Posts mit dem Label Nationalreligioese werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Nationalreligioese werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, April 25, 2012

Feierlichkeiten zur israelischen Unabhängigkeit in der Hurva - Synagoge

B"H

Morgen abend (Mittwoch) beginnt der 64. israelische Unabhängigkeitstag !  



 Die HURVA - Synagoge von aussen.



Photos: Miriam Woelke

Das nachfolgende Video zeigt einen kleinen Ausschnitt der Feierlichkeiten zum israelischen Unabhängigkeitstag von vor zwei Jahren. Nationalreligiöse feiern in der berühmten und wiederaufgebauten HURVA – Synagoge des jüdischen Viertels der Jerusalemer Altstadt. Vor wenigen Jahren erst wurde die Synagoge neu aufgebaut, nachdem sie im Jahre 1948 von den Jordaniern völlig zerstört worden war.

Sonntag, Februar 05, 2012

Nationalreligiös - Dati Le'umi


Nationalreligiöse an der Kotel (Klagemauer) 
B"H

Mancher Leser wird, sobald er sich mit dem Judentum beschäftigt, sofort mit einem manchmal komplizierten Wortschatz überfallen. Da gibt es nicht nur DIE JUDEN oder reform, konservativ, progressiv oder orthodox, nein, da fallen Wörter wie haredi (ultra - orthodox), nationalreligiös, chassidisch ... Wer soll da durchsteigen und das alles noch auseinanderhalten können. 

Sobald man vom Judentum spricht oder darüber berichtet bzw. schreibt, ist gerade der Wortschatz nicht wegzudenken. Wie will jemand argumentieren, wenn er keinen litvischen Haredi von einem Chassid auseinanderhalten kannt ? Und wer oder was ist jetzt nationalreligiös und wie bittschön kommen die Richtungen untereinander aus und überhaupt ?

Einem Außenstehenden dies alles so Ex und Hopp zu erklären fällt nicht leicht und deswegen ziehe ich fast immer Fallbeispiele vor. In Mea Shearim (einer der ultra - orthod. Stadtteile Jerusalem) wird mir vielfach gesagt, dass die zionistischen Nationalreligiösen weniger religiös seien. Eben mit Kipa auf dem Kopf, aber die Kleidung sei ja wie bei Nichtjuden. Neulich dann sagte mir eine Neureligiöse, dass sie vor ihrem haredischen Leben bei den Nationalreligiösen gewesen sei und die seien ja nicht besser als die Säkuleren. Sie sei nämlich durch die Nationalreligiösen erst zum Säkulerismus gekommen.



Aus relig. zionistischer Sicht darf Israel überall besiedelt werden.
Ich bin der gegenteiligen Auffassung und tat dies auch genügend kund. Nicht alle Nationalrelig. sind über einen Kamm zu scheren, selbst wenn sie sich für Haredim (Ultra - Orthod.) ganz "normal" kleiden. Allgemein gesagt kleiden sich die Nationalrelig. ganz normal in Jeans, Shirt, Rock, Pullover, was auch immer; wobei sie nicht die schwarze Hose, weisses Hemd - Kleidungsetikette haredischer Männer einhalten. Die Frauen tragen langen Rock (auch Jeansrock, was bei Haredim nicht immer akzeptiert wird) und ehrlich gesagt, schaut so manch nationalrelig. Frau anständiger aus als ihr haredischer Gegenpart. Gerade bei den litvisch - haredischen Frauen in Bnei Brak werden die Röcke stetig kürzer.

Nationalrelig. sind zionistisch veranlagt und gehen zur Armee (die Frauen verrichten einen Sozialdienst genannt "Scherut Le'umit"). Im Ausland kennt man sie oftmals nur als rebellische rechtsradikale Siedler, doch steckt hinter dem gesamten Movement viel mehr. "Liebe zu Israel" und der relig. Zionismus, meist vorangetrieben vom ersten aschkenazischen israel. Oberrabbiner, Rabbi Kook (Kuk). Nicht, dass Rabbi Kook der große Zionist war, doch stellte er sich auch nicht gegen die Bewegung.

Auch bei den Nationalreligiösen gibt es unterschiedliche Strömungen, welche da von "total modern" bis hin zu "erzkonservativ" reichen. Manche meinen dies an der Größe der Kipa des Mannes zu erkennen. Eine besondere Richtung sind die "Chardalnikkim", die da die sogenannten Haredim unter den Nationalrelig. bilden.

Eines sei gesagt: Sicher gibt es zwischen ihnen und den Haredim Mentalitätsunterschiede. Keine Glaubensunterschiede, sondern der Alltag schaut etwas anders aus und besteht nicht "nur" aus dem Thorastudium. Normalerweise senden die Nationalrelig. ihre Kinder auf die hauseigenen "Noam - Schulen", welche später zum Besuch einer Uni berechtigen. Bei haredischen Schulen ist dies nicht der Fall, denn der Lernstoff ist weniger weltlich und ganz auf die haredische Gesellschaft ausgerichtet.

Zu sagen, dass der oder die weniger religiös ist, weil man sich ja so oder so anzieht ... Seit meiner Zeit in Tel Aviv habe ich ganz unterschiedliche Leute kennen gelernt und oft habe ich die Erfahrung gemacht, dass Haredim nicht immer Haredim sind, nur weil sie äußerlich so ausschauen. Säkulere sind nicht nur Ignoranten und Nationalrelig. bilden ebenso keine Ausnahme. Wir sind alle nur Menschen und vor allem unter Juden sollte man "leben und leben lassen", selbst dann, wenn ich hier so manche Kritik an verschiedenen orthodoxen Ausrichtungen übe.

Trotzdem muss ich sagen, dass die nationalrelig. vom Chassidismus oder haredischen Angelegenheiten seltener eine Ahnung haben.:-)


Litvische Haredim - schwarzer Anzug, weisses Hemd, schwarzer Hut


Chassidim (hier von der Chassidut Gur): langer schwarzer oder dunkelblauer Kaftan, Streimel (Pelzmütze am Schabbat oder zu festlichen Anlässen), lange Pejes (Schläfenlocken).
Photo: Yeshiva World

Montag, Oktober 31, 2011

Religiöse Aussteiger und ihre Rückkehr zur Religion


 Artikel aus der israelischen Tageszeitung MA'ARIV (31. Oktober 2011)

Photo: Miriam Woelke
B"H 

Es gibt Hoffnung. Selbst für mich ?

