Donnerstag, Dezember 09, 2010

Photos aus Jerusalem


Die Grosse Synagoge in Jerusalem.



Chanukkah Sufganiot




Chabad und die Chanukkiah





Synagogeneingang



Häuserwand mit Pashkevilim (haredischen Mitteilungspostern) am
Kikar Schabbat / Mea Shearim.





In Mea Shearim

Photos: Miriam Woelke

Mittwoch, Dezember 08, 2010

Rabbiner entscheiden: Keine Immobilien an Araber

B"H

Die Welt regt sich wieder einmal über die Juden auf und bei soviel Ignoranz kommt mir stets alles hoch. Netanyahu und Peres fahren nun auf demselben internationalen Schiff mit. Kein Wunder, denn Bibi soll ja neuerdings bereit sein, den verstorbenen Marmara Terroristen der Flotilla vom Juni sogar Entschädigungsgelder in Höhe von 100,000 Dollar pro Kopf zu zahlen.
Wiedergutmachungsgelder für Terroristen, weil Netanyahu der Friede mit der Türkei wichtiger ist. Damit fällt er wieder einmal mehr seinem Land in den Rücken und die Kritik an jenen Rabbinern, die da unterschrieben, keine Immobilien an Araber zu vermieten oder zu verlaufen, wird hinfällig. Wer soll den Schwätzer Netanyahu noch ernst nehmen ?

Die Absicht jener Rabbiner, die den Erlass gegen jüdischen Immobilienbesitz an Araber unterschrieben haben, ist einfach erklärt: Man will einfach keine arabischen Nachbarn, denn das bringt Zoff. Vielleicht geht es bedingt in Orten wie Haifa, Nazeret oder Akko gut; wobei es auch in Akko sowie Nazeret zu Unruhen zwischen Juden und Arabern kam. Anderswo jedoch, und das selbst in Yaffo, ist der Ofen aus und es funktioniert nicht.

Die Frage ist, ob wir solch einen offiziellen Erlass brauchen, denn seit jeher vermieten oder verkaufen selbst wenig säkulere Juden ihre Wohnungen an Araber. Im tadellosen Ramat Aviv oder Herzliya will man garantiert keine Araber als Nachbarn. Schimon Peres wohnt in Ramat Aviv und will ganz sicher sein Penthouse nicht mit einem Araber in der Nachbarschaft disqualifizieren.

Richten wir jedoch unser Augenmerk auf den umgekehrten Fall:
Sind die Araber bereit, einen Juden in einem ihrer Orte aufzunehmen ? Ein Haus zu vemieten oder zu verkaufen ? Nein, und dazu benötigt der Araber keinen Erlass, sondern es ist ungeschriebenes Gesetz. Kein Araber will einen Juden sehen, der sich in Beit Chanina oder anderswo niederlässt. Selbst die drusischen Orte nicht, wie wir vor wenigen Wochen in den Zeitungen lasen. Ein Jude hatte ein Haus in einem drusischen Dorf am Carmel gekauft und sobald dies öffentlich wurde, schlug ihm die Feindschaft der drusischen Bewohner entgegen. Der Jude gab auf und verkaufte die Immobilie.

Israel sucht seine Identität zu wahren und hierbei geht die Thora nicht konform mit den so "liberalen", doch dummen ignoranten Vorstellungen der Welt.

Kein Zugang für Cohanim !

B"H

COHANIM, die Nachkommen Aharons, gingen einem besonderen Dienst im Tempel nach und musste daher von biblischen Unreinheiten (exakte Definierungen finden sich im Talmud) ferngehalten werden. Unter anderem gilt als Unreinheit, mit Toten in Berührung zu kommen.

Siehe, u.a., mehr dazu HIER !



Cohanim ist das direkte Entlanglaufen vor dieser Mauer verboten !

Gesehen ausserhalb des Friedhofes von Herzliya.

Photo: Miriam Woelke

Chanukkah in Jerusalem


Die Chabad Chanukkiah auf dem Kikar Zion (Zion Square) in Downtown Jerusalem.

