B"H
Kann ein Jude, dem die Kaschrutregeln (Koschergesetze) wichtig sein, einem Jerusalemer Restaurant / Café vertrauen, welches da ein Hechscher (Koscherzertifikat) aushängen hat ?
Ich habe da so meine eigenen Erfahrungen gemacht. Insbesondere an jenen Orten, die ein Hechscher vom Oberrabbinat (Rabbanut) besitzen.
Wie ich schon mehrfach berichtete, stehen diverse Kaffeehausketten (und sicher auch Restaurants) unter der Kaschrutaufsicht des Rabbanut, doch immer wieder kommt es vor, dass Nichtjuden (in diesem Fall palästinensisches Küchenpersonal) den Backofen bzw. Herd anstellen und den Backprozess von Croissants und Baguettes einleiten. Dies jedoch ist, gemäss der jüdischen Halacha, verboten. Ein Nichtjude darf zwar unter Aufsicht koscheres Essen vorbereiten, doch den Herd anstellen darf er nicht. Tut er dies, so reicht es zwar, wenn ein Juden das kochende Essen einmal umrührt. Beim Backen aber trifft die Regelung nicht zu. Den Herd anstellen beim Backprozess darf ein Nichtjude allerdings dann, wenn die Backwaren bereits vorgebacken sind. Heisst, die Backwaren werden vom Nichtjuden lediglich aufgewärmt. Leitet dagegen ein Nichtjuden den gesamten Backprozess von Beginn an ein, so darf das Restaurant mit einem Koscherzertifikat derlei Produkte nicht mehr als "Koscher le'Mehadrin" verkaufen, sondern als AKUM, denn der Kaschrutstandard ist in dem Fall nicht mehr gegeben.
Restaurants und Cafes mit einem Badatz (Beit Din Zedek) Hechscher der Chassidut Belz, der Edah Charedit oder der obersten sephardischen Kaschrutaufsicht "Beit Yosef" müssen viel strengeren Regeln folgen, denn, u.a., erscheinen die jeweiligen Maschgichim (Koscherexperten) mindestens einmal pro Tag. Und diese Maschgichim nehmen alles auseinander, wie ich aus meiner Zeit, in der ich in einer Jerusalemer Bäckerei arbeitete, bestens weiss. Die Bäckerei besitzt bis heute ein Zertifikat der chassidischen Gruppe Belz und dementsprechend war die Aufsicht. Sämtliche Zutaten wurden auf "koscher" getestet und wehe, es befand sich darunter eine Zutat mit dem laxen Rabbanut – Hechscher. Dann wurde die Ware an den Absender zurückgesandt und es musste erst neue Ware mit dem entsprechenden Belz – Zertifikat angefordert werden. Kein Brot oder Kuchen ging hinaus, ohne dass die Zutaten einwandfrei koscher waren. Bedeutet, auch die Zutaten mussten über einwandfreie Zertifikate verfügen.
Zwischen den Belzern, dem Rabbanut, der Edah Charedit aus dem ultra – orthodoxen Mea Shearim / Jerusalem sowie dem sephardischen Beit Yosef besteht eine Art Krieg. Jeder will der Beste sein und keiner duldet den anderen. Schliesslich geht es hier auch um das dicke Business, denn Restaurantinhaber zahlen für das jeweilige Hechscher (welches alle drei Monate erneuert wird) immense Geldsummen. Gerade für kleinere Betriebe ist es schwierig, das Geld aufzutreiben und viele sagen sich da lieber, dass sie zwar koscher arbeiten, jedoch ohne Kaschrutaufsicht. Dementsprechend haben sie auch kein Hechscher und in Jerusalem erweist sich das als problematisch, denn die relig. Kundschaft ißt nur dort, wo es ausgewiesen koscher ist. Demnach lohnt es sich für einen Jerusalemer Unternehmer der Lebensmittelindustrie sich ein Koscherzertifikat anzuschaffen, denn dadurch lockt er mehr Kundschaft an. Im Nachhinein zahlt sich die Investition aus.
Dass sich die jeweiligen Kaschrutstellen wie Rabbanut, Belz, etc. gegenseitig die Augen auskratzen, geht vielen Unternehmern allmählich auf den Geist. Auch das ständige Gekleckere, dass diese Zutat nicht ausreichend koscher ist und dann erst wieder umgetauscht werden muss. Das hat zur Folge, dass einige Produkte nicht rechtzeitig hergestellt werden können. Mit anderen Worten, immer mehr Unternehmer sind bereit, auf das Zertifikat zu verzichten. Ändern jedoch wird sich an den Kaschrutregeln und Organisationen nichts und die Frage ist, ob die Kundschaft be idem Vorhaben unbedingt mitzieht.
