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Dienstag, November 06, 2012

Wird Dein Enkel noch Jude sein ?


Klickt bitte HIER, um die Skizze im Großformat zu sehen !


Wenn Juden Nichtjuden heiraten (Intermarriage), so gehen dem Judentum mit hoher Wahrscheinlichkeit die nachfolgenden Generationen verloren, denn fast immer setzt sich der nichtjüdische Partner bei der Kindererziehung durch.

Aber nicht nur dann verliert das Judentum seine Mitglieder. Wenn wir uns die Skizze anschauen, stellen wir fest, dass, sobald einst orthodoxe Juden vom Weg der Halachot abkommen und sich dem Reformjudentum zuwenden, die nachfolgenden Generationen meinen, Nichtjuden heiraten zu können oder sich anderweitig vom Judentum abwenden.

Bei orthodoxen Juden hingegen ist die Quote der Aussteiger immer noch gering und die Heirat mit Nichtjuden tendiert dem Nullpunkt entgegen.
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Eines sei klarzustellen: 

ORTHODOXER JUDE zu sein bedeutet nicht, Haredi (ultra – orthodoxer Jude) zu sein. Nicht irgendwie fanatisch, sondern ganz normal, indem man, u.a., den Schabbat einhält, koscher ißt, in die Mikweh (Ritualbad) geht. Im Englischen wird dies als OBSERVANT ausgedrückt. 


Links:

Warum Juden keine Nichtjuden heiraten sollen

Warum es problematisch ist, einen Nichtjuden zu heiraten

Donnerstag, Oktober 04, 2012

Chassidisches Judentum und warum es viele Konvertiten in den Chassidismus zieht




Kurz zum Videoinhalt:


Seit der Zerstörung des Zweiten Jerusalemer Tempels durch die Römer ist es einem Juden unmöglich, sämtliche 613 Gebote der Thora einzuhalten. Einerseits, weil sich viele der Gebote auf den Tempeldienst beziehen und da der Dritte Tempel noch nicht erbaut worden und der Meschiach noch nicht angekommen ist, gelten diesbezügliche Gesetze momentan nicht.

Zweitens kann ein Jude selbst mit dem Dritten Tempel und Meschiach nicht alle 613 Mitzwot erfüllen, denn vieles bezieht sich nur auf jüdische Männer oder die Cohanim (Tempelpriester und Nachfolger Aharons, welche, u.a., für die Tempelopferungen verantwortlich waren). Den Dienst der Cohanim darf kein anderer Jude ausführen. Unter 770 versteht man das Haus des letzten Lubawitscher (Chabad) Rebben Menachem Mendel Schneerson, welcher im Juni 1994 verstarb.


B"H

Ich selber wollte einmal Mitglied einer chassidischen Gruppe werden. Warum ? Weil ich auf einer Yeshiva (relig. Schule) lernte und in der chassidischen Ausrichtung des Judentums das perfekte Judentum an sich sah. Außerdem hatte (habe ich bis heute) viele Freunde in chassidischen Kreisen und eine Zeit lang wollte ich mein Leben genau so leben. Alles andere Weltliche erschien vollkommen unwichtig und mir machte es nichts aus, in alten Schuhen herumzulaufen oder nicht toll in den Urlaub fahren zu können.

Nach fast zwei Jahren in der Gesellschaft merkte ich, dass all das doch nicht mein Leben war und ich "stieg aus". Vielleicht gedanklich nie so ganz, doch heute führe ich ein anderes Leben. Dennoch spielen zahlreiche chassidische Richtlinien, Bräuche und Gedanken in meinem Leben eine starke Rolle und ich käme nie auf den Gedanken, mich dem nationalrelig. Judentum oder anderweitigen Ausrichtungen anzuschliessen.

In meiner Blogvergangenheit berichtete ich mehr als häufig von meiner Vergangenheit und den Erfahrungen, die ich machte. Weitaus nicht alles, doch dies ist momentan Thema eines Buches, an dem ich schreibe.

In den vergangenen Jahren machte ich in Jerusalem immer wieder die Erfahrung, dass es gerade Konvertiten zum Judentum zum chassidischen Judentum zieht. Nach ihrer offiziellen orthodoxen Konversion wollen sie chassidische Leben und einige Gruppen (u.a. Satmar, Toldot Avraham Yitzchak, Alexander) sind bereit, Konvertiten aufzunehmen. Nach einer längeren Probezeit, die in den meisten Fällen zwei oder drei Jahre dauert. Bei Chabad oder den Neureligiösen der Breslover Ausrichtungen (nicht zu verwechseln mit den original Breslover Chassidim aus Mea Shearim / Jerusalem, welche keine neuen Leute aufnehmen) braucht niemand auf eine Warteliste gesetzt zu werden, sondern man ist, in gewissem Maße, sofort Mitglied. Natürlich nicht im inneren Chabad Zirkel, denn der beinhaltet ausschliesslich gebürtige Chabadnikim. Man mag es kaum glauben, doch so offen, wie sich die Lubawitscher geben, sind sie nicht, denn auch bei ihnen herrschen strenge Hierarchien und ein Neurelig. hat, genau so wie in anderen Gruppen, weniger Chancen. Bedeutet, Neureligiöse sind innerhalb der Gruppe eingeschränkt und nie so akzeptiert, wie die gebürtigen Chassidim der Gruppe.

Wenn ich mir so ansehe, wie sich viele Konvertiten zum Judentum an die chassidischen Gruppen drängen, frage ich mich, ob da nicht eine gehörige Portion FASZINATION mitspielt. Die Leute scheinen allein von der chassidischen Kleidung fasziniert zu sein. Die Kleidung, die Tische mit dem chassidischen Rebben, die Musik, die Lieder, einfach alles. Da will man gerne mitmachen und man ist sich sicher, genau dieses Leben führen zu wollen.

Es gibt Konvertiten, die werden offiziell aufgenommen und führen ein Leben in der Gruppe. Andere scheitern an den hohen Anforderungen der Gruppe. Der chassidische Alltag jenseits der Tische und tollen Gesänge ist nicht einfach. Vor allem nicht für einen Neuling. Die Umgebung beobachtet und richtet einen und man selbst muss plötzlich auf viele Dinge im Leben verzichten. Zuerst mag man sich einreden, dass das halt am Anfang immer so ist und man lebe sich schon ein. Dies jedoch kann oft ein Trugschluss sein und es ist keine Schande aufzugeben. Der Chassidismus ist nicht für alle Juden und wer nicht nach den strengen Gruppenregeln leben kann, der hat die Möglichkeit, sich immer noch dem LIGHT CHASSIDISMUS wie den Carlebachern zuzuwenden. Nicht jeder muss unbedingt Mitglied irgendeiner Gruppe sein.