Photo: Miriam Woelke

Wenn mit Kindern zum Judentum konvertiert wird

B"H

Meine Freundin "Frumlife" setzt ihre Serie über die Schwierigkeiten der Konversion zum Judentum fort. Diesmal: Was man bedenken sollte, wenn schon Kinder da sind. Was wird dann aus der Konversion ?

http://frumlife.blogspot.com/2010/12/converts-with-kidspart-i.html

Montag, Dezember 06, 2010

Juden sollen Juden heiraten

Rosh Chodesh TEVET - Beginn des jüdischen Monat TEVET



Die SOREK - Höhle


B"H

Heute abend beginnt der neue Monat Tevet. Ein Monatsbeginn, den wir morgen sowie übermorgen feiern.
Jeder neue Monatsbeginn repräsentiert gleichzeitig einen Neubeginn in unserem Leben und gerade dann ist die Zeit für positive Veränderungen. Chanukkah ist das einzige Fest, welches in zwei Monaten stattfindet. Es beginnt im Kislev und geht mittendrin hinüber in den Tevet. Durch das Zünden der Chanukkah – Kerzen bekommt der Monatsbeginn des Tevet eine zusätzliche höhere Bedeutung. Jede weitere Chanukkah – Kerze bedeutet die Erhöhung der Freude und des eigenen inneren Lichtes, welches jeder in sich trägt. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass jeder Einzelne daheim seine eigene Chanukkiah zündet. Eben wegen jenes inneren Lichtes.

Jeder jüdische Monat hat in der Kabbalah (Sefer Yetzirah - The Book of Creation) eine bestimmte Farbe, einen Buchstaben, einen israelitischen Stamm, ein Organ, ein Sternzeichen und einen der menschlichen Sinne.

Die Farbe des Monats Tevet ist blau, der israelitische Stamm ist Dan, der Sinn ist der Ärger, der Buchstabe ist Ayn (Ain), das Sternzeichen ist der Steinbock und das Organ ist die Leber.

Was genau sagen uns diese kabbalistischen Eigenschaften ?

Historisch betrachtet ist Tevet, zusammen mit den Monaten Tammuz und Av, verbunden mit negativen Geschehnissen für die Juden. Vor allem der 10. Tevet, auf den ich in wenigen Tagen in einem weiteren Beitrag noch näher eingehen werde.

Unsere Aufgabe besteht im Monat Tevet darin, unseren individuellen Kampf gegen unseren eigenen Ärger zu führen. Daher ist die Leber das Organ des Tevet, denn im Talmud Traktat Berachot 61b heisst es, dass das zuständige Organ für den Ärger die Leber ist.
Wir müssen unseren negativen Ärger überwinden und ihn in positiven Ärger umwandeln.
Was ist positiver Ärger ?
Unsere innerste Sorge der Seele (Neschama) dass die Realität positiv sein wird und zusätzlich das eigene Ego überwinden und einer Perfektion entgegen streben.

Die Kabbalah geht auch auf das Sternzeichen des Steinbocks ein:
Leute, die in jenem Sternzeichen geboren sind, haben ein starkes Bedürfnis nach finanzieller Sicherheit, sind bodenständig und familien - und verantwortungsbewußt.
Andererseits haben sie kein leichtes Leben, denn sie haben eine Menge Probleme und Herausforderungen zu bewältigen. Der Planet Saturn herrscht über das Sternzeichen des Steinbocks und Saturn steht für Zerstörung, aber auch gleichzeitig für spirituelle Weisheit und neue Ideen. Steinböcke haben die Fähigkeit ihre Probleme zu überwinden. Sie sind Survivors.

Halachisch gelten folgende Regeln für den Rosh Chodesh:

1) Fasten ist verboten.

2) Einfügen des Gebetes "Ya'ale ve Yavo" in das Birkat HaMazon (Grace after Meal).

Es ist Brauch, dass Frauen an den Tagen keine grösseren Hausarbeiten verrichten.

Chodesh Tov - Einen guten Monat, Chanukkah Sameach und ebenso Schabbat Schalom !

Sonntag, Dezember 05, 2010

Die Legende vom "Baer Miriam - Miriams Brunnen"


 Die Stelle des vermuteten Brunnen.


B"H

Es war der engste Anhänger des grossen Kabbalisten Rabbi Yitzchak Luria, 1534 - 1572, der da folgende Geschichte berichtete:

Rabbi Chaim Vital sagte, dass er einmal mit Rabbi Luria in einem Boot über den Kinneret (See Genezareth) ruderte. Rabbi Yitzchak Luria führte ihn zu einer bestimmten Stelle an der Südseite des Sees und erklärte ihm, dass an dieser Stelle der Brunnen der Miriam (Baer Miriam) von den Israeliten aus der Wüste liegt.

