Sonntag, November 11, 2012

Noahs Arche in Hongkong

B"H

Aus irgendeinem Grund machen sich Christen daran, ausgerechnet die Arche des Noach (Noah) zu finden und ich frage mich, warum. Erstens glaube ich kaum, dass die Arche noch irgendwo existiert, sondern längst verrottet ist. Zweitens wäre ein Auffinden der Arche absolut keine direkte Sensation, denn was würde dies bringen ? Nichts. Die Arche diente einem bestimmten Zweck, den sie erfüllte und damit hat sich der Fall eigentlich erledigt. 

Bis heute allerdings scheinen Noach und seine Arche eine besondere Anziehungskraft auszustrahlen, denn es gibt sogar Hollywood Movies. Eine Tatsache, die jedoch fast immer falsch dargestellt wird, erweist sic him Falle "Hongkong" als durchaus realistisch: Die Arche glich keinem Schiff, sondern sah wie ein rechteckiger Kasten aus. 

In Hongkong machte man aus der Arche gleich einen ganzen Freizeitpark. Garantiert lebte Noach nicht so komfortable, aber eine witzige Idee ist es allemal ! 



Links:

Die hohe Lebenserwartung im Buch Bereschit (Genesis)

Wo sind die Skelette der Toten von Noachs Flut ?

In der Nähe des Grabes von Rabbi Yitzchak Luria



B"H 

Das Video nahm ich nahe dem Grab des berühmten mittelalterlichen Kabbalisten, Rabbi Yitzchak Luria (Kurzname: ARI) auf. Rabbi Luria (1534 -1572) lebte insgesamt nur ein Jahr in Zfat bevor er starb, doch in der kurzen Zeit wurde er zum Nachfolger des berühmten Kabbalisten, Rabbi Moshe Cordovero, ausersehen. Rabbi Cordovero, der, u.a., einen grandiosen Kommentar zum kabbalistischen Buch ZOHAR verfasst (den Kommentar OR YAKAR), verstarb nur wenige Tage, nachdem sich Rabbi Luria in Zfat niedergelassen hatte. 

Außerdem im Video: Die Umgebung des antiken Friedhofs von Zfat mit den gegenüberliegenden Bergen von Meron, wo der talmudische Rabbiner Schimon bar Yochai beerdigt liegt.

Ferner sehen wir die Metalltribünen um das Grab des ARI, welche es den Cohanim (Tempelpriestern und Nachkommen Aharons) ermöglichen, den Friedhof zu besuchen. Laut der jüdischen Halacha ist es Cohanim untersagt, mit Unreinheiten in Berührung zu kommen und Tote sind darin mitenthalten. Um jedoch den Cohanim den Besuch eines Friedhofes zu ermöglichen, finden wir vielerseits derlei Metallgestelle auf jüd. Friedhöfen. Somit betreten die Cohanim nicht den Boden des Friedhofs und werden nicht unrein. Teilweise dienen die Metallpfade auch als Wegetrennung von Mann und Frau. Dies allerdings nur bei grossen Besucherandrang. Als ich Ende Oktober dieses Video aufnahm, konnte ich mich auf dem Friedhof durchaus frei bewegen.

Leider werden aufgrund der Metallgestelle andere Gräber verdeckt, was mich persönlich etwas stört.

Live - Schaltung zu den Chabad - Schluchim nach New York


B"H

Dieser Tage treffen sich die Chabad – Schluchim (Repräsentanten) aus aller Herren Länder zu ihrem jährlichen Kongress in Crown Heights / New York. 


Wer Lust hat, der kann in ca. sieben Stunden die SCHLUCHIM GALA live mitverfolgen:

http://www.jerusalemchabad.org/multimedia/live_cdo/aid/221818/jewish/Conference-of-Chabad-Lubavitch-Emissaries.htm

Samstag, November 10, 2012

Urban Legend: Von "Schlangenmenschen" und "Meerjungfrauen"

B"H

Aus verschiedenartigen Gründen heraus wird die Öffentlichkeit immer wieder neugierig, wenn die Rede auf "entstellte Menschen" oder "Naturkatastrophen" fällt. Manche Leute werden von derlei Themen wie ein Magnet angezogen. Kein Wunder also, dass viele Fälscher auf Youtube unterwegs sind und mit gefakten Videos aufwarten, um auf diese Weise Hits auf ihre Websites zu ziehen. 

Zum Beispiel handelt es sich bei diesem video um einen kompletten Fake und hier ist mein Comment dazu auf Youtube:
It is an obvious computer fake. Furthermore, it is biologically impossible that a being "half man half animal" could exist. According to medical aspects, this is just impossible but people are attracted by the idea and others know how to exploit that kind of curiosity, as you can see in the video.
Bis zur Generation des Noach (Noah) war es in der Tat möglich, dass, wenn Menschen mit Tieren Sex hatten, die weiblichen Menschen schwanger werden konnten. Der Grund dafür war ein anderer menschlicher DNA, welcher erst nach der Flut von G – tt verändert worden war. Wie wir im Talmud Sanhedrin 108 ff. nachlesen können, unterhielten die Menschen zu Zeiten des Noachs Sex mit Tieren und dementsprechend wurden recht eigenartige Kreaturen geboren. Ich mag mir lieber gar nicht erst vorstellen, was damals so alles herumlief und ich selber sehe darin den eigentlichen Grund, warum G – tt die Flut stattfinden liess. Nämlich, weil Seine Erschaffung auf dem besten Wege war, in einer Katastrophe zu enden.

Seit der Flut besitzt die Menschheit eine wesentlich anderen DNA und es ist demnach biologisch unmöglich, sich mit einem Tier fortzupflanzen. Demnach existieren auch keine Schlangenmenschen oder Meerjungfrauen. Allgemein sind derlei "Erscheinungen" medizinisch unmöglich, was jedoch die Neugier der Menschen nicht abhält. 

