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Dienstag, Oktober 30, 2012

Das Grab des Rabbi Yosef Karo auf dem Friedhof von Zfat

B"H

Den berühmten Friedhof von Zfat (Safed) in Nordisrael zu besuchen, ist immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis. Auch heute wieder als ich dort war. Nebenher filmte ich einige Videos und machte unzählige Photos von Gräbern berühmter Rabbiner wie eben Rabbi Yosef Karo (dem Autor des "Code of Jewish Law – Schulchan Aruch"), dem Kabbalisten und Thorakommentator Rabbi Moshe Alshich, dem chassidischen Kommentator Be'er Mayim Chaim oder dem Propheten Hoshea.

Hier seht Ihr das erste Video der kleinen "Friedhofsserie":


Das Grab des Rabbi Yosef Karo.

 





  
Copyright / Photos: Miriam Woelke

 
Immer wieder werden die Besucher des Friedhofs und der Stadt Zfat mit der Farbe BLAU konfrontiert. Nicht nur im Judentum spielt diese Farbe eine Rolle, sondern offenbar ebenso im Islam. BLAU soll die bösen Geister vertreiben. Im Judentum besitzt BLAU mehrere Bedeutungen. Unter anderem ist es die Farbe von G – ttes Herrlichkeit und nebenher soll auch alles Negative ferngehalten werden. Letzterer Brauch mag wohl eher in jüdisch – sephardischen Kreisen zu finden sein als bei aschkenazischen Juden.


Montag, September 10, 2012

Ein scharfes Messer an Rosh Hashana


Photo: Miriam Woelke

B"H

Für die hohen jüdischen Feiertage schaffte ich mir vor einiger Zeit ein paar sehr hilfreiche Bücher an, die viele Bräuche, Hintergründe, Halachot (Gesetze) und vieles mehr beinhalten. In einem der Bücher stiess ich auf die Beschreibung eines vorwiegend chassidischen Brauches, der mir bis dahin gänzlich unbekannt war. 



 Photo: Miriam Woelke


Und zwar würden viele Chassidim Stunden vor dem Beginn des jüdischen Neujahrs Rosh Hashana (dieses Jahr beginnt das Fest am Sonntag, dem 16. September) losgehen und sich ein neues scharfes Messer kaufen. Dieses Messer tragen sie dann entweder am Feiertag mit sich oder sie verschenken es an Freunde oder Familienmitglieder. So erfolgt in der chassidischen Gruppe Ziditschov oder vom Seher von Lublin höchstpersönlich. Rabbi Nachman von Breslov dagegen hielt es für zu gefährlich, am Rosh Hashana Messer zu verschenken.

Dennoch hält sich der Brauch in zahlreichen chassidischen Kreise bis heute aufrecht. Was aber ist der Grund für diesen etwas seltsam erscheinenden Brauch ?

Normalerweise beteilige ich mich nicht unbedingt an Aberglauben, doch will ich den Grund in Kurzform beschreiben. In den Tehillim (Psalmen) 145:16 finden wir den Satz:


"POTEACH ET YADECHA U’MASBIA LE’KOL CHAI RATZON – DU (G – TT) ÖFFNEST DEINE HAND UND GIBST JEDEM GENUG ZUM LEBEN".

Nehmen wir nun die letzten Buchstaben jedes der ersten drei Worte
פּותח את ידך
So erhalten wie das Wort CHATACH, gebildet aus den Buchstaben CHET TAW CHET SOFIT. CHATACH bedeutet übersetzt SCHNEIDEN.

Einige Quellen nennen hierzu einen Engel mit dem Namen CHATACH und eben dieser Engel wäre dafür zuständig, die Menschen mit einem ausreichendem Einkommen zu versorgen. 

Da wir alle am Rosh Hashana auf ein gutes neues Jahr hoffen, inwelchem wir keinen Hunger erleiden und mit einem ausreichenden Einkommen gesegnet werden, entstand der symbolische Brauch, sich kurz vor Rosh Hashana ein neues Messer anzuschaffen, um auf diese Weise ein ausreichendes Einkommen zu erhalten. Das Messer repräsentiert hierbei ein gutes Einkommen im neuen Jahr. 

Anderweitige Quellen sind der Meinung, dass die Zahlenwerte der Buchstaben in dem oben angegebenen Satz aus den Tehillim auf ein gutes Einkommen im neuen Jahr hinweisen.

Mittwoch, September 05, 2012

Vor Rosh Hashana

B"H  

Am Abend des 16. September beginnt das jüdische Neujahrsfest Rosh Hashana. Gemäss dem jüdischen Kalender beginnt somit das Jahr 5773. Wie ich bereits mehrere Male erwähnte, ist Rosh Hashana nicht nur ein jüdisches Fest, sondern genau so wichtig für die nichtjüdische Welt. 

Erstens war es am Rosh Hashana, dass G – tt die ersten Menschen Adam und Eva erschuf. 

Zweitens richtet G – tt an den zwei Tagen des Festes den gesamten Erdball. Das Schicksal aller Menschen für das Jahr 5773. Wer lebt, wer wird krank, wer stirbt, wer verliert seinen Job, wer findet einen Job, wer findet seine große Liebe, welche Naturkatastrophen finden statt und bleibt der Weltfrieden erhalten ? Einfach alles. 