Der Brunnen, aus dem die Israeliten in der Wüste ihr Wasser schöpften, wird Miriam zugesagt. Mit ihrem Tod versiegte der Brunnen. Die Legende sagt, dass Miriam in Tiberias begraben liegt. Ihr Grab kann bis heute besicht werden. Somit liegt die Annahme nahe, dass der Brunnen sich nicht weit von ihrem Grab befindet. Der Kabbalist Rabbi Luria sagte, der Brunnen sei im See versteckt und habe bis heute seine Heilkraft nicht verloren. Offen zu sehen ist er allerdings nicht, doch kann die Stelle im See besucht werden.



Der Haredi (links) steht vor dem Grab des grossen Kabbalist Rabbi Yitzchak Luria in Zfat (Safed). Etwa 40km von Tiberias entfernt.

Photo: MIRIAM WOELKE.

Rabbi Ovadiah Yosef und seine Aussagen


B"H

Wenn sich einige Israelis über die Aussagen des ehemaligen sephardischen Oberrabbiner Ovadiah Yosef aufregen, dann kann ich das noch einigermassen nachvollziehen. Wenn allerdings Juden oder besser gesagt, viele Nichtjuden, aus dem Ausland hysterisch werden, dann entzieht sich das meinem Verständnis. Vielerseit sind es gerade jene Juden, die sich aufregen, denen orthodoxe Aussagen eh nicht gefallen oder die die Thora nie richtig lernten. Geschweige denn Talmud.

Es ist durchaus richtig, dass Rabbi Yosef an vielen Mozzaei Schabbat häufig gerne diverse Sachen loslässt. Dies geschieht bei seiner Wochenansprache nach dem Schabbat. Was ich an Rabbi Yosef kritisiere ist, dass er viele tiefe jüdische Konzepte einfach so herausredet, ohne an die öffentlichen Konseqenzen zu denken. Nicht, dass, was er sagt, sondern wie er es an den Mann bringt.
Beispiel:

Wer als Mann zwischen zwei Frauen geht, ist ein Esel.

Es entspricht der Richtigkeit, dass diese Aussage im Talmud steht und relig. Männer normalerweise nicht zwischen zwei Frauen gehen, sondern am Rand bzw. drumherum.

Weiteres Beispiel:

Die Holocaust - Opfer sind Seelen, die einen Tikkun (Seelenkorrektur) brauchten.
Dieses Konzept allein ist sehr schwer zu verstehen und beruht einem jüdischen Thora-, Talmud - und Kabbalhkonzept der "Erev Rav". Leider habe ich bisher noch nie die Zeit gefunden, ausführlich darüber zu berichten, sondern habe dies immer nur am Rande getan.

Das Kontroverse ist, dass Rabbi Ovadiah Yosef nichts Falsches sagt, sondern dass er etwas behauptet, ohne G - tt jemals gefragt zu haben. Woher will er all das so genau wissen ? Zum Beispiel das mit den Opfer der Shoah ? Allerdings tut dies nicht nur Rabbi Yosef, sondern selbst der einstige Satmarer Rebbe Yoel Teitelbaum, der dem Zionismus eine Teilschuld am Holocaust einräumt.

Wenn Rabbi Yosef etwas sagt, dann ist das talmudisch untermauert, doch kann man nicht Dinge in die Öffentlichkeit werfen, von denen Otto Normalverbraucher nichts versteht. Ohne Ahnung zu haben, macht sich dann jeder seine eigenen Gedanken und versucht sich etwas zusammen zu reimen, was völlig falsch ist.

Der Rabbi hat Recht, wenn er sagt, alles Geschehen auf der Erde und im Universum hängt von G - tt ab, der da alles entscheidet. Nichts geschieht einfach so, sondern hat einen Hintergrund, der uns oft verborgen bleibt. Wie ich mehrmals andeutete, sehen wie Menschen nur einen Teil des Gesamtbildes und G - tt sieht alles. Daher sollte niemand sofort richten und meinen, er verstehe alles besser als Rabbi Ovadiah Yosef.

In Hinsicht auf den Brand auf dem Carmel gab es sicherlich einen Grund; einen Grund, den wir nicht kennen, doch die Juden in Israel sollten einmal in sich gehen und fragen, was schief läuft.  

Samstag, Dezember 04, 2010

Ist Facebook Vorsitzender MARK ZUCKERBERG Jude ?

