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Dienstag, März 06, 2012

Online: "Megillath Esther - Das Buch Esther" auf Hebräisch / Englisch

B"H
HIER findet Ihr die "Megillath Esther - das Buch Esther" in hebräischer sowie englischer Sprache. 

Die Megillah wird am Mittwoch abend / Donnerstag gelesen, denn dann ist Purim. In Jerusalem wird die Megillah zuerst am Donnerstag abend gelesen und ein zweites Mal am Freitag morgen !!!


Montag, März 05, 2012

Ad de lo Yada

B"H
Ad de lo yadah = Solange, bis man nichts mehr weiss

Eine Anspielung auf die Mitzwah (Gesetz) des sich betrinken an Purim und zugleich ein bekannter jüdisch - relig. Song. 

Purim, dass ist die Story der Königin Esther, die im babylonischen Exil König Achaschwerosch heiratete und die gleichzeitig die Ausrottung des Jüdischen Volkes verhinderte. Am Feiertag selbst lesen wir zweimal die "Megillath Esther - Das Buch Esther", einmal abends und einmal morgens am Purim - Tag.

Purim ist nicht nur ein Feiertag, an dem ausgelassen gefeiert wird, sondern hat ebenso einen ernsthaften historischen Hintergrund. Der Talmud Traktat Megillah informiert uns über sämtliche Details zu dem Fest (hebrä. Chag) und der Schulchan Aruch (Code of Jewish Law) vermittelt uns die mit dem Feiertag verbundenen Halachot (Gesetze).

Ich weiß nicht, wie es anderen ergeht, doch in Jerusalem ist es keine Seltenheit, schon Wochen vor dem Fest so mancherlei verkleidete Leute zu sehen. Die Kostümierung ist vielleicht vergleichbar mit dem deutschen Fasching, aber Purim hat einen relig. sowie historischen Hintergrund. Selbst die traditionellen Hamantaschen (dreieckiges Gebäck mit verschiedenen Füllungen wie Schokolade, Marmelade oder Dattelcreme) sind schon längst zu haben.

In der Gemara des Talmud Megillah heißt es, dass Königin Esther selbst die Weisen darum bat, die Megillah zu verfassen und sie am Purim - Fest verlesen zu lassen. Die Weisen antworteten ihr folgendermassen: Damit wirst Du den Zorn der anderen Nationen auf uns (die Juden) ziehen, da diesen behaupten werden, dass wir den Untergang unserer Feinde feiern. Esther schrieb zurück: Ich erscheine sowieso schon in den Chroniken der Könige von Persien und Media.

Esther wollte, dass ihre Story und der damit verbundene Lebenswillen des Jüdischen Volkes an alle folgenden Generationen weitergegeben wird. Der Bösewicht der Megillath Esther ist Haman, der wiederum ein Nachfahre des Amalek (Enkel des Esav) war. Amaleks Ziel ist es, dass Jüdische Volk zu vernichten und bis heute erinnern wir uns, dass es einen Amalek gab und immer noch gibt. Nicht nur ist Amalek eine Person, die vor weit mehr als Tausend Jahren starb, sondern Amalek befindet sich in jeder Generation. Es sind jene Menschen, welche die Juden vernichtet sehen wollen, wie die Römer, die Deutschen zu Zeiten Hitlers oder der derzeitige iranische Präsident. Allerdings ist "Amalek" eher als KONZEPT zu betrachten anstatt einer gesamte Bevölkerungsgruppe. Das chassidische Buch Baer Moshe, zum Beispiel, sieht in Amalek unsere eigene "Yetzer HaRah - negative Seite in uns selbst".

Der Thora - u. Talmudkommentator Raschi sieht es als positiv, wenn alle anderen Nationen von der Story erfahren. So seien sie wenigstens in der Lage zu sehen, was den Todfeinden des Jüdischen Volkes geschieht. 

Jeder hat so seine Vorlieben für einen Feiertag oder etwas, was er daran nicht mag. Ich weiß nicht warum, aber bisher konnte ich zu Purim keine richtige Verbindung aufbauen. Vielleicht weil die Leute betrunken herumtorkeln. Sich zu betrinken ist eine Mitzwah (Gesetz) an Purim. Ich kann dem nichts abgewinnen und finde es gräßlich, wenn an Purim alle durchdrehen. 

Einen positiven Hinweis dazu bekam ich aber von einem guten Bekannten. Er sagte mir, dass er jedesmal beim Beten immer nur nachdenke, nichts falsch zu machen. Hat er auch ja die richtige Kavanah (Konzentration), kommt das Gebet bei G - tt an, was auch immer. Wenn er sich dagegen an Purim volllaufen läßt, ist er endlich in der Lage ohne all die störenden Gedanken zu beten. Einfach frei heraus, aber nur nicht umkippen.

Purim macht uns besonders deutlich, dass das jüdische Volk nach all den Exilen und Pogromen immer noch sehr lebendig ist. Wieviele Male wurden wir schon totgeglaubt und sind immer wieder auferstanden ? Und wo sind all die großen Imperien und Feinde, die uns einstmals an den Kragen wollten ? Wo sind die Assyrer, die Ägypter, Cannaniter, Babylonier, Griechen, Römer, Kreuzritter und wo ist das Tausendjährige Hitlerreich ?

Alle sind längst Vergangenheit, doch wir sind immer noch sehr lebendig und stehen nicht verstaubt in einem Museum herum.

Wen interessiert, was Obama oder Achmadinejad über Israel sagen ?

B"H

Das Purim Event von vor mehreren Tausend Jahren sollte die Juden lehren, wer wirklich zu ihnen steht und über sie wacht: G – tt allein und der zieht auch die Fäden.

Sonntag, März 04, 2012

Purim Animated

Die Juden und ihre Nähe zu G - tt

B"H

Die Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Traktat Chullin 139b lehrt uns, dass G - tt Sich in dem Namen "Esther" verbirgt. "Astir - Ich werde verbergen" - oder "nistar - versteckt", diese Worte stecken im Wort "Esther". Der Traktat Talmud Megillah 10b lehrt uns, dass Esthers eigentlicher Name "Hadassah" war. Hadassah bedeutet wörtlich "myrtle - Myhre"

Es gibt ein bekanntes kabbalistisches Teaching vom Arizal (Rabbi Yitzchak Luria). Dieses Konzept wird "Panim be'Panim - von Gesicht zu Gesicht" genannt.
G - ttes Name erscheint kein einziges Mal in der "Megillath Esther - dem Buch Esther" und wir sehen daran, dass alles in der Purim Story verborgen zuging. Sämtliche Leute agieren in der Geschichte, doch G - tt bleibt verborgen und tritt nicht offenkundig in Erscheinung. So als verberge Er Sein Gesicht vor seinem Volk, den Juden, denn sie hatten das Thorastudium vernachlässigt und sich freudvoll am unkoscheren Mahl des König Achaschwerosch gelabt. Am Ende bereuten die Juden ihre Taten und kehrten zu G - tt um. G - tt wiederum liess daraufhin ein Wunder geschehen und die Juden waren gerettet.