Das Fest selbst beginnt am Sonntag abend und endet am Dienstag abend, dem 18. September. Neben all den Gebeten, dem langen Synagogendienst, den SELICHOT Gebeten, welcher dieser Tage ebenso für aschkenazische Juden beginnen, gibt es viele Traditionen und Bräuche. 

Eine Woche nach dem Rosh Hashana begeht die jüdische Welt den 25 – Stunden – Fastentag YOM KIPPUR (YOM HA’KIPPURIM, Versöhnungstag). Wenige Tage später beginnt das Laubhüttenfest SUKKOT. Eine Menge Schreibarbeit für mich und momentan bereite ich einige Blogartikel bezüglich bekannter sowie weniger bekannter Rosh Hashana – Bräuche vor. Mit einem der Bräuche habe ich schon begonnen: 

Vor dem Fest wird die Wohnung gründlich geputzt. Den Kühlschrank habe ich schon durchgewienert und als Nächstes stehen die Fenster an. Neben dem Putzen verpassen viele Israelis ihren Zimmerwänden einen frischen Anstrich. Tapeten sind hierzulande nicht besonders verbreitet und mehrheitlich leben wir mit meist weiss gestrichenen Zimmerwänden. Viel praktischer als irgendwelche Tapeten.

Dienstag, August 28, 2012

Rosh Hashana Einkäufe

B"H

Am Abend des 16. September 2012 beginnt dieses Mal das jüdische Neujahrsfest Rosh Hashana und damit treten wir, lt. dem jüdischen Kalender, in das Jahr 5773 ein. Viel viel mehr zum Fest gibt es in dieser Zeit vor dem Fest auf diesem Blog ! 

Mal kurz nachgefragt: Haben die jüdischen Leser unter uns schon mit den materiellen Vorbereitungen begonnen ? Außer all der Teschuwa (Umkehr zu G – tt) und den speziellen Gebeten geht es genau so um das leibliche Wohl und die Sitzplatzreservierung in vielen Synagogen. Einkaufen, Planen, Kochen, Putzen, eventuell Gäste einladen. Immerhin dauert Rosh Hashana von Sonntag abend bis Dienstag abend (16. – 18. September 2012). 

Bei mir selbst schaut es so aus, dass ich eingeladen bin, aber auch ein paar Leute zu mir daheim zum Essen einlade. Und das Putzen, Einkaufen und Kochen bleibt mir eh nicht erspart. 

Hier eine kleine Liste vorab. All die Dinge, die man zum Rosh Hashana unbedingt braucht:


Honig, Honig, Honig.

Der Honig gehört zur Grundausstattung und in ihn dippt man Apfelstücke sowie die Challah (Festtagsbrot). Die Tradition besagt, dass wir ein gutes und süßes Neues Jahre haben wollen und was bietet sich da besser an als Honig ? 



Neue Schuhe für die haredische (ultra – orthodoxe) Damenwelt von Bnei Brak. Dort jedenfalls entstand das Photos. 

Neben dem Honig werden im Vorfeld neue Klamotten sowie Schuhe zum Fest gekauft. Wer sich dies nicht leisten kann, muss nicht unbedingt mitmachen.



Igitt. Ebenfalls zum Mahl an Rosh Hashana gehört entweder ein Fisch – oder ein Schafskopf. Wer will, der kann sich ein wenig Fleisch aus den Köpfen picken, denn schliesslich wollen wir im Neuen Jahr vorne mit dabeisein und nicht hinten anstehen. Aus diesem Grund steht meist ein Fischkopf auf dem Tisch, wobei viele Anwesende nicht immer davon essen.:-)

Photos: Miriam Woelke

Sonntag, August 26, 2012

SELICHOT in NEHAR SHALOM

Rabbi Mordechai Scharabi (1908 - 1984)



B"H

In drei Wochen feiern wir Rosh Hashana, das jüdische Neujahrsfest. Mag sein, dass sich einige darunter eine Art "jüdisches Sylvester" vorstellen, aber dem ist ganz und gar nicht so. Zwar handelt es sich bei Rosh Hashana und ein fröhliches Fest, doch findet dies mit ernsthaftem Hintergrund statt. G – tt richtet die Welt auf ein weiteres neues Jahr. Die gesamte Welt einschliesslich Juden und Nichtjuden. In dieser Hinsicht sollten auch Nichtjuden am Rosh Hashana in sich kehren und hoffen, dass ihnen ein gutes Neues Jahr bevorsteht.

Rosh Hashana wird zwei Tage lang gefeiert und üblicherweise gehen Juden in die Synagoge und geniessen das Festtagsessen. Gleichzeitig handelt es sich beim Rosh Hashana um den Beginn des neuen jüdischen Monat Tischre'i.

Einen Monat zuvor, im derzeitigen Monat ELUL, beginnen die sephardischen Juden bereits mit ihren SELICHOT – Gebeten vor Rosh Hashana. Man bittet G – tt um Entschuldigung für seine Vergehen verbunden mit der Absicht, in Zukunft alles besser zu machen. Juden aschkenazischer Herkunft beginnen die SELICHOT erst am Mozzaei Schabbat (Schabbatausklang) vor dem Rosh Hashana.