B"H


Nicht immer kann man aus einem Familiennamen schlussfolgern, dass eine Person tatsächlich Jude ist. In Deutschland gibt es unzählige "Rosenthals", die keine Juden sind. Auch ist nicht jeder mit dem Vornamen "David" oder "Sarah" Jude. Daraus ergibt sich, dass jemand mit dem Namen "Zuckerberg" genauso Nichtjude sein kann.


Ist der Facebook Vorsitzende MARK ZUCKERBERG Jude ?


Mark Elliot Zuckerberg wurde am 14. Mai 1984 im US - Bundesstaat New York geboren. Wie auf Wikipedia zu lesen ist, hält Zuckerberg heute lediglich 24 % der Facebook Anteile und ich hatte mir schon gedacht, dass ganz andere Leute dort die Fäden ziehen und Zuckerberg nur noch als Frontman fungiert. Aber das nur kurz nebenbei.

Laut Wikipedia entstammt Zuckerberg aus einem jüdischen Elternhaus, liefert jedoch, ausser einer gefeierten Bar Mitzwah, keine genauen Details. Seine Eltern sind Karen and Edward Zuckerberg und er hat drei Schwestern.

Freitag, Dezember 03, 2010

Die kleinen Wunder des Alltags



B"H

Der Radiosender "Radio Kol Rega" fragte in einer heute ausgestrahlten Sendung nach Wundern. Und das nicht in direkter Verbindung zum Waldbrand im Carmel Gebirge, sondern allgemein. Die Moderatorin erwartete anscheinend Ideen zu Chanukkah, doch ihre Gesprächspartnerin, eine Unternehmensberaterin, gab eine ganz andere und unerwartete Antwort.

Ein Wunder muss nicht immer im großen Rahmen mit G - tt und allem stattfinden; ein Wunder geschieht schon allein, wenn ich etwas im Leben bewerkstellige. Zum Beispiel einen Wechsel in meinem Leben anstrebe und auch durchsetze. Ich will mein Leben ändern und dazu gehört nicht nur Traum und Phantasie, sondern eine aktive Umsetzung. Und das allein sein ein Wunder.

Ich fand die Idee gar nicht einmal schlecht, obwohl sie nicht im super relig. Rahmen lag.
Wie oft redet fast jeder von Veränderungen im Leben, doch wieviele Menschen setzen ihren Traum tatsächlich real um. Zuviel ängste drücken da im Hinterkopf. Angst vor dem Scheitern oder das man hinterher irgendwo vor dem Nichts steht. Also lieber das alte Leben weiterführen, sei es auch noch so düster. Aber wenigstens hängt einem dann nicht die Existenzangst im Nacken. Daraus ergibt sich, dass das Agieren eines Menschen schon ein kleines alltägliches Wunder darstellt.

Donnerstag, Dezember 02, 2010

Israel braucht dringend Regen !

Parashat Miketz



B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Parashat Miketz wirft einige Fragen auf, die niemand so richtig zu beantworten in der Lage ist. Wir erfahren, wie Yosef aus dem Gefängnis freikam, der Aufstieg zum Stellvertreter Pharaos und dann das Wiedersehen mit den Brüdern in Ägypten.
Die berühmte Frage, welche diese sowie die nächste Parashat Vayigash aufwirft lautet:


Wie war das Verhältnis des Yosef zu seinen Brüdern nach all der 
Wiedersehensfreude ? 


Er selber unterwarf seine Brüder allen nur erdenklichen Tests um festzustellen, ob sie nicht doch noch die alten, ihm feindlich gesinnten, Charaktäre waren.
Aber selbst wenn sich die gesamte Familie wiederfindet, inwieweit gibt es ein 
Vergeben ?

Ich las alle möglichen Kommentare, doch immer wieder kam in mir der Gedanke an ein Interview hoch, welches vor einiger Zeit in der israelischen Tageszeitung MAARIV veröffentlicht wurde. Dort beschrieb ein israelischer Soldat, der sich einst nach dem Yom Kippur Krieg (1973) dreieinhalb Jahre lang in ägyptischer Kriegsgefangenschaft befand, von seiner Zeit nach der Freilassung und dem "Leben danach".


Zu Zeiten Yosefs hasste man alles, was aus dem damaligen Canaan kam und verachtete jeden als Primitivling. Yosef bildete da keine Ausnahme, denn für die hochkultivierten Ägypter war er anfangs soetwas wie ein Dorftrottel.

