Sonntag, Oktober 31, 2010

Die Yahrzeit des Rabbi Mordechai Sharabi

B"H

Am letzten Mittwoch abend beging die kabbalistische Yeshiva (relig. Institut) "Nahar Shalom" im Jerusalemer Stadtteil Nachlaot die Yahrzeit (Todesgedenktag) des grossen Rabbiners und Yeshivagruenders Rabbi Mordechai Sharabi.
Rabbi Sharabi war zeitlebens ein bekannter Kabbalist, kam eigentlich aus dem Jemen und verstarb im Oktober 1983.

Israelische Touristen, die eine professionelle Tour durch Jerusalem unternehmen, finden immer wieder zu dem Gebaeude neben der "Sharabi Yeshiva". Ein haessliches siebenstoeckiges Gebaeude aus den spaeten 70iger / frueher 80igern. Die Jerusalemer nennen das Gebaeude, welches genau gegenueber vom Machane Yehudah Markt liegt, das "verfluchte Gebaeude", und beziehen sich damit auf Rabbi Mordechai Sharabi, der es verflucht haben soll. Unsere Baeckerei befindet sich im Erdgeschoss und warum der Fluch nicht auf sie zutrifft, koennt Ihr HIER erfahren.

Und die Moral von der Geschicht: Rabbi Sharabis Anhaenger kaufen heutzutage gerne bei uns in der Baeckerei ein ! 


Photos von der Yahrzeitsfeier des Rabbis am vergangenen Mittwoch: 













Photos: Miriam Woelke

Yitzchak ben Avraham

B"H

Die Thoralesung dieser Woche, Parashat TOLDOT beginnt mit den Worten:

"Und dies sind die Generationen von Yitzchak Ben Avraham (der Sohn von Avraham) - Avraham zeugte Yitzchak".

Warum nennt hier die Thora denselben Inhalt gleich zweimal hintereinander in einem Satz? Raschi kommentiert, dass G - tt verdeutlichen wollte, dass Avraham und Sarah trotz ihres ausgesprochen hohen Alters Eltern geworden waren. Avraham war der Vater und Sarah war weder schwanger von Avimelech noch sonst einem anderen Mann. Zu der Zeit redeten die Leute, denn sie glaubten, dass Avraham nicht mehr zeugungsfähig gewesen sei und, ergo, habe Sarah nebenher einen anderen Mann gehabt. Das war der Grund für G - ttes klare Aussage, dass es Avraham war, der den Yitzchak gezeugt hatte. Darüber hinaus sahen sich Avraham und Yitzchak vollkommen ähnlich und manche Mitmenschen waren sich unsicher, ob sie nun mit dem Vater oder mit dem Sohn sprachen.

In Parashat Lech Lecha 17:18 ff., lässt G - tt Avraham wissen, dass die weiteren (jüdischen) Generationen von Yitzchak abstammen werden. Weiterhin sagt G - tt, Er werde Seinen Bund mit Yitzchak fortsetzen.

In Parashat Vayera 22:2 ff., trägt G - tt Avraham auf, den Yitzchak (die Thora nennt hier Yitzchak "Avrahams einzigen Sohn") zu nehmen und in das Land Moriah (der heutige Tepelberg) zu gehen. Was dann folgt ist die "Akedat Yitzchak - Opferung des Yitzchak". Obwohl Avraham ebenso Ishmael mitnimmt, trägt er diesem jedoch nach der Ankunft auf, zu warten und zieht mit Yitzchak allein von dannen, um diesen zu opfern.

In Parashat Chaye Sarah 25:21 ff. werden uns die Unterschiede zwischen Ishmael and Yitzchak verdeutlicht. In Chaye Sarah nennt die Thora Ishmael den Sohn Avrahams, welchen Hagar, die Ägypterin und Bedienstete von Sarah, ihm gebar.

Parashat Toldot, beginnt mit der Auflistung der Generationen des Yitzchak. Yitzchak der Sohn des Avraham; Avraham zeugte Yitzchak. Wohin gegen die Parashat Chaye Sarah Ishmael, den Sohn der Bediensteten (Sarahs) Hagar nennt. Der Thorakommentator RASHBAM schreibt in seinem Kommentar, dass in den beiden Aussagen der gravierende Unterschied liegt: Ishmael ist der Sohn der Bediensteten und Yitzchak wird als der "wahre" Sohn Avrahams betrachtet. Der Rashbam sowie der Kli Yakar kommentieren, dass der Vers in Parashat Toldot einzig und allein Avraham als den Vater Yitzchaks nennt und dass allein er ihn zeugte. Ferner kommentiert der Kli Yakar, dass die Thora Ishmael, den Sohn der Hagar, nennt, da dieser das schlechte Verhalten seiner Mutter übernommen hatte und der ägyptischen Kultur folgte. Yitzchak dagegen folgte einzig und allein Avraham. Auch wartete er bis eine ehrenwerte Frau auftauchte, welche der jüdischen Tradition folgte. Ishmael dagegen machte es nichts aus, sich eine Frau von den Kanaanitern zu nehmen.

Die Thorakommentatoren sehen in den unterschiedlichen Betitelungen einen gravierenden Unterschied im Hinblick auf G - ttes Einordnung der "Brüder". Yitzchak wurde von G - tt auserwählt und zum Vorvater der Juden und nicht Ishmael. Ishmael aber hatte die Aufgabe, ein ehrenwerter Mann zu werden und dem Gesetz G - ttes zu folgen. Eine Aufgabe, die er später erfüllte, sich auf ein besseres Verhalten besann und Teschuva (Umkehr zu G - tt) übte.

Bild des Tages

B"H


Jetzt wird eine "Raschi Strasse" schon in "Chabad" umbenannt.:-)))



Gesehen in Tiberias.

Photo: Miriam Woelke

Donnerstag, Oktober 28, 2010

Schabbat Schalom


Gesehen in Jerusalem.

Photo: Miriam Woelke


B"H

"Baruch HaShem - G - tt sei Dank", meine Erkaeltung ist fast vorüber, nachdem ich mehr als eine Woche nur herumkeuchte. In Israel geht einmal wieder ein Grippevirus um und zwangsläufig ertönt aus jeder Ecke ein "Haptschi".

Heute in Tiberias am See Genezareth (Kinneret) und morgen zum Schabbat in Jerusalem - so die Bilanz dieser Tage.

Vielleicht weiss ja jemand Antwort. In jedem Fall will ich morgen einmal Rabbi Mordechai Machlis zum Thema befragen und präsentiere dann die Antwort am Sonnatg im Blog:

Wie schaut es mit der Kaschrut und dem Kaffee aus ?
Wenn mir ein Nichtjude einen Kaffee macht, ist der dann koscher oder nicht ?
Der Gedanke kam mir als ich heute morgen am Busbahnhof von Afula eine Tasse Kaffee, gemacht von einer Araberin, trank. Ferner tue ich das im Jerusalemer Cafe Aroma fast immer und dort schaut sogar der Maschgiach (Koscherexperte) des Oberrabbinates zu. Im AROMA am Machane Yehudah Markt arbeiten fast nur Araber.
Vielleicht hat ja jemand eine Idee oder Anregung !

"Schabbat Schalom" an alle Leser !

Ist der Schauspieler JOHNNY DEPP Jude ?

B"H

Isr der Schauspieler JOHNNY DEPP Jude ?

Johnny Depp samt Lebensgefährtin Vanessa Paradise werden im Februar 2011 Israel besuchen. Unter anderem wird Vanessa Paradise zwei Konzerte in Tel Aviv geben und beim Lesen der Nachricht entstand bei mir die Frage nach der Herkunft Johnny Depps, dessen Namen auf Deutsch "Idiot" bedeutet.

