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Mittwoch, November 14, 2012

Rosh Chodesh KISLEV - Beginn des jüd. Monat KISLEV

B"H


Heute abend und morgen (Donnerstag) feiern wir "schon wieder" den Beginn eines neuen jüdischen Monat. Der Monat KISLEV.  

Ein neuer Monat stellt jedesmal aufs Neue auch für uns persönlich einen Neubeginn in unserem Leben dar, was uns gleichzeitig immer wieder motiviert, alles besser machen zu wollen. 

Fast am Ende des Kislev beginnt das Chanukkah - Fest und in Jerusalem essen wir schon seit jetzt die traditionellen Sufganiot (Krapfen, Berliner), welche uns bewußt machen, dass Chanukkah vor der Tür steht. Suganiot mit allen erdenklichen Füllungen; von der einfachen Marmelade über die Karamelcreme bis hin zum Eierlikör. Alles ist zu haben.



Die traditionellen Chanukkah - Sufganiot (Krapfen) 

Photo: Miriam Woelke



Kislev ist der Monat der "Sicherheit" und des "Vertrauens in G – tt". Die kämpfenden Chashmonaim (Hasmonäer) gegen die griechische Besatzung gaben niemals ihr G – ttvertrauen auf und besiegten so den götzenanbetenden Feind. Gleichzeitig ist Kislev aber auch der Monat des "Schlafes", welcher von Kabbalisten als passives G – ttvertrauen bezeichnet wird. G – tt wird immer über Israel wachen.


Aus dem kabbalistischen Buch "Sefer Yetzira – The Book of Creation" geht hervor, dass jeder jüdische Monat einen bestimmten Buchstaben, einer Farbe, einem israelitischen Stamm, einem menschlichen Sinn sowie eines Organes symbolisiert.


Das chassidische Buch "Bnei Yissachar" verfügt über eine Reihe genialer Insights zum Kislev. Hier eines davon:

Laut Kabbalisten und Chassidim handelt es sich bei dem Licht an Chanukkah um jenes Licht, welches das erste von G – tt geschaffene Licht nach der Welterschaffung (Or HaGanuz) symbolisiert. Dieses Or HaGanuz wurde nach Beendigung des Erschaffungsprozesses von G – tt verborgen und bis heute können wir es nur anhand des Thorastudiums zum Scheinen bringen. An Chanukkah jedoch ist es offensichtlich.


Freuen wir uns auf den neuen Monat Kislev und das baldige Chanukkah – Fest. Der Abend des 8. Dezember ist der erste Tag des Chanukkah - Festes.


Die Farbe des Kislev ist blau – violet.
Der Buchstabe ist das SAMECH ס . Die Form des Samech ist ein Kreis, der für die Allgegenwärtigkeit G – ttes steht.
Das Sternzeichen des Kislev ist der Schütze.
Der israelitische Stamm ist Benjamin.
Der menschliche Sinn ist der Schlaf. Wenn jemand das absolute G – ttvertrauen besitzt, dann hat er positive Zukunftsträume, was sich gleichzeitig auch an seiner positiven Lebenseinstellung im Alltag zeigt.
Das menschliche Organ ist der Bauch, der ebenso eine Verbindung zum Schlaf darstellt.

Chodesh Tov – Einen guten, gesunden und erfolgreichen Monat KISLEV an alle Leser !

Dienstag, Oktober 16, 2012

Rosh Chodesh "Mar Cheshvan" - Beginn des jüd. Monat "Mar Cheshvan"


 Gestern: Der Himmel über Jerusalem

Photo: Miriam Woelke
B"H

Heute und morgen (Mittwoch) feiern wir den Beginn des neuen jüdischen Monat "Mar Cheshvan. Nach dem feiertagsreichen Monat Tishre'i folgt nun ein Monat, der keinerlei Feiertage enthält - der "Mar Cheshvan". 

Der offizielle Monatsname ist "Cheshvan", doch wird der Monat besonders in religiösen Kreisen als MAR (bitter) Cheshvan bezeichnet, eben weil er keinen einzigen Feiertag beinhaltet. Es wird nicht gefeiert und aufgrunddessen sind wir außerstande, besondere Feiertagsmitzwot (Gesetze) einzuhalten. Daher der Beiname "bitterer" Cheshvan. Nichtsdestotrotz steht auch der Monatsbeginn des Mar Cheshvan für einen neuen Anfang im Leben; wie jeder andere Monatsbeginn auch. 

Der jüdische Monat Cheshvan ist der Monat der "Flut Noachs - der Mabul" und gleich in dieser Woche, lesen wir am Schabbat die Parashat Noach (Noah). Die Flut begann am 17. Cheshvan und endete ein Jahr später am 27. Cheshvan. Einen Tag später, am 28. Cheshvan, brachte Noach sein Opfer und G - tt versprach ihm, in Zukunft nie wieder eine Flut zur Zerstörung der Menschheit über die ganze Welt zu bringen (im Talmud sind sich die Rabbiner uneinig darüber, ob die ganze Welt überflutet war oder nur ein kleiner Teil Asiens). 

Wie jeder andere jüdische Monat auch, hat der Cheshvan seine eigene Bedeutung und laut der Kabbalah ist die Farbe des Cheshvan lila, das Sternzeichen ist der Skorpion, der israelitische Stamm ist Menasche, der menschliche Sinn ist der Geruch, das Organ sind die Verdauungsorgane und der Buchstabe des Monats ist das NUN נ

Da Cheshvan mit keinerlei Feiertagen aufwarten kann, heißt es, dass dieser Monat für den Meschiach "reserviert" ist, denn der wird im Monat Cheshvan den 3. Tempel errichten. 

Was aber deutet im Cheshvan auf den Meschiach hin ?
Einer der wesentlichen Erkennungsmerkmale des Meschiach ist der Geruchssinn. Es heißt, dass der Meschiach "riecht und richtet". Unter anderem bedeutet dies, dass der Meschiach anhand einer Art besonderer Prophezeihung (des Geruchs) genau feststellen kann, wer Jude ist und wer nicht. Es kann durchaus sein, dass viele Juden oder Nichtjuden danach recht überrascht sein dürften. Insbesondere jene, die sich bisher für absolute Nichtjuden hielten und über unbekannte Vorfahren verfügen. Als Beispiel sei hier nur die "Spanische Inquisition" oder die Zeit des Holocaustes genannt. Verzweifelte jüd. Eltern brachten ihre Kleinkinder in katholischen Schulen unter und hinterher weigerte sich die kath. Kirche, die wahre Identität solcher Kinder preiszugeben.

Schon ein berühmter jüd. König scheiterte am "Geruchssinn" als er den Rabbinern stolz mitteilte, dass er der erwartete Meschiach sei. Hierbei handelte es sich um Bar Kochba, der mit bürgerlichem Namen Bar Koziva hieß (siehe Talmud Traktat Sanhedrin 93b). Er war unfähig nachzuweisen, dass er der "wahre Meschiach" ist und wurde daraufhin zum Tode verurteilt. Laut der Mischna im Talmud Traktat Sanhedrin 89a wird jeder, der behauptet der Meschiach zu sein und sich hinterher als "falscher Prophet - Navi Scheker" entpuppt, zum Tode verurteilt. 

Man könnte demnach meinen, dass Bar Koziva (Bar Kochba) hingerichtet wurde, aber dennoch behaupten die Midrash Eichah und der Talmud Yerushalmi (Jerusalemer Talmud) 4:5 im Traktat Ta'anit, dass die Römer Bar Koziva hinrichteten. Laut Kommentatoren wurde er nicht direkt von den Rabbis hingerichtet, sondern vielmehr entfernten sich seine Anhänger von ihm und machten Bar Koziva so anfälliger, von den Römern gefaßt zu werden. 

Ich wünsche allen einen guten, gesunden und erfolgreichen Monat Mar Cheshvan und manchmal ist es gar nicht so schlecht, eine kleine Feiertagspause einlegen zu können.:-)

Chodesh Tov - Einen guten Monat

Dienstag, September 18, 2012

HA'MELECH - Zum jüdischen Neujahrsfest Rosh Hashana


Gesehen in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke
B"H

Rosh Hashana, das jüdische Neujahrsfest, welches nach zwei Tagen des Feierns gerade zuende ging. Schnell reiche ich den Artikel noch nach, damit Ihr einen Einblick bekommt, worum es bei dem Fest ging, denn noch gehen die Feiertage weiter. In der kommenden Woche steht der Yom Kippur an und gleich darauf folgt Sukkot.
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Am vergangenen Mittwoch (25. Elul) feierten wir den Jahrestag der Welterschaffung, wohin gegen Rosh Hashana, der erste Tishrei, die Erschaffung von Adam und Chava (Eva) repräsentiert. Beide wurden am sechsten Tag (folglich an Rosh Hashana) erschaffen (siehe Talmud Rosh Hashana 8a, RIF, Tosafot, Maharsha, Sefat Emet). 