Laut einer aktuellen Untersuchung kehren 75 % der Aussteiger aus der nationalreligiösen Gesellschaft nach einiger Zeit wieder zur Religion zurück. Zumindest veröffentlichte das die israelische Tageszeitung Ma’ariv in ihrer Ausgabe vom 31. Oktober 2011.

Mit den 75 % sind vorweglich die Aussteiger aus der nationalreligiösen Gesellschaft gemeint und nicht jene aus der haredischen (ultra – orthodoxen). Weiterhin steht die Prozentangabe weitgehend für Aussteiger im Teenageralter oder in den frühen Zwanzigern. Erst einmal ausgestiegen und säkuler geworden, vermissen nicht wenige das fromme Leben der jüdischen Religion und kehren nach einiger Zeit des “sich Austobens” wieder in die fromme Gesellschaft zurück.

Als ich vor ein paar Jahren meinem haredischen Drive nachging und Teil der haredischen Gesellschaft werden wollte, blockierten mich bei meinem Vorhaben mehrere Aspekte. Darunter wahrscheinlich meine damalige Mitbewohnerin, welche selbst den Weg der Haredim gegangen war und dies nun recht emotional wechselnd auslebte. Und zweitens setzte ich mir selbst viel zu hohe Ziele und Anforderungen. Der Körper wollte, die Seele jedoch nicht.

Bis auf Weiteres definiere ich mich selbst als weder nationalreligiös noch als haredisch. Äußerlich wirke ich “chiloinisch – säkuler”, doch verhalte ich mich nicht unbedingt dementsprechend. Fanatische säkulere Juden, soweit ich denn einmal auf sie stosse, halten mich eher für Mea Shearim. Sima Zalcberg verdächtigte mich bei einem Telefongespräch mit ihr, ein Agent der extremen chassidischen Gruppe “Toldot Aharon” zu sein, welcher ihr nachspioniert. Vor Jahren einmal verfasste die damalige Doktorantin der Soziologie, Sima Zalcberg, eine Doktorarbeit über die Toldot Aharon, wobei sie sich mit Hilfe falscher Angaben das Vertrauen einiger Mitglieder erschlich. Jedenfalls dürften die Toldot Aharon von der Logik her mich weniger als einen ihrer “Agenten” betrachten. Zumindest nicht in Jeans.  

Haredim fällt es beim ersten Kennenlernen schwer, mich einzuordnen, denn wie kann es sein, dass jemand, der säkuler aussieht, die haredische Gesellschaft kennt, ihre Sprache spricht und noch dazu Rabbiner, Thora, Halacha und den Talmud kennt ? 

Der talmudische Rabbi Akivah fand seinen Weg erst im Alter von 40 Jahren. Ich bin mittlerweile etwas älter, doch die Hoffnung nach einem Weg habe ich noch lange nicht aufgegeben ...

Montag, Oktober 03, 2011

Yaakov Katz an die Diaspora - Juden

B"H 

Der nationalreligiöse Knessetabgeordnete YAAKOV KATZ (genannt: Katzeleh) an die Juden in der Diaspora: 




Yaakov Katz steht auf dem Video vor der Ma'arat Hamachpelah in Hebron.

Montag, Juli 04, 2011

Die Bewohner von Tel Aviv sind säkuler, links und essen Schweinefleisch !


Allenby Street in Downtown Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke

B"H

Auf einem nationalreligiösen Blog las ich den Ausdruck "Tel Aviv - like". Ich kann gar nicht sagen, ob es dafür eine treffende Übersetzung im Deutschen gibt. Vielleicht “So, wie in Tel Aviv” oder “Typisch Tel Aviv”. 
Jedenfalls brachte mich der stereotype Ausdruck "Tel Aviv - like" in Rage.

Entschuldigung, aber was bedeutet "Tel Aviv - like" ?

Für viele religiöse israelische Juden steht Tel Aviv eine Kopie von Sodom and Gomorrha dar. Die Bewohner Tel Avivs sind vornehmlich säkuler, halten sich nicht an die Thora, führen ein leeres Leben ohne Thora. Die Bewohner von Tel Aviv sind links und befürworten einen palästinensischen Staat. Sie sind homosexuell und fressen Schweinefleisch.

Meine Frage lautet: Wann haben die Leute, welche derlei Behauptungen aufstellen, das letzte Mal für länger als ein Jahr in Tel Aviv gelebt ? Nicht nur so mal besucht und durchgefahren, sondern gelebt ! Kennt Ihr diese Stadt überhaupt ?

Vorgestern sagte mir ein Arbeitskollege, dass er religiösen Juden, die von JERUSALEM nach Tel Aviv kommen, nicht mehr über den Weg traue. Zuviel von ihnen vergessen hier ihre Frömmigkeit und benehmen sich wie die letzten Chaoten.

Viele religiöse Juden beschweren sich ständig über die Tel Aviver, doch wer kennt denn schon die Beschwerden der Bewohner von Tel Aviv ? Seitdem ich hier lebe, habe ich sehr schnell gemerkt, dass an den Tel Aviv – Beschwerden etwas dran ist. Nicht gerade selten kommen religiöse Juden nach Tel Aviv, um ihrer eigenen Gesellschaft daheim zu entkommen und endlich einmal High Life zu machen. Den ganzen relig. Gesellschaftsdruck hinter sich zu lassen und in Freiheit zu atmen. Daran ist nichts auszusetzen, doch machen sich immer mehr Religiöse dadurch einen schlechten Namen, dass sie am Strand herumliegen, Prostituierte aufsuchen, sich voll Alkohol kippen oder sich zukiffen. Dann kehren sie heim und am nächsten Schabbat schwingen sie große Reden gegen Tel Aviv – Sin City.

Wie wäre es denn, sich einmal an die eigene Nase zu fassen, anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen ? Und dies betrifft nicht nur die Ultra – Orthodoxie, sondern insbesondere die nationalreligiöse Gesellschaft. Raus aus der Siedlung und in Tel Aviv erst einmal Fun suchen und einen drauf machen. Ist das etwa Tel Aviv – like ? Die Tel Aviver wundern sich nur noch über die so Religiösen, die in der Großstadt die Sau rauslassen.

Mein Arbeitskollege meinte, er begreife nicht, warum religiöse Menschen so handeln, wenn sie denn religiös sind. Auf eine Antwort darauf bin ich ebenso gespannt !