Links:
Ist das Fleisch von einem Nichtjuden geschächteten Tier koscher ?
Ein Nichtjude und sein Hotel für ultra - orthodoxe Juden
Alles zur KASCHRUT auf diesem Blog
Selbst KOSCHER muss immer wieder neu geprüft werden !
Darf ein Nichtjude an einer jüdischen Schabbatfeier teilnehmen ?
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Sonntag, November 04, 2012
Montag, August 27, 2012
Unkoscherer Käse auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt
B"H
Der oberste Koscherexperte der chassidischen Gruppe BELZ (Koscherzertifikat: Machzike'i Ha’Da’at), Rabbiner Yitzchak Ziegelman, auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Market.
Photo: Miriam Woelke
Kaschrut - Warnung:
"Jerusalem Kosher News" bestätigte, dass der populäre Käseladen BASHER in der Mitte des Machane Yehudah Marktes, kein Koscherzertifikat besitzt. Der Grund ist in einem Satz erklärt: BASHER bietet viele Käsesorten aus dem Ausland (u.a. Frankreich) an, die einfach nicht koscher sind.
Vor ein paar Jahren brachte die "Jüdische Allgemeine" einmal einen längeren Artikel über den Käse Store, liess dabei aber die Tatsache aus, dass der Laden nicht koscher ist. Daraufhin verfasste ich einen Blogartikel, indem ich das versuchte klarzustellen. Ein peinlicher Fehler der "Jüdischen Allgemeinen", das Wichtigste auszulassen.
Vor ein paar Jahren brachte die "Jüdische Allgemeine" einmal einen längeren Artikel über den Käse Store, liess dabei aber die Tatsache aus, dass der Laden nicht koscher ist. Daraufhin verfasste ich einen Blogartikel, indem ich das versuchte klarzustellen. Ein peinlicher Fehler der "Jüdischen Allgemeinen", das Wichtigste auszulassen.
Wer bei BASHER vorbeikommt, dem fällt es sicherlich schwer, der Versuchung bei all den lecker aussehenden Käsesorten, zu widerstehen. Auch ich ging einmal hinein, in der Hoffnung, dass ich mich irre und doch ein Koscherzertifikat vorhanden ist. Fehlanzeige und ein Verkäufer sagte mir auf den Kopf zu, dass einige Käsesorten koscher sind, andere wiederum nicht. Also ging ich und war sauer. Warum kann sich der Käseladen nicht auf Koscheres beschränken ? Immerhin gibt es genügend israelische Kleinbauern, die sich auf die eigene Käseherstellung spezialisiert haben.
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Samstag, August 25, 2012
Giraffen sind KOSCHER, aber dürfen wir sie essen ?
B"H
Im 5. Buch Mose, Deuteronomy – Sefer Devarim, listet G – tt den Juden koschere Tiere auf. Erst am vorletzten Schabbat lasen wir in den Synagogen die Thoralesung RE’EH und genau davon ist an dieser Stelle die Rede. In Deuteronomy 14:5 wird, u.a., ein ZAMER (SAMER) als koscheres Tier aufgeführt, welches von Rabbi Sa'adia Gaon und dem RADAK
als GIRAFFE identifiziert wird. Eine Giraffe ist also, lt. einiger rabbinischer Meinungen, koscher, doch die Frage ist, ob Juden Giraffen verzehren dürfen.
Ich glaube mich zu erinnern, dass mir ein Leser vor langer Zeit einmal genau diese Frage stellte und ich schätze, dass ich ihm damals eine ähnliche Antwort gab, wie heute an dieser Stelle.
Giraffen werden deswegen als koscher betrachtet, weil sie Widerkäuer sind und gespaltene Hufe haben. Unter anderem nennt uns die Thora diese zwei Bedingungen, welche ein koscheres Tier ausmachen. Ein Schwein ist demzufolge nicht koscher, da es kein Wiederkäuer ist, sondern lediglich gespaltene Hufe besitzt. Um jedoch als koscheres Tier zu gelten, muss ein Tier beide Voraussetzungen erfüllen, wie, z.B., die Giraffe.
Eine Ansicht lautet, dass wir die Giraffe dennoch nicht essen dürfen. Weil sie einen ausgesprochen langen Hals besitzt, sei es unmöglich zu bestimmen, an welcher Stelle des Halses der Schochet (jüdischer Tierschächter) die Giraffe schächten soll. Allerdings gilt diese Meinung als unwahr, denn theoretisch kann die Giraffe an jeder Stelle des Halses geschächtet werden.