Links:

Meerjungfrauen

Halb Mensch, halb Tier

Donnerstag, November 08, 2012

Was lehrt uns die Thoralesung CHAYE SARAH ?


Gesehen in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

B"H

Jede Thoralesung hat ja so ihre Mitzwot (Gesetze). Zum Beispiel ging es in LECH LECHA vor zwei Wochen um die Beschneidung (Brit Milah) oder in Bereschit vor einigen Wochen gab G – tt das Gebot der Fortpflanzung (welches in der Regel im Judentum in erster Linie auf den Mann zutrifft, doch weniger auf die Frau). 

Die dieswöchige Thoralesung CHAYE SARAH enthält zwar keine direkten Thoragesetze, dennoch will sie uns etwas ganz Bestimmtes lehren: Nämlich, dass wir Toten Respekt zollen sollen. Darüber hinaus müssen wir in die Zukunft schauen und planen. 

Avraham gibt uns in CHAYE SARAH das beste Beispiel: Er kaufte eine Grabstätte für Sarah, sich selbst und seine Nachkommen. Gleichzeitig liess er seinen Bediensteten Eliezer nach einer passenden Frau für Sohn Yitzchak suchen.

Bild des Tages


Chassidischer Hut auf dem Regal

Gesehen in Zfat / Nordisrael

Photo: Miriam Woelke

Parashat CHAYE SARAH - פרשת חיי שרה


Im Stadtteil Nachlaot / Jerusalem

Photo: Miriam Woelke 

B"H 

Die Thoraparasha für diesen Schabbat

Tausende Juden werden diesen Schabbat in der Stadt Hebron verbringen, denn gleich zu Beginn der Thoraparasha "Chaye Sarah" geht es um den Tod Sarahs, der Frau Avrahams. Viele Kommentare (unter anderem der des "Ohr HaChaim") besagen, dass Sarah in dem Moment verstarb, in welchem sie erfuhr, dass ihr Gatte sich aufgemacht hatte, um den geliebten Sohn Yitzchak zu opfern. Obwohl dies nicht geschah, sondern nur ein Test G - ttes an Avraham war, sah Sarah schwarz und bekam einen Schock, der sie letztenendes tötete. 

Avraham war zutiefst erschüttert und weitere Kommentare sehen in ihm den Verfasser von "Eschet Chayil". Bei "Eschet Chayil" handelt es sich um ein Lied, welches wir an jedem Freitag abend nach dem "Schalom Aleichem" und vor dem Kiddusch (Segnung des Weines) singen. In ihm gedenken wir der immens wichtigen Rolle der Hausfrau und Mutter. 

Avraham und Sarah waren stets Fremde im Lande Kanaan geblieben, denn sie passten sich den Gepflogenheiten der Einheimischen nicht an. Die Kanaaniter waren alles andere als ein angenehmes Volk. Unter anderem behielten sie den Kopf verstorbener Verwandten und stellten ihn sich ins Wohnzimmer. 

Um Sarah zu begraben, wollte Avraham Land kaufen; eine Höhle, die heutige "Ma'arat HaMachpelah in Hebron" und ein wenig Land darum. Eine Begräbnisstätte für Sarah war ihm ungemein wichtig. Er scheute keine Mühen und Kosten und machte sich auf zu Ephron und dessen Hittiter - Volk. Die Hittiter waren ein kanaanitischer Stamm. Canaan, ein Nachfahre Hams des Sohn Noachs, gebar Zidon und Chet. "Bnei Chet - Söhne von Chet", so werden die Hittiter in der Thora genannt. 

Obwohl Ephron auf freundlich und fürsorgend machte, zog er Avraham dennoch über den Tisch. Vierhundert Schekel verlangte er für die Machpelah und das Land drumherum. Ein Wucherpreis zur damaligen Zeit. Avraham aber vermied jedes Feilschen, denn er befand sich in Trauer und er zahlte lieber, um seine Ruhe zu haben. 

Ist es nicht ein Irrwitz, dass Avraham die Ma'arat HaMachpelah in Hebron KAUFTE ? Zeugen waren die "Bnei Chet" und wenn wir dies heute sagen, so werden wir Juden als Rassisten abgestempelt. Dabei erstand Avraham das Land rechtmässig von den Hittitern und selbst die wären heute buff, wenn da irgendwelche Palästinenser daherkommen und das Gebiet für sich beanspruchen. Avraham kaufte seiner Frau Sarah ein Grab und Hagar, die Mutter Ischmaels, hat damit nichts zu tun. Sie und ihre Kinder waren nie mit einbezogen, wie wir am Ende der Parasha sehen werden ! 

Der Ramban (Nachmanides) sieht in dem Landkauf einen Hinweis darauf, wie wichtig es für einen Juden ist, in Israel begraben zu werden. Ferner lehrt uns der Talmud Traktat Ketubot 110, dass Diasporajuden so anzusehen sind als hätten sie keinen G - tt. Wobei hiermit gemeint ist, dass die in der Diaspora lebenden Juden anfälliger für die Religionen und Bräuche andere Völker sind. 

Avraham entschloss sich, für seinen Sohn Yitzchak eine passende Frau zu suchen. Der war immerhin schon vierzig Jahre alt und sollte endlich unter die Haube. Eine Caaniterin sollte es jedenfalls nicht sein, sondern eine g - ttesfürchtige Frau. Die Frage ist nur: Wo soll man die hernehmen, wenn man doch inmitten einem götzendienerischen Volk nimmt ? 