Nun stellt sich automatisch die berechtigte Frage, warum wir das Neujahrsfest nicht am Tage der Welterschaffung, sondern am Tage der Erschaffung von Adam und Chava begehen ? 

Weil die Welt erst mit der Erschaffung der Menschheit ihren eigentlichen Sinn und ihre Perfektion erreichte. Der Mensch ist die Krönung des Erschaffungsprozesses, denn nur er ist in der Lage, G – d zum König zu krönen und Seine Mitzwot (Gesetze) auszuführen (Talmud Rosh Hashana 8a, Sha'arei HaMoadim von Chabad). 

Gleich zu Beginn des Talmud Traktates Rosh Hashana gibt es eine Diskussion darüber, ob die Welt am 1. des Monats Nissan (ca. April) oder am 1. Tischrei erschaffen wurde. Der Thorakommentator Or Chaim schrieb, wie ich finde, den besten Kommentar zu diesem Streitpunkt. Er kommentiert, dass G – tt am 1. Nissan an die Erschaffung der Welt dachte und die tatsächliche Aktion, sprich die Erschaffung selbst, erst am 1. Tishre'i vornahm. 

Die Mischna im Talmud Rosh Hashana 16a lehrt uns, dass G – tt an Rosh Hashana die Menschheit richtet. Zu Beginn des Morgengebetes Schacharit am ersten und zweiten Feiertag beten wir das Gebet "HaMelech – Der König". G – tt sitzt auf Seinem Thron und richtet uns und gleichzeitig krönen wir Ihn zum König, denn Er allein hat die Welt und uns erschaffen. 

Wie sitzt G – tt und richtet ? 

Das Sitzen ist an dieser Stelle metaphorisch gemeint und heißt, Er beugt Sich zu uns hinab. Er ist uns näher als sonst. Außerdem lässt uns der Talmud Rosh Hashana wissen, dass G – tt, wieder metaphorisch betrachtet, drei Bücher vor sich liegen hat (Rosh Hashana 16b). In das Erste trägt Er jene Menschen ein, welche kaum Vergehen begangen haben und deshalb sofort in das Buch des Lebens für das kommende Jahr eingeschrieben werden koennen. Das zweite Buch ist für jene Sünder, die im Buch des Lebens aufgrund ihrer Vergehen keinen Platz mehr haben und das dritte Buch ist für all jene, die irgendwo dazwischen liegen. Allgemein wird angenommen, dass Letzteres auf uns zutrifft. 

Laut jüdischer Tradition richtet G – tt an Rosh Hashana die gesamte Welt sowie die ganze Menschheit. Egal, ob Jude oder Nichtjude. Bei Juden allerdings zieht sich der Urteilsprozess bis zum Yom Kippur, zehn Tage nach Rosh Hashana, hin. Erst dann gibt es ein endgültiges Urteil (Talmud Rosh HaShana 16a). Einigen chassidischen Kommentatoren zufolge wird das endgültige G – ttesurteil erst zu Chanukkah gesprochen. 

Rosh Hashana wird außerdem Yom HaDin (Judgment Day), Yom HaZikaron (Day of Remembrance) sowie Yom Teruah (Day of Sounding) genannt. Die Bezeichnung Rosh Hashana finden wir nicht in der Thora, denn dort heißt es lediglich, dass wir am ersten Tag im siebten Monat einen "Day of Sounding" haben sollen. Der Talmud Traktat Rosh Hashana gibt schriftliche Beispiele, woran wir erkennen, dass jener Tag "Judgment Day" ist. 

Nun könnte man meinen, dass das Neujahrsfest ein extrem ernster Feiertag ist und wir unser Büßergewand anziehen müssen. Teilweise stimmt dies, doch ist Rosh Hashana auch vor allem ein fröhlicher Festtag, was viele Leute vergessen. Unter anderem sollen wir festliches Essen servieren und uns freuen. 

Aber der 1. Tischre'i repräsentiert nicht nur die Erschaffung der Menschheit, sondern auch unsere Vorväter Avraham und Yaakov wurden an dem Tag geboren. Da ein Zaddik (Gerechter) immer an seinem Geburtstag stirbt (siehe das berühmte Beispiel des König David an Schavuot beschrieben im Talmud Rosh Hashana 11a), starben Avraham und Yaakov auch an diesem Tag. Und es war an Rosh Hashana, dass G – tt sich an unsere Vormütter Rachel und Sarah sowie an die Mutter des Propheten Samuel (Shmuel) erinnerte. An dem Tag beschloß G – tt, dass diese drei bis dahin unfruchtbaren Frauen Kinder haben werden. 

Wir sitzen also in den Synagogen und G – tt soll entscheiden, ob wir für das Neue Jahr ins Buch des Lebens eingetragen werden. Buch des Lebens heißt nicht nur Leben, sondern auch alle unsere Lebensverhältnisse werden bestimmt. Sei es nun unser Arbeitsleben, Freundeskreis, werden wir genügend Geld verdienen, ein Dach über dem Kopf haben und und und. All das gehoert dazu. 

Es ist anzunehmen, dass jeder von uns mit den allerbesten Vorsätzen in die Synagoge geht. Wir kommen an, beten und versprechen alles Mögliche im kommenden Jahr besser zu machen. Andererseits weiss jeder irgendwie, dass der Wille zwar stark ist, aber das Fleisch schwach. Ich will damit sagen: Was passiert, wenn ich am Rosh Hashana alles Mögliche verspreche, es aber nicht einhalte und schon zwei Tage später in den alten Trott verfalle. 

Hierauf gibt uns die Thora Antwort. Als Avraham seine zweite Frau Hagar und den gemeinsamen Sohn Ishmael fortsandte, ritten die beiden durch die Wüste und liessen sich später erschöpft nieder. G – tt hörte das Weinen des Kindes Ishmael und beschloß in dem Moment, ihn nicht verdursten zu lassen, obwohl er wusste, dass spätere Generationen Ishmaels das jüdische Volk vernichten wollen.
Hieraus lernen wir, dass G – tt einen Menschen in einem Augenblick richtet, obwohl Er natürlich weiss, dass derjenige wieder sündigen wird (siehe Talmud Rosh Hashana 16b). 

Wie begehen wir also Rosh Hashana ? 

Normalerweise gehen die Männer einige Stunden vor dem Beginn des Neujahrsfestes in die Mikweh (Ritualbad). Allgemein gibt es zusätzlich noch den Brauch, Friedhöfe zu besuchen oder Zedakah (Spenden) zu geben (siehe Shulchan Aruch – Orach Chaim – Hilchot Rosh Hashana 581). 

Die Super – und Wochenmärkte werden alle hoffnungslos überfüllt sein, denn es gilt die sogenannten Simanim zu besorgen (Karotten, Granatäpfel, Fisch – bzw. Schafskopf, Honig und dergleichen). 

Kurz vor Beginn des Festes beten wir ein bestimmtes Gebet (siehe Machzor für Rosh Hashana), anhand dessen wir Schwüre, welche wir während des ausklingenden Jahres ausgesprochen haben, für Null und Nichtig erklären (Bitul Nedarim). Häufig im Leben kommt es vor, dass wir G – tt gegenüber etwas versprechen, dies kurz darauf wieder vergessen und es nie und nimmer einhalten. Allerdings vergißt G – tt unsere Schwüre nicht und koennte sie theoretisch bei der "Urteilsfällung" gegen uns verwenden. Aus dem Grunde sagen wir das spezielle Gebet. 

An Feiertagen sind uns zwei Dinge erlaubt, die am Schabbat verboten sind:

1. Wir dürfen ohne Eruv tragen. Dieses Nichtstragendürfen am Schabbat stellt sich für Israelis nicht, denn fast in jedem Ort haben wir in Eruv. 

