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Mittwoch, Mai 26, 2010

Neu: Koschere Milchprodukte jetzt auch in Deutschland !

B"H

Info an alle in Deutschland lebenden Juden, die Wert auf koschere "CHALAV ISRAEL" - Produkte legen:

Donnerstag, November 05, 2009

Deutsche und die Erforschung der jüdischen Vergangenheit

B"H

Manchmal mag der Eindruck entstehen, dass ich zuviel auf Deutschland herumhacke und nichts Positives zu berichten habe. Dem ist nicht so und es gibt sehr wohl viel Positives:

Eine erstaunliche Anzahl von Deutschen macht sich auf, um die jüdische Geschichte im eigenen Land, Ort oder von Friedhöfen zu erkunden.

SORRY, DAS VORHERIGE PHOTO WURDE VON MIR GELÖSCHT, DA NOCH KEIN COPYRIGHT VORLIEGT !


Eine längst vergangene meist osteuropäische Geschichte wird hier historisch aufgearbeitet.
In anderen Fällen sind es Otto - Normalverbraucher - Deutsche, die da die jüdische Geschichte in ihren Heimatorten erkunden und zugleich vor dem neu aufkommenden Faschismus warnen. Neulich gab es eine Dokumentation über solch eine Frau im "Spiegel Online" zu lesen, deren Link ich leider nicht mehr auffinden konnte.

Wer weiss, welche Photo - Dokumentenschätze sich in so manchem Privathaushalt befinden. Eine Online - Vernetzung wäre da von Vorteil. Schon allein aus dem Grund, da Juden aus dem Ausland an diesen Bilder hohes Interesse haben.

Den wohl bekannsten Fall einer solchen Aufklärungsarbeit bereitet uns die Stadt Passau mit Anna Rosmus. Ihre Lebensgeschichte wurde hier verfilmt !

Montag, Oktober 12, 2009

Neue BRESLOV Site auf DEUTSCH

B"H

Rabbi Shalom Arush ist in Israel ein bekannter Breslover Chassid. Vor einigen Jahren gründete Rabbi Arush sein eigenes Lernzentrum (Baalei Teshuva - jene Juden, die im späteren Verlauf des Lebens religiös werden) in der Shmuel HaNavi Street in Jerusalem. Gleich hinter ultra - orthodoxen dem Stadtteil Mea Shearim.

Da Rabbi Shalom Arush im späteren Verlauf seines Lebens der Chassidut Breslov beigetreten ist, werden in seinem Zentrum in der Shmuel HaNavi Inhalte der Chassidut Breslov sowie die Ideologie des Baal Shem oder des Rabbi Nachman von Breslov gelehrt.
So richtig bekannt wurde Rabbi Arush in Israel sowie in der englischsprachigen Welt mit seinem Buch "Garden of Emunah - Garten des Glaubens".  
Hier ein kurzer Auszug:
Sobald ein Mensch beginnt in seinem Leben planlos von da nach dort zu gehen, begeht er damit den ersten Fehler, der weitere - wie einen Fuchsschwanz - mit sich ziehen wird. Ein Mensch muss sich an seinem Leben erfreuen und sich mit dem was er hat zufrieden geben! - Ohne dabei auf das Leben anderer zu blicken, sich daran ein Beispiel zu nehmen, sich daran zu orientieren oder sich völlig realitätsfremd einzubilden, dass er eine Zukunft auf seine anfängliche Planlosigkeit bauen könne!

Weiter hier !

Rabbi Shalom Arush ist nun auch Online in deutscher Sprache vertreten, was eine ziemliche Bereicherung für das deutschsprachige Judentum ist. Endlich einmal mehr chassidische Lehren und Inhalte auf Deutsch !

Wer Lust hat, kann auch mich auf der Site finden:

Mittwoch, Juni 24, 2009

Was, wenn die Konversion zum Judentum annulliert wird ?

B"H

Erneut wurde ein legal erlangter Giur (Konversion zum Judentum) vom Vorsitzenden des Obersten Rabbinischen Gerichtes annulliert. In dem auf
YNET aktuell erschienenen Artikel geht es um eine Frau, die legal zum Judentum konvertiert war und später von ihrem jüdischen Gatten verpfiffen worden war, sie habe dem Konversionsrabbiner eine bestimmte Summe an Cash gezahlt, um so einen schnelleren Giur (Konversion) bewilligt zu bekommen. Im Artikel der "Jerusalem Post" hingegen fällt die Fallbeschreibung wesentlich intensiver aus als in der Kurzform auf Ynet.

Wie ich bereits mehrmals angab, fällt es heutzutage alles andere als leicht, über Konversionen in Israel zu berichten, denn fast wöchentlich ändern sich hierzu die Vorschriften / Gesetze und kaum ein Mensch steigt mehr durch. Zu vergleichen sei die kompakte Materie vielleicht mit dem deutschen Steuergesetz, wo auch nur noch ein Experte, sprich der Steuerberater, durchsteigt.

Ich beabsichtige nicht, auf den konkreten Fall aus der heutigen Presse einzugehen, sondern möchte auf ein paar weitere Komplikationen des "Giur in Israel" aufmerksam machen. Jedenfalls folglich den Stellungnahmen und Erfahrungen, welche ich in letzter Zeit von Konvertiten oder aus der hiesigen Presse vernehme.

Bezügliches des aktuellen Falles, indem Rabbi Sherman die Konversion als ungültig ansah, sei noch soviel gesagt, dass es nicht gerade selten ist, wenn der jüdisch geborene Gatte einer Konvertitin zu einem Rabbiner rennt und behauptet, seine Frau handele da ewig wider der Halacha. Dies habe ich einige Male in säkuleren Kreisen erfahren. Ein mehr oder weniger säkulerer Israeli heiratet eine Konvertitin (vorwiegend aus dem Ausland stammend) und wenn die Ehe halt nicht so läuft, sieht der Gatte seine Chance gekommen, seine Frau auf leichtem Wege zu "entsorgen". Und billig dazu, denn beschwert er sich bei einem Rabbiner über das so "nicht - halachische" Leben seiner Frau, kann der Giur entzogen werden und somit braucht der Gatte das in der Ketubah (Ehevertrag) festgelegte Geld nicht zu zahlen. Die Frau verschwindet aus seinem Leben; kostenlos und ohne chemische Rückstände.

Von daher bin ich immer skeptisch, ob die Beschwerden eines Ehemannes der Richtigkeit entsprechen. Eingehende Prüfungen sind angeraten, aber leider schenkt das Beit Din dem geborenen Juden nicht selten mehr Glauben. Hinzu kommt, dass es sich um einen Mann als Zeugen handelt und lt. der jüdischen Halacha sind Männer als Zeugen vorgeschrieben und keine Frauen. Ich will dies keinesfalls verallgemeinern und behaupten, alles sei nun immer so, doch mit Sicherheit bestehen derlei Situationen.

Dass ein Giur aberkannt werden kann, ist nicht unbekannt. Zumindest nicht in Israel. Heutzutage muss sich ein in Israel Konvertierender mit allem Möglichen herumschlagen. Da sind sind die Bürokratien des Rabbanut (Oberrabbinat), jene des Innenministeriums zwecks Visavergabe, das Innenministerium bwz. dessen speziellem Kommittee zur Zulassung zu einem Giurkurs; vom Geld erst gar nicht zu reden, denn man sollte sich als Kandidat darauf gefasst machen, keine Arbeitsbewilligung zu bekommen. Von was also leben und von was all die anfallenden Gebühren des Rabbanut (bei der Ersteröffnung der "TIK" - der Akte eines jeden Konvertiten) bezahlen ? Alle drei Monate oder wenn man Glück hat, alle sechs Monate, ein neues Visum zu beantragen kostet derzeit um die 150 Schekel (ca. 30 Euro) und das ist in Israel viel Geld, wenn man kaum etwas hat und jeden Schekel umdrehen muss.

Darüberhinaus will man ja auch irgendwie leben und eine Bleibe mieten. Die Schabbatot bei Rabbi Mordechai Machlis waren immer sehr aufschlussreich für mich, denn ich traf dort auf unzählige Leute mit so unterschiedlichen Backgrounds, wie man sich kaum vorzustellen vermag. Dort berichteten mir einige Konversionskandidaten, dass Wohnungen allgemein zu teuer seien und sie lieber in einem billigen arabischen Hostel bleiben, bis der Giur bestanden sei. Danach ist man zur Aliyah berechtigt, wird Staatsbürger, bekommt seine Rechte (incl. etwas Geld), kann Job suchen und richtig verdienen. Und dann kann auch eine anständige Bleibe finanziert werden. Das mit dem Hostel sei ja alles nur zeitbegrenzt.

Diesen Plänen jedoch machen orthodoxe Rabbiner einen dicken Strich durch die Rechnung. Der Konvertit habe in einer jüdischen Umgebung zu wohnen; mit allem Drum und Dran, was selbstverständlich eine koschere Küche beinhaltet. Keine Hostelküche, in der vielleicht irgendein Tourist seinen Schweinsbraten dünstet !

Sobald dies geschieht, kommt der Konversionskandidat schon zu Beginnn seines Kurses ins Rotieren. Woher das Geld für die Miete und die Kaution nehmen ?
Viele Israelis raten in dem Fall, sich eine Unterkunft einer alten Dame zu nehmen. Im Falle eines Mannes natürlich einen Rentner. In den Städten suchen viele alte Leute junge Mitbewohner. Diese lässt man umsonst bei sich wohnen, verlangt aber als Gegenleistung das Putzen der Wohnung, den Einkauf oder dass sich die jungen Mitbewohner etwas um einen kümmern.

Ehrlich gesagt, wer will das machen ? Die Miete sparen wäre schon gut, aber was, wenn besagte ältere Person sich als ausgesprochene Nervensäge entpuppt, die einen völlig beansprucht und keinen Freiraum mehr gewährt ? Also doch lieber in eine "normale" WG ziehen ?

Was soll man demjenigen raten ? Einen illegalen Job wie putzen suchen und sich irgendwie durchhangeln ?

Hierauf habe ich keine passende Antwort.

In dem Artikel der "Jerusalem Post" wird, u.a., von rabbinischer Seite angegeben, dass Konvertiten diverse Unreinheiten mit sich bringen. Damit ist sicherlich gemeint, dass nach einer halachischen Konversion zum Judentum der in jüdischer Literatur beschriebene Austausch der Seelen stattfindet. Bedeutet: Wer einen aufrichtigen Giur unternimmt und sich vornimmt, die Halachot zu halten und ein relig. Leben zu führen (ohne zu sagen, dies passt mir nicht oder das), der bekommt eine jüdische Seele ! In der Kabbalah wird detailliert beschrieben, dass Juden und Nichtjuden unterschiedliche Seelen besitzen. Auf dieses Konzept geht ebenso der "Baal HaTanya", der Chabad - Gründer Rabbi Schneur Zalman von Liadi, in seinem Buch TANYA ein. Eine jüdische Seele bedeutet einen zusätzlichen "Nizotz E - lo - kit - einen besonderen Funken G - ttes". Sprich eine einzigartige Verbindung mit G - tt.

Anmerkung: Dieses Konzept soll keinen rassistischen Eindruck erwecken, dass Juden nun besser seien als Nichtjuden. Vielmehr ist gemeint, dass Juden und Nichtjuden bestimmten Aufgaben in dieser Welt nachgehen ! Und ein Jude hat die Fähigkeit, anhand dessen, dass er die Halachot einhält, besondere Tikunim (Korrekturen) in dieser Welt vorzunehmen. Bedeutet wiederum, dass er mit seinem Verhalten die Welt beeinflusst.

Zu diesem Thema gibt es noch Unmengen zu sagen und zu erklären, doch ich belasse es vorerst dabei und fahre fort !