Der Grund, warum wir dennoch kein Giraffenfleisch essen ist ein ganz anderer: Giraffenfleisch zu verzehren ist nirgendwo in der jüdischen Tradition verankert und deswegen tun wir es bis heute nicht. Ferner ist es kaum möglich, Giraffenfleisch aufzutreiben.
Wer sich intensiver für das Thema interessiert, der kann auf der Site von Dr. Ari Zivotofsky einiges erfahren.
________________________________
Quellen:
- Sefer Devarim, 14:5
- Natan Slifkin: "Sacred Monsters", Seite 76
Sonntag, Juli 01, 2012
Kaschrut – Update vom israelischen Oberrabbinat
B"H
Wer sich für aktuelle Kaschrutzertifikate (Hechsherim) interessiert:
Anzumerken sei, dass viele orthodoxe Ausrichtungen nicht unbedingt dort essen, wo Zertifikate des Oberrabbinates aushängen. Insbesondere chassidische Gruppen folgen ihren eigenen Koschergesetzen, die da wesentlich strenger ausfallen als jene des Oberrabbinates. Aber das muss jeder für sich entscheiden.
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Montag, April 09, 2012
Chametz an Chol HaMo’ed Pessach
B"H
Bei all dem Putztrubel vor Pessach kann es schnell passieren, dass ein Jude Chametz (verbotenes Getreide sowie Getreideprodukte an Pessach) übersieht. Wie schnell ist eine Nudel irgendwo dazwischen gerutscht und selbst beim Schrankabrücken wurde sie übersehen und nicht weggeputzt. Dann kommt Pessach und plötzlich, während der Zwischenfeiertage (Chol HaMo’ed), wird die Nudel gefunden. Chametz im Haus an Pessach ? Was dann ?
Photo: Miriam Woelke
Das Buch OZAR HAMO’ADIM (eine Sammlung allerlei Pessach – Halachot und Stories) gibt Antwort:
Ein Jude, der an Pessach beim Putzen Chametz übersehen hat und es zufällig während der Pessach – Feiertage findet, sage beim Anblick sofort: Baruch … ascher kidischanu be’Mitzwotav ve’ziwanu al Bi’ur Chametz. Dies ist der Segen, den wir normalerweise wenige Stunden vor Pessachbeginn beim Verbrennen des letzten Chametz sagen und demzufolge hatte der Jude damit schon seinem gesamten Chametz – Besitz abgesagt.
Dienstag, März 27, 2012
Koschere Nudeln für Pessach
B"H
Vor noch nicht allzu langer Zeit regten wir uns alle noch auf, dass an Pessach keine Nudeln verzehrt werden dürfen. Als Weizenprodukt sind Nudeln an den sieben Pessachfeiertagen CHAMETZ. Bedeutet, sie gehören in die Kategorie verbotenes Getreide an Pessach. Wie bekannt ist es Juden an Pessach untersagt, Getreideprodukte wie Hafer, Spelt, Roggen, Weizen oder Gerste zu verzehren. Alles daraus Erzeugte gilt als CHAMETZ und somit verboten.
Für aschkenazische Juden bleibt an Pessach eh nicht viel zum Essen übrig außer Fisch, Fleisch, Kohl, Kartoffeln, Karotten, Eier oder Zwiebeln. Sephardische Juden hingegen kennen all die aschkenazischen Bräuche nicht und essen teilweise Reis. Aschkenazen ist der Reisverzehr an Pessach lt. eines mittelalterlichen Brauches untersagt, sephardische Juden hingegen essen Reis. Darunter Kurden, Perser oder Iraker. Marokkaner essen teilweise keinen Reis an Pessach. Ferner ist es sephardischen Juden erlaubt, Kidniyot zu essen. In diese Kidniyot – Sparte fallen insbesondere Hülsenfrüchte wie Mais, Erbsen, Bohnen, Humus aus Kichererbsen und alles, was aus diesen Lebensmittel hergestellt wurde. Auch die Kidniyot gehen auf einen Brauch zurück.
Nach all den Beschwerden des Essensmangel aschkenazischer Juden, existiert seid Jahren Kuchen, der an Pessach erlaubt ist, denn er ist mit Mazze – oder Kartoffelmehl gebacken. Koscher für Pessach also.
Als ich heute abend im Supermarkt einkaufte, sah ich doch glatt koschere Nudeln für Pessach ! Wie das ? Indem sie aus Reis angefertigt worden sind. Reis wiederum bedeutet Kidniyot und nur sephardische Juden kommen in den Genuß. Allerdings sah ich ebenso koschere Nudeln für Pessach ohne Kidniyot – Zusätze.