Am Rosh Hashana werden die Welt, Juden sowie Nichtjuden gerichtet. Der große Unterschied besteht jedoch darin, dass die Welt sowie die Nichtjuden an diesen zwei Tagen gerichtet werden. Juden dagegen können ihr Schicksal noch bis zum Yom Kippur bzw. Ende Sukkot zum Guten oder auch zum Negativen wenden. Rosh Hashana ist also ein Feiertag für die gesamte Welt, der Yom Kippur aber ist ein reiner jüdischer Feiertag !

In den sephardischen Gemeinden laufen die Selichot – Gebete und diese werden zumeist nach Mitternacht begonnen. Im Jerusalemer Stadtteil Nachlaot finden wir unzählige kleine sephardische Synagogen. Von den Syrern über die Kurden bis hin zu den Iranern und Irakern ist alles vertreten.



Photo: Miriam Woelke

Hier sehr Ihr ein kleines Poster, welches die Selichot – Gebete in der NEHAR SHALOM Synagoge verkündet. Bei NEHAR SHALOM handelt es sich um eine Synagoge der jemenitischen Juden, gegründet vom bekannten jemenitischen Kabbalisten, Rabbi Mordechai Scharabi



Die NEHAR SHALOM Synagoge in Nachlaot/ Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

Montag, August 20, 2012

Juden sephardischer Herkunft

B"H 

Nicht immer ist es soziologisch ganz korrekt zu sagen, dass alle Juden aus den Ländern Marokko, Tunesien, Algerien, Kurdistan, dem Irak sowie dem Iran, Syrien, Spanien oder Südamerika sephardische Juden sind. Es gibt kleine historische Unterschiede, wobei die jemenitischen Juden sich ebenso eine Sonderstellung einräumen. Umgangssprachlich jedoch werden die Juden der ersten Länderkategorie als SEPHARADIM (sephardische Juden) bezeichnet. 

Juden aus Europa, den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika, aus Teilen Südamerikas, etc. sind allgemein ASCHKENAZISCHER Herkunft. Beide Kategorien folgen vielen unterschiedlichen Bräuchen, wobei die Sepharadim als religiöser bzw. weitaus traditioneller gelten als  die westeuropäischen aschkenazischen Juden, denen im 19. Jahrhundert die Reformluft um die Nase kroch. 

Viele Leute, die Israel noch nie besucht haben, meinen fälschlicherweise, unser Land bestehe entweder vorweglich aus deutschsprachigen Juden oder zumindest einer aschkenazischen Mehrheit. Vielerorts ist aber das genaue Gegenteil der Fall. Nehmen wir nur Jerusalem als Beispiel, wo die Mehrheit der Bewohner sephardischer Abstammung ist. In Tel Aviv hingegen ist es weitgehend umgekehrt. Dann wieder gibt es Orte, deren Bewohner fast nur aus sephardischen Juden bestehen wie Ofakim, Sderot, Netivot, Gedera, Kiryat Malachi, Yafne, Arad, Dimona oder einst sogar die Stadt Beit Shemesh. Seitdem die Anglo – Neueinwanderer jedoch Beit Shemesh entdeckten, wendete sich das Blatt zur aschkenazischen Seite. 

Was ich insgesamt damit zum Ausdruck bringen will ist, dass in Israel ein extrem hoher Anteil an der sephardischen Judenschaft besteht und das nicht alles so toll westeuropäisch abläuft, eben aufgrund der verschiedenen Mentalitäten. 

Es kommt auf die Situation an, doch oft liegen mir die sephardischen Juden mehr als die aschkenazischen. Besonders dann, wenn es ums Essen geht. Ich esse gerne orientalisch scharf und da komme ich bei den Sepharadim gerade recht. Auch die Portionen sind bei ihnen reichlicher als bei den knauserigen Aschkenazim, wo man gerade einmal einen Keks auf dem Teller findet.:-) 

Sephardische Juden folgen anderen Bräuchen und beten aus ihrem eigenen Sidur (Gebetbuch). Einer ihrer Bräuche ist es, ab dem Monatsbeginn des Elul bereits die Selichot (Entschuldigungsgebete) vor dem jüdischen Neujahr Rosh Hashana zu beten. Aschkenazische Juden beginnen damit erst wenige Tage vor dem eigentlichen Fest Gebete, die bei den sephardischen Juden mit eigenen Melodien verbunden sind. 

Da ich momentan für ein paar englischsprachige jüdische Presseorgane einige Artikel vorbereite, mache ich mich heute, u.a., auf den Weg, die sephardische Selichot – Gebetsstimmung an der Klagemauer (Kotel) einzufangen. Mit Photos und Videos. Einiges davon werde ich in meinen Blogs veröffentlichen und vielleicht ist es für die deutschsprachigen Leser nicht uninteressant zu erfahren, was sich in anderen jüdischen Communities abspielt. Gerade in Jerusalem haben wir ziemlich viel davon und das Angebot ist breit gefächert. Von den syrischen Juden, dem iranischen Ritus bis hin zu den chassidischen Gruppen.

