Sonntag, Juli 31, 2011

Rosh Chodesh MENACHEM AV - Beginn des juedischen Monat MENACHEM AV

B"H

Heute abend (31. Juli einschliesslich morgen, dem 1. August) beginnt der jüdische Monat Menachem Av. Offiziell lautet der Monatsname AV, doch wird er im Text des Segen für den neuen Monat "Menachem Av" genannt.

Der jüdische Monat Av war stets ein negativer Monat für das jüdische Volk. Unter anderem brach der Erste Weltkrieg aus und die Endlösung wurde beschlossen.

Am 9. Av, welchen in diesem Jahr am 9. August begehen, wurden beide Jerusalemer Tempel zerstört. Dem vorausgegangen war die Rückkehr der Spione in das Lager der Israeliten mit der Nachricht, dass es sich nicht lohne, nach Israel weiterzuziehen und sich dort anzusiedeln. Moshe sprach dagegen, doch viele Israeliten begannen zu jammern. Daraufhin sagte G – tt, dass es keinen Grund zum Weinen gebe, allerdings wird dieser Tag für euch ein Schicksalstag werden.

Am 9. Av trauern wir um beide zerstörten Tempel. Laut vielen Kommentatoren hat der Monat Av auch etwas Positives, denn der Meschiach soll in diesem Monat geboren werden. Wenn er kommt und der Dritte Tempel steht, wird sich der Fastentag Tisha Be' Av (9. Av) in einen Feiertag verwandeln.



Trauer um die Tempel am Tisha be'Av



Am 1. Av, gedenken wir ebenso der Yahrzeit von Aharon HaCohen, dem Bruder Moshes und Miriams. Aharons Todestag ist der einzige Todestag, der ausdrücklich in der Thora Erwähnung findet. Warum ausgerechnet Aharon ? War nicht sein Bruder Moshe viel wichtiger ?


Es heißt in der Thora, dass als Aharon verstarb, ALLE Israeliten weinten. Weder bei Miriam noch bei Moshe steht das geschrieben. Natürlich beweinten auch viele den Tod der beiden, doch nicht alle. Bei Aharon dagegen weinten ALLE, denn er war als Friedensstifter hoch geschätzt. Wenn sich die Israeliten stritten, schritt Aharon stets ein und machte Frieden zwischen den Parteien.

Normalerweise ist ein Monatsbeginn immer ein freudiges Ereignis, doch sollen wir im Av unsere Freude etwas bremsen, denn dieser Tag leitet die neun Tage vor dem 9. Av ein und uns werden diverse Halachot bzw. Minhagim (Bräuche) aufgetragen.

1. Es sollte in diesen neun Tagen keine neue Kleidung gekauft werden, es sei denn, es handelt sich um spezielle Schuhe ohne Leder für den 9. Av.

2. Es sollte keine Wäsche gewaschen werden.

3. An Wochentagen wird auf den Verzehr von Fleisch und Wein verzichtet. Beides gibt es nur am Schabbat vor dem 9. Av.

4.
An den Wochentagen vor dem 9. Av sollte nicht geduscht werden, sondern nur am Freitag vor Schabbateinbruch.

5.
Parties und andere Feiern sollten vermieden werden. Genauso wie Kino und Musik.

All diese Gesetze sind verbunden mit der Trauer um die Tempelzerstörungen.

Am 5. Av begehen wir die Yahrzeit des großen mittelalterlichen Kabbalisten Rabbi Yitzchak Luria, dem Arizal.

Der Schabbat vor dem 9. Av, (am 6. August) wird "Schabbat Chazon" genannt.

Laut dem "Book of Creation – Sefer Yetzirah", hat jeder jüdische Monat einen eigenen Stamm, Buchstaben, ein Organ, eine menschlichen Sinn, einen Buchstaben und ein Sternzeichen.

Das Sternzeichen des Av ist der Löwe, der Buchstabe ist das TED ט , der Stamm ist Schimon, das Organ ist die linke Niere und der menschliche Sinn ist das Hören.

Das Hören kommt von den ausgesandten Spionen, die zurückkamen und die Israeliten deren Botschaft hörten. Hören bedeutet immer etwas zu erhalten. In dem Moment, in dem wir hören, unterscheiden wir automatisch zwischen gut und böse und stellen so unsere innere Balance her.

Den Entscheidungen hilft die linke Niere, die in talmudischer Literatur als Ratgeber erwähnt ist (siehe Talmud Berachot).

Obwohl der Monat Menachem Av als Katastrophe für das jüdische Volk gilt, haben wir die Kraft, ihn in etwas Positives umzuwandeln. Vor allem sollten wir für die baldige Ankunft des Meschiach beten. Und wie einmal jemand bei Rabbi Mordechai Machlis lehrte, sollten wir es nicht nur so vor uns hinsagen, sondern es richtig wollen, dass der Meschiach kommt.




 

Chodesch Tov – חודש טוב einen gesunden und erfolgreichen Monat Av !!!

Link:

Ist KATE MIDDLETON (Windsor) Jüdin ?

B"H

Ist die frisch Angetraute von Prinz William, Kate Middleton, jüdischer Abstammung ?

Catherine (Kate) Middleton (jetzt WINDSOR) wurde am 9. Januar 1982 in England geboren. Ihre Mutter ist Carole Elizabeth Middleton (geborene Goldsmith / Goldschmitt) und ihr Vater ist Michael Francis Middleton. Beide Elterteile haben keine jüdischen Wurzeln.

Natürlich spekuliert das Internet und eine haredische (ultra – orthodoxe) Site sah im Geburtsnamen der Mutter “Goldsmith” einen eventuellen Hinweis auf eine jüdische Anstammung.

Nicht jeder, der einen augenscheinlichen jüdischen Namen trägt, ist auch gleich ein Jude. In Deutschland kenne ich Leute mit dem Namen “Rosenthal”, die gar keine Juden sind. In Israel kenne ich eine junge Frau mit dem Nachnamen “Abramson”, die ebenso wenig jüdisch ist. Zwar ist ihr Vater Jude, die Mutter jedoch eine skandinavische Christin.

Solange keine eindeutigen Beweise vorliegen, ist Kate Middleton nicht jüdisch.

Samstag, Juli 30, 2011

Der Kabbalist Elazar Abuchatzeira wurde erstochen

Der Mörder Asher Dahan in Polizeigewahrsam.

Photo: Be'Chadrei HaCharedim

B"H

Die religiöse Welt Israels befindet sich in Aufruhr, denn am Donnerstag abend wurde der bekannte Kabbalist und Enkel des Baba Sali, Rabbi Elazar Abuchatzeira, in seiner Yeshiva (relig. Schule) erstochen. Zwar wurde der 70 – jährige noch ins lokale “Soroka – Krankenhaus” in Beersheva eingeliefert, doch nach kurzer Zeit erlag er seinen Verletzungen. 