Es kommt vor, dass G - tt Sein Gesicht verbirgt / abwendet (symbolisch gesprochen). Wenn dies geschieht, sind die Juden den anderen Völkern ausgesetzt. Niemals jedoch verlässt G - tt Sein Volk ganz und letztendlich hilft Er ihnen zu überleben und als Sieger dazustehen.
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Als ich den Text vor zwei Jahren in den Blog stellte, kam ein Kommentar von einem offenbar fanatischen Christen, welcher da die heutige Existenz des jüdischen Volkes in Frage stellte und zum Ausdruck brachte, dass G – tt Sein Gesicht von den Juden abgewendet habe und deswegen die "Megillat Esther – Das Buch Esther" als einziges Buch bis in alle Ewigkeiten Gültigkeiten haben wird. Es ist schon erstaunlich, wie fanatische Christen und Missionare jüdische Schriften immer wieder so zurechtrücken, dass diese in ihre falschen Theorien passen. Gerade das Buch Esther zeigt uns, wie sehr G – tt die Fäden in der Hand hält und die Juden über die Jahrtausende hinweg hat überleben lassen.


The Rambam states in Hilchos Megillah, Chapter 2, Halacha 18, that all books of the Prophets and all of the Holy Writings will be cancelled in the Messianic Era except for Megillat Esther, which will exist forever like the Torah and the Talmud. 

What makes the Megillah so unique that it will be preserved for eternity, unlike other Books of the Tanach? The answer is found in the Megillat Esther (3:9), Haman says to Ahahuerus regarding the Jews: "If it please the king, let it be written that they be destroyed." The Midrash (Esther Rabba 7:13) adds: "Ahashuerus replied: 'You cannot prevail against them, since their G-d will not entirely forsake them. See what He did to the kings who preceded us and who laid hands upon them…Whoever comes against them to destroy them…is wiped out.'" 

When Haman persisted, Ahashuerus said to him: "since you are so insistent, let us consult the wise men and the magicians." He thereupon convened all the wise men of the nations and asked them: "Is it your desire that we destroy this nation?" They replied that it is too dangerous because G-d protects His children, the people of Israel; look what happened to Pharaoh and Sennacherib. 

Haman then told them that G-d is now old and cannot do anything, since Nebuchadnezzar has already destroyed His city and burned His Holy Temple and exiled Israel and scattered them among the nations. They then came around to his opinion and agreed to destroy Israel, and they wrote letters and signed them. 

"There is nothing new under the sun" (Kohelet 1:9). This Midrash could have been written today. All we need to do is substitute Ismail Haniyeh from Hamas or Mahmoud Ahmadinejad of Iran for Haman and the UN for "all the wise men of the nations." It should be noted that "the wise men of the nations" do not tell Ahashuerus not to destroy the Jews because it is immoral, only because it is too dangerous. When Haman tells them that the Jewish G-d is weak and unable to protect the Jews, they immediately agree to kill all of the Jews. The UN as a body does not want to destroy the State of Israel, but there is no question that many of its members want to harm the State of Israel if they think they can get away with it. 

Like Haman and Hitler, Arab terrorists have been trying to destroy Israel even before there was a Jewish State in 1948. Who remembers the Hebron pogrom of 1929? An Arab mob, incited by Mufti Haj Amin El-Husseini, massacred Jewish men, women and children by hacking them to death. This was way before any "occupied territories" that Arabs use to justify their terror against us. With the help of G-d, we have built a vibrant and flourishing Jewish state which is a shining beacon of democracy in the turmoil of the Middle East. We shall persevere despite all of our enemies' intention to destroy us because "the Guardian of Israel neither slumbers nor sleeps" (Psalms 121:4). 

Why will Megillat Esther be read for all eternity? This is because the Megillah, more than any other book of the Tanach, describes the miraculous story of the survival of G-d's Eternal People. 

Thus, the Megillah is the only book in Tanach that does not contain G-d's Name. This is because G-d's hand is seen in every twist and turn of the story, demonstrating G-d's Providence in all aspects of life. The entire story of Megillat Esther is in fact all about G-d's Name!
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Quelle:

Rabbi Ephraim Sprecher / Jerusalem

Chassidische Rabbiner zu Purim

B"H

Rabbi Aryeh Leib von Shpole und Rabbi Noach von Lachowicze betrachteten Purim als eine Gelegenheit großer spiritueller Errungenschaften. Rabbi Issachar Dov Baer von Radoszyce lud an Purim Frauen ein, die offenbar keine Kinder gebären konnten und versprach ihnen, dass die dennoch eigene Kinder haben werden.

Überhaupt wird Purim mit dem Yom Kippur (Versöhnungstag) verglichen, da beide Feiertage miteinander verbunden sind. Beide Male geht es um "Teschuva – die Rückkehr zu G – tt". Am Yom Kippur erfolgt dies jedoch aufgrund der Furcht vor G – tt und an Purim dagegen aus Liebe zu G – tt.

Der Begründer der chassidischen Gruppe Chabad (Lubawitsch), Rabbi Shneur Zalman von Liadi, sagte einst: "Hätten die Juden ihre Religion aufgegeben, wären sie von Haman nicht attackiert worden".
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Quelle:

"The Encyclopedia of Hasidism" – Tzvi M. Rabinowicz

Samstag, März 03, 2012

Purim Musik: "Mi she nichnas Adar"


Purim Insights

B"H

Meine Absicht ist es, in diesem Beitrag einige Insights in den jüdischen Feiertag Purim zu geben. Insights, die vielleicht dem ein oder anderen nicht so geläufig sein mögen. Vorweg einige kurze Halachot aus dem Schulchan Aruch (Code of Jewish Law):

Am Abend vor dem Lesen der Megillah wird der "Machazit HaShekel" eingesammelt. Dieses geht auf die Thoraparasha "Ki Tisa", welche wir in einer Woche lesen. Am Schabbat Schekalim, dem Schabbat vor dem Monatsbeginn Adar. Das Geld, welches auf diese Weise zusammenkommt, wird an Purim selbst unter den Bedürftigen verteilt. In Parashat Ki Tisa wurde Moshe von G - tt aufgefordert eine Volkszählung durchzuführen. Jeder Israelit über 20 Jahre sollte einen halben Schekel geben. 

An Purim wird zweimal die Megillath Esther (das Buch Esther) gelesen; einmal abends nach Einbruch der Dunkelheit und einmal morgens. Jeder muss die Megillah diese zweimal hören, vorzugsweise natürlich in der Synagoge. Geht jemand nicht in die Synagoge, so muss er die Megillah daheim lesen.
- Ein jeder muss die Megiallah hören, selbst Kleinkinder.
- Jedes Wort der Megillah muss vom Zuhörer gehört werden.
- Man muss an Purim eine Se'udah, ein festliches Mahl, haben.