Wenn nun ein Nichtjude zum Judentum konvertiert und das orthodox und gemäß sämtlichen vorgeschriebenen Ritualen, aber insgeheim im Hinterkopf denkt, nach dem Beit Din (rabbinisches Gericht) kein relig. Leben zu führen, dem kann man absprechen, dass ein Austausch der Seele stattfand. Theoretisch trägt er dann nach wie vor seine nichtjüdische Seele mit sich herum und eine Konversion fand nur auf dem Papier statt.

Hierzu bestehen vielerlei Meinungen, auch im Talmud !

Wenn gewisse Rabbiner jedoch dem Konzept des Nichtsaustausches der Seele ausgehen, dann stelle man sich Folgendes vor: Ein unaufrichtiger Konvertit heiratet einen einen geborenen Juden. Was also gehen da für Kinder aus der Ehe hervor, wenn beim Konvertiten kein Seelenaustausch stattfand ? Hierbei wird der eventuell jüdische Ehepartner nicht in Betracht gezogen, denn dieser besitzt, ob nun relig. oder nicht, eh die jüdische Seele.

Ich kann mir vorstellen, dass Rabbiner, die sich als Hardliner betrachten, hier eine Unreinheit sehen.

Das Giurzertifikat kann einem Konvertiten entzogen werden und was dann ?

Zuerst einmal wird damit die ggf. erlangte israelische Staatsbürgerschaft hinfällig und in solchen Fällen wird sich an den Obersten Gerichtshof gewandt. Die Konversion ist futsch, doch ob man in Israel bleiben darf, entscheidet das weltliche Gericht. Dies oftmals zu Gunsten des Klägers, denn der Oberste Gerichtshof ist als anti - relig. und links verschrien.

Wann kann der Giur entzogen werden ?

Hierzu hörte ich ganz unterschiedliche Versionen. Sagen wir, ein Konvertit ißt nicht gerade koscher oder bricht den Schabbat, dann wird ihm sicher nicht der Schein entzogen. Auch für derlei Person gilt das Konzept der "Teschuva - Umkehr zu G - tt". Nicht selten erlebte ich Konvertiten, die während ihres Kurses alles andere als aufrichtig handelten, sich aber irgendwann nach dem Giur als super relig. entpuppten.

Ich hörte vor Jahren von zwei Fällen, bei denen ein Giur entzogen worden war und davon berichtete ich schon einige Male auf diesem Blog. Im ersten Fall handelte es sich um einen Konvertiten, der eine Israelin vergewaltigte; im zweiten Fall zog ein Konvertit in einen säkuleren Kibbutz. Neuerdings werden Giurzertifikate aus weiteren Gründen entzogen. Wenn, zum Beispiel, der Konversionsrabbiner umstritten ist (wie im Falle des Rabbi Druckman) oder dem Kandidaten selbst Unaufrichtigkeit nachzuweisen ist.

Beim Oberrabbinat kommt es stets darauf an, wen man da als Rabbi vor sich sitzen hat. Ein neuer Konversionskandidat ist in den seltensten Fällen imstande, sich zu wehren. Da kommt man aus dem Ausland frisch nach Israel, kennt die Mentalität nicht, geschweige denn all die Vorschriften, Halachot und Bürokratie des Rabbanut, an der Landesprache hapert es. Wer auf das Rabbanut geht, der merkt schnell, dass viele Angestellte nur der hebräischen Sprache mächtig sind. Und darüber hinaus wird der "noch Nichtjude" nicht selten auch als solches behandelt.

Wie soll man da reagieren, ohne nicht anzuecken oder gar rauszufliegen ?

Eine passende Antwort habe ich auch hierauf nicht und es kommt immer auf den Individualfall an.

Wer in Israel konvertieren will, der sollte sich ein dickes Fell zulegen. Auf keinen Fall als Konvertit mit dem System in Konflikt kommen ! Mit dem System meine ich hierbei das Rabbanut und die Giurkurse. Ihr kennt deren Regelungen nicht und seid nicht in der Lage, halachisch zu argumentieren und falls Ihr das wagt, könnt Ihr ganz schön ins Schleudern kommen. Legt Euch nicht mit einem Rabbanut - Rabbi an, denn der kann Euch durch seine Beziehungen das Leben zur Hölle machen und am Ende seid Ihr gezwungen, die Koffer zu packen. Nach dem Giur dürft Ihr reden, aber nicht vorher !

Wenn Ihr in Israel seid, erkundigt Euch beim Rabbanut nach der Anerkennung des jeweiligen Kurses. Als Konvertit aus Deutschland, heißt mit einem Zertifikat aus Deutschland, steht Ihr oftmals schlechter da als mit einem israelischen. Zuviel Unsicherheit besteht bei Gerim (Konvertiten) aus dem Ausland, es sei denn, jemand kommt vom Beit Din in London oder Paris ! Vielleicht bemerkt Ihr das am Anfang weniger, doch wenn es zu Hochzeiten oder anderen Fragen kommt, könntet Ihr in Schwierigkeiten kommen. "Wer war der deutsche Rabbi, der Euch konvertierte ? Wo erlernte der seinen Beruf ? Wer ernannte ihn zum Rabbi ? Und und und.
Das hört sich nach Haarspalterei an, ist aber in Israel ein sehr ernstzunehmendes Thema und Ihr werdet nicht darum herumkommen.

In einigen Fällen ist die Aberkennung des Giur sicher notwendig. Zum Beispiel, wenn ein Konvertit nach wie vor in die Kirche rennt, homosexuell ist oder einen Nichtjuden heiratet.
Letzteres mag sich seltsam anhören ! Ein Konvertit heiratet am Ende einen Nichtjuden ? Wieso konvertiert dann erst jemand ?
Einige Male erlebte ich es, dass ein Konvertit zum Judentum letztendlich einen Nichtjuden heiratete. Persönlich empfinde ich dies als Gipfel aller Frechheiten und demjenigen sollte UNVERZÜGLICH der Giur entzogen werden ! Selbst dann, wenn der nichtjüdische Gatte konvertiert ! Für derlei mieses Verhalten gibt es keine Entschuldigung. Auch nicht die, dass man irgendwie keinen jüdischen Partner fand.

Dummheit soll hier nicht als Argument gelten.

Natürlich sollte kein Geld im Spiel sein und Rabbiner, die nach ausgiebiger Bezahlung gieren, disqualifizieren sich schon allein. Ein Giur ist keine Investition, sondern ein einschneidender Schritt in der Veränderung der eigenen Identität. Viele Konversionswillige übersehen dass und wer von Beginn an nicht zu gewissen Schritten bereit ist, der sollte sich lieber an die Sieben Noachidischen Gesetze halten, anstatt Rabbiner zu nerven. Es wird von keinem verlangt, plötzlich nach Mea Shearim überzusiedeln und sich haredisch anzuziehen. Was verlangt wird, ist ein gewisses Mass an Aufrichtigkeit. Vor allem mit sich selbst !

Das Judentum ist keine Esotherikerscheinung oder ein Club, wo man eben so mal Mitglied wird. Wer heute noch nicht besonders relig. oder wie auch immer lebt, der sollte zuimndest im Hinterkopf haben, morgen eine weitere Halacha auf sich zu nehmen. Gebt zu, dass Ihr vielleicht heute noch nicht bereit seid alles einzuhalten, doch vorhabt, daraufhinzuarbeiten und Euch zu perfektionieren. Jeder gemäß seines individuellen Tempos und nichts überhasten. Andererseits aber soll dies nicht als Argument gelten indem gesagt wird "Naja, irgendwann klappt es schon, aber derzeit habe ich halt keinen Bock oder das ist mir alles zu dämlich". Eine ernsthafte Einstellung sollte vorhanden sein und kein "die Rabbiner sind eh alle bescheuert".

Was, wenn ich in Israel meines Giur wegen dumm angemacht werde ?

Dies kann durchaus geschehen. Insbesondere bei Haredim, wenn diese erfahren, dass jemand einen nationalrelig. Giur durchlief.

Das ist keine Schande und man sollte in derlei Fällen mit einer gewissen Mischung aus Sarkasmus und Humor reagieren. Nicht die Leute zurückanmachen und sich unnötig aufregen. Nach einiger Zeit findet man heraus, mit wem man sich besser nicht abgibt und mit wem schon. Auch hier gilt immer, dass es auf die Persönlichkeit des Einzelnen ankommt und nicht immer auf das Zertifikat.
___________

Dies waren einige Gedanken zu den aktuellen Verfahrensweisen des Rabbanut. Ich vertrat damit meine eigenen Ansichten und bin mir bewusst, dass es Unmengen dazu zu sagen gibt und längst nicht alles zur Sprache kam. Aber dazu gibt es ja Kommentare ! :-)



Links:

Warum immer gleich zum Judentum konvertieren ?

Giur & Halacha

Wenn der Feind konvertiert

Dienstag, März 10, 2009

"HaMakor" - Eine neue jüdisch - relig. Site

B"H

"HaMakor" (auf Deutsch: die Quelle) ist eine relativ neue jüdisch - orthodoxe Site, welche das Judentum in deutscher Sprache leicht verständlich erklärt. Darüber hinaus hat man bei "HaMakor" noch viel vor, denn Lernwillige sollen auch aktiv in Online - Programme mit einbezogen werden.

Es lohnt sich auf alle Fälle vorbeizuschauen ! Und es ist genauso positiv zu bewerten, dass es wieder eine weitere jüdisch - orthodoxe Site in deutscher Sprache gibt.


Link:

HaMakor - Die Quelle

Montag, Oktober 27, 2008

Wer findet Platz in der Olam HaBah (Kommenden Welt) ?

B"H

Als ich im Frühjahr 2001 Beschwerden gegen den damaligen "Rabbiner" der Israelischen Kultusgemeinde Fürth, Rabbi Netanel Wurmser, beim Jerusalemer Oberrabbinat sowie weiteren relig. Jerusalemer Institutionen einreichte, bekam ich einen Anruf des damaligen 1. Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Fürth. Der Vorsitzende, ein säkulerer Jude aus einer relig. Familie, zitierte mir telefonisch eine Quelle, und verdammte mich zugleich, keinen Platz in der "Olam HaBah - Kommenden Welt" zu bekommen. Nachdem ich besagtem Vorsitzenden keine besonderen talmudischen Fähigkeiten zutraue, nehme ich einmal an, dass das Zitat bzw. die Nutzung des Zitates vom Rabbiner kam.

Nachdem dies geschehen war, sprach ich mit unzähligen richtigen Rabbinern und nicht nur jenen, die meinen, ein Zertifikat in der Hand zu halten und sich nun Rabbiner nennen zu dürfen. Unter anderem befragte ich ebenso halachisch Experten (Poskim) genauso wie die israelische Antimissionsgruppe "Yad Le'Achim"; alle Rabbiner waren entsetzt darüber, dass jemand da eine halachische Rechtfertigung in den Raum stellt, wo eine ernsthafte Anklage gegen ihn laufe. Kein professioneller ernsthafter Rabbiner gebe jemals derlei Aussage von sich und was mir da am Telefon heruntergespult worden war, sei grundweg falsch und nicht ernst zu nehmen. So ernst nahm ich den "Fluch" eh nicht auf, sondern war vielmehr über die Chutzpah entsetzt.

Wie dem auch sei, manche Menschen meinen ihr Fehlverhalten durch die Halacha rechtfertigen zu können. Aus diesem und auch aus anderen Gründen möchte ich daher einmal jene Halacha schildern, die einen Eintritt in die Kommende Welt (Olam HaBah) erläutert. Auf den Ausdruck "Festlegt" verzichte ich lieber, denn das kann nur G - tt selber. Übrigens tat ich dies damals auch dem Vorsitzenden kund. Wir sind nicht G - tt und kein Mensch hat irgendein solches Recht.

Der Talmud Traktat Sanhedrin 90a genauso wie eine Mischna im Traktat Avot lehren:

"Jeder Jude hat einen Platz in Olam HaBah (in der Kommenden Welt)".