Über die weitverzweigte Abuchatzeira – Familie zu berichten, ist nie leicht. Der im Jahre 1984 verstorbene Kabbalist “Baba Sali”, Rabbi Israel Abuchatzeira erfreute sich im Land großer Berühmtheit sowie Beliebtheit. Seine Söhne und Enkel sind bis heute als Rabbiner tätig und brachten es zu hohem Einfluss. Politisch sowie wirtschaftlich. 


Ursprünglich stammen die Abuchatzeiras aus Marokko und zählen daher zu den sephardischen Juden. Der Baba Sali liess sich in der Kleinstadt Netivot nieder, wo er auch begraben liegt. Noch vor zwei Jahren besuchte ich sein Grab und eine Freundin von mir, die mich begleitete, führte ein intensives Gespräch mit einem weiteren Enkel des Baba Sali. 


Nicht alle Nachfahren des Baba Sali erfreuen sich eines einwandfreien Rufes. So, zum Beispiel, sass ein Sohn, Rabbi Baruch Abuchatzeira (genannt: Baba Baruch),wegen mehrerer Delikte im Gefängnis. Als Rabbiner ist er dennoch weiterhin tätig. Manchmal erwecken zuviele Nachkommen den Eindruck, sie leben vom Namen Abuchatzeira


Andererseits können sie einem auch leid tun, denn in Netivot machte sich vor Jahren eine Konkurrenz auf. Rabbi Yaakov Ifergan, ein ehemaliger Schüler des Baba Sali, betreibt seinen eigenen Personenkult und nennt sich “Röntgen – Rabbi”. Angeblich besitze er die magische Eigenschaft einen Menschen anzusehen und ihn mit seinen Augen zu durchleuchten und zu wissen, was das Problem desjenigen sei. Hunderte Juden besuchen Ifergan monatlich und suchen seinen Rat. Und das vor den Augen der Abuchatzeiras, die da das Denkmal “Baba Sali” hochzuhalten suchen. Seit Jahren tobt ein Streit zwischen den beiden Familien und all das in der kleinen Negevstadt Netivot. 


Am Donnerstag kam Asher Dahan aus der haredischen (ultra – orthodoxen) Stadt El’ad (nahe Tel Aviv) nach Beersheva, um Rabbi Elazar Abuchatzeira (genannt: Baba Elazar) um Rat zu fragen. Dabei ging es um das Verhältnis zu einer Frau, wobei mir nicht bekannt ist, ob Dahan verheiratet oder geschieden ist. Dahan sprach mit Baba Elazar und offenbar gefiel ihm dessen Rat nicht woraufhin Dahan den Rabbiner mit mehreren Messerstichen lebensgefährlich verletzte und dieser kurz darauf verstarb. Gestern fand die Beerdigung statt, an der 100,000 Menschen teilnahmen.







Photo: Rabbi Elazar Abuchatzeira


Es heißt, dass Asher Dahan seit langem in psychiatrischer Behandlung ist, denn angeblich bedrohte er mehrere Persönlichkeiten seines Wohnortes El’ad. Haredische Websites heben ebenso hervor, dass Dahan ein Neureligiöser ist und keineswegs in eine haredische Familie hineingeboren worden ist. 

Und all das so kurz vor dem Trauertag um beide zerstörten Tempel “Tisha Be’Av – der 9. des jüdischen Monat Av.

Über die Familie Abuchatzeira zu berichten habe ich soweit fast immer vermieden, denn dies setzt ein breites Wissen zur Familienhistorie voraus und das wiederum bedeutet sehr viel Research. Die Abuchatzeiras und ihre Verwandtschaft wie der bekannte Rabbi Yoshiyahu Yosef Pinto genau so wie ihre Verzweigungen in der Politik sind ziemlich kompliziert und verworren.

Freitag, Juli 29, 2011

Parashat Maasei - פרשת מסעי


 Gesehen in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke


B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat


"Dies sind die Stationen der Kinder Israels, welche unter der Führung von Moshe und Aharon aus dem Land Ägypten kamen".

Das Wort "Stationen" findet man in der englischen Übersetzung mit dem Wort "Reisen - Journey". Ich jedoch lege mich auf das Wort "Stationen" fest, da eben dies im Deutschen besser klingt und insgesamt den gleichen von der Thora beabsichtigten Sinn ergibt.

Nach der extrem kurzen Einleitung werden uns sogleich die 42 Stationen der Israeliten nach ihrem Auszuge aus Ägypten aufgelistet. Diese Auflistung geschieht nicht zum ersten Mal, denn sobald die Israeliten von einem Ort zum anderen zogen, berichtet uns die Thora davon. Warum also wird in der Parashat Maasei nochmals alles zusammen aufgelistet ?

Der Schüler des Baal Shem Tov, Rabbi Yaakov Yosef von Polonoye (Polna) vergleicht die Liste der Stationen mit Avraham. In der Parashat Lech Lecha befahl G - tt dem Avraham in ein anderes Ihm auserwähltes Land zu gehen. Lech Lecha heißt wörtlich übersetzt: "Geh zu dir selbst. Suche deinen eigenen Weg und deine Lebensaufgabe". 

Der Baal Shem Tov selber sah die 42 Stationen in der Wüste genauso als unsere privaten Lebensstationen von der Geburt bis zum Tod. Symbolisch vergleicht er die Auszug aus Ägypten mit dem der "Auszug des Neugeborenen aus dem Mutterleib". Hinterher reist jeder Mensch in seinem Leben von Station zu Station.

Die 42 Stationen sind somit auch unsere Lebensstationen. Auch wir bewegen uns in unserem Leben von Level zu Level und bleiben nie irgendwo stehen. Es gibt immer Ups und Downs, die wir bewältigen müssen. Unser Endziel sollte sein, sich weitgehend vom Materialismus etwas loszusagen und sich auf mehr Spiritualität zu konzentrieren. Wir haben die Macht, unseren Level selbst zu bestimmen, indem wir richtige oder falsche Entscheidungen treffen. G - tt stattete uns mit einem eigenen Willen aus und wir sollten am besten wissen, wie diesen Willen einsetzen.

Der berühmte Thorakommentator Ohr HaChaim unterteilt die Stationen der Israeliten in zwei verschiedene Kategorien ein: Die erste davon sind die Stationen, welche die Israeliten im ersten Jahr vor dem g – ttlichen Urteil (nach dem Vergehen der Spione) durchliefen. Die zweite Kategorie sind demzufolge die Stationen, welche die Israeliten nach dem g – tlichen Urteil noch weitere Jahre durch die Wüste gehen müssen, durchliefen. 

In der Kabbalah gelten die 40 Jahre der Wüstenwanderung als eine Art Reinigungsprozeß der Seele (Neshama). Jede einzelne Station sollte symbolisch ein inneres Wachstum darstellen. Der Weg zur eigenen Perfektion im Handeln, Glauben sowie der Spiritualität. Wer will, der kann die Wüste als riesige Mikweh (Ritualbad) betrachten, aus der man Tahor (rein) hervorkommt und somit ins Land Israel geführt wird.