Der Schulchan Aruch schreibt vor, dass man sich betrinken muss oder zumindest mehr Alkohol trinkt als normal. Laut Talmud Traktat Megillah 7b sollte soviel getrunken werden, dass man den Unterschied zwischen Mordechai und Haman nicht mehr weiss.
Hierüber jedoch gibt es Dispute und viele sind der Ansicht, dass ein wenig Wein genauso ausreichend sei.

Wer an Purim arbeitet, dem bringt das so verdiente Geld keinen Segen.
(Kitzur Shulchan Aruch, Hilchot Megillah 141)
Exellente Einblicke in Purim liefern der Talmud Traktat Megillah sowie die Midrash Rabbah – Esther.

Überall auf der Welt und in den meisten Orten Israels wird Purim am 14. des jüdischen Monats Adar Donnerstag, 8. März 2012) gefeiert. In Jerusalem sowie in anderen Städten, die zu Zeiten Joshua bin Nun eine Stadtmauer hatten, wird Purim jedoch am 15. Adar (Freitag, 9. März 2012) gefeiert (Gemara in Megillah 2a). Dieser Tag wird Schuschan Purim genannt. Wenn in Tel Aviv Purim schon längst wieder vorbei ist (in Tel Aviv wird am kommenden Donnerstag Purim gefeiert), beginnt Jerusalem, Purim zu feiern. Einen Tag später (in diesem Jahr am kommenden Freitag). 

Was ist der Grund für Schuschan Purim ?
Wie wir im Buch Esther lesen, wurde in der babylonischen Hauptstadt Schuschan Purim am 15. Adar gefeiert und eben jenes Schuschan war von einer Stadtmauer umgeben. Diese Regel von Schushan Purim gilt sowohl für israelische Städte als auch für Städte im Ausland (Ramban, Rambam und Ritva). 

Warum mussten die Orte gerade in der Zeit von Joshua bin Nun eine Stadtmauer besitzen ? Der Talmud Yerushalmi antwortet, dass wenn die Zeitrechnung mit dem stattfinden von Purim begonnen haette, das Land Israel keine Stadtmauer besessen haette. Man wollte ganz einfach dem Land Israel die Schande ersparen und so einigte man sich auf die Zeit Joshua bin Nun. Des weiteren führte Joshua den Krieg gegen Amalek und Haman war ein Nachkomme Amaleks. So wird der Sieg von Purim mit dem Sieg gegen Amalek in der Wüste verbunden.

Alles in der Megillat Esther ist versteckt und uns nicht offensichtlich. Selbst der Name Esther stammt vom hebräischen Wort Seter = hidden, Versteck. G - ttes Name erscheint offiziell nicht ein einziges Mal in der Megillah. Verschlüsselt finden wir Seinen Namen dennoch; wenn Esther König Achashverosh und Haman zum Essen einlädt: Yavo Hamelech ve Haman ….. Die Anfangsbuchstaben der jeweiligen Wörter ergeben den Namen G - ttes י - ה - ו - ה.

Die Stadt Schushan liegt im heutigen Iran. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels durch die Babylonier lebten die Juden 70 Jahre in der Babylonier Diaspora. König Achaschwerosch war zu der Zeit der mächtigste Herrscher der Welt und Herr über 127 Länder. Er herrschte von 3393 - 3407 (nach dem jüd. Kalender).

Zu Beginn der Megillah lesen wir von einem grossen Bankett, welches er gab. Leider nahmen an dem Bankett auch Juden teil. Das unkoschere Essen, welches serviert wurde, störte sie nicht. Das weit verbreitete Vergehen unter ihnen war, dass sie kaum noch Thora lernten, sondern sich mit der Situation im Exil abfanden. So liess G - tt es zu, dass Haman sein Urteil fällen konnte (Maharsha und Raschi).

Achaschwerosch sah das Bankett als eine Lehre für die Juden, dass sie nun endlich verstehen, dass ihr G - tt sie nicht mehr aus Babylon rettet. Der König stellte die Kleidung und die Gefässe aus dem Ersten Tempel zur Schau. Er trug die Kleidung und benutzte die Gefässe (Midrash Rabbah – Esther). Während Achaschwerosch mit den Männern feierte, so feierte seine Frau Vashti mit den Frauen (Megillah 12a). Auch Vashti stellte auf ihrer Party die Gegenstände aus dem Ersten Tempel zur Schau.
In der Megillah lesen wird die berühmte Stelle, in der Achaschwerosch Vashti am siebten Tage des Banketts auffforderte, vor der Männergesellschaft zu erscheinen, sie sich weigert und der König sie zur Strafe hinrichtet.

Die Gemara in Megillah 12b diskutiert ausführlich was denn wohl der Grund für Vashtis Reaktion gewesen war. Einige Meinungen lauten, dass sie plötzlich Lepra bekam und wieder andere sagen, dass ihr ein Schwanz wuchs. Alles in allem ist aber anzunehmen, dass sie sich einfach nicht der Demütigung aussetzen wollte, nackt vor dem König und dessen Untertanen zu erscheinen.

Haman erliess den Erlass, alle Juden umzubringen, aus purem Judenhass. Mordechai verbeugte sich nicht vor ihm und Haman empfand dies als Beleidigung. Sein Hass auf Mordechai schlug in Hass auf alls Juden um.

An dieser Stelle möchte ich einen Kommentar von einem meiner Rabbis, Rabbi Mordechai Machlis, einbringen:


Anstatt auf das zu schauen, was er (Haman) in seinem Leben alles hatte, konzentrierte er sich nur auf das, was er nicht hatte; nämlich die Verbeugung Mordechais.

Das Gleiche gilt auch heute in unserem Leben. Vielmals konzentrieren wir uns auf das, was wir in unserem Leben nicht haben, übersehen jedoch komplett, das was wir eigentlich haben. Wir wollen immer mehr Geld, wissen aber nicht zu schätzen, dass wir schon ein Haus besitzen und bester Gesundheit sind. Dass der Nachbar vielleicht ein grösseres Haus hat, macht uns wahnsinnig. 


Nach dem ganzen Komplott Hamans musste dieser auch noch zu seiner Schande den Mordechai auf einem Pferd durch die Stadt führen. Hamans Tocher sah dies und dachte, dass ihr Vater auf dem Pferd sitze und Mordechai führe es. Sie wusste nicht, dass es genau umgekehrt war. Aus Verachtung gegenüber Mordechai nahm sie ihren Nachttopf unter dem Bett hervor und schüttete ihn auf denjenigen, der das Pferd führte, nämlich ihren Vater. Als sie sah, was sie angerichtet hatte, stürzte sie sich vor Scham über den Balkon in den Tod (Megillah 16a). Haman und seine zehn Söhne wurden gehängt und das jüdische Volk überlebte. 

Mit dem Lesen der Megillah machen wir das damals stattfindende Wunder publik. Wer einmal an dem "Aish HaTorah – Discovery – Program" in Jerusalem teilnimmt, der wird dort lernen, dass die zehn gehängten Söhne Hamans mit den 10 hingerichteten Nazi – Kriegsverbrechern nach den Nürnberger Prozessen verglichen werden. Auch der Verbrecher Julius Streicher erkannte dies als er vor seiner Hinrichtung das Wort "Purimspiel" ausrief. 

