Mittwoch, September 28, 2011

SHANA TOVA veMETUKA veCHATIMA Tova


 Photo: Miriam Woelke
B”H 

“Ein gutes, süßes, gesundes, erfolgreiches und friedvolles Neues Jahr 5772” wünsche ich allen meinen Bloglesern ! Der Feiertag beginnt heute abend und endet kurz vor Schabbateinbruch am Freitag abend. 

Da es aber gleich weiter in den Schabbat geht, melde ich mich erst wieder am Schabbatausklang (Mozzaei Schabbat).

Das Schofar gibt es nicht nur an Rosh Hashana


Dienstag, September 27, 2011

Chaim Adler singt: "Avinu Malkeinu & Unetane Tokef"





HAMELECH - Die Bedeutung des jüdischen Neujahrsfestes Rosh Hashana


Gesehen in Jerusalem
Photo: Miriam Woelke

B"H

Rosh Hashana, das jüdische Neujahrsfest, welches morgen (Mittwoch) abend beginnt, beinhaltet soviel mehr als nur den weiteren Beginn eines neuen Jahres im jüdischen Kalender.

Da wir Rosh Hashana zwei Tage lang feiern, beginnt im Anschluß daran gleich am Freitag abend der Schabbat.

Am vergangenen Schabbat (25. Elul) feierten wir den Jahrestag der Welterschaffung, wohingegen Rosh Hashana, der erste Tishrei, die Erschaffung von Adam und Chava (Eva) repräsentiert. Beide wurden am sechsten Tag (folglich an Rosh Hashana) erschaffen (siehe Talmud Rosh Hashana 8a, RIF, Tosafot, Maharsha, Sefat Emet).

Nun stellt sich automatisch die berechtigte Frage, warum wir das Neujahrsfest nicht am Tage der Welterschaffung, sondern am Tage der Erschaffung von Adam und Chava begehen ?

Weil die Welt erst mit der Erschaffung der Menschheit ihren eigentlichen Sinn und ihre Perfektion erreichte. Der Mensch ist die Krönung des Erschaffungsprozesses, denn nur er ist in der Lage, G – d zum König zu krönen und Seine Mitzwot (Gesetze) auszuführen (Talmud Rosh Hashana 8a, Sha'arei HaMoadim von Chabad).

Gleich zu Beginn des Talmud Traktates Rosh Hashana gibt es eine Diskussion darüber, ob die Welt am 1. des Monats Nissan (ca. April) oder am 1. Tischrei erschaffen wurde. Der Thorakommentator Or Chaim schrieb, wie ich finde, den besten Kommentar zu diesem Streitpunkt. Er kommentiert, dass G – tt am 1. Nissan an die Erschaffung der Welt dachte und die tatsächliche Aktion, sprich die Erschaffung selbst, erst am 1. Tishre'i vornahm.

Die Mischna im Talmud Rosh Hashana 16a lehrt uns, dass G – tt an Rosh Hashana die Menschheit richtet. Zu Beginn des Morgengebetes Schacharit am ersten und zweiten Feiertag beten wir das Gebet "HaMelech – Der König". G – tt sitzt auf Seinem Thron und richtet uns und gleichzeitig krönen wir Ihn zum König, denn Er allein hat die Welt und uns erschaffen.

Wie sitzt G – tt und richtet ?

Das Sitzen ist an dieser Stelle metaphorisch gemeint und heißt, Er beugt Sich zu uns hinab. Er ist uns näher als sonst. Außerdem lässt uns der Talmud Rosh Hashana wissen, dass G – tt, wieder metaphorisch betrachtet, drei Bücher vor sich liegen hat (Rosh Hashana 16b). In das Erste trägt Er jene Menschen ein, welche kaum Vergehen begangen haben und deshalb sofort in das Buch des Lebens für das kommende Jahr eingeschrieben werden koennen. Das zweite Buch ist für jene Sünder, die im Buch des Lebens aufgrund ihrer Vergehen keinen Platz mehr haben und das dritte Buch ist für all jene, die irgendwo dazwischen liegen. Allgemein wird angenommen, dass Letzteres auf uns zutrifft.

Laut jüdischer Tradition richtet G – tt an Rosh Hashana die gesamte Welt sowie die ganze Menschheit. Egal, ob Jude oder Nichtjude. Bei Juden allerdings zieht sich der Urteilsprozess bis zum Yom Kippur, zehn Tage nach Rosh Hashana, hin. Erst dann gibt es ein endgültiges Urteil (Talmud Rosh HaShana 16a).
Einigen chassidischen Kommentatoren zufolge wird das endgültige G – ttesurteil erst zu Chanukkah gesprochen.

Rosh Hashana wird außerdem Yom HaDin (Judgment Day), Yom HaZikaron (Day of Remembrance) sowie Yom Teruah (Day of Sounding) genannt. Die Bezeichnung Rosh Hashana finden wir nicht in der Thora, denn dort heißt es lediglich, dass wir am ersten Tag im siebten Monat einen "Day of Sounding" haben sollen. Der Talmud Traktat Rosh Hashana gibt schriftliche Beispiele, woran wir erkennen, dass jener Tag "Judgment Day" ist.

Nun könnte man meinen, dass das Neujahrsfest ein extrem ernster Feiertag ist und wir unser Büßergewand anziehen müssen. Teilweise stimmt dies, doch ist Rosh Hashana auch vor allem ein fröhlicher Festtag, was viele Leute vergessen. Unter anderem sollen wir festliches Essen servieren und uns freuen.

Aber der 1. Tischre'i repräsentiert nicht nur die Erschaffung der Menschheit, sondern auch unsere Vorväter Avraham und Yaakov wurden an dem Tag geboren. Da ein Zaddik (Gerechter) immer an seinem Geburtstag stirbt (siehe das berühmte Beispiel des König David an Schavuot beschrieben im Talmud Rosh Hashana 11a), starben Avraham und Yaakov auch an diesem Tag. Und es war an Rosh Hashana, dass G – tt sich an unsere Vormütter Rachel und Sarah sowie an die Mutter des Propheten Samuel (Shmuel) erinnerte. An dem Tag beschloß G – tt, dass diese drei bis dahin unfruchtbaren Frauen Kinder haben werden.

Wir sitzen also in den Synagogen und G – tt soll entscheiden, ob wir für das Neue Jahr ins Buch des Lebens eingetragen werden. Buch des Lebens heißt nicht nur Leben, sondern auch alle unsere Lebensverhältnisse werden bestimmt. Sei es nun unser Arbeitsleben, Freundeskreis, werden wir genügend Geld verdienen, ein Dach über dem Kopf haben und und und. All das gehoert dazu.

Es ist anzunehmen, dass jeder von uns mit den allerbesten Vorsätzen in die Synagoge geht. Wir kommen an, beten und versprechen alles Mögliche im kommenden Jahr besser zu machen. Andererseits weiss jeder irgendwie, dass der Wille zwar stark ist, aber das Fleisch schwach. Ich will damit sagen: Was passiert, wenn ich am Rosh Hashana alles Mögliche verspreche, es aber nicht einhalte und schon zwei Tage später in den alten Trott verfalle.

Hierauf gibt uns die Thora Antwort. Als Avraham seine zweite Frau Hagar und den gemeinsamen Sohn Ishmael fortsandte, ritten die beiden durch die Wüste und liessen sich später erschöpft nieder. G – tt hörte das Weinen des Kindes Ishmael und beschloß in dem Moment, ihn nicht verdursten zu lassen, obwohl er wusste, dass spätere Generationen Ishmaels das jüdische Volk vernichten wollen.
Hieraus lernen wir, dass G – tt einen Menschen in einem Augenblick richtet, obwohl Er natürlich weiss, dass derjenige wieder sündigen wird (siehe Talmud Rosh Hashana 16b) .

Wie begehen wir also Rosh Hashana ?

Normalerweise gehen die Männer einige Stunden vor dem Beginn des Neujahrsfestes in die Mikweh (Ritualbad). Allgemein gibt es zusätzlich noch den Brauch, Friedhöfe zu besuchen oder Zedakah (Spenden) zu geben (siehe Shulchan Aruch – Orach Chaim – Hilchot Rosh HaShana 581).