Donnerstag, Juni 02, 2011

Jerusalem feiert seinen YOM YERUSHALAIM


Jerusalems "March of the Flags – Marsch der Flaggen" am Mittwoch nachmittag dieser Woche.

Alle Photos HIER !

B"H

Jerusalem feierte seinen 44. Jahrestag der Befreiung und Wiedervereinigung, nachdem die Jordanier die Stadt seit 1948 besetzt hielten. Nachdem Israel den Sechs – Tage – Krieg im Juni 1967 gewonnen hatte, gehörte Jerusalem wieder ganz den Juden. Inklusive der Oberhohheit auf dem Tempelberg. Nach vielen Jahren waren Juden endlich wieder in der Lage den freien Zugang zur Klagemauer (Kotel) zu geniessen.

Leider gab der linke Politiker und damaliger Verteidigungsminister Moshe Dayan den Moslems (damals nannten sich die Palästinenser noch Araber und nicht Palästinenser) den Schlüssel zum Tempelberg (Har HaBait). Zwar ist Israel bis heute für das Gebiet verantwortlich, doch insgeheim herrscht die moslemische Tempelwache “Wakf” akribisch über das Territorium um den Felsendom und die Al Aksa Moschee. 

Zurecht mag man sich fragen, was passiert wäre, hätte Moshe Dayan Mut bewiesen und die Araber vom Tempelberg geschmissen. Sehe unser Land heute anders aus ?

Viele Male hörte ich, wenn Leute sich beschweren, dass Dayan ja wohl einen Schaden hatte; den Arabern den Tempelberg wieder einzuräumen und sie da zu belassen. Das sei doch absoluter Schwachsinn gewesen. Andererseits sage ich mir, dass es vielleicht nicht an der Zeit war, dass die Juden den Tempelberg wieder ganz für sich einnehmen. Anscheinend war Moshe Dayan ein Werkzeug G – ttes, welcher da andere Pläne hatte und es weder an der Zeit für den Tempelberg noch für Meschiach war.

Heutzutage steht der Yom Yerushalaim für den Tag des nationalreligiösen Movements samt deren Flaggenparade durch die Stadt bis hin zur Klagemauer.

Der Marsch kennt eine Geschlechtertrennung und üblicherweise laufen die nationalrelig. Mäer vorweg. Singend, tanzend und Fahnen schwenkend. Danach folgt das weibliche Geschlecht mit denselben Tätigkeiten. Ja, nationalreligiöse Mädels tanzen öffentlich, was haredische (ultra – orthodoxe) Frauen niemals vor männlichem Publikum tun würden.

Selbstverständlich ist Jerusalem stolz auf seine Wiedervereinigung, doch die Frage, die bleibt ist, wielange dieser Zustand noch anhält, wenn da Netanyahu mit Obama über die Stadt kungelt. Mag ja sein, dass Jerusalem sich bald wieder geteilt wiederfindet.

Irgendwie wurde ich in Jerusalem nie das Gefühl los, dass die Stadt eh geteilt war und blieb. Hier die Araber, da die Juden. Die Palästinenser können sich frei in der Stadt bewegen, Juden dagegen bleibt dies verwehrt. Nicht viele Juden wagen sich in arabische Stadtviertel, denn man ist nicht willkommen. Viele Male werden wir verflucht, beschimpft oder es finden brutale Übergriffe seitens der Araber statt.


Das Damaskus Tor in Ost - Jerusalem
Photo: Miriam Woelke

Auch ich hege keine besonders guten Gefühle, wenn ich mich denn einmal in der Gegend des Damaskus Tores aufhalte. Auf dem Territorium der Hamas und ihrer Fangemeinschaft. Das Tor selbst weist eine antike jüdische sowie römische Historie auf, aber fühlen wir uns heute tatsählich zu dem Ort verbunden ? Die nationalrelig. Organisation "Ateret Cohanim" kauft im Verborgenen Immobilien von verkaufswilligen arabischen Besitzern, welche ihren Grundbesitz unter Lebensgefahr an Juden veräußern. Finden die arabischen Brüder das heraus, geht es dem moslemischen Verkäufer an Leib und Seele.

Trotz aller Vorsätze kommt es mir dennoch so vor als habe Jerusalem seine Teilung niemals richtig überwunden geschweige denn aufgegeben.

Dienstag, Februar 01, 2011

Rabbi Joseph Zvi Rimon: Halachot (Gesetze) für religiöse israelische Soldaten


B"H

Rabbi Joseph Zvi Rimon veröffentlichte ein Buch, in welchem er jene Halachot (relig. Gesetze) auflistet und klar definiert, die ein frommer jüdischer Soldate in der Armee einhalten muss und vor allem, wie er dies bewerkstelligt. In dem Buch geht es vorweglich um religiöse Soldaten in der israelischen Armee (IDF). Der Autor erklärt sogar, wie sich ein religiöser Soldate verhalten soll, sobald er auf Soldatinnen trifft.


Photos: Miriam Woelke

Nicht immer stimmt die Stereotype, die von Linken so gerne gegen relig. Juden verwendet wird, dass relig. israelische Juden nicht zur Armee gehen. Nationalreligiöse Juden gehen im Prinzip alle zur Armee, wobei viele von ihnen an dem eigens für sie eingerichteten “Hesder – Programm” teilnehmen. Bedeutet, dass die Teilnehmer richtige Soldaten sind, doch gewisse Zeiträume zum Thorastudium zur Verfügnung gestellt bekommen.

Bei den Haredim (Ultra – Orthodoxen) sind die Meinungen gespalten. Viele von ihnen würden gern zur Armee gehen, doch unterliegen sie den gesellschaftlichen Richtlinien, die eine Teilnahme oft ablehnen. Nicht jeder bringt daher den Mut auf, sich gegen die internen haredischen Gruppenregeln zu stellen und hinterher als Querulant dazustehen bzw. Nachteile zu erfahren.

