaufgabe. Ich entsage dem Materialismus und allen negativen Einflüssen, um nur noch G - ttes Willen (Seine Gesetze) auszuführen. Der Intellekt sowie das gesamte Bewußtsein sollten nur noch im Sinne von G - tt arbeiten (der Sefat Emet der chassidischen Gruppe Gur).

Bitul bedeutet weiterhin, mein eigenes Ego zu überwinden, denn gerade das Ego stellt eine immense Hürde zwischen mir und G - tt dar. Und Menschen, vor allem uns Individuen, fällt es unsagbar schwer, unser Ego zu besiegen und eine hohe Devekut aufzubauen. Geschweige denn einen vollen Bitul seiner selbst zu erreichen. Jeder hat so seine Hürden zu bewältigen und vielleicht ist es nicht jedermanns Aufgabe, alles 100%ig auszuführen. Dennoch sollten wir versuchen, das Beste aus uns herauszuholen. Nicht jeder hat die gleichen Aufgaben bzw. dasselbe Potential, aber andererseits sollten wir unser Potential auch nicht unterschätzen.

Schabbat Schalom


Links zur Judenmission:

Israelfreunde - wir wertvoll sind sie wirklich ?

Die Schwierigkeit der Akzeptanz

Die Sache mit dem Gasthaus

Der Teufel und die Juden

Hilfsbereitschaft mit Hintergedanken ?

Der Papst kürzt

Jews for Judaism in Jerusalem

Elokim

Vom Missionar zum Haredi - Benjamin Kluger

Israels Anti - Missionsorganisation "Yad Le'Achim"

Mittwoch, Mai 21, 2008

Die "Epistel der Märtyrer"

B"H

Wer die Philosophie im Judentum sucht, der befasse sich ausgiebig mit den Schriften des Rambam (Maimonides). Mit seinem "Moreh Nevuchim – Führer der Unschlüssigen" oder seinen Episteln, zum Beispiel.

Hineingeboren in eine Zeit der Katastrophen, beweist uns gerade der Rambam, wie überlebensfähig das Judentum sein kann. Der Rambam, Rabbi Moshe ben Maimon (Maimonides), wurde im April 1135 im spanischen Cordoba geboren. Die Stadt befand sich damals unter moslemischer Herrschaft, doch schon wenige Jahre später wurde Spanien von den Almohad (Al Muwahhidun) überrannt. Ursprünglich kamen die Almohad aus Marokko, welches sie zuerst eroberten. Heutzutage kann man sich die Almohad als die damalige Al Khaida vorstellen. Überaus fanatische Moslems, die alles dem Erdboden gleichmachten, wenn man sich ihrem Willen nicht fügte.

Es versteht sich von selbst, dass die Familie des Rambam nicht gerade zum Islam konvertieren wollte und so begann für sie eine Zeit des Umherwanderns, bis sie schließlich im Jahre 1160 in Fez (Marokko) landeten. Von dort aus ging es im Jahre 1165 weiter nach Ägyten. Bis heute halten sich in moslemischen Kreise hartnäckige Gerüchte, dass der Rambam sehr wohl zum Islam konvertierte. Dieser Behauptung jedoch unterliegen keinerlei Beweise und niemand könnte sich real betrachtet vorstellen, dass ausgerechnet jemand wie der Rambam zum Islam konvertiert. Und falls dem so wäre, wieso nannte er in seinem "Iggeret Teman – Epistle of Jemen" den moslemischen Propheten Muhammed geich dreimal einen Verrückten (Madman) ?

Die "Epistel der Märtyrer" verfasste er wahrscheinlich im Jahre 1165; kurz nachdem seine Familie Fez in Richtung Ägypten verließ. Der Inhalt der Epistel besteht aus Ratschlägen, wie ein Jude sich bei einer etwaigen Zwangskonversion zu verhalten hat. Laut dem Rambam machen sich Juden, welche unter Androhung von Gewalt Götzendienst leisten, keines Vergehens schuldig und dürfen ebenso wenig "Rascha – Böse" genannt werden.

Rambam's Vorschläge diesbezüglich:
Auf gar keinen Fall Götzendienst in der Öffentlichkeit betreiben oder Freude dabei zu empfinden.
Aber hat nicht Esther (siehe das "Buch Esther") auch öffentlichen Götzendienst betrieben ?
Ja, aber sie gab sich ständig passiv.
Rava kommentiert: Es besteht ein Unterschied, ob mir der Götzendienst persönliche Freude bereitet.