Die Super – und Wochenmärkte werden alle hoffnungslos überfüllt sein, denn es gilt die sogenannten Simanim zu besorgen (Karotten, Granatäpfel, Fisch – bzw. Schafskopf, Honig und dergleichen).

Kurz vor Beginn des Festes beten wir ein bestimmtes Gebet (siehe Machzor für Rosh Hashana), anhand dessen wir Schwüre, welche wir während des ausklingenden Jahres ausgesprochen haben, für Null und Nichtig erklären (Bitul Nedarim). Häufig im Leben kommt es vor, dass wir G – tt gegenüber etwas versprechen, dies kurz darauf wieder vergessen und es nie und nimmer einhalten. Allerdings vergißt G – tt unsere Schwüre nicht und koennte sie theoretisch bei der "Urteilsfällung" gegen uns verwenden. Aus dem Grunde sagen wir das spezielle Gebet.

Da diesmal dem Neujahrsfest sofort der Schabbat folgt, sollte jeder jüdische Haushalt ein "Eruv Tavshilin" machen. Siehe dazu das Machzor Rosh Hashana.

An Feiertagen sind uns zwei Dinge erlaubt, die am Schabbat verboten sind:

1. Wir dürfen ohne Eruv tragen. Dieses Nichtstragendürfen am Schabbat stellt sich für Israelis nicht, denn fast in jedem Ort haben wir in Eruv.

2. Am Feiertag dürfen wir von einem brennenden Feuer eine Flamme entzünden und so kochen. In der Praxis schaut das so aus, dass wir vor dem Feiertag eine 48 – Stunden Kerze anzünden und von jener dann mit einem Streichholz jederzeit eine Flamme entnehmen koennen. Auf diese Art und Weise dürfen wir einen Herd anzünden (in Israel gibt es überwiegend Gasherde) und kochen.

Da wir jedoch am Feiertag Essen für den Schabbat vorbereiten müssen und die Vorbereitung somit nicht unter die Kategorie "Essen für den Feiertag, sondern für einen anderen Tag" faellt, muss ein Eruv Tavshilin ausgesprochen werden. Die Prozedur hierfür kann jeder seinem Machzor entnehmen.

Üblicherweise geht es nach dem Kernzenanzünden in die Synagogen zum Abendgebet Maariv. Beim Kerzenanzünden nicht den zweiten Segen "She Hechiyanu" vergessen.

Zum Beginn des Rosh Hashana wird während des Maariv kein Schofar geblasen. Dies findet erst zum Morgengebet Schacharit an beiden Tagen statt.

Auch sagen wir kein HALLEL an Rosh Hashana. Einer der Gründe dafür, dass wir kein Hallel sagen ist, dass wir uns daran erinnern, dass G – tt ueber uns richtet und wir keine übermässige Freude zeigen sollen.

Nach dem Abendgebet wird zur festlichen Tafel geschritten. Normalerweise findet nach dem Kiddusch (Segnung des Weines) die Zeremonie der Simanim statt. Simanim heißt übersetzt "Zeichen" und es handelt sich hierbei um bestimmte Essenszubereitungen, welche wir in einer vorgeschriebenen Reihenfolge essen. Mit dabei sind natürlich der Äpfel, welcher in Honig getaucht wird und ein süsses gutes Neues Jahr repräsentiert. Jedem einzelnen kleinen Menu geht ein speziellen Segen voraus, der eine eigene Bedeutung hat. Die Simanim sind u.a. ein Symbol dafür, dass jeder Jude sein eigenes Schicksal ändern kann.

Eines der Simanim – Menus fällt jedes Jahr auf allgemeine "Begeisterung", denn es soll etwas Fleisch aus einem Fisch oder Schafskopf gegessen werden. Der Kopf liegt auf einem Teller und als ich vor Jahren bei Chabad den Schafskopf sah, fiel ich fast vom Stuhl. Vor allem weibliche Teenies kriegen da ihren Kreischanfall. Man kann sich auch weigern davon zu kosten, was viele tun. Das Fleisch aus dem Fischkopf symbolisiert, dass wir am Beginn von etwas stehen wollen und nicht nur am Ende.

Eine äusserst wichtige Rolle spielt der Honig. Das ganze Jahr über verteilen wir auf die Challot (Schabbatbrote) etwas Salz, aber an Rosh Hashana tauchen wir alles in Honig. Vor allem Chassidim essen ihr Brot mit Honig bis mindestens Hoshana Rabbah.

Nach dem Essen bzw. des nachts gibt es den Minhag (Brauch), Auszüge aus dem Talmud Traktat Rosh Hashana zu lernen. Bei mir befinden sich jene Auszüge (Pesukim) im Machzor, aber ich weiss nicht, wie es damit bei anderen Leuten in der Diaspora ausschaut.

Am darauffolgenden Morgen geht es zurück in die Synagoge, wo ein langer G – ttesdienst auf uns wartet. Bei den Chassidim noch laenger als anderswo üblich. Der Morgeng – ttesdienst Schacharit beginnt mit dem HaMelech – Gebet, indem wir, wie zuvor beschrieben, G – tt zum König krönen. Nur Er allein ist der Herrscher der Welt.

Bei Ashkenazim folgt das "HaDin" – Gebet und danach Avinu Malkeinu. Die Thoralesung am ersten Tag erzählt uns, wie Avraham seine zweite Frau Hagar fortsandte und G – tt ihr spaeter eine Wasserquelle zeigte. Was wir außer dem Richten in jenem speziellen Moment lernen ist, dass Hagar die Quelle erst sah als G – tt sie ihr zeigte. Wahrscheinlich aber war die Quelle schon die ganze Zeit dagewesen und Hagar hatte sie übersehen. Dies zeigt uns den tieferen in Situationen, wo wir meinen, es gebe keine Lösung für uns. Wir suchen und suchen und sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht. Hätten wir dagegen genau hingeschaut, dann hätten wir die perfekte Lösung sofort erkannt. Eine Lösung, welche gleich neben uns steht, wir sie aber nicht sehen.

Der Maftir am Ende der Thoralesung erfolgt aus Sefer BaMidbar (Numeri) 29:1, wo uns G – tt auftragt, einen Day of Sounding (Yom Teruah) zu haben.

Die anschliessende Haftarah (Lesung aus den Propheten) erzählt uns von Channah, der Mutter des Propheten Samuel (Shmuel).

In der Synagoge, in die ich gehe, wird nach der Haftarah jedesmal an dieser Stelle ein Kiddusch (Segnung des Weines) gemacht und es gibt ein paar Kuchenstücke zu essen. Im Anschluß darauf folgt das Blasen des Schofars. Im darauffolgenden Mussaf wird das Schofar nochmals geblasen.

Am zweiten Tag verläuft der Morgeng – ttes fast gleich. Allerdings lesen wir aus der Thora die "Akeidat Yitzchak", die Opferung des Yitzchak. Der Maftir ist der gleich dem Vortag.

Die Haftarah (Lesung aus den Propheten) erfolgt aus Yirmeyahu (Jesaja) 31:1 – 19. Hier verspricht G – tt den Juden, ewig an sie zu denken und sie zurückzuführen in das Land ihrer Vorfahren.

Die wichtigste Mitzwah am Rosh Hashana ist, dass ein jeder das Schofar hört.
Des weiteren gibt es noch einige Minhagim (Bräuche) wovon der bekannteste wohl ist, daß man am Rosh Hashana sich nachmittags nicht hinlegt und schläft. Außer des nachts soll jeglicher Schlaf vermieden werden, denn G – tt richtet über uns und da macht ein Mittagsschläfchen keinen guten Eindruck. Außerdem essen wir keine Nüsse, denn das hebräische Wort für Nuss "Egoz - אגוז" hat die gleiche Gematria (Zahlenwerte hebräische Buchstaben) wie das Wort Vergehen - חטא (Chet).