Hier ein paar Einkaufsimpressionen von heute abend.
Ort: Der MEGA Markt in der Dizengoff Street / Ecke Pinsker in Tel Aviv.
Ort: Der MEGA Markt in der Dizengoff Street / Ecke Pinsker in Tel Aviv.
Koscher für Pessach !
Koschere Nudeln für Pessach
Mit Kidniyot und hergestellt aus Reis.
Für die Suppe und koscher für Pessach.
Wein für die Pessach Seder
Mazzot
Kekse koscher für Pessach. Vorwiegend aus Kartoffelmehl gebacken.
Photos: Miriam Woelke
Kein Zweifel: Pessach ist einer der teuersten jüdischen Feiertage und viele jüdische Familien in Israel können sich das kostspielige Essen einfach nicht leisten und sind daher auf Geld – und Essensspenden angewiesen. Einschliesslich vieler haredischer (ultra – orthodoxer) Familien in Mea Shearim sowie in Bnei Brak.
Eine dieser Spendenorganisationen ist die im ultra – orthodoxen Mea Shearim (Jerusalem) anzutreffende: "LINAT HA'CHESED" der chassdischen Gruppe Toldot Avraham Yitzchak. Vor zwei Jahren war ich dort und interviewte einige der Chassidim.
Eine dieser Spendenorganisationen ist die im ultra – orthodoxen Mea Shearim (Jerusalem) anzutreffende: "LINAT HA'CHESED" der chassdischen Gruppe Toldot Avraham Yitzchak. Vor zwei Jahren war ich dort und interviewte einige der Chassidim.
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Sonntag, März 18, 2012
Mittwoch, März 14, 2012
Hundefutter im Judentum
B"H
Am Themenreichtum erkennt Ihr leicht, dass es im Judentum kaum einen Bereich gibt, in dem die Halacha (Gesetzgebung) keine Rolle spielt. Falls es überhaupt einen Bereich ohne jegliche Halacha gibt. :-)
Gerade jetzt vor Pessach (Anfang April) kommt immer wieder die Frage auf, ob Tiere koscheres Essen haben sollen. Muss Hunde – oder Katzenfutter koscher für Pessach sein ? Die Antwort lautet JA, denn das Futter sollte keinerlei Getreidezusätze enthalten, da ein Jude an Pessach das verbotetene Getreide (Chametz) an den Pessachfeiertagen weder im Haus haben darf, noch sonst irgendwie in seinem Besitz haben sollte. Dies gilt für Weizen, Roggen, Hafer oder Gerste. Von daher ist es absolut nichts Ungewöhnliches, wenn in jüdischen Supermärkten, insbesondere in Israel, Hundefutter kascher le’Pessach angeboten wird. Bedeutet, ohne jegliches Getreide.
Allgemein gilt, dass Tier nicht koscher essen müssen.
Außer der Pessach – Regel mit dem Getreide gibt es jedoch noch eine weitere, welche im Talmud verankert ist. Kocht ein Jude aus Versehen Milch und Fleisch zusammen, so darf er dies bekanntlich nicht essen. An die Haustiere darf er das unkoschere Essen ebenso wenig verfüttern, sondern muss es in dem Fall wegwerfen.
Wer sich im "Schulchan Aruch – Code of Jewish Law" schlaumachen will, der schaue in den Traktat Yoreh Deah, Siman 87:1 – 3.
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Mittwoch, Februar 15, 2012
17 neue Kaschrut - Experten in Polen
B”H
Seit dem Holocaust wurden jetzt in Polen zum ersten Mal 17 neue Kaschrut - Experten (Maschgichim) ernannt. Ausgebildet in einem 3 – Tage – Seminar in Krakau unter der Anleitung der Authorität auf dem Gebiet, Rabbi Dov Landau aus Bnei Brak (bei Tel Aviv), sowie dem polnischen Oberrabbiner Michael Schudrich.
Die frisch ernannten polnischen Kaschrutexperten
17 neue polnische Maschgichim werden ab sofort die Trennung zwischen Milch – und Fleischspeisen überwachen. Auch wird die Essenszubereitung für den Schabbat kontrolliert und zum anstehenden Pessach (Passover) gibt es ebenso jede Menge zu tun.