Die Midrash Rabbah nennt einen weiteren Grund, warum Parashat Maasei eine Liste der einzelnen Stationen aufführt. Niemals soll vergessen werden, welche Wunder G – tt für uns vollbracht hat. Vom eigentlichen Auszug aus Ägypten bis hin zum Manna, dem Brunnen Miriams oder den Wundern des Mischkans (Tabernakels).

Ursprünglich hatte G – tt geplant, die Israeliten nach der Gabe der Thora an sie sofort nach Israel zu führen. Doch dies schlug fehl, denn einige von ihnen entschieden sich, ein Goldenes Kalb anzubeten. Alles aus war dann nach der Rückkehr der Spione und dem einsetzenden Jammern vieler Anwesender. Man begann an G – tt zu zweifeln und trotz all der Wunder fand alles ein klägliches abruptes Ende. Die Generation mußte ausgewechselt werden und eine neue entstand innerhalb der vierzig Jahre. Die Kabbalah sieht einen Zusammenhang zwischen der Generation Noachs, jener des Turmes von Babylon, jener von Sodom und jener Generation, welche durch die Wüste wanderte. Alle haben dieselben Seelenwurzeln und wurden in jeder hier genannten Generation neu reinkarniert, um sich endlich zu perfektionieren. Und immer wieder schlug alles fehl, weil die Betroffenen ihren freien Willen zu Negativem benutzten. Und immer wieder wurde weiter reinkarniert, damit die Generation sich eines Besseren besinnt und so die eigene Seele perfektioniert.

Wie perfektionieren ?

Anhand der Einhaltung von Thoramitzwot erreiche ich eine allmähliche Perfektion, die mich immer näher an G – tt heranführt (Devekut). Genauso zu diesem Zweck wurden wir ursprünglich erschaffen, selbst wenn wir dies heute vor lauter Moderne nicht mehr sehen wollen bzw. nur allzu schnell und gerne vergessen.
Die 42 Wüstenstationen sind keine nette antike Story, sondern wie die Israeliten damals, durchlaufen wir dieselben Stationen in unserem Leben. Unser Weg zur Perfektion und danach oder sogar vorher soll Meshiach kommen. Vielleicht sollten wir aus den Fehlern der Israeliten lernen …..


Parashat Maasei ist zugleich die letzte Lesung aus dem Buch Numeri (Sefer BaMidbar) und am kommenden Schabbat beginnen wir in den Synagogen mit dem Sefer Devarim (Deuteronomy). Am Montag kommender Woche feiern wir den Beginn des Monat Av und treten damit, kurz vom dem Fasten - und Trauertag 9. Av (Tisha be'Av) in eine erweiterte Trauerphase um die beiden ehemaligen Jerusalemer Tempel. 

Schabbat Schalom und einen erfolgreichen und gesunden Monat Menachem Av.

Donnerstag, Juli 28, 2011

Mit dem Esel zur Gay Parade

B"H

Wie ich hörte, fand in Jerusalem heute nachmittag die alljährliche Gay Parade statt. Die Parade selber nimmt in der Heiligen Stadt keine überschwenglichen Ausmasse an wie in Tel Aviv, sondern wird von der Polizei räumlich und zeitlich begrenzt.

Und wie in jedem Jahr gab es auch wieder eine Gegendemo. Der als “Rechte” bezeichnete Baruch Marzel brachte ein paar Esel mit, welche die Homosexuellen an ihre sexuellen Praktiken erinnern sollten. Normalerweise treibt derartiger Vergleich die Homosexuellen immer wieder neu auf die Palme. 


Allerdings ist nicht bekannt, ob denn die Esel auch schwul waren ! :-)))))



 

Photos aus dem Jüdischen Altstadtviertel in Jerusalem


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Darf mit CROCS an den Füssen gebetet werden ?

B"H

Die halachische Frage, ob es erlaut ist zu beten, wenn man CROCS trägt, erscheint mir sehr wichtig. Ich selber bin ein großer CROCS Fan und trage die Schuhe in unterschiedlichen Variationen.

KIKAR SHABBAT wirft die Frage auf, ob ein Jude in CROCS beten darf und die Antwort darauf lautet JA. Allerdings sollte man seine Füsse nicht barfuss in die CROCS stecken, sondern schon Socken tragen.

Besonders im haredischen (ultra – orthodoxen) Judentum wird Wert darauf gelegt, nicht barfuss herumzulaufen. Auch nicht während des Gebetes. Wer Sandalen trägt oder CROCS, der sollte stets Socken anziehen und nicht seine bloßen Füsse zeigen.

Neue Kleidung vor dem Tisha be'Av ?


Photo: Miriam Woelke

B”H

Momentan befinden wir uns in den drei Wochen vor dem Tisha be’Av (genannt: Bejn HaMizrim), aber schon jetzt stehen wir mitten in der Trauerperiode um die zwei Jerusalemer Tempel. Der neunte des jüdischen Monat Av ist der Tag, an welchem der Erste und später der Zweite Tempel zerstört worden sind. Einmal durch die Babylonier und danach von den Römern.

Der 17. Tammuz leitete die Trauerperiode der drei Wochen ein und von dem Tag bis zum 9. Av (in diesem Jahr am 9. August) finden keinerlei Feiern statt. Keine Hochzeiten oder großartige Feste mit Musik. Neun Tage vor dem Tisha be’Av, am Rosh Chodesh Av (Monatsbeginn Av) startet die richtige Trauerperiode, wobei an den Wochentagen kein Fleisch gegessen wird, sondern nur am Schabbat. Aber dies nur als kleine Einleitung für weitere Texte zum Tisha be’Av.

Innerhalb der neun Tage vor dem Tisha be’Av gilt die Halacha, dass Juden keinerlei frische Wäsche anziehen. Bedeutet, dass die Kleidungsstücke vor Beginn der neun Tage schon einmal getragen werden mussten. Diejenigen, welche die Halacha einhalten, tragen bestimmte Kleidungsstücke ca. 30 Minuten abwechselnd im voraus.

Wie jedoch verhält sich die Sache mit der Wäsche in den jetzigen drei Wochen ?
Die Antwort lautet, dass neue Kleidung getragen, aber nicht gekauft werden darf. Wer vorher etwas Neues anschaffte, der darf es anziehen. Diejenige Kleidung, die keines Segens bedarf wie Socken oder Unterwäsche, darf sehr wohl gekauft und getragen werden. Einige Halacha – Experten erlauben sogar den Kauf neuer Kleidung bis zum Monatsbeginn des Av (am kommenden Montag).

Viele Juden mögen sich nicht darüber bewusst sein, dass wir beim erstmaligen Anziehen neuer Kleidung einen Segen sagen. Dies jedoch nur bei Shirts, Pullovern, Hosen, etc. Bei neuen Schuhen sagen wir keinen Segen, aber es gibt einen Brauch, dass man symbolisch mit einem Finger über die Schuhsohle streicht und so tut als schreibe man das Wort AMALEK. Bei Amalek handelte einen Nachkommen des Esav, welcher die Juden vernichten wollte.

