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Donnerstag, August 16, 2012

"Der König ist im Feld - HaMelech Ba' Sade"


B"H

Morgen abend (Freitag, Erev Schabbat) sowie a Schabbat selbst und am Sonntag feiern wir den Beginn des neuen jüdischen Monat (Rosh Chodesh) ELUL. Zusammen mit dem nachfolgenden Monat Tischrei (ausgesprochen: TISCHREJ), ist Elul mein Lieblingsmonat des gesamten Jahres. Manche lieben Purim oder Pessach; ich hingegen liebe Rosh HaShana (jüd. Neujahr) und Sukkot (Laubhüttenfest). Dies soll gewiß nicht heißen, dass ich den Yom Kippur (Versöhnungstag) unbeachtet lasse. Wie ein jeder weiß, gibt es an dem Tag kein Essen und wir sollen so sein, wie die Engel und ohne materielle Nahrung auskommen. 

Besonders in der Chassidut (Chassidismus) nimmt der Monat Elul ein wichtiges Spektrum ein, denn am 18. des Monats ist der Geburtstag des Baal Shem Tov (geboren ca. 1698 oder 1700). 

Generell ist der Monat Elul der Monat der "Teshuva - Umkehr zu G - tt" und dies geht uns ALLE an. Am Rosh HaShana richtet G - tt die ganze Welt und dazu gehören Juden sowie Nichtjuden. Und jeder von uns sollte wenigstens eine kleine Anstrengung unternehmen, G - tt näherzukommen; besonders, indem wir in uns selbst gehen. Den Elul nutzen, um einmal über seine individuellen Taten während des Jahres nachzudenken. In der hebräischen Sprache nennt man dies "Cheschbon Nefesch", was bedeutet, dass man sich selber einmal fragt, wo eigentlich mein Platz in dieser Welt ist. 

Wie verhalte ich mich gegenüber meinen Mitmenschen und habe ich eine Verbindung zu G - tt ? Wenn ja, wie kann ich diese verbessern ? 

Der Baal Shem Tov sagte, dass gerade im Monat Elul "Der König im Feld" ist. Dies bedeutet, dass jeder einzelne während dieser Zeit einen besonders intensiven Zugang zu G - tt haben kann. In all den anderen Monaten werden wir teilweise von G - ttes Sefirot (symbolisch für Charaktereigenschaften) gerichtet und erhört. Im Elul hingegen sind wir fähig, uns auf Level zu bewegen, welche uns eine direkte Kommunikation erlauben. G - tt persönlich steht im Feld bzw. erhört unsere Gebete. 

In das Feld hinausgehen ist nicht unbedingt wörtlich zu verstehen, obwohl einige Leute (wie die Breslover Chassidim) tatsächlich oft die Natur aufsuchen, um mit G - tt zu reden. Und wie ich zuvor schon sagte, Elul eignet sich besonders dazu, seine eigenen Taten einmal zu analysieren und in sich selbst zu kehren. Sind wir anderen gegenüber genauso offen wie G - tt ? Vielleicht sollten wir gerade von Ihm lernen, anderen Chesed (Güte) zu zeigen und die Mitmenschen nicht immer sofort zu harsch richten. Alles hat immer zwei Seiten und vielleicht sollten wir uns bemühen, auch in den Mitmenschen die zweite Seite zu betrachten. 

Chesed (Güte), Gebet (Tefilah) und Spenden (Zedakah), dies sind die Eigenschaften, denen wir im Elul nachgehen sollten. Schließlich wollen wir, dass uns G - tt am Rosh HaShana (Neujahrsfest) ebenso mit Güte und Vergebung richtet.

Wie können wir sonst im Elul noch Teshuva machen ?
Durch vermehrtes Thorastudium können wir G - tt näher kommen. Die Thora ist nicht einfach so eine nettes Geschichtsbuch mit vielen langweiligen Regeln darin. Vielmehr sollten wir erkennen, dass die Thora auch zu uns heute spricht und uns spezielle Nachrichten und Hinweise zukommen läßt. Wenn wir diese Nachricht verstehen und verinnerlichen, dann werden wir einen guten und erfolgreichen Elul haben und G - tt schreibt uns am Rosh HaShana in das "Buch des Lebens" ein.
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Mit Beginn des Elul werde ich viele Berichte und Definitionen in die Blogs setzen. Chassidisches, Kabbalistisches genau so wie ganz "Normales". 