Insgesamt hat sich gerade in jüngster Zeit der Anteil der haredischen Soldaten in der für sie eingerichteten “Nachal HaHaredi” erhöht. Die “Nachal” hört sich als eine super Idee an, doch ist auch dort nicht alles Gold was glänzt. Nur die allerersten Einheiten der Nachal HaCharedi” in den 90iger waren fast 100%ig mit Haredim bestückt. Heute dagegen besteht die Mehrheit der Kompaniesoldaten leider aus nationalrelig. Soldaten, was es einem Haredi vielfach erschwert, sich in der Einheit einzuleben. Nationalrelig. Soldaten führen, gegenüber Haredim, eine wesentlich offenere Haltung zu den Thorahalachot. Das zweite große Problem ist die Kaschrut (Koschergesetze), denn die wird von Haredim wesentlich ernster genommen. Aufgrund der nationalrelig. Soldaten hat der relig. Anspruch der “Nachal HaCharedi” sehr nachgelassen und ich selber begreife nicht, was die Nationalrelig. überhaupt in der Einheit zu suchen haben. Noch dazu wo viele von ihnen den Haredim eh negative gegenüberstehen.

Die Frage ist, ob das Buch des Rabbi Rimon vielfach von Nationalrelig. gelesen wird, denn ich denke mir, dass haredische Soldaten eher auf ihre eigenen Rabbiner sowie Gruppengesetze hören. 


Link:

Sonntag, September 05, 2010

Vorsicht Mission ! - Der christliche Missionar als Feind !

B"H

Am vergangenen Freitag abend (Erev Schabbat) machte ich mich mit einer Freundin nach Monaten der Abstinenz wieder einmal zu einem Schabbatot bei Rabbi Mordechai Machlis auf. Wie ca. 70 Gäste auch, warteten wir geduldig vor der Machlis - Tür, doch schon vorher kam in uns ein mulmiges Gefühl auf: Eine Reisegruppe junger deutscher (zweifelsohne) Christen strömte samt Reiseleiter heran. Obwohl sie aussahen, wie eine Kirchentagsgruppe wurde verkündet, nur zwei unter ihnen seien Nichtjuden.

Ich frage mich wie tief man sinken kann, sich bei einem Schabbatessen in Jerusalem als Jude auszugeben und den Mitmenschen und sich selber eins in die Hucke zu lügen. Wollte man nicht als Deutscher unangenehm auffallen oder war es einmal wieder mehr purer Philosemitismus ? Derlei Lügen nerven mich genauso wie nichtjüdische Deutsche, die sich im Internet (siehe FACEBOOK) jüdische bzw. israelische Namen verpassen. Neulich erst sah ich wie aus einem ANDREAS ein YARON wurde.

Sind die Leute noch normal oder steckt da eher Dummheit dahinter ? Ferner werden solche Ausreden / Lügen vorlieblich von christlichen Missionaren gewählt, denn man will dabei sein bei der Yiddischkeit. Man will bei Volk des J. dabei sein, um so ein "Feeling" zu bekommen.

Ich beschuldige die am letzten Freitag abend angerauschten Deutschen nicht der Judenmission, sondern der dreisten Lüge ! Mit besagten Leuten wollten wir nicht unbedingt unseren Schabbat verbringen, denn die Philosemitenblicke verderben einem das Essen.

Fazit: Wir gingen heim und machten dort Kiddusch bzw. assen unser Schabbatessen.
Mir tut Rabbi Machlis leid, der von nichtjüdischen Lügnern aufs Korn genommen wird.


Szenenwechsel:

Am Dienstag in einer Woche findet abends im Jerusalemer Kongresszentrum "Binyane'i HaUma" ein Anti - Missionskongress des nationalreligiösen Movements statt. Unter anderem sprechen dort Rabbi Shlomo Aviner, Rabbi Yehudah Deri sowie der Oberrabbiner von Kiryat Shemona, Rabbi Zephania Drori. Mitwirken tut ebenso der Vorsitzende und Gründer der israelischen Antimissions - Organisation "YAD LE'ACHIM", Rabbi Dov Lipshitz.
Das Thema des Kongresses lautet: "Ob die Nationalreligiösen Spendengelder von christlichen Vereinigungen annehmen sollen ?"

Seit einiger Zeit findet innerhalb der nationalrelig. Bewegung ein Aufruhr statt. Gerne nahm man bisher Gelder von Christen an und merkt allmählich, dass die knallharte Judenmission dahintersteht. Die Christen fordern ihren Spendentribut, denn so hatten sie sich den Zugang in die juedische Gesellschaft vorgestellt, in welcher es für sie gilt, die Juden zum falschen Meschiach J. zu bekehren.

Ich werde mich am 6. Tishrei auf zum Kongress machen und darüber berichten !


Kongress ? Warum gerade jetzt ?

Wieder einmal steht beim Ende September stattfindenden jüdischen Sukkot (Laubhüttenfest) der "traditionelle" Marsch der Christen durch die Jerusalemer Innenstadt statt. Organisiert von der missionierenden Christlichen Botschaft Jerusalems, finanziert von christlichen Missionsvereinigungen und unterstützt von fanatischen Christen aus aller Welt. Man kommt nach Jerusalem und zieht mit Pro - Israel - Plakaten durch die Innenstadt. Zu Tausenden fallen die Christen momentan ein, denn von den jüdischen Feiertagen wollen sie auch nocht etwas mitbekommen. Da muss man hin, da will man penetrant dabei sein, da will man mitmischen, sich breitmachen und umsonst vollfressen.

Penetranter und primitiver geht es kaum mehr. Da verteilt man Flugblätter an jüdische Kinder, gibt Süsses aus mit kleinen Missionsbildchen in den Kartoffelchips, scheut sich jedoch nicht, sich gleichzeitig bei jüdischen Organisationen den Bauch vollzuschlagen.

Der Marsch missionierender Christen durch unsere Stadt ist nichts weiter als eine Schande und muss boykottiert werden ! Jeder Christ, der an dem Marsch teilnimmt, hat nur eines im Sinn: Die JUDENMISSION ! Soweit mit bekannt ist, findet die Christenparade am 28. September statt und ich werde Photos der Missionare machen und diese in die Blogs stellen !





Der Missionar als Feind - Das Kongressplakat der Nationalreligiösen !

Photo: Miriam Woelke

Sonntag, Juli 18, 2010

Natur in Tel Aviv


Photo: Miriam Woelke

Sonntag, April 25, 2010

"Nationalreligiös : Haredi" - Ein Wechselbad der Gefühle


Haredim 

Photo: Israelity

B"H

Am Erev Shabbat (Freitag abend) war ich in Mea Shearim (einer der ultra - orthodoxen Stadtteile Jerusalems) eingeladen. Eines von so mehreren Ehepaaren, die ich dort kenne, lädt am Schabbat gleich mehrere Gäste ein. Fast alle aus der haredischen (ultra - orthodoxen) Welt. Yeshivastudenten, Seminargirls oder es schauen Nachbarn oder Bekannte vorbei.