Der ehemalige israelische Soldat ging nicht auf die Zeit seiner Kriegsgefangeneschaft ein, sondern teilte den Eltern des gekidnappten Soldaten Gilad Shalit mit, was sie erwartet, wenn ihr Sohn freikommen sollte. Er wird ein anderer Mensch sein und nichts ist mehr so, wie es war. Das ist es, was die Shalits nicht begreifen bzw. noch nicht wahrhaben wollen. Zwischen ihnen und ihrem Sohn werden stets die Jahre der Gefangenschaft stehen und genauso stelle ich es mit bei Yosef und seiner Familie vor. Bei ihnen ist die Angelegenheit noch gravierender, denn es stehen viel mehr Jahre zwischen dem Verkauf des Yosef sowie dem letzendlichen Wiedersehen.

Selbstverständlich war alles ein G - ttesplan, so wie alles in unserem Leben nach Seinem Plan verläuft. Der Verkauf des Yosef musste erfolgen, um die Israeliten so nach Ägypten zu bewegen, damit der Auszug sowie die Vergabe der Thora stattfinden konnte.

"Und es geschah nach zwei Jahren…." - So lautet der erste Satz der dieswöchigen Thoralesung. Das Wort "Miketz" wird gewöhnlich dem " nach Ende…." übersetzt. "Nach dem Ende / Ablauf von zwei Jahren.

Die Frage ist nur, welches Ende / Ketz ist an dieser Stelle eigentlich gemeint ? Was oder wann war der Beginn der hier erwähnten zwei Jahre ?

Wenn wir uns die vorherige Parashat Vayeshev ansehen, dann lautet das dortige Ende, dass der Mundschenk des Pharao freikam und Yosef vergaß. Wörtlich heißt es sogar: "Der Mundschenk erinnerte sich nicht mehr an Yosef; er vergaß ihn".

Yosef hatte sich von dem Mundschenk einiges erwartet, denn dieser hätte die Traumdeutungen an hoher Stelle erwähnen und so eine Freilassung Yosefs ermöglichen können. Folglich ist also anzunehmen, dass der Mundschenk vor zwei Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurde und nun Pharao seine Traum hatte. Und siehe da, der Mundschenk erinnerte sich wieder.

Allen Kommentatoren machen insbesondere die ersten Worte dieser Parasha zu schaffen. Am eindringlichsten geht wohl das kabbalistische Buch "Zohar" auf das Wort "Miketz" ein. Zuerst einmal wird Yosef schwer angeklagt. Aber das nicht nur im Zohar, sondern genauso vom Kommentator Ohr HaChaim und allen nur erdenklich anderen Kommentatoren. Wie konnte Yosef sein Vertrauen nur auf den Mundschenk
beschränken ? In dem Moment der Freilassung des Mundschenks dachte Yosef, dass auch er bald freikäme, denn sicher werde der Mundschenk dafür sorgen. Doch nichts geschah und Yosef saß weitere zwei Jahre in Haft. Diese zusätzlichen zwei Jahren werden als G - ttesstrafe bezeichnet.

Der "Zohar" fährt fort, dass Yosef einzig und allein hätte auf G - tt vertrauen sollen und nicht auf einmenschliches Wesen. Rabbi Shimon bar Yochai sagt im Zohar, dass das "Ende - Ketz" die Zeit "des sich nicht erinnern" darstellt. Symbolisch werden diese zwei Jahre in je zwei Level unterteilt: in der des Vergessens und in den des sich erinnern. G - tt erinnerte sich an Yosef und bewirkte, dass Pharao träumte und sich der Mundschenk erinnerte.

In der chassidischen sowie der kabbalistischen Lehre hat das Wort "Miketz - nach Ende" jedoch noch eine weitere wichtige Bedeutung. Der Sefat Emet sowohl als auch der Chozeh (Seher) von Lublin, Rabbi Yaakov Yitzchak Horowitz (1745 - 1815), sehen in dem Wort sowie im Traum des Pharao versteckte Metaphern, die noch eine ganz andere Botschaft für uns bereithalten. Die Thora kann in vielfacher unterschiedlicher Weise gelernt werden. Die einfachste ist, sie als Geschichtsbuch zu lesen oder nur das einfache Peshat zu studieren. Heißt, eine einfache Bedeutung des Textes ohne irgendwelche Zwischeninterpretationen. Andererseits wissen wir, dass die Thora eine offene Botschaft genauso wie viele versteckte Botschaften für uns bereit hält. Die Kabbalah und ebenso die Chassidut helfen uns diese verborgenen Hinweise zu erfassen und zu begreifen.