Hierzu sollte vielleicht zuerst definiert werden, was denn genau mit dem Konzept der "Olam HaBah" gemeint ist.
Der Talmud Sanhedrin macht zweierlei Angaben. Olam Habah, so wird die Zeit nach der Wiederauferstehung der Toten genannt (siehe "Tiferet Israel" § 3). Bis dahin jedoch bezieht sich das "Olam HaBah - Konzept" fast ausschließlich nur auf die Seelenwelt (spirituelle Welt) nach dem Tode eines jeden von uns. Was geschieht mit der Seele nach dem Tod ? Und hierauf bezog sich auf der Fluch, den ich erhielt.

Wohin und was genau mit den Seelen nach unserem Tode geschieht, darauf hat niemand eine definitive Antwort außer G - tt selbst. Vielleicht ist es so, wie im Film "Ghost" beschrieben, vielleicht jedoch auch ganz anders. Und was bedeutet es überhaupt, ALLE Juden finden einen Platz in der Olam HaBah ?

Zusätzlich erwähnt werden muß, dass im Judentum niemand von der Olam HaBah ausgeschlossen wird. Nicht nur Juden haben ein Eintrittsrecht, sondern ebenso Nichtjuden !!! Jeder Mensch kann also hineinkommen.

Worauf bezieht sich aber "Alle Juden" ?
Die hier genannte Mischna aus dem Sanhedrin 90a meint, dass selbst sündhafte Juden einen Platz in der Olam HaBah haben. Also doch jeder Einzelne von uns. Allerdings kommentieren, zum Beispiel, der Me'iri oder der Maharsha, dass die Plätze nicht alle den gleichen Level / Rang besitzen. Es kommt auf das Leben eines Juden an; war er religiös ? Richtete er sich nach der Thora ? War er säkuler und trat vor G - tt angenehm durch gewisse Taten in Erscheinung ? Nannte er sich nur relig. und tat das Gegenteil ? Und, und , und … die Liste kann unendlich lange fortgesetzt werden.

Grundsätzlich findet jeder Jude einen Platz, aber es kommt halt auf seinen Level an.

Wir alle erhalten jedoch die Olam HaBah nicht einfach so gratis, sondern sind dazu aufgefordert, einen persönlichen Beitrag zu leisten; etwas zu tun. In der jüdischen Religion erfolgt nichts ohne eigene Taten und wir sitzen nicht nur da und glauben fleißig. Taten sind gefordert und hierbei stehen selbstverständlich die Thoramitzwot sowie das Beten an erster Stelle. Aber nicht nur das: G - tt ist ein guter zwischenmenschlicher Umgang genauso wichtig ("Bejn Adam Le'Chavero"). Es kann nicht sein, dass ich mich zwar unentwegt zum Beten aufstelle, meine Mitmenschen hingegen behandele wie ein Despot.

Nichtsdestotrotz sollte ein Mensch vor seinem Tode Teshuva (Umkehr zu G - tt) machen. Und nicht nur gerade so weil er eben halt stirbt, sondern richtige Teshuva muß immer eine wahre Umkehr mit sich bringen. Weiterhin beschreibt der Rambam (Maimonides) in seiner "Mishna Thora - Hilchot Teshuva 3:6 ff.), das es extreme Fälle gibt, in denen eine Teshuva einfach nicht mehr stattfinden kann, da die Sünden zu schlimm waren. Ein Verzeihen seitens G - tt findet demnach nicht mehr statt (siehe z.B. Hitler, etc.).

Dennoch sollte ein Mensch immer auf eine Teshuva hinarbeiten und, außer Hitler & Konsorten, die Teshuva niemals als zu spät oder unmöglich betrachten.

Dienstag, September 16, 2008

Rabbiner Barsilay gefeuert

B"H

In der israelischen Tageszeitung HAARETZ war heute zu lesen, dass die Jüdische Gemeinde Hamburg ihren Rabbiner gefeuert hat. Es geht um ein angeblich nicht anerkanntes oder "minderwertiges" Rabbinerzertifikat. Der betroffene Rabbiner Barsilay liess daraufhin verlauten, dass der Gemeindevorstand ihn nur loswerden wolle und deswegen nach Ausreden suche. Er, so der Rabbi, wolle jedenfalls rechtliche Schritte gegen die Kündigung einleiten.
Das Jerusalemer Oberrabbinat gab dazu nur kund, dass es mit dem Fall überhaupt nicht vertraut sei.

Vom "Fall Barsilay" einmal gänzlich abgesehen;
wie suchen deutsche Gemeinden eigentlich einen Rabbiner aus ?
Erkundigen sie sich tatsächlich immer in Israel, ob dieses oder jenes vorgelegte Rabbinerzertifikat Gültigkeit besitzt ?
Und ist es nicht gerade die Aufgabe eines Gemeindevorstandes oder wer immer auch den neuen Rabbiner einstellt, all den Fragen nachzugehen ?

Leider wird in vielen Fällen oft erst hinterher gejammert, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

Als ich in die Gemeinde Fürth kam, wurde mir von Gemeindemitgliedern berichtet, dass deren ehemalige "Rabbiner" Shlomo Appel überhaupt kein Zertifikat besitze und in Israel lediglich als Maschgiach (Überwachung zur koscheren Herstellung von Nahrungsmitteln) gearbeitet habe. Nach längerer Zeit habe der Vorstand Herrn Appel endlich einmal aufgefordert, ein Rabbinerzertifikat vorzulegen und ewige Zeiten antwortete Appel mit Ausflüchten.

"Ja, sein Zertifikat sei in Israel" und alles mögliche Blabla.

Dann, eines Tages, kam er mit einem Zertifikat angerauscht, das so plump gefälscht war, dass dies sogar die Fürther Gemeindemitglieder auf Anhieb erkannten.

Nach langen Querelen schmiß man den Rabbi, der keiner war (ist). Zusätzlich soll es seinerseits zu Schlägereien mit Mitglieder gekommen sein.
Wo ?
Inmitten der Synagoge, vor dem Aron HaKodesh (Thoraschrein).

Mit dieser kleinen Erzählung verweise ich nicht auf den aktuellen Fall in Hamburg, sondern auf die deutsche Rabbinersituation überhaupt.

Die Frage aber ist:
"Sind deutsche jüdische Gemeinden zu blauäugig ?"

Wer in Deutschland alles als Rabbiner herumläuft, hätte in richtigen orthodoxen Gemeinden in Israel oder England Null Chancen auf eine Einstellung. Aber deswegen arbeiten die Herrschaften ja auch in Deutschland und nirgendwo anders.

Donnerstag, August 14, 2008

Verfehlte Erziehung in Stuttgart

B"H

In der Thoralesung für diesen Schabbat, Parashat Va'etchanan, lesen wir davon, wie Moshe G - tt bat, ihn doch noch nach Eretz Israel einreisen zu lassen. Israel war der große Traum von Moshe und Millionen anderer Juden im weiteren Verlauf der Geschichte. Was hätten die Juden während der Inquisition, der Pogrome und des Holocaustes nicht gegeben, um in Israel leben zu können.

Die Jüdische Gemeinde Stuttgart plant die baldige Einrichtung einer Jüdischen Grundschule. Laut "Rabbiner ?" Netanel Wurmser ist das Ziel des Religionsunterrichtes, die Kinder relig. auf das Leben in der Diaspora vorzubereiten.

Es ist ein biblisches Gesetz, dass Juden in Israel leben sollen (siehe dazu auch den Ramban). Wer sich unbedingt für die Diaspora entscheiden will, kann das aus diversen Gründen tun; doch jüdische Kinder automatisch auf das Leben in der Diaspora vorzubereiten und ihnen Israel nicht nahelegen, ist wider jeder Thora sowie des Zweckes, zu dem uns G - tt erschuf.

Israel ist und sollte das erklärte Ziel eines jeden Juden sein und bleiben. Was das Leben in der Diaspora den Juden einbrachte, dürfte ausreichend bekannt sein. Und wehe dem, der es sich dort zu bequem macht …

Dienstag, Juli 08, 2008

Die deutsch - jüdische "Gastfreundschaftlichkeit"

B"H

In einem deutsch - jüdischen Forum gibt / gab es eine Diskussion um eine Angelegenheit, welche mir in deutsch - jüdischen Landen auch schon wiederfahren ist. Nein, ich will hier keineswegs genauestens auf die in besagtem Forum stattfindende Diskussion eingehen a la "wer", "wann", "warum", etc. Vielmehr möchte ich allgemein auf dieses Thema aufmerksam machen.

Es geht darum, dass es Juden aus dem Ausland durchaus passieren kann, den Eintritt in eine deutsche Synagoge verweigert zu bekommen.

Warum ?

Von deutsch - jüdischer Seite heißt es dazu offiziell, dass sich ein Besucher gefälligst anzumelden hat. Taucht er unerwartet auf, so muß er ggf. an der Eingangstüre seine Jüdischkeit beweisen. Kann er dies nicht oder ist er anderweitig verdächtig oder wie immer man dies auch nennen will, kann ihm der Eintritt verweigert werden. Außerdem könne es sich ja theoretisch um ein Sicherheitsrisiko handeln, denn man weiß ja nie, ob da ein getarnter Neonazi oder arab. Terrorist vor einem steht.

Ich war in meinem Leben schon in unzähligen Synagogen; bei den Satmarer Chassidim, den extremen Toldot Aharon, der Chassidut Avraham Yitzchak, der Chassidut Belz, Karlin - Stolin, Shomrei Emunim, litvischen, anderen chassidischen sowie nationalrelig. Synagogen, doch so ein Krampf wie in Deutschland ist mir nirgendwo anders wiederfahren. In Deutschland muß man sich anmelden, was allein schon einem Krampf nahekommt. Ich kann verstehen, dass Nichtjuden sich anmelden sollten, aber Juden …

Ein Jude im deutschen Ausland entdeckt eine Synagoge und will hineingehen, um am Schabbatg - ttesdienst teilzunehmen und es wird ihm ggf. untersagt ? Laut Halacha ist dies ein "Chillul HaShem - eine Beleidigung G - ttes".

Natürlich gibt es heutzutage gewisse Sicherheitsrisiken, doch diese allein sind kein Grund, jemandem den Eintritt zu verweigern. Haben wir in Jerusalem keine Terroristen, die nicht davor zurückschrecken, Synagogen in die Luft zu sprengen ? Ich erinnere hier nur an das Bombenattentat auf die haredische Buslinie Nr. 2, wo sich ein paläst. Terrorist als Haredi (Ultra - Orthod.) verkleidet hatte und den Bus in die Luft jagdte.

Wenn man vor deutschen Synagogen schon auf Sicherheit machen will, dann sollte man Personal engagieren, welches Unbekannte eventuell professionell befragen kann. Mir passierte es zum Beispiel einmal, dass ich von russ. Sicherheitspersonal befragt wurde, was ich denn gefälligst in der Synagoge wolle. Als ich auf Hebräisch antwortete, um mich irgendwie zu identifizieren, kam nur ein Unverständnis auf. Hebräisch ? Davon hatten die Russen vor der deutschen Synagoge noch nie gehört.

Zu einer anderen Gemeinde kam ich am Erev Schabbat (Freitag abend) und ich war angemeldet. Dennoch glaubte man mir nicht und sobald ich eintrat ließ man eine Israelin auf mich los, die meine Aussagen samt Hebrä. testen sollte. Nach zwei Sätzen waren wir uns einig und ich wurde eingelassen.

In der Gemeinde, in welcher ich zwei Jahre ansäßig war, ohne offizielles Mitglied zu sein, wurden mir die Pessachmazzot verweigert. Außerdem durfte ich als Nichtmitglied NICHT an der Pessach - Seder teilnehmen. Das reichte mir schnell und ich fuhr zu Chabad nach Brüssel. Bis heute bin ich dem dortigen Chabad - Rabbiner Menachem Hadad sehr dankbar für seine rasche Zusage ohne nervige Hintergedanken. Ich betrat sein Haus und wurde sofort aufgenommen. Ohne jegliche Probleme und Bemerkungen.