G – ttes Namen zu verunglimpfen ist eines der gravierensten Vergehen überhaupt. Kein anderes Vergehen ist in der Thora so häufig aufgeführt wie eben der Götzendienst, und gerade für ihn besteht kaum eine Wiedergutmachung. Wer G – ttes Namen hingegen alle Ehre macht, wird unbeschreiblich belohnt.

Der Rambam schlägt vor, jene Orte zu verlassen, an denen Juden aufgrund ihrer Religion unterdrückt werden. Eine Begründung hierfür sieht er im Falle Avrahams, der mit seiner Familie fortzog, um seinem G – tt zu folgen und zu dienen. Der Rambam liest heraus, dass jeder schon einen gewisse Anstrengung unternehmen sollte, um sich von den Ungläubigen fernzuhalten.

Die neuen Almohad – Herrscher verlangten von den spanischen Juden eine öffentliche Proklamierung, dass es keinen G – tt gibt, sondern nur Allah und das Muhammed dessen Prophet sei. Ansonsten wiederfuhr den Juden nichts und sie wurden nicht gezwungen, nach dem islamischen Glaubensregeln zu leben. Trotzdem, die aufgeführte Proklamation mußte in aller Öffentlichkeit gemacht werden. Und genau das stellt halachisch ein riesiges Problem dar.
In der mittelalterlichen Welt waren Religion und Politik untrennbar miteinander verknüpft; die Theologie einer Privatperson war keine Privatangelegenheit, sondern bestimmte ebenso den sozialen sowie politischen Status des Einzelnen. Zusätzlich nahmen das Judentum, der Islam und auch das Christentum für sich in Anspruch, der wahre Erbe der eigentlichen Tradition zu sein. Wer einer dieser Religionen angehörte, stellte automatisch die anderen zwei Religionen in Frage. Oder besser, er lehnte sie ab. Der Islam beschuldigte die Juden den Namen Muhammeds aus dem biblischen Text entfernt zu haben. Man verlangte sogar von den Juden zuzugeben, dass die Eltern oder Großeltern und alle vorherigen Generationen den falschen Glauben vertraten; nämlich das die Thora einzigartig und für alle Ewigkeiten Gültigkeit besitzt.

Maimonides (der Rambam) entschied, dass Märtyrertum auf die spanischen Juden unter den Herrschern der Almohad nicht zutraf. Wie wir wissen, sind Juden verpflichtet, sich bei zwangsauferlegten Vergehen eher umzubringen als die Vergehen auszuführen. Gemeint sind hier sexuelle Perversionen, unkoscher Essen und eben der Götzendienst. Der Rambam hingegen bestimmte, dass es in diesem Fall keiner Konsequenzen bedarf. Allerdings erliessen andere Rabbiner gegenteilige Bestimmungen. Von daher wurde gesagt, dass der Rambam eher die Politik mit in seine Entscheidung einfliessen liess als die Halacha.

Da die Almohad die Juden nicht zwangen, ihr Judentum incl. der Mitzwot (Thoragesetze) aufzugeben, um stattdessen an islamischen Praktiken teilnehmen zu müssen, gab es guten Grund anzunehmen, dass ein Nachgeben der Juden ihren Gemeinden keinen irreparablen Schaden zufügen könnte. Außerdem sah der Rambam im Islam keinerlei Widerspruch zum Glauben an die Einheit G – ttes. Diese beiden Faktoren spielten die wichtigsten Rollen in seiner Entscheidung. Ja, er war sogar bereit, die jüdischen Gemeinden anzuweisen, sich den Almohad zu fügen und nicht den freiwilligen Tod zu wählen. Der Rambam machte es den Lesern seiner Epistel äußerst klar, dass die Situation der spanischen Juden sehr komplex und in vielerlei Hinsicht einzigartig war. Es handele sich hier einzig und allein um eine Ausnahmesituation. Aber er verleugnete dennoch nicht, dass die Almohad eine Situation hervorgerufen hatten, in welcher das Märtyrertum legitim und sogar ein nobler Akt sei.