Nicht nur, dass das polnische Judentum einen kleinen Aufschwung erlebt; Tausende jüdische Touristen aus aller Welt fahren in jedem Jahr nach Polen, um die Städte und Gräber ihrer Vorfahren zu besuchen. Und auf ihren Reisen legt eine hohe Anzahl Wert auf koscheres Essen.
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Hechscher - Koscherzertifikate
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Hechscher - Koscherzertifikate
"Unkoschere" Nahrungsmittel auf dem Jerusalem Machane Yehudah Markt
Photo: Miriam Woelke
B"H
Mindestens zwei oder drei solcher Verkaufsstände werdet Ihr auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt finden. Stände, die vorwiegend Salate, Fisch, Oliven und Käse anbieten. Alles abgepackt in kleine Plastikbehälter.
Normalerweise erwarten Juden aus Jerusalem sowie aus aller Welt, dass nur koschere Waren auf dem Machane Yehudah zu finden sind. Schliesslich ist man in Jerusalem und nicht auf dem Carmel Markt zu Tel Aviv, wo auch Schweinefleisch und Shrimps zu haben sind. Trotzdem ist es ratsam, sich selbst auf dem Machane Yehudah genau umzuschauen und auf die jeweiligen Hechscherim (Koscherzertifikate) zu achten. Falls sie denn vorhanden sind.
Bezüglich des oberen Photos: Wer genau hinschaut, wird feststellen, dass der Stand kein Koscherzertifikat aushängen hat. Sollte das Plakat auf der linken Seite als solches gedeutet werden, so gehört dies zum dem Obststand nebendran, doch nicht zu dem gezeigten Salatstand. Was die Verkäufer am Salatstand jedoch tun ist, ihre Waren als koscher gemäss "Badatz Edah Charedit" anzupreisen. Teilweise stimmt dies auch, doch ein eigenes Koscherzertifikat der Edah besitzen die Salatstände nicht. Was lediglich getan wird ist, Salate, Käse und Fisch in großen Metallkanistern als Massenware einzukaufen. Der Doseninhalt wird dann in kleine Plastikboxen verteilt und auf diese Weise (in neuer Verpackung) veräußert. Einige der Kanister sind ursprünglich mit dem Koscherzertifikat der “Edah HaCharedit” ausgezeichnet, doch wer kann all das noch bestimmen, wenn die Ware erst einmal in anderen Verpackungen landet ?
Auf dem Machane Yehudah Markt
Photos: Miriam Woelke
Sonntag, Februar 05, 2012
Früchtekontrolle zum Tu be’Shevat
Getrocknete Tu be'Shevat Früchte auf dem Carmel Markt in Tel Aviv
Photo: Miriam Woelke
B”H
Dienstag abend und Mittwoch feiern wir den jüdischen Feiertag “Tu be’Shevat – 15. des Monat Shevat”. Das sogenannte Neujahrsfest der Bäume und traditionell werden wir allerlei Früchte verzehren. Getrocknete Früchte wie auch frisches Obst.
Da Früchte natürlich geprüft werden müssen, ob sie koscher sind, veröffentlichte man in den USA eine ganze Liste zum Thema “Koschere Früchte am Tu be’Shevat”. Unter anderem dürfen keine Würmer in den Früchten nisten und somit wird, zum Beispiel, jede Dattel oder Feige vor dem Verzehr geöffnet und nach Insekten durchsucht. Am besten haltet Ihr die Frucht gegen das Licht und schaut nach, ob innendrin etwas am Herumkriechen ist.
Würmer und Maden, das sind die Hauptfaktoren nach denen Früchte durchsucht werden. Ob es im deutschsprachigen Raum eine entsprechende List gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Hier auf alle Fälle die amerikanische bzw. kanadische Koscherliste für den anstehenden Tu be’Shevat. Zuerst erscheint alles in hebräischer Sprache, doch wenn Ihr weiter hinunterscrollt, kommt der englische Text (Seiten 6, 7 und 8).
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Dienstag, Januar 24, 2012
Warum KOSCHER ?
B"H
Warum sollen Juden koschere Speisen zu sich nehmen ?
Zuerst einmal weil es die Thora so verlangt. Obwohl auch immer wieder gesundheitliche Gründe angegeben werden, nennt uns die Kabbalah ein weiteres wichtiges Argument:
Koschere Speisen beeinflussen die Seele (Neschama) in einer positiven Art und Weise.