Von vielen ausländischen Juden hörte ich in Israel, dass sie vor deutschen Synagogen Probleme mit dem Einlaß hatten. Wenn deutsch - jüdische Gemeinden sich schon damit rühmen wollen, so toll international zu sein, dann sollten sie entweder geschultes Personal postieren oder von vornherein ihre Tore für Nichtmitglieder schliessen. Große Lust auf Bettelei hätte ich jedenfalls nicht mehr und würde mich lieber gleich über den Schabbat nach Antwerpen begeben.

Im Januar 1999 weilte ich eine Woche lang in London und auch dort ging ich ohne Probleme am Schabbat in eine Synagoge im Stadtteil Golders Green. Vom einem Ehepaar der Chassidut Satmar wurde ich hinterher sogar zum Essen eingeladen. Keiner fragte nach und bei unseren Gesprächen war meine Identität eh schnell offensichtlich.

Nirgendwo auf der Welt gibt es einen so offenen jüdischen Platz wie Jerusalem. Alle Juden können kommen und keinem wird irgendetwas verweigert. Es sei denn, man ist in haredischen Gebieten einmal nicht allzu "anständig" angezogen. Und wie ich eingangs schon sagte, bei uns ist das Sicherheitsrisiko weitaus höher als anderswo. Aber so dumme Anmachen wie vor oder in deutschen Synagogen sind mir noch nie zuvor und auch nicht mehr hinterher wiederfahren, und ich kann mir denken, dass andere ausländische Juden darauf genervt bzw. verärgert reagieren.

Freitag, Juni 27, 2008

Rabbiner dringend gesucht …

B"H

G - tt ? Wer ist G - tt ?

Okay, Er ist da und regiert die Welt. Andererseits ist Er aber auch weit weg und das ist gut so. Soll Er nur weit weg bleiben, denn wir haben hier auf der Welt andere Prioritäten, die da Macht, Geld und Ansehen heißen.
G - tt, wenn wir Dich brauchen, dann melden wir uns. See you later und bis denne".

Nein, ich rede hier nicht von total säkuleren Juden, die so denken, sondern von Rabbinern. Rabbiner, die eigentlich diesen Beruf ergreifen sollten, um G - tt etwas zu vertreten, die Religion auszuüben und andere dazu inspirieren, mitziehen oder wie man es auch immer ausdrücken will. Anscheinend ist dies heute eine absolute Idealvorstellung und Illusion.

Die jüdische Lehre besagt, dass mit jeder neuen Generation immer mehr an Weisheit verloren geht. Jedenfalls zum zum Eintreffen des Meschiach.
Gab es zu talmudischer Zeit noch einen Rabbi Akiva oder Rabbi Gamliel, irgendwann viel später den Rambam, Rabbi Gerschom, die spanischen Kabbalisten, den Maharal von Prag, die Chassidim, den Gaon von Vilna, Rabbi Samson Raphael Hirsch bis hin zu Rabbi Moshe Feinstein; was aber ist heute geblieben ?

Natürlich haben wir auch heute große Rabbiner, aber geben wir es doch zu: Irgendwie ist alles nicht mehr so wie früher. Heutzutage leben viele Rabbiner, insbesondere chassidische Rebben, von dem Ruf ihrer Vorfahren. Sie selber müssen keine relig. geistigen Größen mehr sein. Es reicht, wenn man in die Familien der Rebben und einstigen Schüler hineingeboren ist. Aber dies ist ein anderes Thema, zu dem ich mich zu einem späteren Zeitpunkt auslasse.

Nicht nur die chassidische Welt hat teilweise Probleme, nein, insbesondere die litvisch - haredische Welt leidet. Der Vilna Gaon und Rabbi Moshe Feinstein sind lange verstorben und mit Wehmut denkt man an sie zurück und wünscht sie sich sehnsüchtig herbei. Heutzutage wird die israelische litvische Welt von einem beherrscht, und das nennt sich Politik. Rabbi Eliyashiv, der geistige Führer der "Litvaks" ist das beste Beispiel dafür. Vor ein paar Jahre sorgte er zum Beispiel dafür, dass "Rabbi" Jonah Metzger neuer israelisch - aschkenazischer Oberrabbiner wurde. Metzger war nur allzu sehr umstritten, denn handelte es sich bei ihm um keinen geeigneten Kandidaten. Halachisch nicht gut drauf und auch sonst hapert es mit dem relig. Wissen. Stattdessen beherrscht Metzger es perfekt, sich durch Kompromisse und Schmeicheleien in hohe Positionen zu katapultieren. Dies kann Rabbi Eliyashiv nur recht sein, hat er doch so Zugriff auf den Oberrabbiner.

Mit Metzgers Vorgänger, Rabbi Israel Lau, verhielt es sich kaum anders. Bei Lau hat man immer das Gefühl, dass alle ihn bemitleiden, weil er im KZ Buchenwald inhaftiert war und er so ergreifend die Story von seiner Rettung durch seinen älteren Bruder erzählt. Halachisch war und ist Rabbi Lau keine Größe, was jedoch egal ist, wenn man die richtigen Verbindungen hat. Politisch und nicht zu G - tt.

Die heutige Ausgabe der Zeitung "MAARIV" beschuldigt "Rabbi" Jonah Metzger auch nun noch der sexuellen Belästigung. Im Jahre 2006 habe es mehrere Beschwerden über ihn gegeben. Frauen, kleine Jungen, bei Metzger sei schon alles egal. Die sephardische Rabbinerriege war absolut gegen eine Ernennung Metzgers zum aschkenasischen Oberrabbiner, waren doch seine sexuellen Ausfälle reichlich bekannt. Letztendlich aber stimmte der ehemalige sephardische Oberrabbiner Ovadiah Yosef der Ernennung zu, da er es sich nicht mit dem litvischen Oberhaupt Eliyashiv verderben wollte.

Und was bleibt uns als "normaler Jude" übrig ? An wen können wir uns eigentlich noch wenden, ohne irgendwelche Machenschaften in Betracht ziehen zu müssen ? Chassidische Rabbiner erkennen die Oberrabbinität eines staatlich ernannten Oberrabbiners wie Lau oder Metzger eh nicht an. Gut so, denn seit Jahren werden Leute auf diesen Posten gehievt, die politisch korrekt sind, aber halachisch keine Ahnung haben.

Wo sind all die großen Rabbiner hin ?
Es scheint als müßten wir sie heute privat irgendwo mit der Lupe suchen. Aber selbst wenn man glaubt, einen glaubwürdigen Rabbi gefunden zu haben, kann dennoch alles im Desaster enden. Plötzlich stellt man fest, dass da doch diverse Machenschaften stattfinden und Mr. Rabbi selbst mit im Sumpf steckt. "Landesrabbiner" Netanel Wurmser aus Stuttgart ist hierfür das berühmte deutsche Beispiel.

Aber wen kümmert das heute noch groß ? Sind wir überrascht ?

Nein, denn hat nicht schon der Vilna Gaon vorausgesehen, dass in der Zeit vor der Ankunft des Meschiach die Mehrheit der Rabbiner korrupt sein wird (Erev Rav). Leider müssen wir erst auf den Meschiach warten, um wieder eine glaubwürdige Rabbinermehrheit zu bekommen.

Aber nicht alles ist gleich verloren. Es gibt noch Rabbiner, die es verdient haben, so genannt zu werden. Und hierunter fallen alle Sparten: ob nationalrelig., chassidisch oder litvisch.

Darunter sind aber auch jene der antizionistischen Dachorganisation "Edah HaCharedit". Vielerlei zu extrem, aber halachisch absolut glaubwürdig.

Einen Rabbiner, den ich besonders schätze ist der Rebbe der chassidischen Gruppe Dushinsky, Rabbi Yosef Zvi Dushinsky, zu dessen Tisch ich heute abend gehen werde.

Dienstag, Juni 03, 2008

Kommentar zu den Druckman - Konversionen

B"H

An Danny

Du hattest mir einen Kommentar bezüglich der Druckman - Konversionen gesandt und ich denke, dass dies vielleicht alle interessiert. Ich gehe auf Deine Meinungen in diesem Text ein und hoffe, nichts übersehen zu haben.

R. Chaim Druckman wurde vor ein paar Tagen offiziell gekündigt und derweil wird ein Nachfolger gesucht. Unterdessen reißt jedoch der Streit um die vorherigen Druckman - Konversionen nicht ab, denn unzählige Te'udot Giur (Konversionszertifikate) sollen aberkannt werden. Was das genau für Auswirkungen hat, kann sich noch niemand so richtig vorstellen. Die Presse berichtet von konvertierten Russen, die aus Protest wieder in ihre Heimat zurückziehen wollen.

Nun kann man, wie Du richtig sagst, der Meinung sein:
"Ich bin bei Druckman konvertiert und lebe religiös. Welchen Einfluß also sollen die Reibereien des israelischen Oberrabbinates auf mich haben ?"

Und ich muß hier sicherlich ganz gewaltig zwischen Israel und der Diaspora unterscheiden. Ganz klar wird der "Skandal" in Israel wesentlich intensiver angegangen als im Ausland. Ausländische Druckman - Konvertiten sind weniger betroffen, denn wer, z.B., jetzt in einer deutschen Gemeinde lebt, wird kaum gefragt werden, ob er bei Druckman konvertierte oder woanders. Man hat einen orthodoxen Giur hinter sich und das war es.

In Israel ist dies, wie könnte es anders sein, völlig anders, denn in unserem Land spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Da sind zum einen die unterschiedlichen Richtungen in der Orthodoxie. Sprich, die Nationalrelig. und die Haredim (Ultra - Orthod.) aller Art. R. Druckman machte nationalrelig. Konversionen und damit allein haben die Haredim schon ein Problem. Unter anderem spielen dabei auch politische Gründe mit, denn jede der beiden Richtungen meint wichtiger zu sein als die andere. Viele Israelis sehen das Druckman - Problem als ein einziges Politikum zwischen den Nationalrelig. und dem obersten litvisch - haredischen Rabbiner Eliyashiv. Es geht also einmal wieder um Macht.

Andererseits sehen die Haredim nationalrelig. Konversionen als zu lax an. Überwiegend aus gutem Grund, denn man schaue sich nur die Mehrheit der nationalrelig. Konvertiten nach dem Giur an. Diese Tatsache ist in Israel allgemein bekannt. Die Haredim betrachten also ihre eigenen Programme und Konversionen als ernsthafter und auch hier zeigt sich, dass mehr haredische Konvertiten nach dem Giur ein relig. Leben führen als ihre nationalrelig. Kollegen. Ich kenne sehr viele Fälle, welche diese Regel bestätigen. Ehrlich gesagt ist mir bisher nur ein einziger haredischer Konvertit begegnet, der nach dem Giur nicht mehr besonders orthodox lebt.

Ich stimme Dir vollkommen zu, dass jeder einzelne Konvertit sich sein Leben aufbauen und den Mitmenschen zeigen muß, ob er zurecht oder zu unrecht konvertierte. Druckman - Papiere oder nicht, es kommt auf jeden einzelnen an und wenn jemand aus dem Druckman - Beit Din relig. lebt, dann sehe ich kein Problem, diesen auch weiterhin als Juden anzuerkennen. Andererseits haben wir in Israel die Politik, dass alles halt nur vom Papier abhängt und wer, z.B., heiraten will und ein eher schlechteres Zertifikat hat als andere, bekommt Probleme.