Johnny Depp wurde am 9. Juni 1963 in Kentucky geboren und seine direkten Vorfahren waren eine Mischung aus Deutschen, Iren sowie den Cherokesen - Indianern. Laut Familienbiographien stammten seine Vorfahren von den französischen Hugonotten ab.

Der egozentrische Depp wurde mehrmals verhaftet und hat 13 Tätowierungen.
 Nichts jedoch deutet darauf hin, dass Johnny Depp nur annähernd Jude sein könnte.

Mittwoch, Oktober 27, 2010

Die Söhne von Avraham und Keturah

B"H

In der dieswöchigen Thora Parasha "Chaye Sarah" (25:1 ff.) lesen wir, dass Avraham nach dem Tode Sarahs eine Frau namens "Keturah" heiratete. Die Mehrheit der Thorakommentatoren sagt hierzu, dass es sich bei "Keturah" um niemand anderen als um "Hagar" (Avrahams Zweitfrau und Mutter Ischmaels) handelte.

Rabbi Samson Raphael Hirsch meint in seinem Kommentar, dass es nichts Ungewöhnliches war, wenn Avraham wieder heiratete. Schliesslich lebte er 35 Jahre länger als Sarah. Nach der Hochzeit gebar Keturah dem Avraham mehrere Söhne: Simran, Jakschan, Medan, Midian sowie Shuach.

G - tt hatte frühzeitig Yitzchak als Nachfolger Avrahams ausgemacht, denn Yitzchaks Mutter war Sarah. Eine Hagar alias Keturah wäre niemals als Vormutter der Juden in Frage gekommen. Nachdem Avraham die weiteren Söhne mit Mutter Keturah heranzog, stellte sich heraus, dass nicht alle auf der spirituellen Linie des Vaters lagen. Genau genommen, war es immer nur Yitzchak. Dies hatte zur Folge, dass Avraham seine Söhne von Keturah irgendwann ostwärts sandte. Auch, weil sie dem Yitzchak dessen Position nicht streitig machen und keine Kriege um die Erbschaft beginnen sollten.

Und so kommt es, dass wir im Fernen Osten bis heute Spuren bei Völkern finden, bei denen viele meinen, es handele sich um jüdische Elemente. Nicht nur aufgrund der ausgewanderten Söhne Avrahams, sondern ebenso wegen einiger in der Diaspora verlorengegangener Juden vor oder nach der Zerstörung des Ersten Tempels, zum Beispiel.

Besonders in Indien nennen sich heute einige Hunderte / Tausende Inder "Bnei Menashe - Die Söhne des Menashe" (Sohn Yaakos und Urenkel Avrahams). Ob diese Behauptung der Realität entspricht, kann heute niemand mehr sagen. Fakt ist, dass niemand einfach behaupten kann, er sei von irgendeinem jüdischen Stamm und besitze somit ein Anrecht auf die Einwanderung nach Israel. 

Innerhalb der vergangenen Jahre sind viele solcher Inder eingewandert. Zumeist nach einer orthodoxen Konversion zum Judentum, wobei diese in vielen Fällen weiterhin fraglich bleibt. Es kommt hinzu, dass Israels Juden die Inder nicht unbedingt freundlich aufnehmen, wissen sie nur allzu gut um die Fragwürdigkeit des Judentum der Inder. Vielmehr stellen die Inder für Israelis Wirtschaftsasylanten dar, die hierher kommen, um dem indischen Elend zu entgehen. Die Inder unterdessen werfen arrogant um sich, sie seien "Bnei Menashe", ein Titel, der halachisch fragwürdig ist, denn steht es nur dem Meschiach zu, den Stamm eines Juden zu bestimmen.

Sind die angeblichen indischen "Juden" wirklich die Nachfahren Avrahams oder Menashes ?

Sobald die Indern einwandern, zeigen sie jedenfalls keinerlei Absicht, sich in Israel zu assimilieren. Im Gegenteil, sie isolieren sich selbst und verfallen nicht selten wieder in ihren alten ehemaligen Götzendienst zurück. Weiterhin verlangen ihre eigenen Rechte wie in Indien.

Wenn wir könnten, würden wir die Inder genauso gerne wieder wegschicken, wie es einst Avraham tat.

War der Schauspieler LORNE GREENE Jude ?

B"H

War der Schauspieler LORNE GREENE Jude ?

Bekannt wurde Lyon Himan Green (so Greene's wahrer Name) als BEN CARTWRIGHT in der Serie "Bonanza".

Im Februar 1915 wurde Lorne Greene als Sohn des russisch - jüdischen Immigrantenpaares Dora und Daniel Green in Ottawa / Kanada geboren und war damit Jude.

Lorne Greene verstarb am 11. September 1987.

Parashat Chaye Sarah - פרשת חיי שרה



Die obige Skizze zeigt die Machpelah, welche Avraham von Ephron kaufte, um seine Frau Sarah dort zu beerdigen. Der Midrasch nach liegen dort ebenso die ersten Menschen Adam und Eva (Chava) begraben.

Die Gräber die wir in dem Gebäude sehen, sind nicht die wahren Gräber, sondern diese befinden sich unterhalb des Gebäudes.



B"H 

Die Thoraparasha für diesen Schabbat

Tausende Juden werden diesen Schabbat in der Stadt Hebron verbringen, denn gleich zu Beginn der Thoraparasha "Chaye Sarah" geht es um den Tod Sarahs, der Frau Avrahams. Viele Kommentare (unter anderem der des "Ohr HaChaim") besagen, dass Sarah in dem Moment verstarb, in welchem sie erfuhr, dass ihr Gatte sich aufgemacht hatte, um den geliebten Sohn Yitzchak zu opfern. Obwohl dies nicht geschah, sondern nur ein Test G - ttes an Avraham war, sah Sarah schwarz und bekam einen Schock, der sie letztenendes tötete.

Avraham war zutiefst erschüttert und weitere Kommentare sehen in ihm den Verfasser von "Eschet Chayil". Bei "Eschet Chayil" handelt es sich um ein Lied, welches wir an jedem Freitag abend nach dem "Schalom Aleichem" und vor dem Kiddusch (Segnung des Weines) singen. In ihm gedenken wir der immens wichtigen Rolle der Hausfrau und Mutter.

Avraham und Sarah waren stets Fremde im Lande Kanaan geblieben, denn sie passten sich den Gepflogenheiten der Einheimischen nicht an. Die Kanaaniter waren alles andere als ein angenehmes Volk. Unter anderem behielten sie den Kopf verstorbener Verwandten und stellten ihn sich ins Wohnzimmer.

Um Sarah zu begraben, wollte Avraham Land kaufen; eine Höhle, die heutige "Ma'arat HaMachpelah in Hebron" und ein wenig Land darum. Eine Begräbnisstätte für Sarah war ihm ungemein wichtig. Er scheute keine Mühen und Kosten und machte sich auf zu Ephron und dessen Hittiter - Volk. Die Hittiter waren ein kanaanitischer Stamm. Canaan, ein Nachfahre Hams des Sohn Noachs, gebar Zidon und Chet. "Bnei Chet - Söhne von Chet", so werden die Hittiter in der Thora genannt.

Obwohl Ephron auf freundlich und fürsorgend machte, zog er Avraham dennoch über den Tisch. Vierhundert Schekel verlangte er für die Machpelah und das Land drumherum. Ein Wucherpreis zur damaligen Zeit. Avraham aber vermied jedes Feilschen, denn er befand sich in Trauer und er zahlte lieber, um seine Ruhe zu haben.