Montag, Juli 30, 2012

Der Baal Shem Tov zur Thora Parasha VA'ETCHANAN


Auf dem Herzlberg in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke
B"H

Der Baal Shem Tov legte hohen Wert auf das tägliche Thorastudium. Nicht nur im Bezug auf sich selbst, sondern jeder Jude sollte sich täglich ein wenig Zeit nehmen (und seien es nur zehn Minuten), um ein kurzes Konzept der Thora, des Talmud oder sonstiger jüdischer Schriften, zu lernen. Dies jedoch sollte stets zusammen mit jüdischen Kommentaren (wie Raschi, Rambam, Ramban, Or HaChaim, Onkelos, Ibn Ezra, etc.) geschehen und niemand sollte einfach so lernen und sich auf seine eigene Interpretation verlassen, denn dann läuft er Gefahr, falschen Schlussfolgerungen zu unterliegen. 

Das tägliche Lernen stärkt uns, bringt uns Freude (Simcha) und hält viele externe Gedanken von uns fern. Bedeutet, wir sind demnach weniger anfällig für negative Gedankengänge und Handlungen. 

So der Baal Shem Tov zur dieswöchigen Thoralesung Va’etchanan.

Donnerstag, Februar 16, 2012

Die drei Reiter


B"H


An diesem Schabbat wird in den Synagogen die Thoralesung "Mischpatim" gelesen. In dem Thoraabschnitt geht es, u.a, auch um die sechs Jahre, die ein Sklave bei einem Juden arbeitet und das im siebten Jahr die Freiheit winkt. Die Kabbalah sowie der Chassidismus sehen in den sechs Jahren der Seele noch viel tiefer gehende Bedeutungen: Nämlich die verschiedenen Etappen, welche eine Seele durchläuft. 

Auch der Baal Shem Tov beschäftigt sich in seinem Kommentar zur Parashat Mischpatim mit dem Thema der Seelenwanderungen:


Der Maggid von Mezritch bat den Baal Shem Tov ihm den Vers "Und dies sind die Urteile, welche Ich euch gebe" aus dem kabbalistischen Buch "Zohar" zu erklären. Der Baal Shem Tov sagte dem Maggid, dass er in den nahegelegenen Wald gehen soll, sich dort einige Stunden unter einen Baum an einem Bach setze und später zu ihm zurückkehre. Der Maggid tat wie ihm aufgetragen. 

Als er unter dem Baum saß, sah er einen Reiter kommen. Der Reiter stieg vom Pferd, setzte sich, aß und trank und setzte seinen Weg fort. Allerdings bemerkte er nicht, dass er seine Brieftasche verloren hatte. 

Danach kam ein zweiter Reiter, der sehr ärmlich ausschaute. Er fand die Brieftasche des Reiters, nahm sie an sich und ging. 

Danach kam ein dritter Reiter, der ebenfalls arm ausschaute. Er trank aus dem nahegelegenen Bach, legte sich hin und schlief ein. Da kam der erste Reiter zurück, der in der Zwischenzeit den Verlust seiner Brieftasche bemerkt hatte und fragte den dritten Reiter, ob er diese gesehen hat. Der Mann wußte nicht, von was der Reiter sprach. Daraufhin schlug ihn der Reiter zu Tode, weil er glaubte, dass der Mann ihn belüge. 

Der Maggid kehrte zum Hause des Baal Shem Tov zurück und berichtete ihm, was er gesehen hatte. Der Baal Shem Tov erklärte ihm Folgendes: 

Diese drei Personen waren allesamt Reinkarnationen aus einem früheren Leben. Der erste Reiter schuldete dem zweiten Reiter Geld. Genau die Summe, welche sich in der Brieftasche befand. Der dritte Mann war der Richter, der ein Fehlurteil sprach als er dem Reiter Recht gab, die Schuld nicht an den zweiten Reiter zahlen zu müssen. 

In diesem Leben zahlte der Reiter seine Schuld, der Richter bekam seine Strafe und der zweite Mann bekam sein Geld. Und dies ist, was der "Zohar" meint mit "Und dies sind die Urteile, welche Ich euch gebe". 

Weitere Links:

Bin ich eine Reinkarnation ?