"Miketz - Ende" ist gleichzusetzen mit "Dunkelheit", so der Ohr HaChaim, der Sefat Emet, der Seher von Lublin und viele andere Kommentatoren. "Dunkelheit" auf der Welt bedeutet, dass die Menschen ihre Yetzer HaRah, ihren negativen inneren Neigungen, folgen. Sobald es jedoch Licht wird, verwandelt sich das Negative in Positives. Demnach ist das Ende der zwei Jahre symbolisch gleichgesetzt mit dem Kommen des Meschiach, denn in dem Moment wird es Licht und die Yetzer HaRah des Menschen verschwindet. Im Zeitalter des Meschiach wird es keine negativen menschlichen Eigenschaften mehr geben. Nach der Dunkelheit ließ G - tt das Licht erstrahlen, heißt, er sorgte dafür, dass Yosef freikam.

Aber wieso bezieht sich die Interpretation auf die Gegenwart bzw. die Zukunft. Yosef kam aus dem Gefängnis frei, aber was hat das nach all den Tausenden von Jahren mit uns und dem Kommen des Meschiach zu tun ?

Den Fehler, welchen viele Leute begehen ist, die Thora und die Propheten als Geschichtsbücher zu lesen. Das war einmal und wen interessiert heute schon groß, was König David oder Avraham taten ? Was hat das mit mir zu tun ?
Ganz im Gegenteil, denn die Thora darf niemals als Geschichtsbuch gelesen werden, sondern so als ob es jetzt und heute mir passieren tut. Es soll uns etwas mitgeteilt werden, was genauso einen Bezug zu meinem persönlichen Leben hat als seinerzeit auf Avraham etc. Da die Thora auf alle Zeiten gültig sein wird, hat sie jederzeit einen aktuellen Bezug.

Und so sieht der chassidische Sefat Emet im Traum des Pharaos die aktuelle Botschaft für uns, denn auch unsere Aufgabe besteht darin, uns in guten Zeiten auf eventuelle schlechte Zeiten vorzubereiten. Wie die mageren Kühe im Traum des Pharao die fetten Kühe fraßen, so kann es uns ergehen. In Zeiten, in denen es uns gut geht, ist es extrem leicht, an G - tt zu glauben. Falls überhaupt, denn wer braucht G - tt, wenn es mit gutgeht. Sobald jedoch schlechte Zeiten für jemanden beginnen, erinnert er sich schnell an G - tt und erwartet Hilfe. Wenn es geht sofort. Deshalb sollen wir uns in guten Zeiten mental auf eventuell folgende schlechte vorbereiten, damit wir die Keduscha (Heiligkeit) mitnehmen können, um nicht zu verzweifeln.

Als Yosef letztendlich aus dem Gefängnis freikam, war er fast 30 Jahre alt. Zwölf Jahre war er unschuldig inhaftiert gewesen. Sein Vater Yaakov war zu dem Zeitpunkt 120 Jahre alt und die Gemara im Talmud Traktat Rosh HaShana 10b läßt uns wissen, dass Yosef im Jahre 2230 nach der Welterschaffung freikam.

Neun Jahre nachdem Yosef zum Stellvertreter Pharaos ernannt wurde, kamen seine Brüder nach Ägypten, um Getreide einzukaufen. Sie erkennen Yosef nicht mehr, da dieser andere Kleidung trägt, eine fremde Sprache spricht und sich anhand eines Übersetzers verständlich macht und vorgibt, die Sprache der Brüder nicht zu kennen.
Und dann folgt eine kaum endende Odyssee. Erst werden die Brüder verhaftet, dann zum Vater zurückgeschickt um Benjamin zu holen, dann wird Benjamin des Diebstahl bezichtigt. Warum das alles ? Warum offenbarte sich Yosef seinen Brüdern nicht spätestens nach dem Zusammentreffen mit seinem Bruder Benjamin ?
Hierauf hat Rabbi Samson Raphael Hirsch einen vortrefflichen Kommentar bereit. Nach all dem, was die Brüder Yosef angetan hatten, konnte es theoretisch immer noch sein, dass diese einen innerlich verborgenen Haß auf ihn verspürten. Um herauszufinden, ob dem so war und ob die Brüder nicht auch seinen kleinen Bruder Benjamin haßten, testete Yosef die Brüder und offenbarte sich ihnen erst später.