Andererseits war der Rambam gegen die Märtyrerlösung (den Freitod). Eine solche Ausnahmesituation, in der eine Lösung nicht ganz klar zu definieren war, sollte mit "Ruhe bewahren" überstanden werden. Übereifriges Märtyrertum sei gegen jede Halacha. Weiterhin machte er in seiner "Epistel der Märtyrer" klar, dass jene Juden, die unter den Almohad litten, einen Akt des "Kiddusch HaShem – Heiligung G – ttes" vollbracht hatten.

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Inhalte aus dem Buch "Crises and Leadership – The Epistles of Maimonides" von den Autoren Halkin / Hartman.

Dienstag, Mai 20, 2008

Druckman - Konversionen in Europa ungültig

B"H

Die Europäische Rabbinerkonferenz hat offiziell beschlossen, die Konversionen des Rabbi Chaim Druckman NICHT anzuerkennen. Demnach stehen Konvertiten zum Judentum, welche ihr Beit Din (rabbinisches Gericht) bei Druckman abhandelten, ohne gültige anerkannte orthodoxe Konversion da.


Chaim Druckman

Außer den Katastrophenkonversionen in Israel habe Druckman genauso im Ausland Leute zum Judentum konvertiert, welche keinerlei Absichten hegten, nach dem Giur ein orthod. Leben zu führen. Die Rabbiner der Europ. Rabbinerkonferenz gaben an, dass Druckman sogar Leute aus Regionen konvertierte, in denen kein aktives jüdisches Leben vorhanden ist und es kein koscheres Essen bzw. koschere Läden gibt. Man könne als israel. Rabbiner nicht einfach mal eben so ins Ausland zum Beit Din hoppen und Leute konvertieren, die man gar nicht kenne. Ferner sei Druckman die Infrastruktur des jeweiligen Landes völlig unbekannt gewesen.

Auch in Israel sind Chaim - Druckman - Konversionen absolut umstritten und derzeit untersuchen die Behörden die Rechtmässigkeit der Konversionen so wie der damit verbundenen Aliyah nach Israel.

Links:

http://theyeshivaworld.com/article.php?s=degel

Bücherverbrennung in Or Yehuda

B"H

Ausgerechnet die Kleinstadt Or Yehuda schaffte das, wozu andere Städte Jahrtausende benötigen. Der stellvertretende Bürgermeister des Städtchens, Uzi Aharon (Angehöriger der sephardisch - haredischen SHASS - Partei), liess sämtlichen christlichen Missionsmüll samt dem Neuen Testament öffentlich verbrennen. Mehrere Hundert NT's gingen so in Flammen auf. Im Nachhinein gab Uzi Aharon an, dass diese Aktion keineswegs im Vorfeld geplant gewesen sei, sondern es sich hierbei um eine spontane Reaktion der Bewohner gehandelt habe.



Or Yehuda setzt damit ein mehr als deutliches Zeichen gegen christliche Missionare und ich wünschte mir, dass andere Orte dem Beispiel folgen würden. Wenn ich irgendwo Neue Testamente ausgelegt sehe, entsorge ich sie gewohnheitsmässig sofort im nächsten Mülleimer.

Selbst das Simon - Wiesenthal - Institut sah nichts Negatives in dieser "Bücherverbrennung". Vielmehr sei sie notwendig gewesen, um unser Land und unsere Jugend vor anti - jüdischer Propaganda und christlichen Missionaren zu bewahren.

Fehleinschätzungen

B"H

Wie erlerne ich das Judentum ?

Ganz einfach, ich kaufe mir ein wenig Literatur, schaue mir hier und da einen TV - Bericht an, melde mich ggf. bei der Volkshochschule zum Hebräischanfängerkurs an, surfe zwecks Infos durchs Internet und lese dabei unter anderem diesen Blog.
Letzteres ist vielleicht gar nicht einmal so schlecht, denn ich versuche auf jüdische Themen einzugehen, die ansonsten weniger oder gar keine Erwähnung im deutschsprachigen Raum finden.

Wer, wo auch immer, jemals an einigen professionellen Schiurim (relig. Vorträge) teilgenommen hat bzw. sogar in einer Yeshiva lernt / lernte, dem ist zur Genüge die Vielfältigkeit des Judentums bekannt. Tausende von Themengebiete, Bräuche, Kommentare, Literatur. Kurz gesagt, das Thema "Judentum" ist unerschöpflich.

