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Bei dem "Tikkun Leil Schavuot" handelt es sich um eine berühmte jüdische Tradition in der Nacht an Schavuot (in diesem Jahr DIENSTAG NACHT !). G - tt gab uns die Thora am Berg Sinai und in der Nacht zuvor sollten wir uns auch heute spirituell darauf vorbereiten. Nicht nur, dass die Juden vor Tausenden von Jahren die Thora erhielten, sondern der Zustand hält bis HEUTE an. An jedem Schavuot erhalten auch wir die Thora neu.
Ein TIKKUN steht für die eigene Seelenkorrektur. Anhand des Thoralernens oder indem ich an der Schavuotnacht zu relig. Vorträgen gehe, bringe ich mich selbst auf einen gewissen höheren Level. Vorausgesetzt, ich entnehme Ernsthaftes aus den Inhalten der Vorträge für mich selbst und ändere ggf. mein Leben etwas.
An Erev Schavuot also strömen besonders in Israel die Juden los. Seit wenigen Jahren findet der Brauch große Anhängerschaft unter den säkuleren Juden und somit ist selbst Tel Aviv nicht ohne ausreichende Angebote. Die meisten Shiurangebote gibt es jedoch in Jerusalem, wobei ich persönlich halachische Vorträge von orthodoxen Rabbinern bevorzuge und nicht von irgendwelchen Light- Programmen.
Zwei hervorragende halachische Gelegenheiten bieten die Große Synagoge sowie die Yeshurun Synagoge. Beide befinden sich in der King George Street, fast nebeneinander. In der Großen Synagoge spricht, unter anderem, der ehemalige aschkenazische Oberrabbiner Israel Lau zum Thema "Wie ändert sich halachisch das Leben nach der Konversion zum Judentum". Wie wir wissen, ist Schavuot auch das Fest der Ruth, welche da zum Judentum übertrat als sie mit ihrer Schwiegermutter Naomi nach Bethlehem (Beit Lechem) heimkehrte. Ruth war ursprünglich Moabiterin und was es alles mit ihr und den daraus entstehenden Problemen auf sich hat, darüber wird alljährlich an Schavuot heftig diskutiert. Der derzeitige aschkenazische Oberrabbiner Jonah Metzger spricht halachisch in der Yeshurun Synagoge; nur ein paar Meter weiter.
Den seltsamsten aller diesjährigen Schavuot - Vorträge bietet das Menachem Begin Center. Dort spricht die Doktorin der Soziologie, Sima Zalcberg, zum Thema "Wie sie als Researcherin sich in eine extreme chassidische Gruppe" einschlich. Die Wörter "EINSCHLICH" sowie "HINEINLOG" sowohl als auch der Name der chassidischen Gruppe "die Toldot Aharon" werden wohlweislich in der Programmankündigung verschwiegen.
Vor ca. fünf oder mehr Jahren log sich Sima Zalcberg durch die Toldot Aharon, um zu untersuchen, warum deren Frauen sich nach der Hochzeit die Haare abscheren. Nach ca. einem Jahr verfasste sie ihr Doktorat zum Thema. Ich las ihr Doktorat zweimal und rief Sima Zalcberg an, da sich mir einige Fragen aufdrängten. Wie die damalige Studentin reagierte, könnt Ihr hier lesen:
Wie ich bereits unzählige Male schrieb, bin ich gegen Leute, welche die Chassidim lediglich als Mittel zum Zweck benutzen und sie hinterher als "ungebildet" oder "Objekte" beschreiben, wie Sima Zalcberg es tat. Bevor sie sich aufmachte, um die Toldot Aharon zu untersuchen, las sie Bücher über isolierte afrikanische Stämme und wie man sich denen als Forscher nähert. Mittendrin log Frau Zalcberg der Toldot Aharon Rebbitzen etwas von "sie wolle relig. werden vor" und entsprechend schaut ihr Doktorat aus.
An all jene Leserschaft, die ernsthaft an dem Thema "Warum sich verschiedene chassidische Frauen nach der Hochzeit die Haare abrasieren" interessiert sind:
Man muss sich nicht unbedingt in die Toldot Aharon einschleichen, um die Antwort zu finden, denn ebenso scheren sich die Belzer, Satmarer oder Vishnitzer Frauen die Haare. Wer Fragen zu dem Thema hat, kann sie loslassen. Als Kommentar oder per Mail. Zum Thema habe ich schon einiges berichtet, aber man weiss ja nie, was noch für Fragen auftauchen !