Montag, Juni 11, 2012

Gewürzmischung gegen das "Böse Auge / den Bösen Blick"

B"H

Neulich betrat ich einen Jerusalemer Gewürzladen am Machane Yehudah Markt und zu meiner Überraschung wird dort eine eher ungewöhnliche Gewürzmischung angeboten: Eine Rezeptur gegen das “Böse Auge / den Bösen Blick” (Hebräisch: AYIN HA’RAH). Die seltsame Mischung soll jedenfalls davor schützen.


Sieht aus als bestehe die Mischung aus kleinen Zweigen, Steinchen und vielleicht ein paar Gewürzen. Was es nicht alles gibt.

Photo: Miriam Woelke

Links:


Donnerstag, Mai 24, 2012

Kein Friedhof, sondern Käse aus Zfat / Nordisrael

B"H

An diesem Nachmittag machte ich mich auf den Weg zum berühmten Friedhof in Zfat. Zu den Gräbern vieler mittelalterlicher Kabbalisten sowie weiterer berühmter Rabbis. Die Sonne brannte vom Himmel und es so richtig heiss.

Als ich meinen Weg durch die Gassen der Altstadt suchte, stand ich plötzlich vor der Niederlassung einer der beiden lokalen Käseproduzenten namens "Kadosh Cheese". Die Tür stand weit offen und ich erwartete einen Laden vorzufinden. Stattdessen stand ich in einer Küche mit einem großen Holztisch in der Mitte. Bei Kadosh lud man die Kundschaft zum Sitzen, Kaffeetrinken und Käseprobieren ein. Alle Anwesenden wurden mit hausgemachtem Käse vollgestopft und natürlich wurde viel gekauft. 

Käse, Käsekuchen, Eiscreme und sämtliche Milchprodukte sind ein wichtiger Brauch am Samstag abend beginnenden Schavuot. SCHAVUOT der Feiertag des Milchprodukte. Für den Grund dafür gibt es allerlei unterschiedliche Kommentare. Einer davon lautet, dass als die Juden am Berg Sinai von G – tt die Thora erhielten, sie danach erst Schächtmesser herstellen mussten. Die Thora schrieb das Schächten koscherer Tiere bevor, bevor das Fleisch verzehrt werden durfte. Wie sollte das genau geschehen und welche Instrumente (z.B. Messer) waren dafür nötig ? All das bedurfte einer gewissen Vorbereitung und Herstellung und bis dahin beschränkten sich die Juden darauf, Milchprodukte zu essen. Indem wir ebenso an Schavuot Milchprodukte essen, erinnern wir an die Vergabe der Thora. Wer dieser Tage auf israelische Märkte geht, der sieht lange Schlangen vor Käseständen. Käse, Käsekuchen, Yoghurts … all das findet reissenden Absatz. 

Nachdem ich bei Kadosh war, bin ich bestens mit frischem Käse versorgt. Danach strich ich meinen Friedhofsbesuch, denn ich musste zu meiner Unterkunft, um den Käse in den Kühlschrank zu packen. Klar, dass ich auch etwas probierte, aber für Schavuot in Jerusalem bleibt immer noch genug übrig.

Morgen früh kehre ich aus Zfat nach Jerusalem zurück und ich hoffe nur, dass mit dem Käsetransport alles klargeht und nicht rumschmiert. Nach Schavuot am Sonntag abend, beginnt eine ereignisreiche Woche. Am Montag muss ich wegen meines kaputten Meniskus in eine Klinik und gleich darauf beginnt mein Umzug in die neue Wohnung in Jerusalem. 

Allen Leser wünsche ich jetzt schon einmal ein tolles Schavuot, Chag Sameach, einen schönen Feiertag & Schabbat Schalom !



Ein Camembert



Cremiger Ziegenkäse



Photos: Miriam Woelke

Samstag, April 14, 2012

MIMUNA der marokkanischen Juden

B"H

Pessach ist zuende gegangen und allen Juden marokkanischer Abstammung wünsche ich hiermit HAPPY MIMUNA !!! 

 Jedes Jahr wieder gibt es in Israel ein riesen Aufsehen um das marokkanische MIMUNA. Mimuna beginnt in diesen Minuten des Schabbatausklang (Mozzaei Schabbat).


Marokkanisches Essen

Hunderttausende Juden marokkanischer Abstammung leben heute in Israel. Ich hörte, dass die marokkanische Mimunatradition eigentlich von dem Wort "Maimonides (Rambam, 1135 - 1214) stammt. Marokkanische Juden weiten Pessach noch aus; dies jedoch mit Chametz, denn Getreide ist ja zu dem Zeitpunkt wieder erlaubt.

Die Mehrheit der marokkanischen Juden machte in den 50iger sowie 60iger Jahren Aliyah. Ganze Städte wie Beit Shean wurden fast ausschliesslich marokkanisch. Von den aschkenazischen Juden widerwillig beäugt, setzten sich immer mehr sephardische Juden gesellschaftlich durch. Mimuna, aber, die alte Tradition, wird aufrechterhalten. Mit marokkanischer Musik (heute wahrscheinlich mehr mit den hauseigenen Popstars Sarit Hadad und Kobi Peretz), gutem Essen und viel marokkanischem Tanz. Mittlerweile entwickelte sich der Feiertag des Marokkaner ebenso zum Tag der Politiker, denn sogar aschkenazische Politiker wie Schimon Peres oder Benjamin Netanyahu gehen auf die Mimuna - Parties. Der Public Relation wegen. 