Deswegen entsandte Avraham seinen Diener Eliezer zu den Verwandten. Sein Bruder Nachor hatte einen Sohn namens Betuel und der wiederum hatte einen Sohn namens Lavan und eine Tochter namens Rivka (Rebekka). Jemand aus der Verwandtschaft sollte auserkoren werden, Yitzchak zu ehelichen, denn immerhin kennt man sich in der Familie und es geht weniger schief. Obwohl Rivka innerhalb einer götzendienerischen Familie aufwuchs, so erkannte sie G - tt als alleinigen Schöpfer an und war auch sonst nicht so mies drauf, wir ihr Vater oder ihr Bruder. 

Eliezer kommt in das Land von Avrahams Vorfahren und trifft an einem Brunnen die Rivka. Das gesamte Kapitel 24 nennt unzählige Male den "Kad - Wasserkrug), mit dem Rivka die Kamele Eliezers tränkt. Im Hebräischen wird "Kad" mit Chaf und Daled buchstabiert. Beide Buchstaben ergeben zusammen die Zahl 24 und das Kapitel in Genesis (Bereschit) ist ebenso 24.

Details zum Treffen zwischen Rivka (Rebekka) und Yitzchak.
Warum Rivka hier ihre Haare bedeckte:
Nach dem Tode Sarahs lässt uns die Thora wissen, dass Avraham sich eine zweite Ehefrau namens "Keturah" nahm. Laut der jüdischen Tradition handelte es sich dabei eigentlich um Hagar, welche eine ägyptische Prinzessin war. 

Warum aber heiratete Avraham keine andere Frau aus seiner Familie ? Bei Yitzchak entsandte er noch eifrig den Eliezer und er selbst heiratete eine Frau aus einem anderen Volk ? 

Der Ramban (Nachmanides) kommentiert, dass Avraham keine Frau suchte, deren Kinder später ein Vorvater des jüdischen Volkes werden sollten. Diese Rolle war nur Yitzchak zugedacht und Avraham konnte dementsprechende heiraten, wen er wollte.
Mit Keturah gebar er noch weitere Söhne, die er jedoch alle in den Fernen Osten entsandte, denn Yitzchak allein sollte das Erbe annehmen. Manche kommentieren heute, dass einige fernöstliche Völker ab und an jüdische Bräuche haben, von denen keiner mehr sagen kann, woher diese stammen. Anscheinend stammen sie aber von jenen Kindern, die Avraham fortsandte. 

Am Ende der Parasha erfahren wir vom Tode Avrahams im Alter von 175 Jahren. Ischmael kommt zur Beerdigung und begeht Teschuva (Umkehr zu G - tt).

Schabbat Schalom an alle Leser !

Schabbat CHAYE SARAH in Hebron

B"H

Am diesem Schabbat lesen wir in den Synagogen die Thoralesung "CHAYE SARAH", in welcher Sarah, die Frau des Avraham, stirbt. Begraben liegt sie zusammen mit Avraham und ihren Nachfahren Yitzchak und Rivka (Rebekka) sowie Ya'akov und Leah in der Ma’arat HaMachpelah in Hebron. Einer ehemaligen Höhle, auf welcher viele Jahre später Herodes (Hordos) ein riesiges Gebäude bauen liess.




Wer die Machpelah in Hebron besucht, der sieht nicht die Originalgräber. Diese nämlich befinden viele Meter unterhalb der heutigen Besucherräume. 

Weitere Infos HIER !


In jedem Jahr versammeln sich zur Parashat CHAYE SARAH Tausende Juden in und vor der Machpelah, um dieser großen Vormutter Sarah zu gedenken.

Hoffentlich werden die diesjährigen Besucher nicht allzu nass, denn am Schabbat bahnt sich Regen an !


Vortrag zum Gedenken an die Reichskristallnacht



On the 5th of November 2012 the Jewish Heritage Center at the Lauder Business School invited Dr. Alen Rosen to speak about "Kristallnacht", the "Night of Broken Glass", in the Ohel Avraham Synagogue in Vienna, Austria. 

After introducing the historical background of this shocking event, Dr. Rosen moved on to speak about the significance attributed to the Jewish and the Gregorian dates of this tragedy (15th of MarCheshvan/9th and 10th of November). 

In conclusion he opened the floor for questions from the students which led to discussions about our present day situation, how to deal with Shoah education and many more interesting topics. 

The students of Lauder Business School would like to thank Dr. Rosen again for joining us and sharing his thoughts and feelings with us.

Mittwoch, November 07, 2012

Aus dem Buch KUZARI: "Absicht und Handlung"

B"H 

Einmal in der Woche nehme ich an einem Online Unterricht teil. Das Thema ist das Buch DER KUZARI und der unterrichtende Rabbiner ist Rabbi Chaim Eisen. Ursprünglich aus New York, doch in Jerusalem lebend. 

Wer von Euch über ausreichende Englischkenntnisse verfügt und Lust hat, kann sich ebenso kostenlos einschreiben und teilnehmen. HIER eintragen. Umsonst und ohne Spam !

Rabbi Eisen selbst kenne ich seit einigen Jahren persönlich, denn ich nehme an einem weiteren Schiur (relig. Vortrag) von ihm teil. Ebenfalls einmal pro Woche, aber nicht online, sondern live bei der ORTHODOX UNION in Jerusalem.

Bei seinem letzten Vortrag zum SEFER HA’KUZARI sprach der Rabbi über die Intension (Absicht, Vorsatz) und die nachfolgende Handlung.

Vorsätze (die Absicht) ist wichtig, aber nicht genug. Das, was zählt, ist die ernsthafte Handlung.