Der Segen für neue Kleidung ist der reguläre “She Hechiyanu veKimanu LaZman Hazeh”.

Mittwoch, Juli 27, 2011

Die haredische (ultra - orthodoxe) Welt in dieser Woche


B"H

Zahlreiche chassidische Rebben genehmigen sich in den Sommermonaten Juli / August eine Auszeit, um Urlaub zu machen. Der Belzer Rebbe befindet sich jedoch daheim in Jerusalem. Überhaupt reist er sehr wenig und ist fast immer zuhause in Kiryat Belz. 

Der Rebbe der kleinen Seret – Vishnitz Gruppe aus Haifa reiste nach Galiläa und der Toldot Avraham Yitzchak Rebbe weil die kommenden Wochen in Dinov / Polen.

Haredische (ultra – orthodoxe) Sites präsentieren uns Urlaubsphotos der Rebben, doch geht es bei den Reisen um weit mehr. Die Mehrheit der Rebben nutzt die Reisezeit auch um Spenden für die eigenen Einrichtungen (Synagogen der chassidischen Gruppe oder Schulen) zu sammeln.

Dienstag, Juli 26, 2011

Die MACCABEATS auf Konzert in Jerusalem

B”H

An diesem Mozzaei Shabbat (Samstag abend nach Schabbatausklang), 30. Juli 2011, geben die berühmten Youtube MACCABEATS ein Konzert im Jerusalemer Gerard Behar Center in der Betzalel Street 11.

Warum tun sie als orthodoxe Juden das ausgerechnet jetzt in den drei Wochen vor dem Tisha be’Av, wenn zu dieser Zeit das Musikhören sowie die Teilnahme an Festlichkeiten untersagt ist ? Immerhin steht der Tisha be’Av, der 9. des jüdischen Monat Av kurz bevor. Einem Datum, an welchem der Erste und später der Zweite Tempel zerstört worden sind.

Die Maccabeats rechtfertigen sich, indem sie sagen, dass bei ihren Auftritten keinerlei Musik gespielt und jeder Ton allein von den Sängern erzeugt wird.

Wo stammt der chassidische STREIMEL her ?



Normalerweise wird der chassidische Streimel am Schabbat sowie an Feiertagen getragen.

Montag, Juli 25, 2011

Die Namen G – ttes bei der Judenmission

B”H

Die Halacha verpflichtet Juden, alles christliche oder sonstige Missionsmaterial, was einem Juden in irgendeiner Form zugesteckt wird, zu vernichten. Wie sieht es aber in dem Fall aus, wenn sich in den Missionsbroschüren nicht nur Zitate aus dem NT, sondern auch aus der Thora wiederfinden ? Die Namen G – ttes aus der Thora darf man bekanntlich nicht einfach so entsorgen, da die Halacha für den Fall bestimmte Vorschriften verzeichnet. 

Die Antwort lautet, dass das Missionsmaterial selbst mit den Namen G – ttes regulär vernichtet werden darf. Heißt, es kann auch in der Mülltonne verschwinden, selbst wenn die Namen G – ttes vorhanden sind.

Der Schulchan Aruch (Code of Jewish Law 334:21) lehrt, dass eine Thora, die von einem G – tteslästerer geschrieben wurde, vernichtet werden muss. Aus diesem Grund sind die Namen G – ttes im Missionsmaterial nicht heilig und somit auch nicht mit Respekt zu behandeln.


Link:

Warum erschuf G – tt den Adam nicht am ersten Tag ?


B”H

Die Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Traktat Sanhedrin 38 wirft die Frage auf, warum G – tt den Adam nicht schon am ersten Tag der Erschaffung erschuf und stattdessen erst am sechsten Tag.

Antwort: G – tt wollte verhindern, dass die zukünftigen Generationen die Behauptung aufstellen, Adam habe Ihm (G – tt) beim Erschaffungsprozess geholfen. Adam trat erst am sechsten Tag auf die Bildfläche, damit allen klar war, dass nur G – tt allein das gesamte Universum erschuf und es weder Partner noch Helfer gab.

Photos: Prag und seine jüdische Geschichte


Alle Photos HIER !

"FaceGlat" - Das koschere Social Network

B”H

Gibt es vielleicht ein paar orthodoxe Juden, die sich schon immer nach einem koscheren Social Network sehnten ? In Deutschland vielleicht weniger, doch in der Schweiz oder Österreich mag dies eher der Fall sein. Ganz zu schweigen von den USA, England oder Israel. 

Ein koscheres Social Network ohne plötzlich auftauchende “Friends”, die einen mit sexuell anzüglichen Messages nerven oder die Werbung mit unanständigen Bildchen auffährt ?

Yaakov Swisa aus Kfar Chabad (Israel) gründete jetzt FaceGlat. Ein komplett anständiges Social Network für fromme orthodoxe Juden, die nicht, wie auf Facebook, angebaggert werden wollen. Die neue Site schaute ich mir bereits an und schon auf der Front Page findet eine Unterteilung in Männlein und Weiblein statt. Klar, kann man sich theoretisch auch beim falschen Geschlecht anmelden, doch was bringt das ? Freundschaften zwischen den Geschlechtern können nicht geschlossen werden, denn die Gefahr der sexuellen Freundschaften soll ausgeschlossen werden. Ehepaar sehen sich ja eh daheim und so besteht keine Notwendigkeit, sich im Social Network zu treffen.




Für mich ist die Site nichts und anmelden tue ich mich ebenso wenig. Facebook sowie Google + reichen mir und nebenbei gesagt, unliebsame “Friends” kann man jederzeit entfernen. So geschehen bei mir mit einigen Reformjuden, welche mit dummen Kommentaren auf die Orthodoxie losgingen oder ein paar radikalen Christen. Man muss ja nicht jeden akzeptieren und wer einen Follower loswerden will, der benutze die Delete – Taste. Dass Gute an Facebook ist, dass ich viele ehemalige Klassenkameraden wiederfand. Männlein und Weiblein !

Dass Yaakov Swisa FaceGlat gründete, um der orthodoxen Welt einen Dienst zu erweisen, lasse ich einmal dahingestellt. Unbestreitbar ist dagegen, dass er eine Marktlücke entdeckte, die er genau so finanziell ausschöpfen kann. Business is Business !

Sonntag, Juli 24, 2011

Artikel zur WELTERSCHAFFUNG

B”H

Nein, ich habe die angesagten Artikel zur Welterschaffung nicht vergessen und sitze in den letzten Tagen von Büchern umgeben und versuche verzweifelt, mich durch den Wust von Material zu arbeiten. Eine definitive Antwort haben wir nicht und so frage ich mich, ob ich nicht einfach aus Büchern bekannter Rabbiner zitiere. Aus der Kabbalah, aus Teilen des kabbalistischen ZOHAR, Thorakommentatoren, aus dem “Guide for the Perplexed – Moreh Nevuchim” vom Rambam. Kommentare vom Ramchal (Rabbi Moshe Chaim Luzzatto), dem Buch “Emek HaMelech”, dem Talmud und und und. Ferner existiert unendlich viel Material in kürzeren mittelalterlichen kabbalistischen Texten. Wobei es in den mittelalterlichen Texten ebenso um die Namen G – ttes geht.