2. Am Feiertag dürfen wir von einem brennenden Feuer eine Flamme entzünden und so kochen. In der Praxis schaut das so aus, dass wir vor dem Feiertag eine 48 – Stunden Kerze anzünden und von jener dann mit einem Streichholz jederzeit eine Flamme entnehmen können. Auf diese Art und Weise dürfen wir einen Herd anzünden (in Israel gibt es überwiegend Gasherde) und kochen. 

Üblicherweise geht es nach dem Kernzenanzünden in die Synagogen zum Abendgebet Maariv. Beim Kerzenanzünden nicht den zweiten Segen "She Hechiyanu" vergessen. 

Zum Beginn des Rosh Hashana wird während des Maariv kein Schofar geblasen. Dies findet erst zum Morgengebet Schacharit an beiden Tagen statt. 

Auch sagen wir kein HALLEL an Rosh Hashana. Einer der Gründe dafür, dass wir kein Hallel sagen ist, dass wir uns daran erinnern, dass G – tt ueber uns richtet und wir keine übermässige Freude zeigen sollen. 

Nach dem Abendgebet wird zur festlichen Tafel geschritten. Normalerweise findet nach dem Kiddusch (Segnung des Weines) die Zeremonie der Simanim statt. Simanim heißt übersetzt "Zeichen" und es handelt sich hierbei um bestimmte Essenszubereitungen, welche wir in einer vorgeschriebenen Reihenfolge essen. Mit dabei sind natürlich der Äpfel, welcher in Honig getaucht wird und ein süsses gutes Neues Jahr repräsentiert. Jedem einzelnen kleinen Menu geht ein speziellen Segen voraus, der eine eigene Bedeutung hat. Die Simanim sind u.a. ein Symbol dafür, dass jeder Jude sein eigenes Schicksal ändern kann. 

Eines der Simanim – Menus fällt jedes Jahr auf allgemeine "Begeisterung", denn es soll etwas Fleisch aus einem Fisch oder Schafskopf gegessen werden. Der Kopf liegt auf einem Teller und als ich vor Jahren bei Chabad den Schafskopf sah, fiel ich fast vom Stuhl. Vor allem weibliche Teenies kriegen da ihren Kreischanfall. Man kann sich auch weigern davon zu kosten, was viele tun. Das Fleisch aus dem Fischkopf symbolisiert, dass wir am Beginn von etwas stehen wollen und nicht nur am Ende. 

Eine äusserst wichtige Rolle spielt der Honig. Das ganze Jahr über verteilen wir auf die Challot (Schabbatbrote) etwas Salz, aber an Rosh Hashana tauchen wir alles in Honig. Vor allem Chassidim essen ihr Brot mit Honig bis mindestens Hoshana Rabbah. 

Nach dem Essen bzw. des nachts gibt es den Minhag (Brauch), Auszüge aus dem Talmud Traktat Rosh Hashana zu lernen. Bei mir befinden sich jene Auszüge (Pesukim) im Machzor, aber ich weiss nicht, wie es damit bei anderen Leuten in der Diaspora ausschaut. 

Am darauffolgenden Morgen geht es zurück in die Synagoge, wo ein langer G – ttesdienst auf uns wartet. Bei den Chassidim noch länger als anderswo üblich. Der Morgeng – ttesdienst Schacharit beginnt mit dem HaMelech – Gebet, indem wir, wie zuvor beschrieben, G – tt zum König krönen. Nur Er allein ist der Herrscher der Welt. 

Bei Ashkenazim folgt das "HaDin" – Gebet und danach Avinu Malkeinu. Die Thoralesung am ersten Tag erzählt uns, wie Avraham seine zweite Frau Hagar fortsandte und G – tt ihr später eine Wasserquelle zeigte. Was wir außer dem Richten in jenem speziellen Moment lernen ist, dass Hagar die Quelle erst sah als G – tt sie ihr zeigte. Wahrscheinlich aber war die Quelle schon die ganze Zeit dagewesen und Hagar hatte sie übersehen. Dies zeigt uns den tieferen in Situationen, wo wir meinen, es gebe keine Lösung für uns. Wir suchen und suchen und sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht. Hätten wir dagegen genau hingeschaut, dann hätten wir die perfekte Lösung sofort erkannt. Eine Lösung, welche gleich neben uns steht, wir sie aber nicht sehen. 

Der Maftir am Ende der Thoralesung erfolgt aus Sefer BaMidbar (Numeri) 29:1, wo uns G – tt auftragt, einen Day of Sounding (Yom Teruah) zu haben. 

Die anschliessende Haftarah (Lesung aus den Propheten) erzählt uns von Channah, der Mutter des Propheten Samuel (Shmuel). 

In der Synagoge, in die ich gehe, wird nach der Haftarah jedesmal an dieser Stelle ein Kiddusch (Segnung des Weines) gemacht und es gibt ein paar Kuchenstücke zu essen. Im Anschluß darauf folgt das Blasen des Schofars. Im darauffolgenden Mussaf wird das Schofar nochmals geblasen. 

Am zweiten Tag verläuft der Morgeng – ttes fast gleich. Allerdings lesen wir aus der Thora die "Akeidat Yitzchak", die Opferung des Yitzchak. Der Maftir ist der gleich dem Vortag. 

Die Haftarah (Lesung aus den Propheten) erfolgt aus Yirmeyahu (Jesaja) 31:1 – 19. Hier verspricht G – tt den Juden, ewig an sie zu denken und sie zurückzuführen in das Land ihrer Vorfahren. 

Die wichtigste Mitzwah am Rosh Hashana ist, dass ein jeder das Schofar hört.
Des weiteren gibt es noch einige Minhagim (Bräuche) wovon der bekannteste wohl ist, daß man am Rosh Hashana sich nachmittags nicht hinlegt und schläft. Außer des nachts soll jeglicher Schlaf vermieden werden, denn G – tt richtet über uns und da macht ein Mittagsschläfchen keinen guten Eindruck. Außerdem essen wir keine Nüsse, denn das hebräische Wort für Nuss "Egoz - אגוז" hat die gleiche Gematria (Zahlenwerte hebräische Buchstaben) wie das Wort Vergehen - חטא (Chet). 

Am ersten Feiertag ist es üblich (Minhag) nach dem Nachmittagsgebet Mincha zu einem Fluß oder Meer zu gehen und das Taschlich – Gebet zu sprechen. Der Brauch des Taschlich begann im Mittelalter und steht symbolisch für G – ttes Vergebung unserer Vergehen am Judgment Day. Wer Taschlich verpaßt, was mir oft passiert, der kann dies noch während der zehn Tage bis Yom Kippur nachholen und bei vielen Chassidim sogar noch bis Hoshana Rabbah. Wer keinen Fluß in der Nähe hat, der kann sich an einen Brunnen oder einen Wasserhahn stellen (nicht im Badezimmer !!!) und und spricht bei laufendem Wasser das Gebet (siehe Machzor). 

Sollte der erste Rosh Hashana – Feiertag auf einen Schabbat fallen, so findet das Taschlich am zweiten Tag statt. Aber in diesem Jahr sind wir von der Regel befreit und Taschlich findet ganz normal am ersten Tage statt. 

Wer in Israel nicht gerade am Meer wohnt, hat es schwer, denn nicht überall fließt ein Fluß vorbei. Zu Tempelzeiten war es in Jerusalem anders, doch heute ist der Gichon ausgetrocknet. Es gibt Quellen, zu denen man gehen kann, jedoch befinden sich diese im oder nahe des arab. Dorfes Silwan (gegenüber des Tempelberges) und nicht immer ist der Gang dorthin ohne Sicherheitsrisiko.


Rosh Chodesh Tishre'i – Der Beginn des jüdischen Monat Tischre'i

Rosh Hashana ist zugleich der Beginn des Monats Tischre'i und diesbezüglich fasse ich mich nur kurz. Da mich viele um die kabbalistischen Bedeutungen eines jeden Monats baten, hier die Kurzfassung für den Monat Tischrei. 

Jeder jüdische Monat symbolisiert ein Sternzeichen, einen der israelitischen Stämme, einen hebräischen Buchstaben, einen der menschlichen Sinne und ein Organ. Das Sternzeichen ist die Waage, da G – tt uns richtet und unsere Vergehen gegenüber unseren guten Taten aufwiegt. Bei dem israelitischen Stamm handelt es sich um Ephraim, die Farbe des Tischre'i ist rot – violett, der Buchstabe ist das Lamed ל, das Organ ist die Galle und der menschliche Sinn ist das Anfassen.