Das Judentum ist eine Religion der HANDLUNG. An G – tt glauben allein reicht nicht, denn schliesslich gab G – tt uns in der Thora Seinen Willen kund und demnach sind Juden verpflichtet, gewisse Gebote zu erfüllen (Koscher, Schabbat, Beschneidung, Feiertage, usw.) Nicht zu vergessen die Wichtigkeit der zwischenmenschlichen Beziehungen. Wenn wir also handeln, so ist die vorherige Absicht enorm wichtig, denn sich einfach so hinstellen und handeln ist zwar nicht falsch, befindet sich jedoch in einem unteren Level. Beim Ausführen der Thoragesetze benötigen wir zuerst die Absicht, doch die Handlung muss ebenso konzentriert wie ernsthaft erfolgen


Rabbi Eisen nannte uns das Beispiel eines Yeshiva Studenten (Schüler einer relig. Schule), der abends seine Wecker stellt, um pünktlich zum Morgengebet Schacharit geweckt zu werden, doch in dem Moment als der Wecker klingelte, er diesen an die Wand warf und weiterschlief.

Die Frage ist: WIE EIGENTLICH SCHAUT EINE GUTE ABSICHT AUS ? Meiner Meinung nach kommt es hierbei auf den Individualfall sowie auf den Level eines Jeden an. Es gibt Zeiten, in denen die Absicht des Einzelnen höher sein könnte, denn er besitzt ein hohes Potenzial, welches er jedoch in dem Moment nicht ausnutzt.

Rabbi Eisen listete uns ein paar Personen aus dem Alten Testament (Thora, Propheten, Schriften) auf, deren Absichten durchaus positiv waren, doch die nachfolgende Handlung sich als völig falsch erwies. Da wäre zum einen der tragische Tod von Nadav und Avihu (den Söhnen Aharons), deren Absicht, Kräuter (Ketoret) zu verbrennen, absolut gutwillig gemeint war. Offenbar waren beide Brüder von all den Geschehnissen um sie herum überwältigt und sie wollten G – tt danken. Dennoch verstiessen sie damit gegen die Regeln G – ttes, denn dieser hatte Moshe und Aharon beauftragt, dass die Ketoret nur zu bestimmten Zeiten geopfert werden darf und nicht einfach so zwischendurch.

Ein weiteres Beispiel finden wir im EGEL (Goldened Kalb). Viele Juden schlossen sich der Tat mit dem Goldenen Kalb an, teilweise jedoch au seiner guten Absicht heraus, denn sie meinten, dass dies ein guter Weg sei, G – tt anzubeten. Sie sahen nicht das Kalb allein, sondern stand immer noch G – tt für sie im Vordergrund. Eine Handlung, die sich als fatal erwies.

Ein drittes Beispiel finden wir im DIVRE’I HA’YAMIM (Chroniken II), 26:16 – 23: 

König Uzziyahu (Uzziah), der sehr viel Positives erreicht hatte, beschloss, G – tt zu danken, indem er Ihm eine Ketoret (verbrannte Kräuter und Gewürze) darbrachte. Und das auf dem Altar (Mizbeach) des Tempels. Diese Aufgabe aber ist den Tempelpriestern (Cohanim) vorbehalten und niemandem sonst. Tut es dennoch jemand außer einem Cohen, unterliegt er einer g – ttlichen Bestrafung. 

Obwohl die Tempelpriester Uzziyahu warnten, die Ketoret nicht selbst zu verbrennen, liess sich der König von seinem Vorhaben nicht abbringen. Er wollte G – tt unbedingt danken, komme, was wolle. Und es kam: G – tt strafte Uzziyahu mit Za’arat (Aussatz) auf dessen Stirn. Das traurige Ergebnis war, dass Uzziyahu nicht mehr direkt in Jerusalem bleiben konnte, sondern ins Lager der Aussätzigen zog. Sohn Yotam wurde sein Nachfolger.
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1. Der biblische Aussatz war, medizinisch betrachtet, nicht jener, den wir heute kennen, sondern eine spezielle, uns unbekannte Art des Aussatzes. 

2. Laut der Thora darf ein Jude, versehen mit einem biblischen Aussatz, nicht in der Mitte anderer Juden leben, sondern nur fernab. Wir sehen dies, u.a., bei der Miriam als sie mit Aussatz versehen wurde und außerhalb des Lagers der Israeliten leben musste.  

Den "Messias" an der Tür


Photo: Miriam Woelke

B"H

Am vergangenen Freitag, mitten im Schabbateinkauf auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt, drückte mir ein Chabadnik zwei Schabbatkerzen in die Hand. Nichts Ungewöhnliches, denn überall verteilt Chabad (die Lubawitscher Chassidim) vor Schabbateinbruch Kerzen. 

Der letzte Rebbe, Menachem Mendel Schneerson, legte fest, dass jeder Jude Schabbatkerzen anzünden solle, um so eine Mitzwah (Gebot) zu erfüllen, um einen Platz in der KOMMENDEN WELT zu erhalten. 

Außerdem überreichte mir der Chabadnik ein Poster des Rebben. Ich solle es man ja daheim aufhängen. Zuhause dann sah ich, dass das Poster von einem Meschichisten ausgegeben wurde, denn am unteren Rand befindet sich eine entsprechende Aufschrift. Zuerst wollte ich sie abschneiden, doch aus Gag liess ich sie dran. 

Und so hängt das Poster jetzt bei mir an der Tür.

Dienstag, November 06, 2012

Wird Dein Enkel noch Jude sein ?


Klickt bitte HIER, um die Skizze im Großformat zu sehen !


Wenn Juden Nichtjuden heiraten (Intermarriage), so gehen dem Judentum mit hoher Wahrscheinlichkeit die nachfolgenden Generationen verloren, denn fast immer setzt sich der nichtjüdische Partner bei der Kindererziehung durch.

Aber nicht nur dann verliert das Judentum seine Mitglieder. Wenn wir uns die Skizze anschauen, stellen wir fest, dass, sobald einst orthodoxe Juden vom Weg der Halachot abkommen und sich dem Reformjudentum zuwenden, die nachfolgenden Generationen meinen, Nichtjuden heiraten zu können oder sich anderweitig vom Judentum abwenden.