Auf all das einzugehen ist nicht leicht und daher werde ich in kleinen, leicht verständlichen, Schritten vorgehen. Das allein dauert ewig, doch dazu ist die Thora ja schliesslich da !

Wann sind die Juden wieder schuld ?

Photo: fpp


B"H



Ich frage mich, wie lange es dauert, bis die Norweger Israel als Urheber der gestrigen zwei Attentate entdecken.

Norwegen ist eines der israelfeindlichsten Länder überhaupt und wann wird wohl Anders Behring Breivik zum Mossadagenten avancieren ? :-)))

Freitag, Juli 22, 2011

Donnerstag, Juli 21, 2011

Leserfrage: Homosexualität und Kabbalah

B”H

Anscheinend interessiert sich ein Leser dieses Blogs dafür, ob die Homosexualität eine kabbalistische Bedeutung hegt. Zumindest wurden derlei Worte auf meinem Blog gegoogelt.

Zu dem Thema kann ich nur soviel sagen als dass der Anhänger des großen Kabbalisten Rabbi Yitzchak Luria (1534 – 1572), Rabbi Chaim Vital (1543 – 1620), in den “Kitvei HaAri” einiges zum Thema niederschrieb.

Rabbi Yitzchak Luria schrieb seine Lehren ganz selten nieder und das, was uns von ihm überliefert ist, stammt entweder von seinem bekanntesten Anhänger Rabbi Chaim Vital oder anderen Schülern. Rabbi Israel Sarug gab ebenso die Lehren des Rabbi Luria weiter, doch streiten sich mehrere Kabbalahexperten und Historiker, ob Israel Sarug wirklich ein Schüler Lurias war oder dies im Nachhinein nur vorgab. Unter anderem sagte Gershom Scholem seinerzeit, dass Sarug kein direkter Schüler des Rabbi Yitzchak Luria war. Auch unterscheidet sich das erste Kapitel der Welterschaffung in der Literatur des Rabbi Israel Sarug wesentlich von den Niederschriften des Rabbi Chaim Vital. Siehe hierzu den Vergleich im Vital – Buch “Etz Chaim” und dem Sarug – Buch “Limude’i Atzilut”. Ein Thema, auf welches ich noch eingehen werde, wenn ich mit meiner Serie zur Welterschaffung fortfahre. 



"Torat Natan" - Reinkarnationsdeutungen aufgrund der Lehren des Rabbi Yitzchak Luria

Photo: Miriam Woelke


Rabbi Chaim Vital verfasst aufgrund der Lehren des Rabbi Yitzchak Luria viele Bücher und darunter auch das bekannte “Sha’ar HaGilgulim – Tor der Reinkarnationen”. Darin steht, u.a., geschrieben, dass diejenigen Menschen, welche sich in diesem Leben als Mensch diversen sexuellen Perversionen hingeben (lt. der Thora ist die Homosexualität unter Männern verboten), in ihrer früheren Reinkarnation wahrscheinlich ein Tier waren. Ihre Aufgabe als Mensch ist es, die tierischen Gelüste zu besiegen und ihre Seele damit auf einen höheren Level zu bewegen.

Diese Theorie betrifft jedoch nicht nur Homosexuelle, sondern auch anderweitige Menschen mit diversen sexuellen Gelüsten.

Parashat MATTOT - פרשת מטות


 Tel Aviv, Rothschild Boulevard

Photo: Miriam Woelke 

B"H

Die Thoralesung für diesen Shabbat

Die Parashat Mattot wird in jedem Jahr innerhalb jener drei Wochen gelesen, welche dem Tisha Be'Av (dem Gedenktag an die Zerstörung beider Tempel) vorausgehen.

Die beiden anstehenden Thoralesungen Mattot sowie Ma'asei werden in einigen Jahren zusammengelesen, in anderen, wie diesem, dagegen getrennt. In Parashat Mattot nehmen die Schwüre zu G - tt ein breites Spektrum ein und jeder von uns sollte sich bewußt sein, dass schon die kleinsten Schwüre Auswirkungen haben können. Viele Male sagen wir etwas im Unbewußten, aus Ärger oder überschwenglicher Freude. "Ja, ich gehe ab heute mehrere Male in der Woche in die Synagoge oder lerne daheim Thora. Das schwöre ich bei G - tt". Kurz darauf vergesse ich mein Versprechen oder beginne mein Vorhaben zu verschieben. Das halachische Problem jedoch ist, dass in der Tat eine Art Schwur bzw. Versprechen stattgefunden hat und ich verpflichtet bin, wenn ich nichts annulliere. Wir vergessen es, G - tt nicht.

Ich bin wahrlich kein halachischer Experte auf dem Gebiet des Eides in G - ttes Namen und wer sich damit näher beschäftigen will, der kann den Talmud Traktat Nedarim lernen. Kein leichtes Unterfangen übrigens. Vielmehr möchte ich meine Erklärungen darauf richten, was solch ein Schwur in G - ttes Namen bewirkt. Die besten Ausführungen dazu fand ich bei chassidischen Rabbinern.

Zuerst einmal stellt sich die Frage, warum jemand einen solchen Schwur in G - ttes Namen ablegen will. Überwiegend handelt es sich dabei um Themen wie, dies und das nicht mehr zu essen oder eine bestimmte Handlung nicht mehr zu begehen. Aber kann ich das nicht auch ohne Schwur sowie ohne Benutzung von G - ttes Namen tun ? Sicherlich ja, doch sind u.a. der Sefat Emet und der Koznitzer Maggid (Rabbi Israel Hofstein) der Meinung, dass die Ablegung eines Eides unter G - ttes Namen der Person mehr Motivation gibt, den Schwur auch einzuhalten. Außerdem verbindet solch ein Schwur die Seele (Nefesch, niedrigster Seelenlevel) mit G - tt (Rabbi Moshe Alshich).

Andererseits sollte sich jeder im Klaren darüber sein, was solche ein Schwur für Folgen haben kann und nicht jeder verfügt über das wirkliche Verständnis (Bina) darüber. G - tt will nicht, dass jeder so einfach in Seinem Namen schwört. Man muß nicht unbedingt Seine Namen benutzen, um Ihm näher zu kommen (Devekut), sondern kann dies auch anhand vom Thorastudium erreichen (Midrash Rabbah). Ein Beweis dafür bieten der Chassidismus sowie die Kabbalah wo es heißt, dass die gesamte Thora nur ein einziger Name G - ttes darstellt.