Ist es nicht ein Irrwitz, dass Avraham die Ma'arat HaMachpelah in Hebron KAUFTE ? Zeugen waren die "Bnei Chet" und wenn wir dies heute sagen, so werden wir Juden als Rassisten abgestempelt. Dabei erstand Avraham das Land rechtmässig von den Hittitern und selbst die wären heute buff, wenn da irgendwelche Palästinenser daherkommen und das Gebiet für sich beanspruchen. Avraham kaufte seiner Frau Sarah ein Grab und Hagar, die Mutter Ischmaels, hat damit nichts zu tun. Sie und ihre Kinder waren nie mit einbezogen, wie wir am Ende der Parasha sehen werden !

Der Ramban (Nachmanides) sieht in dem Landkauf einen Hinweis darauf, wie wichtig es für einen Juden ist, in Israel begraben zu werden. Ferner lehrt uns der Talmud Traktat Ketubot 110, dass Diasporajuden so anzusehen sind als hätten sie keinen G - tt. Wobei hiermit gemeint ist, dass die in der Diaspora lebenden Juden anfälliger für die Religionen und Bräuche andere Völker sind.

Avraham entschloss sich, für seinen Sohn Yitzchak eine passende Frau zu suchen. Der war immerhin schon vierzig Jahre alt und sollte endlich unter die Haube. Eine Caaniterin sollte es jedenfalls nicht sein, sondern eine g - ttesfürchtige Frau. Die Frage ist nur: Wo soll man die hernehmen, wenn man doch inmitten einem götzendienerischen Volk nimmt ?

Deswegen entsandte Avraham seinen Diener Eliezer zu den Verwandten. Sein Bruder Nachor hatte einen Sohn namens Betuel und der wiederum hatte einen Sohn namens Lavan und eine Tochter namens Rivka (Rebekka). Jemand aus der Verwandtschaft sollte auserkoren werden, Yitzchak zu ehelichen, denn immerhin kennt man sich in der Familie und es geht weniger schief. Obwohl Rivka innerhalb einer götzendienerischen Familie aufwuchs, so erkannte sie G - tt als alleinigen Schöpfer an und war auch sonst nicht so mies drauf, wir ihr Vater oder ihr Bruder.

Eliezer kommt in das Land von Avrahams Vorfahren und trifft an einem Brunnen die Rivka. Das gesamte Kapitel 24 nennt unzählige Male den "Kad - Wasserkrug), mit dem Rivka die Kamele Eliezers tränkt. Im Hebräischen wird "Kad" mit Chaf und Daled buchstabiert. Beide Buchstaben ergeben zusammen die Zahl 24 und das Kapitel in Genesis (Bereschit) ist ebenso 24.

Details zum Treffen zwischen Rivka (Rebekka) und Yitzchak.
Warum Rivka hier ihre Haare bedeckte:
Nach dem Tode Sarahs lässt uns die Thora wissen, dass Avraham sich eine zweite Ehefrau namens "Keturah" nahm. Laut der jüdischen Tradition handelte es sich dabei eigentlich um Hagar, welche eine ägyptische Prinzessin war.

Warum aber heiratete Avraham keine andere Frau aus seiner Familie ? Bei Yitzchak entsandte er noch eifrig den Eliezer und er selbst heiratete eine Frau aus einem anderen Volk ?

Der Ramban (Nachmanides) kommentiert, dass Avraham keine Frau suchte, deren Kinder später ein Vorvater des jüdischen Volkes werden sollten. Diese Rolle war nur Yitzchak zugedacht und Avraham konnte dementsprechende heiraten, wen er wollte.
Mit Keturah gebar er noch weitere Söhne, die er jedoch alle in den Fernen Osten entsandte, denn Yitzchak allein sollte das Erbe annehmen. Manche kommentieren heute, dass einige fernöstliche Völker ab und an jüdische Bräuche haben, von denen keiner mehr sagen kann, woher diese stammen. Anscheinend stammen sie aber von jenen Kindern, die Avraham fortsandte.

Am Ende der Parasha erfahren wir vom Tode Avrahams im Alter von 175 Jahren. Ischmael kommt zur Beerdigung und begeht Teschuva (Umkehr zu G - tt).

Schabbat Schalom an alle Leser !

Dienstag, Oktober 26, 2010

Dona Gracia Nasi Mendes

B"H


Ein sehr gut gemachtes Video zum Leben der grossen Dona Gracia (1510 - 1569). Dona Gracia, die den Juden Europas helfen wollte, der Inquisition zu entkommen. Sie überredete den türkischen Sultan ihr Tiberias am See Genezareth (Kinneret) zu überlassen und der Sultan stimmte zu. In Tiberias sollten die Juden eine neue Heimat finden. Dona Gracia plante sogar im Vorfeld eine eigene Industrie für Tiberias, damit die Juden Arbeit finden konnten. Wie auch immer, der Plan schlug fehl, denn Dona Gracia verstarb. 

Das Video enthält einige Fehler:

1. Dona Gracia wurde nicht von ihrer Dienerin an die italienischen Behörden verraten, sondern von ihrer Schwester. Kurz zuvor war ihr Schwager verstorben und hatte ihr sein gesamtes Vermögen hinterlassen. Die Schwester von Dona Gracia und zugleich die Witwe des Verstorbenen bekam nichts. Anscheinend sah der Schwager in Dona Gracia eine tüchtigere Geschäftsfrau als in seiner Gattin. Die Schwester von Dona wurde neidisch und verriet Dona an die italienischen Behörden, eine verdeckte Jüdin zu sein. Bedeutet, sie sei aufgrund von kirchlichem Zwang zum Christentum konvertiert, doch lebe geheim als Jude. Ein überaus dummer Fehler, denn nicht nur Dona, sondern auch die Schwester wurde verhaftet.

2. Dona Gracia verstarb nahe Istanbul, doch liegt nicht in Jerusalem gebraben. Tatsaechlich weiss bis heute niemand, wo genau ihr Grab sich befindet.

3. Dona Gracia wollte die Juden in Tiberias ansiedeln und nicht in Safed (Zfat) wie viele andere Vermutungen lauten.


Montag, Oktober 25, 2010

"Kerum" oder "Die Scham,von anderen abhängig zu sein"

B"H

Im Talmud Traktat Berachot 6b finden wir eine interessante und sehr wahre Aussage:

Rabbi Yochanan und Rabbi Elazar sagen:
"Wenn eine Person von anderen abhängig ist, wechselt seine Gesichtsfarbe wie die des Kerum".

Die Gemara (rabbinische Diskussionen) erklärt:
Was ist ein KERUM ?
Als Rav Dimi nach von Israel nach Babylon kam, sagte er: "Es gibt einen Vogel, welchen man vorwiegend in den Städten am Meer findet und der Name des Vogels ist Kerum. Wenn die Sonne auf ihn scheint, wechselt er seine Farben. Genauso verhält es sich mit einer Person, die gezwungen ist, sich auf andere zu verlassen. Dies gilt besonders in jenen Fällen, in denen die Person stets von anderen Menschen abhängig ist, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten kann. In dem Moment verändert sich aus Scham seine Gesichtsfarbe. Die Scham kommt speziell dann stark auf, wenn die Person sich Geld von anderen borgen muss, um sich Essen zu kaufen oder die Miete zahlen zu können.

Wer einer Person ein Darlehen gewährt, der darf die Person nicht beschämen und sich in der Öffentlichkeit über die Person lustig machen. Für die Person ist es innerlich schon schwer genug, den Schritt zu wagen, sich etwas zu leihen, um zu überleben.