Wie bei sovielen Familien in dem Stadtteil ist es üblich, dass sobald Gäste im Haus sind, Männlein und Weiblein in zwei getrennten Räumen sitzen. Wenn der Familienvater Kiddusch (Segen über den Wein) macht, dann hören die Frauen gewöhnlich nur den Segen, sehen ihn aber nicht.

Im Hause des Rebben der Chassidut Toldot Aharon wird das, meines Wissens nach, am strengsten gehandhabt, denn dort sind beide Räume nur durch ein kleines Fenster in der Wand miteinander verbunden.

Da vorgestern fast dreissig männliche Besucher (meist aus Yeshivot in der Nachbarschaft wie Brisk) eintrudelten und die Weiblichkeit in der Minderzahl war, wechselten wir Räume, denn bis zu dem Zeitpunkt vereinnahmten die Frauen den größeren Raum. Wir mussten alle in die Küche, damit die Männer in unseren Raum wechseln und wir danach in den ihren.

Auf weiblicher Seite waren wir vier Israelis, eine Amerikanerin, die Gastgeberin, ihre Tochter und ein paar der Enkelkinder. Mittendrin strömten sieben nationalrelig. Mädchen aus einer nationalrelig. Schule herein. Alle von ihnen im Alter von ca. 17 - 18 Jahren, doch noch nicht im Scherut Leumit (Zivildienst für nationalrelig. Frauen, die nicht zur Armee gehen). Wir waren am Essen als die Diskussion so richtig begann. Die Nationalrelig, sind bekannt für ihre Antipathie, wenn es um die haredische Gesellschaft geht. Sobald sie auf einen Haredi treffen, beginnt die Endlosdiskussion und die Dati'im Leumim wollen den Haredi von ihrer Sichtweise überzeugen. Und so auch am Freitag abend.

Bei Haredim sei alles immer so komisch, begannen die Mädels. 
Unsere Gastgeberin weiss um die Mentalität der Nationalrelig. und fragte zurück: 
"Wieso denn das ? Was ist denn hier komisch ?"
"Na, bei Euch sitzen alle immer getrennt. Das ist doch doof".
"Das ist halt so die Sitte unserer Familie. Bei uns hängt Männlein und Weiblein nicht einfach so zusammen, wenn wir Gäste haben.
Alle immer zusammen und so. Wir sind ja keine Tiere".



Nationalreligiöse 

Photo: Life


Nun muss man die (einmalige) Mentalität unserer Gastgeberin kennen und es fällt mir ausgesprochen schwer, diese zu beschreiben. Manchmal etwas flappsig, doch immer auf den Punkt, denn sie hat es mit der Tradition.

Die Aussage jedenfalls brachte die Nationalrelig. in Rage. Sie seien auch keine Tiere und in ihrer Gesellschaft gehe es auch gesittet zu. Nur eben nicht so.

"Findest Du Dein Leben gut ?" fragten sie die Gastgeberin.
"Was hat das jetzt mit meinem Leben zu tun ? Ich bin zufrieden und meine Kinder sind es auch !"
"Glaubst Du nicht, dass Du Deinen Kindern niemals die Chance gegeben hast, ihr eigenes Leben zu bestimmen ? Vielleicht wollen die ja gar nicht so sein wie Du, sondern offener ?" legten die Nationalrelig. los.
"Meine Kinder sind aber zufrieden und wollen gar nichts anderes. Im Gegenteil sie erlegten sich noch mehr eigene Gesetze (Chumrot) auf als ich mir".

Dann ging die Diskutiererei mit einer der anwesenden haredischen Frauen los: 
"Es muss ja wohl jeder seinen Weg selber finden, so die Nationalrelig. Und bei Euch ist ja die Suche noch nicht einmal erlaubt".
"Tz, tz, ich habe meinen Weg gesucht und gefunden".
"Du vielleicht, andere nicht".

Es gab Momente, bei denen ich dachte, dass die Nationalrelig. das Handtuch schmeissen und gehen. Taten sie aber nicht, denn die Gastgeberin ging auf sie ein. Plötzlich gaben nämlich zwei der nationalrelig. Israelinnen zu, selber chassidische Verwandte bei Gur und Sadigura zu haben. Am Ende war die Gastgeberin mit diesen zwei Mädels gut Freund, mit dem Rest weniger. 
Wie schnell sich aber die Atmosphäre ändern kann ist unglaublich.

Auf alle Fälle war es kein langweiliger abend !

Dienstag, März 30, 2010

Anti - Missionskongress

B"H

Am Donnerstag findet in der nationalrelig. Yeshiva "Ateret Cohanim" ein Anti - Missionskongress statt. Das nationalreligiöse Movement, welches jahrelang Riesensummen an Spenden von den fanatischen evangelikalen Christen aus den USA annahm, besinnt sich nun eines Besseren.

Auf dem zwischen 10.00 Uhr morgens bis 17.00 Uhr nachmittags stattfindenden Kongress werden, u.a., die Rabbiner Shlomo Aviner (Oberrabbiner von Beit El sowie Leiter der Yeshivat "Ateret Cohanim") wie Rabbi Zephania Drori (Leiter der nationalrelig. Hesder Yeshiva von Kiryat Shemona) sprechen.

Liebend gerne täte ich an dem Event teilnehmen und sprach deswegen schon mit einem Studenten der "Ateret Cohanim". Letztendlich aber weiss ich noch nicht, ob ich am Donnerstag in Jerusalem sein werde. Eigentlich wollte ich an der Küste herumreisen bzw. in das Tel Aviver "Diaspora Museum" sowie in das "Ben Gurion Haus" gehen.

Montag, Januar 18, 2010

SRUGIM - סרוגים



B"H

Innerhalb der letzten ca. sechs Monate sorgte die TV - Serie "SRUGIM" in Israel für Furore. Der Serienhalt befasst sich mit der sehr modernen orthodoxen Szene in den Jerusalemer Stadtteilen Katamon sowie der German Colony. Die Hauptstraße der zwei aneinandergrenzenden Stadtteile, Emek Refa'im Street, wird häufig gezeigt.





Die zwei nachfolgenden Videos geben einen kleinen Einblick in die "Szene". Junge nationalreligiöse Israelis suchen einen Schidduch (Ehepartner). Im Gegensatz zur haredischen (ultra - orthodoxen) Gesellschaft nehmen es die Charaktäre in "SRUGIM" weniger mit dem Anstand und der Halacha. Ein ziemlich verwirrender außerirdischer Zustand für jemanden, der sich ernsthaft der Religion zuwendet und nicht so dermassen nachlässig dahingleitet.