Vor allem der Sefat Emet (ein früherer Rebbe der Chassidut Gur) geht sehr ausführlich auf das Thema Schwur (Neder) ein. Eine Person sollte nur einen Schwur in G - ttes Namen ablegen, wenn er sich auf einem hohen religiösen Level befindet. Vornehmlich ein Zaddik (Gerechter). Der Schwörende hat die Absicht, G - tt näher zu kommen und vor allem sich selbst zu perfektionieren und nur noch den Willen G - ttes zu tun. Aber nicht jeder von uns ist ein Zaddik und kaum jemand ist ein Spezialist für solche Schwüre. Sich einfach so Dinge aufzuerlegen, davor warnt auch Rabbi Zadok HaCohen von Lublin.

Die nächste Frage ist, warum ausgerechnet der Vater oder der Ehemann einer Frau die Macht haben, ihren Schwur (soweit er diesen bekannt ist) zu anullieren. Hierzu kommentiert Rabbi Samson Raphael Hirsch, dass ein Schwur nur auf sich genommen werden soll, wenn dieser keine negativen Auswirkungen auf das Umfeld mit sich bringt. Aufgrund eines Schwures kann jemand sein Leben sehr bitter machen und sich jegliche Lebenslust nehmen. Niemals sollte soetwas spontan und ohne Überlegung getan werden. Auch Rabbi Naftali Zvi Horowitz von Ropshitz sagt etwas Ähnliches. Durch einen Schwur ist die Seele eingeschränkt und es wird uns eine Portion Freiheit genommen. Von daher also vorsicht mit solchen Schwüen. Jeder sollte auf seinem Level bleiben und sich nicht übermäßig viel selbst auferlegen. Wer unbedingt etwas tun will, der beginne mit dem Thorastudium bevor er sich auf Höheres konzentriert.

Der Ishbitzer Rebbe, Rabbi Mordechai Yosef Leiner, fragt, warum die beiden Parashot Mattot - Ma'asei oftmals zusammen gelesen werden (Nicht in diesem Jahr !!! Parashat Ma'asei folgt erst am nächsten Schabbat !!!). Eine seiner Erklärungen lautet, dass die erste Parasha uns von Schwüren erzählt und die zweite beschreibt die 42 Stationen der Israeliten in der Wüste. An jedem Ort haben wir eine bestimmte Lebensaufgabe und wir sollten immer vorsichtig sein, uns nicht von negativen äußerlichen Einwirkungen beeinflußen zu lassen. Genauso ist es mit den Schwüren, denn wir sollten die gleiche Vorsicht walten lassen.

Die Haftarah, im Falle, dass Parashat Mattot separat gelesen wird wie in diesem Jahr, ist aus Yirmeyahu (Jeremia) 1:1 - 2:3.

Für diejenigen unter der Leserschaft, die nicht wissen, was eine Haftarah ist, hier eine ganz kurze Beschreibung:

Unzählige Male in der Geschichte wurden den Juden von außen her das Thorastudium verboten. So, u.a., auch unter der griechischen sowie römischen Besatzung zur Zeit des Zweiten Tempels. Um dennoch den Synagogeng - ttesdienst offiziell aufrecht erhalten zu können, verzichtete man daher auf die Thoralesung und las stattdessen aus den Propheten. Heutzutage lesen wir längst wieder aus der Thora, doch fügen an jedem Schabbat bzw. Feiertag als Erinnerung die Lesung aus den Propheten, die sogenannte "Haftarah" an. Und diese Haftarot ("Haftarah" im Plural) wurden so ausgesucht und festgelegt, dass sie immer einen ähnlichen Inhalt bzw. einen thematischen Bezug auf die vorhergehende Thoralesung haben.

Die Haftarah aus Jeremia (Yirmeyahu) an diesem Schabbat beinhalten den Beginn der Prophezeihung des Jeremia. Gegen Ende der Lesung heißt es, dass G - tt jene bestrafen wird, die sich gegen Israel (die Juden) auflehnen, denn Israel (die Juden) ist trotz aller Vergehen heilig und etwas Besonderes für G - tt.

Schabbat Schalom

Ist die Schauspielerin GWYNETH PALTROW Jüdin ?

B”H

Die “Winnipeg Free Press” bringt einen Artikel, nachdem die Hollywood – Schauspielerin Gwyneth Paltrow plant, ihre zwei Kinder im jüdischen Sinne erziehen. Alles schön und gut, doch ist allein Gwyneth’s Vater Bruce Paltrow Jude, doch die Mutter Blythe Danner ist eine christliche Quäkerin. Das Resultat lautet, dass Gwyneth Paltrow damit keine Jüdin ist, wenn die Mutter nicht jüdischen Glaubens ist oder die Schauspielerin nicht rechtmässig orthodox konvertierte. 

Darauf geht auch der Artikel der “Winnipeg Free Press” ein, wonach die Kinder nur begrenzt mit einer jüdischen Tradition aufwachsen können.

Mittwoch, Juli 20, 2011

Wie Fernsehproduktionen die ultra – orthodoxe Welt verfälschen, Teil 3

B”H 
 




Die Hetze der TV – Reportage setzt sich auch im Teil 3 fort.

Religiöse Schulen ? Da lernt man nur heilige Schriften !
Zuerst einmal muss “relig. Schule” definiert werden, denn es gibt unterschiedliche haredische Lerninstitute sowie die der Nationalreligiösen. Und relig. Schulen der Nationalreligiösen berechtigen sehr wohl zum Unistudium. Haredim hingegen studieren an ihren eigenen Unis, die MICHLALOT genannt werden. Dort kann man sich zum Techniker, Arzt oder was auch immer ausbilden lassen. Nur allein RELIGIÖSE SCHULE sagen und alle über einen Kamm scheren ist so ziemlich stereotyp. Da könnte ich auch sagen “Alle Deutschen waren Nazis !”

Der Anteil der arbeitenden haredischen Bevölkerung ist innerhalb der vergangenen Jahre stark angestiegen. Wobei ich darauf hinweisen muss, dass zuvor viele von ihnen arbeiten. Und das in ihren eigenen Gemeinden.

Der Grund, warum immer mehr Leute aus Jerusalem wegziehen, sind gewiss keine religiösen Juden. Junge Leute ziehen fort, weil Jerusalem ihnen keine Perspektive bietet. Zu teuer und zu wenig Jobs. An der Küste, wie in Tel Aviv, gibt es mehr Jobs und die Gehälter liegen wesentlich höher. Dazu bietet Tel Aviv ein weitreichendes Kulturprogramm und Kunstbeflissene fühlen sich dort ganz wie zuhause. Die Stadtverwaltung Jerusalem muss sich an die eigene Nase fassen, wenn die Bewohner abwandern. Zu wenig Attraktivität der Stadt, zu teuer, zu dreckig, zu viele Arbeitslose und zu wenig Lebensqualität.