Bei orthodoxen Juden hingegen ist die Quote der Aussteiger immer noch gering und die Heirat mit Nichtjuden tendiert dem Nullpunkt entgegen.
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Eines sei klarzustellen: 

ORTHODOXER JUDE zu sein bedeutet nicht, Haredi (ultra – orthodoxer Jude) zu sein. Nicht irgendwie fanatisch, sondern ganz normal, indem man, u.a., den Schabbat einhält, koscher ißt, in die Mikweh (Ritualbad) geht. Im Englischen wird dies als OBSERVANT ausgedrückt. 


Links:

Warum Juden keine Nichtjuden heiraten sollen

Warum es problematisch ist, einen Nichtjuden zu heiraten

CHAYE SARAH in HEBRON


B"H 

An diesem Schabbat werden sich Tausende Juden in Hebron an der Ma’arat HaMachpelah (dem Grab der Vorväter) versammeln. Wir lesen die Parashat CHAYE SARAH, in welcher Sarah (die Frau des Avraham stirbt). 

In Hebron ist diese Thoralesung immer ein riesiges Ereignis und ich muss zu meiner Schande zugeben, noch niemals am Schabbat CHAYE SARAH dort gewesen zu sein. 

Als kleinen Ausgleich werde ich in dieser Woche eine längere Parasha in den Blog stellen ! 


Link:

CHAYE SARAH in HEBRON

Sonntag, November 04, 2012

Rabbi Samson Raphael Hirsch zur Parashat VAYERA

B"H


In der Altstadt von Zfat / Nordisrael

Photo: Miriam Woelke


"Besser spät als nie", so lautet auch das Motto in dieser Woche. In der vergangenen Woche schaffte ich es zeitlich nicht, eine neue Fassung der Thoralesung am Schabbat zu verfassen. Der Grund liegt ganz einfach darin, dass ich dieser Tage an einer längeren Publikation arbeite und all meine Energie dafür aufwende.

Jetzt aber dennoch einen interessanten Kommentar zur Thoralesung VAYERA vom vergangenen Schabbat. Der Kommentar stammt vom deutschen Rabbiner Samson Raphael Hirsch (1808 – 1888):

Die Thoralesung VAYERA beginnt mit den Worten:

"Vayera elav A – do – nai … - Dann erschien ihm (Avraham) G – tt …"

Rabbi Hirsch stellt hierzu fest ,dass, generell betrachtet, G – tt immer und überall gegenwärtig ist, doch sind wir uns dessen in der Regel oftmals gar nicht bewusst. Nur durch jemandem wie Avraham, dessen ganzer Lebensinhalt auf G – tt ausgerichtet war, wird anderen so richtig klar, wie sehr G – tt eigentlich immer anwesend ist.

Dem einen oder anderen Leser mag dieser Kommentar unwichtig erscheinen, denn all das ist ja reichlich bekannt und wozu nochmal wiederholen ?

Oft ist es so, dass wir so vor uns dahinwuseln und meinen, wir sind einsam und verlassen. Rabbi Hirsch hält uns in diesem kurzen Kommentar jedoch vor Augen, dass dem eigentlich gar nicht so ist. Für Avraham war dies leicht zu erkennen, denn in seinem Leben gab es kaum etwas anderes als G – tt. Wir hingegen sind meistens viel zu sehr mit anderen Dingen bzw. uns selbst beschäftigt und tendieren dazu, das Wesentliche zu übersehen: Nämlich, dass G – ttes Anwesenheit immer und überall zu finden ist.

e - mails

B"H 

Immer noch bin ich nicht dazu gekommen, sämtliche e – mails zu beantworten. Es tut mir leid, doch ich tue zeitlich mein Bestes, alles irgendwann zu beantworten. Auch jene Mails, die schon im August bei mir aufgelaufen sind !

Parashat Vayera - פרשת וירא


Das Überbleibsel von Sodom (Sdom): Salz

B"H


Die Thoralesung für diesen Schabbat

Die ersten Worte der Thoraparasha beschreiben uns, wie Avraham in der Wüste vor seinem Zelt sitzt und nach vorbeikommenden Reisenden Ausschau hält, die er zum Essen einladen will. Avraham war die Verkörperung von "Chesed - Güte" und er schon zu seiner Zeit war er berühmt, dafür, wildfremde Menschen in sein Zelt zum Essen einzuladen. Persönlichen Dank verlangte er nie, sondern einzig und allein, daß die Gäste nach dem Mahl dem einzigen alleinigen G - tt danken. 

"Und G - tt erschien (Vayera) dem Avraham …" 

Raschi erklärt hierzu, daß G - tt den Avraham nach dessen Beschneidung "besuchen" wollte. Es handelte sich um den dritten Tag nach der Beschneidung und G - tt rief eine große Hitzewelle hervor, welche Reisende abhalten sollte, um so Avraham eine Ruhepause zu gönnen. Avraham dagegen hielt eifrig Ausschau und ließ sich selbst von den Schmerzen der Beschneidung nicht davon abhalten, Gäste bewirten zu wollen (Talmud Bava Metzia 86b). Schon aus den ersten Worten dieser Parasha lernen wir, wie wichtig Krankenbesuche sind, denn G - tt schaute "persönlich" bei Avraham vorbei. 

Kurz darauf stehen drei Fremde vor Avraham und dieser springt sogleich auf und lädt sie zum Essen ein, ohne allerdings zu ahnen, daß es sich bei ihnen um Engel handelt.
Danach beauftragt er seine Frau Sarah Essen zuzubereiten und kurz darauf hört Sarah einen der Engel sagen, daß sie demnächst einen Sohn zur Welt bringen wird. Sarah befand sich damals im stolzen Alter von 90 Jahren und lachte über die Bemerkung des Engels. Wenig später teilt G - tt Avraham von seiner Absicht mit, die Stadt Sodom sowie einige weitere Städte in der Gegend zerstören zu wollen und die Engel machen sie auf den Weg. 