Am ersten Feiertag ist es üblich (Minhag) nach dem Nachmittagsgebet Mincha zu einem Fluß oder Meer zu gehen und das Taschlich – Gebet zu sprechen. Der Brauch des Taschlich begann im Mittelalter und steht symbolisch für G – ttes Vergebung unserer Vergehen am Judgment Day. Wer Taschlich verpaßt, was mir oft passiert, der kann dies noch während der zehn Tage bis Yom Kippur nachholen und bei vielen Chassidim sogar noch bis Hoshana Rabbah. Wer keinen Fluß in der Nähe hat, der kann sich an einen Brunnen oder einen Wasserhahn stellen (nicht im Badezimmer !!!) und und spricht bei laufendem Wasser das Gebet (siehe Machzor).

Sollte der erste Rosh Hashana – Feiertag auf einen Schabbat fallen, so findet das Taschlich am zweiten Tag statt. Aber in diesem Jahr sind wir von der Regel befreit und Taschlich findet ganz normal am ersten Tage statt.

Wer in Israel nicht gerade am Meer wohnt, hat es schwer, denn nicht überall fließt ein Fluß vorbei. Zu Tempelzeiten war es in Jerusalem anders, doch heute ist der Gichon ausgetrocknet. Es gibt Quellen, zu denen man gehen kann, jedoch befinden sich diese im oder nahe des arab. Dorfes Silwan (gegenüber des Tempelberges) und nicht immer ist der Gang dorthin ohne Sicherheitsrisiko.


Rosh Chodesh Tishre'i – Der Beginn des jüdischen Monat Tischre'i

Rosh Hashana ist zugleich der Beginn des Monats Tischre'i und diesbezüglich fasse ich mich nur kurz. Da mich viele um die kabbalistischen Bedeutungen eines jeden Monats baten, hier die Kurzfassung für den Monat Tischrei.

Jeder jüdische Monat symbolisiert ein Sternzeichen, einen der israelitischen Stämme, einen hebrä. Buchstaben, einen der menschlichen Sinne und ein Organ.

Das Sternzeichen ist die Waage, da G – tt uns richtet und unsere Vergehen gegenüber unseren guten Taten aufwiegt. Bei dem israelitischen Stamm handelt es sich um Ephraim, die Farbe des Tischre'i ist rot – violett, der Buchstabe ist das Lamed ל, das Organ ist die Galle und der menschliche Sinn ist das Anfassen.


Zom Gedaliah – Der Fastentag des Gedaliah

Den Fastentag des Gedaliah begehen wir am 3. Tischrei gleich anschliessend an Rosh Hashana. Der Vorteil ist, dass viele eh eine Diät nach all dem Festtagsessen brauchen und da kommt der Fastentag gerade recht. In diesem Jahr allerdings wird der Zom Gedaliah auf Sonntag verlegt, da Rosh Hashana vom Schabbat gefolgt wird und es am Schabbat verboten ist, zu fasten. Eine Ausnahme hierfür bildet der Yom Kippur, welchen wir nächste Wochen begehen und der diesmal auf einen Schabbat fällt. Wenn Yom Kippur auf den Schabbat fällt, wird gefastet !!!

Zom Gedaliah ist für nicht wenige ein Fastentag, zu dem sie keinen persönlichen Bezug finden und ich bilde da keine Ausnahme. Man sagt sich, naja, eigentlich sollte man fasten, aber tut es dann doch nicht. Zum Zom Gedaliah habe ich einige Ausführungen im Talmud Rosh Hashana 18b gefunden, die so mancherlei Ansicht vielleicht aendert.

Wie erwähnt, findet er normalerweise am 3. Tischre'i statt und ist ein Halbfastentag. Gefastet wird von morgens (ca. 5.00 Uhr) bis ca. 20.00 Uhr am Abend.

Wer war Gedaliah überhaupt und was hat er mit mir zu tun ?

Gedaliah war der vom babylonischen König Nebuchadnezzar eingesetzte jüdische Gouverneur über Eretz Israel (nach der Ersten Tempelzerstoerung). Er wurde von seinem Landsmann Ishmael ben Nethaniah umgebracht. Eine Schreckenstat, die wenig spaeter zur voelligen Ausloeschung jüdischen Lebens in Israel führte (siehe Yirmeyahu – Jeremiah 39 – 41).

Der Zom Gedaliah war schon zu Zeiten des Zweiten Tempels ein Fastentag und wir sollen uns bewusst machen, dass der Tod eines Zaddik (Gerechten) der einer Tempelzerstoerung gleicht. Besonders erinnert wurden wir an das Ereignis als der ehemalige Premier Yitzchak Rabin ermordet wurde. Nicht, daß Rabin so ein großer Zaddik war, doch toetet kein Jude einen anderen Juden.

Auf alle Faelle wünsche ich jetzt schon einmal allen Lesern ein
Gutes und Gesundes Neues Jahr 5772 und das alle ins Buch des Lebens eingeschrieben werden !!!!

Chag Sameach, Shana Tova ve' Chatimah Tova !!!!

Honig, Honey, Dwasch





B"H

Honey (Engl.) genauso wie Dwasch (Hebrä.) bedeutet Honig und es ist der Honig, der uns ab Rosh HaShana bis hin zu Hoshana Rabbah verfolgen wird. Es herrscht der Brauch, dass wir während der Zeit Apfelstücke in Honig tauchen, was symbolisiert, dass wir ein gutes und süßes Neues Jahr haben werden. Der süße Honig soll die Freude im Herzen hervorrufen, so der chassidische Rabbi Zadok HaCohen aus Lublin.

Die hohen Feiertage stehen an und hier eine kleine Dateneinsicht in das, was uns in den kommenden Wochen erwartet:


Mittwoch abend, 28. September 2011
Erev Rosh Hashana - Abends Beginn des jüd. Neujahrfestes Rosh HashanaNicht vergessen, einen Platz in der Synagoge zu reservieren !!! Die meisten Synagogen sind an Rosh Hashana und Yom Kippur lange ausgebucht und es kostet einen Stange Geld, an den Tagen seinen Sitzplatz zu reservieren.

Donnerstag und Freitag (29. September + 30. September):
Rosh HaShana, Neujahrsfest
Nicht vergessen das Taschlich am ersten Tag von Rosh HaShana !!!


Freitag Abend, 30. September 2011
Rosh Hashana geht sofort in den Schabbat über. Der Schabbatz zwischen Rosh Hashana und Yom Kippur wird "Schabbat Teschuva - Schabbat der Umkehr" genannt. Die zehn Tage zwischen Rosh Hashana und Yom Kippur werden "Aseret Yamei Teshuva - 10 Days of Repentance" genannt. Für sie gelten einige spezielle Regeln sowie natürlich der Brauch (Minhag) der Kapparot.


Sonntag, 2. Oktober:
Der Halbfastentag Zom Gedaliah


Freitag abend + Schabbat (7. + 8. Oktober):
Yom Kippur


Mittwoch, 12. Oktober:
Erev Sukkot - Beginn des Laubhüttenfestes Sukkot
In Israel feiern wir acht Tage Sukkot, in der Diaspora dagegen werden neun Tage Sukkot gefeiert.
Nun eine kleine Änderung, denn diese Tage gelten nur für Israel, da es in der Diaspora etwas anders gehandhabt wird. 
Für die folgenden Daten sollte sich jeder an seine Gemeinde wenden, denn ich nenne hier lediglich die israelischen Daten !


Vom Abend des 12. - zum Abend des 20. Oktober 2011:
Sukkot

Mittwoch, 19. Oktober:
Hoshana Rabbah

Dienstag, 20. Oktober:
Simchat Thora

Rosh Hashana ist, wie ich zuvor schon mehrere Male berichtete, ein Tag, an dem G - tt die gesamte Menschheit und die ganze Welt richtet. Nicht nur Juden, sondern auch Nichtjuden.
SHANA TOVA - Ein gutes, erfolgreiches und gesundes Neues Jahr 5772 !!!