Als die Nazitruppen Nordafrika besetzten, fanden auch in Marokko Judenpogrome statt. Synagogen wurden niedergebrannt und es fanden Gewaltakte gegen Juden statt. 

Eine aktuelle Umfrage ergab, dass 51 % der eingewanderten marokkanischen Juden nach wie vor an den jüdischen Traditionen festhält und, u.a., die Kaschrut oder ein Schabbat einhält. Hier hat das Reformjudentum noch nicht um sich gegriffen und Traditionen für Null und Nichtig erklärt. 

Dennoch sehen sich heute viele Marokkaner immer noch diskriminiert, denn nicht wenige Israelis sind der Ansicht, dass gerade diese Neueinwanderschaft ihrerzeit die Mafia nach Israel brachten. Man schaue nur auf die marrokanischen Familiengangs Alperon oder Abergel, die sich auf offener Straße gegen seitig abknallen.
 

Nichtsdestotrotz, HAPPY MIMUNA !



Mimuna - Barbecue in den Parks


Weitere Links:


Dienstag, März 27, 2012

Koschere Nudeln für Pessach

B"H

Vor noch nicht allzu langer Zeit regten wir uns alle noch auf, dass an Pessach keine Nudeln verzehrt werden dürfen. Als Weizenprodukt sind Nudeln an den sieben Pessachfeiertagen CHAMETZ. Bedeutet, sie gehören in die Kategorie verbotenes Getreide an Pessach. Wie bekannt ist es Juden an Pessach untersagt, Getreideprodukte wie Hafer, Spelt, Roggen, Weizen oder Gerste zu verzehren. Alles daraus Erzeugte gilt als CHAMETZ und somit verboten. Für aschkenazische Juden bleibt an Pessach eh nicht viel zum Essen übrig außer Fisch, Fleisch, Kohl, Kartoffeln, Karotten, Eier oder Zwiebeln. Sephardische Juden hingegen kennen all die aschkenazischen Bräuche nicht und essen teilweise Reis. Aschkenazen ist der Reisverzehr an Pessach lt. eines mittelalterlichen Brauches untersagt, sephardische Juden hingegen essen Reis. Darunter Kurden, Perser oder Iraker. Marokkaner essen teilweise keinen Reis an Pessach. Ferner ist es sephardischen Juden erlaubt, Kidniyot zu essen. In diese Kidniyot – Sparte fallen insbesondere Hülsenfrüchte wie Mais, Erbsen, Bohnen, Humus aus Kichererbsen und alles, was aus diesen Lebensmittel hergestellt wurde. Auch die Kidniyot gehen auf einen Brauch zurück. Nach all den Beschwerden des Essensmangel aschkenazischer Juden, existiert seid Jahren Kuchen, der an Pessach erlaubt ist, denn er ist mit Mazze – oder Kartoffelmehl gebacken. Koscher für Pessach also.

Als ich heute abend im Supermarkt einkaufte, sah ich doch glatt koschere Nudeln für Pessach ! Wie das ? Indem sie aus Reis angefertigt worden sind. Reis wiederum bedeutet Kidniyot und nur sephardische Juden kommen in den Genuß. Allerdings sah ich ebenso koschere Nudeln für Pessach ohne Kidniyot – Zusätze.

Hier ein paar Einkaufsimpressionen von heute abend. 
Ort: Der MEGA Markt in der Dizengoff Street / Ecke Pinsker in Tel Aviv.


Koscher für Pessach !



Koschere Nudeln für Pessach



Mit Kidniyot und hergestellt aus Reis.



Für die Suppe und koscher für Pessach.



Wein für die Pessach Seder



Mazzot



Kekse koscher für Pessach. Vorwiegend aus Kartoffelmehl gebacken.

Photos: Miriam Woelke

Kein Zweifel: Pessach ist einer der teuersten jüdischen Feiertage und viele jüdische Familien in Israel können sich das kostspielige Essen einfach nicht leisten und sind daher auf Geld – und Essensspenden angewiesen. Einschliesslich vieler haredischer (ultra – orthodoxer) Familien in Mea Shearim sowie in Bnei Brak.
Eine dieser Spendenorganisationen ist die im ultra – orthodoxen Mea Shearim (Jerusalem) anzutreffende: "LINAT HA'CHESED" der chassdischen Gruppe Toldot Avraham Yitzchak. Vor zwei Jahren war ich dort und interviewte einige der Chassidim.

Link: 

Samstag, Dezember 24, 2011

Nittel Nacht - Heilig Abend



B"H

Am Samstag, 24. Dezember 2011 (28. Kislev), feiert die christliche Welt Heilig Abend (symbolisch: die Geburt des Juden J.). Juden beenden heute ihren Schabbat und normalerweise ist es in der "Nittel Nacht" - des christlichen Heilig Abend - unüblich Thora zu lernen. Am 24. Dezember gibt es einen chassidischen Brauch von ca. 19.00 Uhr abends bis Mitternacht keine Thora zu lernen. Siehe hierzu auch den "Schulchan Aruch oder den Chatam Sofer).