Soweit die ersten Handlungen in der Parashat Vayera. 

Der Ramban (Nachmanides 1194 - 1270) bringt einen grandiosen Kommentar zu dem Geschehen und stützt sich dabei auf das Buch "Moreh Nevuchim - The Guide for the Perplexed " des Rambam (Maimonides, 1135 - 1204)). Die genaue Quellenangabe lautet: Moreh Nevuchim 2:41 - 42. 

Der Ramban stellt fest, daß wenn die Erklärungen des Rambam richtig sind, alle Handlungen (die drei Engel kommen zu Avraham, Sarah backt und lacht) niemals real stattgefunden haben (ebenso der Kommentar des Ohr HaChaim).
Wenn wir lesen "Vayera elav HaShem…" bedeutet dies, daß sich G - tt natürlich nicht in einer Form oder Gestalt dem Avraham zeigte (G - tt hat weder Form noch Gestalt), sondern, dss Er ihm (Avraham) in einer Vision erschien. 

Im zweiten Buch des "Guide for the Perplexed" beschreibt der Rambam ausführlich seine Meinungen zu jeglicher Art von Prophezeihung. Und nachdem Avraham beschnitten und somit einen Bund mit G - tt eingegangen war, unterlag er von nun an einer höheren Art von Prophezeihung als zuvor. Zuerst hatte Avraham "verschwommene" Visionen, welche mit einem Vorhang zu vergleichen sind. Wir sehen etwas, doch Einzelheiten bleiben mehr oder weniger verborgen. Nach der Beschneidung allerdings war Avraham auf einem wesentlich anderen Level und somit gab es für ihn klare Prophezeihungen. 

Eine interessante These, welche der Ramban da aufstellt. Oberflächlich betrachtet ist es unerheblich, ob Avraham die Handlungen nur in einer Vision erlebte oder ob sie tatsächlich real stattgefunden haben. Weitere Thorakommentatoren sehen die Handlungen als sehr real an. Allein schon aus dem Grund, daß als Sarah die Bemerkung des Engels hörte, sie werde trotz ihrer 90 Jahre demnächst einen Sohn (Yitzchak) gebären lachte, sie sarkastisch vor sich hin sagte, daß dieses ja wohl unmöglich sei, denn ihr Mann (Avraham) sei viel zu alt. 

Und nun achtet einmal alle auf den genauen Text in der Thora. 

Sie sagte, ihr Gatte sei zu alt. 

Als jedoch gleich darauf G - tt Avraham berichtet, daß Sarah lachte, sehen wir plötzlich eine ganz andere Wiedergabe des Geschehens. G - tt sagt nämlich zu Avraham: "Warum lachte Sarah und sagte - soll ich (Sarah) wirklich gebären, wo ich doch viel zu alt bin" ? 

Sarah aber sagte niemals, daß sie zu alt sei, sondern ihr Gatte. 

Die Frage ist: Wieso stellt G - tt den Inhalt von Sarahs Worten anders dar als er mit Avraham spricht ? 

Die Gemara im Talmud Bava Metzia 87a erklärt warum und stellt damit ein äußerst wichtiges und zugleich höchst kompliziertes Konzept im Judentum auf. Hätte G - tt dem Avraham die exakten Sätze Sarahs zitiert, dann hätte dies einen Streit zwischen Sarah und ihrem Gatten hervorrufen können. Um den Familienfrieden zu erhalten, benutzt G - tt sozusagen eine "Notlüge". 

Manchmal ist es wichtig, Familienmitgliedern oder guten Freunden nicht immer die direkte Wahrheit zu sagen, um keine Feindschaften zu schüren. Wann jedoch diese Fälle genau eintreten, ist sehr schwer zu erklären. Nicht jede "Notlüge" kann mit dem Konzept aus Bava Metzia gerechtfertigt werden. Kauft, zum Beispiel, eine Frau ein neues Kleid und der Gatte findet es total häßlich, dann sollte er seiner Frau nicht unbedingt direkt sagen, was sie denn da für einen häßlichen Fetzen gekauft habe. Um den Familienfrieden zu erhalten, sollte der Mann zurückhaltender sein, um die Gefühle der Frau nicht zu verletzen. 

Dieses komplizierte Konzept finden wir noch anderswo; nämlich bezüglich der "Laschon HaRah - des Gerüchteverbreitens und des Klatsches über andere". Ein berühmtes Beispiel finden wir im Buch Micha (Propheten), indem Yaakov EMET (Wahrheit) zugeschrieben wird. Aber sagte Yaakov wirklich immer die Wahrheit ?
Auch hier handelt es sich um komplizierte Zusammenhänge in Fällen, wo man eine Art von "Laschon HaRah" benutzen MUSS, um positive Ergebnisse zu verursachen. Aber wie gesagt, diese Konzepte sind höchst kompliziert und man sollte sich allgemein davor hüten, bestimmte Verhaltensweisen damit zu rechtfertigen. 

Die drei Männer, die Avraham erschienen, werden von den Kommentatoren als Engel dargestellt. Der Talmud Traktat Bava Metzia 86b nennt uns die Namen der drei Engel: Michael, Gabriel und Raphael. Und jeder der Drei hatte eine bestimmte Aufgabe in unserer Welt zu verrichten, denn niemals kommt ein Engel allein mit zwei Missionen (Midrash Rabbah). Jeder Engel führt seine individuelle Aufgabe aus und zieht sich danach zurück. So war es die Aufgabe Michaels, Sarah wissen zu lassen, daß sie ein Kind bekommen wird. Raphael kam, um Avraham zu heilen und Gabriel sollte Sodom zerstören. 

In der Midrash Rabbah fragt der Kommentator Etz Yosef, warum denn die Thora nicht die Namen der Engel nenne ? 