Das jüdische Volk überlebte aufgrund von Umkehr und der erneuten Aufnahme des Thorastudiums. Es gibt die berühmte Gemara im Talmud Traktat Schabbat 88a, dass die Israeliten am Berg Sinai die Thora aus Furcht akzeptierten. In den Tagen Achaschweroschs jedoch akzeptierten sie sie erneut. Dieses Mal aus Liebe zu G - tt (Raschi). Als sie unter Ezra aus dem babylonischen Exil nach Israel zurückkamen, nahmen sie die Thora ohne Konditionen an. Die neue Verpflichtung war eine Folge der Wunder, die zu ihren Gunsten geschehen waren und sie vor dem sicheren Tod bewahrt hatten.

Die Chassidim von Karlin - Stolin (Jerusalem) am vorletzten Schuschan Purim

VASCHTI - Nur eine irrelevante Person ?

B"H

Zu Purim (am kommenden Donnerstag + Freitag), zum Buch Esther (Megillath Esther) sowie all den Vorkommnissen um Esther, Mordechai, Achaschwerosch, Haman, Charvonah, etc.  gibt es Unmengen von Kommentaren und Beschreibungen. Angefangen vom Talmud bis hin zur Kabbalah. Warum ist der Name G - ttes im Buch Esther kein einziges Mal erwähnt oder wer waren all die aufgeführten Personen ? Welche Aufgaben haben sie in der Megillah und warum ? Was will uns das Buch Esther bis heute lehren und warum wird es immer bestehen bleiben und der höchste jüdische Feiertag Yom Kippur nicht ?

Vaschti, die Frau des Achaschwerosch

Mehr oder weniger zu Beginn des Buches Esther (Megillat Esther) lesen wir von König Achaschweroschs Frau Vaschti. Und gerade Vaschti scheint im ganzen Spektakel etwas unterzugehen. Da weigert sie sich, am Gelage ihres Herrn Gatten teilzunehmen und schon wird sie aufgrund der persönlichen Kränkung des Königs hingerichtet. Folglich steht Achaschwerosch als Witwer da und braucht eine neue Frau (Esther).

Wer aber war Vaschti und warum weigerte sie sich strikt, am Gelage des Ehemannes teilzunehmen ?

Das "Buch Esther" teilt uns mit, dass nicht nur der persische König Achaschwerosch eine riesen Party schmiss; nein, auch seine Gattin Vaschti ließ sich nicht lumpen und veranstaltete ein Bankett für die Weiblichkeit. Allerdings besagt die Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Megillah, dass das "Buch Esther" uns genauso hätte mitteilen sollen, dass es nur allzu logisch gewesen wäre, wenn die Weiblichkeit im Gebäude der Frauen gefeiert hätte. Stattdessen jedoch fand auch deren Fest im Palast statt (Talmud Megillah 12a). Die Talmudkommentatoren Raschi und Maharscha geben hierzu an, dass beide Parties in einer gemeinsamen Orgie enden sollten. Nichts Überraschendes, wenn wir uns die damalige Mentalität der Babylonier und Perser anschauen.

Am siebten Tage des Festes war Achaschwerosch so ziemlich benommen vom Wein und da kam ihm glatt der Gedanke, dass es an der Zeit sei, seine Frau Vaschti der ebenso betrunkenen Menge endlich einmal vorzuführen. Zuvor hatte der König mächtig angegeben. Vaschti sei die allerschönste Frau und die gröhlende Menge bestand darauf, dass sie nackt vor ihnen zu erscheinen habe (Maharscha).

Wahrscheinlich hegen jetzt alle ein besonderes Mitgefühl für die "arme" Vaschti, die da zum Sexobjekt degradiert werden sollte. Mußte sie da nicht Stolz zeigen 
und ablehnen ? Wurde sie nicht zu Unrecht hingerichtet ?

Der Talmud Megillah sowie weitere Quellen jedoch sehen in Vaschti das Böse; keineswegs war sie das fromme Unschuldslamm, wie es manchem erscheinen mag.

Auch Königin Vaschti haßte Juden und entwickelte eine besondere Vorliebe, ihre jüdischen Sklavinnen zu peinigen. Der Talmud Megillah 12b beschreibt, wie sie die Sklavinnen zwang, am Schabbat zu arbeiten. Nicht nur so, sondern nackt. Und somit bestrafte G – tt sie damit, selber nackt in der Öffentlichkeit auftreten zu müssen.

Warum aber weigerte sie sich aufzutreten, wenn sie es doch vorher zusammen mit dem König geplant hatte ?

Zum Weigerungsgrund gibt es in talmudischer Literatur unendlich viele Vorschläge, die von "sie ware plötzlich von Lepra befallen gewesen" bis hin zu "der Erzengel Gabriel kam und verursachte, dass ihr ein Schwanz wuchs" reichen. Das Wort "Schwanz" ist hierbei nicht unbedingt wörtlich zu verstehen. Vielmehr sind damit ungewöhnliche Körperauswüchse gemeint und nicht ausgerechnet ein Schwanz (Maharscha).

Jedenfalls wurde König Achaschwerosch stocksauer als Vaschti nicht wie geplant erschien. Aber hätte er nicht darüber hinwegsehen können ? Gut, dann kam sie halt nicht, aber es gibt ja auch noch andere Frauen, die hätten auftreten können.

Wie wir aus dem Talmud Megillah 12b erfahren, hatten Vaschti und ihr Gatte ein ganz besonderes Verhältnis miteinander. Achaschwerosch galt als herkömmlich und nur Vaschti war wirklich königlichen Blutes. Als Absage schickte sie ihm eine Notiz, in dem sie ihn, den König, als Stalljungen ihres Vaters Belschazzar bezichtigte. Achaschwerosch war außer sich vor Wut und man riet ihm, Vaschti aus dem Wege zu räumen.

Die Midrasch Rabbah beschreibt, wie auch Vaschti die priesterlichen Roben aus dem Zweiten Tempel in Jerusalem trug. Nicht nur Achaschwerosch beleidigte G – tt, sondern auch seine Frau. Jene Roben sind nur für die Tempelpriester (Cohanim) bzw. dem Hohepriester (Cohen HaGadol) vorgesehen und wer auch immer sie anzieht, betreibt G – tteslästerung.

G – tt entschied, dass die Zeit reif war, Vaschti zu bestrafen und zum bestmöglichen Zeitpunkt durch Esther zu ersetzen, die das Jüdische Volk rettete.

Freitag, März 02, 2012

Parashat Tetzaveh - Zachor - פרשת תצוה - זכור


Das "Choschen" des Cohen HaGadol (Hohepriester)


B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Der Schabbat vor Purim (welches wir am Donnerstag bzw. Freitag kommender Woche feiern) ist stets "Schabbat Zachor". G - tt trug uns auf, niemals zu vergessen, wie hinterhältig Amalek die Israeliten in der Wüste angegriffen hatte. Und dies einzig und allein aus dem Grund, weil sie Juden waren. Später befahl einer der Nachkommen der Amalekiter, Haman, die Juden Babylons auszurotten (siehe das "Buch Esther - Megillath Esther). 