Ich will dem noch ein eigenes Beispiel hinzufügen:
Was, zum Beispiel, geschieht heute an vielen Arbeitsplätzen ? Den Job will man schliesslich nicht verlieren, koste es, was es wolle. Wer sich vom Chef heruntermachen lassen und gleichzeitig Stillschweigen bewahren muss, der ist nicht weniger beschämt, das alles hinzunehmen, nur um die Arbeit nicht zu verlieren.

Messianische Juden und die Gewaltbereitschaft christlicher Missionare

B"H

Wenn es dumme hirnlose Leute gibt, dann fallen in diese Kategorie definitiv die messianischen Juden. Jene, die sich Juden nennen und den christlichen falschen Meschiach J. anerkennen. Wenn diese Juden nämlich etwas mehr Hirn beweisen täten, liessen sie sich niemals auf derlei unlogische und wirre Lehren ein. Eine recht primitive messianische Site folgt meinem englischen Blogs und sobald sie mich zitieren, sehe ich sofort, woher die Bloghits kommen.

Der grosse Feind aller Messianics und christlichen Missionare ist die haredische (ultra - orthodoxe) Anti - Missionsorganisation "Yad Le'Achim". Sobald sie den Namen hören, geht ihnen die Galle hoch, denn bei Yad Le'Achim arbeiten Leute, die etwas vom Fach verstehen und nicht auf das verlogene missionarische Propagandageschwätz hereinfallen. Ich bin kein Angestellter Yad Le'Achims, doch kenne ich dort Leute und wir tauschen uns hin und wieder lebhaft aus.

Jetzt gibt Yad Le'Achim eine aktuelle Warnung heraus:
Messianische Juden wollen sich in die Knesset einfiltrieren .

http://www.yadlachimusa.org.il/Index.asp?ArticleID=731&CategoryID=192

Ferner: Im deutschen Facebook wird ab und an eine deutsche Online Ausgabe "Israel Heute" zitiert. Eine Site der Messianics und Vorsicht ist geboten !
Die haredische Website "Chadrei HaCharedim" berichtet heute von einem aktuellen Fall geschehen in Rishon LeZion (nahe Tel Aviv). Der Yad Le'Achim Volontär Benny Wolkan teilte bei einem Missionsevent Anti - Missionsflugblätter aus und wurde daraufhin von einem christlichen Missionar verprügelt.
Wolkan erstattete Anzeige bei der Polizei.



Sonntag, Oktober 24, 2010

Die israelische Presse auf dem Kriegspfad gegen die Haredim (Ultra - Orthodoxe)



B"H

Und wieder einmal stehen die Haredim (ultra - orthodoxe Juden) bei der säkuleren israelischen Presse auf der Abschussliste. Das ist gewiss nicht neu, wird jedoch innerhalb der letzten Wochen immer regelmässiger praktiziert. Heute gehen die zwei größten säkuleren Tageszeitungen "Yediot Acharonot" sowie die "Maariv" gleichzeitig auf die Haredim los und es werden die stereotypen Aussagen wie "Haredim gehen nicht zur Armee, sind faul und arbeiten nichts" hervorgehoben.

Israelische haredische Websites sehen in dem erneuten anti - haredischen Propagandaversuch einen weiteren Ausbruch, um zusätzlichen Hass zu schüren. Warum immer die Haredim ? Weil ihre Reaktionen weniger wild ausfallen als die der Palästinenser oder die der momentan protestieren israelischen Behinderten ?

Im Grunde genommen ist es mehr als degradierend wie unsere säkulere Presse arbeitet. Da werden ausländische Gastarbeiter favorisiert. Sie und ihre Kinder seien besser als die Haredim. Zwar sind sie keine Juden, doch gehen die Kinder der Philippinas später einmal in die Armee. Die Haredim tun das nicht.

Bei derlei Hass kommt mir jedesmal die Galle hoch und ich frage mich warum derlei Journalisten nicht einfach ins nichtjüdische Ausland ziehen, leben so wie alle anderen und sich mit Schweinefleisch vollstopfen ? Fast dasselbe Schema im Konflikt mit den Palästinensern. Wenn ich sie so sehr liebe, warum gehe ich nicht nach Gaza, wo die Hamas "begierig" auf die israelischen Journalisten wartet. Wer wird da wohl wo zuerst aufgehängt ?

Unsere Regierung sowie Jerusalems Bürgermeister unternehmen momentan alles Erdenkliche, Israel in einen modernen assimilierten Staat umzufunktionieren. Einen Staat und ein Jerusalem ohne nennenswerten jüdischen Charakter, doch Hauptsache der Tourismusrubel rollt. Und all das Judentum, welches da wagt, zu stören oder insbesondere die Haredim, sollen schleunigst verschwinden.

Meiner Meinung nach müssten mehr Haredim zur Armee gehen und, ja, die haredische Gesellschaft hat nicht das allerbeste Schulsystem und es ist verbesserungsbedürftig. Und, ja, mehr Haredim sollten arbeiten gehen und sich nicht nur auf den Staat bzw. haredische Spenden aus den USA oder Canada verlassen. (Viele chassidische Gruppen verweigern die finanziellen Mittel vom Staat und nehmen grundsätzlich nur Spenden von reichen, meist amerikanischen, relig. Juden an.
Nicht jeder Haredi will unbedingt auf der Yeshiva lernen, doch die Gesellschaft verlangt teilweise, dass er dies tut, denn ansonsten bekommt eben jener Haredi so seine internen Schwierigkeiten. In den vergangenen Monaten jedoch wurde ein Anstieg der eingeschriebenen Haredim bei akademischen Studien (auf haredischen Instituten) verzeichnet.

Mittlerweile erreicht das säkulere Hassgetue gegen die haredische Welt fast schon einen "Stürmer" Level. Hetze und Karikaturen pur. Ausschliesslich Negatives wird präsentiert und die gesellschaftliche Realität verschwiegen. Säkulere Studenten werden jauchzend in den Himmel gehoben und haredische Studenten niedergemacht. Verschwiegen wird ebenso der hohe Anteil von Drogenmissbrauch und Gewalt an säkuleren israelischen Schulen. Gruppenvergewaltigungen israelischer Jugendlicher von Klassenkameradinnen sowie die Gewaltbereitschaft.

Warum werden wir seit Wochen mit Hetze gegen die Haredim zugeknallt ? Warum erfahren wir nicht mehr zur Infiltrierung von inzwischen 10,000 illegalen Schwarzafrikaner nach Israel. Neulich verschwand eine gesamte Reisegruppe aus Nigeria. Und warum erfahren wir nicht mehr über die steigende Armut, die Arbeitslosigkeit, die miesen Arbeitsgesetzen und wovon der Mittelstand noch die monatlichen Wohnungsmieten zahlen soll, wenn die Immobilienpreise ewig steigen. Mit Wohnungskauf ist kaum noch etwas.

Es scheint gerade als werde alles gesellschaftliche verschwiegen, damit niemandem das Scheitern Netanyahus auf dem sozialen Sektor bewusst wird. Oder fast noch schlimmer: Wer weiss, ob Netanyahu nicht in aller stillen Heimlichkeit geheime Landabgaben mit Obama abschliesst, während sich das Volk mit den Ultra - Orthodoxen beschäftigt.

Bleibt die Frage, was würde die Armee mit zusätzlichen Tausenden Soldaten tun, falls die Haredim in die Armee drängen, wo jetzt schon kaum mehr Platz ist und viele Soldaten nur herumsitzen und nichts tun. Und was bewegt sich auf dem Arbeitsmarkt ? Wo all die Leute unterbringen, wenn es eh kaum Jobs gibt ?