Zom Gedaliah – Der Fastentag des Gedaliah

Den Fastentag des Gedaliah begehen wir morgen am 3. Tischrei gleich anschliessend an Rosh Hashana. Zom Gedaliah ist für nicht wenige ein Fastentag, zu dem sie keinen persönlichen Bezug finden und ich bilde da keine Ausnahme. Man sagt sich, naja, eigentlich sollte man fasten, aber tut es dann doch nicht. Zum Zom Gedaliah habe ich einige Ausführungen im Talmud Rosh Hashana 18b gefunden, die so mancherlei Ansicht vielleicht ändert.

Wie erwähnt, findet er normalerweise am 3. Tischre'i statt und ist ein Halbfastentag. Gefastet wird von morgens (ca. 5.00 Uhr) bis ca. 20.00 Uhr am Abend. 

Wer war Gedaliah überhaupt und was hat er mit mir zu tun ? Gedaliah war der vom babylonischen König Nebuchadnezzar eingesetzte jüdische Gouverneur über Eretz Israel (nach der Ersten Tempelzerstörung). Er wurde von seinem Landsmann Ishmael ben Nethaniah umgebracht. Eine Schreckenstat, die wenig später zur voelligen Auslöschung jüdischen Lebens in Israel führte (siehe Yirmeyahu – Jeremiah 39 – 41).

Der Zom Gedaliah war schon zu Zeiten des Zweiten Tempels ein Fastentag und wir sollen uns bewusst machen, dass der Tod eines Zaddik (Gerechten) der einer Tempelzerstörung gleicht. Besonders erinnert wurden wir an das Ereignis als der ehemalige Premier Yitzchak Rabin ermordet wurde. Nicht, daß Rabin so ein großer Zaddik war, doch tötet kein Jude einen anderen Juden. 

Auf alle Fälle wünsche ich jetzt schon einmal allen Lesern ein
Gutes und Gesundes Neues Jahr 5773 und das alle ins Buch des Lebens eingeschrieben werden !!!!

Chag Sameach, Shana Tova ve' Chatimah Tova !!!!

Donnerstag, August 16, 2012

Rosh Chodesh Elul - ראש חודש אלול



"Der König ist im Feld - HaMelech Ba'Sade" - In diesem Monat ist G - tt so zugänglich wie nie !

B"H

Morgen abend (Freitag, Erev Schabbat) sowie am Samstag (Schabbat) und Sonntag  begehen wir Rosh Chodesh Elul (אלול), den Beginn des jüdischen Monat Elul. 


Der jüdische Monat Elul ist der wichtigste Monat des Jahres überhaupt, leitet er doch die Umkehr zu G - tt (Teschuva) zum bevorstehenden jüdischen Neujahrsfest (Rosh HaShana) ein. Aus dem Grund wird der Elul auch der Monat der Teschuva (Umkehr) oder Monat der Rachamim (Gnade) genannt. 

Am Rosh Chodesh Elul stieg Moshe das dritte Mal auf den Berg Sinai, nachdem ihn G – tt dazu aufgefordert hatte. Bei seinem ersten Aufstieg erhielt er das erste Paar der Gesetzestafeln, welche er nach seinem Abstieg am 17. Tammuz zerstörte. Nämlich in dem Moment als er das Goldene Kalb sah. Gleich darauf stieg Moshe zum zweiten Mal auf den Berg Sinai, um G – tt zu überreden, die Sühne (Teschuva) der Israeliten anzunehmen und sie keinesfalls zu zerstören. Nun sollte Moshe ein drittes Mal aufsteigen, um das zweite Paar der Gesetzestafeln in Empfang zu nehmen. 40 Tage später, am Yom Kippur, wird er mit den neuen Gesetzestafeln wieder herabsteigen. 

Keine jüdisch – orthodoxe Richtung legt soviel Wert auf den Satz aus Shir HaShirim 6:3: "HaMelech BaSadeh – The King is in the Field – Der König ist im Feld", wie der Chassismus.Insbesondere der Ba'al Shem Tov legte sehr viel Wert auf das Teschuva - Prinzig und die Aussage "The King is in the Field - HaMelech ba'Sadeh".  

Gemeint ist damit G – tt, der, laut dem Baal Shem Tov, im Monat Elul am leichtesten für uns zugänglich ist. In der Zeit des Elul ist G – tt uns am nächsten und wenn wir nur unsere Vergehen bereuen, ist Er leichter bereit uns anzuhören und zu vergeben. Dies sollte unser Ziel sein im Elul, denn am 1. Tishrei, des folgenden Monat, ist Rosh HaShana, der Tag, an dem die ganze Welt gerichtet wird. Dann entscheidet G – tt für ein weiteres Jahr über die Zukunft unserer Welt und und Menschen. Wie wird dann das neue Jahr für uns aussehen ? Erfolgreich, weniger erfolgreich, werden wir gesund bleiben, genügend Einkommen haben, wird Frieden herrschen, etc. All das wird an Rosh HaShana entschieden. Für Juden spielt der Yom Kippur am 10. Tishrei eine weitere Rolle bezüglich des Gericht G – ttes. Für Nichtjuden ist dagegen Rosh HaShana allein der alles entscheidende Tag. 

Ein Minhag (Brauch) vom Baal Shem Tov war es, im gesamten Elul täglich Psalm 27 zu beten. Sieben Mal, wenn ich mich recht erinnere. Laut Chabad (Sha'arei HaMoadim) sollte man im Monat Elul täglich drei Kapitel Psalmen beten und natürlich Thora lernen, um G – ttes Gnade zu erwecken. Elul ist die große Zeit der Hitbodedut, heißt, man soll sich täglich für eine Stunde (kann auch weniger oder mehr sein) zurückziehen und das Gespräch mit G –tt suchen. Wie erwähnt, ist G – tt im Elul leichter zu erreichen. Außerdem hat Elul die Kraft, all unsere Vergehen des gesamten Jahres rückgängig zumachen, wenn wir nur bereuen (Teschuva machen), so der Sefat Emet der Chassidut Gur und dessen einstiger Rebbe. Eine weitere Vorbereitung, Teschuva zu tun und sich so auf Rosh HaShana vorzubereiten ist Zedakah (Spenden) an Bedürftige zu geben. 

Die sephardischen Juden beginnen im Elul ihre Selichot – Gebete, welche ebenso zur Gnade G – ttes aufrufen. Auch wird das Schofar (Widderhorn) geblasen. Allerdings in jüdischer Tradition mit bestimmten Tönen und einer vorgeschriebenen Anzahl, auf die ich zum Thema Rosh HaShana in absehbarer Zeit eingehen werde. 

Ashkenazische Juden beginnen mit den Slichot – Gebeten wesentlich später, nämlich am Mozzaei Schabbat (Schabbatausklang) vor Rosh HaShana. Die Selichot müssen NACH Mitternacht gebetet werden. Laut dem Jerusalemer Breslov – Rabbiner (Rabbi Peretz Auerbach) können sie NICHT vor Mitternacht gebetet werden. 

Im Sefer Yetzirah (Book of Creation) heißt es, dass der hebräische Buchstabe des Monat Elul das YUD י ist. Das Yud י sieht allgemein aus wie ein kleiner Punkt und dieses Yud symbolisiert G - ttes Erschaffung der Welt mit Weisheit. In der Kabbalah wird das Yud י mit Chochmah (Weisheit) gleichgesetzt. G – tt erschuf unsere Erde als Punkt. Zuerst entstand ein Punkt, der Even HaSchtiah, der Gründungsstein unter dem Altar des Ersten und Zweiten und hoffentlich bald auch Dritten Tempels. Der winzige Punkt began sich allmählich auszubreiten, bis er unsere Welt formte. 