Bis heute verfolgt uns Amalek, der einstige Enkel Esavs, dessen Nachkommen von vielen Kommentatoren als jene Menschen gesehen werden, welche das Judentum zu vernichten planen. An oberster Stelle steht dabei Nazi - Deutschland. In der Vergangenheit war es Rom, heute sind es Europa und die USA. 

Weiterhin jedoch handelt es sich bei "Amalek" genauso um ein zweites Konzept. Wenn wir allein auf die Gematria des AMALEK schauen, erhalten wir die Summe 240.

Nur nebenbei: In der hebräischen Sprache steht jeder Buchstabe für einen Zahlenwert. Das ALEPH ist eine Eins, das Beit eine Zwei, usw.

Die Buchstabensumme des Amalek ergibt also 240 genauso wie das hebräische Wort für ZWEIFEL (Safek). Beide Wörter ergeben 240 und müssen demzufolge in Verbindung miteinander stehen. Daher das "Konzept Amalek", welches den Zweifel in uns selbst beschreibt. An G - tt und der Thora zweifeln oder sich einreden, dass dies alles nicht mehr so wichtig ist und man ein neues Leben ohne das alles beginnen sollte. Sobald derlei Zweifel aufkommen, haben wir die Aufgabe, diese zu besiegen. Unsere eigene "Yetzer HaRah - negative Seite in uns" zu besiegen und dementsprechend einen Tikun (Seelenkorrektur) hervorzurufen. 

In chassidischer Literatur besteht, wie mehrere Male beschrieben, das Konzept des "ZADDIK" (Gerechten) und gerade bei den Chassidim nimmt vor allem der Rebbe der derweiligen Gruppe den Platz des Zaddik ein. Ein Zaddik verfügt über einen "speziellen Kanal / Verbindung " zu G - tt und er bringt anhand von Gebeten und Mitzwot seine Chassidim in die oberen spirituellen Welten. 

Der einstige Rebbe der Chassidut Gur, bekannt unter dem Namen SEFAT EMET, lehrt:
Die Midrasch lehrt, dass jeder Jude individuelle Aufgaben in dieser Welt besitzt. Genau wie ein Engel. Nur das ein Engel mit nur einer einzigen Aufgabe in dieser Welt auftritt und nicht mit mehreren zusammen. Das ist es, was die Zaddikim tun. 

Der Krieg gegen Amalek fand nicht nur damals in der Wüste statt, sondern er setzt sich bis heute fort ! 

Die vorherige Parashat Terumah lehrte uns jegliche Einzelheiten über den Bau des Mischkans (Tabernakel), wogegen wir aus der dieswöchigen Parashat Tetzaveh erfahren, wie wir die Mitzvot im Mischkan erfüllen sollen. Gleich im ersten Satz der Parsha sagt G - tt zu Moshe, dass dieser den Israeliten auftragen (Tetzaveh) soll, reines Olivenöl zum Anzünden des Ewigen Lichtes zu bringen. Die Chassidut lehrt uns, dass alles in der physischen Welt seine Wurzeln in der oberen geistigen Welt (spiritual world) hat. Auch das Ewige Licht hat seine Wurzeln in der "upper spiritual world" und wird bis hinunter zu uns weitergeleitet. So wird die obere mit der unteren unseren Welt verbunden (Noam Elimelech und Degel Machane Ephraim). 

In der hebräischen Sprache drückt das Wort "Tetzaveh" eine sofortige Erfüllung aus. Die Gabe des Olivenöl sollte umgehend erfolgen. Mit den individuellen Gaben für das Mischkan hat jeder Israelit einen Anteil daran. Da wir derzeit keinen Tempel besitzen, gibt es auch kein Ewiges Licht mehr. Das Licht, welches uns jedoch immer bleibt ist die Thora. Die Lichter des Tempels können erlöschen, doch ist es unmöglich, das Licht der Thora auszuschalten (Sefat Emet). 

Der einstige Ischbitzer Rebbe Mordechai Yosef Leiner kommentierte im Zusammenhang mit der Mitzwah des puren Olivenöls: Olivenöl wird von vielen Thorakommentatoren als Symbol der Weisheit (Chochmah) gesehen und hier erhält Moshe von G - tt den Auftrag, die Weisheit, welche im jüdischen Volke ist zu nehmen, und Ihm (G - tt) näherzuführen. Die Weisheit, dass es da EINEN G - tt gibt, der alles erschuf. 

Das Buch "Sefer Hama'amorim" sieht in dem Wort "Tetzaveh - Auftragen" nicht nur diese einzige alleinige Bedeutung. "Tetzaveh" stammt ebenso von dem Wort "Tzavsa - verbinden" und hier sollen G - tt und die Juden miteinander verbunden werden. Der Kli Yakar (Rabbi Shlomo Ephraim Lunshitz, ca. 1550 - 1619, aus Lemberg und Prag) kommentierte seinerzeit: Moshe fungierte als spiritueller Kanal, durch den G - tt Seine Wunder erscheinen liess. Der Malbim, Rabbi Me'ir Leibish ben Yechiel Michel, 1809 – 1879, Rabbi in Deutschland, Rumänien und Russland, sah Moshe ebenso als Medium zwischen den Israeliten und G - tt. G - tt betrachtete Moshe als denjenigen, durch den Er Seine Thora an die Juden weiterleiten konnte. 

Warum aber forderte G - tt die Juden auf, pures reines Olivenöl zu benutzen ? 
Jeder kann so religiös sein, wie er will, doch befinden wir uns alle auf unserem persönlichen Level; der "Madrega - Stufe". Wir können sagen, dass wir dieses oder jenes halt so tun und die Mitzwot erfüllen. Okay, ich halte den Schabbat und begehe keinen Verstoss gegen die Halacha. Kein Problem und derjenige erfüllt die Mitzwah. Doch hat er die Mitzwah mit Freude vollbracht ? Hat er spirituell etwas für sich erreicht, außer der Gewissheit, den Schabbat gehalten zu haben ? Eine höhere Madrega wäre, wenn er nicht nur stumpf alles einhält, sondern dies mit Freude tut. Seinen Schabbat mit Liedern und Thoragesprächen würzt.
Warum heißen Chassidim "Chassidim" ? Eben weil sie fromm sind und über die Thoramitzwot hinausgehen. Man kann die Chanukkahkerzen ganz normal zünden. Mit Kerzen halt. Ein höherer Level aber wäre Olivenöl wie damals die Menorah im Tempel. 

Demnach müssen wir uns entscheiden, auf welcher Madrega wir wandeln wollen. Einfach nur sagen, okay, ich vollbringe das... Dagegen ist nichts einzuwenden, doch gibt es (kenne ich) viele Leute, die sich damit nicht zufrieden geben und mehr wollen und auch tun. Nicht verbissen rumwerkeln, sondern aus purer Freude heraus. 