Die Nachmänner von Uman

B"H

Derzeit machen sich Tausende Breslover Chassidim nach Uman, zum Grabe ihres Rabbi Nachman, in der Ukraine auf. Genauso, wie es Rabbi Nachman von Breslov es seinen Anhängern vor seinem Tode auftrug. An Rosh HaShana in Uman zu sein und am Grabe Rabbi Nachmans zu tanzen, ist so mit das Größte für einen Breslover Chassid.


In der Vergangenheit habe ich so einiges über die unterschiedlichen Richtungen innerhalb der Chassidut Breslov berichtet und meine alten Beiträge bedürfen einer grundlegenden Erneuerung. Die Breslover sind immer wieder in den Negativschlagzeilen zu finden. Jedenfalls jene selbsternannten Breslover des Ba’al Teshuva Movements. Entweder haben sie nie von ihrer kriminellen Vergangenheit abgeschworen, sperren ihnen eigenen Rabbiner ein, weil sie meinen, er sei zu senil (so geschehen bei Rabbi Eliezer Berland) oder rennen dem Geld nur so hinterher (Rabbi Shalom Arush). Wer dagegen die einzig wahren Breslover sucht, der finde sie, unter anderem, in Mea Shearim; in der großen Breslover Synagoge des Rabbi Me'ir Schechter. Dort gibt es das Original und keinen zusammengewürfelten Haufen von Möchtegern – Neureligiösen. 

Nach Uman fahren sie jedoch alle. Fast alle, denn das Na Nach Nachman Movement (welches sich momentan ebenso in den Negativschlagzeilen befindet, da Gründer Daniel Ambash wegen Vergewaltigung und Körperverletzung in Haft sitzt) verfolgt eine anderweitige Ideologie. Demnach ist ihr ehemaliges Oberhaupt, Rabbi Israel Odesser eine Reinkarnation des Rabbi Nachman. Odesser ist schon lange verstorben, doch er soll als Meschiach zurückkommen. Damit habe sich Uman erledigt, denn schliesslich wurde das Grab des Rabbi Nachman überflüssig, da er in Rabbi Israel Odesser reinkarniert worden ist; und Israel Odesser liegt auf dem Har HaMenuchot in Jerusalem begraben. Demzufolge sollten die Breslover ans Grab des Rabbi Israel nach Jerusalem fahren und nicht nach Uman. 

Dennoch fahren einige Na Nach Nachmans nach Uman und ich fragte schriftlich bei Simcha Ambash an (einer der sechs Frauen des skandalträchtigen Daniel Ambash), warum dennoch einige Mitglieder an Rosh Hashana in der Ukraine zu finden seien. Sie antwortete mir, dass all das nur dazu diene, den Namen des Rabbi Israel Odesser public zu machen. Oder in anderen Worten: Die Nanas wollen Werbung für ihre eigene Ideologie betreiben.

Die Meinung des ehemaligen sephardischen Oberrabbiner Ovadiah Yosef zum Uman - Kult an Rosh Hashana:


 Rabbi Ovadiah Yosef meint, dass Rosh Hashana ein Familienfest sei und kein Mann (wie in Breslov) einfach nach Uman abhauen solle und die Frau mit den Kindern zum Fest allein dasitzt. Dieser Tage: 


Dieser Tage: Vom Ben Gurion Flughafen nach Uman

 


Alles zum Breslover Na Nach Nachman Movement

Chassidut Breslov, Teil 2


Lehren des Rabbi Nachman von Breslov

Darf eine Frau an Rosh Hashana das Schofar blasen ?

B”H  

Ist es nur Männern vorbehalten, am Rosh Hashana das Schofar zu blasen oder darf dies auch eine Frau tun ? 

Laut dem Schulchan Aruch (Code of Jewish Law) darf eine Frau das Schofar blasen.

Montag, September 26, 2011

Das BUCH DES LEBENS



B”H 

Dieser Tage wünschen sich Juden gegenseitig “Shana Tov – Ein Frohes Neues Jahr”, denn am Mittwoch abend beginnt das jüdische Neujahrsfest Rosh Hashana. 

Trotz aller Neujahrswünsche wird das neue Jahr wird nicht mit Feuerwerk begonnen, sondern mit Freude und der Umkehr zu G – tt. G – tt nämlich “sitzt” und richtet die Juden sowie den gesamten Erdball. Wobei Juden erst am Yom Kippur ihr Urteil erhalten und Nichtjuden bereits am Rosh Hashana. 

Außer dem “Shana Tova” wird sich gegenseitig eine “Chatima Tova – Gute Unterschrift” gewünscht. 
Was soll das sein ? 

In der Zeit von Rosh Hashana bis Yom Kippur (viele Kommentaroren sagen “bis Ende Sukkot”) sitzt G – tt und richtet. In Symbolsprache gesprochen liegen auf Seinem Tisch drei Bücher. In das erste, dem Buch des Lebens, kommen alle guten Leute, denen noch ein weiteres Lebensjahr gewährt wird. Mindestens bis zum nächsten Rosh Hashana. 

In das zweite Buch schreibt G – tt all jene Personen, die weder zu gut noch zu böse sind und sich in der Mitte bewegen. Derlei Juden erhalten erst am Yom Kippur ihr endgültiges G – ttesurteil und können sich in den zehn Tagen zwischen Rosh Hashana und Yom Kippur bewähren. 

Das dritte Buch ist das Gegenteil des Buch des Lebens. Wer ist dermassen schlecht, dass er schlimme Urteile zu erwarten hat ? 

Die Mehrheit aber befindet sich in der Mitte und muss dich dieser Tage bewähren. Einmal seine gute Seite zeigen anhand von Gebet, weniger sündigen, nett zu seinen Mitmenschen sein, hilfsbereit oder Spendengelder geben. 

Dafür, dass G – tt uns am Rosh Hashana eine gute positive Unterschrift in das Buch des Lebens in Aussicht stellt, darum bitten wir an dem Feiertag. Zehn Tage danach, am Yom Kippur, wird sich gegenseitig “Gmar ve’Chatima Tova” gewünscht. Eine gute Unterschrift ins Buch des Lebens und somit das endgültige Urteil inklusive dem Stempel G – ttes. 

Was ist mir im ausklingenden Jahr 5771 wiederfahren und was will ich im neuen Jahr 5772 besser machen ?

Dabei sollten wir von zu übertriebenen Versprechungen lieber Abstand nehmen, denn wer ist letztendlich in der Lage, zuviel auferlegtes einzuhalten. Zwar hegen wir an diesen hohen Feiertagen die allerbesten Vorsätze, doch sind die Tage erstmal vorüber, sinken auch die Emotionen und Gelassenheit zieht auf. Vielleicht ist es keine schlechte Idee, sich eine kleine Sache vorzunehmen. Zum Beispiel, jeden Tag mindestens einmal ein bestimmtes Gebet zu sagen oder einen Segen über das Essen. Einen Segen, eine gute Tat. 

Wer gleich anfängt sich vorzunehmen, perfekt zu sein, der verliert nach ein paar Tagen die Lust und gibt auf. Was jedoch ist Leben und wozu sind wir hier ? Besteht unsere Aufgabe darin, vollends religiös zu sein und nur der Perfekte kommt weiter ? Ganz sicher nicht, denn jeder von uns besitzt andere Aufgaben und ebenso unterschiedliche Fähigkeiten. Die Stärken des einen müssen noch längst nicht meine Stärken sein; so sehr ich mir dies vielleicht auch wünschen mag. 

Leben bedeutet für mich, dass man eine gewisse Zufriedenheit mit sich selbst entwickelt. Auf die Religion bezogen trifft dies genau so zu. Herausfinden, was momentan geht und anderes als Zielsetzung für die Zukunft einplanen. Denn was nützt mir meine Liste mit all den Thoragesetzten, die ich erfülle, wenn ich zugleich als depressiver unzufriedener Mensch ende ?

Das Schofar

B"H


Wer früh morgens an den Synagogen in aller Welt vorbeigeht oder sich an der Kotel (Klagemauer) befindet, der hört während des Morgengebetes Schacharit seltsame Klänge aus einem Horn. Ein Außenstehender mag sich über die Männer wundern, die in die Hörner blasen und so fremdartige Klänge erzeugen.