Der israelitische Stamm des Elul ist Gad, das Sternzeichen ist die Jungfrau, das Organ ist die linke Hand und der menschliche Sinn ist das Handeln. Handeln deshalb, weil wir Teschuva begehen sollen und dafür ist die Handlung notwendig. Sprich, das Bereuen und um Vergebung bitten. Das Sternzeichen der Jungfrau im Elul stellt gleichsam einen Bezug zur Teschuva (Umkehr zu G – tt) dar. Wer seine Vergehen im Elul bereut und aufrichtig plant, sein Leben zum Positiveren auszurichten, der kann symbolisch betrachtet den Zustand einer Jungfrau erreichen. Genauso unerfahren wie eine Jungfrau; ohne jeglich Vergehen auf dem Sündenkonto, denn wer ernsthaft Teschuva macht, dem kann alles vergeben werden. Vielleicht sei zu erwähnen, das "alles" nicht tatsächlich "alles" bedeutet, denn, wie wir wissen, gibt es Vergehen, die seitens G – tt niemals richtig vergeben werden können. Zusätzlich ist direkte Vergebung im Judentum von besonderer Bedeutung. Heißt, wir müssen schon die jeweiligen Mitmenschen persönlich um Verzeihung bitten und nicht zu G – ttes Gnade erbitten. Real bedeutet dies, dass man einen Mitmenschen im Falle eines Vergehen mindestens dreimal um Vergebung bitten muß. Ist danach die Gegenseite immer noch zu keiner Vergebung bereit, so zählt eine dreimalige aufrichtige Bemühung seitens G – tt dennoch als vergeben und von nun an muß die nicht vergebende Gegenseite mit der eigenen Entscheidung leben. 

Wer sich in Jerusalem befindet, der wird tags und auch nachtsüber die Klagemauer (Kotel) voll Menschen finden. Elul ist ein so intensiver Monat, den man unter allen Umständen nutzen sollte. 

Ein ganz wichtiger Tag ist der 18. Elul, denn dies ist der Geburtstag des Baal Shem Tov.

Ich wünsche allen eine gute Vorbereitung auf Rosh HaShana und einen erfolgreichen und gesunden Monat Elul – Chodesh Tov - חודש טוב.


Blasen des Schofar (Widderhorn)
Quelle: Chabad

Samstag, Juli 21, 2012

Rosh Chodesh MENACHEM AV

B"H

Am letzten Freitag begann der jüdische Monat Menachem Av und wegen meines Unfalles vor fast zwei Wochen hinke ich in der Berichterstattung etwas hinterher.


Offiziell lautet der Monatsname AV, doch wird er im Text des Segen für den neuen Monat "Menachem Av" genannt.

Der jüdische Monat Av war stets ein negativer Monat für das jüdische Volk. Unter anderem brach der Erste Weltkrieg aus und die Endlösung wurde beschlossen.

Am 9. Av, welchen in diesem Jahr am 9. August begehen, wurden beide Jerusalemer Tempel zerstört. Dem vorausgegangen war die Rückkehr der Spione in das Lager der Israeliten mit der Nachricht, dass es sich nicht lohne, nach Israel weiterzuziehen und sich dort anzusiedeln. Moshe sprach dagegen, doch viele Israeliten begannen zu jammern. Daraufhin sagte G – tt, dass es keinen Grund zum Weinen gebe, allerdings wird dieser Tag für euch ein Schicksalstag werden.

Am 9. Av trauern wir um beide zerstörten Tempel. Laut vielen Kommentatoren hat der Monat Av auch etwas Positives, denn der Meschiach soll in diesem Monat geboren werden. Wenn er kommt und der Dritte Tempel steht, wird sich der Fastentag Tisha Be' Av (9. Av) in einen Feiertag verwandeln.



Trauer um die Tempel am Tisha be'Av



Am 1. Av, gedenken wir ebenso der Yahrzeit von Aharon HaCohen, dem Bruder Moshes und Miriams. Aharons Todestag ist der einzige Todestag, der ausdrücklich in der Thora Erwähnung findet. Warum ausgerechnet Aharon ? War nicht sein Bruder Moshe viel wichtiger ?


Es heißt in der Thora, dass als Aharon verstarb, ALLE Israeliten weinten. Weder bei Miriam noch bei Moshe steht das geschrieben. Natürlich beweinten auch viele den Tod der beiden, doch nicht alle. Bei Aharon dagegen weinten ALLE, denn er war als Friedensstifter hoch geschätzt. Wenn sich die Israeliten stritten, schritt Aharon stets ein und machte Frieden zwischen den Parteien.

Normalerweise ist ein Monatsbeginn immer ein freudiges Ereignis, doch sollen wir im Av unsere Freude etwas bremsen, denn dieser Tag leitet die neun Tage vor dem 9. Av ein und uns werden diverse Halachot bzw. Minhagim (Bräuche) aufgetragen.

1. Es sollte in diesen neun Tagen keine neue Kleidung gekauft werden, es sei denn, es handelt sich um spezielle Schuhe ohne Leder für den 9. Av.

2. Es sollte keine Wäsche gewaschen werden.

3. An Wochentagen wird auf den Verzehr von Fleisch und Wein verzichtet. Beides gibt es nur am Schabbat vor dem 9. Av.

4.
An den Wochentagen vor dem 9. Av sollte nicht geduscht werden, sondern nur am Freitag vor Schabbateinbruch.

5.
Parties und andere Feiern sollten vermieden werden. Genauso wie Kino und Musik.

All diese Gesetze sind verbunden mit der Trauer um die Tempelzerstörungen.

Am 5. Av begehen wir die Yahrzeit des großen mittelalterlichen Kabbalisten Rabbi Yitzchak Luria, dem Arizal.

Der Schabbat vor dem 9. Av, (am 28. Juli) wird "Schabbat Chazon" genannt. Der diesjährige Tisha be'Av wird am Tag darauf, am Sonntag dem 29. Juli begangen. Beginnen tut das 25 - stündige Fasten jedoch am 28. Juli. Gleich mit dem Schabbatausklang geht es in den Trauertag.

Laut dem "Book of Creation – Sefer Yetzirah", hat jeder jüdische Monat einen eigenen Stamm, Buchstaben, ein Organ, eine menschlichen Sinn, einen Buchstaben und ein Sternzeichen.

Das Sternzeichen des Av ist der Löwe, der Buchstabe ist das TED ט , der Stamm ist Schimon, das Organ ist die linke Niere und der menschliche Sinn ist das Hören.

Das Hören kommt von den ausgesandten Spionen, die zurückkamen und die Israeliten deren Botschaft hörten. Hören bedeutet immer etwas zu erhalten. In dem Moment, in dem wir hören, unterscheiden wir automatisch zwischen gut und böse und stellen so unsere innere Balance her.

Den Entscheidungen hilft die linke Niere, die in talmudischer Literatur als Ratgeber erwähnt ist (siehe Talmud Berachot).

Obwohl der Monat Menachem Av als Katastrophe für das jüdische Volk gilt, haben wir die Kraft, ihn in etwas Positives umzuwandeln. Vor allem sollten wir für die baldige Ankunft des Meschiach beten. Und wie einmal jemand bei Rabbi Mordechai Machlis lehrte, sollten wir es nicht nur so vor uns hinsagen, sondern es richtig wollen, dass der Meschiach kommt.




 

Chodesch Tov – חודש טוב einen gesunden und erfolgreichen Monat Av !!!

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Dienstag, Juni 19, 2012

Das Geheimnis des Monat Tammuz


Gesehen in Zfat (Safed) / Nordisrael

Photo: Miriam Woelke

B"H

Zuerst began ich, dass Chabad (Lubawitsch) - Buch "Sha’arei Ha’moadim" zu lessen, um einige Insights zum heute abend beginnenden neuen jüdischen Monat TAMMUZ zu liefern. Bei Chabad jedoch geht es mir im Tammuz zu sehr um Meschiach und dessen Zeit. Da einer der vorherigen Chabad - Rebben im Tammuz aus einem russischen Gefängnis entlassen wurde, steht der Tammuz bei Chabad als Monat der beginnenden GE’ULAH (Zeit des Meschiach). Zahlreiche Chabad – Rebben wurden daheim in Russland immer wieder verhaftet, da sie sich gegen die jeweiligen Regierungen stellten. 

Darüber hinaus feiert die chassidische Gruppe an diesem Schabbat den 3. Tammuz (Gimmel Tammuz), welcher den Todestag des letzten Rebben darstellt. Jene Chabadnikim, welche der Meinung sind, der letzte Rebbe Menachem Mendel Schneerson sei der Meschiach, sehen in dem 3. Tammuz nicht den Todestag des Rebben (im Juni 1994), sondern jenen Tag, an dem der Rebbe unsichtbar wurde, sich in höhere spirituelle Spähren begab und wir nicht in der Lage sind, ihn zu sehen. Obwohl der Rebbe körperlich immer noch am Eastern Parkway 770 in Crown Heights / New York lebt und keineswegs starb, müssen wir auf den Moment warten, in welchem er sich als Meschiach offenbart. Soviel vorerst zu Chabad und ich werde im laufe dieser Woche noch mehr zum "Gimmel Tammuz" berichten. 