Fragen an den Posek

Die Opferung des Yitzchak

Kain und Abel (Hevel)

Montag, September 19, 2011

Baal Shem Tov: "Ein Gebet kann alle Tore öffnen"


Medziborz, der Wohnort des Baal Shem Tov

Aus der Baal Shem Tov Ausstellung der Jewish National Library in Jerusalem (Juli 2010).

Photo: Miriam Woelke

 B"H

"In einem Königspalast befinden sich Hunderte von Räumen und an jeder Tür ist ein anderes Schloß angebracht, welches jeweils nur mit einem dafür vorgesehenen Spezialschlüssel geöffnet werden kann. Aber für sämtliche Türen gibt es einen Generalschlüssel, der alles öffnet und das ist das gebrochene Herz. Wer vor G – tt mit einem ernsthaft gebrochenen Herzen im Gebet auftritt, hat die Kraft, alle Türen aufzumachen, durch alle Tore zu gehen und bis in den himmlischen Palast vorzudringen.

Vom BAAL SHEM TOV

Mittwoch, September 14, 2011

Lebenssituationen

B”H 

Ein nur zu wahre Feststellung des Baal Shem Tov: 

“Du bist dort, wo Deine Gedanken sind !” 

Es gibt Situationen, in denen einen der Spruch des Baal Shem Tov ungemein hilft Abstand zu gewinnen, denn unsere Aufgabe im Leben besteht darin, dass Hier und Jetzt zu bewältigen bzw. zu leben. Ausschliesslich in Gedanken schwelgen und sich auf diese Weise an andere Ort zu versetzen, hindert uns letzten Endes daran, unser Leben in der jetzigen Realität weiter zu leben.

Sonntag, September 04, 2011

Ein aufrichtiges Gebet

B”H 

Wie erkennt der Betende, dass er G – tt aufrichtig und selbstlos dient ? 
Wenn er sich nach dem Gebet bescheiden gibt und nicht anfängt, sich auf sein konzentriertes intensives  Beten etwas einzubilden. 
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Quelle: Der Baal Shem Tov

Der Baal Shem Tov und Psalm 27

B”H 

Im jüdischen Monat Elul begann der Baal Shem Tov den Brauch, tagtäglich Psalm 27 zu beten. Soweit mir bekannt ist, betete er denselben Psalm sieben Mal hintereinander. 

Psalm 27 handelt vom Vertrauen in G – tt und das Er uns vor unseren Feinden beschützt. Es macht schon einen großen Unterschied, ob wir auf G – tt vertrauen oder auf die Hilfe eines Mitmenschen warten. Obwohl G – ttes Hilfe nicht immer gleich sichtbar wird, so werden wir dennoch von Ihm nicht enttäuscht.

Freitag, Juli 08, 2011

Der Baal Shem Tov zur Parashat BALAK


B"H


Erkenntnis (Verständnis) ist kein Monopol jener Menschen, die eine hohe Intelligenz ihr Eigen nennen; Erkenntnis ist G – ttgegeben und das an all jene, die Er dazu auserkoren hat. 

Es gibt Dinge, die G – tt uns wissen läßt und Dinge, die E runs nicht mitteilt. Es existieren Dinge in dieser Welt, die wir ganz einfach als "Ratzon HaShem – G – ttes Willen" akzeptieren müssen.


Laut dem Baal Shem Tov bestehen drei Arten von Galut (Diaspora):


1. Israel unter den Nationen (Antisemitismus). 

2. Diese Art der Diaspora ist härter als jene in Nr. 1 angegebene: Ame’i Haaretz (säkulere Juden) hassen, attackieren oder ignorieren Talmidim Chachamim (gelehrte Juden), weil Letztere die Wahrheit sagen ! Genau das ist es, was säkulere und Reformjuden nicht hören wollen: Die Wahrheit der Thora. Ohne Abänderungen und Umschweife. 

3. Die härteste Art der Diaspora: Talmidim Chachamim (gelehrte Juden) sündigen. Selbstverständlich kommt so etwas vor, trotzdem ist e seine Tragödie.

Montag, Juni 06, 2011

Yahrzeit des Baal Shem Tov

B"H

Das morgen abend beginnende jüdische Feiertag "Schavuot" (Wochenfest) steht nicht nur für die Yahrzeit (Todesgedenktag) des König David, sondern auch der chassidische Meister Baal Shem Tov verstarb an dem Feiertag.