Ein Chassid sagte mir vor einiger Zeit, dass seine Gruppe RUDZHIN – BOYAN keine neuen Mitglieder aufnehme, eben weil die Gruppe schlechte Erfahrungen gemacht hat. Viele Interessierte verwechseln den chassidischen Alltag mit dem Glamour des chassidischen Tisches und der Kleidung. Seit einiger Zeit treibt sich ein holländischer Konvertit in Jerusalem herum, der von Gruppe zu Gruppe wechselt und niemand will ihn haben. Offiziell verkündet er, dass er Mitglied bei den Boyanern sei, was nicht stimmt. Mein Boyaner Bekannter erzählte mir, dass besagter Holländer noch nicht einmal zum Rebben vorgelassen worden ist, weil er keinen allzu normalen Eindruck mache. Laut eigenen Worten lernt der Holländer derweil in einer auf Neureligiöse ausgerichtete Yeshiva bei den Belzer Chassidim, aber ob er dort wirklich noch lernt, entzieht sich meiner Kenntnis. Ganz einfach, weil der Holländer sich jede Woche einer anderen Gruppe anschliessen will und bis heute allein dasteht.

Solche Fälle gibt es und wer einfach nur so eine Art HINGEZOGENHEIT verspührt ohne bereit ist, Opferungen zu erbringen, der scheitert am Ende. In meinem Fall besuche ich, nach wie vor, chassidische Synagogen, habe viele chassidische Freunde und Bekannte und lerne viel Chassidismus. Entweder mit einem Rabbiner in einer Gruppe der allein. Vielleicht bin ich deswegen kein so direkter Aussteiger, habe aber dennoch den Vorteil, dass ich mich nirgendwohin reinquetsche, wo ich nicht hingehöre und von daher die Leute viel lockerer Angehe. Und denen wiederum gefällt das, wohin gegen ihnen das Herumgeschleime und die Anbiederei der Neureligiösen auf den Keks geht.

Links:


Es ist wichtig zu wissen, wo man steht

Doppelleben

Kleiderwechsel im Hauseingang

Samstag, Juni 30, 2012

Judentum im Wandel der Neuzeit

B"H

Wer der englischen Sprache mächtig ist, der findet auf dem amerikanisch – jüdischen Markt eine unbeschreibliche Auswahl guter Literatur. Von berühmten Rabbinern Verfasstem bis hin zur jüdischen Philosophie oder gesellschaftlichen Themen. Alles ist zu haben, denn, im Gegensatz zur Vergangenheit, wird im Judentum heutzutage alles auf dem freien Markt angeboten. Bis zur Zeit des 2. Weltkrieges waren gute jüdische Bücher nur beschränkt erhältlich bzw. viele Inhalte waren noch nie gedruckt worden. Insbesondere die 90iger Jahre lieferten uns ein wahres Eldorado von Angeboten. Allein schon wegen des neu aufgekommenen Internets. Plötzlich wurde fast alles zugänglich gemacht und kaum ein Thema bleibt unerwähnt. 

Bereits im Jahre 2005 erschien auf dem amerikanischen Markt das Buch "Off the Derech – How to respond to the Challenge". Verfasst von der amerikanischen Jüdin Faranak Margolese. "Off the Derech" ist die jüdische – orthodoxe Beschreibung für "vom (frommen / traditionellen orthodoxen) Wege abgekommen". 

Das Buch beschäftigt sich mit dem aktuellen Thema der jüdischen Assimilation. Warum werden einst orthodoxe Juden säkuler ? Warum heiraten immer mehr Juden Nichtjuden ? Bietet uns die Orthodoxie heute noch das, was wir für wichtig halten ? Faranak Margolese sah den Ansatzpunkt ihres Buches in der Tatsache, dass immer mehr ihrer Freunde und Bekannten zugaben, einst die jüdischen Thoragesetze eingehalten zu haben, doch dann irgendwann begannen, weniger Schabbat zu halten und vielleicht nicht ganz so auf koscheres Essen achteten. 

Amerikas Juden sehen sich seit vielen Jahren diesem gravierendem Problem ausgesetzt. Worin aber liegt die Herausforderung der Orthodoxie gerade junge Mitglieder zu halten ? 

Zu Beginn ihres Buches zeigt Frau Margolese auf, dass das Problem der Assimilation nicht erst seit heute oder gestern besteht. Hierzu liefert das Buch einige sehr interessante Statistiken und um die geht es in diesem Artikel, bevor ich etwas später auf weitere Inhalte des Buches eingehe. 

Bis zur Zeit der Aufklärung im 19. Jahrhundert gab es weder ein reform – noch progressives - noch ein konservatives Judentum. Juden waren ganz einfach Juden und die Mehrheit identifizerte sich mit der Religion. Ferner wird im Judentum das Judentum an sich als Volksgemeinschaft betrachtet. "Am HaYehudi – Das jüdische Volk". Bis heute in den modernen Staat Israel hinein gilt der Ausdruck "Das jüdische Volk" und selbst säkulere Juden sehen sich diesem Volk zugehörig und nicht nur israelisch. 

Schon vor dem 10. / 11. Jahrhundert gab es Judenverfolgungen seitens der Christen. Mit den Kreuzzügen nahm das Ausmaß der Judenverfolgung erheblich zu. Nicht nur, dass die Kreuzritter auf ihrem Weg von Europa nach Palästina eine unbeschreibliche Blutspur hinterliessen. Man schaue nur auf das Rheinland, wo Abertausende Juden von Kreuzrittern niedergemetzelt worden sind. Bei ihrem Einzug in Jerusalem löschten die Kreuzritter jegliches jüdische Leben in der Stadt aus. Als der Ramban (Rabbi Moshe ben Nachman, Nachmanides, 1194 – 1270) nach Jerusalem kam, fand er kaum mehr eine Minyan (10 jüdische Männer) zum Gebetsservice vor. Erst langsam erholte sich die jüdische Gemeinde Jerusalems und neue Synagogen entstanden. 