Die katholische Kirche stellt sich über G - tt

B"H

Die katholische Kirche weiss wieder einmal mehr als G - tt und stellt sich über den Erschaffer des Universums. Die alten antisemtischen Thesen des Paulus werden erneut hervorgekramt: Die Juden hätten abgehalftert, G - tt habe sie verstossen und nun übernehmen die Christen das Ruder.

http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/140226


Wenn J. tatsächlich einmal auftauchen täte und dem Papst in Rom den Job samt Ideologie wegnimmt, dann würde sich die Kirche nicht scheuen, den Juden J. in den hauseigenen Katakomben zu versenken.

G - tt bestimmte, dass die Thora niemals verändert werden darf. Noch darf ein Inhalt hinausgestrichen noch hinzugefügt werden. Für Nichtjuden gelten die Sieben Noachidischen Gesetzte ! Wann begreifen das die Kirchen endlich und streben nicht nach dem, was ihnen nicht gehört ? Oder soll G - tt das Land Israel etwa einem Haufen pädophiler Priester und Bischöfe  mit einem diese Kriminellen schützenden Papst  übergeben?









Links zu weiteren Details wie die Kirchen agieren:


Christliche Missionare und ihre Lügen

Joseph Albo und der kirchliche Missionswahn

Blood Libel vor Pessach

Warum Christen glauben, die Thora gelte nicht mehr

Wie christliche Missionare jüdische Schriften manipulieren

Die Sieben Gesetze der Noachiden

Die Kirche und der Talmud

Die Thora ist nicht im Himmel

Die gestohlenen jüdischen Kinder

Die Gräber des Rambam und Rabbi Yochanan ben Zakkai

B"H

Am vergangenen Donnerstag besuchte ich, wieder einmal, das Grab des RAMBAM.

Der RAMBAM (Maimonides, 1135 - 1204) ist in Tiberias / Nordisrael begraben.




Am Grab des Rambam.
Die Mechitzah (Trennwand zwischen den Geschlechtern) geht genau über das Grab hinweg, was ich eher seltsam finde. Vor ein paar Jahren ist das noch nicht der Fall gewesen. 

 

Erinnerungskerzen




Das Grab des berühmten talmudischen Rabbi Yochanan
ben Zakkai in unmittelbarerer Nähe des Rambam.


Photos: Miriam Woelke

Mittwoch, Oktober 20, 2010

Yahrzeit von Rachel Imenu & Rabbi Me'ir Kahane


Photo: Kahane Blog

B"H

Bevor jetzt wieder der grosse Aufschrei losbricht: 
Nein, ich bin kein besonderer Anhänger von Rabbi Me'ir Kahane. Ich schwinge keine fanatischen Reden, wie einige mir bekannte Kahane - Leute und glaube nicht, dass jeder Moslem automatisch ein Terrorist ist. Es gibt gute und schlechte Moslems, genauso wie es gute und schlechte Menschen in jeder Religion oder Gesellschaftsform gibt.
Dennoch muss ich zugeben, dass die meisten Aussagen, welche Rabbi Kahane zu Lebzeiten von sich gab, sich in der heutigen Realität als wahr entpuppten. Man schaue nur auf unsere Versager - Premierminister, den Oberversager, Verteidigungsminister Ehud Barak, oder Barak Hussein Obama samt seiner Shrillary.

Manchmal wünsche ich mir einen Me'ir Kahane, denn unser Land könnte ihn gerade zu dieser Zeit brauchen. Stattdessen begehen wir in der nächsten Woche seine 20. Yahrzeit (Todesgedenktag).


Link zu den Schriften des Rabbi Me'ir Kahane:





Am 26. Oktober um 18.00 Uhr findet ein riesiges Yahrzeit Event
im Jerusalemer Renassaince Hotel statt. 

Photo: Miriam Woelke



Einer weiteren wichtigen Yahrzeit wurde schon gestern gedacht: Am 11. Mar Cheshvan verstarb unsere Vormutter Rachel (die Frau Yaakovs) und Tausende Juden machten sich gestern auf zu ihrem Grab ausserhalb von Bethlehem (Beit Lechem).



ARUTZ 7 liefert Details !

Warum koscher ?

B"H

G - tt betrachtet die Juden als ein Volk, welches anderen Nationen ein Beispiel an Moral sein soll. Von Seinem Volk wiederum verlangt G - tt die Einhaltung spezieller Gesetze. Die Kaschrut (Koscherregeln) ist ein wichtiger Teil im Leben eines Juden, der nach der Thora lebt. 

Warum aber gab uns G - tt all die Koscherregeln, die sich immer wieder als extrem kompliziert erweisen ? Warum essen Juden kein Schweinefleisch oder anderes unkoscheres Essen ?

Eine kabbalistische Definition lautet, dass das Essen ein Teil von der Person wird. Das Essen wird verdaut und geht so ins Fleisch des Menschen ueber. Wird also innerer Bestandteil der Person. Bei Juden wirkt sich diese Tatsache ebenso auf die Seele (Neschama) aus. Und das in negativem Sinne.

Parashat Vayera - פרשת וירא


Das Überbleibsel von Sodom (Sdom): Salz

B"H


Die Thoralesung für diesen Schabbat

Die ersten Worte der Thoraparasha beschreiben uns, wie Avraham in der Wüste vor seinem Zelt sitzt und nach vorbeikommenden Reisenden Ausschau hält, die er zum Essen einladen will. Avraham war die Verkörperung von "Chesed - Güte" und er schon zu seiner Zeit war er berühmt, dafür, wildfremde Menschen in sein Zelt zum Essen einzuladen. Persönlichen Dank verlangte er nie, sondern einzig und allein, daß die Gäste nach dem Mahl dem einzigen alleinigen G - tt danken.


"Und G - tt erschien (Vayera) dem Avraham …"


Raschi erklärt hierzu, daß G - tt den Avraham nach dessen Beschneidung "besuchen" wollte. Es handelte sich um den dritten Tag nach der Beschneidung und G - tt rief eine große Hitzewelle hervor, welche Reisende abhalten sollte, um so Avraham eine Ruhepause zu gönnen. Avraham dagegen hielt eifrig Ausschau und ließ sich selbst von den Schmerzen der Beschneidung nicht davon abhalten, Gäste bewirten zu wollen (Talmud Bava Metzia 86b). Schon aus den ersten Worten dieser Parasha lernen wir, wie wichtig Krankenbesuche sind, denn G - tt schaute "persönlich" bei Avraham vorbei.


Kurz darauf stehen drei Fremde vor Avraham und dieser springt sogleich auf und lädt sie zum Essen ein, ohne allerdings zu ahnen, daß es sich bei ihnen um Engel handelt.
Danach beauftragt er seine Frau Sarah Essen zuzubereiten und kurz darauf hört Sarah einen der Engel sagen, daß sie demnächst einen Sohn zur Welt bringen wird. Sarah befand sich damals im stolzen Alter von 90 Jahren und lachte über die Bemerkung des Engels. Wenig später teilt G - tt Avraham von seiner Absicht mit, die Stadt Sodom sowie einige weitere Städte in der Gegend zerstören zu wollen und die Engel machen sie auf den Weg.


Soweit die ersten Handlungen in der Parashat Vayera.


Der Ramban (Nachmanides) hat einen grandiosen Kommentar zu dem Geschehen und stützt sich dabei auf das Buch "Moreh Nevuchim - The Guide of the Perplexed " des Rambam (Maimonides). Die genaue Quellenangabe lautet: Moreh Nevuchim 2:41 - 42.


Der Ramban stellt fest, daß wenn die Erklärungen des Rambam richtig sind, alle Handlungen (die drei Engel kommen zu Avraham, Sarah backt und lacht) niemals real stattgefunden haben (ebenso der Kommentar des Ohr HaChaim).
Wenn wir lesen "Vayera elav HaShem…" bedeutet dies, daß sich G - tt natürlich nicht in einer Form oder Gestalt dem Avraham zeigte (G - tt hat weder Form noch Gestalt), sondern daß Er ihm in einer Vision erschien.