Der Baal Shem Tov verstarb am 6. Sivan (im Jahre 1760 gemäss des weltlichen Kalenders).

Donnerstag, Januar 27, 2011

Die drei Reiter


B"H


An diesem Schabbat wird in den Synagogen die Thoralesung "Mischpatim" gelesen. In dem Thoraabschnitt geht es, u.a, auch um die sechs Jahre, die ein Sklave bei einem Juden arbeitet und das im siebten Jahr die Freiheit winkt. Die Kabbalah sowie der Chassidismus sehen in den sechs Jahren der Seele noch viel tiefer gehende Bedeutungen: Nämlich die verschiedenen Etappen, welche eine Seele durchläuft. 


Auch der Baal Shem Tov beschäftigt sich in seinem Kommentar zur Parashat Mischpatim mit dem Thema der Seelenwanderungen:


Der Maggid von Mezritch bat den Baal Shem Tov ihm den Vers "Und dies sind die Urteile, welche Ich euch gebe" aus dem kabbalistischen Buch "Zohar" zu erklären. Der Baal Shem Tov sagte dem Maggid, dass er in den nahegelegenen Wald gehen soll, sich dort einige Stunden unter einen Baum an einem Bach setze und später zu ihm zurückkehre. Der Maggid tat wie ihm aufgetragen.


Als er unter dem Baum saß, sah er einen Reiter kommen. Der Reiter stieg vom Pferd, setzte sich, aß und trank und setzte seinen Weg fort. Allerdings bemerkte er nicht, dass er seine Brieftasche verloren hatte.


Danach kam ein zweiter Reiter, der sehr ärmlich ausschaute. Er fand die Brieftasche des Reiters, nahm sie an sich und ging.


Danach kam ein dritter Reiter, der ebenfalls arm ausschaute. Er trank aus dem nahegelegenen Bach, legte sich hin und schlief ein. Da kam der erste Reiter zurück, der in der Zwischenzeit den Verlust seiner Brieftasche bemerkt hatte und fragte den dritten Reiter, ob er diese gesehen hat. Der Mann wußte nicht, von was der Reiter sprach. Daraufhin schlug ihn der Reiter zu Tode, weil er glaubte, dass der Mann ihn belüge.


Der Maggid kehrte zum Hause des Baal Shem Tov zurück und berichtete ihm, was er gesehen hatte. Der Baal Shem Tov erklärte ihm Folgendes:


Diese drei Personen waren allesamt Reinkarnationen aus einem früheren Leben. Der erste Reiter schuldete dem zweiten Reiter Geld. Genau die Summe, welche sich in der Brieftasche befand. Der dritte Mann war der Richter, der ein Fehlurteil sprach als er dem Reiter Recht gab, die Schuld nicht an den zweiten Reiter zahlen zu müssen.


In diesem Leben zahlte der Reiter seine Schuld, der Richter bekam seine Strafe und der zweite Mann bekam sein Geld.
Und dies ist, was der "Zohar" meint mit "Und dies sind die Urteile, welche Ich euch gebe". 



Weitere Links:

Bin ich eine Reinkarnation ?


Fragen an den Posek

Die Opferung des Yitzchak


Kain und Abel (Hevel)

Donnerstag, November 11, 2010

Beschwere Dich nicht und sag "Baruch HaShem"

B"H

Ich überhörte eine Diskussion einiger junger Chassidim:

Einer der Chassidim beschwerte sich, dass er zuwenig Geld habe. Dabei verdiene er es, mehr zu erhalten.
Einer seiner Freunde meinte daraufhin: "Du jammerst immer nur und beschwerst Dich. Genau wie in der Baal Shem Tov Story als jemand beim grossen chassidischen Meister vorsprach und sich auch nur fortwährend beschwerte, er habe dies und das nicht. Der Baal Shem Tov riet ihm, doch einmal auf das zu schauen, was er im Leben erreicht habe und "Baruch HaShem - Gott sei Dank" zu sagen".