Laut dem berühmten talmudischen Rabbi Reish Lakish haben die Engel gar keine Namen. Der Etz Yosef fährt fort, daß die Namen gewisser Monate sowie Engel erst im babylonischen Exil entwickelt worden sind. So werden Michael und Gabriel im Buch des Daniel genannt und Raphael ist im Buch Tobi (Tovi) erwähnt. 

Noch heute verwenden wir den Ausdruck: "Wie Sodom und Gomorrha" ohne uns jedoch über die wahren Geschehnisse in der Gegend im klaren zu sein. Die Gegend am Toten Meer war damals keine Wüste, sondern ein blühendes fruchtbares Land. Auch das Tote Meer selbst gab es noch gar nicht, sondern es handelte sich geographisch um das Tal der Schedim, indem die Könige gegen Avraham kämpften (siehe die vorherige Parashat Lech Lecha). Erst nach der Zerstörung Sodoms wurde die Gegend eine Wüste in der nichts wächst. 

Die Bewohner Sodoms waren reich und wollte alles, nur keine armen Durchreisenden. Sie taten alles um zu verhindern, daß sich Leute unter ihrer Würde in der Stadt niederließen und brachten auch schonmal den ein oder anderen Reisenden um. Gastfreundschaft oder jegliches Mitleid waren gesetzlich verboten und so wurde eine Tochter Lot's, die einem Armen Essen reichte, zum Tode verurteilt. Sie wurde von oben bis unten mit Honig beschmiert und dann auf einem Dach plaziert. Unnötig zu erwähnen, daß sie von einem Bienenschwarm erstochen wurde (Talmud Sanhedrin 109b). G - tt hörte den Aufschrei der Frau und das Schicksal Sodoms war besiegelt. 

Aber warum gerade Sodom ? Gab es nicht überall auf der Welt solche Vergehen ? 

Die Begründung liegt darin, daß Sodom sich im Heiligen Land befand und nicht außerhalb. Und für das heilige Land ist G - tt allein verantwortlich. 

Zum Schluß erfahren wir von der Akeidat Yitzchak - der Opferung des Yitzchak auf dem Tempelberg (Har Ha'Moriah). Sarah und Avraham hatten einen gemeinsamen Sohn, den Yitzchak. Den 13 Jahre älteren Sohn Ishmael hatte Avraham mit seiner Konkubine Hagar, einer ägyptischen Prinzessin. 

Das kabbalistische Buch Zohar lehrt, daß Ishmael vor der Beschneidung Avrahams geboren wurde und dieser schon in seiner Kindheit dem Götzendienst seiner Mutter Hagar folgte. Wie schon erwähnt erreichte Avraham erst nach seiner Beschneidung einen besonders hohen Level und G - ttes Anwesenheit (Schechinah) lag immer auf ihm. Kabbalistisch gesehen ist Yitzchak damit höher als Ishmael, denn Sarah ist seine Mutter und er wurde erst nach der Beschneidung geboren. Außerdem war sein Charakter anders als der des Ishmael und somit wurde Yitzchak zum von G - tt auserwählten Erbe Avrahams. Zu erwähnen bleibt, daß Ishmael wesentlich später in seinem Leben Teshuvah machte und zu G - tt zurückkehrte. 

Die berühmte Frage lautet, warum G - tt Avraham damit testete, seinen geliebten Sohn zu opfern. Hierzu hat Rabbi Kook einen erstaunlichen Kommentar:
Avraham führte den Monothoismus wieder ein und damit bekam der Götzendienst der Mitmenschen eine gegengesteuerte Kraft. Kann der Monothoismus die gleiche religiöse Euphorie hervorrufen wie der Götzendienst ? Mit seiner uneingeschränkten Bereitwilligkeit G - tt zu dienen, bewies Avraham das dem so ist.

Mehrere Jerusalemer Restaurants entziehen sich dem "Kaschrut – Krieg"

B"H

Kann ein Jude, dem die Kaschrutregeln (Koschergesetze) wichtig sein, einem Jerusalemer Restaurant / Café vertrauen, welches da ein Hechscher (Koscherzertifikat) aushängen hat ?

Ich habe da so meine eigenen Erfahrungen gemacht. Insbesondere an jenen Orten, die ein Hechscher vom Oberrabbinat (Rabbanut) besitzen.

Wie ich schon mehrfach berichtete, stehen diverse Kaffeehausketten (und sicher auch Restaurants) unter der Kaschrutaufsicht des Rabbanut, doch immer wieder kommt es vor, dass Nichtjuden (in diesem Fall palästinensisches Küchenpersonal) den Backofen bzw. Herd anstellen und den Backprozess von Croissants und Baguettes einleiten. Dies jedoch ist, gemäss der jüdischen Halacha, verboten. Ein Nichtjude darf zwar unter Aufsicht koscheres Essen vorbereiten, doch den Herd anstellen darf er nicht. Tut er dies, so reicht es zwar, wenn ein Juden das kochende Essen einmal umrührt. Beim Backen aber trifft die Regelung nicht zu. Den Herd anstellen beim Backprozess darf ein Nichtjude allerdings dann, wenn die Backwaren bereits vorgebacken sind. Heisst, die Backwaren werden vom Nichtjuden lediglich aufgewärmt. Leitet dagegen ein Nichtjuden den gesamten Backprozess von Beginn an ein, so darf das Restaurant mit einem Koscherzertifikat derlei Produkte nicht mehr als "Koscher le'Mehadrin" verkaufen, sondern als AKUM, denn der Kaschrutstandard ist in dem Fall nicht mehr gegeben.