Fische müssen koscher sein
Fisch gebacken in Kokosnussmilch
B”H
Im 3. Buch Moses (Leviticus – Sefer Vayikra) gibt G – tt den Juden die Kaschrutgesetze, denn Er will, dass Sein Volk nur koscheres Essen zu sich nimmt. In Vayikra (Leviticus) 11:9 heisst es, dass alle Fische, die Schuppen und Flossen besitzen, koscher sind und wir sie verzehren dürfen. Weiter heisst es in Vayikra 11:10, dass jene Meereslebewesen, die weder Flossen noch Schuppen besitzen, nicht koscher und somit nicht gegessen werden dürfen.
Was aber ist, wenn ein Fisch entweder nur Flossen oder nur Schuppen besitzt ? Ist er dann trotzdem koscher oder doch nicht ?
Die Mischna (G – ttes mündliche Gesetzesüberlieferung am Berg Sinai) im Talmud Traktat Chullin 66 legt fest, dass ein Fisch Schuppen UND Flossen haben muss, um als koscher zu gelten. Rabbinische Zusatzkommentare diskutieren, u.a., die Bedeutung der Schuppen. Beispiel: Vor dem Verzehr sollten die Schuppen mit einem Messer entfernt werden. Gesetz dem Fall, dass die Schuppen Bestandteil des Körpers sind und sich somit nicht mit einem Messer abkratzen lassen, ist es fraglich, ob diese Schuppen dann wirklich als Schuppen gelten und der Fisch damit nicht doch in die Kategorie “unkoscher” fällt. Normalerweise jedoch lassen sich jene Fische mit Schuppen und Flossen, die wir auf den Märkten kaufen, leicht mit dem Messer herunterkratzen.
Was dagegen nicht koscher und somit im Judentum verboten ist, ist der Verzehr von Muscheln, Shrimps, Krabben, Tintenfisch, Krebse, Aale oder Garnelen.
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Donnerstag, Januar 19, 2012
Montag, Januar 16, 2012
Darf ein Jude nichtjüdische Freunde haben ?
B”H
Darf ein Jude nichtjüdische Freunde haben ?
In der Diaspora klingt diese Frage wahrscheinlich mehr als skurril und allzu Liberale kommen jetzt sicherlich wieder mit der “Rassismus – Keule” daher:
“Was, wie, Juden sind etwas Besonderes und über allen anderen erhaben ?”
Bei jüdisch - religiösen Familien in Israel kommt diese Frage weniger auf, denn normalerweise haben eben jene Kinder keine nichtjüdischen Freunde und sehnen sich auch nicht danach. Im Alltag stossen sie kaum auf Nichtjuden und wenn, dann nicht im näheren direkten Umkreis. Man ist in der jüdischen Welt, sprich Kindergarten, Familie oder Schule, eingebunden und dort befinden sich keine Nichtjuden.
Die Thora selbst lehrt, dass ein Jude sich nicht zu sehr an Nichtjuden hängen soll. Wer mit Nichtjuden zusammensitzt, der ißt oder trinkt nicht selten und das wiederum kann zu unkoscheren Speisen führen. Beispiel: Ein Jude ißt daheim bei seinen nichtjüdischen Freunden.
Koscheres Essen beinhaltet nicht nur koschere Zutaten, sondern in der Regel sollte ein Jude ebenso den Herd zur Einleitung Kochprozess anstellen. Falls er das nicht tut, so muss ein Jude zumindest einmal das kochende Essen umrühren.
Hinzu kommt, dass das Geschirr koscher sein muss und dies ist im Hause eines Nichtjuden ebenso wenig gegeben.
Ferner lehrt die Thora, dass Juden G – ttes Volk sind und nicht zu freundlich mit anderen Völkern werden sollen. Dies wieder in Bezug auf die von Juden einzuhaltenden Halachot und Aufgaben im Leben. Ja, Juden sind verpflichtet, andere Völker zu achten, fair mit ihnen umzugehen und sich an Vereinbarungen halten, doch zu eng sollte der Kontakt nicht werden.
Ich kann zu dem Thema einiges aus dem Nähkästchen meines Privatlebens plaudern: Zu meiner Zeit in Deutschland erlebte ich es immer wieder, dass selbst enge nichtjüdische Freunde super Freunde waren. Sie achteten auf meine Religion und es gab selten dumme Sprüche. Weder von Freunden noch so richtig von Arbeitskollegen. Alles ging gut, aber immer wieder kommt ein ganz bestimmter Punkt im Leben, wo sie anhand ihrer Bemerkungen nicht mehr meine Freunde sind oder sein können. Klar, sind wir nach wie vor befreundet, doch weiss ich, woran ich bin und damit ist die Freundschaft weniger intensiv.