Ein dritter Chassid schaltete sich in die Unterhaltung ein:
"Du kannst machen was Du willst; wenn G - tt Dich nicht als wohlhabenden Menschen vorgesehen hat, wirst Du kein Geld bekommen. Vielleicht hat G - tt ja andere Pläne mit Dir und nicht gerade Reichtum. G - tt bestimmt über uns alle und legt fest, was und wieviel wir erhalten und nicht wir. Das Einzige, was Dir bleibt ist BETEN und NICHT fordern".

Ich fand die Unterredung sehr interessant, denn der Inhalt trifft auf uns alle zu. Viele Male fordern wir von G - tt und einen Lottogewinn zukommen zu lassen; ein neues Auto, eine tolle Wohnung, neue Möbel, eine Beförderung auf der Arbeit oder einen tollen Urlaub. Schauen wir dabei auf das, was wir haben ? Auf das, was wir im Leben erreichten und auf unsere hoffentlich vorhandene Gesundheit ?
Anstatt uns über die Gegenwart zu freuen, schauen wir nur in die Zukunft.


Photo: Dwelling Place Below

Dienstag, August 24, 2010

18. Elul - Der Geburtstag des Baal Shem Tov

B"H

Am kommenden Schabbat, Parashat Ki Tavo, 18. Elul, feiern wir den Geburtstag des chassidischen Meisters BAAL SHEM TOV.
Nicht, dass Rabbi Israel Baal Shem Tov seinerzeit den Chassidismus überhaupt erst erfand. Vielmehr brachte er schon längst existierende Ideologien zurück ins jüdische Volk Osteuropas. Ideologien, die da eine besondere Nähe zu G - tt vorsehen und ein jeder Jude dieser erreichen kann. Egal, ob ein Thoragelehrter oder ein Bettler oder Arbeiter. "G - tt mit Freude dienen !" - so das Motto.

Der Baal Shem Tov (oder kurz BESCHT genannt) wurde am 18. Elul (27. August 1698 oder im Jahre 1700) in Okopy / Osteuropa geboren. Er verstarb an Schavuot des Jahres 1760 in Medziborz.

Zum Andenken zwei seiner Lehren bezüglich des jüdischen Volkes:


- Israel (die Juden) ist wie die Sterne: Beide erscheinen sehr klein, sind jedoch in der Realität sehr groß.

- Ohne Juden (und deren Thora) kann die Welt nicht existieren. G - tt erschuf die Welt in einer bestimmten Art und Weise und die Juden leben, damit sie den Tikun Olam (Seelenkorrektur) der gesamten Welt durchführen.

- Der BESCHT sah die sinkende Spiritualität der Juden als Folge der Diaspora. Dreimal machte sich der Baal Shem Tov auf, um in das Heilige Land Israel zu gelangen, doch immer kam etwas dazwischen.


Link:


Infos zum Baal Shem Tov sowie Bilder aus der aktuellen Baal Shem Tov Ausstellung in der Jewish National Library in Jerusalem

Montag, August 09, 2010

Rosh Chodesh Elul - ראש חודש אלול



"Der König ist im Feld - HaMelech Ba'Sade" - In diesem Monat ist G - tt so zugänglich wie nie !


B"H

Heute abend sowie morgen und übermorgen (Mittwoch) begehen wir Rosh Chodesh
Elul (אלול), den Beginn des jüdischen Monat Elul.

Der jüdische Monat Elul ist der wichtigste Monat des Jahres überhaupt, leitet er doch die Umkehr (Teschuva) zum bevorstehenden jüdischen Neujahrsfest (Rosh HaShana) ein. Aus dem Grund wird der Elul auch der Monat der Teschuva (Umkehr) oder Monat der Rachamim (Gnade) genannt.

Am Rosh Chodesh Elul stieg Moshe das dritte Mal auf den Berg Sinai, nachdem ihn G – tt dazu aufgefordert hatte. Bei seinem ersten Aufstieg erhielt er das erste Paar der Gesetzestafeln, welche er nach seinem Abstieg am 17. Tammuz zerstörte. Nämlich in dem Moment als er das Goldene Kalb sah. Gleich darauf stieg Moshe zum zweiten Mal auf den Berg Sinai, um G – tt zu überreden, die Sühne (Teschuva) der Israeliten anzunehmen und sie keinesfalls zu zerstören. Nun sollte Moshe ein drittes Mal aufsteigen, um das zweite Paar der Gesetzestafeln in Empfang zu nehmen. 40 Tage später, am Yom Kippur, wird er mit den neuen Gesetzestafeln wieder herabsteigen.