Beim Schofar handelt es sich überwiegend um ein Widderhorn, welches seit dem Beginn des Monat Elul vor ein paar Wochen beim Morgengebet geblasen wird. Der Shulchan Aruch - Orach Chaim - Hilchot Rosh HaShana 581 lehrt, dass es Gemeinden gibt, in denen das Schofar auch nach dem Abendgebet Maariv geblasen wird.

Das jüdische Neujahrsfest Rosh HaShana (Beginn an diesem Mittwoch abend !) ist nicht ausdrücklich in der Thora erwähnt. In Sefer BaMidbar 29:1 (Book of Numbers, Numeri) heißt es lediglich:

"Und im siebten Monat, an dessen ersten Tag, sollt ihr einen heiligen Tag haben, an dem ihr nicht arbeitet; es ist ein Tag an dem das Teruah zu hören sein soll".

In der Thora heißt es ganz simpel: "It is a day of sounding".

Teruah ist einer der drei Töne, die wir mit dem Schofar erzeugen. Jeder der drei Töne steht für unterschiedliche Namen G - ttes. Bei den anderen beiden Tönen handelt es sich um Tekiah und Schevarim.

Einfach so ein Widderhorn nehmen und hineinblasen funktioniert im Judentum nicht. Jeder, der das Schofar bläst, erzeugt diese drei Töne in einer vorgeschriebenen Reihenfolge und Anzahl.







Das lange Schofar wird meist nur von sephardischen Juden geblasen.


Das aschkenazische Schofar ist wesentlich kleiner und schlichter.


Insgesamt werden an beiden Tagen von Rosh HaShana während des Morgengebetes Shacharit 100 Töne erzeugt. Es ist unüblich, das Schofar am Abend von Rosh HaShana zu blasen (Shaarei HaMoadim - Chabad). 


 



Das erste Mal findet das Schofarblasen gleich nach der Thoralesung statt und zum zweiten Mal während des gleich anschließenden Mussafgebetes. Es üblich, während des Schofarblasens stehen, dennoch ist es nicht ausdrücklich verboten, sich hinzusetzen. Es ist verboten, während des Schofarblasens zu sprechen und jeder soll sich so gut wie möglich auf die erzeugten Töne konzentrieren. Im Buch "Pri Etz Chaim" (die Lehren des großen Kabbalisten Rabbi Yitzchak Luria) heißt es, dass unsere weltlich erzeugten Töne sich mit den Tönen in der oberen Welt vereinigen und so die Gnade G - ttes erwecken. Und genau darum geht es am Rosh HaShana (Neujahsfest). Jeder Einzelne von uns steht vor G - ttes Thron und muß Rechenschaft über seine Vergehen ablegen. Anhand der Schofartöne sollen wir zur Umkehr aufgerufen werden. Die Töne sind so eindringlich, dass sie uns das Herz und uns zur Umkehr bewegen (Rabbi Shlomo Kluger in Kehilat Yaakov).


Aber nicht nur für die Umkehr steht das Schofar. Genauso sollen dessen Töne uns an den Erhalt der Thora erinnern und uns zugleich das Kommen des Meschiach ins Bewußtsein rufen. Rosh HaShana ist ein Tag, an dem die ganze Welt G - tt als den einzigen wahren König anerkennen soll, denn Er allein hat die Welt und uns alle erschaffen.


Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass wir an die "Akeidat Yitzchak - die Opferung des Yitzchak durch Avraham" (siehe Genesis - Vayeira) erinnert werden. G - tt hatte Avraham einen Test auferlegt; er solle seinen Sohn Yitzchak opfern, was Avraham aus Liebe zu G - tt sofort ausführen wollte. Für G - tt war dies nur ein Test zu prüfen, ob Avraham es wirklich ehrlich mit der Liebe G - ttes meint. Niemals hatte G - tt die Absicht, den Yitzchak wirklich opfern lassen zu wollen, denn im Judentum ist jegliche Art von Menschenopfer laut Thora verboten.


Als Avraham auf dem Tempelberg (Har HaMoriah) zur Tat schritt, griff G - tt sofort ein und statt des Yitzchak wurde ein Widder geopfert. An Rosh HaShana wollen wir G - ttes Gnade, die er Avraham auf dem Tempelberg zeigte, wiedererwecken und deshalb benutzen wir an Rosh haShana überwiegend ein Widderhorn (siehe die Gemara im Talmud Traktat Rosh HaShana 16a).


Jeder der drei unterschiedlichen Schofartöne repräsentieren laut dem kabbalistischen Buch "Shushan Sodot" entweder G - ttes Gnade (Rachamim) oder sein Richten (Din):


Der Tekiah - Sound steht für die Gnade und Shevarim sowie Teruah stehen für Sein Urteil (Din).


Im Shulchan Aruch - Orach Chaim - Hilchot Rosh HaShana finden wir noch weitere zusätzliche Halachot (Gesetze) zum Thema "Schofar".


Paragraph 589: Zum Beispiel darf das Schofar auch von Frauen geblasen werden.


Paragraph 585: Das Hören des Schofar ist die wichtigste Mitzwa an Rosh HaShana (siehe auch Talmud Rosh HaShana 34b), denn es ist eine biblische Verpflichtung (Deoraita). Vor dem Schofarblasen sagen wir einen speziellen Segen.


Paragraph 586: Ein Schofar muss koscher sein, heißt, es darf keine Schäden wie Risse etc. aufweisen.


Sollte der erste Tage von Rosh HaShana auf einen Schabbat fallen, so wird das Schofar erst am zweiten Tag geblasen, da es am Schabbat Muktze ist. Früher zu Tempelzeiten war es üblich, dass Schofar auch am Shabbat zu blasen, aber nur INNERHALB der Tempelmauern.


Der Koznitzer Maggid, Rabbi Israel Hofstein, schreibt, dass sobald das Schofar geblasen wird, G - tt unsere Umkehr wahrnimmt und uns mit Gnade richten wird.


Mein persönlichen Erfahrungen vom Schofarblasen sind immer sehr emotional. Der Sound des Schofars ruft tatsächlich in jemandem zur Umkehr auf, vor allem, nachdem man schon einige Zeit das intensive Schacharit hinter sich hat. Religiöse oder Säkulere, alles lauschte still in der Synagoge dem Schofar.


Für Interessierte fällt mir noch eine spezielle Halacha ein:
Was passiert, wenn jemand taub ist oder ein Hörgerät benutzt ? Darf er es an Rosh HaShana anstellen, um so das Schofar hören zu können ?


Die halachische Antwort lautete, dass er es nicht anstellen darf, aber er sich unbedingt nicht weit vom Schofar plazieren muß, um die Töne wenigstens etwas hören zu können. Im Fall, dass jemand ganz taub ist, muß er sich genauso vor das Schofar stellen, um die Mitzwah zu erfüllen. Selbst wenn er absolut nichts hört, hat er zumindest neben dem Schofar gestanden.



Rosh Hashana und die Noachidischen Gesetze

B”H 

Was ist ein Ben Noach ? Eine kleine Erklärung dazu gibt es HIER

Von Mittwoch abend bis zum Freitag abend, wenn Juden ihr Neujahrsfest Rosh Hashana begehen, sitzt G – tt zu Gericht. Nicht nur die Juden werden gerichtet, sondern das gesamte Universum. Die Welt und alle Nichtjuden gleichsam. 

Im Judentum hat G – tt nichts mit einer Trinität zu tun, sondern ist EIN G – tt. Ein G – tt und kein Vater, Sohn, Onkel oder Geist. 

Wer, zum Beispiel, an das Christentum glaubt, der muss sich darüber im Klaren sein, dass er, gemäss der Thora, Götzendienst betreibt, denn er betet einen falschen Meschiach an, den er auch noch als “Gott” darstellt. Der Götzendienst ist eines der schwerwiegendsten Vergehen überhaupt. Kein anderes Vergehen wird von G – tt so viele Male in der Thora erwähnt wie der Götzendienst. Nicht nur für Juden ist er verboten, sondern genau so für Nichtjuden. 