Das europäische Judentum wurde über Jahrhunderte hinweg von der Kirche verfolgt, gefoltert oder ermordet. Selbst die Maranos (spanische Juden, welche unter Zwang der Kirche zum Christentum konvertiert waren), wurden auch weiterhin von der Kirche mit Argwohn betrachtet. Nicht wenige der Maranos waren zwar zum Christentum übergetreten, lebten jedoch heimlich ihr Judentum weiter. 

Aufgrund der Verfolgung hielt man im Judentum zusammen und der Weg hinaus hätte eh nicht viel eingebracht. Die Kirche sowie Nachbarn hätte auch dann weiter herumgeschnüffelt und gedroht. Große Freiheiten hat die Welt des Mittelalters und auch danach nicht geboten und so blieb ein Jude ein Jude. Wie oben erwähnt, kam es erst mit dem Aufkommen des Reformjudentums zu einer massiven Umschichtung innerhalb des Judentums. Faranak Margolese in ihrem Buch: Bis zum 19. Jahrhundert waren ungefähr 250,000 Juden zum Christentum konvertiert. In den Jahren 1812 – 1845 verliessen 85% der Berliner Juden ihre Religion und liefen zum Christentum über. Als Quelle hierfür nennt Frau Margolese: Rabbi Ephraim Buchwald (Founder and Director of the National Jewish Outreach Program), Personal Interview, 22 August 2000. See also Chaim Dov Rabinowitz: The History of the Jewish People – From Nehemia to the Present.

Bis zum Jahre 1929 heirateten 30% der Judenheit Europas Nichtjuden. Bis zum Jahre 1930 besuchten 70% der jüdischen Kinder Polens keine jüdischen Schulen mehr. Rabbi Ephraim Buchwald gibt weiterhin an, dass ca. 30% der ehemals orthodoxen Studenten der berühmten Volozhin – Yeshiva im späteren Verlauf ihres Lebens zu säkuleren Bolschewiken wurden. Und bei diesen Studenten handelte es sich nicht um Juden, die ihre Religion nicht kannten und diese ihnen deswegen nicht viel bedeutete. Ganz im Gegenteil, denn im 19. Jahrhundert war die litauische Yeshiva (relig. Schule) VOLOZHIN das Harvard des Judentums. 

Zu der Zeit gab es in Europa ca. 3000 – 4000 Yeshiva Studenten. Im Vergleich zu heute: Die berühmte Yeshiva von Lakewood (bei New Jersey) hat allein 3000 Yeshiva Studenten. 

Zusammen mit der Moderne kam nach vielen Jahrhunderten die Zeit des "freien Willens" der Menschen auf. Die Bewohner Europas wurden nach all der Knechtschaft der Kirche sowie des Adels freie Bürger und diese Freiheit liess viele Juden die Orthodoxie oder die Religion als Ganzes verlassen. Man wollte sein, wie alle anderen oder halt sein Leben so leben, wie man es selbst für richtig hielt. 

Frau Margolese zitiert hier Rabbi Norman Lamm, den einstigen Präsidenten der amerikanischen Yeshiva University: "Es ist so als sitze man vor einem Bufett und habe die Qual der Wahl das auf seinen Teller zu legen, was man will". 

Die wichtigste Frage aber ist, warum diese gewonnene Freiheit viele ehemalige relig. Juden säkuler werden läßt. Liesse sich denn nicht Beides miteinander verbinden ? Faranak Margolese diskutiert im Verlauf ihres Buches mehrere Perspektiven, die vielleicht ein paar Antworten geben. Unter anderem den Einfluss der Außenwelt auf unser Verhalten. 

Nicht selten ringt das orthodoxe Judentum um seine Mitglieder und hierbei insbesondere um die Jugend. Was bei Eltern und Großeltern noch als wichtig und selbstverständlich galt, scheint der jungen Generation eine zunehmende Last. Eine Alternative zur Orthodoxie gibt es nicht, denn man kann, wie im Reformjudentum, nicht eine ganze Religion so zurechtrücken, wie es einem gerade passt. Was die Orthodoxie hingegen tun muss ist, jene Punkte aufzuzeigen, welche gerade die Orthodoxie so lebenswert macht, denn sie ist gewiss nicht das, wofür sie fälschlicherweise immer gehalten wird: Eine störende Last, die nur darauf aus ist, strenge Gesetze einzuhalten und einem das Leben zu vermiesen. 
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In der folgenden Zeit werde ich das Buch von Faranak Margolese des Öfteren erwähnen. Nebenher ebenso die Volozhin – Yeshiva: Ihre große Vergangenheit bis zum Holocaust, ihre Rabbiner sowie ihre heutigen Ableger in Israel und den USA. Außerdem stehen demnächst die drei Wochen vor dem jüdischen Trauer – und Fastentag Tisha be’Av (9. Av) an und dazu werde ich sehr viele Infos in den Blog stellen.

Montag, Februar 13, 2012

Zur Satmar Aussteigerin DEBORAH FELDMAN

B"H 

Es ist gewiss nicht übertrieben, wenn viele Haredim (ultra – orthodoxe Juden) behaupten, dass Deborah Feldman mit ihrem Buch über ihren Ausstieg aus der chassidischen Gruppe Satmar Publicity sucht. Derlei Leute stellen die haredische Gesellschaft als Ganzes in ein schlechtes Licht und Außenstehende reimen sich folglich ihre eigenen Meinungen zusammen. Vielfach völlig falsch, wenn ich mir die Kommentare zur haredischen Gesellschaft ansehe. 

Zu eben diesem Thema verfasste ich auf meinem englischen Blog ein paar Zeilen und wer Interesse hegt, kann ja einmal reinschauen: 

Donnerstag, Februar 09, 2012

Deborah Feldman - Eine Aussteigerin aus der chassidischen Gruppe Satmar




I have secrets too. Maybe Bubby knows about them, but she won't say anything about mine if I don't say anything about hers. Or perhaps I have only imagined her complicity; there is a chance this agreement is only one-sided. Would Bubby tattle on me? I hide my books under the bed, and she hides hers in her lingerie, and once a year when Zeidy inspects the house for Passover, poking through our things, we hover anxiously, terrified of being found out. Zeidy even rifles through my underwear drawer.
Only when I tell him that this is my private female stuff does he desist, unwilling to violate a woman's privacy, and move on to my grandmother's wardrobe. She is as defensive as I am when he rummages through her lingerie. We both know that our small stash of secular books would shock my grandfather more than a pile of chametz, the forbidden leavening, ever could. Bubby might get away with a scolding, but I would not be spared the full extent of my grandfather's wrath.
When my zeide gets angry, his long white beard seems to lift up and spread around his face like a fiery flame. I wither instantly in the heat of his scorn. ''Der tumeneh shprach!'' he thunders at me when he overhears me speaking to my cousins in English. An impure language, Zeidy says, acts like a poison to the soul. Reading an English book is even worse; it leaves my soul vulnerable, a welcome mat put out for the devil.' 