Restaurants und Cafes mit einem Badatz (Beit Din Zedek) Hechscher der Chassidut Belz, der Edah Charedit oder der obersten sephardischen Kaschrutaufsicht "Beit Yosef" müssen viel strengeren Regeln folgen, denn, u.a., erscheinen die jeweiligen Maschgichim (Koscherexperten) mindestens einmal pro Tag. Und diese Maschgichim nehmen alles auseinander, wie ich aus meiner Zeit, in der ich in einer Jerusalemer Bäckerei arbeitete, bestens weiss. Die Bäckerei besitzt bis heute ein Zertifikat der chassidischen Gruppe Belz und dementsprechend war die Aufsicht. Sämtliche Zutaten wurden auf "koscher" getestet und wehe, es befand sich darunter eine Zutat mit dem laxen Rabbanut – Hechscher. Dann wurde die Ware an den Absender zurückgesandt und es musste erst neue Ware mit dem entsprechenden Belz – Zertifikat angefordert werden. Kein Brot oder Kuchen ging hinaus, ohne dass die Zutaten einwandfrei koscher waren. Bedeutet, auch die Zutaten mussten über einwandfreie Zertifikate verfügen.

Zwischen den Belzern, dem Rabbanut, der Edah Charedit aus dem ultra – orthodoxen Mea Shearim / Jerusalem sowie dem sephardischen Beit Yosef besteht eine Art Krieg. Jeder will der Beste sein und keiner duldet den anderen. Schliesslich geht es hier auch um das dicke Business, denn Restaurantinhaber zahlen für das jeweilige Hechscher (welches alle drei Monate erneuert wird) immense Geldsummen. Gerade für kleinere Betriebe ist es schwierig, das Geld aufzutreiben und viele sagen sich da lieber, dass sie zwar koscher arbeiten, jedoch ohne Kaschrutaufsicht. Dementsprechend haben sie auch kein Hechscher und in Jerusalem erweist sich das als problematisch, denn die relig. Kundschaft ißt nur dort, wo es ausgewiesen koscher ist. Demnach lohnt es sich für einen Jerusalemer Unternehmer der Lebensmittelindustrie sich ein Koscherzertifikat anzuschaffen, denn dadurch lockt er mehr Kundschaft an. Im Nachhinein zahlt sich die Investition aus.

Dass sich die jeweiligen Kaschrutstellen wie Rabbanut, Belz, etc. gegenseitig die Augen auskratzen, geht vielen Unternehmern allmählich auf den Geist. Auch das ständige Gekleckere, dass diese Zutat nicht ausreichend koscher ist und dann erst wieder umgetauscht werden muss. Das hat zur Folge, dass einige Produkte nicht rechtzeitig hergestellt werden können. Mit anderen Worten, immer mehr Unternehmer sind bereit, auf das Zertifikat zu verzichten. Ändern jedoch wird sich an den Kaschrutregeln und Organisationen nichts und die Frage ist, ob die Kundschaft be idem Vorhaben unbedingt mitzieht.


Links:

Ist das Fleisch von einem Nichtjuden geschächteten Tier koscher ?

Ein Nichtjude und sein Hotel für ultra - orthodoxe Juden

Alles zur KASCHRUT auf diesem Blog

Selbst KOSCHER muss immer wieder neu geprüft werden !

Darf ein Nichtjude an einer jüdischen Schabbatfeier teilnehmen ?

Donnerstag, November 01, 2012

Die sephardische Synagoge des Rabbi Yitzchak Luria in Zfat


 Mittelalterliche Zeugnisse aus Zfat / Nordisrael

Photo: Miriam Woelke

B"H

Den folgenden Bericht aus Zfat stellte ich in meinen offiziellen Blog der Lurianischen Kabbalah, denn dort passt er wohl eher hin.:-)

http://tsafedkabbalah.blogspot.co.il/2012/11/die-sephardische-synagoge-des-rabbi.html

Außerdem will ich dem Blog mit neuen Inhalten neuen Schwung verleihen !

Yahrzeit (Todesgedenktag) des Rabbi Me'ir Kahane

B"H

In Deutschland wird jemand, sobald er den Namen Rabbi Me'ir Kahane in den Mund nimmt, sofort als jüdischer Fanatiker abgetan. In Israel ist dies in gewissen Gesellschaftsbereichen oft nicht anders, doch richtig mit Kahane auseinandergesetzt hat sich von diesen Kritikern nie einer. 

Obwohl ich lange keine "Kahanist" bin und nicht unbedingt mit allem, was Rabbi Kahane sagte, einverstanden bin, muss ich trotzdem zugeben, dass er mit vielem, was er sagte, Recht behielt. Insbesondere mit einer eventuellen schwachen israelischen Regierung, die den Palästinensern immer mehr an Land abtritt und damit gleichzeitig ganz Israel in Gefahr begibt. Mit Ariel Sharon und der Abgabe Gazas oder Hebron unter Netanyahu, haben wir da die besten Beispiele. In Hebron herrscht bis heute palästinensischer Scharfschützenalarm und von der Hamas und dem Dschihad Ha’Islami sowie deren Raketen auf den Süden Israels gar nicht erst zu reden. 

Gewinnt Netanyahu die Knessetwahlen im Januar 2013, werden wohl auch weite Teile Judäas und Samarias an die Palästinenser abgegeben werden. Und was uns dann an Raketenterror erwartet, male ich mir lieber jetzt noch gar nicht aus.

Israelischer Film zur chassidischen Gesellschaft

B"H 

In Israel sind nationale Filme über die haredische (ultra – orthodoxe) Gesellschaft fast immer ein Kassenschlager. Sei es im TV oder im Kino. Nur manchmal besteht das Problem, dass die Schauspieler zu dilettantisch wirken oder der Filminhalt nicht der haredischen Realität entspricht und somit ein falscher Eindruck entsteht. 

Ob dem heute Abend auch so ist, wird sich herausstellen: 

http://lebeninjerusalem.blogspot.co.il/2012/11/israelisches-kino-fill-void-den-platz.html