Ich gebe Dir ein Beispiel:
Die Konversionsyeshiva Nachalat Zvi in Jerusalem verfügt aus vielerlei Gründen über keinen besonderen Ruf. Bei den Haredim gleich gar nicht und das Rabbanut (Oberrabbinat) Jerusalem zickt ebenso. Einige Male vernahm ich von Nachalat Zvi Leuten, dass als sie heiraten wollten und beim Rabbanut in der HaChavazelet Street vorsprachen, sie alles andere als zuvorkommend behandelt worden sind. Teilweise wurden ihre Heiratsbewilligungen lange hinausgezögert. Wobei es hier auch wieder Unterschiede gibt, denn es kommt dem israel. Rabbanut darauf an, wen ein Konvertit heiratet. Heiratet er einen Israeli, einen gebürtigen Juden aus dem Ausland oder einen anderen Konvertiten. Im letzteren Fall gibt es selten Komplikationen, denn die Ehe zwischen zwei Konvertiten ist dem Rabbanut nicht so wichtig als wenn ein Konvertit nun die Tocher eines Cohen heiratet.

Im Ausland mag es also etwas legerer bei der Anerkennung zugehen. Aber auch in Israel tappt nicht jeder durch die Gegend und verkündet, wo er konvertiert ist. Allerdings geht es auf Ämtern und dem Rabbanut (Hochzeiten, Scheidungen, Beerdigungen, Geburten) wieder ganz anders zu, denn vor allem im Rabbanut sieht man sofort im PC, wer wo konvertierte. Vor allem das Beit Din ist dabei wichtig.

Mittlerweile steige ich durch den israelischen Konversionswust nicht mehr durch. Zum Beispiel wird jetzt ausschließlich von einem Kommittee des Innenministeriums entschieden, wer eine Bewilligung erhält, sich in einem Konversionskurs einschreiben zu dürfen. Ohne diese Bewilligung nimmt einen kein Kurs mehr auf. Und in diesem Kommittee sitzen säkulere Angestellte des Innenministeriums. Böse Zungen behaupten, dass Olmert dieses Verfahren einführte, weil er weniger Religiöse im Land haben will. Sprich weniger Leute, die gegen ihn stimmen.

Auch entscheidet dieses Kommittee im Nachhinein, wer zu einem Beit Dir darf und wer nicht. Ob das gleiche Verfahren auf die Haredim zutrifft, ist mir unbekannt. Ganz aktuell sehe ich den Fall einer Bekannten und dort wird mächtiger Zoff anstehen, denn sie konvertierte ohne diese Bewilligung. Der Fall ist kompliziert und falls sie es mir irgendwann erlaubt, darüber zu berichten, werde ich dies tun.

Insgesamt geht es in Israel nicht nur um Mitzwot, sondern auch um Politik. Dabei um die Vormachtstellung des Rabbanutes, der Haredim, der Nationalrelig. sowie den Regierungsbehörden. Mit G - tt und Mitzwot hat das nichts mehr zu tun und es ist traurig, dass keiner eine Lösung finden kann, die allen akzeptabel erscheint.

Offiziell werden die Druckman - Konversionen in Israel aberkannt und die Europ. Rabbinerkonferenz will das gleiche tun. Die Frage, was aus dem Konvertiten wird, stellt sich keiner.
"Tja, Pech gehabt", so heißt es da lapidar.

Um allen Überraschungen vorzubeugen, empfehle ich heute immer haredische Konversionen. Aber die sind auch nicht immer so astrein, dass sie vom Innenministerium anerkannt werden und zur Aliyah berechtigen. Nicht der Religiösität wegen, sondern geht es auch hier wieder um Politik. Und Olmert steht gerade auf der Kippe. Was kommt nach ihm ? Wird als wieder einfacher zugehen oder nicht ? Schuld ist aber sicherlich auf der Konvertitenstrom, der nicht abreissen will.

Wenn ein Konvertit mit seinem Leben zufrieden ist, relig. lebt und niemand sich weiter um sein Zertifikat schert, warum nicht ?
Aber Tatsache bleibt, dass es in der Diaspora einfacher ist als in Israel, wo einen der Giur bis zum Lebensende verfolgt.

Dienstag, Mai 27, 2008

"Thora Light" versus "G - ttes Wille"

B"H

Was ist G – ttes Wille ?

Kabbalistisch betrachtet ist G – tt ein unendliches ewigliche existierendes Wesen ohne Form und jede Materie; ein Wesen, welches wir mit unserem menschlichen Verstand nicht in der Lage sind, auch nur annähernd zu begreifen. Und wie sollen wir dann Seinen Willen kennen ? Das Einzige, was uns bleibt, ist die Thora einzuhalten und ein Leben zu führen, in dem wir G – tt zumindest als Erschaffer der Welt und allem, was existiert anerkennen.

Er gab uns die Thora, welche für uns eine Gebrauchsanweisung zum Leben darstellt. Und wie heißt es in der Thora gleich mehrere Male ? Nichts dürfen wir verändern oder hinzufügen. Auf ewig soll sie gültig sein.

Man mag argumentieren, dass wir ja heute in einer andere Zeit leben, in der viele in der Thora erwähnte Angelegenheiten vielleicht andere / keine Gültigkeit besitzen. Die Zeiten ändern sich und da muß man halt flexibel sein und sich anpassen.

Oberflächlich betrachtet mag das so stimmen, doch sobald sich jemand ernsthaft und intensiv mit einer Angelegenheit auseinandersetzt, wird er feststellen, dass G – tt uns die Thora zwar vor einigen Tausenden von Jahren gab, wir uns aber alle dort wiederfinden können. Nichts hat an Aktualität verloren, denn die Welt ist immer noch die gleiche geblieben und wir alle haben die dieselben Problemchen.

Die Juden hielten die Thora ein oder sie hielten sie nicht ein. Richtungen und Begriffe wie orthodox, konservativ, progressive oder reform waren unbekannt. Man war religiös, traditionell oder nichts. Bis in Deutschland die Reformbewegung begann, wobei erwähnt werden muß, dass die ersten Reformer sich noch an die Thora hielten; koscher aßen oder den Schabbat vollkommen einhielten.
Nach und nach jedoch wurde die Thora mehr und mehr abgestreift und es hieß, dass diese nicht von G – tt gegeben wurde und ihre Gesetze alle veraltet seien. Ganz so als stand der sogenannte "moderne Jude" nun über G – tt. Viele kämpften von Beginn an gegen das Reformjudentum an und besonders genannt seien hier die Chassidim sowie die litvischen Juden unter dem Vilna Gaon. Schon früh erkannten gerade diese Persönlichkeiten, welche Gefahren das Reformjudentum mit sich bringt. Und sie behielten recht.

Schnell schwappte die neue Bewegung auch auf die USA über und gerade die USA sowie England stellen prächtige aktuelle Beispiele dar. Sogar Statistiken wurden erhoben und diese lassen nichts Gutes ahnen.

Ihre ablehnende Haltung gegenüber der Thora, liessen die Reformer ihre eigenen Gesetze bestimmen. Kaschrut, Schabbat, Dritter Tempel und Meschiach ? Uninteressant, brauchen wir nicht. Aus dem neuen eigenen Sidur (Gebetbuch) wurden unzählige Jahrhunderte alte Passagen (selbst jene der ehemaligen Sanhedrin) gestrichen und durch Neues oder gar nicht ersetzt. Kürzlich jedoch gab der Vorsitzende der weltweiten Reformbewegung Joffe zu, dass man anscheinend zu weit gegangen sei, denn Reformjuden hätten keinerlei Beziehung mehr zum Schabbat und das solle sich ändern. Man müsse wieder mehr Wert auf die alter Tradition legen. 

Mit dem Schabbat halten ist die Halacha gemeint und nicht irgendein Schabbatgefühl, was einem mal eben so durch den Körper huscht. Überhaupt spielt die Halacha bei Reformern nur noch eine Nebenrolle. Was geht uns der Schulchan Aruch (Code of Jewish Law) und der "olle" Rambam (Maimonides) noch an ? Das liegt doch gar nicht mehr im heutigen Zeitgeist. G – tt liegt also nicht mehr im Zeitgeist ? Wer bitteschön dann ?

Alles könnte so toll sein, wenn nicht einer stören würde.
Soviel sei vorweg genommen: G – tt ist es nicht, denn der richtet auf Seine Art und Weise.
Nein, wir orthodoxen Juden stören. Offiziell sowie auch in der nichtjüdischen Presse sind wir wirre Fundamentalisten, die da leben wie vor 2000 Jahren und sich lange Kaftane anziehen und ihre Frauen unterdrücken. Wer sich nicht auskennt und derlei Behauptungen Glauben schenkt, der kann schon eine Wut auf die "irren Orthodoxen" kriegen. Leben da in Mea Shearim und tun den ganzen Tag nichts außer irgendwelchen antiken Gesetzen zu folgen. 

Die Orthodoxie wiederum erkennt das Reformjudentum nicht an, soviel dürfte eh bekannt sein. Natürlich ist ein Reformjude ein Jude, Reformkonvertiten sind es jedenfalls nicht und ihre Konversion wird von der Orthodoxie nicht anerkannt. Hierüber brauchen wir nicht zu diskutieren, sondern dies ist eine rechtmässige Tatsache. Punkt.

Real betrachtet, welche positiven Ergebnisse hat das Reformjudentum aufzuweisen ? Größtenteils ist es ihm zu verdanken, dass sich die Juden gänzlich assimilierten und in unserer Zeit haben wir das katastrophale Problem der Hochzeiten zwischen Juden und Nichtjuden (Intermarriage). In den USA sind es bis zu 50%. 

Erschreckende Zahlen und mir passiert es häufig, Kinder aus solchen Ehen zu treffen, in der die Mutter Nichtjüdin ist. Folglich sind die Kinder auch keine Juden und gerade die haben oftmals ein Identitätsproblem. Gerne wollen sie auf israelischen Yeshivot lernen, müssen allerdings erst orthod. zum Judentum konvertieren. Und in vielen amerikanischen Mischehen ist es so, dass gerade der nichtjüdische Elternteil Druck auf die Kinder ausübt, sich für das Christentum zu entscheiden.

Was hat uns also das Reformjudentum beschert ?
Die Halacha ist abgehakt, da sie nicht mehr "zeitgemäß" ist. Die Thora, naja, ein olles Buch halt. 
Und G – tt ? Der ist weit weg und außerdem muß er halt verstehen, dass sich die Zeiten geändert haben.

Bittere Realität ist, dass dem Judentum immer mehr Mitglieder verlorengehen. Wer wenig Kenntnisse der Religion besitzt, nichts einhält und meint, er sei jetzt so toll und modern, sprich ein Jude ohne Traditionen, der sucht seinen Weg woanders. Ist das ein Wunder ? In Israel hat der einstige extreme linke Koalitionspartner Meretz ganze Arbeit geleistet. Meretz besetzte häufig das Bildungsministerium und mit Ministern wie Yossi Sarid oder Schulamit Aloni wurde der Religionsunterricht teilweise ganz abgeschafft. Und nun ist noch Verheerenderes geplant. Die derzeitige Bildungsministerin Yuli Tamir will in den kommenden Monaten die Reformbewegung propagandieren. Man solle den Reformunterricht in den Schulen einführen. Da gibt es dann ein wenig "Judentum light" und das reiche aus. Als ob wir nicht schon genügend Unwissende im Lande haben, die keinen Rambam mehr kennen.

Für Reformjuden sind die Orthodoxen wilde Fanatiker, die stören. Vielleicht sind wir auch nur das schlechte Gewissen der Reformer, die da den Leuten so gerne weismachen wollen, dass man ja eigentlich gar nicht nach der Thora leben kann, da alles so kompliziert ist. Orthodoxe beweisen das Gegenteil und sind damit glücklich. Mir selber kommen die Reformer immer vor wie jemand, der halt keine Lust auf Thora hat und irgendeine Entschuldigung für sein lasches Verhalten sucht. Was aber wollen sie einmal G – tt sagen, vor dem wir alle irgendwann einmal stehen werden ? "Was, Du hast die Thora doch geschrieben ?"