Quelle: Simon and Schuster/Amazon 


Donnerstag, Januar 12, 2012

Rabbi Nathan Lopes Cardozo: "Ich nehme meine Kippah ab !"

B"H

Der in Jerusalem recht bekannte englischsprachige Referent Rabbi Natan Lopes Cardozo zu seiner Entscheidung, die Kippah vom Kopf zu nehmen:



Ich kenne Rabbi Cardozo viele Jahre. Nicht persönlich, sondern von seinen Vorträgen her. Es ranken sich immer wieder unterschiedliche Interpretationen bezüglich seiner Herkunft. Die einen sagen, er sei gebürtiger Jude und andere behaupten, er sei irgendwann zum Judentum konvertiert und in seinem früheren Leben ein Priester im Vatikan gewesen. Tatsache ist, dass Rabbi Lopes Cardozo in regelmässigen Abständen bei der Jerusalemer “Orthodox Union” Vorträge zum Thema “Warum der christliche J. nicht der Meschiach ist” hält. 

Ich muss zugeben, dass ich seine aktuelle Aussage nicht ganz verstehe. Meint er es tatsächlich ernst oder will er mit dem Essay lediglich zum Nachdenken anregen ? 

Natürlich bindet die Kippah einen jüdischen Mann an die Mitzwot (Thoragesetze) und in dem Moment, in dem sie getragen wird, wird derjenige schon an seine Herkunft erinnert. Leider ist es oft so, dass religiöse Juden immer beflissen auf die Einhaltung der Halachot schauen und weniger auf G – tt selber. Das geht mir genau so und in vielen Situationen, in denen ich nicht immer super religiös bin, sehe ich schon insgeheim die Strafe auf mich zukommen. Genau so sollte es nicht sein und jeder von uns ist in erster Linie dazu aufgerufen, G – tt zu lieben. Die Halachot sind der Leitfaden G – ttes an die Juden, heisst, wie sie leben sollen und was Er von ihnen verlangt. 

Die rabbinische Literatur unterscheidet bei der Mitzwoteinhaltung zwischen unterschiedlichen Leveln. Der höchste Level ist, wenn ein Jude die Thoragesetze aus Liebe zu G – tt erfüllt und nicht, weil es eben mal so irgendwo geschrieben steht. Der Talmud lehrt, dass die Ehrfurcht vor G – tt sowie die Liebe zu Ihm immer miteinander verbunden werden und in Einklang gehen müssen. Real betrachtet ist dieses Verhalten allerdings extrem schwer zu verwirklichen.

Montag, Oktober 31, 2011

Religiöse Aussteiger und ihre Rückkehr zur Religion


 Artikel aus der israelischen Tageszeitung MA'ARIV (31. Oktober 2011)

Photo: Miriam Woelke
B"H 

Es gibt Hoffnung. Selbst für mich ?

Laut einer aktuellen Untersuchung kehren 75 % der Aussteiger aus der nationalreligiösen Gesellschaft nach einiger Zeit wieder zur Religion zurück. Zumindest veröffentlichte das die israelische Tageszeitung Ma’ariv in ihrer Ausgabe vom 31. Oktober 2011.

Mit den 75 % sind vorweglich die Aussteiger aus der nationalreligiösen Gesellschaft gemeint und nicht jene aus der haredischen (ultra – orthodoxen). Weiterhin steht die Prozentangabe weitgehend für Aussteiger im Teenageralter oder in den frühen Zwanzigern. Erst einmal ausgestiegen und säkuler geworden, vermissen nicht wenige das fromme Leben der jüdischen Religion und kehren nach einiger Zeit des “sich Austobens” wieder in die fromme Gesellschaft zurück.

Als ich vor ein paar Jahren meinem haredischen Drive nachging und Teil der haredischen Gesellschaft werden wollte, blockierten mich bei meinem Vorhaben mehrere Aspekte. Darunter wahrscheinlich meine damalige Mitbewohnerin, welche selbst den Weg der Haredim gegangen war und dies nun recht emotional wechselnd auslebte. Und zweitens setzte ich mir selbst viel zu hohe Ziele und Anforderungen. Der Körper wollte, die Seele jedoch nicht.

Bis auf Weiteres definiere ich mich selbst als weder nationalreligiös noch als haredisch. Äußerlich wirke ich “chiloinisch – säkuler”, doch verhalte ich mich nicht unbedingt dementsprechend. Fanatische säkulere Juden, soweit ich denn einmal auf sie stosse, halten mich eher für Mea Shearim. Sima Zalcberg verdächtigte mich bei einem Telefongespräch mit ihr, ein Agent der extremen chassidischen Gruppe “Toldot Aharon” zu sein, welcher ihr nachspioniert. Vor Jahren einmal verfasste die damalige Doktorantin der Soziologie, Sima Zalcberg, eine Doktorarbeit über die Toldot Aharon, wobei sie sich mit Hilfe falscher Angaben das Vertrauen einiger Mitglieder erschlich. Jedenfalls dürften die Toldot Aharon von der Logik her mich weniger als einen ihrer “Agenten” betrachten. Zumindest nicht in Jeans.  

Haredim fällt es beim ersten Kennenlernen schwer, mich einzuordnen, denn wie kann es sein, dass jemand, der säkuler aussieht, die haredische Gesellschaft kennt, ihre Sprache spricht und noch dazu Rabbiner, Thora, Halacha und den Talmud kennt ? 

Der talmudische Rabbi Akivah fand seinen Weg erst im Alter von 40 Jahren. Ich bin mittlerweile etwas älter, doch die Hoffnung nach einem Weg habe ich noch lange nicht aufgegeben ...