Keine jüdisch – orthodoxe Richtung legt soviel Wert auf den Satz aus Shir HaShirim 6:3: "HaMelech BaSadeh – The King is in the Field – Der König ist im Feld", wie der Chassismus.

Gemeint ist damit G – tt, der laut dem Baal Shem Tov, im Monat Elul am leichtesten für uns zugänglich ist. In der Zeit des Elul ist G – tt uns am nächsten und wenn wir nur unsere Vergehen bereuen, ist Er leichter bereit uns anzuhören und zu vergeben. Dies sollte unser Ziel sein im Elul, denn am 1. Tishrei, des folgenden Monat, ist Rosh HaShana, der Tag, an dem die ganze Welt gerichtet wird. Dann entscheidet G – tt für ein weiteres Jahr über die Zukunft unserer Welt und und Menschen. Wie wird dann das neue Jahr für uns aussehen ? Erfolgreich, weniger erfolgreich, werden wir gesund bleiben, genügend Einkommen haben, wird Frieden herrschen, etc. All das wird an Rosh HaShana entschieden. Für Juden spielt der Yom Kippur am 10. Tishrei eine weitere Rolle bezüglich des Gericht G – ttes. Für Nichtjuden ist dagegen Rosh HaShana allein der alles entscheidende Tag.

Ein Minhag (Brauch) vom Baal Shem Tov war es, im gesamten Elul täglich Psalm 27 zu beten. Sieben Mal, wenn ich mich recht erinnere. Laut Chabad (Shaarei HaMoadim) sollte man im Monat Elul täglich drei Kapitel Psalmen beten und natürlich Thora lernen, um G – ttes Gnade zu erwecken. Elul ist die große Zeit der Hitbodedut, heißt, man soll sich täglich für eine Stunde (kann auch weniger oder mehr sein) zurückziehen und das Gespräch mit G –tt suchen. Wie erwähnt, ist G – tt im Elul leichter zu erreichen. Außerdem hat Elul die Kraft, all unsere Vergehen des gesamten Jahres rückgängig zumachen, wenn wir nur bereuen (Teschuva machen), so der Sefat Emet der Chassidut Gur und dessen einstiger Rebbe. Eine weitere Vorbereitung, Teschuva zu tun und sich so auf Rosh HaShana vorzubereiten ist Zedakah (Spenden) an Bedürftige zu geben.

Die sephardischen Juden beginnen im Elul ihre Selichot – Gebete, welche ebenso zur Gnade G – ttes aufrufen. Auch wird das Schofar (Widderhorn) geblasen. Allerdings in jüdischer Tradition mit bestimmten Tönen und einer vorgeschriebenen Anzahl, auf die ich zum Thema Rosh HaShana in einigen Wochen eingehen werde.

Ashkenazische Juden beginnen mit den Slichot – Gebeten wesentlich später, nämlich am Mozzaei Schabbat (Schabbatausklang) vor Rosh HaShana. Die Selichot müssen NACH Mitternacht gebetet werden. Laut dem Jerusalemer Breslov – Rabbiner (Rabbi Peretz Auerbach) können sie NICHT vor Mitternacht gebetet werden.

Im Sefer Yetzirah (Book of Creation) heißt es, dass der hebräische Buchstabe des Monat Elul das YUD י ist. Das Yud י sieht allgemein aus wie ein kleiner Punkt und dieses Yud symbolisiert G - ttes Erschaffung der Welt mit Weisheit. In der Kabbalah wird das Yud י mit Chochmah (Weisheit) gleichgesetzt. G – tt erschuf unsere Erde als Punkt. Zuerst entstand ein Punkt, der Even HaSchtiah, der Gründungsstein unter dem Altar des Ersten und Zweiten und hoffentlich bald auch Dritten Tempels. Der winzige Punkt began sich allmählich auszubreiten, bis er unsere Welt formte.