Der witzigste Part im ersten Video ist die Szene, in der sich mehrere Schidduchpartner einfinden, sich dem Gegenüber kurz vorstellen und dann aufrücken. Einer behauptet dabei, er komme aus Petach Tikwah und der Lubawitscher Rebbe sei der Meschiach. Sein weibliches Gegenüber verlangt bezüglich der Meschiachangelegenheit Beweise.

Die Videos sind in hebräischer Sprache sowie mit hebräischen Untertiteln versehen !





Zum zweiten Video:

Der Freund einer der Mitbewohnerinnen nächtigte in der weiblichen WG. Dies verursacht am Morgen einen Disput, denn die Mitbewohnerinnen hatten vereinbart, keine Männer in der WG unterzubringen. Ebenso war es der Mitbewohnerin peinlich, dass sie nur halb angezogen herumlief und plötzlich ein fremder Typ vor ihr stand.

Derlei WGs gibt es tatsächlich und ich selber habe vor einigen Jahren genauso gelebt. In relig. WGs ist dies Gang und Gebe. Übrigens anders herum ebenso, denn in männlichen WGs sind keine Frauen zugelassen.

Im Video steht der Freund morgens auf und verlangt nach Tefillin (Gebetsriemen). Das Kuriose hierbei ist, dass er gerade alle relig. Verhaltensregeln brach, aber gleichzeitig nach Tefillin verlangt. Seine Bekannte fragt bei der Nachbarin, die kurz darauf Tefillin vorbeibringt. Der Freund jedoch beschimpft daraufhin die Nachbarin als Reformlesbe.
Eine Parodie auf das ach so freie ungezwungene Verhalten der hypermodernen "Orthodoxen". Einerseits wollen sie als relig. betrachtet werden, andererseits aber brechen sie die Regeln wie es ihnen passt.


Donnerstag, Oktober 22, 2009

Keine Gelder von Christen

B"H

In so manchen Gemeinden Israels ist ein wahrer Boom ausgebrochen:
Da nehmen orthodoxe Juden Spendengelder von Christengruppen incl. jener Gruppen, welche die Judenmissionierung als ihr Hauptziel ansehen (z.B. die Evangelikalen), entgegen.
Ob nationalreligiös oder oftmals haredi, relig. Juden nehmen die Gelder, ohne zu Erkennen, welche Ziele diverse Christen damit verfolgen könnten. Nicht alle Christen führen Böses im Schilde, doch ist meist nicht genau zu erkennen, was genau dahinter steht. Spenden christliche Gruppen Geld, weil sie Israel tatsächlich helfen wollen oder steht nicht doch insgeheim die Mission dahinter ? Ist alle pure Freundschaft oder ein abgekartertes Spiel, um sich so einen Eintritt in die jüdische Gesellschaft zu erkaufen / erschleichen ?

Wer sich genauer umschaut, der wird feststellen, dass der israelisch - nationalrelig. Nachrichtensender ARUTZ 7 beträchtliche Geldsummen aus christlichen Quellen erhält. Genauso wie nationalrelig. Siedlungen oder nationalrelig. sogenannte "modern - Orthodox" Gemeinden / Synagogen in Jerusalem oder anderswo im Land. Man macht halt auf "Liberalität" und "tolle Gemeinsamkeiten bzw. Offenheit".

Ich sprach mit mehreren relig. Juden, welche sich nichts dabei denken, derlei christliche Spenden anzunehmen. "Sollen sie nur geben. Kann uns doch egal sein. Missionieren lassen wir uns nicht !" so die Antwort auf meine Frage, ob es nicht stört, die Spenden aus christlichen Quellen zu wissen.
Nichtsdestotrotz, es könnte eine christliche Agenda dahinter stehen wie "Wenn wir schon Geld geben, sollen uns die Juden gefälligst in ihre Institutionen einlassen !"


Das litvish - haredisch spirituelle Oberhaupt Israels, Rabbi Yosef Shalom Eliyashiv, sprach jetzt ein Verbot aus: Spenden aus den Händen des Rabbi Yechiel Eckstein und seiner Organisation "International Fellowship of Christians and Jews (Keren HaYedidut)" anzunehmen, ist verboten !
"Leute, welche Spenden aus dieser Quelle annehmen, helfen dem Götzendienst und christlichen Missionaren", so Rabbi Eliyashiv.

Es wurde höchste Zeit, dass Rabbi Eliyashiv einmal ein Statement diesbezüglich abgibt, auch wenn es vielen Nationalreligiösen gegen den Strich geht. Anscheinend streichen sie lieber Gelder von Christen ein und beteiligen sich dann hinterher gemeinsamen mit den Spendern an der Hetze gegen die Haredim (Haredi Bashing).

Link:

Wer ist Rabbi Yechiel Eckstein ?

Dienstag, September 22, 2009

Der Kampf um den Level

B"H

Innerhalb der nationalrelig. sowie haredischen (ultra - orthodoxen) Gesellschaft tobt ein Kampf um den eigenen Level: Wie relig. bin ich und bin ich nicht besser als mein Nachbar ?
In diversen Stadtteilen schaut man sich schon um, was der andere Part macht; wie die Kinder gekleidet sind (ja anständig) und wie fromm da jemand ist.

Mich hat dieses Vergleichsdenken schon immer genervt, doch kommt man in der relig. israel. Gesellschaft wohl kaum drumherum. Spätestens dann nicht, wenn man die eigenen Kinder unter die Haube bringen muss. In dem Moment wird beim etwaigen Ehepartner emsig darauf geachtet, dass er aus einem guten Stall (Haus) kommt und keine bösen Überraschungen auf einen warten.

Lösungsvorschläge ?

Keine, denn so funktioniert die Gesellschaft. Ob man das nun gutheißt oder nicht. Allerdings bedeutet dies nicht automatisch, dass ich mich dem anschließen muss. Es ist immer wichtig, auf sein eigenes Potential zu schauen und nicht auf das anderer.