Das nächste Gebot, welches Moshe von G - tt erhält, ist die Herstellung der acht Kleidungsstücke des Hohepriesters (Cohen HaGadol). In kabbalistischer sowie talmudischer Literatur repräsentiert jedes dieser Kleidungsstücke einen Tikun (eine Seelenkorrektur). Jedes einzelne Vergehen der Israeliten wird sozusagen von einem der Kleidungsstücke "repariert" (hebrä. Mekaper). 

Die Talmud Traktate Zevachim 88a und Arachin 16a geben hierzu eine Liste: 

Der Umhang (Ketonet) reparierte das Blutvergiessen, die Hose (Michnas) moralisches Fehlverhalten, der Turban reparierte die Arroganz, der Gürtel falsche Gedanken vom Herzen, das Choschen die Ungerechtigkeit, das Ephod den Götzendienst, der Mantel böswilliges Gerede und das Zitz am Kopf reparierte die Gleichgültigkeit gegenüber G - ttes Geboten. 

Viele Kommentatoren sind der Meinung, dass es hierbei nicht nur um die Kleider des Hohepriesters (Cohen HaGadol) geht. Es geht um Kleidung überhaupt. Im Judentum drückt die Kleidung den Charakter des Menschen aus. Sie gibt dem Menschen nicht nur ein gewisses Erscheinungsbild, sondern zeigt genauso seine Moral (Rabbi Samson Raphael Hirsch). 

Die Kleidung des Hohepriesters machte ihm zu etwas Besonderem und er unterschied sich dadurch von allen anderen. Genauso sollten wir uns durch unsere Kleidung von derer anderer Nationen unterscheiden. Durch anständige Kleidung vollbringen wir einen Tikun für uns selbst und diese Art der Kleidung hält uns davon ab zu sündigen (Rabbi Moshe Chaim Luzzatto – Ramchal). 

Viele haredische Freunde sagten mir, dass sie sich durch ihre Kleidung immer auf einem religiösen höheren Level befinden, welcher sie von relig. Vergehen abhält. Ich selbst habe auch schon diese Erfahrungen gemacht. 

Rabbi Kook gibt zu dem Thema ein exellentes und berühmtes Beispiel aus dem Talmud Traktat Shabbat 31a: 

Ein Nichtjude ging einmal an einer jüdischen Schule vorbei und hörte wie der Lehrer den Kindern die Kleidung des Hohepriesters lehrte. Der Nichtjude fand Gefallen an der Kleidung und beschloß, zum Judentum zu konvertieren. Er dachte, dass er nach seiner Konversion zum Hohepriester ernannt werden wird und diese tolle Kleidung tragen darf. Der Nichtjude ging also zu Schammai und trug ihm sein Anliegen vor. Doch Shammai akzeptierte ihn nicht. Das Judentum besteht nicht nur aus dem Dienst des Hohepriesters allein und der Nichtjude sollte schon andere Motivationen mitbringen. Daraufhin ging der Nichtjude zu Hillel. Er sagte ihm, dass er konvertieren wolle, um Hohepriester werden zu koennen. Hillel antwortete ihm, dass er zuerst einmal lernen muss, was ein Hohepriester für Aufgaben hat. Der Nichtjude lernte sehr ausführlich die jüdische Religion und fand so allein heraus, dass er nach seiner Konversion (als Konvertit) niemals Hohepriester sein kann. Nicht einmal König David hätte Hohepriester werden können, da er kein Cohen war. Wie also kann ich als Fremder, der zum jüdischen Volk kommt, Hohepriester werden ? 

In der nächsten Woche feiern wir Purim. In Jerusalem wird am Freitag (9. März) "Schuschan Purim" gefeiert und in fast allen anderen Orten der Welt findet Purim schon am Donnerstag statt. 

Solange es auf dieser Welt Antisemitismus gibt und andere Völker Juden einfach so ausrotten wollen, solange ist Purim allgegenwärtig und deswegen sollten wir dem Fest eine besondere Bedeutung einräumen. 

Der Herausgeber des Naziblattes "Der Stürmer", Julius Streicher, sagte wenige Sekunden vor seiner Hinrichtung durch den Strang "Purimspiel". Streicher wusste ganz genau, dass er in dem Augenblick der Haman war, der da, wie allen anderen Nazigrössen am Galgen endete. Was Streicher vielleicht nicht bekannt war: Die Bedeutung des Jahres, in welchem er hingerichtet worden ist stand in einem besonderen Zusammenhang mit dem Jahr der Hinrichtung des Haman und dessen Söhne.

Schabbat Schalom und Purim Sameach !!!

Donnerstag, März 01, 2012

Purim ist die Zeit der Antisemiten


 Aussicht vom Gan Sacher (Sacher Park) auf Jerusalems Stadtteil Nachlaot.

Photo: Miriam Woelke

B"H

Jedes Jahr neu, laufen die Antisemiten gerade um die Zeit des jüdischen Purim - Festes zur Hochform auf. Egal of Achmadinejad, Araber, christliche Missionare, Neonazis, Liberale oder die EU. Die Liste aller Judenhasser ist lang und das schon seit der Zeit des Avraham, welcher von Nimrod gehasst wurde.

An diesem Schabbat wird in den Synagogen die Thora Parasha TETZAWEH gelesen, die uns, u.a., vom Angriff des Amalek (Enkel des Esav) auf die Juden in der Wüste berichtet. Amalek steht für den ersten richtigen Antisemitismus, der da nur aus dem Grund stattfindet, weil Juden eben Juden sind. 

Der chassidische Kommentator "Shem MiShmuel" unterscheidet zwischen dem "Amalek HaGashmi – Real existierenden Amalek", welcher da die Juden ohne jeglichen Grund angreift. Genau so wie die Antisemiten bis auf den heutigen Tag. Ferner nennt der "Shem MiShmuel" den "Amalek HaRuchani – einen spirituellen Amalek", der sich in jedem von uns befindet. 

"Amalek" ist das Symbol der Antisemiten und zu Zeiten des Dritten Reiches wurden insbesondere Deutsche zu den Nachfolgern des Amalek gezählt. Andererseits steht "Amalek" symbolisch betrachtet ebenso für die "Yetzer HaRah – Negative Seite" in uns. Wenn zum Beispiel "Amalek" uns einreden will, dass wir gar kein koscheres Essen brauchen, sondern lieber unser Leben geniessen sollen, anstatt all den Thoraregeln zu folgen. Warum nicht doch einen Cheeseburger essen ? Was ist denn schon dabei ?