Der Punkt, von dem ich sprach, kann zu unterschiedlichen Zeiten und Gesprächsthemen auftauchen. Öfters erlebte ich es, dass nichtjüdische Freunde protestierten, wenn es darum ging, dass Juden keine Nichtjuden heiraten dürfen (laut der Thora). Mag sein, dass sich meine Freunde in dem Moment zurückgesetzt fühlten. Als Rechtfertigung kann ich hierzu sagen, dass G – tt für Juden sowie Nichtjuden unterschiedliche Aufgaben im Leben vorsah. Wäre Er der Meinung gewesen, alle seien gleich, dann hätte Er ergo keine Juden und Nichtjuden erschaffen, sondern nur eine einzige Art von Mensch.
Ein weiterer Streitpunkt mag der Holocaust sein und dass ja nicht alle Deutschen schuld waren. Aber ich will mich hier nicht unbedingt festlegen, denn jeder Jude dürfte sich schon einmal in solch einer Situation wiedergefunden haben. Wenn er plötzlich merkt, wo er eigentlich hingehört und das die nichtjüdischen Freunde ihm keine jüdischen ersetzen. Die Kabbalah erklärt dies mit den gemeinsamen Verbindungen der jüdischen Seele.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich habe nichtjüdische Freunde, aber eine so intensive Beziehung wie mit jüdischen Freunden besteht nicht. Auch, weil die Gemeinsamkeiten nicht vorhanden sind. Sprich: Schabbaterlebnisse, etc.
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Samstag, Dezember 31, 2011
Warum warten Juden ganze sechs Stunden, um nach dem Fleischverzehr wieder milchig zu essen ?
B”H
Warum warten Juden ganze sechs Stunden, um nach dem Fleischverzehr wieder milchig zu essen ? Und warum existiert in Holland bzw. Deutschland der Brauch, nach dem Fleischverzehr nur eine Stunde zu warten, um dann wieder milchige Speisen zu verzehren ?
Die halachische Quelle bezüglich der sechs Stunden finden wir im Shulchan Aruch (Code of Jewish Law), Traktat Yoreh Deah 89:1.
Wie allgemein bekannt sein dürfte, essen Juden gemäss der Koschergesetze (Kaschrut) Milch - und Fleischspeisen nicht zusammen. Zuerst werden milchige Gerichte verzehrt und danach die fleischigen und nicht umgekehrt. Wer jedoch Fleisch oder Wurst ißt, der muss, in Israel, ganze 5,5 – 6 Stunden warten, um wieder milchige Speisen zu sich nehmen zu können. In Holland hingegen wird lediglich eine Stunde gewartet.
Der Halacha - Experte RAMA, Rabbi Moshe Isserlis (1520 – 1572) sagte, dass es in Deutschland oder Holland zwar Brauch ist, lediglich eine Stunde zwischen Fleischverzehr und dem erneuten Verzehr milchiger Speisenzu warten; um die Mitzwah jedoch perfekter auszuführen, sollte ein Jude sechs Stunden warten.
Generell folgen Juden, welche sich an die Kaschrutgesetze halten, eher den sechs Stunden als lediglich einer Stunde.
Holländische und deutsche Juden, welche sich an die eine Stunde halten, un dies, weil sie der Tradition ihrer Vorfahren folgen. Die Frage aber ist, was aus orthodoxen Konvertiten wird. Vielleicht kann ein Betroffener dazu eine Antwort geben !
Mir ist bekannt, dass in Israel zwischen 5,5 – 6 Stunden Abstand eingehalten wird bis wieder Milchspeisen verzehrt werden.
Wer Milchiges ißt, der sollte sich hinterher den Mund ausspülen bevor er Fleisch oder Wurst zu sich nimmt. Viele halten am Schabbat den Brauch, die beiden Menugänge durch einen kleinen Le’Chaim zu trennen. Eine Likör zu trinken, zum Beispiel. Manche Juden warten sogar eine gewisse Zeitspanne ab, bevor sie nach den milchigen Speisen Fleisch zu sich nehmen.
Es gibt besonders harte Käsesorten (gelber Käse), nach denen ebenso sechs Stunden gewartet wird, bevor der Fleischverzehr erlaubt ist. Hierbei handelt es sich offenbar um Käsesorten mit besonders hohem Fettgehalt. Welche Sorten in diese Kategorie fallen, sollte auf Koscherlisten erfragt werden !
Sollte der fette Käse jedoch, wie bei der Lasagne, geschmolzen werden, so bedarf es keiner Wartezeit von sechs Stunden mehr. Ganz strenge Kaschruteinhalter aber warten dennoch die sechs Stunden ab bevor sie wieder Fleisch zu sich nehmen.