Und warum wußte Yaakov nicht, dass sein Sohn Yosef noch am Leben war und nicht von einem wilden Tier getötet worden war ? Wieso ließ G - tt ihn dies nicht wissen ? Und hätte Yaakov es nicht anhand seiner Fähigkeiten Prophezeihungen auszusprechen selber sehen können ?

Das kabbalistische Buch "Zohar":" beantwortet auch diese Fragen.
Als Yosef nach Ägypten kam, ging die Shechinah (G - ttes Anwesenheit) mit ihm ins Exil. Dadurch verlor Yaakov seine Fähigkeit zu prohezeihen. Er glaubte, dass sein Sohn umgekommen war und verfiel in Depressionen, doch die Schechinah (G - ttes Anwesenheit) bleibt nicht bei jemandem, der depressiv ist. Besonders Rabbi Nachman von Breslov sowie das Buch Tanya der Chassidut Chabad warnen uns vor dem Fall in die Depression. G - tt liebt keine depressiven Menschen und unsere Aufgabe ist es, uns so schnell wie möglich davon zu befreien. Insbesondere aus der religiösen Depression.
Das beste Rezept laut Rabbi Nachman von Breslov ist, sich auf seine guten Taten sowie Eigenschaften zu besinnen und darauf zu bauen. Niemals sollen wir nur die schlechten Punkte in uns ausfindig machen. Und sollte es heute einmal nicht so klappen mit dem perfekten Leben, dann folgt morgen ein neuer Tag.

Die Schechinah ging mit Yosef ins Exil und hieraus lernen wir, dass die Schechinah immer mit uns geht, egal, wo wir uns befinden. Mehrmals in der Thora verspricht G - tt, die Juden niemals allein zu lassen und den Beweis dafür erhalten wir durch Yosef.

"Schabbat Schalom + Chanukkah Sameach"

Mittwoch, Dezember 01, 2010

Das Orakel von Delphi

B"H

Rabbi Yitzchak Ginzburgh schreibt in seinem Buch"Turning Darkness into Light", dass säkulere Juden ihr Lebensziel folgendermassen definieren:

"Finde Dich selbst" oder "Ich bin auf dem Selbstfindungspfad, damit ich weiss, wer ich bin und ich somit mein Leben positiver ausleben kann".

Rabbi Ginzburgh erklärt, dass genau die Worte "Suche Dich selbst" ursprünglich in der Halle des "Orakel von Delphi" eingraviert waren.

Das jüdische Lebensziel hingegen definierte kein geringerer als David HaMelech (König David) als er kurz vor seinem Tode mit seinem Sohn Shlomo (Salomon) sprach:

"Kenne Deinen G - tt, Deinen Vater, und diene Ihm mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele".

Sei Dir darüber im Klaren, vor wem Du stehst !

Wir alle wurden von G - tt erschaffen und jeder von uns hat eine bestimmte Aufgabe im Leben, die es gilt, zu erfüllen. Unser aller gemeinsames Ziel jedoch ist es, uns bewusst zu machen, dass es einen G - tt gibt und zu wissen, dass Er der Erschaffer jeglicher Existenz ist. EIN ewiger unendlicher G - tt, der das Universum regiert. Jedes menschliche Wesen muss sich die unendliche Gegenwart G - ttes bewusst machen.

Ich persönlich habe mit der Vorstellung, mich ausschliesslich auf die Mitzwoterfüllung und auf nichts Weiteres im Leben als G - tt zu konzentrieren, Probleme. Es ist keine Frage, dass es einen G - tt gibt, doch ohne gross egoistisch klingen zu wollen: Jeder Mensch hat seine eigene individuelle Persönlichkeit. Nicht jeder kann in die Mitzwoterfüllung springen und alles andere um sich herum vergessen. Seine Individualität aufgeben und seinen menschlichen Willen zum Willen G - ttes machen. Seine eigenen Bedürfnisse beiseite schieben und ohne nachzudenken G - tt dienen. Im Buch TANYA der chassidischen Gruppe Chabad ist die "Self - nullification" (seinen Willen / Interessen aufgeben, um nur G - tt zu dienen) ein wichtiges und viel diskutiertes Thema.