Wenn Amalek uns einzureden versucht, dies und das zu tun bzw. nicht zu tun und uns gleichzeitig sämtliche Ausreden mitliefert. Diese kleine Stimme, die wir hören und die uns auch nur jeden erdenklichen Grund einredet, der Thora nicht zu folgen oder uns anders zu verhalten als eigentlich vorgesehen. Der perfekte Weg wäre, unsere Faulheit und Ausreden zu bekämpfen und dagegen anzugehen. Das ist nicht immer leicht, wie ich aus eigener Erfahrung weiss, aber wisst Ihr, wann es letztendlich doch besonders leicht fällt: Wer Ihr einen Antisemiten um Euch habt, der etwas Gemeines sagt. Wenn nur irgend jemand in Eurer Umgebung etwas gegen Juden sagt. Dann plötzlich kommt das Gefühl des jüdischen Stolzes auf, welches einem gleichzeitig die Kraft verleiht, alles zu tun.

Woran wir uns immer erinnern sollten: Niemals aufzugeben wie die Juden zur Zeit des Achashverosh !

Mittwoch, Februar 29, 2012

Nichts als HAMANTASCHEN

B"H

Purim Vorbereitungen in Jerusalem



Frisch vom Blech: Hamantaschen (Ozne'i Haman) in der "Natural Choice Bakery" in Nachlaot / Jerusalem





Hamantaschen im Machane Yehudah Markt



Hamantaschen mit Mohnfüllung



Süssigkeiten für Purim / Machane Yehudah Market



Mishloach Manot - Purim Geschenke. Eine wichtige Mitzwah an Purim ist es, Geschenke (vornehmlich Essen) zu verteilen.

Photos: Miriam Woelke

Montag, Februar 27, 2012

Purim in Chassidut Dushinsky (Jerusalem)



Mehr zur chassidischen Gruppe DUSHINSKY

Amalek und Haman

B"H  

Am Mittwoch abend der nächsten Woche beginnt in diesem Jahr PURIM !

Die Purim Story findet ihre ursprüngliche Wurzel im Krieg zwischen Amalek und Israel. Amalek war der Enkel des Esav (Sohn Yaakovs) und er war es, der die in der Wüste wandernden Israeliten grundlos angriff und ausrotten wollte.

Dieser Schabbat vor Purim ist "Schabbat Zachor", an welchem wir neben der regulären Thora Parasha (Tetzaveh) ebenso die Parashat Zachor (Deuteronomy - Sefer Devarim , 25:17 - 19) lesen. Die Parashat Zachor handelt von dem Angriff Amaleks. G - tt trägt den Juden auf, sich stets bis in alle Ewigkeiten daran zu erinnern, was Amalek ihnen antun wollte. Nicht immer zeigt sich Amalek unter gerade diesem Namen, sondern er kann genauso in Gestalt eines Hitler oder anderen Judenhassers auftreten. Genauso aber nennen wir die "Yetzer HaRah - negative Seite in uns" nicht selten Amalek. Somit kann der Amalek in uns selbst unser Feind sein, indem wir uns von der Thora abwenden, anfangen sie selbst zu interprätieren und für unsere Zwecke ausnutzen oder sie gleich ganz ignorieren. Schon der Gaon aus Vilna kommentierte im 18. Jahrhundert, dass der entscheidende Kampf der Juden vor der Ankunft des Meschiach der Kampf innerhalb des Judentum selbst sein wird und nicht der Krieg gegen Ishamel (die Araber). Siehe hierzu als Quelle den Kommentar des Gaon von Vilna zum "Sefer De'Zniuta (Teil des Zohar).

434 Jahre später regierte König Shaul (Sha'ul HaMelech). Sha'ul ben Kish vom Stamm Benjamin war ein Vorfahre von Esther und Mordechai. "Nur" zehn Generationen trennten sie voneinander.

394 Jahre nachdem die Israeliten den Jordan überquerten, beautragte der Prophet Samuel (Shmuel HaNavi) den Sha'ul die Amalekiter anzugreifen und sie ein für allemal auszulöschen. Shmuel HaNavi diente hier als Medium, denn G - tt gab den eigentlichen Befehl. König Sha'ul jedoch liess den König der Amalekiter, Aggag, am Leben und verstiess so gegen G - ttes Willen. Letztendlich brachte Shmuel den Aggag um (siehe Sefer Shmuel 15:17), doch Aggag hatte Zeit, einen Nachkommen zu zeugen. 520 Jahre später finden wir einen seiner Nachkommen in Haman.

Die Moral von der Geschichte: Oft meinen wir, etwas nicht zu können oder halten ein G - ttesgebot für absurd. Die Frage ist, ob wir wie G - tt das Gesamtbild sehen ? Wissen wir, was unser Handeln in 20, 50, 100, 500 oder 1000 Jahren für Auswirkungen haben wird ? Die Antwort lautet, dass wir es nicht wissen, doch allein G - tt kennt das Gesamtbild.

 Die Gemara (rabbinische Diskussionen) stellt im Talmud Traktat Chullin 139b die Frage, wo wir in der Thora einen Hinweis auf Haman und dessen Schicksal finden. Ebenso fragt die gleiche Gemara, wo in der Thora wir einen Hinweis auf Moshes, Esthers und Mordechais Zukunft / Rolle finden. Hier aber vorerst eine Antwort zur Frage auf Haman !

 Im Buch Genesis (Sefer Bereschit) 3:11 fragt G - tt den Adam (HaRishon) woher dieser weiß, dass er nackt ist. Ob er vom Baum des Wissens (Etz HaDa'at) gegessen habe ? "Vom Baum - HaMin HaEtz" - Der Maharal von Prag kommentierte dazu, dass es der "Baum des Wissens" war, der den Tod in die Welt brachte. Vor dem Vergehen des Adam gab es keinerlei Tod und ursprünglich sollten Adam und Eva (Chava) ewig leben.

Genauso wie der Baum den Tod in die Welt brachte, so wollte Haman den Tod über die Juden bringen. Aus diesem Zusammenhang ersehen wir eine Verbindung zu Haman in der Thora. Mag sein, dass hierbei auch die Buchstaben (HaMin ähnelt Haman) eine Rolle spielen, aber so tief habe ich die Kommentare noch nicht ergründet.
________________________ 

Quelle u.a.: 

PURIM: Season of Miracles 
Von Rabbi Zechariah Fendel 

Talmud Traktat Chullin 39b mit Kommentaren

Sonntag, Februar 26, 2012

Nach Purim kommt Pessach

B”H 

Vorhin beim Einkaufen ist es mir eingefallen: Nächste Woche ist Purim und was bedeutet das ? Dass genau einen Monat später Pessach (Passover) beginnt. Eine richtige jüdische Hausfrau fängt spätestens nach Purim mit dem Reinemachen für Pessach an. Strategisch wird sich durch die einzelnen Wohnräume geputzt. Angefangen beim Schlafzimmer der Eltern. 

Als ich vorhin einkaufen war, sah ich, dass der Supermarkt Nudeln im Sonderangebot führte und normalerweise schlage ich da immer zu. Diesmal nicht, denn mein Nudeldepot daheim im Schrank muss bis Pessach aufgegessen werden. Nudeln und Reis habe ich im Überfluß und da beides CHAMETZ (an Pessach verboten) ist, muss ich zwangsläufig mein Vorratslager abarbeiten. 