Samstag, September 17, 2011

Ex – Haredi Yoel Hazroni nahm dich das Leben

B”H  

Vor circa zwei oder drei Wochen nahm sich der einstige Haredi (ultra – orthodoxe Jude) Yoel Hazroni aus Modi’in Illit (Kiryat Sefer nahe Modi’in) das Leben, indem er sich in seiner Tel Aviver Wohnung erhängte. Yoel stieg erst vor wenigen Jahren aus der haredischen Gesellschaft aus. Genau wie sein älterer Bruder einige Jahre vor ihm. Zuerst lebten die Beiden gemeinsam in einem Apartment in Bat Yam. Kurz darauf zog es Yoel nach Tel Aviv und sein Bruder zog nach Petach Tikwah (bei Tel Aviv). In Tel Aviv lebte Yoel Hazroni in einer WG mit Shai Gold, der ihn erhängt auffand. 

Vor noch nicht allzu langer Zeit gab Yoel offen zu, schwul zu sein und schloss sich der Tel Aviver Gay Community an. Während all der Zeit erhielt er Unterstützung von seinem Zuhause, was nicht gerade der Fall bei jedem davon gelaufenen Haredi ist. Normalerweise brechen die frommen Eltern den Kontakt ab und ihr nun säkuler lebendes Kind gehört nicht mehr zur Familie. Bei Yoel Hazroni war dies anders und er besucht seine Familie in Kiryat Sefer und sie ihn in Tel Aviv. Auch noch als er zugab, homosexuell zu sein. 

Ein oder zwei Tage vor seinem Tod traf sich die Familie zum Todestag des Vaters von Yoel. Dort soll ein Bruder des Vaters Yoel beleidigt haben, doch genaue Inhalte des Gespräches sind nicht bekannt. Jedenfalls war Yoel danach außer sich. Viele Freunde und einige Blogs stellen die Frage, ob der Onkel der Grund für den Selbstmord war. Eine Antwort darauf werden wir nie erhalten. 

Yoel Hazroni wurde auf dem Jerusalemer Har HaMenuchot Friedhof beigesetzt. Die Halacha schreibt vor, dass jüdische Selbstmörder nicht direkt auf dem Friedhof mit allen anderen begraben werden, sondern auf einer separat gehaltenen Fläche. Selbstmord ist im Judentum verboten. 

Allerdings sagt die Halacha ebenso, dass ein Jude bis zum letzten Atemzug die Möglichkeit hat, zu G – tt zurückzukehren und zu bereuen. Woher aber wollen wir wissen, ob jemand im letzten Augenblick doch noch alles bereute ? Tat er es oder nicht ? Aus diesem Grund des Zweifels hat der Jude ein Anrecht auf eine halachisch angemessene Beerdigung. Nur eben nicht immer im Zentrum des Friedhofes, sondern am Zaun. 

Yoel Hazronis Tod ist tragisch und die Frage ist, warum er keine professionelle psychologische Hilfe in Anspruch nahm. Gerade Tel Aviv ist ein Eldorado der Help Lines für haredische Aussteiger, was ich aus eigener Erfahrung weiss. Auf alle Fälle aber sollten wir alle aus Yoels Tod heraus lernen, nach Hilfe zu suchen und auch in Anspruch zu nehmen. 

Link:

Video von YOEL HAZRONI

Haredische (ultra - orthodoxe) Blogs aus der Twilight Zone

B"H

Es muss ja nicht immer der Blog der Sarah Einfeld sein, die vor ein paar Jahren von der chassidischen Gruppe Gur weglief. Zusammen mit ihren zwei Kindern führt sie heute ein säkuleres Leben in Ramat Gan und ich interviewte sie vor längerer Zeit. Ab und zu sind wir nach wie vor in Kontakt und wollen einen Schabbat zusammen verbringen. Was Sarah mittlerweile tut ist, einen Schulabschluss nachzuholen und zu arbeiten. Nebenbei berichtet sie, u.a. bei den Psychologiestudiengängen an der Tel Aviv University über ihr einsitges haredisches Leben innerhalb der chassidischen Gruppe Gur. 

Warum ich Sarah interviewte lag größtenteils daran, Antworten für mich selbst zu finden. Weshalb mein Leben in der haredischen Gesellschaft lediglich von knapp zweijähriger Dauer war. 
Fand ich die erhoffte Antwort ? NEIN. Eine Freundin gab sie mir stattdessen vor ein paar Wochen. Zumindest hoffe ich, dass es die korrekte Antwort ist: 
Vielleicht sieht G – tt Dich gar nicht für ein Leben in der Ultra – Orthodoxie vor.

Gestern las ich in einer lokalen Tel Aviver Zeitung einen Artikel über einen ehemaligen Haredi (ultra – orthodoxen Juden) aus Kiryat Sefer (einer haredischen Stadt nahe Modi’in). Dabei stiess ich auf den Blog des YOSSELE GOLDBERG. Yossele berichtet über eben jenen Aussteiger, der sich vor zwei oder drei Wochen in seiner Tel Aviver Wohnung erhängte. Über diesen tragischen Vorfall berichte ich in meinen nachfolgenden Blogartikel.

Ein anderer Yossele berichtet in seinem Blog von seinen finanziellen Schwierigkeiten. YOSSELE BETTLER, so der Name des Blogs. Yosseles Vater ist hoch verschuldet, denn er machte den Fehler wie so viele haredische Familien. Um seinen Kindern einen respektierten Ehepartner zu ermöglichen, braucht es an Geld, denn die Hochzeit und das Leben des frisch vermählten Paares muss erst einmal bezahlt sein/ werden. Wie gesagt, von der Hochzeit bis hin zur Wohnung, den Möbeln sowie dem Geschirr und allem Drum und Dran. Hierbei sind fast immer die Eltern der Braut betroffen, denn die zahlen nicht selten traditionell mehr als die Eltern des Bräutigams. Aufgrund der vielen Schulden und der miesen wirtschaftlichen Lage sind nicht selten die jeweiligen Eltern bereit, die Kosten 50 : 50 aufzuteilen

Yossele hat Probleme, sein Leben zu finanzieren und seiner Frau und den Kindern den Unterhalt zu sichern. Er entschloss sich, Zedakah (Geldspenden) an Haustüren zu erbetteln. In haredischen Gegenden, denn dort knallen einem gewöhnlich die Leute nicht die Tür vor der Nase zu.

Alle drei Blogs sind nur in hebräischer Sprache zu lesen, doch wer will: Google Translater macht heutzutage alles möglich !!!

Mittwoch, September 14, 2011

חיים בשאלה - Die religiöse Gesellschaft verlassen

B”H

Wer der hebräischen Sprache mächtig ist, kann sich den zweiteiligen Filmbericht über “Chosre’i be’She’elah” anschauen. Über einstige religiöse Juden, die sich dem säkuleren Leben zuwandten. Eines meiner meist besprochenen Themen auf diesem Blog unter der Rubrik “Off – The – Derech” (vom Weg abgekommen).