Die Tage zwischen Rosh HaShana und dem am Sonntag abend beginnenden höchsten jüdischen Feiertag Yom Kippur werden "Aseret Yame'i Teschuva - die zehn Tage der Teschuva - Umkehr zu G - tt" genannt. In diesen Tagen haben Juden die Möglichkeit, das anstehende G - ttesurteil (erfolgend am Yom Kippur) über jeden Einzelnen zum Positiven zu ändern; ebenso zum Negativen, um dies auch einmal zu erwähnen.

Gehen wir aber vom Positiven aus:
An Rosh HaShana hat G - tt sozusagen drei Bücher vor sich liegen. Juden, deren gute Taten überwiegen, werden sofort ins "Buch des Lebens" eingetragen. Heißt, sie bekommen von G - tt ein weiteres Lebensjahr. Andere mit schlechten Taten erwartet kein so tolles Neues Jahr. Die Mehrheit der Juden aber befindet sich im Twilight. Es gibt gute und schlechte Taten und die Waagschale hält sich so in der Mitte. Wie also soll G - tt in dem Falle entscheiden ?

Wenn wir uns innerhalb dieser zehn Tage zwischen den beiden hohen Feiertagn einigermassen benehmen, Spenden geben, beten, eben unseren guten Willen zeigen, kann die positive Seite der Waagschale zu unseren Gunsten ausfallen. Aus diesem Grund sind derzeit viele Juden damit beschäftigt, vor G - tt einen guten Eindruck abzugeben. Selbst wenn dies nicht immer perfekt gelingt (wer ist schon perfekt), der Wille zählt letztendlich.

Ein jeder sollte in sich gehen und sich auf seinen persönlichen Level konzentrieren und seine Zeit nicht damit verschwenden, des Nachbarn Potential höher einzuschätzen.

Sonntag, Juni 28, 2009

Rabbi Shlomo Riskin will G - tt "wiedererwecken" !

B"H

Wenn es im Judentum nicht so klappt, dann macht man zumindest bei christlichen Missionaren Furore. So jedenfalls denkt und handelt wieder einmal (oder immer noch) der nationalreligiöse Oberrabbiner der Siedlung Efrat (nahe Jerusalem), Rabbi Shlomo Riskin.

Die israelische Antimissionssite "Jewish Israel" zeigt pikante Einzelheiten, die uns nachdenklich stimmen sollten:

http://www.jewishisrael.com/profiles/blogs/rabbi-riskin-takenin-or

Die übertriebene Ökumene des Rabbi Riskin ist nicht neu und seit Jahren macht er von sich reden, wie sehr er denn zu den Evangelikalen Christen steht.


Dienstag, Juni 23, 2009

Spannungen

B"H

Das israelische Online Magazin YNET berichtet von neuen Drohungen gegenüber Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3735669,00.html



Zum säkuleren Barkat gibt es viel zu sagen; unter anderem, dass er im letzten November nur zum Bürgermeister gekrönt wurde, weil Israels größte chassidische Gruppe, die Gerrer (Gur) Chassidim, sich gegen den haredischen Gegenkandidaten Porush aussprachen und aus Trotz Nir Barkat wählten. Nicht nur Gur, sondern ebenso befahl der Belzer Rebbe seinen Chassidim für Barkat zu stimmen. Im gegenseitigen Einvernehmen mit Gur.
Kurz gesagt, es lief einen Gerre Fehde gegen den ultra - orthodoxen Gegenkandidaten Me'ir Porush, denn diesen betrachtet der Gerrer Rebbe als persönlichen Feind.

So kam ein säkulerer Bürgermeister nach dem relig. Uri Lupolianski und Gur erhoffte sich folglich einigen Einfluss. Schließlich war ja Barkat nun irgendwie verpflichtet. Doch Pustekuchen ! Nir Barkat macht, was er will und die antizionistische Dachorganisation "Edah HaCharedit" aus Mea Shearim lacht sich über Gur und Belz ins Fäustchen.

Immer noch ziehen die Demos um Barkats Freigabe des städtischen Parkhauses am Schabbat ihre Kreise und an diesem Schabbat wird es, allem Anschein nach, wieder knallen (zwischen der Edah und der "zionistischen" Polizei). Die Gay Parade steht am Donnerstag an und auch da werden Ausschreitungen auf haredischer Seite erwartet.

Und nun steht Nir Barkat auch schon neuer Ärger ins Haus. Erneut mit Gur, Belz und weiteren Mitgliedergruppen der in der Knesset vertretenen haredischen Partei "Yahadut HaTorah".

Worum geht es jetzt wieder ?

Am Sonntag gab Nir Barkat von sich, dass er sich einen ZIONISTISCHEN Oberrabbiner für Jerusalem wünsche. Im Klartext: Einen nationalrelig. Rabbiner und keinen haredischen !
Daraufhin drohten Mitglieder der Yahadut Hatorah dem Bürgermeister. Sollte es einen zionistischen Oberrabbiner Jerusalems geben, werden die Haredim folglich dessen halachische Beschlüsse boykottieren. Auch wird das Kaschrutzertifikat (Hechscher) eines solchen Rabbis nicht anerkannt werden.

All diese Forderungen und Themen haben eine unendlich lange Vorgeschichte und es ist keineswegs einfach, dies an dieser Stelle alles darzulegen. Deswegen sollte jeder, der weitere Fragen hat, diese stellen !

Bisher war mir absolut unbekannt, dass ein "städtisches Rabbinat" den Jerusalemer Oberrabbiner zu ernennen plant und nicht das allgemeine Oberrabbinat, welches mehrheitlich im Besitz der Haredim ist. Demnach besitzt Nir Barkat Entscheidungsgewalt.
Zweitens sei zu beachten, dass hier die "Yahadut HaTorah" droht und keineswegs jene chassidischen sowie litvishe - haredischen Gruppen, welche sich zu den Mitgliedern der Edah HaCharedit zählen. Haredi bedeutet nicht immer gleich Haredi und es ist bestimmt nicht leicht, alle Unterschiede auf einmal zu erfassen !

Die Mitgliedergruppen der Edah HaCharedit aus Mea Shearim (Satmar, Toldot Aharon, Dushinsky, Toldot Avraham Yitzchak, Teile Breslov, diverse litvish - haredische Gruppierungen, Chassidut Spinka und weitere) betrachten die Yahadut HaTorah mit Gur, Belz, Vishnitz sowie litvishen Haredim als "zionistisch" denn sie sind in der "zionistischen" Knesset des "Zionistenstaates" vertreten. Andererseits sind weder Gur noch Belz noch Vishnitz noch etc. zionistisch !!!

Wie das ?

Die Gruppierungen der Yahadut HaTorah sind keine Zionisten, doch glauben sie daran, den weltlichen Staat Israel in einem positiven relig. Sinne zu beeinflussen. Deswegen sitzen sie in der Knesset (mit 5 Sitzen).

Die Edah hingegen erkannte noch nie etwas an und stellte schon im Jahre 1921 ihre ersten eigenen Oberrabbiner, Rabbi Yosef Chaim Sonnenfeld, auf. Im Gegensatz zum damaligen Oberrabbinats des Britischen Mandats (Palästina), Rabbi Avraham Yitzchak haCohen Kook (ausgesprochen: Kuk). Bis heute erkennt die Edah die Kaschrut (Koscherzertifikate) des Oberrabbinates nicht an. Man ißt auch nichts von Belz, was wiederum einschlägige politische Gründe hat. Aus Rache ißt Belz auch nichts von der Edah !


Die Edah arbeitet nur auf einem Gebiet mit dem "zionistischen" Rabbanut (Oberrabbinat) zusammen und das ist im Bereich der Ausstellung von Geburts - sowie Heiratsurkunden. Hier kommt die Edah nicht um eine Zusammenarbeit herum, denn das Rabbanut besitzt die gesetzliche Oberhohheit.

Und nun kommt Nir Barkat mit seinem eigenen städtischen Rabbinat ins Spiel. Die Yahadut HaTorah droht halachische Beschlüsse eines eventuellen zionistischen Oberrabbiners zu boykottieren. Die Edah kümmert das alles nicht, denn sie leben eh ihr eigenes Leben.

Mir drängt sich allerdings die Frage auf, wieso Jerusalem einen Oberrabbiner braucht. Ohne ihn sind doch bisher alle gut gefahren. Wozu also das Geplänkel ? Und die Haredim halten sich sowie nicht an einen haredischen Oberrabbiner, da sie ja ihren eigenen Rebben haben. Und die Edah zieht ihr eigenes Ding ab.

Können die Leser noch folgen oder sind sie im Wust der Politlandschaft bzw. der Intrigen untergegangen ? Falls jemand nicht mehr nachkommt - keine Sorge, denn die wenigstens Israelis sind in der Lage, durch das Chaos noch durchzusteigen.

Sonntag, Mai 31, 2009

Hachnasat Sefer Thora in MERCAZ HARAV

Mercaz Harav in Jerusalem

B"H

Die nationalrelig. Yeshiva (religiöse Schule) MERCAZ HARAV im Jerusalemer Stadtteil Kiryat Moshe feiert an diesem Dienstag die Einweihung einer neuen Thorarolle (Hachnasat Sefer Thora).


Offiziell findet das Event am Dienstag (2. Juni 2009 / 10. Sivan 5769) zu Ehren des verstorbenen einstigen aschkenazischen Oberrabbiners sowie ehemaligen Yeshivaleiters (Rosh Yeshiva), Rabbi Avraham Elkana Kahana Shapira z"l statt.


Die Veranstaltung findet um 19.30 Uhr in Mercaz HaRav statt.

Links:

Mercaz HaRav (Wikipedia)

Mercaz HaRav (Homepage)

Mercaz HaRav Massaker

Freitag, Mai 22, 2009

Bildung innerhalb der religiösen jüdischen Gesellschaft

B"H

Bildung innerhalb der religiösen jüdischen Gesellschaft:

http://chassidicstories.blogspot.com/2009/05/bildung-innerhalb-der-religiosen.html

Wie eine Vatergeneration versucht, ihr Machtpotential aufrechtzuerhalten.

Dienstag, April 28, 2009

Wer darf seine Meinung kundtun ?

B"H

Ein aktueller haredischer Cartoon zur Geschlechtertrennung in öffentlichen Jerusalemer EGGED - Bussen. Betreffend allerdings nur solche Buslinien, die überwiegend von der haredischen Bevölkerungsgruppe benutzt werden.

Das Poster besagt, dass Geschlechtertrennungen bei Hochzeiten anscheinen anerkannt werden wohin gegen die geforderte getrennte Sitzordnung in Bussen abgelehnt wird. Die Schlange auf dem Dach steht für ein "Satanisches Orchester" und der Bus an sich repräsentiert die Jerusalemer Linie 2 von Har Nof zur Klagemauer (Kotel).

Sobald die säkulere israelische oder die nationalreligiöse Presse über die haredische Forderungen nach der Geschlechtertrennung in öffentlichen Bussen berichten, scheinen sie sich an dem Thema so richtig zu ergötzen und hochzuziehen. Ein Kommentarschreiber auf der Arutz 7 site meinte sogar, er befände sich wohl auf den "Kabul News". Dagegen wirkt mein Kommentar geradezu objektiv:

Nr. 8

As the Maharal in his commenatry on Pirkei Avot states: You are not
alone in this world and each of us has to deal with his environment.

Male Haredim should learn how to resist there Yetzer. However, I believe
that separate buses are also a political statement within haredi society.
Who is more powerful ?
The Agudah or the Edah !

Separate
sidewalks do exist in New Square / Monsey (chassidut Skver). Some groups have
been thinking about introducing them in Bnei Brak and Beit Shemesh.


Die von den Haredim eingeforderte getrennte Sitzordnung (Männer vorne, Frauen hinten) sorgt auch weiterhin für Wirbel, obwohl die Aussichten auf eine Realisierung fast gen Null gehen.
Ich sage nicht, dass ich für die Geschlechtertrennung bin, dennoch sollten sich alle mehr bemühen, die eigentlichen Gründe kennen zulernen. Nicht nur die Haredim wollen getrennt sitzen; auch andere Leute täten sich so wesentlich wohler fühlen.

Von dem leidigen Busthema einmal abgesehen: Besitzen jene Leute, die fast nichts mit der haredischen Gesellschaft zu tun haben geschweige denn etwas über sie wissen, ein Recht, sich dermassen aufzuregen und die Haredim madig zu machen ? Mit der Stereotype nur so um sich prahlend.

Und hat das nationalreligiöse Movement überhaupt ein Recht, in die Stereotype mit einzustimmen nach allem, was die Mizrachisten den Chassidim während des Zweiten Weltkrieges antaten ?

Links:

Rabbi Michael Dov Weissmandel

http://www.fantompowa.net/Flame/weissmandel_ten_questions.htm
http://www.fantompowa.net/Flame/weissmandel_lublin.htm