Ist jemand daher schon als zu egoistisch einzustufen, wenn er sich selbst finden will, um ein glücklicheres Leben führen zu können ? Wobei sich an dieser Stelle die Frage auftut, ob ich wirklich so viel glücklicher bin, wenn ich mich kenne.

Chanukkah mit chassidischen Rebbes




The SEFAT EMET on Chanukkah

B"H

Ein englischer Text von mir:

Der ehemalige Rebbe der Chassidut Gur, der SEFAT EMET, zu Chanukkah:


http://shearim.blogspot.com/2010/11/sefat-emet-on-chanukkah.html

Backrezept: Chanukkah Sufganiot





Sufganiot am Jerusalemer Machane Yehudah Markt in der vergangenen Woche.

Photos: Miriam Woelke


B"H


Heute abend beginnt das jüdische Chanukkahfest.
In Israel sind sie schon seit Kurzem im Handel, die traditionellen Sufganiot (Krapfen, Berliner). Je nach Füllung kosten sie zwischen 3 - 6 Schekel (ca. 60 Cent 1,20 Euro).


Hier erst einmal ein Rezept aus unserer Bäckerei:

1 kg Mehl (Vollkornmehl)

Eine dreiviertel Tasse Zucker

1 Teelöffel Salz

2 Eier

2 Eßlöffel Cognak

Eine halbe Tasse Olivenöl

60 g Hefe

Das ist alles. Man kann die Sufganiot ganz normal im Backofen backen. 20 Minuten lang bei 160 Grad. Meistens aber werden die Sufganiot in einer Pfanne oder einem Topf voll Olivenöl gedünstet. Heisst, sie müssen darin schwimmen. Die Füllung wird hinterher reingespritzt. In der Bäckerei verwenden wir überwiegend Dattel - Apfel - Füllung. Je nachdem kann man die Sufganiot noch mit Olivenöl, Puderzucker, Honig, etc. bestreichen.


Der Cognak verursacht übrigens, dass das Olivenöl vom Teig besser aufgesaugt wird.


Viel Spaß beim Backen und gutes Gelingen !!!


Dienstag, November 30, 2010

Eine koschere Strasse für Cohanim in Tiberias

B"H

Einem Nachkommen des biblischen Aharon (Bruder von Moshe), einem "Cohen - Tempelpriester" ist es verboten, mit diversen Unreinheiten in Berührung zu kommen. Darunter fallen, u.a., Leichen und Friedhöfe. Will ein Cohen einen Friedhof besuchen, so wird der Plan zum halachischen Schwierigkeitsgrad.


Die Stadt Tiberias am See Genezareth baut momentan eine extra Strasse für Cohanim. Die "koschere" Strasse führt von der Hayarden Street am Zentralen Busbahnhof bis hin zum Grab des Rambam (Maimonides, 1135 - 1204) gleich um die Ecke.


Tiberias selbst ist auf einem antiken Friedhof errichtet worden. Keinem Friedhof im eigentlichen Sinne, sondern gemeint sind damit antike Gräber von vor weit mehr als 2000 Jahren.






Das Grab des Rambam in Tiberias.





Der halachische Strassenbau genau gegenüber. Ein haredischer (ultra - orthodoxer) Rabbiner wacht darüber, dass der Bau im Sinne des jüdischen Religionsgesetzes verläuft.

Wie wird eine halachisch einwandfreie Strasse für Cohanim gebaut ?
Indem über die alten Gräber in vorgeschriebener Form dicke Betonteile gelegt werden.






Photos vom 29. November 2010:
Miriam Woelke


Links:


Wo wir nicht beten sollen

B"H

Der Talmud Traktat Berachot 25a klärt uns darüber auf, dass das "Schema Israel" Gebet nicht an stark verunreinigten Orten gebetet werden darf.
Allgemein gilt das Verbot nicht nur für dieses eine Gebet, sondern für alle Gebete an verunreinigten Orten wie Toiletten, Müllhalden oder Plätze, die nach Abfall, Abwasser oder Fäkalien riechen.

Während eines Gebetes stehen wir vor G - tt, unserem Erschaffer, woraus sich ergibt, dass wir in einem sauberen Zustand antreten sollten. Niemand sagt etwas gegen Arbeitskleidung, wenn das Gebet während der Arbeit stattfindet. Toiletten oder sonstiges jedoch sind jedoch passe. Ebenso mit Orte mit Tierfäkalien.