Die Chabad – Inhalte warfen mir zu viel Meschiach und so wendete ich mich einem meiner chassidischen Lieblingskommentatoren, dem SHEM MI'SHMUEL zu, welcher da einen bemerkenswerten Kommentar zum TAMMUZ liefert.

Zu der Zeit als Adam und Eva (Chava) noch im Paradies weilten und von dem berühmten Apfel aßen, ruinierten sie sozusagen den menschlichen Sinn des Augenlichtes. Das SEHEN wurde in untere Level gezogen und sobald dies geschieht, bedarf es, kabbalistisch betrachtet, eines Tikun (Reparatur). Dies geschieht indem ich meine Sehkraft für etwas Positives benutze. Adam und Eva hingegen schauten gierig auf den Apfel, um ihn dann zu verspeisen. Indem sie den Apfel anschauten, wollten sie ihn haben. Die Gier stieg in ihnen auf und somit setzten sie ihre Sehkraft negativ ein.

Remark: Gemäss talmudischer und kabbalistischer Literatur handelte es sich nicht um einen Apfel, den die beiden ersten Menschen da aßen, sondern entweder um eine andere Frucht oder etwas, von dem wir keine Ahnung haben. Die Thora spricht zumeist in der Symbolsprache und der Apfel steht für etwas ganz anderes. Eine Meinung im Talmud lautet, dass die Beiden betrunken waren, andere behaupten, es handele sich um ein uns unbekanntes Konzept. Tatsache ist, dass niemand weiss, was genau die Beiden taten. Ebenso wenig wissen wir, was ein "Baum des Wissens" ist.

Als Adam und Eva den Apfel (oder was auch immer) anschauten, schlich sich bei ihnen die Gier ein und der Sehsinn wurde in einen tiefen spirituellen Abgrund gezogen.

Die Meraglim (Spione), welche uns in der Thoralesung der vergangenen Woche begegneten, hatte die Aufgabe, diesen Sehsinn wieder in positive Spähren zu bringen bzw. eine Korrektur des Vergehens von Adam und Eva durchzuführen. Aber was taten sie ? Letzten Endes nutzen sie ihr Augenlicht, um hinterher nur Negatives über Israel zu berichten und verpassten damit die Chance des Tikun. Somit liegt es an allen Juden, die Korrektur durchzuführen. Wie ? Indem wir unsere Augen positiv einsetzen.

Rosh Chodesh TAMMUZ - Der Beginn des jüdischen Monat TAMMUZ


 In der Altstadt von Zfat (Safed) / Nordisrael

Photo: Miriam Woelke
B"H

An diesem Dienstag abend, Mittwoch und Donnerstag feiern wir den Beginn des jüdischen Monat Tammuz (Rosh Chodesh TAMMUZ).

Wie ich immer wieder neu erwähne, ist jeder Beginn eines neuen Monats eine neue Chance im Leben etwas zu verändern. Der jüdische Monat Tammuz steht zwar nicht für die positivsten Ereignisse in der Geschichte des Judentums, dennoch sieht ihn die chassidische Gruppe Chabad als den Monat, der das Kommen des Meschiach (die Ge'ulah) einleitet. Für Chabad ist der Tammuz sehr wichtig, wurde doch in diesem Monat der sechste Lubavitcher (Chabad) Rebbe, Rabbi Yosef Yitzchak Schneersohn, im Tammuz des Jahres 1927 aus russischer Haft entlassen. Rebbe Yosef Yitzchak war der Schwiegervater des siebten und letzten Lubavitcher Rebben, Rabbi Menachem Mendel Schneerson, welcher im Juni 1994 (am 3. Tammuz – Gimmel Tammuz) in New York verstarb. Daher kommt auch die unterschiedliche Schreibweise des Familiennamens Schneerso(h)n.

Bekannt ist der Monat Tammuz vor allem für zwei Tragödien in der jüdischen Geschichte. Der ersten Tragödie gedenken wir am 17. Tammuz (in diesem Jahr am Sonntag, dem 8. Juli). Der Tag, an dem Moshe mit dem ersten Paar der Bundestafeln (Luchot) vom Berg Sinai zurückkehrte, er die Israeliten um das Goldene Kalb tanzen sah und die zwei Laden vor Ärger zerschmetterte.

Viele Jahre später zerstörten die Babyloniern am 17. Tammuz die äußere Tempelmauer, was die Zerstörung des 1. Tempels einleitete.

Auf die Bedeutung des 17. Tammuz, der ein Halbfastentag ist, werde ich in einem späteren Beitrag eingehen. Wie schon bekannt, steht laut des kabbalistischen Buches Sefer Yetzirah (Book of Creation) jeder jüdische Monat fuer einen bestimmten hebräischen Buchstaben, einen israelitischen Stamm, einen der menschlichen Sinne, ein Sternzeichen und ein Körperteil.

Der Buchstabe des Tammuz ist das Chet ח , das Sternzeichen ist der Krebs, der Körperteil ist die rechte Hand, der Stamm ist Reuven und der menschliche Sinn ist die Sehkraft. 

Schon Eva und Adam (Chava und Adam) im Paradies setzten ihre Sehkraft für negative Zwecke ein. Sie schauten auf den Apfel und aßen ihn, heisst, sie begehrten ihn mit ihren Augen. Im Monat Tammuz haben wird daher die Aufgabe, den menschlichen Sinn der Sehkraft zu "reparieren", indem wir unsere Sehkraft positiv einsetzen. 

Chodesh Tov – einen guten und gesunden Monat Tammuz an alle Leser !!!

Dienstag, Mai 22, 2012

Rosh Chodesh SIVAN - Beginn des jüdischen Monat SIVAN

Photo: Chabad.org
B"H

Heute begann der neue jüdische Monat SIVAN (Rosh Chodesh Sivan).
Jeder neue jüdische Monat steht gleichzeitig auch für einen Neubeginn in unserem Leben. Jeden Monat, ja, sogar täglich, haben wir die Möglichkeit, unser Leben zum Positiven zu verändern. Vor allem der Sivan repräsentiert einen Neubeginn, bekamen wir doch in dem Monat die Thora am Berg Sinai. Die Israeliten erhielten die Thora am Schabbat (Talmud Schabbat 88) und begannen somit ihr Leben völlig neu. 

Das kabbalistische Buch "Sefer Yetzirah" (The Book of Creation) lehrt, dass jeder jüdische Monat einen Buchstaben, ein menschliches Organ, ein Sternzeichen, einen israelitischen Stamm und einen Sinn repräsentiert. 

Der Buchstabe des Sivan ist das Zain ז. Im Hebräischen steht jeder Buchstabe gleichzeitig auch für eine Zahl und Zain steht für die Zahl 7. Im Judentum bedeutet die Sieben immer eine Vollständigkeit. Heißt, etwas ist vollkommen. G - tt erschuf die Welt in sechs Tagen und am siebten Tage ruhte Er. Die Erschaffung war demnach am siebten Tage komplett. Die Sieben des Buchstaben Zain drückt die Vollständigkeit aus, denn die Juden waren 49 Tage nach dem Auszug aus Ägypten würdig, die Thora zu erhalten. Genauso wie der Erschaffungsprozeß komplett war, so waren dies die Juden mit dem Erhalt der Thora. 

Der israelitische Stamm des Sivan ist der Stamm Zevulon. Die Mitglieder Zevulons waren erfolgreiche Geschäftsleute und mit ihrem erwirtschafteten Gewinn versorgten sie den Stamm Yissachar. Zwischen beiden Stämmen bestand diese besondere Verbindung: Yissachar lernt Thora und Zevulon kümmert sich um die Geschäfte und versorgt finanziell Yissachar. 

Auch heute finden wir genügend Beispiele für solch ein Vorgehen. Wenn ein Geschäftsmann nicht viel Zeit zum Thoralernen aufbringen kann, er jedoch Geld an religiöse Lehrinstitute (u.a. Yeshivot) spendet, dann wird ihm das genauso angerechnet als habe er selbst Thora gelernt. 

Das menschliche Organ des Sivan ist der linke Fuß und der Sinn ist das Gehen. Das Gehen drückt Fortschritt und Dynamik aus. Wir bewegen uns in eine andere Richtung fort, nämlich in die der Thora. Das Sternzeichen sind die Zwillinge, die wiederum symbolisch für Moshe und Aharon stehen. 