Nicht jeder Orthodoxe ist ein Fundamentalist, nicht jeder weltfremd, nicht jeder unterdrückt seine Gattin und wie die Stereotype noch alle lauten mögen. Man sollte sich schon in der Gesellschaft bewegen, um zu richten. Und es ist ausgesprochen leicht, sich in ihr zu bewegen, ohne sofort dazugehören zu müssen. Und was mir besonders im offiziell so säkuleren Tel Aviv immer wieder auffällt ist, das gerade die Säkuleren ein großes Interesse an der Orthodoxie zeigen. Sie haben Fragen und wollen diese beantwortet haben. Ein Reformrabbiner ist dazu kaum in der Lage und da wendet man sich an einen orthod. Rabbi oder an Yeshivaleute. Großen Respekt gibt es allemal und ausgerechnet der Chassidismus ist der Renner. Vielleicht ist das ja ein Lichtblick, dass die Leute nach einiger Zeit doch etwas Handfestes suchen und ihre Fragen beantwortet haben wollen, anstatt ziellos in der Gegend herumzulaufen.

Links zum Thema:







Montag, März 03, 2008

Woche der Brüderlichkeit ?

B"H

In einigen deutschen Zeitungen las ich Mitteilungen, dass derzeit in den deutschen Landen die "Woche der Brüderlichkeit" stattfindet. Soll ich dazu etwas schreiben oder es ganz einfach lassen ? Was geht mich das an ? Ich lebe ja in Israel.

Was mir nur etwas sonderbar vorkam war, dass ich beim Lesen verschiedener Online - Sites fast immer auf Vorträge von Prälaten oder Pfarrern stieß. Dies fiel mir natürlich ins Auge, denn geht es bei der Woche der Brüderlichkeit nicht um Verständnis ? Aber wessen Verständnis ?

Meiner Meinung nach sollten Vorträge das Judentum betreffend gerade in der Woche von Juden gehalten werden. Natürlich füge ich hier an "von religiösen Juden", denn was nützt mir ein Vortrag, bei dem der Referent alles aus dem Internet zog und nie auf einer Yeshiva, Yeshiva University oder Sonstiges lernte. Lektüre allein hilft nicht, denn die Zuhörer wollen gelebtes Judentum und keine Gute - Nacht - Geschichten ohne jegliche Kompetenz.

Die Woche der Brüderlichkeit steht in diesem Jahr unter dem Schatten des alltäglichen Kassam - Raketenhagels auf die israel. Städte Sderot sowie Aschkelon. Es würde mich interessieren, ob solch aktuelle Themen in der Woche der Brüderlichkeit auch Gehör finden oder sich nur alles auf ein paar wenige Einblicke ins Judentum beschränkt.

Und wie vermittelt man überhaupt kleine Einblicke ins Judentum, wenn die überwiegenden Mehrheit keine Ahnung hat ?

Da zum Shiur (relig. Unterricht) des Rabbi Mordechai Machlis nach wie vor der in Jerusalem voluntierende Priester (Mönch) kommt, jener, der mir vor Wochen eine e - mail schrieb und um ein Treffen incl. Fragen zum orthodoxen Judentum bat, kann ich mir die Fragen, Unwissenheit und die Basis des Interesses von Nichtjuden am Judentum etwas besser ausmalen. Zumindest anhand der Fragen des Priesters. Und auch bei ihm sehe ich grundlegende Unwissenheiten und viele viele Fehlinformationen. Jedenfalls sieht er durch den Shiur jetzt vielleicht einiges etwas klarer oder eher das Gegenteil: Alles wurde noch viel komplizierter.

Ob die Woche der Brüderlichkeit etwas bringt, weiß ich nicht. Manche Veranstaltungen scheinen reine geschlossene Gesellschaften zu sein und diesbezüglich sehe ich keinen Sinn darin, einen Rabbi mit dem Bürgermeister, irgendwelchen Vorsitzenden und Prominenten etc. zusammensitzen zu lassen.
Eher sehe ich den Erfolg, wenn es denn einen gibt, in der breiten Öffentlichkeit. Nicht nur kleine nette Friedhofsführungen oder Synagogenbesuche. Was nützt das, wenn die nichtjüdischen Besucher keinen Schimmer von dem haben, was da eigentlich genau abgeht. Der G - ttesdienst ist auf Hebräisch und was spielt sich ab ?
Wenn ich Vorträge halte und die Gruppe einen Besuch bei Haredim plant, dann bereite ich erst alle Teilnehmer eingehend darauf vor. Nicht einfach mal so hopplahopp. Nimm und friß.

Vielleicht argumentieren jetzt einige Leser, dass ja für derlei Vorbereitung schließlich keine Zeit wäre. Wie denn in der einen Woche ? Und falls ja, wie will man alle auf einen gemeinsamen Nenner bringen ? Jeder Teilnehmer verfügt über einen anderen Kenntnisstand.

Dies sind für mich keine Argumente, denn ein guter Referent muß in der Lage sein, dieses wettzumachen. Ich kriege auch monatliche neue Zuhörer mit gar keinem, wenig, viel oder übermässigem Wissen und wer länger im Geschäft ist, weiß eine Basis zu finden.

Wer von den Lesern an den dieswöchigen Veranstaltungen zur Woche der Brüderlichkeit teilnimmt, dem wünsche ich viel Vergnügen. Scheut Euch bloß nicht, direkte und neugierige Fragen zu stellen, wenn etwas unklar ist. Dumme Fragen gibt es keine.

Mittwoch, Januar 23, 2008

Die Armee des Rebben

B"H

Das im Jahre 2003 erschienene Buch "The Rebbe's Army" von Sue Fishkoff verursachte seinerzeit großes Aufsehen in den USA. Sue Fishkoff beschreibt in ihrem Buch ihre Besuche bei unterschiedlichen Chabad – Shlichim in den USA. Sie nahm an Schabbatessen teil und wurde zu vielen anderen Chabad – Veranstaltungen eingeladen.

Dem Titel zufolge erwarten viele ein Skandalbuch, aber meistens ist das Gegenteil der Fall. Die Autorin listet Fakten auf und gibt zu, Chabad tue sehr viele für Juden, die von ihrer Religion weit entfernt lebten. Niemals seien sie ohne die Hilfe von Chabad darauf gekommen, den Schabbat oder die Feiertage zu begehen oder koscher zu Essen.

Im Vorwort gefiel mir die Aussage von Velvel Green, einem Professor der Ben – Gurion University Beersheva, besonders gut:

"Früher oder später wird ein Astronaut auf dem Mars landen und wen wird der Astronaut dort antreffen ?
Einen Lubawitscher Shaliach".


Ein Shaliach oder im Plural "Shlichim" ist ein Abgesandter bzw. Abgesandte des Lubawitscher Rebben. Heutzutage existiert kaum ein Land auf der Erde, in dem es nicht wenigstens einen Chabad – Shaliach und ein Chabad – House gibt. Ob das in Katmandu oder in Zaire ist. Chabad ist überall. Vielleicht auch bald auf dem Mars.

Die chassidische Gruppe Chabad kann auf eine ca. 250 Jahre alte Tradition zurückblicken. Ihr Gründer, Rabbi Shneur Zalman von Liadi, war ein Schüler des Maggid von Mezritch, welcher wiederum der Nachfolger des Baal Shem Tov war. Rabbi Shneur Zalman war nie unumstritten; weder beim Vilna Gaon und seinen litvishen Anhängern und weder in der chassidischen Bewegung selber. Kritikern und Chassidismusexperten zufolge, entfernt sich die heutige Chabad – Bewegung immer mehr von ihren eigenen Konzepten. Man sagte mir sogar, dass gewisse Schriften ehemaliger Rebben zum Thema "Meschiach" nicht mehr aufzufinden seien, eben weil gewisse messianische Strömungen innerhalb Chabads eine weitere Publikation der ursprünglichen Aussagen zum Meschiach – Konzept verhindern wollen. Demzufolge könne dann von eben jenen Strömungen der siebte und letzte Lubawitscher Rebbe, Rabbi Menachem Mendel Schneerson, als der kommende Meschiach nicht mehr aufrecht erhalten werden.

Chabad zog schon immer unzählige Kritiker an. Und das weltweit. Sogar über die Emigration des sechsten Lubawitscher Rebben, der Schwiegervater des Rabbi Menachem Mendel, wird gemunkelt. Wie entkam der sechste Rebbe den Nazis ? Gab es tatsächlich einen Deal und man ließ den Rebben in die USA ausreisen ?

Tatsache ist, dass aus der ehemals kleinen Chabad – Gruppe ein riesiges Imperium wurde. Als Rebbe Menachem Mendel Schneerson im Juni 1994 verstarb, ging es erst so richtig los. Seit dem Jahre 1950 leitete Rebbe Menachem Mendel die Gruppe und war mehr als nur der geistige Führer. Er war eine außergewöhnliche Persönlichkeit mit Führungsqualitäten.

Bis heute befindet sich das Chabad – Hauptquartier in New York. In Brooklyn – Crown Heights, 770 Eastern Parkway.
Dort steht das Wohnhaus des verstorbenen Lubawitscher Rebben, welches sich auch heute noch hoher Besucherzahlen erfreut. Übrigens gibt es einen Zwilling davon, der im Kfar Chabad, bei Rishon LeZion in Israel, errichtet worden ist.

Viele andere orthodoxe Richtungen würden unheimlich gerne wissen, was sekuläre Juden an Chabad so anzieht. Zieht erst einmal ein Chabad – Shaliach mit seiner Family in die Nachbarschaft, dann rennen viele ausgerechnet in deren Einrichtungen und die litvishen Rabbiner bleiben einsam und allein im Hintergrund. Chabad kommt, grast ab und der Litvak hockt allein im Dunkeln. Und in kaum einem anderen Land spriessen die Vorurteile gegenüber Chabad so sehr aus dem Boden. In vielen Fällen angezettelt von der verängstigten litvishen Konkurrenz um ihre Schäfchen. Reform oder Litvishe, vielerorts hat man sich in Deutschland auf Chabad eingeschossen. Sie seien Missionäre und alle sind der Meinung, der letzte Rebbe komme als Meschiach wieder. Das sei doch kein Judentum.

Es ist richtig, dass Chabad die Reformbewegung absolut ablehnt, aber wer tut das nicht als orthodoxer Jude ? Wenn Chabad missioniert, handelt es sich dabei ausschließlich um Juden. Vorzugsweise sekuläre Juden. Zu Chabad – Veranstaltungen werden nur halachische Juden zugelassen. Den letzteren Punkt kann ich nur befürworten, denn manche amerikanische Programme, in denen ich Vorträge halte, laden nicht selten Reformkonvertiten oder Jugendliche ein, wo nur der Vater Jude ist. Da frage ich mich und andere Redner übrigens auch, was wir solchen Leuten spirituell rüberbringen sollen.

Während litvishe Rabbiner ihre oftmals stocksteifen Schabbatessen abhalten, bringt Chabad Stimmung in die Bude. Nicht nur, dass chassidische Melodien gesungen werden, auch spirituell gibt es etwas zu lernen. "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein", so heißt es in der Thora und der Chassidismus lehrt, dass der Mensch nicht nur aufgrund seiner Nahrung lebt, sondern auch aufgrund seiner spirituellen Nahrung (der Thora).

Chabad lädt jeden Jude nein, egal, welchen Background derjenige hat. Jeder kann kommen, wie er will und ist willkommen.
Chabad ist Outreach pur.

Nicht aus dem Grund, um immer mehr Anhänger zu finden, sondern um jedem Juden die Möglichkeit zu geben, eine Mitzwah zu erfüllen. Dieses Konzept war für Rabbi Menachem Mendel Schneerson von immenser Bedeutung. "Ahavat Israel – Die Liebe zum Volke Israel". Alle Juden sind durch eine gemeinsame Seele miteinander verbunden und jeder Jude muß gleichermassen geliebt werden. Egal, auf welchem Thoralevel er sich befindet. Ganz Israel ist ein Körper und eine Seele. Dieses Konzept stammt nicht nur allein von Chabad, sondern wird von anderen chassidischen Gruppen wie Toldot Aharon oder Vishnitz genauso vertreten. Chabad jedoch lehrt und lebt das Konzept in einer etwas anderen und offeneren Art und Weise.