Manchmal erging es mir während meiner haredischen (ultra – orthodoxen) Zeit genau wie den interviewten Personen im Video. Andererseits stimme ich nicht allem zu, was sie sagen. Wer, zum Beispiel, nicht an die Existenz G – ttes glaubt oder diesbezüglich Fragen hat, der kann gerade im Judentum viele Antworten finden. Wenn er sich denn anstrengt und sie finden will.

Oft passiert es, dass ich derlei Personen, wie ein oder zwei im Video, keinen Glauben schenke, denn in meinen Augen verwischen sie nur den wahren Grund, warum sie ausgestiegen sind. 


Dienstag, Februar 08, 2011

Wie liberale Juden und nichtjüdische Journalisten die Orthodoxie verdrehen können


Haredim (ultra - orthodoxe Juden): Im Hassblickwinkel vieler Reformjuden sowie der deutschsprachigen nichtjüdischen Presse.

Photo: Miriam Woelke

B”H
Früher berichtete ich ausgiebig zum Thema “Religiöse Juden, welche die religiöse Welt verlassen und entweder säkuler oder weiterhin relig. leben". 

Religiös, aber in einer offeneren Umgebung. Ich selbst bin davon betroffen und nicht immer bedeutet der Ausstieg aus der haredischen (ultra – orthodoxen) Gesellschaft einen kompletten Ausstieg. Vielmehr kann der Ausstieg auf vielerlei Arten erfolgen und muss nicht immer im “Ausstieg” enden. 

Das Thema an sich ist in der deutschsprachigen Welt vielleicht weniger bekannt als in London, Manchester, Antwerpen, Paris, New York, Jerusalem oder Bnei Brak ? Es ist überaus schwierig, die Problematik einem Außenstehenden zu erklären. Wo anfangen, wenn derjenige noch nie mit der haredischen Gesellschaft richtig in Kontakt trat und das damit verbundene Leben gar nicht kennt. Man mag die Bücher der (nicht ultra - orthodoxen) Naomi Ragen lesen, meine Berichte oder durch das Net surfen; was aber dabei herauskommt sind meist oberflächliche Details und zusammengeformte eigene Schlussfolgerungen. Schlimm wird es, wenn Reformjuden oder nichtjüdische Journalisten an dem Thema zu basteln beginnen. Allein aus diesem Grund, der fast nur Schund hervorruft, vermied ich es, mich weiterhin zum Thema “Ausstieg” oder selbst zu den nach Geschlechtern Bussen zu äußern; damit mir keine Inhalte entzogen und negativ verwertet werden. Wobei die Bus - Problematik gar nicht mehr öffentlich diskutiert wird, denn diejenigen wenigen Haredim (Ultra – Orthodoxen), welche tatsächlich derlei Busse in bestimmten Orten Israels fordern, hat sich selbst erledigt. Eben jene Gruppe organisierte ihre eigenen privaten Busse und wer sich heute als Nichtjude oder liberaler Jude zum Thema auslassen will, tut dies, um seinen Leseranteil zu steigern und / oder ggf. Hass gegen orthodoxe Juden hervorzurufen. Mit der aktuellen Realität jedoch hat das Thema nichts mehr zu tun. 
In meinem englischen Blog hingegen werden derlei Themen regelmässig besprochen; besonders weil die Texte von den Haredim selbst gelesen und kommentiert werden. Hier ein interessanter Link dazu !


Weitere Links:

Säkulere Israelinnen befürworten nach Geschlechtern getrennte Busse

Donnerstag, Januar 27, 2011

Fortsetzung und Update folgen: "I have never promised you a rose garden"

B"H

Erinnert sich noch jemand an Sarah Einfeld, die ich vor einem Jahre interviewte ? In Israel erlangte sie einiges an Berühmtheit, denn sie verliess die chassidische Gruppe Gur und schreibt ihren Blog. Ferner erschien sie einige Male im TV und war an einem Film beteiligt.

Sarah und ich wollen uns erneut treffen und ich werde sie fragen, wie es nach einem weiteren Jahr ausserhalb der chassidischen Gruppe so läuft. Wir chatteten vorab und sie sagt: Gut ginge es ihr !

Nur zwecks Interview kommen wir allerdings nicht zusammen, sondern ebenso privater Natur. Man tauscht sich immer gerne aus, wenn es irgendwo gleiche Erfahrungen gibt, die einen verbinden.

Hier die Artikel von vor einem Jahr:


Mittwoch, Januar 19, 2011

Der Fall von der SPIRITUELLEN in die MATERIELLE Welt

B”H

Vor nicht allzu langer Zeit ging ich zu einem Schiur (relig. Vortrag), indem der Rabbiner über die Mitzwoterfüllung der Thoragesetze einer Juden sprach. Es gelte danach sein Leben auszurichten. Keiner der anderen Anwesenden sagte ein Wort, doch spürte man, dass jeder sich insgeheim vorstellte, wie er denn da sein Leben umstellen und auf gewissen Dinge verzichte müsse . Und ganz sicher hatte jeder von uns seine eigene individuelle Liste, welche er unweigerlich im Kopf durchging.

Letztendlich war ich die Einzige, die dem Rabbiner etwas sagte. Nämlich, dass ich ab und an eine Pause brauche und nicht nur 24 Stunden am Tag mit der Religion leben kann. Die Pause bedeutet jedoch nicht, dass ich G – tt, das Judentum oder die Thora vergesse oder verlassen, sondern ganz einfach ein normales Buch lese, einen Film anschaue oder einen Kaffee trinken gehe. Das Leben sollte schon aus einem bestimmten Gleichgewicht bestehen.

Die anderen Anwesenden starrten mich an und der Rabbiner sagte: “Was Du da sagst, hört sich an wie ICH BIN RELIGIÖS, ABER BRAUCHE EINE PAUSE. ZEIT FÜR DIE WERBEUNTERBRECHUN. So wie ein Film angeschaut wird (hier gleichzusetzen mit der Mitzwoterfüllung) kommt es plötzlich zur Pause (mein Weg, die Balance zu finden)”.

Wie Ihr Euch sicherlich vorstellen könnt, sagte mir der Rabbiner, dass ich mich zwingen solle, im Film zu bleiben und nicht in die Werbepausen zu gleiten.
“Was bedeuten materielle Freuden für Dich ? Besitzen sie einen ewiglichen Wert ?” fragte der Rabbiner.