Der Feiertag des Sivan ist natürlich Schavuot (das Wochenfest). Schavuot begehen wir am 6. Sivan, welcher in diesem Jahr auf den Abend des 26. Mai bzw. Sonntag, den 27. Mai fällt. Am Samstag abend (26. Mai) beginnt Schavuot und nach dem abendlichen Festessen ist es Tradition, die ganze Nacht durchzulernen. Wer sich in Jerusalem befindet, der besucht am frühen Morgen (ca.4 oder 5 Uhr) die Kotel (Klagemauer) zum Morgengebet Schacharit. Tausende Juden werden durchlernen und in Israel, besonders in Jerusalem, werden kostenlose Programme angeboten. 

Wer als Tourist in Israel weilt, der sollte wissen, dass der kommende Sonntag ein Feiertag ist und dementsprechend keine Busse fahren und die Shops dicht sind. Das "normale" Leben beginnt erst wieder am Sonntag abend bzw. Montag ! 

Chodesh Tov - Eine guten, erfolgreichen und gesunden Monat Sivan !!!!

Montag, April 23, 2012

Rosh Chodesh Iyar - ראש חודש אייר


Der Grand Canyon im Mondschein

Photo: NASA
B"H

Gestern und heute feiern wir Rosh Chodesh Iyar (אייר), den Monatsbeginn des jüdischen Monat Iyar. Offiziell stammt das Wort Iyar aus dem Babylonischen, doch das chassidische Buch "Bnei Yissachar" sieht die Buchstaben des Wortes als eine kabbalistische Abkürzung für die Anfangsbuchstaben von Avraham, Yitzchak, Yaakov und Rachel. 

Wir sollen aus den Taten unserer Vorväter lernen und daher ist es dieser Tage Brauch, den Talmud Traktat Avot zu lernen. Im Monat Iyar hat ein jeder automatisch die Möglichkeit, täglich eine Mitzwah (eine gute Tat) zu begehen, denn wir befinden uns mitten in der Zählung des OMER (Sefirat HaOmer). 

Jeder neue Monat steht gleichzeitig für einen Neubeginn in unserem Leben. Auch sollen wir G - tt danken, dass wir einen weiteren Monat überlebt haben. 

Der Monat Iyar steht für Licht und ist lt. kabbalistischer (Book of Creation – Sefer Yetzira) und chassidischer (Bnei Yissachar) Literatur der Monat des Heilens. Der Frühling hat begonnen und auch wir erhalten neue Energien. 

Laut Kabbalah (Sefer Yetzirah) hat jeder Monat einen eigenen Buchstaben, israelitischen Stamm, etc. Der Buchstabe des Monats Iyar ist das VAV ו, der Stamm ist Yissachar, der menschliche Sinn ist das Denken, das Sternzeichen ist der Stier und das Organ ist die rechte Niere. Im Talmud Traktat Berachot 61b heißt es, dass die Nieren uns Rat geben und das Herz entscheidet, welcher Rat angenommen wird. Die Zunge artikuliert und der Mund beendet den Prozeß. 

Am 14 Iyar (in diesem Jahr am 6. Mai (Sonntag) feiern wir das sogenannte "Pessach Scheni", das zweite Pessach. Jeder sollte mindestens eine Mazza aufheben und an Pessach Scheni essen. Pessach Scheni gab denjenigen Juden, die an Pessach selbst unrein waren, eine verspätete Chance, auch noch vom Pessachopfer zu essen. 

Auch fällt das Fest Lag Be'Omer in den Iyar. Lag Be'Omer beginnt dieses Jahr an einem Mittwoch abend und wird einschliesslich des darauffolgenden donnerstags gefeiert (9. + 10. Mai 2012).

Eine bekannte Yahrzeit (Sterbegedenktag) gibt es auch zu verkünden:
Der chassidische Rabbi Menachem Mendel von Vitebsk, 1730 - 1788, verstarb am Rosh Chodesh Iyar. 

Chodesh Tov – חודש טוב - Allen einen tollen Monat Iyar.

Donnerstag, März 22, 2012

Rosh Chodesh Nissan - ראש חודש ניסן


Gesehen in Jerusalem
Photo: Miriam Woelke
B"H

Morgen abend (Freitag, Erev Schabbat) und am Schabbat feiern wir Rosh Chodesh Nissan - den Beginn des jüdischen Monats Nissan. Wie wir schon mehrere Male gelernt haben, bedeutet ein neuer Monat gleichzeitig ein persönlicher Neubeginn für jeden einzelnen von uns. 


Mit Nissan zieht nun endgültig der Frühling ein (obwohl viele Bäume schon längst in voller Blüte stehen) und Rosh Chodesh Nissan ist gleich doppelt so wichtig, denn an diesem Tag wurde von Moshe in der Wüste das Mishkan (Tabernakel) errichtet. 

Wenn wir nach der Thora gehen, dann ist der Monat Nissan der eigentliche Jahresbeginn, aber dem Mondkalender zufolge, nach welchem wir uns richten, liegt der Jahresbeginn im Monat Tishrei (Rosh HaShana, ca. September / Oktober). 

Im Talmud Traktat Rosh HaShana gibt es zahlreiche Diskussionen, ob der wahre Jahresbeginn im Nissan oder im Tishrei liegt. Der berühmte Thorakommentator Ohr HaChaim hat einen brillianten Kommentar dazu verfaßt:

"Im Nissan dachte G - tt daran, die Welt zu erschaffen und im Tischrei setzte Er Seinen Plan in die Tat um". (dieses bitte nur metaphorisch verstehen !)

Laut dem kabbalistischen Buch Sefer Yetzirah (The Book of Creation) symbolisiert jeder jüdische Monat einen bestimmten Buchstaben, einen israelitischen Stamm, ein Sternzeichen, einen der Sinne und ein Organ.

Der Buchstabe des Monats Nissan ist das Heh ה, das Sternzeichen ist der Widder, der Stamm ist Yehudah, der Sinn ist das Sprechen und das Organ ist das rechte Bein. 


Jedes Jahr am 15. Nissan (Pessach) an Vollmond, sind wir in der Lage, unser Leben völlig unter Kontrolle zu bringen. Es beginnt unserer innerer Frieden und zugleich der Frieden allen Chaos. 

Die eigentliche Aufgabe des Monats Nissan ist das Putzen für Pessach (wie romantisch !). Wir sind verpflichtet, jegliches Chametz (Getreide wie Weizen, Roggen, Spelt oder Gerste) aus unserem Haushalt zu entfernen. 

In der Kabbalah wird das Chametz als unsere Yetzer HaRah, unsere schlechte Neigung, gesehen. Wir sollen symbolisch all unsere schlechten Neigungen bzw. Charaktereigenschaften loswerden. Dies ist das eigentliche Geheimnis des Chametz. 

Einen Tag nach der Pessach - Seder beginnen wir mit dem "Zählen des Omers" (49 Tage lang bis Schavuot). Auch mit der Zählung des Omer sollen wir unsere negativen Charaktereigenschaften abschütteln und uns für das Geben der Thora, welches wir an Shavuot feiern, vorbereiten.


Chodesh Tov - חודש טוב - einen guten Monat Nissan an alle Leser !

Mittwoch, Februar 22, 2012

Rosh Chodesh ADAR

B"H
 

Heute (Mittwoch) abend, Donnerstag und Freitag feiern wir den Beginn des jüdischen Monat Adar.

Adar ist der 12. und freudenreichste Monat im jüdischen Kalender. FREUDE ist das Symbol des Adar. Freude, G - tt dienen zu dürfen und die Freude darüber, dass G - tt Wunder für die Juden vollbrachte, wie an Purim und Pessach, zum Beispiel. Siehe dazu das Chabad - Buch Sha'arei HaMoadim. 


Laut dem kabbalistischen Buch Sefer Yetzirah (The Book of Creation) repräsentiert jeder jüdische Monat einen bestimmten Buchstaben, ein Sternzeichen, einen israelitischen Stamm, ein Organ und einen menschlichen Sinn:

- Der Buchstabe des Adar ist das KUF ק

- Das Sternzeichen ist der Fisch

- Der Stamm ist Naftali

- Der Sinn ist das Lachen

- Das Organ ist die Milz

Der 7. Adar (1. März) ist das Geburts - sowie Sterbedatum von Moshe.


In knapp zwei Wochen schon feiern wir Purim und hier vorab die genauen Zeitangaben: 


Ta'anit Esther - Fastentag der Esther: 7. März (13. Adar).