Allerdings sollte derjenige, der sich frisch entschließt zu lernen, etwas Struktur in sein Vorgehen bringen. Die Mehrheit rennt sofort los und sucht im Talmud oder der Kabbalah, ohne zu wissen, was das eigentlich genau ist. Man hört halt irgendwo vom mystischen Buch "Zohar" und will sofort dabei sein. Dass insbesondere Kabbalah und Talmud einen langwierigen Lernprozeß voraussetzen, ist dabei den wenigsten bekannt und falls ja, meint man, dass einen selbst das nicht betreffe. Und so kommt es zu Überheblichkeit, wo kein wirkliches Wissen dahintersteht. Ich lese halt und kapiere es sofort, so meinen viele. Kann ja alles nicht so schwer sein.

Neulich beim Schabbatessen bei Rabbi Mordechai Machlis stand ein Nichtjude auf und versuchte, eine kabbalistische Rede zu halten. Normalerweise kann man an daneben geratenen Reden immer noch etwas reparieren; bei dem Typen jedoch war alles aus. Der Rabbi unterbrach ihn und forderte jemand anderen zum Reden auf.
Anscheinend hatte der Typ Bücher gelesen, nichts begriffen und alles bunt durcheinander gewürfelt. Ohne professionelle Lehrer oder Lerninstitut wie Yeshiva geht in den meisten Fällen eh nichts. Ein Selbststudium ist nur dann angebracht, wenn man schon einige Yeshivajahre hinter sich hat. Manchmal geht mir so, dass ich ein Buch aus der Hand lege, weil ich es nicht verstehe. Zwischenzeitlich beschäftige ich mich mit anderen Themen und wenn ich dann irgendwann später einmal besagtes Buch wieder in die Hand nehme, stellt sich alles als viel einfacher heraus.

Wo man beginnen soll ?
Sicher NICHT mit der Kabbalah und dem Talmud.
Der einfachste Weg ist immer die Thora. Für einige mag sich das schon öde anhören. Was "nur" Thora ?

Ja, was denn sonst ? Die Thora wurde den Juden von G - tt gegeben und ist das A und O unserer Religion. Und gerade sie enthält alles Erforderliche auf der Welt. Wer von der Mystik einfach nicht ablassen kann, der lerne die erste Thoralesung "Bereshit - Genesis". Von der Welterschaffung bis hin zu den Generationen Adam und Evas (Chavas). Und wem das wieder alles zu leicht erscheint, der erkläre mir doch bitte einmal Raschis Kommentar zur Welterschaffung. Den ersten Raschi in der Thora.

Judentum erlernt sich nicht von heute auf morgen. Als ich begann, mich ernsthaft mit dem Chassidismus auseinanderzusetzen, so war die Literatur nur ein Sprungbrett. Was nützt mir alles Gelernte, wenn ich keine Praxis, sprich keinen Umgang mit Chassidim habe. Genauso verhält es sich mit dem Judentum. Voraussetzung ist ein Umgang mit mehr oder weniger relig. Juden und eine Einhaltung der Mitzwot (Thoragesetze) bei Juden wäre angebracht. Dabei nämlich wird mir oft viel klarer als in einem Schiur.

Klar, hat ein jeder von uns seine Lieblingsthemen und solche, die er lahm findet. Vor allem zu Beginn muß man sich zumindest eine gewisse Basis aneignen, die einem später immer wieder zu Gute kommt. Was nützt mir das Wissen um Seelenwanderungen, wenn ich nicht weiß, an welchen Tagen ich das "Ya'ale ve Yavo - Gebet" in das "Birkat HaMazon - Grace after the Meal" einschieben muß.

Trotzdem: Viel Spaß beim Lernen !!!

Montag, Mai 19, 2008

"Haredisch (ultra - orthod.) konvertieren ?"

B"H

Am letzten Schabbat kam Rabbanit Henny Machlis (die Gattin von Rabbi Mordechai Machlis) auf mich zu und fragte, ob ich nicht mit einem gewissen Deutschen reden wolle. Ich erwiederte: "Oh, Henny, du weißt doch, dass mein gesprochenes Deutsch nicht das Beste ist und ich anderweitige Pläne im Leben habe als mich mit jedem Touristen zu unterhalten".