Das interviewte Mädchen sieht mir alles andere als aus relig. Hause aus. Selbst wenn sie nicht mehr so relig. sein sollte, ich glaube kaum, dass sie sich so anziehen täte und dann bei ihren Eltern so tut als lebe sie weiterhin traditionell. Ehrlich gesagt, ich halte das Mädchen für ein Fake. 

Das Nachtleben in Jerusalem unterscheidet sich sehr wohl von dem in Tel Aviv. Für wie blöd hält die Reportage die Zuschauer eigentlich ? Auch in säkuleren Vierteln Jerusalems ist der Schabbat dennoch immer präsent. Schon allein deswegen, weil zahlreiche sephardische Juden sehr traditionell eingestellt sind !

Der im Film gezeigte Josef Rosenfeld führt keine Demos an. Der Witz des Tages ! Die Demos vor INTEL finden auch nicht jeden Schabbat statt, sondern ab und zu. Im Wesentlichen geht es um die Arbeit am Schabbat, gegen die demonstriert wird. Juden werden zum Arbeiten am Schabbat verleitet und diese Tatsache wiegt sehr schwer. Angeführt werden die Demos von der Edah HaCharedit in Mea Shearim und ein Josef Rosenfeld ist mir unbekannt. Wer soll das sein ? Sind die Journalisten da auf einen gestossen, der sich wichtig machen will ?

Die Haredim wollen Jerusalem erobern ? Das klingt als breite sich eine ansteckende Krankheit aus oder Julius Streicher zieht eine Hetzshow ab. Was die Haredim wollen ist, in ihren Stadtteilen ihre Ruhe zu haben und keine dummen Fragen antijüdischer und dazu noch nichtjüdischer Journalisten zu beantworten, die nur auf alles Negative aus sind und sich noch nicht einmal um eine objektive gut recherchierte Reportage bemühen.

A Pastor's Journey to Judaism

B"H

Once an evangelical pastor, Yaakov Parisi shares the fascinating story of his lifelong journey to becoming Jewish. Recorded at Chabad of Oxford University.

Dienstag, Juli 19, 2011

Deutscher Drehbuchpreis: Stefan Sarazin & Peter Keller

B”H

Dass bezüglich der haredischen (ultra – orthodoxen) Welt nicht immer als falsch berichtet wird, beweisen die Gewinner des Deutschen Drehbuchpreises und Filmemacher Stefan Sarazin und Peter Keller. Mit “No Name Restaurant” verfassten sie ein sehr gutes Drehbuch.

Nachdem die beiden Filmemacher von deutsch – jüdischen Gemeinden keinerlei Unterstützung bei ihrem Vorhaben, ein Drehbuch zur ultra – orthodoxen Welt zu verfassen, erhielten, reisten sie nach New York und lernten dort Haredim kennen. Stefan und Peter bekamen erste Eindrücke und fanden nebenbei einen meiner Blogs. Nach kurzem e – mail Kontakt trafen wir uns in Jerusalem. Für ein paar Wochen hatten sie in der Stadt eine Wohnung gemietet, um Infos zu sammeln und am Drehbuch zu basteln.

Wir setzten uns zusammen und ich gab ihnen so einiges an Informationen, denn sie hatten viele viele Fragen. Darüber hinaus nahm ich sie mit zu Rabbinern und machte sie mit einem Freund von mir, einem Rabbiner einer chassidischen Gruppe in Mea Shearim, bekannt. Der nahm sie mit in seine Synagoge und schleppte beide über sämtliche Hinterhöfe des Stadtteiles, welcher ansonsten Außenstehenden verschlossen bleibt. 

Peter und Stefan sind keine Juden, doch gelang ihnen ein Einblick in die haredische Welt und, wie ich meine, ein sehr gutes Thema zum Drehbuch.

Hoffentlich setzten sie ihr Drehbuch in einen Film um, denn der hätte gute Chancen auf dem deutschen Kinomarkt.

Wie Fernsehproduktionen die ultra – orthodoxe Welt verfälschen, Teil 2

B”H

Teil 1 der Reportage sowie meiner Erläuterungen HIER !


Teil 2 der Reportage ist besonders daneben geraten, denn hier wird Hass propagandiert, indem eine Menge falscher "Fakten" aufgelistet werden.

Zuerst einmal sind in Mea Shearim die wenigsten Geschäfte nach Männlein und Weiblein getrennt. Wenn es vorkommt, dann um den Käuferansturm freitags vor Schabbateinbruch in den Griff zu bekommen, denn der Laden kann so voll sein, dass sich die Geschlechter recht nahe kommen. Allerdings weiss ich nicht, warum die Reportage wiederholt solch einen Aufstand darüber macht, denn weder Naomi Ragen noch die Journalistin müssen in den Läden kaufen, noch wohnen sie in dem Viertel. Es wäre angebracht gewesen, einmal reale Frauen aus Mea Shearim zu befragen, so wie ich das getan habe.

Einige Geschäfte hängen tatsächlich das Anstandsschild ins Schaufenster, denn die radikalen SIKARIKIM verlangen dies so. Hier jedoch muss man wissen, dass Mea Shearim diese kleine radikale Sikariki – Gruppe wie die Pest hasst. Einer der führenden Sikarikim ist Yoelish Kroisz, das Oberhaupt einer der zwei in Mea Shearim existierenden antizionistischen Neturei Karta Gruppen. Ein kleines Grüppchen mit vielleicht zwanzig Mann, was sich wichtig machen will.

Haredim ziehen nicht nur in andere Stadtteile, weil Mea Shearim zu klein ist ! Wie ich bereits sagte, stimmen die wenigsten Haredim mit Mea Shearim überein und nicht jeder Haredi ist Haredi. Innerhalb der haredischen (ultra – orthodoxen) Gesellschaft gibt es unzählige Ausrichtungen und Gruppierungen. Viele Haredim leben in anderen Stadtteilen, weil die dort eine Bleibe fanden oder ihre Synagoge in der Nähe haben. Sie wollen gar nicht in Mea Shearim leben und außerdem sind in Mea Shearim die Mieten extrem hoch. Insgesamt findet von haredischer Seite seit Jahren eine Massenabwanderung aus Jerusalem statt, denn jung verheiratete Paare zieht es aus Kostengründen ins billigere Beit Shemesh, nach Arad, Ashdod oder in den Norden nach Tiberias oder Zfat.
Ziehen Haredim in andere Jerusalemer Stadtteile, so drängen sie der dortigen Bevölkerung nicht ihren Willen auf. Vielleicht sollte am Schabbat nicht gerade die Musik aus dem Fenster dröhnen, doch aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass zuviele Säkulere zuviel Aufhebens machen, sobald ein Haredi in ihre Nachbarschaft zieht. Chabad kann davon ein Lied singen, wenn wir nach Ramat Aviv (Tel Aviv) schauen.

Einen extrem linken Interviewpartner von der Linkspartei MERETZ aufzusuchen und mit dem herumzuzockeln weist auf die minderwertige Qualität der Reportage hin. Alle Antifans kommen zu Wort, nur die Betroffenen aus Mea Shearim nicht. Ihnen wird keine Gelegenheit gegeben zu erklären.