Ein Noachide glaubt daher an EINEN G – tt, der die Welt und jegliche Existenz erschuf. Wer meint, er könne Noachide sein und trotzdem an J. glauben, der ist kein Noachide, sondern steckt in seiner Götzenwelt fest. 

Gerade am Rosh Hashana ist es wichtig, sich zu G – tt zu bekennen. Zum einzig wahren G – tt und keinem falschen Meschiach J. Wenn G – tt die nichtjüdische Welt richtet, so sollte diese sich auf die Sieben Noachidischen Gesetze konzentrieren, anstatt auf falsche Propheten zu setzen.

Rabbi Dov Lifshitz verstarb im Alter von 84 Jahren

B”H 

In den frühen Morgenstunden verstarb am vergangenen Freitag der Vorsitzende der israelischen Anti – Missionsorganisation YAD LE’ACHIM, Rabbi Dov Lifshitz. Er wurde 84 Jahre alt. 

Ich kannte Rabbi Lifshitz nicht persönlich, hörte ihn jedoch viele Male im israelischen Rundfunk sprechen. Immer sehr bestimmt im Kampf gegen Missionare, die sich an Juden heranmachen, um sie zum Götzendienst überreden wollen. Nichtsdestotrotz kenne ich einige Yad Le’Achim Angestellte. In Jerusalem genau so wie in Bnei Brak und bin mir daher sicher, dass die Organisation wie gehabt weiterlaufen wird.

Sonntag, September 25, 2011

Ist Benjamin Netanyahu ein SHOMER SHABBAT ?

B”H 

Auf meinem englischen Blog stellte jemand die Frage, ob Benjamin Netanyahu den Schabbat einhält. 

Die Antwort darauf lautet, dass er dies nicht tut. Netanyahu ist KEIN Shomer Shabbat ! 

Darüber hinaus ißt er nicht koscher und wurde vor ein paar Jahren nebst Gattin Sarah in einem unkoscheren Restaurant in Jerusalem photographiert.

Rosh Hashana und die Liebe


Samstag, September 24, 2011

Happy Birthday, Welt !!!

Der Big Bang
B"H
 
Heute (Schabbat - Samstag) ist der 25. Elul, der Tag, an dem G - tt unser Universum erschuf. Das in dieser Woche (Mittwoch abend) beginnende Rosh HaShana steht für die Erschaffung der beiden ersten Menschen - Adam und Eva (Chava).

Ganz besonders am heutigen Tag sollten wir G - ttes Erschaffungen zu würdigen wissen !

SELICHOT vor Rosh Hashana



B"H

In der Gemara (rabbinische Diskussionen) des Talmud Traktates Nedarim 39b finden wir das Statement, dass G - tt vor der Erschaffung unseres Universums sieben Dinge erschuf. Eines davon ist die "Teschuva - Umkehr zu G - tt". Ohne die Möglichkeit der Umkehr nach einem Vergehen, könnte der Mensch nicht existieren.

In kabbalistischer Literatur heißt es, dass bevor G - tt unsere Welt erschuf, Er andere Welten erschuf.
Was bedeute das "andere Welten" ?


In Seinen Gedanken erschuf G - tt andere Welten vor der unseren materiellen Welt. G - tt ist das einzige Wesen überhaupt, welches mit Seinen Gedanken erschaffen kann. Wir Menschen hingegen benötigen unseren Körper, Werkzeuge oder Material, um etwas zu erschaffen / herzustellen.

Ebenso lautet es in der Kabbalah, dass G - tt die vorherigen Welten wieder zerstörte, denn praktisch gesehen kann ein Mensch mit einem von G - tt gegebenen FREIEN WILLEN dort nicht existieren.
Die vorherigen Welten, welche G - tt mit seinen GEDANKEN erschuf, und welche anscheinend auch nur dort existierten, waren auf DIN (GERICHT) ausgerichtet. Bedeutet, sobald ein Mensch sündigen täte, müsste G - tt diesen automatisch richten. Demnach könnte der Mensch nach einem strengen Gericht sofort sterben.

Aber ist es wirklich Sinn und Zweck unserer Erschaffung, dass wir nach jedem Vergehen, selbst, wenn es nur in unseren Gedanken stattfindet, sofort auf der Stelle gerichtet werden ? Wie lange wären wir da wohl in der Lage zu überleben ? Wenige Minuten ? Eine Stunde ?


Deswegen musste so etwas wie Teschuva (Umkehr) und Gnade (Rachamim) her. Nur so ist unsere Welt lebensfähig.
Wir Menschen bekamen von G - tt die FREIE WAHL (B'chirat Chofschit) uns für Ihn oder gegen Ihn zu entscheiden. Entweder leben wir ein moralisches oder ein unmoralisches Leben. Ein Religiöses oder ein Säkuleres.


Eines jedoch können wir immer tun: Teschuva machen. Unsere Vergehen bereuen und versuchen, in Zukunft alles besser zu machen.
Diese Tür der Teschuva hält G - tt jederzeit für uns offen. Nie ist es dazu zu spät, wobei ich gleichermassen daran erinnere, dass der Rambam (Maimonides, 1135 - 1214) in seiner "Mischna Thora - Hilchot Teschuva" Ausnahmen der Teschuva beschreibt. Für einen jeden von uns kann eine Zeit kommen, in welcher unsere Vergehen so gravierende Formen angenommen haben, dass eine Teschuva unmöglich wird und G - tt unsere Reue nicht mehr annimmt. Nehmen wir hier Hitler, Eichmann, etc. als Beispiel. Bei solchen Leuten hilft eine Umkehr nichts mehr und ihre Seelen werden vernichtet.

Bleiben wir bei weniger extremen Fällen, nämlich bei uns selbst.

Jetzt vor Rosh HaShana (jüd. Neujahrsfest), welches diesmal am Abend des 28. September beginnt, ist die Zeit der Reue und Umkehr. An Rosh HaShana richtet G - tt die gesamte Welt und ALLE Menschen auf ein weiteres Jahr. Ebenso Nichtjuden !

Wird es Hungersnöte, Vulkanausbrüche und anderweitige Katastrophen geben ? Wie wird mein persönliches Neues Jahr ausfallen ? All das wird an Rosh HaShana entschieden. Juden haben Zeit bis zum Yom Kippur und erst dann, zehn Tage nach Rosh HaShana, fällt die Entscheidung.
Juden verfügen mit ihren Gedanken, Worten und Taten (Mitzwot) die Kraft, die oberen spirituellen Welten zu beeinflussen. Anhand der Mitzwot (Gebote) können sie unsere materielle Welt in die oberen spirituellen Welten hinauf befördern.

An jüdischen Fastentagen sowie insbesondere vor Rosh HaShana wollen wir G - ttes Gnade erwecken. Schließlich wollen wir alle gnadenvoll von Ihm gerichtet werden und nicht mit zu strengem Din (Gericht). Deswegen beten wir gerade in den Tagen vor Rosh HaShana spezielle Gebete, welche sich SELICHOT nennen. Übersetzen könnte man dies mit "ENTSCHULDIGUNGEN". Wir gestehen unsere Vergehen vor G - tt ein und geloben Besserung.

Sephardische Juden (aus Marokko, Tunesien, Spanien, Kurdistan, Irak, etc.) folgen dem Brauch, die Selichot Gebete am zweiten Tag des Monatsbeginn Elul zu beginnen. Aschkenazische Juden (Europa, USA, Russland, etc.) dagegen beginnen die Selichot erst am Mozzaei Schabbat (Schabbatausklang) direkt vor dem Rosh HaShana - Fest (diesmal am 24. September). Fällt Rosh HaShana jedoch auf einen Montag oder Dienstag, so beginnen auch für die Aschkenazim die Gebete eine Woche vorher.

Die Selichot Gebete sind in einem eigenen Gebetbuch zusammengefasst und bestehen aus poetischen Texten (Piyutim) sowie aus Gebeten. Beginnen tun wir stets mit dem Psalm 145 (Aschre'i Yoshev Be'itecha …) und danach folgt ein halbes Kaddisch.