In vielen chassidischen Gruppen wird diese sogenannte "Nittel Nacht" ganz besonders ernst genommen. Zum Beispiel in Lubawitsch (Chabad), wo in der Regel als Ausgleich Schach gespielt wird.

Kabbalistisch heißt es, dass wir dem falschen Meschiach J. sowie seinen Anhängern durch unsere Thorastudien keinerlei spirituelle Kräfte verleihen sollen. So auch der 5. Lubawitscher Rebbe Shalom Dov Baer (Rashab), 1860 - 1920. Der Rebbe sagte, dass wir nicht unsere Zeit verschwenden sollen, wenn wir einmal keine Thora lernen, sondern Schach spielen. Nicht in allen chassidischen Gruppen herrscht der Brauch, Schach zu spielen (z.B. Vishnitz), dennoch regt das Schachspiel den Intellekt an wie das Thorastudium.


Links:

Details zur Nittel Nacht und der Historie bei "Hirhurim".




Schachspiel in Chabad in der Nittel Nacht 

Donnerstag, Dezember 01, 2011

"Hachnasat Sefer Thora" - Eine neue Thorarolle hält Einzug in die Synagoge

B”H 

Erhält eine israelische Synagoge eine neue Thorarolle, gibt es immer eine große Feier der jeweiligen Gemeinde. Die letzten Buchstaben der Thorarolle werden feierlich hinzugefügt und danach erfolgt der feierliche Einzug in die Synagoge. Mit Tanz, Musik und gutem Essen. 

Hier seht Ihr wie es normalerweise be idem feierlichen Zug zugeht. 

Donnerstag, Juli 14, 2011

Wie steht ein Jude morgens auf ?

B”H

Es versteht sich wieder einmal von selbst, dass auch der Teil des morgentlichen Aufstehens im Judentum halachisch geregelt ist. So, wie fast unser ganzes Leben.

Sobald eine Jude morgens seine Augen aufschlägt, sagt er das MODEH ANI Gebet, in welchem er G – tt dankt, dass dieser ihn nach dem Schlaf aufwachen lassen hat. Der Talmud Berachot lehrt uns, dass der Schlaf 1/60 Tod bedeutet. Während wir schlafen, verläßt die Seele den Körper und steigt in die oberen spirituellen Welten hinauf. Sobald wir aufwachen, gelangt die Seele im Bruchteil einer Sekunde wieder in unsere Körper zurück (siehe das kabbalistische Buch ZOHAR). Wenn also die Seele den Körper verläßt, befindet sich dieser in einer Art Todeszustand. Nach dem morgentlichen Aufwachen waschen wir uns daher sofort die Hände, um die Unreinheit des Todes zu entfernen.

Chassidim haben den Brauch, eine Schüssel gefüllt mit Wasser neben das Bett zu stellen, damit sie morgens gleich nach dem Aufwachen sofort die Hände waschen. Andere relig. Juden hingegen sagen, wie die Chassidim auch, erst das MODEH ANI Gebet und gehen danach zu einem Waschebecken, um sich rituell die Hände mit einem bestimmten Gefäß (Natlah) zu waschen.

Normalerweise sollten wir mit Unreinheit an den Händen keine Gebete sagen, doch laut dem Kitzur Schulchan Aruch darf das MODEH ANI noch vor dem rituellen Händewaschen gebetet werden. 


Sonntag, Juni 05, 2011

Schavuot Stories

B"H

Schavuot, das Wochenfest, steht vor der Tür. In der Schavuotnacht von Dienstag auf Mittwoch werden Tausende Juden die Nacht durchlernen. Thora, religiöse Vorträge aller Art, alles ist geboten. Der “Tikkun Le’il Schavuot” ist in jüdischen Kreisen sehr populär und selbst säkulere Juden aus Tel Aviv eilen in der Schavuotnacht von Vortrag zu Vortrag. Allgemein ist Schavuot der Tag, an welchem G – tt am Berg Sinai (Har Sinai) den Juden die Thora gab.  

Der Talmud Traktat Schabbat 88 lehrt, dass die Juden damals am Har Sinai die Thora nicht vollständig freiwillig annahmen, sondern eher aus Furcht vor G – tt. Was würde denn geschehen, sagten sie NEIN zu G – tt ? Nein, wie wollen die Thora nicht. Komplett verinnerlicht haben die Juden die Thora erst zu Zeiten als Haman die Ausrottung der Juden plante und Esther und Mordechai alles ins Lot brachten.

Schavuot ist ein freudiger Feiertag und tollen relig. Vorträgen (Schiurim). In Jerusalem ist es Tradition, am Shavuot Morgen bzw. in der Nacht zur Kotel (Klagemauer) zu gehen. Erst durchlernen und dann morgens um 4.00 oder 5.00 Uhr zur Kotel zum Schacharit (Morgengebet).

In früheren Jahren bin ein ein paar Mal wach geblieben, habe durchgelernt und war an der Kotel. Der Nachteil aber war, dass nach dem Morgengebet der Tag gelaufen war. Mit letzter Kraft schleppte ich mich ins Bett, wo ich dann den Rest des Feiertages verbrachte. Seither lerne ich nicht mehr durch, sondern gönne mir Schlaf.


Ein berühmter Schavuot – Brauch ist es, an dem Feiertag Milchspeisen zu verzehren. Seien es nun Käsekuchen, Milch, Joghurts oder Lasagne.