Im zweiten Buch des "Guide for the Perplexed" beschreibt der Rambam ausführlich seine Meinungen zu jeglicher Art von Prophezeihung. Und nachdem Avraham beschnitten und somit einen Bund mit G - tt eingegangen war, unterlag er von nun an einer höheren Art von Prophezeihung als zuvor. Zuerst hatte Avraham "verschwommene" Visionen, welche mit einem Vorhang zu vergleichen sind. Wir sehen etwas, doch Einzelheiten bleiben mehr oder weniger verborgen. Nach der Beschneidung allerdings war Avraham auf einem wesentlich anderen Level und somit gab es für ihn klare Prophezeihungen.


Eine interessante These, welche der Ramban da aufstellt. Oberflächlich betrachtet ist es unerheblich, ob Avraham die Handlungen nur in einer Vision erlebte oder ob sie tatsächlich real stattgefunden haben. Weitere Thorakommentatoren sehen die Handlungen als sehr real an. Allein schon aus dem Grund, daß als Sarah die Bemerkung des Engels hörte, sie werde trotz ihrer 90 Jahre demnächst einen Sohn (Yitzchak) gebären lachte, sie sarkastisch vor sich hin sagte, daß dieses ja wohl unmöglich sei, denn ihr Mann (Avraham) sei viel zu alt.


Und nun achtet einmal alle auf den genauen Text in der Thora.


Sie sagte, ihr Gatte sei zu alt.


Als jedoch gleich darauf G - tt Avraham berichtet, daß Sarah lachte, sehen wir plötzlich eine ganz andere Wiedergabe des Geschehens. G - tt sagt nämlich zu Avraham: "Warum lachte Sarah und sagte - soll ich (Sarah) wirklich gebären, wo ich doch viel zu alt bin" ?


Sarah aber sagte niemals, daß sie zu alt sei, sondern ihr Gatte.


Die Frage ist: Wieso stellt G - tt den Inhalt von Sarahs Worten anders dar als er mit Avraham spricht ?


Die Gemara im Talmud Bava Metzia 87a erklärt warum und stellt damit ein äußerst wichtiges und zugleich höchst kompliziertes Konzept im Judentum auf. Hätte G - tt dem Avraham die exakten Sätze Sarahs zitiert, dann hätte dies einen Streit zwischen Sarah und ihrem Gatten hervorrufen können. Um den Familienfrieden zu erhalten, benutzt G - tt sozusagen eine "Notlüge".
Manchmal ist es wichtig, Familienmitgliedern oder guten Freunden nicht immer die direkte Wahrheit zu sagen, um keine Feindschaften zu schüren. Wann jedoch diese Fälle genau eintreten, ist sehr schwer zu erklären. Nicht jede "Notlüge" kann mit dem Konzept aus Bava Metzia gerechtfertigt werden.


Kauft, zum Beispiel, eine Frau ein neues Kleid und der Gatte findet es total häßlich, dann sollte er seiner Frau nicht unbedingt direkt sagen, was sie denn da für einen häßlichen Fetzen gekauft habe. Um den Familienfrieden zu erhalten, sollte der Mann zurückhaltender sein, um die Gefühle der Frau nicht zu verletzen.
Dieses komplizierte Konzept finden wir noch anderswo; nämlich bezüglich der "Laschon HaRah - des Gerüchteverbreitens und des Klatsches über andere". Ein berühmtes Beispiel finden wir im Buch Micha (Propheten), indem Yaakov EMET (Wahrheit) zugeschrieben wird. Aber sagte Yaakov wirklich immer die Wahrheit ?
Auch hier handelt es sich um komplizierte Zusammenhänge in Fällen, wo man eine Art von "Laschon HaRah" benutzen MUSS, um positive Ergebnisse zu verursachen. Aber wie gesagt, diese Konzepte sind höchst kompliziert und man sollte sich allgemein davor hüten, bestimmte Verhaltensweisen damit zu rechtfertigen.


Die drei Männer, die Avraham erschienen, werden von den Kommentatoren als Engel dargestellt. Der Talmud Traktat Bava Metzia 86b nennt uns die Namen der drei Engel: Michael, Gabriel und Raphael. Und jeder der Drei hatte eine bestimmte Aufgabe in unserer Welt zu verrichten, denn niemals kommt ein Engel allein mit zwei Missionen (Midrash Rabbah). Jeder Engel führt seine individuelle Aufgabe aus und zieht sich danach zurück. So war es die Aufgabe Michaels, Sarah wissen zu lassen, daß sie ein Kind bekommen wird. Raphael kam, um Avraham zu heilen und Gabriel sollte Sodom zerstören.


In der Midrash Rabbah fragt der Kommentator Etz Yosef, warum denn die Thora nicht die Namen der Engel nenne ?
Laut dem berühmten talmudischen Rabbi Reish Lakish haben die Engel gar keine Namen. Der Etz Yosef fährt fort, daß die Namen gewisser Monate sowie Engel erst im babylonischen Exil entwickelt worden sind. So werden Michael und Gabriel im Buch des Daniel genannt und Raphael ist im Buch Tobi (Tovi) erwähnt.


Noch heute verwenden wir den Ausdruck: "Wie Sodom und Gomorrha" ohne uns jedoch über die wahren Geschehnisse in der Gegend im klaren zu sein. Die Gegend am Toten Meer war damals keine Wüste, sondern ein blühendes fruchtbares Land. Auch das Tote Meer selbst gab es noch gar nicht, sondern es handelte sich geographisch um das Tal der Schedim, indem die Könige gegen Avraham kämpften (siehe die vorherige Parashat Lech Lecha). Erst nach der Zerstörung Sodoms wurde die Gegend eine Wüste in der nichts wächst.


Die Bewohner Sodoms waren reich und wollte alles, nur keine armen Durchreisenden. Sie taten alles um zu verhindern, daß sich Leute unter ihrer Würde in der Stadt niederließen und brachten auch schonmal den ein oder anderen Reisenden um. Gastfreundschaft oder jegliches Mitleid waren gesetzlich verboten und so wurde eine Tochter Lot's, die einem Armen Essen reichte, zum Tode verurteilt. Sie wurde von oben bis unten mit Honig beschmiert und dann auf einem Dach plaziert. Unnötig zu erwähnen, daß sie von einem Bienenschwarm erstochen wurde (Talmud Sanhedrin 109b). G - tt hörte den Aufschrei der Frau und das Schicksal Sodoms war besiegelt.


Aber warum gerade Sodom ? Gab es nicht überall auf der Welt solche Vergehen ?


Die Begründung liegt darin, daß Sodom sich im Heiligen Land befand und nicht außerhalb. Und für das heilige Land ist G - tt allein verantwortlich.


Zum Schluß erfahren wir von der Akeidat Yitzchak - der Opferung des Yitzchak auf dem Tempelberg (Har HaMoriah). Sarah und Avraham hatten einen gemeinsamen Sohn, den Yitzchak. Den 13 Jahre älteren Sohn Ishmael hatte Avraham mit seiner Konkubine Hagar, einer ägyptischen Prinzessin.