Nachdem der letzte Rebbe im Juni 1994 verstarb, wurden bis 2002 ganze 610 Chabad Shlichim – Ehepaare in alle Welt gesandt. Allein 705 neue Chabad – Institutionen wurden in der Zeit eröffnet. Die genaue Zahl der Chabad – Mitglieder ist unbekannt, doch konkurrieren sie mit der größten chassidischen Gruppe Satmar, welche gemäß aktuellen Angaben eine Mitgliederzahl von 150.000 Juden hat.

Jeder Chabad – Shaliach ist für seine Finanzen selber zuständig und nicht wenige Male im Jahr ist er gezwungen, sich auf den Weg zu machen, um Spender zu finden. Dabei sind die USA, Kanada, Südafrika oder England beliebte lukrative Ziele. Dort leben die Reichen und geben schon einmal den ein oder anderen Scheck. Ein großer Spender Chabads ist Bob Dylan. Hollywoodgrößen wie Meryl Streep sind genauso mit von der Partie. Bei Chabad – Veranstaltungen stößt man nicht selten auf Redner wie den US – Senator Joseph Lieberman oder den Schriftsteller Elie Wiesel.

Chabad verfügt über Geldquellen, um sich auszubreiten. In den USA werden sie nicht selten dafür kritisiert, aber dennoch auch hoch gelobt. Koscheres Essen an Unicampussen, Ferienlager, Schabbatessen, Mazzot zu Pessach, Vorträge. Wenn Chabad in der Nähe ist, steht kein Jude allein da. Im Gegenteil zum litvishen Movement, wo es teilweise eine selektive Auswahl für Schabbatessen gibt. Bei Chabad ist jeder eingeladen. Internet, Movies, Bibliotheken, Chabad bietet etwas und die Leute springen darauf an. Die Gruppe betrachtet sich als Brücke zwischen der religiösen und sekulären Welt. "Wir versuchen, die Welt zu einem besseren g - ttlicheren Platz umzugestalten, bis der Meschiach kommt", so Rabbi Sholtiel Lebovic aus Crown Heights. Jeder Jude ist gleich wertvoll und jeder einzelne sollte sich der Religion mit seinem eigenen individuellen Tempo nähern. Nicht hopplahopp und ich bin von heute auf morgen religiös. Mit diesem Konzept steht Chabad auch wieder nicht allein, denn die Chassidut Breslov propagandiert dieses einstige Konzept des Rabbi Nachman von Breslov.

Nicht selten mischt Chabad auch in der Politik mit. Sowohl in Israel durch Benjamin Netanyahu als auch in den USA. Die Bewegung verfügt über beträchtlichen Einfluß in Washington.

Der große Knackpunkt aber ist immer wieder das Thema "Meschiach". Ist der letzte Rebbe der Meschiach ?

Drei Jahre lang habe ich intensive an Chabad – Unterrichten teilgenommen. In Jerusalem und auch im Norden, in Safed. Ich kenne unzählige Chabad – Mitglieder und habe gute Freunde unter ihnen. Ich war bei Schabbatessen oder nur so auf Besuch. Keiner aber konnte mir jemals erklären, warum Rabbi Menachem Mendel Schneerson als Meschiach gesehen wird. Wobei hier wichtigerweise angemerkt werden muß, dass nicht alle Chabad – Mitglieder Meschichisten sind. Chabad teilt sich in eben jene zwei Meinungshälften auf.

Der Rebbe sei einmal persönlich gefragt worden, ob er der Meschiach sei. Er habe nur genickt, was aber eigentlich weder JA noch NEIN bedeutet. Seine Anhänger jedoch nahmen es als ein JA auf. Rabbi Schneerson beging hierbei einen Fehler, denn er hätte eindeutig Stellung beziehen müssen. Das hat er versäumt.

Seitdem er 1950 das Amt des Rebben übernahm, war er in aller Welt als "Wunderheiler" bekannt und es ranken sich viele Stories um ihn. Wer will, der kann eine Auswahl im Internet nachlesen oder entsprechende Chabad – Literatur kaufen. Täglich versammelten sich Tausende von Menschen in der 770 und warteten auf ein Gespräch mit ihm. Juden sowie Nichtjuden.

Es ist unbestreitbar, dass Rabbi Schneerson und herausragender Rabbiner war, aber ihn als Meschiach sehen…..?

Andere chassidische Gruppen reagieren in den wenigsten Fällen positiv auf Chabad. An dieser Stelle seien einmal Satmar und Vishnitz als Kritiker genannt.

Seit fast 14 Jahren ist Chabad ohne einen Rebben, hat es aber verstanden, die Ideologie mehr oder weniger aufrecht zuerhalten. Vom Meschiachstandpunkt einmal abgesehen. Die Erinnerung an den Rebben wird durch Poster, Bücher und alle Art von Publikationen aufrecht erhalten. "Es lebe der Rebbe".



Alles in allem ist Chabad sehr zu empfehlen und Hemmungen bzw. Vorurteile ihnen gegenüber sind nicht immer gerechtfertigt. Bezüglich Deutschland tut kaum eine orthodoxe Gemeinde soviel für ihre Mitglieder wie Chabad. Damit meine ich vor allem Vorträge (Shiurim). Was ich aber jedem anrate ist, auch in andere chassidische Gruppen hineinzuschauen und sich nicht nur allein auf Chabad zu beschränken und zu meinen, dass sei der ganze Chassidismus.

Keine Ausflüchte

B"H

Es passiert nicht häufig, dass ich über ein Thema schreibe, ohne die genaue Quelle anzugeben. Dieses Mal geschieht es nun doch, denn ich kann mich an die genauen Quellenangaben nicht mehr erinnern. Es müssen entweder der Talmud Kiddushin oder Bava Metziah sein. Sobald ich die Quelle finde, reiche ich sie nach.

Bei einem Talmud - Shiur von Rabbi Mordechai Machlis hörte ich einmal, dass ein Rabbiner, der einen Vortrag zu einem relig. Thema hält, verpflichtet ist, die Wahrheit zu sagen. Wird aus dem Publikum eine Frage gestellt und der Rabbiner weiß die Antwort nicht, dann soll er dies zugeben.

Sehr oft erlebe ich es, dass Fragen aus der Zuhörerschaft kommen und der Rabbi die Antwort nicht weiß. Im Judentum bedeutet dies keineswegs ein Versagen seitens des Rabbiners, sondern intelligente Fragen sind durchaus erwünscht. Je verzwickter die Frage und der Rabbiner weiß keine Antwort, desto besser. In Yeshivot (relig. Schulen) ist man stolz auf jene Schüler, welche Fragen und der Rabbi weiß die Antwort nicht.

In solchen Fällen gibt der Rabbiner die Antwort beim nächsten Mal und versucht in der Zwischenzeit eine passende Erklärung zu finden. Es ist ganz natürlich, dass er hierbei Kollegen bzw. bekannte Rabbis konsultiert oder sich halt in der Halacha oder dem Talmud umschaut.

Um gute Fragen zu stellen, muß man nicht über hohe geistige relig. Qualitäten verfügen. Oft kommt bei einer historischen Aussage eine halachische Frage, wie denn dies oder das zu der Zeit gehandhabt werden konnte. Oder auf eine halachische Frage kommt eine Frage zur jüdischen Geschichte. Es gibt Tausende verschiedene Beispiele

Leider ist es bei der Mehrheit der Rabbiner so, dass wenn sie in solch eine Situation geraten, sie Umschweife oder Ausreden finden. Sie reden um den heißen Brei herum, anstatt zuzugeben: "Ich weiß es nicht, aber ich werde die Antwort herausfinden".

Angemerkt sei, dass ich mich hier nur auf Vorträge orthodoxer Rabbiner vor einem jüdischen Publikum beziehe. In Deutschland scheint es leider oft der Fall zu sein, dass sogenannte orthod. Rabbiner sich vor ein nichtjüdisches Publikum stellen und jenem unbedingt imponieren wollen. Derlei Verhalten ist uns in Israel unbekannt und ich denke, dass dies in den USA genauso wenig stattfindet.

Kurz gesagt, ich beziehe mich auf Fragen von Juden an Juden.


Laut Rabbi Machlis ist ihm in seiner beruflichen Laufbahn nur einmal passiert, dass ein Rabbiner vor seinem Publikum offen zugab, die Antwort nicht zu wissen. Und dies geschah gleich zu Beginn seines Vortrages. Der Rabbi kam herein, begann mit seinem Thema und sogleich kam eine Anmerkung aus dem Publikum. Ob der Rabbi denn dieses und jenes zum Thema bedacht habe. Der Rabbiner dachte einen Moment nach und sagte, dass der Vortrag beendet sei. Er habe wirklich nicht bedacht, was der Zuhörer angedeutet hatte und wolle sich zu dem Thema noch mehr informieren.

Ich war auch schon in der Situation, dass ich eine Frage stellte und der Rabbiner jemanden anderen erst konsultieren mußte, der sich mit dem jeweiligen Thema besser auskennt. Das kann jedem passieren und ist keine Schande.

Allerdings sehen sich viele Rabbis in ihrer Eitelkeit gekränkt und wollen nur ungern oder gar nicht zugeben, dass sie sich auf diesem oder jenem Gebiet der Halacha nicht so auskennen. In Deutschland sehe ich vielmals, dass lokale Rabbiner komplizierte Themen wie "Organspende" anschneiden, ohne unbedingt der große Spezialist vom Fach zu sein. Aber besonders in dem Land gilt halt die Einstellung, dass die Zuhörer ja eh nichts wissen und keine provokanten Fragen stellen. In Israel würden sich derlei Rabbiner nach ein oder zwei Vorträgen keines Publikums mehr erfreuen.

Keiner der Zuhörer wird beleidigt dasitzen, wenn der Rabbiner einen Fehler zugibt oder halt einfach sagt, dass er die richtige Antwort erst ermitteln muß. Im Gegenteil, dies läßt sein Ansehen steigen und jeder sieht, dass sich der Rabbi tatsächlich zum Thema engagiert. Zusätzlich besteht für ihn eine halachische Pflicht, die Wahrheit zu sagen und nicht irgendwelche Ausflüchte zu finden, die sich hinterher als falsch erweisen. Manchmal passiert es sogar, dass Rabbis ins Publikum fragen, ob der Herr oder die Frau Sowieso anwesend ist, denn man habe ihnen leider vor kurzem einen falschen Rat gegeben und nun solle alles richtig gestellt werden.

Dienstag, Januar 01, 2008

Die jüdische Phobie

B"H

In meiner vorherigen Umfrage ging es um das Thema: "Sollen Vorträge zum Judentum nur vor jüdischem Publikum gehalten werden ?"

Zwei Antworten machten bei den Abstimmenden das Rennen:

1. Das Publikum sei egal, Hauptsache man lerne etwas.

2. Es ist relevanter, zuerst Juden das Judentum zu vermitteln.

Ich selbst halte es mit der letzten Antwort. Leider ist es immer noch so, dass die Mehrheit der Juden auf aller Welt nur geringe Kenntnisse über ihre eigene Religion hat. Die Gründe sind, wie so häufig, unterschiedlich. Nur von mangelndem Interesse zu reden ist falsch. Vielmals liegt Interesse vor, nur fehlt es vor allem in Deutschland an qualifizierten Einrichtungen, in denen jemand ernsthaft über das Judentum unterrichtet wird.