Purim: 8. März (14. Adar) gefolgt von Schuschan Purim (in Städten mit einer Stadtmauer aus der Zeit des Yehoshua bin Nun wie Jerusalem oder Tiberias) am 9. März (15. Adar) 2012.

Chodesh Tov - חודש טוב - Einen guten, gesunden und erfolgreichen Monat Adar !

Dienstag, Januar 24, 2012

Rosh Chodesh SHEVAT (שבט)


Photo: Miriam Woelke

B"H

Heute abend und morgen (Mittwoch, 25. Januar) feiern wir "Rosh Chodesh", denn es beginnt der neue jüdische Monat Shevat. Der Shevat vermittelt uns schon einen ersten kleinen Hauch von Frühling, was die Stimmung gleich ein wenig mehr anhebt. Oder zumindest anheben sollte, denn das Wetter ist alles andere als frühlingshaft. Regen und Kälte haben uns bis mindestens zum Schabbat voll im Griff. 

Shevat für mich bedeutet ebenso wieder ein Jahr älter zu werden, sprich, ich habe in dem Monat Geburtstag. Wobei ich in meinem Alter nicht weiß, ob ich mich darüber freuen soll oder nicht. Und für alle, die in diesen Tagen bzw. im Monat Shevat auch ihren Geburtstag feiern sollten: Im Judentum ist nicht unbedingt die Rolle des Geburtstages definiert. In der Thora ist der Tag nur einmal erwähnt, nämlich als Pharao Geburtstag hatte. Dennoch heißt es, dass jeder an seinem Geburtstag etwas von G - tt erbitten solle, denn gerade an diesem Tag verfügt ein jeder von uns über spezielle "Kräfte".

Rosh Chodesh (der Monatsbeginn) ist das erste Gebot (Mitzwah) welches das jüdische Volk als eine Nation erhielt. Ein neuer Monat bedeutet jedesmal auch die Zeit für eine persönliche Erneuerung im Leben. Shevat ist der 11. Monat im jüdischen Kalender und hat 30 Tage. An eben jenem 1. Shevat begann Moshe dem Volk Israel das Buch Deutoronomy (Sefer Devarim) vorzulesen. Sein letztes Vermächtnis bevor er im Monat Adar (im Monat nach Shevat) starb.

Dem Sefer Yetzirah (Book of Creation) zufolge symbolisiert jeder Monat einen hebräischen Buchstaben, eine Farbe, ein Organ, einen Stamm und ein Sternzeichen: Die Farbe des Shevat ist blau - grün, der Buchstabe ist Zaddik (צ), der Stamm ist Asher, das Organ ist der Magen und das Sternzeichen ist Wassermann - Dli (Eimer) auf Hebräisch. Außerdem symbolisiert Shevat die Sinne Essen und Geschmack. Es heißt, dass ein Gerechter (Zaddik) ißt, um seine Seele zu befriedigen. Er ißt nur soviel wie er zum Überleben benötigt.

Der Wassermann symbolisiert das Wasser, welches wiederum oftmals eine Metaphor für Thora ist. Ohne Wasser und Thora können wir nicht existieren. Somit ist Shevat auch ein neues Jahr zum Thoralernen. Der Wassermann ist ein "air sign". Diejenigen, welche in diesem Sternzeichen geboren wurden, stehen für Rebellion, Veränderungen und spontane Entschlüsse. Sie befinden sich ständig auf der Identitätssuche, sind offen für neue Ideen und sind alles andere als angepasst. Sie hassen Eintönigkeit und sind sehr kommunikativ.

Im Monat Shevat starben zahlreiche berühmte Rabbiner, an deren Yahrzeiten (Sterbedaten) wir bis heute erinnern.

4 Shevat: Rabbi Israel Abuchatzeira, der Baba Sali, 1890 - 1984

5 Shevat: Rabbi Aryeh Yehudah Leib von Ger, 1847 - 1905, der Sefat Emet und Gründer der Chassidut Gur (Ger)

10 Shevat: Rabbi Yosef Yitzchak Schneersohn, der sechste Lubawitscher Rebbe und Schwiegervater des siebten Lubawitscher Rebben Menachem Mendel Schneerson.

14 Shevat: Rabbi Aryeh Kaplan, 1935 - 1983

22 Shevat: Rabbi Menachem Mendel von Kotzk, 1787 - 1859

25 Shevat: Rabbi Israel Salanter

29: Rabbi Nosson Zvi Finkel, der Alter von Slobodka, 1849 - 1927

Des Weiteren starben führende Rebbes der chassidischen Gruppen Zanz und Lelov.

Halacha: Einfügen des Yaale ve Yavo - Gebetes in der Amidah und dem Birkat HaMazon.
Es ist Brauch, dass Frauen am Rosh Chodesh keine Hausarbeiten verrichten.

Chodesh Tov - Einen guten,gesunden und erfolgreichen Monat an alle !

Sonntag, Dezember 25, 2011

Rosh Chodesh TEVET - Beginn des jüdischen Monat TEVET



Die SOREK - Höhle nahe Jerusalem


B"H

Heute abend beginnt der neue Monat Tevet. Ein Monatsbeginn, den wir morgen sowie übermorgen feiern.
Jeder neue Monatsbeginn repräsentiert gleichzeitig einen Neubeginn in unserem Leben und gerade dann ist die Zeit für positive Veränderungen. Chanukkah ist das einzige Fest, welches in zwei Monaten stattfindet. Es beginnt im Kislev und geht mittendrin hinüber in den Tevet. Durch das Zünden der Chanukkah – Kerzen bekommt der Monatsbeginn des Tevet eine zusätzliche höhere Bedeutung. Jede weitere Chanukkah – Kerze bedeutet die Erhöhung der Freude und des eigenen inneren Lichtes, welches jeder in sich trägt. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass jeder Einzelne daheim seine eigene Chanukkiah zündet. Eben wegen jenes inneren Lichtes.

Jeder jüdische Monat hat in der Kabbalah (Sefer Yetzirah - The Book of Creation) eine bestimmte Farbe, einen Buchstaben, einen israelitischen Stamm, ein Organ, ein Sternzeichen und einen der menschlichen Sinne.

Die Farbe des Monats Tevet ist blau, der israelitische Stamm ist Dan, der Sinn ist der Ärger, der Buchstabe ist Ayn (Ain), das Sternzeichen ist der Steinbock und das Organ ist die Leber.

Was genau sagen uns diese kabbalistischen Eigenschaften ?

Historisch betrachtet ist Tevet, zusammen mit den Monaten Tammuz und Av, verbunden mit negativen Geschehnissen für die Juden. Vor allem der 10. Tevet, auf den ich in wenigen Tagen in einem weiteren Beitrag noch näher eingehen werde.

Unsere Aufgabe besteht im Monat Tevet darin, unseren individuellen Kampf gegen unseren eigenen Ärger zu führen. Daher ist die Leber das Organ des Tevet, denn im Talmud Traktat Berachot 61b heisst es, dass das zuständige Organ für den Ärger die Leber ist.
Wir müssen unseren negativen Ärger überwinden und ihn in positiven Ärger umwandeln.
Was ist positiver Ärger ?
Unsere innerste Sorge der Seele (Neschama) dass die Realität positiv sein wird und zusätzlich das eigene Ego überwinden und einer Perfektion entgegen streben.

Die Kabbalah geht auch auf das Sternzeichen des Steinbocks ein:
Leute, die in jenem Sternzeichen geboren sind, haben ein starkes Bedürfnis nach finanzieller Sicherheit, sind bodenständig und familien - und verantwortungsbewußt.
Andererseits haben sie kein leichtes Leben, denn sie haben eine Menge Probleme und Herausforderungen zu bewältigen. Der Planet Saturn herrscht über das Sternzeichen des Steinbocks und Saturn steht für Zerstörung, aber auch gleichzeitig für spirituelle Weisheit und neue Ideen. Steinböcke haben die Fähigkeit ihre Probleme zu überwinden. Sie sind Survivors.

Halachisch gelten folgende Regeln für den Rosh Chodesh:

1) Fasten ist verboten.

2) Einfügen des Gebetes "Ya'ale ve Yavo" in das Birkat HaMazon (Grace after Meal).

Es ist Brauch, dass Frauen an den Tagen keine grösseren Hausarbeiten verrichten.

Chodesh Tov - Einen guten, gesunden und erfolgreichen neuen Monat & Chanukkah Sameach !