Der Machane Yehudah Markt unterliegt einem GESETZLICHEN Abkommen, welches ihn dazu verpflichtet, vor Schabbateinbruch pünktlich zu schliessen. Das wissen Außenstehende weniger, doch ich arbeitete bis Oktober letzten Jahres in einer nahegelegenen Bäckerei und kenne den Markt von oben bis unten. Die Händler wissen genau, dass sie pünktlich schliessen müssen, doch zögern manchmal die Zeit heraus und schliessen erst mit dem Sirenenton zum Schabbat. Eine Gruppe haredischer Marktüberwacher erinnert die Händler an ihre Pflicht. Manchmal auf eigenwillige und witzige Weise.

Vor Drehbeginn einer solchen Reportage, sollte man zumindest die notwendigen Informationen einholen





Links:

Purim in Mea Shearim

Im Gedenken an LEIBBY KLETZKY

In Erinnerung an den ermordeten chassidischen Jungen LEIBBY KLETZKY aus New York. 





Trotz all der Trauer und die Tatsache, dass ein Kind einen dermassen brutalen Tod gestorben ist, muss ich dennoch sagen, dass ich die Aussagen diverser Rabbiner sowie deren Anhänger ablehne. In den letzten Tagen kamen Meinungen auf wie “Leibby starb für unsere Sünden” oder “Wir Juden sollten noch mehr Teschuva (Umkehr zu G – tt machen)”. Natürlich hat G – tt seine Gründe für alles, was auf dieser Welt geschieht und anscheinend war es ebenso ein Plan, dass Leibby brutal ermordet wurde. Doch das WARUM kennen wir nicht und deswegen sollten wir uns von voreiligen Statements fernhalten !

Montag, Juli 18, 2011

Wie Fernsehproduktionen die ultra – orthodoxe Welt verfälschen, Teil 1

B”H

Ein chassidischer Leser meines englischen Blogs sandte mir ein paar Youtube Links mit Berichten über ultra – orthodoxe Juden in deutscher Sprache. Anscheinend wurden die Reportagen im Original in französischer Sprache produziert und später ins Deutsche übersetzt.

Ich fragte den Zusender der Links, ob ich das denn in einen deutschen Blog stellen kann, da die TV – Reportage voll gravierender Fehler ist. “Genau deswegen habe ich es Dir ja gesandt; damit Du den Lesern die Fehler erklärst und aufzeigst, wie falsche Gerüchte über Haredim (ultra – orthodoxe Juden) in die Welt gesetzt werden", so seine Antwort.

Ich stelle den ersten Teil einer TV – Reportage an dieser Stelle in den Blog und die restlichen Teile folgen noch. Nur muss ich mir vorher die Fehler herausschreiben, auflisten und korrigieren.

Im ersten des 7,5 Minuten dauernden Videos werden grundsätzlich alle Haredim über einen Kamm geschoren und es entsteht der Eindruck, alle von ihnen Leben im Jerusalemer Stadtteil Mea Shearim. “Mea Shearim sei eine Hochburg”, so heisst es. Diese Aussage der Hochburg stimmt schon lange nicht mehr, denn außer diesem einen Stadtteil existieren in Jerusalem viele weitere ultra – orthodoxe Stadtteile. Beispiele: Ma’a lot Dafna, Sanhedria, Kiryat Belz, Kiryat Zanz, Teile von Ramot, Givat Sha’ul, Har Nof, Ge’ulah, Ramat Shlomo, Teile von Neve Ya'akov und und und.

Des Weiteren sollte man davon Abstand nehmen, alle Haredim über einen Kamm zu scheren und Mea Shearim als den absoluten Antizionismus darzustellen. Nicht alle Stadtteilbewohner sind antizionistisch eingestellt. Ferner sind Haredim nicht weltfremd und gegen alles Moderne eingestellt. Eher ist das Gegenteil der Fall und selbst in Mea Shearim gibt es Internet und Computer. Auch bei der antizionistischen Neturei Karta.

Die Gerüchte um die nach Geschlechtern getrennten Jerusalemer Busse nerven mittlerweile. Weder gibt es in der Stadt ein Gesetz noch ist das Thema aktuell. Längst abgehakt, denn erstens benutzen die Befürworter einer solchen Trennung keine “zionistischen” Egged – Busse und zweitens haben eben jene Personen Privatbusse arrangiert. Das Thema hat sich vor langer Zeit erledigt, aber im Ausland wird es stets gerne neu abgespult, denn man will die Ultra – Orthodoxen madig machen.

56 Busse mit Geschlechtertrennung ? Wenn ich das einem Jerusalemer erzähle, denkt der, ich habe sie nicht alle. Nichts ist getrennt und schon gar nicht per Gesetz. Lediglich in Bussen, die durch haredische Wohngebiete fahren, findet eine freiwillige Geschlechtertrennung statt. Wegen einer Hose, wie Naomi Ragen behauptet, wird auch keiner aus dem aus gewiesen. Solch einen Quatsch kann man auch nur ausländischen TV – Stationen weismachen.

Naomi Ragen ist zwar bekannt, doch lebt sie im nationalrelig. Stadtteil Ramot (in Ramot Beth). Ihre großen Bucherfolge liegen schon länger zurück und ihren letzten Buchausgaben floppten gewaltig. Wahrscheinlich sucht sie deswegen anderweitig Publicity. 

In Mea Shearim gibt es sehr wohl Werbeposter und Cafes sind genügend vorhanden. Hamburger, Pizza, Eiscafe, Falafel, New York Bagels, alles ist da.

Einfach unglaublich, wie das Fernsehen Fakten verfälscht !


Die Lebensgeschichte des RAMBAM als Comic

B"H

Google Books bringt die Lebensgeschichte des RAMBAM (Maimonides, Rabbi Moshe ben Maimon, 1135 - 1204) als Comic. Verfasst von Robert Avrech.


Konversionen zum Judentum in Israel

B”H

Einige Leser googelten nach diversen Giur (Konversion zum Judentum) Adressen und ich schaute einmal nach. Recht bekannt unter Giur – Kandidaten ist die Organisation ITIM in Jerusalem. Wobei es sich bei ITIM lediglich um ein winziges Office handelt, wie mir zugetragen wurde. Ferner ist der Direktor Seth Farber gegen alles Ultra – Orthodoxe und neulich sah ich einen Hassartikel gegen Haredim (ultra – orthodoxe Juden) von ihm in der “Jerusalem Post”. Soviel also zur Qualität von ITIM. Darüber hinaus nutzt Farber jede noch so kleine Gelegenheit, um sich selbst in die Schlagzeilen zu quetschen. Seitdem eine wichtige Mitarbeiterin ITIM vor wenigen Jahren verliess, scheint es allerdings ziemlich bergab zu gehen.

Immerhin liefert die Site ein paar wichtige offizielle Schritte auf dem Weg der Konversion: