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Mittwoch, August 29, 2012

Neue Kalender für 5773 / תשע"ג

B"H

Mitte September feiern wir das jüdische Neujahrsfest Rosh Hashana und da wird es Zeit, sich einen neuen Jahreskalender zuzulegen. In Israel kaufen wir uns nicht zum 1. Januar neue Kalender, sondern zum Rosh Hashana, welches meist im September stattfindet. 

Nicht nur, dass ein Jahr in Zahlen ausgedrückt wird, sondern es werden ebenso Buchstaben verwendet, da die Buchstaben des hebräischen Alphabetes auch für Zahlenwerte stehen.

Das Neue Jahr gemäss dem jüdischen Kalender wird das Jahr 5773 sein, welches als Zahl wie folgt aussieht:  תשע"ג

Für mich ist es wichtig, sämtliche relig. Daten in einem Kalender aufgelistet zu bekommen. So ausführlich, dass ein regulärer Kalender da nicht mithalten kann. Einen Kalender meiner Wahl erhalte ich dagegen in meiner Stammbuchhandlung für relig. Bücher, im ultra – orthodoxen (haredischen) Stadtteil Mea Shearim in Jerusalem. Hier ein winziger Blick in einen solchen Kalender:




Beginnen tut der Kalender mit dem Rosh Hashana und endet zum Rosh Hashana des darauffolgenden Jahres. 



Photos: Miriam Woelke

Montag, August 01, 2011

Das Haus des BABA SALI in Rissani / Marokko

B"H

In Israel ist der vor mehr als zwanzig Jahren verstorbene Kabbalist BABA SALI, Rabbi Israel Abuchatzeira (1890 - 1984), bis heute unvergessen. Ein Enkel von ihm, Rabbi Elazar Abuchatzeira, wurde am vergangenen Donnerstag ermordet, und allein aufgrund der Tatsache, dass Rabbi Elazar einer der "Abuchatzeiras" ist, gewinnt der Mord in Israel an Brisanz.

Die Nachkommen des Baba Sali sind bis heute weit verzweigt und halten Rabbinerpositionen in mehreren Orten des Landes inne.



Presented by Diarna (www.diarna.org): Enter the old mellah (Jewish quarter) of Rissani, a city in southeastern Morocco near the Algerian border, and explore its narrow alleyways in search of a famous home. Buried inside the mellah's labyrinth is the former home of the Baba Sali (Rabbi Yisrael Abuhatzeira), an internationally renowned rabbi. Before he became an icon in Israel, France, and around the world, the Baba Sali lived on the edge of the Sahara desert in Morocco. In 1912, his brother was murdered in Rissani, purportedly sacrificing his life to a local chieftan so that the rest of the Jewish community could survive. The Baba Sali continued to lead the large Jewish community of the Tafilalet region of southern Morocco, training most of the rabbis in the area. In 1950, he sold his home to a Muslim woman and left for Israel. After moving in, she recounts that the Baba Sali appeared to her in a dream and told her not to live in the house. She eventually vacated the home — which now sits empty — but opens it up so visitors can light candles by the well in the home's central courtyard.

This video begins with a walk into the mellah via the main gate, which for centuries was locked at night, enclosing the Jewish inhabitants. Visitors then proceed down a winding street until eventually arriving at the dark alleyway where the Baba Sali's home is located.


Links:
 Alles, was in Israel Rang und Namen hat, reist zur Shiva im Haus des erstochenen Rabbiners.


Gematria on Rabbi Elazar Abuchatzeiras Murder Case

Gematria: 

Jeder hebräische Buchstabe steht auch für eine Zahl und wenn man die Zahlenwerte eines Wortes zusammenzählt, können diese mit identischen Werten an anderer Stelle verglichen werden. Somit ergibt sich ggf. ein Zusammenhang mehrerer unterschiedlicher Thorastellen. 

Ein bekanntes Beispiel:

Die Buchstaben des Wortes AMALEK (der Feind Israels, Nachkomme Esavs und bis heute dient das Wort AMALEK für sämtliche Feinde Israels) ergeben denselben Zahlenwert wie "SAFEK - Zweifel". Somit will Amalek die Juden von der Thora abbringen. 

In diesem Zusammenhang sei zu beachten, dass Amalek nicht nur ein Nachkomme des Esav war, der die Juden hasste. Bis heute dient Amalek als ein KONZEPT für den ewigen und sinnlosen Judenhass bzw. Antisemitismus.

Sonntag, November 07, 2010

Buchstaben und Wörter

B"H


Verschiedene Quellen des Judentums lehren, dass G - tt die Welt und uns anhand von Wörtern, Sätzen sowie Buchstaben erschuf. Hierauf geht die Kabbalah besonders detailliert ein. G - tt erschuf die Welt mit Zehn Aussagen wie u.a. "Und es werde Licht …". Die hebräischen Buchstaben nehmen im Judentum genauso wie in der Kabbalah ein wichtiges Spektrum ein. Unter anderem erhalten wir die Gematria (hebräische Buchstaben werden ebenso durch Zahlen ausgedrückt und aufgrunddessen lassen sich Wörter oder Sätze mit den gleichen Zahlenwerten miteinander vergleichen bzw. stehen in Verbindung zu einander). Adam HaRishon, der erste Mensch, hatte im Paradies die Aufgabe, den Tieren ihren jeweiligen Namen zu geben. In der hebräischen Sprache.


Was drücken die jeweiligen Buchstaben meines eigenen Namen aus ?
Hebräische Buchstaben drücken stets die innere Bedeutung aus. Die innere Bedeutung eines Namens, zum Beispiel. Mein Name ist nicht nur mein Name, sondern spiegelt das innere meiner Seele wieder. Meine Pnimiyut. Ein Name bildet meinen Charakter und deswegen ist es wichtig, jeden Menschen mit seinem Namen anzureden.


Was spiegeln die Buchstaben der Namen G - ttes wieder ?
Grundsätzlich hat jeder Gegenstand und jedes Tier einen Namen / eine Betitelung, welcher den inneren Aspekt wiederspiegelt.


Nun verwendet G - tt jedoch sprichwörtlich keine Worte oder Sätze, denn dieses ist die Symbolsprache der Thora. Weder spricht G - tt noch hat Er Arme oder Beine.
Was also sind dann die jeweiligen Buchstaben oder Sätze wirklich ? Was sind die Buchstaben in der Thora ?


Die hebräischen Buchstaben sind nichts weiter als die Quelle bestimmter Energien, die freigelassen werden. G - tt handelt in einem bestimmten Umfang und verschiedenartig Seinen Namen entsprechend. Manchmal stehen für Ihn gleichzeitig zwei Namen in der Thora. "A - do - nai E - lo - hej - nu". Hierbei handelt G - tt sowohl mit Güte als auch mit Gericht und die Namen bzw. Buchstaben setzen besondere Energien frei. Energien, die auf das innere Wesen G - ttes schliessen lassen.

Kein leicht verständliches Thema, doch sollten wir uns die eigentliche Bedeutung der Buchstaben vor Augen halten und zumindest eine kleine Ahnung bekommen, wofür sie stehen.


Donnerstag, Februar 25, 2010

Parashat Tetzaveh - Zachor - פרשת תצוה - זכור


Das "Choschen" des Cohen HaGadol (Hohepriester)




B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Der Schabbat vor Purim (welches wir am Sonntag bzw. Montag kommender Woche feiern) ist stets "Schabbat Zachor". G - tt trug uns auf, niemals zu vergessen, wie hinterhältig Amalek die Israeliten in der Wüste angegriffen hatte. Und dies einzig und allein aus dem Grund, weil sie Juden waren. Später befahl einer der Nachkommen der Amalekiter, Haman, die Juden Babylons auszurotten (siehe das "Buch Esther - Megillath Esther).

Bis heute verfolgt uns Amalek, der einstige Enkel Esavs, dessen Nachkommen von vielen Kommentatoren als jene Menschen gesehen werden, welche das Judentum zu vernichten planen. An oberster Stelle steht dabei Nazi - Deutschland. In der Vergangenheit war es Rom, heute sind es Europa und die USA.

Weiterhin jedoch handelt es sich bei "Amalek" genauso um ein zweites Konzept. Wenn wir allein auf die Gematria des AMALEK schauen, erhalten wir die Summe 240.

Nur nebenbei: In der hebräischen Sprache steht jeder Buchstabe für einen Zahlenwert. Das ALEPH ist eine Eins, das Beit eine Zwei, usw.

Die Buchstabensumme des Amalek ergibt also 240 genauso wie das hebräische Wort für ZWEIFEL (Safek). Beide Wörter ergeben 240 und müssen demzufolge in Verbindung miteinander stehen. Daher das "Konzept Amalek", welches den Zweifel in uns selbst beschreibt. An G - tt und der Thora zweifeln oder sich einreden, dass dies alles nicht mehr so wichtig ist und man ein neues Leben ohne das alles beginnen sollte. Sobald derlei Zweifel aufkommen, haben wir die Aufgabe, diese zu besiegen. Unsere eigene "Yetzer HaRah - negative Seite in uns" zu besiegen und dementsprechend einen Tikun (Seelenkorrektur) hervorzurufen.

In chassidischer Literatur besteht, wie mehrere Male beschrieben, das Konzept des "ZADDIK" (Gerechten) und gerade bei den Chassidim nimmt vor allem der Rebbe der derweiligen Gruppe den Platz des Zaddik ein. Ein Zaddik verfügt über einen "speziellen Kanal / Verbindung " zu G - tt und er bringt anhand von Gebeten und Mitzwot seine Chassidim in die oberen spirituellen Welten.

Der einstige Rebbe der Chassidut Gur, bekannt unter dem Namen SEFAT EMET, lehrt:
Die Midrasch lehrt, dass jeder Jude individuelle Aufgaben in dieser Welt besitzt. Genau wie ein Engel. Nur das ein Engel mit nur einer einzigen Aufgabe in dieser Welt auftritt und nicht mit mehreren zusammen. Das ist es, was die Zaddikim tun.

Der Krieg gegen Amalek fand nicht nur damals in der Wüste statt, sondern er setzt sich bis heute fort !

Die vorherige Parashat Terumah lehrte uns jegliche Einzelheiten über den Bau des Mischkans (Tabernakel), wogegen wir aus der dieswöchigen Parashat Tetzaveh erfahren, wie wir die Mitzvot im Mischkan erfüllen sollen. Gleich im ersten Satz der Parsha sagt G - tt zu Moshe, dass dieser den Israeliten auftragen (Tetzaveh) soll, reines Olivenöl zum Anzünden des Ewigen Lichtes zu bringen. Die Chassidut lehrt uns, dass alles in der physischen Welt seine Wurzeln in der oberen geistigen Welt (spiritual world) hat. Auch das Ewige Licht hat seine Wurzeln in der "upper spiritual world" und wird bis hinunter zu uns weitergeleitet. So wird die obere mit der unteren unseren Welt verbunden (Noam Elimelech und Degel Machane Ephraim).

In der hebräischen Sprache drückt das Wort "Tetzaveh" eine sofortige Erfüllung aus. Die Gabe des Olivenöl sollte umgehend erfolgen. Mit den individuellen Gaben für das Mischkan hat jeder Israelit einen Anteil daran. Da wir derzeit keinen Tempel besitzen, gibt es auch kein Ewiges Licht mehr. Das Licht, welches uns jedoch immer bleibt ist die Thora. Die Lichter des Tempels können erlöschen, doch ist es unmöglich, das Licht der Thora auszuschalten (Sefat Emet).

Der einstige Ischbitzer Rebbe Mordechai Yosef Leiner kommentierte im Zusammenhang mit der Mitzwah des puren Olivenöls:
Olivenöl wird von vielen Thorakommentatoren als Symbol der Weisheit (Chochmah) gesehen und hier erhält Moshe von G - tt den Auftrag, die Weisheit, welche im jüdischen Volke ist zu nehmen, und Ihm (G - tt) näherzuführen. Die Weisheit, dass es da EINEN G - tt gibt, der alles erschuf.

Das Buch "Sefer Hama'amorim" sieht in dem Wort "Tetzaveh - Auftragen" nicht nur diese einzige alleinige Bedeutung. "Tetzaveh" stammt ebenso von dem Wort "Tzavsa - verbinden" und hier sollen G - tt und die Juden miteinander verbunden werden. Der Kli Yakar (Rabbi Shlomo Ephraim Lunshitz, ca. 1550 - 1619, aus Lemberg und Prag) kommentierte seinerzeit: Moshe fungierte als spiritueller Kanal, durch den G - tt Seine Wunder erscheinen liess. Der Malbim, Rabbi Me'ir Leibish ben Yechiel Michel, 1809 – 1879, Rabbi in Deutschland, Rumänien und Russland, sah Moshe ebenso als Medium zwischen den Israeliten und G - tt. G - tt betrachtete Moshe als denjenigen, durch den Er Seine Thora an die Juden weiterleiten konnte.

Warum aber forderte G - tt die Juden auf, pures reines Olivenöl zu benutzen ? 
Jeder kann so religiös sein, wie er will, doch befinden wir uns alle auf unserem persönlichen Level; der "Madrega - Stufe". Wir können sagen, dass wir dieses oder jenes halt so tun und die Mitzwot erfüllen. Okay, ich halte den Schabbat und begehe keinen Verstoss gegen die Halacha. Kein Problem und derjenige erfüllt die Mitzwah. Doch hat er die Mitzwah mit Freude vollbracht ? Hat er spirituell etwas für sich erreicht, außer der Gewissheit, den Schabbat gehalten zu haben ? Eine höhere Madrega wäre, wenn er nicht nur stumpf alles einhält, sondern dies mit Freude tut. Seinen Schabbat mit Liedern und Thoragesprächen würzt.
Warum heißen Chassidim "Chassidim" ? Eben weil sie fromm sind und über die Thoramitzwot hinausgehen. Man kann die Chanukkahkerzen ganz normal zünden. Mit Kerzen halt. Ein höherer Level aber wäre Olivenöl wie damals die Menorah im Tempel.

Demnach müssen wir uns entscheiden, auf welcher Madrega wir wandeln wollen. Einfach nur sagen, okay, ich vollbringe das... Dagegen ist nichts einzuwenden, doch gibt es (kenne ich) viele Leute, die sich damit nicht zufrieden geben und mehr wollen und auch tun. Nicht verbissen rumwerkeln, sondern aus purer Freude heraus.

Das nächste Gebot, welches Moshe von G - tt erhält, ist die Herstellung der acht Kleidungsstücke des Hohepriesters (Cohen HaGadol). In kabbalistischer sowie talmudischer Literatur repräsentiert jedes dieser Kleidungsstücke einen Tikun (eine Seelenkorrektur). Jedes einzelne Vergehen der Israeliten wird sozusagen von einem der Kleidungsstücke "repariert" (hebrä. Mekaper).

Die Talmud Traktate Zevachim 88a und Arachin 16a geben hierzu eine Liste:

Der Umhang (Ketonet) reparierte das Blutvergiessen, die Hose (Michnas) moralisches Fehlverhalten, der Turban reparierte die Arroganz, der Gürtel falsche Gedanken vom Herzen, das Choschen die Ungerechtigkeit, das Ephod den Götzendienst, der Mantel böswilliges Gerede und das Zitz am Kopf reparierte die Gleichgültigkeit gegenüber G - ttes Geboten.

Viele Kommentatoren sind der Meinung, dass es hierbei nicht nur um die Kleider des Hohepriesters (Cohen HaGadol) geht. Es geht um Kleidung überhaupt. Im Judentum drückt die Kleidung den Charakter des Menschen aus. Sie gibt dem Menschen nicht nur ein gewisses Erscheinungsbild, sondern zeigt genauso seine Moral (Rabbi Samson Raphael Hirsch).

Die Kleidung des Hohepriesters machte ihm zu etwas Besonderem und er unterschied sich dadurch von allen anderen. Genauso sollten wir uns durch unsere Kleidung von derer anderer Nationen unterscheiden. Durch anständige Kleidung vollbringen wir einen Tikun für uns selbst und diese Art der Kleidung hält uns davon ab zu sündigen (Rabbi Moshe Chaim Luzzatto – Ramchal).

Viele haredische Freunde sagten mir, dass sie sich durch ihre Kleidung immer auf einem religiösen höheren Level befinden, welcher sie von relig. Vergehen abhält. Ich selbst habe auch schon diese Erfahrungen gemacht.

Rabbi Kook gibt zu dem Thema ein exellentes und berühmtes Beispiel aus dem Talmud Traktat Shabbat 31a:

Ein Nichtjude ging einmal an einer jüdischen Schule vorbei und hörte wie der Lehrer den Kindern die Kleidung des Hohepriesters lehrte. Der Nichtjude fand Gefallen an der Kleidung und beschloß, zum Judentum zu konvertieren. Er dachte, dass er nach seiner Konversion zum Hohepriester ernannt werden wird und diese tolle Kleidung tragen darf.
Der Nichtjude ging also zu Schammai und trug ihm sein Anliegen vor. Doch Shammai akzeptierte ihn nicht. Das Judentum besteht nicht nur aus dem Dienst des Hohepriesters allein und der Nichtjude sollte schon andere Motivationen mitbringen. Daraufhin ging der Nichtjude zu Hillel. Er sagte ihm, dass er konvertieren wolle, um Hohepriester werden zu koennen. Hillel antwortete ihm, dass er zuerst einmal lernen muss, was ein Hohepriester für Aufgaben hat. Der Nichtjude lernte sehr ausführlich die jüdische Religion und fand so allein heraus, dass er nach seiner Konversion (als Konvertit) niemals Hohepriester sein kann. Nicht einmal König David hätte Hohepriester werden können, da er kein Cohen war. Wie also kann ich als Fremder, der zum jüdischen Volk kommt, Hohepriester werden ?


In der nächsten Woche feiern wir Purim. In Jerusalem wird am Montag (1. März) "Schuschan Purim" gefeiert und in fast allen anderen Orten der Welt findet Purim schon am Sonntag statt.

Solange es auf dieser Welt Antisemitismus gibt und andere Völker Juden einfach so ausrotten wollen, solange ist Purim allgegenwärtig und deswegen sollten wir dem Fest eine besondere Bedeutung einräumen.

Der Herausgeber des Naziblattes "Der Stürmer", Julius Streicher, sagte wenige Sekunden vor seiner Hinrichtung durch den Strang "Purimspiel". Streicher wusste ganz genau, dass er in dem Augenblick der Haman war, der da, wie allen anderen Nazigrössen am Galgen endete. Was Streicher vielleicht nicht bekannt war: Die Bedeutung des Jahres, in welchem er hingerichtet worden ist stand in einem besonderen Zusammenhang mit dem Jahr der Hinrichtung des Haman und dessen Söhne.


Schabbat Schalom und Purim Sameach !!!

Sonntag, Dezember 27, 2009

Der hebräische Buchstabe ALEPH

B"H
  
Wie ich bereits HIER sagte, besteht das hebräische Alphabet mit seinen 22 Buchstaben nicht einfach nur so aus Zeichen oder Konsonanten; jeder einzelne Buchstabe steht gleichzeitig für eine Zahl und die Form des Buchstabens für eine kabbalistische tiefere innere Bedeutung.

Schauen wir uns nur den ersten Buchstaben, das ALEPH an.
 
Hier in Druckschrift




Und hier in Schreibschrift




Das ALEPH steht für eine 1 und die Mystik sagt uns, dass der Buchstabe eigentlich aus zwei Yud (der zehnte Buchstabe des Alphabets) geformt ist.




Das YUD


 

Das YUD im Wort " chai - leben" 


Die Zehn Gebote, welche die Israeliten am Berg Sinai erhielten, begannen mit dem Buchstaben ALEPH:

"Ani HaShem …"


Ani = ICH


Und an dieser Stelle sagt G - tt "ICH".


Das ALEPH, die 1, symbolisiert den ewigen alleinigen EINEN G - tt. Das Aleph ist das Symbol G - ttes als Erschaffer sowie als Herrscher über das gesamte Universum. Das Aleph ist etwas Ganzes / Komplettes, denn die Kabbalah besagt, dass die beiden Yud die unteren Wasser sowie das obere Firmament darstellen. Eine Verbindung der oberen mit der unteren Welt sozusagen, was im Grunde genommen nur G - tt sein kann. G - tt ist EINS besagt der Monotheismus. Er ist der Alleinherrscher auf ewig und vollkommen zeitlos. G - tt unterliegt keinerlei Veränderungen. Bei Ihm handelt es sich um eine einzige vollkommen perfekte Einheit, weit von unserem Vorstellungsvermögen. Obwohl wir G - tt aus der Thora mit unterschiedlichen Charaktereigenschaften wie einen "zornigen" oder "gütigen" G - tt kennen, beschreiben diese Darstellungen keineswegs Seine "Launen", sondern um Handlungsweisen, welche wir lediglich in einer vermenschlichten Sprache in der Lage sind, zu erfassen. Rabbi Munk gibt hier das Beispiel des Rabbi Gedaliah Schorr, welcher genau dieses Konzept mit den Sonnenstrahlen vergleicht, die durch ein Prisma gesehen werden. Wir sehen nichts Genaues, sondern unser Auge erfasst etwas, was wir dann zu interpretieren versuchen, es jedoch nie genau können.

Das Aleph symbolisiert die unendlichkeit Natur G - ttes. Die zwei Yud sind in der Mitte miteinander verbunden und bilden somit ein Aleph.
Jeder hebräische Buchstabe dient als ein "Verbindungskanal" zwischen Himmel und Erde. Die Menschen kommunizieren mit G - tt anhand von Gebet sowie der Erfüllung der Mitzwot (Juden die 613 Mitzwot) und Nichtjuden (anhand der Sieben Noachidischen Gesetze).
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Quellen:

- "The Hebrew Letters" von Rabbi Yitzchak Ginsburgh

- "The Wisdom of the Hebrew Alphabet" von Rabbi Michael L. Munk

Mittwoch, Dezember 23, 2009

Die hebräischen Buchstaben im Erschaffungsprozess


B"H

In der vorangegangenen Parashat Vayigash brachte ich die Sprache auf die verschiedenen Bedeutungen der Buchstaben des hebräischen Alphabetes. Unter anderem ist dort vom einstigen Bediensteten Avrahams, nämlich dem Eliezer, die Rede, dessen Name den Zahlenwert 318 ergibt. Wie das ?
Jeder hebräische Buchstabe besitzt seinen eigenen Zahlenwert und so lassen sich Zahlen mit einem Wort ausdrücken. Jedes Wort besitzt demnach seinen Zahlenwert und wenn wir Worte mit demselben Zahlenwert miteinander vergleichen, ergibt sich meist eine innere verborgene Verbindung.

In Israel nennen wir daher den ersten Wochentag (Sonntag) "Yom Rischon - erster Tag" aber genauso kann man auch YOM ALEPH sagen. Der erste Buchstabe des Alphabetes, das ALEPH, steht für die 1 und wer YOM ALEPH sagt, der meint den Sonntag. YOM BETH ist der Montag (Yom Scheni - zweiter Tag), YOM GIMMEL ist der Dienstag (Yom Schlischi - dritter Tag), YOM DALED = Mittwoch (Yom Revi'I - vierter Tag), YOM HEH = Donnerstag (YOM CHAMISCHI - fünfter Tag), YOM VAV = Freitag (YOM SCHISCHI - sechster Tag) und nur der Schabbat trägt als Wochentag einen richtigen Namen.
Die Wochentage werden vielerseits bei Öffnungszeiten der Banken, von Geschäften oder Institutionen verwendet.

In der jüdischen Kabbalah besitzen die Formen der hebräischen Buchstaben ebenso eine mystische Bedeutung. Zu dem Thema möchte ich zwei sehr gute englische Bücher empfehlen. Zum einen "The Hebrew Letters" vom Chabad Rabbiner Yitzchak Ginzburgh, welcher hier die Buchstaben eher mystisch angeht und deren Formen definiert. Zum anderen brachte ARTSCROLL MESORAH ein sehr gutes, leicht verständliches Buch "The Wisdom in the Hebrew Alphabet" heraus. Der Autor ist Rabbi (Yechiel Aryeh) Michael L. Munk, dessen Vater, Rabbi Ezriel Munk, einst der Rabbiner der Adas Israel Gemeinde zu Berlin war. Im Jahre 1938 flüchtete Rabbi Michael Munk nach England und im Jahre 1941 kam er nach Boston und entging so dem Holocaust in Europa.

Der israelische Chabad - Rabbiner Yitzchak Ginzburgh dürfte ein Begriff sein. Nicht nur wegen seiner rechten politischen Äußerungen, sondern insbesondere aufgrund seiner kabbalistischen Vorträge, Bücher sowie seiner Website "Inner.Org".

G - tt erschuf unser Universum so, dass alles Kreierte seinen eigenen alleinigen Auftrag hat, etwas zu vollfüllen. Für jegliche Existenz hat G - tt einen Plan und wir alle wurden so erschaffen, dass wir in der Lage sind, diesen zu erfüllen. Jedes Tier, jeder Berg, alles wurde aus einem Grund erschaffen und es hat ebenso einen Grund, warum der Berg gerade da steht und nicht woanders. Oder warum wir diesen Eltern geboren worden sind und nicht anderen.

Nicht nur das jegliche Erschaffung eine physikalische Einheit bzw. sichtbar ist. Jeder noch so kleine Teil der Erschaffung besitzt darüber hinaus eine Seele, die wir nicht zu sehen in der Lage sind. Sei es der Mensch, das Tier, die Pflanze, ein Gegenstand, ein Stein oder was auch immer. ALLES besitzt eine Seele !
Die Kabbalah mag zwischen unterschiedlichen Seelenleveln unterscheiden und nur wir Menschen sind in der Lage unseren Level höher hinaus zu bringen. Ein Tier oder Gegenstand bleibt stets auf dem gleichen Level, denn eine Kuh verspürt sicherlich keinen Drang danach, sich spirituell (anhand von Thoramitzwot) auf einen höheren Level zu bewegen. Dazu wurde eine Kuh andererseits auch gar nicht erschaffen. Wir Menschen aber müssen sehen, dass wir unser Dasein nicht nur allein auf einen tierischen Instinkt (Level) gründen. Unsere Aufgabe besteht darin, uns vom Tier zu unterscheiden. Ansonsten hätten wir gleich alle als Tiere erschaffen werden können.

G - tt erschuf die Welt anhand von 10 Aussagen ("Und es werde Licht" …). Nicht, dass G - tt dastand und all diese Sätze ausrief. Vielmehr gibt uns die Thora gleich zu Beginn unzählige Metaphern zur Welterschaffung, welche der Interpretation bedürfen. Seine Aussagen während des Erschaffungsprozesses bezeugen den g - ttlichen Willen, wobei wir diesen wiederum nicht definieren können, denn das kann nur G - tt selber.
Was verstehen wir Menschen vom Willen G - ttes ?

Das hebräische Alphabet beinhaltet 22 Buchstaben und im Chassidismus besitzt jeder der Buchstaben seine eigene Energie (Koach), sein Eigenleben (Chayiot) sowie sein Licht (Or). In der Kabbalah sowie dem Chassidismus hängt alles immer irgendwie an einem Licht (Denken bzw. der Seele) und einer bestimmten individuellen damit verbundenen Funktion. Und so auch bei den hebräischen Buchstaben, die sozusagen mit den zehn Aussagen von G - tt ihre Existenz erlangten. Die Buchstaben wurden so zum "Rohmaterial" der Erschaffung unseres Universums. G - tt formte die Buchstaben zu einem Wort und kabbalistisch betrachtet kam dadurch Sein Wille in die Realität. Alle Buchstaben ergeben unendliche Variationen bzw. Kombinationen, wenn man sie vermischt. Das kabbalistische Buch "Sefer Yetzirah - The Book of Creation), welches Avraham als Autor zugeordnet wird, beschreibt, wie die Buchstaben bei der Welterschaffung benutzt bzw. welche Bedeutung sie gespielt haben. Hierbei zeigen die Buchstaben spirituelle Kräfte auf. Weiterhin bilden die hebräischen Buchstaben den Kern, die innere Bedeutung, eines Wortes. Oder deutlicher gesagt: Sie geben den DNA und geben den Charakter eines Objektes oder Lebewesens an.

Der erste Mensch Adam HaRishon besass vor seinem Vergehen im Paradies den allerhöchsten Seelenlevel, den ein Mensch jemals erlangen kann. Er wusste alles und war unsterblich. Zumindest solange, bis er und Chawa (Eva) ihre kleinen Sünden begingen und sich aufgrunddessen diverse hohe Seelenlevel verflüchtigten und die beiden, u.a., sterblich wurden. Es wird gesagt, dass Adam jedem einzelnen Tier im Paradies einen Namen gab. Den Namen der Rasse und keinen Privatnamen. Er sah ein Tier und nannte die Rasse gemäss seines inneren Charakters.

Die Chassidut Chabad sieht in jedem Lebewesen einen Funken des zukünftigen Meschiach. Einem Funken (in der Seele), der seine Aufgabe vollbringt und somit die Ge'ulah (Zeitalter des Meschiach) näher bringt. In der jüdischen Seele sei der Funke aktiv, denn anhand von Thoramitzwot bringen Juden das Zeitalter des Meschiach näher. Bei allen anderen Lebewesen sei der Funke eher in passiver Form zu finden, doch dennoch vorhanden.

Wir wissen, dass Adam Buchstabenkombinationen konstruierte und auf diese Weise den Tierarten ihre Namen gab. Aber auch Betzalel (zu Zeiten Moshes) war dieser Befähigung der Buchstabenkombinationen mächtig. Als er das Tabernakel (Mischkan) sowie sämtliche dafür erforderlichen Gegenstände baute, verwand er zu diesem Zweck geheime Buchstabenkombinationen. Er besass die Fähigkeit, Realität anhand eines Namen zu kennen. Ferner besassen König Salomon oder der Prophet Ezra die Fähigkeit dieser besonderen Buchstabenkombinationen. Salomon wurde zu G - ttes Partner in der Erschaffung als er den Ersten Tempel baute. Ezra gleichfalls als er den Zweiten Tempel aus den Ruinen des Ersten erstehen liess.

Buchstabenkombinationen werden in der Kabbalah allgemein "Zirufim" genannt und stehen für die spirituellen Kräfte, welcher G - tt im Erschaffungsprozess verwandte.

Die hebräischen Buchstaben zeugen also nicht nur von einer sprachlichen, sondern ebenso von einer spirituellen Bedeutung. Einem inneren spirituellen Charakter. In materieller Form bieten die Buchstaben eine Kommunikation, denn in dem Moment, in dem wir sie zu einem Wort verbinden, sind wir in der Lage mit anderen sowie mit G - tt zu kommunizieren. Jeder Buchstabe besitzt eine individuelle Form, eine Nummer sowie einen Namen.

In der hebräischen Sprache haben wir zwei Artikel:

HA = der, die, das

sowie

ET (ETT)

Für ET gibt es keinerlei Übersetzung, denn das Wort allein hat keine Bedeutung. Was es tut ist, einen bestimmten Gegenstand / Person auszuweisen und mehr nicht. ET zeigt etwas Bestimmtes an und nicht nur den Gegenstand oder die Person.
Ich glaube, es war David Ben Gurion, der sich weigerte, das Wort ET überhaupt zu verwenden. Er benutze keine Wörter, die nichts bedeuten.
Die Torah hingegen ist voll mit dem Wort ET:

"Bereshit bara E - lo - him ET HaShamayim ve ET HaAretz".
"Am Anfang (mit Weisheit) erschuf G - tt DEN Himmel und DIE Erde".

Wie wir sehen ist hier etwas ganz Bestimmtes gemeint bzw. es wird hervorgehoben. G - tt erschuf den Himmel (es gibt ja nur einen) sowie die Erde. Eine Midrasch besagt, dass das Wort ET für etwas Komplettes, Vollkommenes steht, denn es beinhaltet sämtliche 22 Buchstaben des hebräischen Alphabetes. Das Aleph (den ersten Buchstaben) sowie das Tav (den letzten Buchstaben).

Der Baal Shem Tov und sein Nachfolger, der Maggid von Mezritch (Rabbi Dov Baer Friedman) kommentierten ihrerzeit (im 18. Jahrhundert): "Wir alle suchen unsere Erschaffer, der sich da inmitten seiner Erschaffung verbirgt".

Donnerstag, Dezember 03, 2009

Parashat Vayishlach - פרשת וישלך





B"H


Die Thoralesung für diesen Schabbat


Und Yaakov sandte (Yishlach - wird senden, Lischloach - senden) Engel / Boten aus, die seinen Bruder Esav treffen sollten. Mit diesem Inhalt beginnt die dieswöchige Thoralesung. Wörtlich bedeuten die "Malachim - מלאכים", die hier im Text genannt werden "Engel"; viele Kommentatoren hingegen übersetzen "Malachim" aber auch als "Boten" (u.a. Rabbi Samson Raphael Hirsch). Raschi hingegen sagt in seinem Thorakommentar, dass an dieser Stelle tatsächlich auch ENGEL gemeint sind. Wenn dem so ist, wie genau haben wir uns das vorzustellen ?


In mir kommt da wieder einer der Momente auf, in denen meine bescheidene menschliche Vorstellungskraft versagt. Obwohl das kabbalistische Buch Zohar auch eher die Engelversion annimmt, bleibt die kabbalistische Erklärung vollkommen in einer Metapher gefasst. Rabbi Eleazar, der Sohn des großen talmudischen Rabbis Schimon bar Yochai, interpretiert den Thoravers folgendermassen: Seitdem Yaakov Lavan verliess, wurde er von der Schechinah (Gegenwart) G - ttes begleitet.


Yaakov trug den Engeln / Boten auf, seinem Bruder Esav, welcher der Logik zufolge nach all den Jahren immer noch sauer auf Yaakov zu sein schien, auf auszurichten, dass er (Yaakov) als Fremder bei Lavan "gewohnt" habe. Als "Fremder" ? Waren Yaakov und Lavan nicht Neffe und Onkel ? Wieso also "Fremder" ? Und warum "gewohnt (garti-  גרתי)" und nicht "gelebt" ?


Raschi rechnet die hebräischen Buchstaben des Wortes "garti - gewohnt" - zusammen: Gimmel = 3, Resch = 200, Tav = 400, Yud = 10 und sieht im Ergebnis die 613 Mitzwot.


Bedeutet: Esav sollte aus der Satzstellung heraus erkennen, dass Yaakov immer noch der alte Yaakov war. Jener, der den Weg des einen ewigen G - ttes ging und keiner, der sich den schlechten Pfaden und dem Götzendienst angeschlossen hatte. "Seht her, ich wohnte zwar bei dem miesen Lavan, aber richtig gelebt habe ich dort niemals !"


Überhaupt macht uns diese Parasha klar, dass Yaakov sich nicht nur allein auf seine gerechtes Leben / Benehmen verliess und meinte, G - tt werde schon irgendwie alles richten. Stattdessen hatte er furchtbare angst, seinem Bruder zu begegnen, der er wusste nicht, wie dieser reagiert. Der Ramban (Nachmanides) sieht in dieser Textestelle einen Hinweis an die zukünftigen jüdischen Generationen: Alles was unseren Vorvätern passierte, wird uns genauso erreichen !


Esavs Generationen werden ebenso konstant den Juden begegnen und auch wir sollten uns daher mit jenen drei Dingen auf die Begegnung vorbereiten, wie Yaakov es tat: 1. Anhand des Gebetes, 2. Anhand vom Entsenden von Geschenken und 3. auf den Krieg, um zu fliehen und in Sicherheit zu gelangen.


Das antike Rom wurde als nachfolgende Generation des Esav bezeichnet. Heute streiten sich die Geister darum. Es gibt Leute, die sagen, die Deutschen seien Esav oder dessen Nachfahre Amalek (siehe Holocaust) und andere sagen ganz Westeuropa sei heute Esav einschließlich den USA. Die damaligen Römer zumindest waren es und der Ramban sieht die Schuld am Fall der Hasmonäer (Yehudah Maccabi und seine Familie) darin, dass sie einen heimlichen Bund mit Rom eingingen. Da wir am Freitag, dem 11. Dezember die erste Chanukkahkerze zünden, sind natürlich hier die Hasmonäer (Chashmona'im) von besonderer Bedeutung. Andererseits riefen die Hasmonäer ihren eigenen Fall ebenso herbei, da sie keinen rechtmässigen König einsetzten und sich lieber selbst zur Macht aufschwangen.


Rabbi Yehudah erklärt im Zohar, dass als Yaakov allein verblieb (siehe Genesis - Bereschit 32:25), er sich absichtlich einer Gefahr aussetzte und die beschützenden Engel ihn verliessen.
Der Talmud lehrt uns, dass wir nicht unbedingt an jedem Ort allein bleiben sollen. Vor allem nicht immer im Dunkeln oder in Ruinen.


Und schon wurde Yaakov von seiner eigenen Yetzer HaRah (der negativen Seite in uns) überfallen. Alles Weitere zu Yaakovs Kampf mit dem Engel HIER:


http://hamantaschen.blogspot.com/2008/12/parashat-vayishlach.html


Am Ende der Parasha erhalten wir eine ausführliche Liste der Nachkommen des Esav. In Genesis 36:34 wird "Magdiel" genannt. Raschi kommentiert hierzu, dass damit Rom gemeint sei. Weiterhin sieht Raschi in der gesamten Auflistung eine Prophezeihung. Der Ramban kommentiert dagegen und sieht in den hier genannten Generationen Esavs lediglich jene lebenden Generationen bis Moshe die Thora erhielt.


Eines war das Leben von Yaakov nicht: Er hatte es nie leicht.
Erst die Sache mit dem Recht des Erstgeborenen, dann die Flucht nach Haran zu Lavan (im heutigen Syrien), der "Betrug" bei der Hochzeit mit Lea, die Rückkehr ins Heilige Land, seine 12 Söhne und zu guter Letzt noch das Verschwinden des Yosef. Es heißt, dass Yaakov die einzigen guten Jahre seines Lebens in Ägypten, nach der Wiedervereinigung mit Yosef, erlebte bevor er starb.


Alles, was unsere Vorväter durchlebten, müssen auch wir erleiden. Nicht immer in genau derselben Art und Weise, dennoch gibt es im Thoratext versteckte Andeutungen. Die Diaspora, zum Beispiel, in welcher Yaakov in Haran lebte. Danach kam die Rückkehr nach Israel, welche für die Juden spätestens dann erfolgt, sobald der Meschiach eintrifft.


Wenn wir allein auf das Verhalten Yaakovs schauen, so lernen wir gerade aus dieser Parasha eine ganze Menge. Auch für unser Leben in der heutigen Zeit.


Schabbat Schalom

Mittwoch, Juni 03, 2009

OBAMA in den THORA CODES

B"H

Barak Hussein Obama in den Thora Codes: Ein interessanter Artikel in englischer Sprache !


Wer des Englischen vielleicht nicht allzu mächtig ist, kann trotzdem einige Grundprinzipien erfahren.

http://tsafedkabbalah.blogspot.com/2009/06/obama-in-den-thora-codes.html

Dienstag, Juni 02, 2009

Thora Codes

B"H

Juden und Christen haben jeweils ihre eigenen Theorien über und zu den "Thora Codes".

Hier ein jüdisches Konzept:

Torah Code.NET

Gewährleistungen dafür, dass diese Konzepte der Richtigkeit entsprechen, gibt es KEINE !!!

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Bei Thora Codes handelt es sich um die mathematische Zusammenfügung gewisser Buchstaben eines Thoratextes. Zum Beispiel kann jeder 15. Buchstabe genommen werden und zusammengesetzt ein neues Wort / einen neuen Satz ergeben. Unter anderem soll die Thoraparasha, in der es um die Vernichtung von Sodom & Gomorrha geht, das Wort AIDS enthalten. Andere erkennen die Ermordung von Yitzchak Rabin, etc.
Nicht nur, dass die Thora einen Bezug in die Vergangenheit hat - genauso betrifft sie unsere Gegenwart und Zukunft.

Ob jedoch diverse Events der Vergangenheit vorausgesagt werden können, ist bisher fraglich geblieben.

Mittwoch, März 04, 2009

Parashat Tetzaveh - Zachor


Der "Cohen HaGadol - Hohepriester" in seiner Berufskleidung


B"H

Die Thoralesung für diesen Shabbat


Der Schabbat vor Purim (welches wir am Dienstag bzw. Mittwoch kommender Woche feiern) ist stets "Schabbat Zachor". G - tt trug uns auf, niemals zu vergessen, wie hinterhältig Amalek die Israeliten in der Wüste angegriffen hatte. Und dies einzig und allein aus dem Grund, weil sie Juden waren. Später befahl einer der Nachkommen der Amalekiter, Haman, die Juden Babylons auszurotten (siehe das "Buch Esther - Megillath Esther).

Bis heute verfolgt uns Amalek, der einstige Enkel Esavs, dessen Nachkommen von vielen Kommentatoren als jene Menschen gesehen werden, welche das Judentum zu vernichten planen. An oberster Stelle steht dabei Nazi - Deutschland. In der Vergangenheit war es Rom, heute sind es Europa und die USA.

Weiterhin jedoch handelt es sich bei "Amalek" genauso um eine Konzept. Wenn wir allein auf die Gemmatria des AMALEK schauen, erhalten wir die Summe 240.
Nur nebenbei: In der hebräischen Sprache steht jeder Buchstabe für einen Zahlenwert. Das ALEPH ist eine Eins, das Beit eine Zwei, usw. Die Buchstabensumme des Amalek ergibt also 240 genauo wie das hebräische Wort für ZWEIFEL (Safek). Beide Wörter ergeben 240 und müssen demzufolge in Verbindung miteinander stehen. Daher das "Konzept Amalek", welches den Zweifel in uns selbst beschreibt. An G - tt und der Thora zweifeln bzw. sich einzureden, dass dies alles nicht mehr so wichtig ist und man ein neues Leben ohne das alles beginnen sollte.
Sobald derlei Zweifel aufkommen, haben wir die Aufgabe, diese zu besiegen. Unsere eigene "Yetzer HaRah - negative Seite in uns" zu besiegen und dementsprechend einen Tikun (Seelenkorrektur) hervorzurufen.

Die vorherige Parashat Terumah lehrte uns jegliche Einzelheiten über den Bau des Mischkans (Tabernakel), wogegen wir aus der dieswöchigen Parashat Tetzaveh erfahren, wie wir die Mitzvot im Mischkan erfüllen sollen.

Gleich im ersten Satz der Parsha sagt G - tt zu Moshe, dass dieser den Israeliten auftragen (Tetzaveh) soll, reines Olivenöl zum Anzünden des Ewigen Lichtes zu bringen. Die Chassidut lehrt uns, dass alles in der physischen Welt seine Wurzeln in der oberen geistigen Welt (spiritual world) hat. Auch das Ewige Licht hat seine Wurzeln in der "spiritual world" und wird bis hinunter zu uns weitergeleitet. So wird die obere mit der unteren unseren Welt verbunden (Noam Elimelech und Degel Machane Ephraim).

In der hebräischen Sprache drückt das Wort "Tetzaveh" eine sofortige Erfüllung aus. Die Gabe des Olivenöl sollte umgehend erfolgen. Mit den individuellen Gaben für das Mischkan hat jeder Israelit einen Anteil daran.

Da wir derzeit keinen Tempel besitzen, gibt es auch kein Ewiges Licht mehr. Das Licht, welches uns jedoch immer bleibt ist die Thora. Die Lichter des Tempels können erlöschen, doch ist es unmöglich, das Licht der Thora auszuschalten (Sefat Emet).

Das nächste Gebot, welches Moshe von G - tt erhält, ist die Herstellung der acht Kleidungsstücke des Hohepriesters (Cohen HaGadol). In kabbalistischer sowie talmudischer Literatur repräsentiert jedes dieser Kleidungsstücke einen Tikun (eine Seelenreparatur). Jedes einzelne Vergehen der Israeliten wird sozusagen von einem der Kleidungsstücke "repariert" (hebrä. Mekaper). Die Talmud Traktate Zevachim 88a und Arachin 16a geben hierzu eine Liste:
Der Umhang (Ketonet) reparierte das Blutvergiessen, die Hose (Michnas) moralisches Fehlverhalten, der Turban reparierte die Arroganz, der Gürtel falsche Gedanken vom Herzen, das Choschen die Ungerechtigkeit, das Ephod den Götzendienst, der Mantel böswilliges Gerede und das Zitz am Kopf reparierte die Gleichgültigkeit gegenüber G - ttes Geboten.

Viele Kommentatoren sind der Meinung, dass es hierbei nicht nur um die Kleider des Hohepriesters (Cohen HaGadol) geht. Es geht um Kleidung überhaupt. Im Judentum drückt die Kleidung den Charakter des Menschen aus. Sie gibt dem Menschen nicht nur ein gewisses Erscheinungsbild, sondern zeigt genauso seine Moral (Rabbi Samson Raphael Hirsch).

Die Kleidung des Hohepriesters machte ihm zu etwas Besonderem und er unterschied sich dadurch von allen anderen. Genauso sollten wir uns durch unsere Kleidung von derer anderer Nationen unterscheiden. Durch anständige Kleidung vollbringen wir einen Tikun für uns selbst und diese Art der Kleidung hält uns davon ab zu sündigen (Rabbi Moshe Chaim Luzzatto – Ramchal).
Viele haredische Freunde sagten mir, dass sie sich durch ihre Kleidung immer auf einem religiösen höheren Level befinden, welcher sie von relig. Vergehen abhält. Ich selbst habe auch schon diese Erfahrungen gemacht.

Rabbi Kook gibt zu dem Thema ein exellentes und berühmtes Beispiel aus dem Talmud Traktat Shabbat 31a:
Ein Nichtjude ging einmal an einer jüdischen Schule vorbei und hörte wie der Lehrer den Kindern die Kleidung des Hohepriesters lehrte. Der Nichtjude fand Gefallen an der Kleidung und beschloß, zum Judentum zu konvertieren. Er dachte, dass er nach seiner Konversion zum Hohepriester ernannt werden wird und diese tolle Kleidung tragen darf.
Der Nichtjude ging also zu Schammai und trug ihm sein Anliegen vor. Doch Shammai akzeptierte ihn nicht. Das Judentum besteht nicht nur aus dem Dienst des Hohepriesters allein und der Nichtjude sollte schon andere Motivationen mitbringen.

Daraufhin ging der Nichtjude zu Hillel. Er sagte ihm, dass er konvertieren wolle, um Hohepriester werden zu koennen. Hillel antwortete ihm, dass er zuerst einmal lernen muss, was ein Hohepriester für Aufgaben hat. Der Nichtjude lernte sehr ausführlich die jüdische Religion und fand so allein heraus, dass er nach seiner Konversion (als Konvertit) niemals Hohepriester sein kann. Nicht einmal König David hätte Hohepriester werden können, da er kein Cohen war. Wie also kann ich als Fremder, der zum jüdischen Volk kommt, Hohepriester werden ?

In der nächsten Woche feiern wir Purim (siehe das "Buch Esther - Megillath Esther". In Jerusalem wird am Mittwoch (11. März) "Schuschan Purim gefeiert und in fast allen anderen Orten der Welt schon am Dienstag. Seit Tagen schon halten israelische Schüler ihre Purim - Parties ab, auf denen sich verkleidet wird. Außerdem werden in einigen relig. Gegenden Purim - Böller in die Luft gejagd.

In diesem Jahr kommt Purim fast wie gerufen, denn gerade zu unserer Zeit ist der Antisemitismus wieder drastisch am Ansteigen. Man schaue allein auf die weltweiten Anti - Israel Demos zur Zeit des Gazakrieges zu Beginn dieses Jahres. Wieder wurde nach Auschwitz geschrien und die Juden sollen weg. Wenn das keine Ereignisse sind, Purim in diesem Jahr als fortwährend realistisch anzugehen. Gleichzeitig aber zeigt uns der Sieg der Esther und des Mordechai, welche inneren Kraft das jüdische Volk besitzt und wie G - tt letztendlich mit unseren Feinden umzugehen weiss.

Schabbat Schalom & Purim Sameach !!!

Mittwoch, Januar 07, 2009

Fisch am Schabbat

B"H

Und ich muss einmal wieder mehr Rabbi Mordechai Machlis zitieren, an dessen Schiur (Vortrag) ich gestern abend in Jerusalem teilnahm. Normalerweise lernen wir derzeit jeden Dienstag abend das "Buch Zephania" aus den Propheten. Irgendwie brachte uns das Thema auf ein anderes, nämlich warum so viele relig. Juden so hohen Wert darauf legen, bei allen drei Schabbatmahlzeiten (Freitag abend, Samstag mittag sowie Smastag abend - kurz vor Schabbatasugang) Fisch zu essen. Selbst bei der Dritten Mahlzeit, dem Se'udat Schlischit.

Der Rabbi wusste die genaue Quelle nicht zu nennen, meinte aber auf meine Nachfrage dass es wohl irgendwo in den Rischonim des Talmuds stehen müsste.

Im Hebräischen besteht das Wort FISCH (DAG) aus nur zwei Buchstaben. Aus einem D (Daled) sowie einem G (Gimmel).

Da im hebräischen Alphabet jeder Buchstabe auch für eine Zahl steht, sind wir in der Lage, Zusammenhänge herauslesen und auch die Kabbalah beschäftigt sich eingehend mit den Zahlenwerten der Buchstaben, was in der Fachsprache "Gematria" heißt.

Kleines Beispiel:
Der Buchstabenwert für "Amalek" ist der gleiche Wert wie für das Wort "Zweifel - Safek". Dies bedeutet, dass Amalek nicht nur ein materieller personifizierter Feind der Juden ist, sondern ebenso sitzt Amalek in einem jeden von uns drin. Der innere Amalek in uns sorgt dafür, dass in uns Zweifel aufkommen. Zweifel an G - tt, an der Thora, an allem Möglichen.

Weiteres Beispiel:
Im "Schma Israel - Gebet" werden die Worte "Echad - Eins" und "Ahava - Liebe" genannt. Beide Worte ergeben dieselbe Gematria und somit besteht zwischen "Eins", an dieser Stelle "G - tt" und der "Liebe" ein offensichtlicher Zusammenhang.

Aber nach all den Umschweifen und Erklärungen zurück zum Fisch. Daled hat eine Gematria von 4 und Gimmel eine von 3. Das Wort "Fisch" besitzt also einen Gematriawert von insgesamt 7. In der Mystik gilt die Zahl 7 als etwas Vollkommenes. Sieben Tage Welterschaffung, zum Beispiel. Zusätzlich lautet es, dass die beiden Buchstaben Daled und Gimmel (Dag = Fisch) eine Abkürzung für ein spezifisches Gerichtsurteil sind, welches einen nicht ereilen wird, wenn man am Schabbat bei allen drei Mahlzeiten Fisch zu sich nimmt. Viele Leute legen Wert darauf, andere weniger oder gar nicht. Das Ergebnis werden wir eh erst mit dem Eintreffen des Meschiach erfahren.


Weiterer Link zum Thema "Fisch":

"Der Fuchs und die Fische"