Ich began darüber nachzudenken, inwiefern die Tasse Kaffe mit Freunden im Kaffeehaus tatsächlich einen ewigen Wert haben könnte. Thoralernen ist für die Ewigkeit, mit einer Tasse Kaffee oder einem Film erwartet mich jedoch nur eine zeitweilige Phase des Gücks. Ich erhalte dadurch zeitweilige Befriedigung, mehr nicht.

Der Rabbi hatte Recht, denn es befindet kein Fünkchen Ewigkeit in meinen “mach mal Pause Aktivitäten”, trotzdem geniesse ich sie und behaupte, es sei einfach menschlich.

Mittwoch, März 17, 2010

Update: "Leaving the Fold"

B"H

Fast zwei Wochen ist es her, dass ich die wahre Identität des Mea Shearim Mädchens aus dem TV - Report "Leaving the Fold" herausfand. Gleich darauf sandte ich eine e - mail an die amerikanische Produktionsfirma und die Antwort ist, dass man mir nicht antwortete. Dabei geschah dies wenige Wochen zuvor mehr als prompt. Zu dem Zeitpunkt schrieb ich auch, dass ich den Link zum Report in meine Blogs setze und die Produzenten zeigten sich mehr als happy, ihr Werk veröffentlicht zu sehen. Nachdem ich jedoch die wahre Identität des Mädchens veröffentliche, gab es nur ein Schweigen im Walde.

Die Produzenten hätten im Report bekannt geben müssen, dass besagtes Mädchen eigentlich gar nicht aus der Ultra - Nachbarschaft war, sondern eine gescheiterte Neureligiöse. Anscheinend aber verkaufen sich derlei falsche Behauptungen besser als die Wahrheit zuzugeben.

Sonntag, März 07, 2010

Die Wahrheit über das Mea Shearim Mädchen aus "Leaving the Fold"

B"H

Vor nicht allzu langer Zeit zeigte der israelische Privatsender YES den Report "Leaving the Fold" über junge ehemalige Haredim (Ultra - Orthodoxe), welche die relig. Gesellschaft verliessen und nun säkuler leben.

Viele meiner israelischen sowie englischen Blogleser baten mich, jenes Mädchen ausfindig zu machen, welches im Filmreport angibt, aus dem ultra - orthodoxen Jerusalemer Stadtviertel Mea Shearim zu stammen. Im Film spricht sie nur auf Hebräisch und sagt, dass zuerst ihre Schwester die relig. Gesellschaft verliess und von einem Nachbarn des Mea Shearimer Hinterhofes "Batei Hungarin" in der Jerusalemer Innenstadt in Hosen gesichtet und tätlich angegriffen worden war. Danach gab es eine Demo gegen die Familie in den Batei Hungarin und die Familie war gezwungen dort auszuziehen.

Am vergangenen Schabbat befragte ich die ehemaligen Mea Shearimer Nachbarn des Mädchens und die berichteten mir, dass die Familie ursprünglich gar nicht aus dem Stadtteil stammte. Die Mutter ist geschieden und wurde mit den zwei Töchtern religiös. Nicht lange zuvor waren sie nach Mea Shearim gezogen und es stellte sich heraus, dass sie eine recht kaputte Familie mit vielen internen Problemen waren und letztendlich auch nicht in den Stadtteil passten.

Ich rechtfertige nicht das Vorgehen der Nachbarn, doch hätte die Filmproduktion von "Leaving the Fold" erwähnen MÜSSEN, dass die Familie nicht in den Stadtteil hineingeboren worden war. Somit gibt der Film ein völlig falsches Bild der Lage.
Ich habe der Produktionsfirma eine Mail geschrieben und vielleicht bekomme ich ja eine Stellungnahme.

Die Aussage der Nachbarn von Mea Shearim:

"Viele Baalei Teshuva (religiös Gewordene) erträumen sich unsere Mea Shearim Welt und kommen dann mit der Wirklichkeit nicht zurecht und scheitern !"

Sonntag, Februar 14, 2010

Sarah Einfelds neue Attacke gegen die haredische Welt

B"H

Ein israelisch - haredisches Forum lästert über die aktuelle Sarah Einfeld Attacke ab. Sarah schreibt in der Tageszeitung MAARIV, dass Haredim insgeheim unkoscher essen, vergewaltigen und was weiss ich noch alles treiben. 

Meine persönliche Meinung ist, dass jeder, der die haredische Gesellschaft verlässt, sich ein neues Leben aufbauen soll. Klar gibt es in jeder Gesellschaft Missstände, so auch in der haredischen. Trotzdem braucht man nicht ewig darauf herumzuhacken und was Sarah Einfeld tut, wird schon langweilig. Hat sie nichts anderes im Leben zu bieten als sich immer wieder neu zu wiederholen ?

Sarah sollte sich ein Beispiel an der jungen Frau nehmen, welche die chassidische Gruppe Vishnitz verliess, aber dennoch Schabbat und Kaschrut einhält. Sie läuft zwar in Jeans herum, zieht als alleinstehende Mutter ihr Kind gross, doch besucht regelmässig ihre Eltern. Die Vishnitzer Frau ist die Tochter eines Knessetabgeordneten der haredischen "Yahadut HaTorah" - Partei und selbst politisch recht aktiv. In Zipi Livnis "Kadima".

Anstatt immer wieder den gleichen Müll aufzufahren, sollte sich Sarah an dieser jungen engagierten Frau orientieren, denn die ewige Hetze bringt sie nirgendwohin.


Freitag, Februar 05, 2010

Schabbat Schalom


4. You have seen what I did to the Egyptians, and [how] I bore you on eagles' wings, and I brought you to Me.


B"H


Eigentlich wollte ich wieder einmal viel mehr schreiben, aber nix wars aufgrund von Zeitmangel.


Neulich berichtete von meinem Treffen Treffen mit dem Runaway der Chassidut Gur (aus Ashdod), Sarah Einfeld. Gleich darauf sendete der israelische Privatsender "Yes" einen Report über fünf Runaways der haredischen (ultra - orthodoxen) Gesellschaft mit dem Titel "Leaving the Fold". Eine der darin beschriebenen Personen ist eine junge Frau aus dem Hinterhof Mea Shearims "Batei Hungarin - Ungarische Haeuser". Als ich den Artikel zu Sarah Einfeld in meinen hebräischen Blog stellte, beschwerten sich einige Leser, dass sie lieber etwas über die junge Frau aus den Batei Hungarin lesen wollen. Die sei doch viel interessanter. Mea Shearim und so und keine Sarah aus Ashdod.