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Mittwoch, Dezember 07, 2011
Ist das Fleisch eines von einem Nichtjuden geschächteten Tieres koscher ?
B”H
Für den Fall, dass ein deutscher Jude in einen türkischen Laden geht, um dort Fleisch oder Wurst einzukaufen, mag sich die Frage stellen, ob die von Moslems geschächteten Tiere koschere Wurst hergeben. KOSCHER im Sinne der jüdischen Halacha.
Immerhin lehrt uns der Talmud Traktat CHULLIN, wie genau ein koscheres Tier geschächtet werden muss. Unter anderem, mit welchem Messer und dass ein Messer keinerlei Beschädigungen an der Klinge aufweisen darf. Das Schächten erfolgt normalerweise durch einen SCHOCHET, der extra dafür ausgebildet worden ist. Der Schnitt mit der Klinge erfolgt blitzschnell und sobald Beschädigungen an der Klinge vorhanden sind und eventuell beim Schnitt ruckartig vorgegangen wird, ist das Fleisch nicht mehr geniessbar, sprich, nicht mehr koscher.
Ferner werden nach dem Schächtungsprozess diverse Eingeweide des Tieres untersucht um festzustellen, ob das Tier ggf. krank war. Auch hier legt uns der Talmud strenge Vorschriften nahe.
Ist das von einem Nichtjuden geschächtete und eigentlich koschere Tier wie Rind oder Huhn koscher ?
Der Talmud Traktat Chullin 13 sagt NEIN. Selbst wenn der Nichtjude die halachischen Regeln des Schächtens einhält, ist seine Schächtung ungültig und das Fleisch nicht mehr koscher.
Zwar essen Moslems kein Schweinefleisch und ihr Fleisch ist eigentlich als koscher anzusehen. Entsprechend der jüdischen Halacha wurde jedoch nicht geschächtet.
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Samstag, Dezember 03, 2011
Kosherfest 2010
B”H
Nur als kleine Anregung für das, was im deutschsprachigen Raum vielleicht fehlt. Zugegeben, die Anzahl der Konsumenten wäre wahrscheinlich nicht berauschend, aber warum nicht einmal auch ein “Koscherfest” abhalten wie jetzt im November in New Jersey / USA. Vielleicht in kleinerer Form, aber immerhin ein Anfang !
HIER werden Ausstelleranmeldungen für das nächste Kosherfest Mitte November 2012 (in den USA) angenommen.
Donnerstag, November 24, 2011
Koscheres mit Schweinefleischgeschmack
B”H
Der aschkenazische Oberrabbiner Israels, Rabbi Jonah Metzger, gab bekannt, dass es seit Neuestem eine Gänseleberpastete gibt, die nach Schweinefleisch schmeckt. Alles super koscher und säkulere Juden, die sich sonst des Schweinefleisches bedienen, könnten doch auf das neue Produkt umsteigen. Immerhin essen sie dann koscher, aber ihrem Drang nach dem Geschmack des Schweinefleisches gehen sie gleichzeitig nach.
Die Thora verbietet den Juden jeglichen Genuss von Schweinefleisch. Ich selber kann mir nicht erklären, warum es Juden gibt, die es unbedingt zum Schweinefleisch zieht. Die Mehrheit meiner Arbeitskollegen in Tel Aviv ißt Schweinefleisch; gekauft von der lokalen Supermarktkette “Tiv Ta’am”. Auf meine Frage an meine Kollegen, warum es denn ncht auch ohne Schweinefleisch geht, bekam ich die Antwort, dass es einfach gut schmecke. Schinken oder ein tolles Kotelett, das wäre doch etwas.
Mich zieht es ganz gewiss nicht zum Schweinefleisch und ich brauche auch keinen Geschmacksersatz. Einmal oder zweimal pro Woche ein paar Stückchen Huhn reicht mir völlig aus.
Manchmal kommt es mir so vor als sei es der Reiz des Verbotenen. Aber wer will, der kann sich ja jetzt an der Gänseleberpastete laben.
Donnerstag, September 15, 2011
Ist THOMY Mayonnaise koscher ?
B”H
Bei einem israelisch – haredischen (ultra – orthodoxem) Forum schnappte ich die Frage auf, ob THOMY Mayonnaise aus der Schweiz koscher sei.
Die THOMY Mayonnaise befindet sich tatsächlich auf der schweizer Koscherliste, doch muss anhand der Liste überprüft werden, welche Mayonnaiseart. Nicht alle Mayosorten sind letzten Endes auch koscher.
Siehe die Liste und die Seiten 35 – 36 !
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