Mit die einzige qualifizierte Einrichtung ist CHABAD, die Lubawitscher Chassidim, und wie ich Chabad kenne, werden dort NUR halachische Juden unterrichtet. Kein Wunder, denn das Chabad – Pensum ist keine leichte Kost und erfordert viel Einsatz. Wer wirklich interessiert ist, dem kann ich die Chabad – Shiurim nur weiterempfehlen. Wer da meint, die reden dann eh nur vom Meschiach oder Ähnlichem, der liegt falsch, denn Chabad lehrt alle Themen im Judentum. Von der Halacha über den Talmud bis hin zur Chassidut.

Was immer wieder von deutschen jüdischen Lesern bemängelt wird, ist der fehlende jüdische Bekanntenkreis. Natürlich kann jeder auch nichtjüdische Freunde haben, doch dies räumt das Gefühl nicht aus, dass immer etwas fehlt. Man will auch einmal unter sich sein und über ganz bestimmte Themen reden. Das ist nur allzu verständlich.
Eine Patenlösung für den fehlenden jüdischen Freundeskreis in Deutschland gibt es nicht. Entweder sucht man sich etwas Virtuelles im Internet, zieht dorthin, wo man auf einen derartigen Bekanntenkreis trifft (Berlin oder Frankfurt) oder man geht ins Ausland. Letzteres geschieht in letzter Zeit sehr häufig und nicht wenige junge deutsche Juden ziehen nach London oder New York. Insbesondere jene, die ein relig. Leben führen wollen.

Vielleicht sollte sich in Deutschland an sich einmal gefragt werden, warum in dessen Nachbarländern wie der Schweiz (Basel und Zürich), Belgien (Antwerpen) oder Österreich sehr wohl ein jüdisch – religiöses Leben stattfinden kann. Wie kommt es, dass sich sogar viele Chassidim in Wien niederlassen ? Wieso wird ausgerechnet dort eine dementsprechende Infrastruktur aufgebaut ?

Meine deutsche Erfahrung war, dass sich die orthod. Gemeinden immer selbst blockieren. Die dortigen Gemeinderabbiner wollen einfach niemanden neben sich wirken haben, denn sonst könnten die Schäfchen woanders hin überlaufen und der Gemeinderabbi steht allein da. Aber wie man so schön sagt: "Konkurrenz belebt das Geschäft" und zumindest Chabad kam gerade recht, um deutschen Juden einmal ein wenig Wissen zu vermitteln, was sie woanders kaum oder nur begrenzt bekommen.

Aber zurück zur vorherigen Umfrage.
Ich finde es äußerst wichtig, dass zuerst Juden unterrichtet werden. Wozu sollte sich jemand hinstellen und vor einem gemischten Publikum über die Kaschrut oder den Schabbat sprechen, wenn die Nichtjuden im Publikum dieses Thema gar nichts angeht ? Allgemeinere Themen dagegen können vor einem gemischten Publikum stattfinden, doch halte ich es immer so, dass ich Abstriche mache. Heißt, gewisse Dinge erwähne ich nur vor einem rein jüdischen Publikum. Genauso halt es übrigens mein Rabbi, Rabbi Mordechai Machlis.
Aber das wiederum geht im Endeffekt auf Kosten der jüdischen Zuhörer, denn sollten sie bei einem Vortrag vor Juden und Nichtjuden dabei sein, erfahren sie nur die Hälfte.

Bisher habe ich nur begrenzte Vortragserfahrung und wenn, dann ausschließlich vor amerikanischen Juden. Ein Freund von mir, David Salomon, gab mir seine Vortragserfahrungen weiter.
Er unterrichte ausschließlich nur Juden und seine Gründen waren die gleichen wie die meinen. Es sei wichtig, dass vorzugsweise die Juden selbst etwas über ihre eigene Religion und Identität lernen.

Als ich in der vergangenen Woche bei einem Shiur (Vortrag) war, sprach mich der Referent, Rabbi Chaim Eisen, an. In der Woche zuvor hatte ich mit ihm eine Diskussion über den Rambam, die wir gleich zu Beginn des Shiurs vor dem Publikum fortsetzten.
Hierbei ging es auch darum, dass der Rambam (Maimonides) sowie viele andere Thorakommentatoren (z.B. Rashi) es komplett ablehnen, wenn ein Nichtjude die Thora lernt. Zwar heisst in es in mindestens zwei Talmud – Traktaten (u.a. in Talmud Avodah Zarah 3a), dass ein Nichtjude, der sich mit der Thora beschäftigt, genauso anzusehen ist, wie ein Hohepriester (Cohen HaGadol). Doch der Rambam, Rashi, und andere kommentieren, dass dieser Passuk meint, ein Nichtjude solle sich ausschließlich mit denjenigen Thoralehren, welche sich mit den "Sieben Gesetzen der Noachiden" auseinandersetzen.

Rabbi Eisen merkte an, dass zu diesen Meinungen ein Disput entstand und andere wiederum die Ansicht vertreten, dass ein Nichtjude dann die Thora bzw. weitere jüdische Themen lernen darf, wenn er wirkliches Interesse zeigt und das Gelernte nicht falsch wiedergibt oder für christliche Missionszwecke ausnutzen will. Sprich, Gelerntes so verdreht, dass es in fragwürdige Missionstheorien paßt.

Aber wie unterscheidet man im Realfall zwischen einem interessierten Nichtjuden und demjenigen, der nur aus idiotischen Missionsmotiven beim Shiur auftaucht ?

Somit herrscht auf jüdischer Seite immer ein gewisses Mißtrauen, was sich bei Orthodoxen geradezu zur Phobie entwickelte. Und von daher ist es nur allzu logisch, dass selbst ich ein jüdisches Publikum vorziehe. Nicht aus dem Grunde, um alle andern auszuschließen, sondern weil ich bei einem jüdischen Publikum weiß, was ich habe. Dies schließt jedoch nicht aus, dass auch bei solch einem Publikum oft weniger tolle verständnisreiche Fragen kommen, doch ist es einfacher, damit zu leben.

Sonntag, Dezember 23, 2007

Die Missionspolitik von Chabad

B"H

Am letzten Erev Shabbat (Freitag Abend) hatte ich ein recht interessantes Gespräch mit einem Chabadnik. Unter anderem diskutierten wir darüber, dass einer der Gründe, warum die Satmarer Chassidim Chabad komplett ablehnen, die Missionspolitik der Lubawitscher ist.

Angemerkt sei hier, dass die chassidische Gruppe Chabad ausschliesslich NUR Juden missioniert. Heisst, Juden dazu bewegen zu will, ein jüdisch - relig. Leben nach der Thora zu führen. Andersgläubige werden nicht missioniert, auch wenn dies christliche Missionare immer wieder gerne fälschlicherweise behaupten.

Seitens Chabad gibt man die Mission zu, doch unterstreicht derlei Aktivitäten mit einem wichtigen und einleuchtenden Slogan.
Jede jüdische Seele (Neshama) beinhaltet einen g - ttlichen Funken, der nur geweckt werden muß. So kann dies u.a. durch die Mission geschehen. Der Funke wird erweckt und springt sofort auf diverse Thorakonzepte an.

In der Kabbalah ist dies eine weit verbreitete Meinung und der Alter Rebbe (der Chabad - Begründer Rabbi Shneur Zalman von Liadi) erklärte das Konzept weitreichend in seinem Buch TANYA. Jede jüd. Seele beinhaltet einen g - ttlichen Funken und ist somit in der Lage, eine direkte Verbindung mit G - tt einzugehen. Wobei nicht außer Acht gelassen werden darf, dass die Thora und die Juden untrennbar miteinander verbunden sind und jedes noch so kleine Thorakonzept zur Wiederbelebung des Funken führen kann. Genau darin sieht Chabad seine Aufgabe.

Sonntag, Dezember 02, 2007

Der koschere Antisemitismus

B"H

Die Dezemberausgabe der "Jewish Press" berichtet über einen in meinen sowie anderer Augen ungewöhnlichen Vorfall. Da wurde der deutsche Journalist Henryk M. Broder angeklagt, weil er behauptet hatte, es gebe doch tatsächlich soetwas wie jüdischen Antisemitismus. Ein Frankfurter Gericht sprach Broder jetzt frei, da es zu der Einsicht kam, dass tatsächlich ein jüdischer Antisemitismus existiere.

Dass diese Art von Antisemitismus existiert, ist in den USA, England und auch in Israel schon längst kein Geheimnis mehr. Es ist sogar so bekannt, dass, wenn es diverse Vorfälle gibt, schon gar nicht mehr darüber berichtet wird. Ist es nicht allzu alltäglich und gleichzeitig traurig, dass sich die eigenen Mitglieder des jüdischen Volkes oftmals schämen, Juden zu sein und sich ab und zu sogar selbst hassen ?

Einige versuchen zu entkommen. Sie werden Christen oder hassen alle Art von Religion. Ihre jüdische Identität landet im Mülleimer. Jüdische Antisemiten gab es immer und es wird ihn immer geben. Zumindest bis zum Eintreffen des Meschiach. Schon im Mittelalter taten sich gerade jüd. Antisemiten bei den Christen hervor. Sie traten zum Christentum über und begannen die jüd. Bevölkerung brutal zu verfolgen.

Das Gleiche geschah während des Holocaustes. Wieviele Juden erklärten sich selbst den Krieg und verrieten ihre Glaubensbrüder an die Nazis. Selbst meinten sie, ihre jüd. Identität auf diese Art und Weise loszuwerden, was jedoch nicht gelang. Einmal Jude, immer Jude, und das nicht nur bei den Nazis. Halachisch kann auch niemand dem Judentum entkommen und strenge er sich noch so an. Fehlanzeige.
Im Gegenteil, er wird für seine anti - jüdischen Taten härter bestraft als jeder andere.

Wieviele Male traf ich schon auf amerikanische jüdische Antisemiten ? Die Mehrheit zierte sich mit einer christlichen Freudin und alles auch noch so Jüdische wurde als pervers oder idiotisch abgetan. Ich wusste nie, ob ich mit diesen Leuten Mitleid haben oder sie hassen sollte. Einen richtig zufriedenen glücklichen Eindruck machte keiner von ihnen; eher einen verzweifelten und suchenden.

Wenn heutzutage kein antisemitischer Jude unbedingt auf seine Glaubensbrüder losgeht und sie umbringen will, gibt es dennoch eine neue Weise, Israel und allen anderen Juden zu schaden. Die linke teilweise antisemitische Presse liebt es, derlei Artikel von jüd. Antisemiten verfasst, zu verbreiten. Da werden besonders gerne anti - Israel oder anti - Religion Artikel übernommen und es kann so richtig losgehöhnt werden. Wieso auch nicht ? Wir (die linke Presse) sind ja schliesslich nicht die ursprünglichen Verfasser. Nein, Ihr Juden selbst schreibt sowas.

Juden, die dieser Presse und ggf. Neonazis alle Pforten öffenen, antisemitische Texte verfasst von Juden, zu veröffentlichen, sind das Abscheulichste in unserer Zeit. Juden, die von Israel und vor allem von ihrer eigenen Religion keine Ahnung haben, meinen ihren Selbsthass auf andere Weise ausleben zu müssen. Die linke Presse dankt, ohne jedoch zu ahnen, dass sie übertriebene hasserfüllte futoristische Sichtweisen übernimmt, die eigentlich kaum etwas mit der Realität zu tun haben. Aber wer der Dummheit und dem Selbsthass glaubt, der hat nichts Besseres verdient als Enten.

Es macht mich mehr als stutzig, dass in Deutschland ein Henryk Broder für die Feststellung dieser bekannten Tatsache vor Gericht gezerrt wird. Er gewann den Prozeß, was auch für Deutschland ein Zeichen sein muß, diese Vorfälle in Zukunft zur Kenntnis zu nehmen. Die deutsche linke Presse (die Jewish Press nannte die TAZ und die Süddeutsche) tun dies ihrerseits schon lange und ergötzen sich am jüdischen Selbsthass.