Und wie in jedem Jahr stelle ich mir wieder die Frage, ob ich für Schavuot bereit bin. Das unterschwellige eigene Hinterfragen, ob man denn auch bereit ist, die Thora zu empfangen. An die Antwort denke ich vorerst einmal nicht:-)

Aber Schavuot ruft in mir noch ganz andere Gedanken hervor. Nämlich die Erinnerung an mein schlimmstes Schavuot überhaupt, welches ich einmal im haredischen (ultra – orthodoxen) Stadtteil Kiryat Mattersdorf in Jerusalem verbrachte. 

Es war Schavuot im Jahre 1997 und zu der Zeit lernte ich noch auf einer nationalreligiösen Yeshiva. Allerdings schon mit einem Hang in die haredische Richtung. Einige Schülerinnen eines haredischen Seminars für Neureligiöse (geborene Juden, die erst im späteren Verlauf des Lebens religiös werden) hatten mich für Schavuot eingeladen. Und das in ihr Seminar im Jerusalemer Haredi – Stadtteil von Kiryat Mattersdaorf.

Zuerst wollte ich nicht so recht, denn dort hinzugehen, zu übernachten und den ganzen Schavuottag dort zu verbringen, war mir etwas zuwider. Schliesslich waren die Girls dort voll auf dem Ultratrip und ich war mir nicht sicher, ob ich das durchhalte. Letztendlich ging ich dann doch, denn schlimmstenfalls konnte ich zufuss heimkehren, da mein Seminar nicht allzu weit entfernt lag. 

Ich ging nach Kiryat Matterdorf hinüber und schon auf dem Weg merkte ich, dass ein Virus im Anmarsch war. Ich fühlte mich kotzübel und als ich in der Yeshiva ankam, musste ich mich erst einmal hinlegen. Der Plan aber war, abends zu Familien zum Essen zu gehen. 

Mir war nur noch speiübel und sonst passiert mir so etwas eigentlich nie. AlIe Girls waren total nett und ich lag auf meinem frisch gemachten Bett. Der Gesundheitszustand besserte sich nicht; eher das Gegenteil war der Fall. Fieber und das Gefühl, sich jede Sekunde übergeben zu müssen. All das ruinierte mein Schavuot. 

Dann kam auch noch eine deutsche Frau, welche sich als meine “Mitbewohnerin” des Zimmers im Ultraseminar herausstellte, ins Zimmer. Den Feiertag sollten wir im selben Zimmer nächtigen und das erste, was sie tat war, das Zimmer auf Muktze – Gegenstände zu filzen. 


Unter “Muktze” versteht man Gegenstände, deren Benutzung am Schabbat oder Feiertag verboten ist. Zumindest sollte man sie außer Sichtweite räumen, um keine Gefahr zu laufen, sie unabsichtlich zu benutzen. In die Muktze – Kategorie fallen verschiedene elektronische Geräte oder Kugelschreiber. Die Deutsche erspähte dann auch gleich ein paar Stifte auf einem Tisch und schon ging der Zoff los. Dabei waren es weder meine Stifte, noch hätte ich sie benutzt. 

Mein Feiertag wurde immer schlimmer und ich wäre am liebsten auf die Toilette gezogen, wo ich den Kopf in der Kloschüssel vergrabe. Die Deutsche dagegen verkündete, sie habe eine Familie zum Essen organisiert und da gehen wir heute abend hin. Keine Widerrede, denn wir müssen hier eine Schavuot – Mitzwah erfüllen. 

Ich schleppte mich also zu der Familie und unterwegs erklärte mir die Deutsche Einzelheiten zu den Leuten. Ich kann mich weder an Gesichter noch Namen erinnern. Nur soviel: Die Familie war sehr nett. Litvische Haredim, glaube ich. Mitbekommen habe ich kaum etwas, da ich nur noch darauf achtete, nicht in die Kidduschbecher zu kotzen. Eines jedoch weiss ich noch: Es wurde Lasagne serviert und ich aß ein kleines Stück. Die beste Lasagne, die ich je hatte. Nur schade, dass ich so gut wie gar nichts runterbrachte. Ich glaube, ich schlief am Tisch ein und irgendwann stolperte ich wieder ins mein Bett im Seminar.

Die Deutsche verkündete, wir müssen in der Nacht aufstehen, um früh an die Kotel zu gehen, aber das schaffte ich nicht und schlief durch. Als ich aufwachte, war die Hälfte der Girls schon an der Kotel und die daheimgebliebene Hälfte hockte herum und las eifrig Tehillim (Psalmen). Mir war immer noch übel und ich hatte Fieber. Als ich die Mädels da sitzen sah, reichte es mir und ich wollte nur noch weg. Sie zeigten sich besorgt, ob ich den Heimweg denn alleine schaffe, aber ich wollte um jeden Preis weg. Weg von all den Regeln, der stickigen Atmosphäre, dem guten Benehmen und dem Gruppenzwang. 

Zurück in meinem Yeshiva Wohnheim sah ich anderes. Die Girls redeten unbeschwert und es gab kein “Mach dies, mach das”. Ich ging ins Bett, wachte nach ungefähr einer Stunde auf und war fast geheilt. Das Fieber war heruntergegangen und die Übelkeit war entschwunden. Zwar war ich noch recht schwach, aber das Schlimmste war überstanden. Kaum zu glauben !