"Nee, nee, meinte sie schnell, das sei ja hier ein ganz anderer Fall".
Da sei doch dieser junge Deutsche, der seit mehreren Monaten regelmässig zu den Schabbatessen des Rabbis käme und der sei jetzt an einem Giur (Konversion zum Judentum) interessiert. Ob ich nicht einmal mit ihm reden wolle.
"Ja, und was hat das Ganze jetzt mit mir zu tun ?"
Naja, ob ich ihm nicht einmal das Judentum erklären könne. Auf Deutsch und so.

Kurz gesagt, ich lehnte ab, da ich keine Giur - Infostelle bin und anderes im Leben zu tun habe. Und ich bin auch kein jüdisches Lexikon für jemanden, der in einem christlichen Hospiz voluntiert. Wer konvertieren will, der soll dies individuell tun und sich allein bemühen.

In diesem Blog schreibe ich immer weniger zum Thema "Giur - Konversion zum Judentum", eben weil mir das Thema furchtbar zum Halse heraushängt. Vor allem die pathetischen Vorstellungen vieler Konversionswilligen.

Jerusalem ist mittlerweile so mit potentiellen Konversionskandidaten überlaufen, dass es selbst dem Innenministerium schon stinkt und die Visavergabe drastisch eingeschränkt wurde. Und bei den Batei Din (rabbinischen Gerichten) befinden sich viele in einer hoffnungslosen Warteschleife.

Ab und zu bekomme ich engl. e - mails von Südamerikanern, etc., die ausgerechnet an einem haredischen (ultra - orthod.) Giur interessiert sind. Gerade heute bekam ich eine neue diesbezügliche Anfrage.

Ich selber habe keine Beziehungen um an einschlägige Infos zum Haredi - Giur zu kommen, doch leite ich solche Leute immer an einen Leser weiter, der sich bestens auskennt und Beziehungen hat.

Mittlerweile bin ich der Auffassung, dass, wer sich immer nur die leichtesten Giur - Wege herauspickt, es eh nicht ernst meint. Komisch, dass ansonsten kaum jemand einmal nach einem Haredi - Giur fragt……

Soweit reicht dann das Interesse wohl doch nicht.

Sonntag, Mai 18, 2008

Der Fuchs und die Fische



B"H

Eine DER bekanntesten Stories aus dem Talmud Traktat Berachot 61b ist die Parabel vom Fuchs und dem Fisch, welche Rabbi Akiva erzählte.

Zu Zeiten der brutalen römischen Besatzung war es den Juden unter Todesstrafe verboten, Thora zu lernen. Wie schon viele Jahre vorher die Griechen, so bauten auch die Römer auf ein Thoraverbot. Auf diese Art und Weise wollten sie die Juden zu ihrem röm. Götzendienst verleiten oder sie zumindest gefügig machen.

Talmud Traktat Berachot 61b:

Rabbi Pappus ben Yehudah kam und fand Rabbi Akiva inmitten eines öffentlichen Thoravortrages. Pappus sagte zu Rabbi Akiva:
"Akiva, hast Du keine Angst vor dem römischen Regime ?"
Rabbi Akiva antwortete:
"Ich werde dir eine Parabel erzählen, welche dir meine Situation veranschaulicht".

Einmal ging ein Fuchs an einem Flußufer spazieren und sah dabei Fische, die wie gehetzt auf und abschwammen. Da fragte der Fuchs die Fische: "Wovor rennt ihr denn davon ?"
Die Fische erzählten ihm, dass sie vor den Fangnetzen der Menschen flüchteten. Der Fuchs sagte:
"Warum kommt ihr dann nichts aufs trockene Land ? Hier seid ihr sicher und wir können zusammenleben. Genauso wie eure Vorfahren mit meinen Vorfahren zusammenlebten".



Die Fische aber sprachen: "Fuchs, angeblich sollst Du das klügste aller Tier überhaupt sein, aber wir sehen, dass du nur ein Dummkopf bist. Leben gibt es für uns nur im Klima des Wassers und sobald wir an Land kommen, sind wir tot. Im Klima, welches uns Leben garantiert, leben wir mit der Angst. Wieviel Angst jedoch müssen wir erst in dem Klima haben, welches unseren sicheren Tod garantiert ?"

Vergleichbar verhält es sich mit der Thora.
Jetzt sitzen wir hier, lernen Thora und haben Angst. Aber dennoch ist die Thora ein Garant für ein erfülltes langes Leben.
Täten wir hingegen den Anweisungen der Römer folgen und ein Leben ohne Thora führen, dann wären wir sofort tot. Zwar wären wir körperlich am Leben, aber was ist schon ein Körper ohne eine Seele ?