Anmerkung: Das Kaddisch ist KEIN Totengebet, wie viele meinen, sondern vielmehr preisen wir darin die Größe G - ttes. Der Text ist auf Aramäisch und die Aufgabe des Kaddisch besteht darin, unterschiedliche liturgische Abläufe während eines Gebetes / G - ttesdienstes voneinander zu trennen.
Normalerweise werden die Selichot ca. eine Stunde nach Mitternacht (oder vor dem Morgengrauen) gebetet. Die erste Nacht der Selichot ist von besonderer Wichtigkeit, denn dann sitzt G - tt Gericht.

Schon zu Zeiten der Geonim (800 - 1000 nach Beginn der Zeitrechnung) wurden Selichot gebetet. Am 25. Elul erschuf G - tt unser Universum, an Rosh HaShana wurden die ersten Menschen, Adam und Eva (Chava) kreiert. Laut dem Gaon von Vilna (GRA) beginnen aschkenazische Juden mit ihren Selichot ausgerechnet an einem Mozzaei Schabbat (Schabbatausklang), weil dies den ersten Tag der Welterschaffung repräsentiert. Der erste Tag der Erschaffung war ein Sonntag (Yom Rischon). Im Judentum beginnt der neue Tag jedoch schon mit Einbruch der Dunkelheit des vorhergehenden Tages. Somit am Abend zuvor. Demnach begann die Welterschaffung am Samstag abend und der erste Tag endete am Sonntag abend.

 
Der "Big Bang" - Die Welterschaffung



Die SELICHOT Gebete der aschkenazischen Juden vor Rosh HaShana beginnen in dieser Woche: Nach dem Schabbatausklang am Samstag abend ! Jeden darauffolgenden Tag vor dem Rosh HaShana beten wir also Selichot und das Gebetbuch ist in jeden einzelnen Tag unterteilt. Am ersten Tag beten wir beispielsweise:
 
Psalm 145 (Aschre'i), ein halbes Kaddisch, dass wir vor G - tt stehen und Seine Gnade erbitten (Lecha A - do - nai), A - do - nai - E - l - Rachum veChanun ( G - ttes Gnade ist groß)
- Dieses Gebet wird innerhalb der Selichot mehrere Male wiederholt und am Yom Kippur beten wir es unzählige Male, sodass wir es spätestens beim Ne'ilah Service (dem letzten G - ttesdienst vor dem Ausklang des Yom Kippur) auswendig kennen. Genauso wie das VIDUI (Geständnis): "Aschamnu. Bagadnu. Gasalnu. Dibarnu Dofi. He'evinu", etc.

Wir gestehen hier unsere Sünden stets im PLURAL ein ! Als das gesamte jüdische Volk.
Darüber hinaus bestehen die Selichot ebenso aus weiteren einzelnen Gebeten. Jedesmal wieder sind es bewegende Momente an der Jerusalemer Klagemauer (Kotel) zu stehen und des nachts die Selichot zu beten. Viele Betende sind dermassen vertieft in ihr Gebet (Kavanah), dass sie sogar weinen, denn es heißt, das Tränen das Tor zu G - ttes Gnade öffnen.
 Selichot


Das Buch "Shaare'i Moadim" von Chabad / Lubawitsch lehrt folgende Inhalte:

- Der Schabbat, an welchem abends die ersten Selichot gebetet werden, wird "Schabbat Selichot" genannt.

- Die Selichot vor Rosh HaShana ersetzten spezielle Opferungen aus der Tempelzeit, denn ohne den Dritten Tempel sind
Juden derzeit außerstande, Opferungen darzubringen.

 


Weiterer Link: 
 

Beginn der SELICHOT Gebete vor Rosh Hashana


B"H
Heute Nacht (circa eine Stunde nach Mitternacht) beginnen die aschkenazischen Juden in aller Welt mit den traditionellen Selichot - Gebeten vor dem Feiertag Rosh HaShana.

Sephardische Juden begannen bereits am Rosh Chodesh Elul (vor fast einem Monat) mit den Selichot.
Dem Brauch nach beginnen aschkenazische Juden die Selichot am Mozzaei Schabbat (Schabbatausklang am Samstag abend) vor dem Rosh HaShana. Rosh Hashana selber beginnt am Mittwoch abend dieser neuen Woche.

Gerald Schroeder zum Alter des Universums

B”H

Einige Male schon berichtete ich in der Vergangenheit vom Physiker Dr. Gerald Schroeder, welcher zum Big Bang des Universums einen Thorabezug aufbaut. Er beweist, dass die Thora, insbesondere das erste Kapitel der Bibel “Bereshit – Genesis”, durchaus Recht hat. Dass G – tt unser Universum erschuf und dass die Wissenschaft immer mehr die Korrektheit der Thora beweist. Selbst dann, wenn Wissenschaftler gegen jegliche religiöse Sichtweisen eingestellt sind.

Laut Schroeder, der zwar gebürtiger Amerikaner ist, doch schon Ewigkeiten in Jerusalem lebt, bestehen die sechs Tage der Erschaffung aus Millionen, wenn nicht Milliarden, von Jahren. Zum Zeitpunkt der Welterschaffung existierte noch kein 24 – Stunden – Tag geschweige denn eine Zeitrechnung. Selbst nahm ich vor 15 Jahren einmal an einem Vortrag des Physikers teil. Das war seinerzeit in Jerusalem bei der Yeshiva (relig. Schule) AISH HATORAH, wo Schroeder in den wöchentlich stattfindendem zweitägigen DISCOVERY Kurs unterrichtete.

Die folgenden Videoteile müssen so ungefähr aus der Zeit stammen. Obwohl die Videoqualität nicht immer die beste ist, der Inhalt ist höchst interessant und bis heute gültig. 

Übrigens wurde die Welt heute erschaffen ! Am 25. ELUL, welcher auf den heutigen Schabbat (Samstag) fällt. Unser Universum feiert (e) also heute Geburtstag ! 


Freitag, September 23, 2011

The Maccabeats: Book of Good Life

B"H 

Die amerikanisch - jüdisch - religiöse Boygroup "The Maccabeats" mit ihrem neuesten Song und Video.

Der jüdische Thorakommentator SFORNO zur Thora Parashat Nitzavim


 Gesehen in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

B"H 

Die wahre Umkehr zu G – tt ist das Verlangen, zu Ihm zurückzukehren und nicht, um sich von einem Leiden zu befreien (verbunden mit der Hoffnung, dass es einem besser geht, wenn man sich denn nur an G – tt wendet) oder gar einen g – ttlichen Segen zu erhalten.

Donnerstag, September 22, 2011

Parashat Nitzavim - VaYelech - פרשת נצבים וילך




B"H
Die Thoralesung für diesen Schabbat 

Wortdefinitionen zu den zwei Thoralesungen an diesem Schabbat:

NITZAVIM = STEHEN

VAYELECH = GING (Moshe ging)


Dieser Schabbat ist der Schabbat vor Rosh HaShana und in beiden Parshot, welche wir in den Synagogen lesen, ruft uns G - tt erneut zur Einhaltung Seiner Thora auf.

"Ihr steht heute alle vor HaShem Elo – hei - chem (vor Eurem G – tt …)"

mit diesem Satz beginnt die Parashat Nitzavim. Auch finden wir hier die Erwähnung zweier Namen G - ttes, welche zum einen den gütigen vergebenden G - tt, aber zum zweiten auch den richtenden G - tt darstellen.

Am letzten Tag seines Lebens versammelte Moshe nochmals alle Stämme vor sich, um alle an den Bund mit G - tt zu erinnern. Nitzavim wird stets am Schabbat vor Rosh HaShana gelesen, denn nicht nur damals zu Moshes Zeiten standen die Juden vor G - tt, sondern wir tun dies heute genauso (Beer Moshe). Das "Heute" in der Thora bedeutet nicht nur das "Heute" in der Vergangenheit. Die Thora ist bis in alle Ewigkeiten gültig und somit hat alles auch einen Bezug auf das heutige Judentum.