Es war das erste Mal als mir auffiel, dass jemand so furchtbar perfekt sein kann und alles super hinbekommt. Das ganze Schabbat – und Feiertagsprogramm rauf und runter einhält und noch darüber hinaus. Manchmal jedoch wünschte ich mir ein wenig mehr Rachmunes (Gnade, Erbarmen, Geduld) mit jenen, die da weniger perfekt erscheinen und nicht gerade dem Idealbild entsprechen. Wir alle besitzen unser individuelles Potential und sollten es nutzen. Mein Potential ist aber nicht das der deutschen Mitbewohnerin im Zimmer, die mich da zur Lasagne schleppte und mein Potential besteht ebenso wenig darin, den gesamten Tag Psalmen zu lesen.

Schavuot kommt

B”H

Am Dienstag abend beginnt Schavuot (das Wochenfest). Die jüdische Welt feiert den Erhalt der Thora von G – tt am Berg Sinai (Har Sinai). 

Von Dienstag abend bis Mittwoch abend feiert Israel Schavuot und die Diaspora hängt noch einen zweiten zusätzlichen Tag (Donnerstag) dran.

Ein traditioneller Schavuot – Brauch ist der Verzehr von Milchprodukten. In Deutschland herrscht ja allgemein Ehec – Gefahr, in Israel hingegen nicht. Ab morgen beginnt der Run auf Milchprodukte aller Art, wobei Käsekuchen und Käse überhaupt die wichtigsten Rollen einnehmen. Es ist anzunehmen, dass, pünktlich zum Feiertag, die Preise für richtig guten Frischkäse direkt vom Händler wieder einmal saftig ansteigen. Jedenfalls vor dem Fest.

Dieser Tage plane ich einige Artikel zum Schavuot. Private Stories wie Chassidisches und wie was gefeiert wird. Insgesamtes ist der Feiertag ein freudiges Ereignis und wer kann, sollte ihn in Jerusalem begehen. Ich kann leider nicht und werde mich in Tel Aviv nach relig. Vorträgen umschauen. Immerhin werde ich am Tag vor Schavuot in Jerusalem sein.

Dienstag, Mai 10, 2011

Leserfrage: Gehen Juden am Schabbat auf den Friedhof ?

B"H

Ein Leser fragte, ob Juden am Schabbat auf den Friedhof gehen.

Antwort: Nein, tun sie nicht ! Zumindest keine orthodoxen Juden.

Der Grund ist ganz einfach: Der Schabbat spiegelt einen freudigen Tag wieder und, wenn es geht, soll jegliche Trauer vermieden werden. Deswegen wird der Friedhof an einem Wochentag aufgesucht. 

An den Zwischenfeiertagen (Chol HaMoed) an Pessach und Sukkot gibt es bei aschkenasischen Juden den Brauch, den Friedhof nicht aufzusuchen, sondern vor Feiertagsbeginn. Sephardische Juden besuchen am Chol HaMoed Pessach + Sukkot sehr wohl den Friedhof.

Montag, April 18, 2011

Bi'ur Chametz und Kashering Geschirr in Bnei Brak (Photos)

B"H

Heute morgen wanderte ich etwas mehr als eine Stunde im fast haredischen (ultra – orthodoxen) Bnei Brak (bei Ramat Gan und Tel Aviv) umher. Kaufte ein und schoss nebenher ein paar tolle Photos vom traditionellen Verbrennen des letzten Chametz (verbotenes Getreide sowie verbotene Getreideprodukte wie Nudeln) an Pessach. Übrigens gibt es an Pessach auch kein Bier !

In Bnei Brak herrschte eine tolle Atmosphäre und hier ist eine kleine Auswahl der vielen Photos, die ich machte:



Kreuzung Ramat Gan - Bnei Brak / nahe Tel Aviv



"Bi'ur Chametz – das Verbrennen des letzten Chametz" wenige Stunden vor Pessachbeginn im Herzen von Bnei Brak. Nahe der Rabbi Akiva Street.



Viele religiöse Juden haben den Brauch, ihren Lulav von Sukkot zusammen mit dem Chametz wenige Stunden vor Pessach zu verbrennen. Ich sah unheimlich viele Haredim (ultra – orthodoxe Juden), die ihren Lulav zum Feuer mitbrachten. Ebenso wie jene Besen, mit welchen die Weiblichkeit das Haus pessachrein machte.

Chametz repräsentiert symbolisch betrachtet unsere eigene Yetzer HaRah (die schlechte Seite in einem jeden von uns) und mit dem Verbrennen drücken wir ebenso symbolisch aus, dass wir uns von der schlechten Yetzer befreiten.







Hier wird öffentlich Geschirr (Kelim) kascher le’Pessach gemacht. Dies geschieht anhand einer speziellen Prozedur,bei welcher das Geschirr in kochend heisses Wasser getaucht wird.



Das kochend heisse Wasser.



Der Vater der Mädels im Hintergrund brachte seine Kidduschbecher vom Schabbat zum Kaschern.



Weiteres Kaschern.

Copyright / Photos: Miriam Woelke