Chassidische Sehnsüchte

B"H

Wie sehr hatte ich es innerhalb der vergangenen Wochen doch vemisst: Meine Anwesenheit in chassidischen Gefilden.

Nicht, dass ich ganz und gar raus war, doch hatte ich dennoch eine kleine Ruhepause eingelegt und war alles etwas lässiger angegangen. Nichtsdestotrotz, an diesem gerade vorübergegangenen Schabbat war wieder alles beim Alten.

Innerhalb der letzten zwei Wochen beschränkte sich mein "haredisches (ultra - orthod.) Leben" nur mehr oder weniger auf die chassidische Gruppe Breslov. Ein anderer Blogger hatte mich gebeten, einen Artikel für seinen Blog zu schreiben, der so Einiges auslöste. Außerdem meldet sich die Chassidut Breslov vermehrt bei mir, wobei ich hinzufügen muß, dass ich kein Mitglied der Breslover bin und dies auch nicht vorhabe zu werden. Ich berichte über alle möglichen chassidischen Gruppen, auch wenn ich oft den Lehren des Rabbi Nachman einen Vorzug zu geben scheine.

Aber zurück zur vielfältigen Realität, denn am Freitag abend (Erev Schabbat) war ich in Mea Shearim eingeladen. Meine Gastgeberin legte erneut hohen Wert darauf, nicht im Internet genannt zu werden, was ich respektieren. Nur soviel, dass ziemlich viele Gäste anwesend waren und ich mit einer neben mit sitzenden Frau ins Gespräch kam.

Die Dame war ca. 60 Jahre alt und schaute äußerlich aus wie eines der weiblichen Mitglieder der extremen chassidischen Gruppe Toldot Aharon (in Mea Shearim). Obwohl mir klar war, dass sie nicht dazugehören konnte, denn sonst hätte sie kaum bei uns zum Abendessen gesessen, fragte ich sie beiläufig nach ihrer Zugehörigkeit. Woraufhin sie mir eine eindeutige Antwort gab, zu keiner bestimmten Gruppe zu gehören. Sie ziehe sich halte gerne so an, das sei alles.

Und dann begann sie mir ewig lange einige Stellen aus den Propheten und anderen Schriften zu zitieren. Dazu folgte eine Story über die Mutter der derzeitigen Rebbes der chassidischen Gruppen Toldot Avraham Yitzchak (Rebbe Shmuel Yaakov Kahn) sowie dessen Bruder, des Toldot Aharon Rebben, Rabbi David Kahn.

Deren Mutter habe als junges seinerzeit noch unverheiratetes Mädchen auf einer Aussichtsplattform gestanden als plötzlich eine Jugendgruppe mit Kibbutzkindern kam. Die Jugendgruppe sei höchst unanständig angezogen gewesen. "Wie das im Kibbutz halt nun mal so sei", bemerkte die Frau. Jedenfalls ging das damalige junge Mädchen (die spätere Mutter der Rebben) aus diversen Gründen von der Plattform. Kurz darauf stürzte die Plattform samt der Kindergruppe ein.

Und nun die Behauptung meiner Tischnachbarin:
Das sei ja alles nur wegen des fehlenden Kleidungsanstandes geschehen. Fehle der nämlich, dann ziehe G - tt seine Schechinah (Präsenz) zurück und somit sei der Weg für Unglücke freigegeben.

Okay, ich kann in der Behauptung irgendwo noch einen Sinn erkennen. Warum nicht ?

Dennoch weigere ich mich zu akzeptieren, dass das angebliche Unglück geschah, weil die Kibbutzjugend keine anständige Kleidung trug. Solch Behauptungen und Theorien sind mir grundlegend zuwider. Und nun setzte ein Disput mit der Frau ein.
"Ja, wie ich denn das nicht glauben könne und das stehe ja alles in den Propheten".

Irgendwie mag sie ja recht haben, doch glaube ich nicht, dass wir Menschen in der Lage sind, alle Geschehnisse dieser Welt zu deuten. Dies allein kann nur G - tt und wenn ich das auch könnte, wäre ich folglich Er.