Der israelitische Stamm des Elul ist Gad, das Sternzeichen ist die Jungfrau, das Organ ist die linke Hand und der menschliche Sinn ist das Handeln. Handeln deshalb, weil wir Teschuva begehen sollen und dafür ist die Handlung notwendig. Sprich, das Bereuen und um Vergebung bitten. Das Sternzeichen der Jungfrau im Elul stellt gleichsam einen Bezug zur Teschuva (Umkehr zu G – tt) dar. Wer seine Vergehen im Elul bereut und aufrichtig plant, sein Leben zum Positiveren auszurichten, der kann symbolisch betrachtet den Zustand einer Jungfrau erreichen. Genauso unerfahren wie eine Jungfrau; ohne jeglich Vergehen auf dem Sündenkonto, denn wer ernsthaft Teschuva macht, dem kann alles vergeben werden. Vielleicht sei zu erwähnen, das "alles" nicht tatsächlich "alles" bedeutet, denn, wie wir wissen, gibt es Vergehen, die seitens G – tt niemals richtig vergeben werden können. Zusätzlich ist direkte Vergebung im Judentum von besonderer Bedeutung. Heißt, wir müssen schon die jeweiligen Mitmenschen persönlich um Verzeihung bitten und nicht zu G – ttes Gnade erbitten. Real bedeutet dies, dass man einen Mitmenschen im Falle eines Vergehen mindestens dreimal um Vergebung bitten muß. Ist danach die Gegenseite immer noch zu keiner Vergebung bereit, so zählt eine dreimalige aufrichtige Bemühung seitens G – tt dennoch als vergeben und von nun an muß die nicht vergebende Gegenseite mit der eigenen Entscheidung leben.

Wer sich in Jerusalem befindet, der wird tags und auch nachtsüber die Klagemauer (Kotel) voll Menschen finden. Elul ist ein so intensiver Monat, den man unter allen Umständen nutzen sollte.

Ein ganz wichtiger Tag ist der 18. Elul, denn dies ist der Geburtstag des Baal Shem Tov.

Ich wünsche allen eine gute Vorbereitung auf Rosh HaShana und einen erfolgreichen Monat Elul – Chodesh Tov - חודש טוב.


Blasen des Schofar (Widderhorn)
Quelle: Chabad

Dienstag, Juli 06, 2010

Baal Shem Tov Ausstellung in Jerusalem, Teil 2

B"H

Photos vom Teil 1 gibt es HIER anzuschauen !
Die Ausstellung wird von einem kleinen "Skandal" begleitet, denn der haredische Researcher Rabbi Moshe Bloi behauptet, eines der ausgestellten historischen Dokumente sei eine Fälschung. Wie auch immer: Soweit besteht weder eine Bestätigung noch eine offizielle Gegendarstellung.



Eine Kopie vom Stuhl des Rabbi Nachman von Breslov. Der Originalstuhl befindet sich in der Grossen Breslover Synagoge in Mea Shearim / Jerusalem.



Schriften des Rabbi Nathan Sternhartz, dem engsten Anhänger des Rabbi Nachman of Breslov.








Photos: Miriam Woelke.

Sonntag, Juli 04, 2010

Baal Shem Tov Ausstellung in Jerusalem

B"H

Die aktuelle Besht (Baal Shem Tov) Ausstellung in der Jerusalemer Nationalbibliothek. Die Ausstellung läuft noch bis zum Oktober und wurde von Etti Liebes, der Leiterin des "Olam Gershom Sholem" an der Nationalbibliothek, zusammengestellt.













Sidur (Gebetbuch) des Kabbalisten Rabbi Yitzchak Luria (1534 - 1572)


Photos: Miriam Woelke

Donnerstag, Juni 24, 2010

Baal Shem Tov Ausstellung in der Jewish National Library in Jerusalem

B"H


Der Baal Shem Tov (Besht) starb vor  250 Jahren.


Doktor Etti Liebes, die Leiterin des "Olam Gerschom Scholem" in der Jewish National Library", präsentiert eine besondere "Besht Ausstellung.


Weitere Infos auf Hebräisch HIER !

Die Ausstellung beginnt am 28. Juni und endet am 1. Oktober 2010.
Der Eintritt is frei !

Unter anderem kann der berühmte Stuhl des Rabbi Nachman von Breslov besichtigt werden. Wobei ich noch nicht weiss, ob es sich dabei um das Original oder eine Kopy handelt. Ein besonderer Leckerbissen dürfte auf alle Fälle ein Brief (siehe unten) des Rabbi Nachman an dessen Tochter sein; geschrieben drei Monate vor seinem Tod.




Ich werde über die Ausstellung berichten und weitere Photos in den Blog stellen!