Das kabbalistische Buch Zohar lehrt, daß Ishmael vor der Beschneidung Avrahams geboren wurde und dieser schon in seiner Kindheit dem Götzendienst seiner Mutter Hagar folgte. Wie schon erwähnt erreichte Avraham erst nach seiner Beschneidung einen besonders hohen Level und G - ttes Anwesenheit (Schechinah) lag immer auf ihm. Kabbalistisch gesehen ist Yitzchak damit höher als Ishmael, denn Sarah ist seine Mutter und er wurde erst nach der Beschneidung geboren. Außerdem war sein Charakter anders als der des Ishmael und somit wurde Yitzchak zum von G - tt auserwählten Erbe Avrahams. Zu erwähnen bleibt, daß Ishmael wesentlich später in seinem Leben Teshuvah machte und zu G - tt zurückkehrte.


Die berühmte Frage lautet, warum G - tt Avraham damit testete, seinen geliebten Sohn zu opfern. Hierzu hat Rabbi Kook einen erstaunlichen Kommentar:
Avraham führte den Monothoismus wieder ein und damit bekam der Götzendienst der Mitmenschen eine gegengesteuerte Kraft. Kann der Monothoismus die gleiche religiöse Euphorie hervorrufen wie der Götzendienst ? Mit seiner uneingeschränkten Bereitwilligkeit G - tt zu dienen, bewies Avraham das dem so ist.


Schabbat Schalom

Dienstag, Oktober 19, 2010

Ratschläge für Neueinsteiger ins fromme Leben: Der Schabbat

B"H

Bisher hast Du als säkulerer Jude gelebt und nun soll alles anders werden. Ein wenig Thoraleben sowie eine koschere Küche einrichten. Regelmässig beten und öfters als sonst in die Synagoge gehen.

Entscheidet sich ein Jude in Israel für ein wenig Religion im Leben und ein, mehr oder weniger, frommes Leben, dann muss er zuerst seine Schublade suchen. Zumindest in Israel, denn Israel denkt Schublade was die jüdische Orthodoxie angeht und man sollte sich entscheiden, wo man lernen bzw. beten will. Die Bandbreite reicht weit und es ist nicht immer leicht, seinen Rabbiner und seine Zugehörigkeit zu finden. Haredim (ultra - orthodox) - doch auch hier gibt es mehrere interne Richtungen. Nationalrelig. - soviele Ausrichtungen bestehen nicht, doch immerhin ein paar. Ich erinnere mich noch gut an meine eigene Suche und am Ende ergab sich vieles von selbst. Freunde schleifen einen zu dem Rabbi, zu dem Schabbatessen oder zu dem Vortrag (Schiur). Jerusalem ist vielfältig, aber die Diaspora oftmals begrenzt.

Was macht einen relig. Juden am meisten aus ? 
Amerikaner lieben die Frage "Are you observant" und wenn ja, "How much ?". 
Die Thora ist vollgestopft mit Gesetzen (Halachot) und muss ich da jetzt alles sofort halten, wenn ich mich als "observant", "religiös" oder was auch immer bezeichne ?

Die wichtigste Halacha, welche G - tt den Juden gab, ist der SCHABBAT. Nicht die Kaschrut (Koschergesetze), nicht die Tefillin (Gebetsriemen) und auch nicht die anständige Kleidung. SCHABBAT lautet die Losung und wer den Schabbat hält oder sein Bestes gibt die Gesetze zu halten, der gilt als ein Jude, welcher nach der Thora lebt.

G - tt gab den Juden den Schabbat als Geschenk und manche Rabbiner sagen, dass unser Verhalten am Schabbat einen Einfluss auf die gesamte neue Woche nach sich ziehen kann. Freitags, kurz vor Schabbatbeginn, sollten wir uns kurz zurückziehen und versuchen, für jeden Wochentag einen positiven Punkt zu finden. Dies setzt voraus, dass wir uns freitags daran erinnern müssen, wie wir den Sonntag, den Montag, den Dienstag, etc. verbracht haben. Was haben wir an den Wochentagen Gutes getan und was an jedem einzelnen Tag der Woche ?

Allein das ist gar nicht so einfach und oft passiert es mir, dass ich mich partout nicht mehr an alle Handlungen am Sonntag erinnere. Wie war das noch gleich ? Was tat ich oder wo war ich ? War ich jetzt am Sonntag mit einem Freund im Cafe oder war es Montag ?

Überaus wichtig ist es, den Frummie Prozess langsam anzugehen und sich nicht heillos in alle Halachot zu stürzen. Nach ein paar Wochen kriegt Ihr die Krise und das war es dann. Stattdessen solltet Ihr die Begründung für einige Halachot, die ihr auf Eurem langen Weg einhalten wollt, finden. Eine genaue Erklärung, warum ich was tue hilf vielen weiter.

Beispiel: 
Warum ist der Schabbat ein Ruhetag und ich darf diverse Aktivitäten nicht ausführen ? Innere Einblicke liefern stets die Kabbalah, doch insbesondere chassidische Lehren und Insights. Am Schabbat stehen wir vor dem König, sprich G - tt, und befinden uns somit auf einem höheren Level. Auf einem Level, wo jegliche Arbeit, das Schreiben, Radiohören oder viele andere alltägliche Tätigkeiten keinen Platz haben.
Wenn jemand vor einem König steht, beginnt er dann am Handy zu telefonieren ?

Von keinem Neueinsteiger wird sofort erwartet, dass derjenige den Schabbat hält oder wer weiss wie perfekt tut. Langsame Schritte in eine Richtung sind eine richtige Entscheidung. Nichts überhasten und mit dem zufrieden sein, was man erreicht. Selbst mit dem, wo man scheitert, denn dann werden einem die eigenen Schwächen bewusst und derjenige kann daran arbeiten. Beispiel: Vor knapp zwei Wochen traf ich auf ein junges chassidisches Ehepaar, dass offen zugab, noch nicht jeden Schabbat in die Synagoge zu gehen. "Auf dem Level befinden wir uns noch nicht", so die Aussage der Beiden. Ehrlich und umunwunden zugegeben und gleichzeitig happy über das, was man bereits in frommen Welt erreicht hat. Im Grunde genommen geht jeder seinen eigenen Weg und jeder muss halt sehen, wie er voran kommt und wo es hakt. Ein erfahrener Rabbiner sollte in dem Prozess stets zu Rate gezogen werden. Nicht selten ist ein langjähriger Neureligiöser (Baal Teschuva) sogar hilfreicher, denn bei ihm kotzt man sich sozusagen eher aus als beim Rabbiner.

Vier Jahre HAMANTASCHEN - BLOG

B"H

Keiner hat's gemerkt und ich selber auch nicht. Fast zumindest, denn vorgestern fiel es mir ein als ich im Bus sass. Vor vier Jahren rief ich HAMANTASCHEN ins Leben. Ich hatte eine lange Mittagspause, sass am PC und um die Zeit herumzukriegen klickte ich auf die Blogwelt. Erfolgreich oder nicht, das war und ist mir bis heute egal. Das orthodoxe Judentum ist im deutschen Sprachraum nicht allzu breit vertreten und ich versuche mein Bestes, ein paar Sichtweisen darzustellen. Bei meiner Themenwahl folge ich meinen Launen und hoffe, dass die Inhalte recht abwechselungsreich ankommen. 

Bei all meinen Blogs halte ich mich an ein Motto: 
Ich clique nicht mit anderen und ziehe mein eigenes Ding durch. Ob das einigen Leuten passt oder nicht. 

Das Judentum liefert genug Material und die Themen gehen nie aus. Mir selber macht es Freude, den Research zu betreiben und ich glaube, dass es gerade ich bin, die am meisten durch die Inhalte lernte. Meine Yeshivavergangenheit kommt mir zugute genauso wie meine teilweise haredische (ultra - orthodoxe) Umgebung. 

Auf hoffentlich weitere vier und mehr Jahre, denn es gibt nach wie vor viel zu tun.:-)
Einen Dank jedenfalls an alle interessierten Leser und falls jemand Anregungen hat, kann er es mich wissen assen !