Anmerkung: Aschkenasische Juden essen keinen Reis an Pessach ! Gewisse sephardische Gruppen schon, doch nicht alle !

Montag, Februar 20, 2012

Purim: Warum wollte G – tt die Juden bestrafen ?

B"H 

Am Abend des 7. März 2012 beginnt PURIM und hier vorab Informationen, die vielleicht nicht überall nachzulesen sind. 

PURIM wird in diesen Wochen mein grosses Thema sein ! 


In der Gemara (rabbinischen Diskussion) des Talmud Traktat Megillah 12a kommt eine interessante Frage auf: Die Schüler des talmudischen Rabbi Schimon bar Yochai interpretierten, dass die Juden im einstigen babylonischen Exil (nach der Zerstörung des Ersten Jerusalemer Tempels durch die Babylonier) deswegen von der Vernichtung bedroht wurden, weil sie am Bankett des König Achashverosh teilnahmen. 

Rabbi Schimon bar Yochai erwiderte die Frage: Falls das wirlich zutreffe, warum sollten dann die Juden außerhalb der Stadt Schuschan ebenso vernichtet werden und nicht nur diejenigen Juden, die tatsächlich aktiv am Bankett teilgenommen hatten ? 

Laut Rabbi Schimon bar Yochai ist der wahre Grund, warum G – tt die Juden dermaßen hart bestrafen wollte, dass sie sich vor einem Götzen(gott) des König Nevuchadnezzar verneigt hatten. Dieser Vorfall geschah noch zu Lebzeiten des Nevuchadnezzar. 

Rabbi Schimons Schüler konterten mit der Frage, warum die Juden dann letztendlich durch das Purim – Wunder doch noch gerettet worden sind. Rabbi Schimon gab zurück, dass die Juden den Götzen nicht anbeteten, sondern nur so taten als ob, weil sie eben Angst vor einer Bestrafung hatten. Daraufhin wurden sie Jahre später von G – tt mit gleicher Münze bestraft: G – tt tat auch nur so als ob, liess die Juden aber letztendlich siegen. 

Warum stellten die Schüler des Rabbi Schimon überhaupt die Frage ? Hätte es nicht sein können, dass die Juden Teschuva machen (zu G – tt umkehren) und sie deshalb von Ihm gerettet worden sind ? 

Der chassidische Rabbiner Zvi Elimelech von Dinov kommentierte bereits vor mehr als 150 Jahren, dass wenn eine Person sündigt und hinterher bereut und zu G – tt zurückfindet, die Art der Reue mit der Art des Vergehens in Verbindung stehen muss. Im Fall von PURIM fasteten die Juden drei Tage lang und kehrten damit zu G – tt zurück. Wenn G – tt sie deswegen strafen wollte, weil viele von ihnen am rauschenden Fest des Achashverosh teilgenommen hatten, dann wäre die Anzahl der drei Fastentage logisch: Sie aßen sich voll und als Reue fasteten sie. Das steht doch immerhin im Einklang. 

Wollte G – tt die Juden jedoch bestrafen weil, wie Rabbi Schimon bar Yochai meint, dass die Juden zu einem der Götzen des Vorgängers von Achashverosh, nämlich Nevuchadnezzar, verbeugten, so wäre das Fasten offenbar nicht ausreichend gewesen. Götzendienst und Fasten weisen keinerlei Verbindung auf. Aus diesem Grund akzeptierten die Schüler des Rabbi Schimon dessen Begründung nicht. 

In der Tat existieren hierzu zahlreiche unterschiedliche Kommentare. Unter anderem habe Haman zwei unterschiedliche Botschaften hinausgesandt, wonach die Juden außerhalb Schuschans gar nichts vom Todesurteil gewusst haben sollen. Die am meisten verbreitete Meinung ist, dass die Juden von G – tt bestraft werden sollten, weil sie das Thorastudium vernachlässigt hatten. Zu viel Assimilation war im Spiel und durch das Todesurteil des Haman herrschte plötzliche Einigkeit und man wurde sich seiner wahren Identität wieder bewusst. 

Link:

Sonntag, Februar 19, 2012

"Kfar Hashashu'im" und die Purim - Werbung

B"H 

Kein Zweifel. Purim steht direkt vor der Tür. Woher ich das weiss ? Nicht nur vom Blick in den jüdischen Kalender, sondern meine Umwelt macht mir das anstehende jüdische Fest mehr als deutlich. Vor ein paar Tagen sah ich meine ersten Hamantaschen in diesem Jahr in einer Tel Aviver Bäckerei. Bei den Hamantaschen handelt es sich um die traditionelle Purim – Nascherei. Neben dem Essen aber ist Purim genau so im Tel Aviver Carmel Markt präsent, denn eine Menge Stände verkaufen Kinderkostüme.

Wer nicht in Israel lebt, der kennt bestimmt auch nicht die landesweite Spielzeug – und Schreibwarenkette "Kfar HaShashu'im". Die Ladenkette ist hierzulande extrem populär; ganz besonders wegen ihrer recht günstigen Preise.

"Kfar Shashashu'im" hat auch eine Facebook page und dort wird gerade Purim – Werbung für die ultra – orthodoxe Kundschaft betrieben. Man darf nicht vergessen, dass die Haredim (ultra – orthodoxe Juden) einen beträchtlichen Kundenanteil ausmachen und viel Geld in die Kassen bringen ! 

Jedenfalls regt sich die säkulere Kundschaft des "Kfar Hashashu'im" momentan mächtig über ein Werbeposter auf der Facebook Page des Unternehmens aus. "Kfar HaShashu’im" zeigt sich überrascht, denn niemand hatte den Aufruhr erwartet. Säkulere Kunden aber stören sich an einem Werbeposter, auf dem die Gesichter der Mädchen unkenntlich gemacht worden sind. Offenbar deshalb, weil in der haredischen Werbung kaum jemals eine Frau erscheint bzw. abgelichtet wird. An anderen Stellen erscheint das Poster mit allen Gesichtern.


Ich erinnere mich, dasselbe Poster schon im letzten Jahr gesehen zu haben. Und zwar machte "Kfar Hashashu’im" schon damals Werbung für Purimkostüme, in welcher keinerlei Mädchengesichter erschienen. In der haredischen Presse sowohl als auch in einer nationalreligiösen Wochenzeitung.


Falls mich jemand dazu befragt: Ich finde derlei Werbung mit herausgeschnippelten Gesichtern voll daneben.

Dienstag, März 22, 2011

Purim Bilanz

B"H

Ein verkleideter "Spiderman" an der Kotel (Klagemauer) in Jerusalem.



Die antizionistische Neturei Karta nutzte Purim, um wieder einmal ein Zeichen zu setzen. Das aber immer nur, wenn eine Pressekamera dabei ist. Geschehen in Mea Shearim / Jerusalem. Die gesamte haredische (ultra - orthodoxe) Presse bezeichnet die Leute auf dem Photo als "Irre". 

Purim Tisch der Chassidut Bobov in New York 5771 / 2011


Montag, März 21, 2011