Ich kontaktierte die Filmemacher von "Leaving the Fold" und bekam prompte Antwort. Leider aber lehnte man es ab, mir den Namen der jungen Frau weiterzuleiten. Dies könne ich bei "Hillel" erfahren.

Bei "Hillel" handelt es sich um eine israelische Organisation, welche Runaways aus der haredischen Gesellschaft hilf (Unterkunft, Schulbildung, Job, Geld, etc.) 
Grundsätzlich aber bin ich gegen "Hillel", denn deren Agenda lautet, den frommen Juden in ein total säkuleres Gegenteil umzufunktionieren. Nicht jeder Runaway aber will die Religion verlassen, sondern nur seine Umgebung. Ausserdem ist die Kontaktaufrechterhaltung mit den Eltern sehr wichtig und bei der Stadt Jerusalem gibt es diesbezüglich hervorragende Sozialarbeiter.

Nichtsdestotrotz werde ich "Hillel" kontaktieren und schauen, was sich ergibt.

Die haredische Gesellschaft zu verlassen bedeutet nicht gleich die Religion aufzugeben und damit sind wir bei der Parasht Yitro angekommen. Es ist erstaunlich wie Moshe auf seinen Schwiegervater hoerte; und das mit G - ttes Zustimmung.

Rabbi Bachya ibn Pakuda schrieb in seinem Buch "The Duties of the Heart", dass wir G - tt mit GANZEM Herzen akzeptieren sollen. Nicht, dass sich unsere Taten von unseren Worten unterscheiden. Die wahre Akzeptanz G - ttes findet statt, wenn jemand das tut, was er predigt und nicht anderen Leuten überheblich "religiös" daherkommt bzw. sie rügt und sich selber verhält wie sonst etwas. 

"Schabbat Schalom - Gut Schabbes" allen Lesern !
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Kleine Anmerkung: Der Toldot Avraham Yitzchak Rebbe wird an diesem Schabbat seinen Tisch in Beit Shemesh abhalten und NICHT, wie gewohnt, in Jerusalem ! Dies ist besonders wichtig, denn in den Avraham Yitzchak gibt es "Scheva Berachot", da ein Enkel des Rebbe am Mittwoch heiratete.

Dienstag, Februar 02, 2010

Basya Schechter und Pharaoh's Daughter

 

B"H

Erst vor kurzem stellte ich einen Link zum Film "Leaving the Fold" in den Blog. Bei dem Film handelt es sich um einen Report über fünf junge ultra - orthodoxe Juden, welche die haredische Gesellschaft verliessen. "Leaving the Fold" wurde, u.a., auf dem israelischen Privatsender "YES" vor ca. drei Wochen ausgestrahlt.

Eine der fünf Leute, die in dem Film vorgestellt werden, ist Basya (Batya) Schechter, die im chassidischen Stadtteil New Yorks, in Williamsburgh, aufgewachsen ist. Sie verliess die haredischen Gesellschaft, um sich dem Gesang zu widmen. Ihre Eigenkompositionen zu biblischen sowie rabbinischen Texten in englischer, jiddischer und sogar aramäischer Sprache. Zusammen auftreten tut sie mit ihrer Band "Pharao's Daughter".


Hier ein Interview mit Basya, in welchem sie ihre Werke erklärt:




Basya singt "Ih un Du" auf Jiddisch. Basierend auf einem Gedicht von Rabbi Avraham Joshua Heschel.




Viele Freunde und Arbeitskollegen sahen "Leaving the Fold" und baten mich, mehr über Basya herauszufinden. Über ihre teilweise orientalisch mystische Musik und ob es CDs gäbe.

Wäre Basya frum geblieben, hätte sie niemals eine Chance gehabt, ihre Musik so umzusetzen. In der jüdisch - orthodoxen Welt singt eine Frau nicht mit lauter Stimme. Schon gar nicht vor Fremden und wenn, dann nur daheim. Die Halacha besagt, dass eine laute Frauenstimme bzw. Gesang die "Yetzer HaRah - negative Seite in uns" im Mann hervorrufen könnte.

Mehr Videos von Basya gibt es HIER zu sehen !

Donnerstag, Januar 28, 2010

Haredi Bashing

B"H

In der letzten Zeit habe ich recht viel von jenen Juden berichtet, die sich entschlossen, aus welchen Gründen auch immer, die haredische (ultra - orthodoxe) Gesellschaft zu verlassen. Natürlich interessiert mich dieses Thema nach wie vor, hoffe ich doch, einige Antworten auf meinen eigenen "Fall" zu bekommen (finden).

Jedes Mitglied der haredischen Gesellschaft hat das Recht eben jene Gesellschaft zu verlassen. Jeder, der will, steigt letztendlich aus; baut sich allmählich ein neues Leben auf. Sucht sich einen Job und eine neue Bleibe; neue Freunde, einen neuen Lebensstil; Bildung, was auch immer. Die Wenigsten machen sich auf nach Hollywood, um ausgerechnet einen Film über ihre Vergangenheit zu drehen. Warum auch ? Ist man nicht beschäftigt genug, einen Platz in einer neuen Gesellschaft zu finden ?
Darüber hinaus machen die wenigsten Aussteiger im Nachhinein die gesamte haredische Gesellschaft madig. Stattdessen dürfte es jedem klar sein, dass es in JEDER Gesellschaft Positives sowie auch Negatives gibt. Bei all den vielleicht negativen Erfahrungen, sollte man niemals das Positive aus den Augen verlieren. Und die haredische Gesellschaft hat eine Menge Positives zu bieten. Diese Tatsache sollte genauso hervorgehoben und niemals vergessen werden. Nicht alle Frauen sind unterdrückt, wie sich das manche Außenstehende vorstellen. Nicht alles ist entweder nur schwarz oder weiss.

Mittwoch, Januar 27, 2010

Sarah Einfeld goes Fashion



B"H

Sarah Einfeld verliess vor fast zwei Jahren die chassidische Gruppe Gur und lebt seither mit ihren zwei kleinen Kindern in Ramat Gan (bei Tel Aviv). Mitte Januar dieses Jahres wurde sie von der israelischen Photographin Miri Davidovitz für das deutsche Modemagazin MAXI photographiert.