Das Grab des König David

B"H


Immer wieder scheiden sich die Geister, wenn es um die Angabe der Lokalität des Grabes eines berühmten Juden geht. Wir kennen heutzutage viele Gräber, doch nicht selten kommen Zweifel an der wahren Identität des Grabes auf. So bei Rabbi Akivah in Tiberias, seiner Frau Rachel oder sogar beim Rambam (ebenfalls in Tiberias).


Auch die Lokalität des Grabes von König David auf dem Zionsberg in Jerusalem wirft berechtigte Zweifel auf. Insbesondere, weil die katholische Kirche soetwas wie den Ort veranlagte.


Ist David HaMelech tatsächlich auf dem Zionsberg begraben worden oder vielleicht eher doch nahe des Grabes seines Sohnes Avshalom (im nahegelegenen Kidrontal) ? Wer kann das heute noch ausmachen ?







 


Gedenkkerzen

 


Die Frauenseite am Grab



Das Grab des König David ? 
Bedeckt mit rotem Tuch.

Photos: Miriam Woelke

Montag, Oktober 18, 2010

War der Entdecker CHRISTOPH KOLUMBUS Jude ?

B"H


War jener CHRISTOPH KOLUMBUS (1451 - 1506) über den wir alle in der Schule lernen Jude ?


Kolumbus selber gab an, aus Genua (Italien) zu stammen, doch halten sich bis heute diverse Theorien über seine wahren Herkunft. War er nicht doch Spanier oder Portugiese, Pole, Grieche oder sogar Norweger ?


Eine weitere Theorie lautet, Kolumbus sei Jude gewesen, habe sein Judentum jedoch verborgen, denn zur damaligen Zeit herrschten die katholische Kirche sowie deren hauseigene Spanische Inquisition. Der Kirche ging es darum, das Judentum zu eliminieren, denn es wurde zur Gefahr der eigenen kirchlichen Existenz. Würden sich die christlichen europ. christlichen Schäflein zu sehr für das Judentum interessieren und die Kirche hinterfragen, dann könnte dies zu einer Massenkonversion zum Judentum führen, da das Judentum nicht auf Lügen und falschen Thesen basiert. Die Juden mussten weg und das so schnell wie möglich. Wenige Jahre nach der Einführung der Spanischen Inquisition gegen Ende des 15. Jahrhunderts veranlasste das damalige spanische Königspaar Ferdinand II. von Aragon und Isabella von Kastilien neben der Inquisition die endgültige Abschiebung der Juden aus Spanien. Der Erlass erfolgte am 31. Maerz 1492. Unterschrieben vom Herrscherpaar sowie der katholischen Kirche. Die Juden hatten vier Monate Zeit, Spanien entweder zu verlassen oder zum Christentum zu konvertieren.


Viele Jahrhunderte lang erlebte das spanische Judentum eine wahre Blütezeit und brachte unzählige jüdische gelehrte Persönlichkeiten hervor. Die jüdische Kabbalah wurde meist in Spanien geschrieben. Nicht zu vergessen das kabbalistische Buch ZOHAR, welches im Jahre 1290 in Spanien veröffentlicht wurde.


Aber nicht nur in Spanien wollte die Kirche das Judentum eliminieren, sondern genauso in Portugal oder in Italien. Es kam zu Pogromen, Verfolgungen, Morden, Talmudverbrennungen und die jeweiligen Päpste waren eifrig beim damaligen Holocaust bei der Sache. In solch einer Zeit machte es sich gut, zu seiner jüdischen Identität zu stehen. Auf Wikipedia finden wir folgende Infos:






Herkunft aus dem Judentum
Eine Hypothese, die unter anderem von Simon Wiesenthal und Salvador de Madariaga aufgeworfen wurde, besagt, dass Kolumbus seine jüdische Herkunft geheim halten wollte. Als Jude hätte er bei dem katholischen Königspaar Isabella und Ferdinand nie Unterstützung für seine Expeditionen gefunden, da diese die Juden aus Spanien vertreiben wollten. Die von ihnen im Alhambra-Dekret vom 31. März 1492 gesetzte Frist, innerhalb derer alle nicht konvertierten Juden ihr Land verlassen haben mussten, war der 31. Juli. Dies fällt zeitlich eng zusammen mit dem Tag, an dem Kolumbus zu seiner ersten Entdeckungsreise aufbrach.


Zu dieser – womöglich zufälligen – Begebenheit kommt als Indiz hinzu, dass der Entdecker offenbar tiefgehende Kenntnisse jüdischer Gedankenwelt hatte. Des Weiteren setzte sich besonders der „Converso“ Luis de Santángel, der Privatschatzmeister des spanischen Königs, am Hof für Kolumbus’ Pläne ein. Mit hohem persönlichen Einsatz und Risiko gelang es ihm, Königin Isabella noch umzustimmen, die Kolumbus’ Forderungen bereits abgelehnt hatte, und er bot Kolumbus an, einen Großteil der Expedition zu finanzieren. Spekulationen besagen, dass verfolgte Juden, die auch nach der Konversion nicht sicher vor der Inquisition sein konnten, in seine Pläne Hoffnung auf ein Auswanderungsland setzten. Tatsächlich soll sich auf den Kanarischen Inseln und später in den heute zu Kalifornien gehörenden Küstenstreifen zeitweilig eine größere Zahl von Juden und Conversos vor der spanischen Inquisition in Sicherheit gebracht und unbehelligt gelebt haben, bevor ein Edikt die Ansiedlung von Juden auch in den Kolonien verbot.


Festzuhalten ist allerdings, dass es sich hierbei nur um Indizien handelt. Auch der Nachname Colombo, der in Norditalien häufig von jüdischen Familien getragen wird (allerdings nicht ausschließlich, Colombo ist der siebthäufigste Familienname in Italien mit einem Anteil von etwa 0,16 % an der Gesamtbevölkerung) und die jüdischen Vornamen seiner mutmaßlichen Mutter Susanna und ihres Vaters Jacobo, können keine Gewissheit geben. Dafür spricht hingegen, dass er eine Jüdin heiratete und seine zweite Frau, die keine Jüdin war, nicht heiratete. Nach jüdischem Selbstverständnis ist es Juden verboten, Nichtjuden zu heiraten. Sein wahrscheinlicher Geburtsort Genua spricht allerdings gegen diese These, da Juden dort der Zutritt verwehrt blieb. Madariaga begründet seine Theorie überdies zum großen Teil nur mit Kolumbus' Charakter betreffenden antisemitischen Klischees, während sich Wiesenthal auf die Unterstützer von Kolumbus bezieht, die aus dem Judentum konvertierten, den sogenannten Cristianos Nuevos. Zusammenfassend ist zu sagen, dass alle Stationen des Werdegangs von Kolumbus auch nachvollziehbar wären, wäre er Christ gewesen. Kein Indiz deutet zwingend auf jüdische Herkunft.

Die Antwort auf die Frage nach der eventuellen jüdischen Identität von Kolumbus lautet, dass es keine eindeutige zweifelsfreie Antwort gibt. Jedenfalls nicht mehr zu unserer heutigen Zeit. Kann sein, kann nicht sein, dass Kolumbus Jude war.
Bleibt festzustellen, dass das Jahr 1492 nicht nur das Jahr der Entdeckung Amerikas war, sondern bringt das Jahr 1492 eine genauso wichtige Bedeutung für die jüdische Geschichte mit sich: Der Rauswurf der spanischen Juden aus Spanien und somit die Einleitung weiterer neuer Repressalien der Kirche an den Juden.