Wie damals die Israeliten, so werden auch wir an Rosh HaShana vor G - tt stehen und über unsere Taten des letzten Jahre Rechenschaft ablegen müssen. Nicht nur jene Juden, die damals persönlich vor G - tt standen, gingen den Bund mit Ihm ein und verpflichteten sich zur Einhaltung der Thora. In Nitzavim heißt es ebenso, dass jene nachfolgenden Generationen, die nicht persönlich anwesend waren, sich gleichzeitig zur Einhaltung des Bundes verpflichten. Der Thorakommentator Sforno legt die Bedeutung des Satzes so aus, dass die Älteren verpflichtet sind, ihre Kinder zu unterrichten. Die Zukunft des Judentums hängt immer von der jüdischen Bildung ab. Schon im frühen Alter soll einem Kind Thoraunterricht erteilt werden. Wenn Juden eine neue Gemeinde gründen, dann wird noch vor der Synagoge eine Schule für die Kinder gebaut. Es ist extrem wichtig, dass ein Kind von kleinauf das Judentum erlernt und sich so der Rolle seiner jüdischen Identität bewusst wird.

Die Gemara im Talmud Traktat Niddah 30b lehrt, dass wir alle vor unserer Geburt als Embryo die Thora im Mutterleib gelehrt bekommen. Sobald aber ein Baby das Licht der Welt erblickt, kommt ein Engel und gibt, bildlich gesprochen, dem Baby einen Klapps auf den Mund, was zur Folge hat, dass das Baby nach der Geburt die gesamte Thora wieder vergißt. Die Lebensaufgabe besteht dann darin, sie wieder neu zu erlernen.

Die Gemara im Talmud Traktat Shabbat 146a wirft eine interessante Frage auf:

Was ist eigentlich mit den Konvertiten zum Judentum, die nicht am Berg Sinai gestanden und die Thora erhalten haben ?

Die gleich anschliessende Antwort lautet, dass diese zwar nicht persönlich anwesend waren, dennoch aber ihr "Mazal" dort war. Ein "Mazal" ist an dieser Stelle ein persönlicher Engel eines Jeden, der die Person beim Himmlischen Gericht vertritt. Die Person war selber nicht dort, doch ein Engel hat sie sozusagen vertreten.

Und wieder warnt uns die Thora vor dem Götzendienst. Nach der Überquerung des Jordan und der Einnahme des Landes soll man sich keinesfalls anderen G - ttern zuwenden. Immer und immer wieder wiederholt G - tt dieses Verbot in Seiner Thora. Kein Gesetzesbruch wird von Ihm so streng geahndet wie der Götzendienst. Die Thora verpflichtet uns, nur an Ihn zu glauben und uns nicht von unserer Umwelt von anderen fremden Ideen oder falschen Thorainterpretationen verleiten zu lassen. "Wenn Ihr die Mitzwot (Gesetze) einhaltet, dann bleibt ihr in dem Land, welches Ich euch gegeben habe und wenn nicht, dann wird Mein Zorn auf euch lasten und ihr werdet das Land verlieren, in die Diaspora gehen, wo fremde Völker über euch herrschen. Wenn ihr jedoch Buße tut (Teschuva, Umkehr) und die Mitzwot einhaltet, dann werde Ich Gnade zeigen und euch wieder in euer Land zurückführen". Aus diesen Sätzen lernen wir, dass G - tt selbst in der Diaspora immer bei uns sein wird und uns niemals verlässt. Rabbi Shimon bar Yochai sagte: "Kommt und seht wie sehr G - tt die Israeliten liebt ! Wo immer sie sich auch in der Diaspora befinden, G - ttes Anwesenheit (Schechinah) ist immer mit ihnen. Und G - tt wird sie aus der Diaspora zurück nach Israel führen" (siehe Talmud Megillah 29a).

Zu Zeiten der zwei Tempel, war G - ttes Anwesenheit (Schechinah) für jedermann deutlich spürbar. Vor allem zu Zeiten des Ersten Tempels waren allerlei Wunder für jedermann sichtbar. Nach den Zerstörungen ist das nicht mehr der Fall und G - tt hat sich etwas weiter von der Welt “zurückgezogen”. Ganz verlassen aber tut Er uns nie. Durch den sogenannten TIKUN OLAM, eine Korrektur der eigenen Seele sowie der Welt durch die Erfüllung der Mitzwot, sind Juden jederzeit in der Lage, den jetzigen Zustand zum Positiven zu verändern. Viele sehen die Gründung des Staates Israel schon als Einleitung zum hoffentlich baldigen perfekten Tikun Olam und der Ankunft des Meschiach.

Jederzeit können wir zu G - tt umkehren (Teschuva machen) und nicht nur an Rosh HaShana. Allerdings ist G - tt im Monat Elul und in der Zeit bis Yom Kippur besser für uns erreichbar als zu anderen Zeiten. An Rosh HaShana beten wir im Morgengebet Schacharit das Gebet "HaMelech", in dem wir G - tt zu unserem König krönen. In "HaMelech" heißt es metaphorisch, dass G - tt auf Seinem Thron sitzt und uns richtet. Wörtlich zu nehmen ist dies nicht und "sitzen" bedeutet, dass G - tt sich zu uns "niederbeugt" bzw. "herabläßt" und so unseren Gebeten näher entgegenkommt und sie erhört.

Wann immer die Juden sich mit ihren Gebeten an G - tt wenden, ist Er nahe bei ihnen erhört sie. Unsere Gebet haben die Macht, jegliches negatives G- ttesurteil in etwas Positives umzuwandeln. So auch an Rosh HaShana (siehe Talmud Rosh HaShana 18a).

In Parashat VaYelech findet das Hakhel Erwähnung, welches alle sieben Jahren und ein Jahr nach dem Schemittah - Jahr am ersten Tag des Chol HaMoed Sukkot (der erste Zwischenfeiertag des Laubhüttenfestes) gelesen wird. Hierbei wird das gesamte Buch Deutoronomy (Sefer Devarim) gelesen. Früher las es der König dem jüd. Volk im Tempel vor und heute findet die Hakhel - Zeremonie vor der Klagemauer statt.

Im Jahre 2001 war ich anwesend und es war ein überwältigendes Ereignis. Nachgebaute Trompeten aus dem Tempel wurden geblasen und leiteten die Zeremonie ein. Danach lasen abwechselnd sephardische und ashkenazische Rabbiner die Thoraabschnitte vor. Der Platz vor der Kotel (Klagemauer) war komplett überfüllt und jeder wollte dabei sein.

Noch ein kleiner Hinweis Rosh HaShana betreffend:
Es reicht nicht aus, dass wir auf intellektueller Basis wissen, dass es einen G - tt gibt. Die Mitzwot und Gebete sollen nicht nur intellektuell ausgeführt werden, sondern auch emotional. Nur, wenn alles vom Herzen kommt, kann es zu einer wirklichen Teschuva (Teschuva) kommen ! 

An den Feiertagen, vor allem am Yom Kippur, werden wir mit Synagogengängen und Gebeten nur so überflutet. In dem Moment, in dem wir inmitten des Gebets nachdenken und es intellektuell analysieren wollen, verlieren wir total den Faden. Wir denken nach und nichts kommt mehr vom Herzen. Aber es ist äußerst wichtig, dass das Gebet vom Herzen kommt und daher sollte der Gebetsinhalt vielleicht später daheim intellektuell analysiert werden. 

Die Haftarah (Lesung aus den Propheten nach der Thoralesung) wird aus Yeshayahu (Jesaja) 61:10 - 63:9 gelesen. Auch in ihr geht es um Teschuva und darum, dass G - tt Sein Volk wieder zurückführen wird. Außerdem beginnen wir Ashkenazim in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit den Selichot - Gebeten vor Rosh HaShana. Die Selichot sollten zwischen Mitternacht und dem Morgengebet Shacharit gebetet werden. Ratsam ist es, eine Stunde nach Mitternacht zu beginnen. 

Schabbat Schalom