Ich sagte der Frau, dass es zwar so gewesen sein könnte, wir jedoch nicht mit absoluter Gewißheit bestimmen können, warum was geschieht. Die Frau gab auf und redete nicht mehr mit mir. Stattdessen sprangen alle anderen Tischnachbarn auf das Thema an. Ein paar nationalrelig. Mädels und zwei junge Amerikanerinnen. Alle waren meiner Meinung, aber die Frau gab nicht auf.

Von mir aus kann jemand behaupten, was er will, nur sollte sich derjenige im Klaren sein, dass wir keineswegs in der Lage sind, G - ttes Handlungen zu begreifen. Natürlich fragen wir uns in gewissen Situationen, warum dies oder jenes geschieht. Aber passiert das nicht aus einer Unerklärbarkeit heraus. Wir suchen nach Antworten und so geben wir uns menschliche Logiken.

Danach holte ich eine Freundin, welche im Hause der Machlises gegessen hatte, zu unseren gemeinsamen chassidischen Tischbesuchen ab. Schon auf meinem Weg zum Machlis - Haus sah ich ungewöhnlich viele Toldot Aharon sowie Avraham Yitzchak Chassidim durch die Straßen laufen und mir war klar, dass bei jenen Gruppen chassidische Tisch der Rebben anstanden. Und so war unser erstes Ziel dann auch die Gruppe Toldot Aharon.

Und hier kam es gleich zu einem unvorhergesehenen Vorfall.
Wir traten ins Treppenhaus und sahen einen jungen litvischen Haredi die Treppe hinaufsteigen. Wohlgemerkt, der Haredi befand sich im Fraueneingang des Gebäudes, was doch recht merkwürdig war. Ich versuchte ihn zu warnen, dass er um das Gebäude herumgehen müssen, und dann dort auf der anderen Seite den Männereingang fände. Den Haredi interessierte das jedoch nicht und er schaute nur wirr drein.

Er stieg die Treppe hinauf und auf dem Weg nach oben liessen ihn die Toldot Aharon Frauen wissen, dass er sich im falschen Trakt befände.

Nichts. Der Haredi ließ sich nicht stören.
Vor uns trat er in den Raum mit den Metallbänken, auf denen ca. 100 Frauen sassen. Sie alle schauten den sich im Erdgeschoß befindenden Chassidim und Rebbe David Kahn zu.

Als die Frauen den Litvischen erblickten, riefen sie ihm zu, dass er verschwinden solle.

Wieder nichts. Der junge Haredi stand nur verwirrt da.

Ich erklärte ihm nochmals den Weg zum Männereingang und erschaute mich mit mit großen Augen an: "Ich weiß nicht", sagte er und setzte sich.

Einer Frau reichte es und sie lief die Treppen hinunter. Ich wußte, was jetzt gleich folgen würde, denn die Frau wollte offenbar männliche Hilfe holen, um den Eindringling fortzuschaffen.

Nun kam eine weitere Frau auf mich zu und fragte, wer denn der junge Haredi sei.

"Offensichtlich etwas verwirrt, meinte ich".
Und dann kam auch schon einer der Toldot Aharon Chassidim hineingeschossen, um den jungen Mann zu entfernen.
Meine Freundin meinte hinterher, dass der junge Typ sei ja total zugekifft gewesen sei.
Naja, wer weiß.

Nach dem Zwischenfall setzten wir uns inmitten der Mitgliederfrauen und sogleich redete mich eine chassidische Frau an. Ich schätze, dass sie den Satmarer Chassidim angehörte. Ihr Wortschatz bestand nur aus Englisch und Jiddisch und wir begannen eine recht nette Konversation. Überhaupt war die Stimmung bei den Toldot Aharon sehr angenehm und wenn wir nicht so müde gewesen wären, hätten wir auch bis zum Schluß durchgehalten. Aber so machten wir uns auf den Heimweg.

Mittendrin landeten wir jedoch trotzdem noch auf eine halbe Stunde beim Tisch der Chassidut Avraham Yitzchak. Dort verfiel ich in ein kleines Nickerchen, und wir beschlossen, nun endgültig heimzugehen. Wenn nur nicht immer die Müdigkeit dazwischenkäme……

An diesem Donnerstag abend beginnt Lag Ba'Omer und ich werde in Jerusalem bzw. in Mea Shearim sein, um dem dortigen Treiben zuzuschauen.

Verwandte Links:

Der Drang nach Kommunikation