Donnerstag, Februar 19, 2009

"Shovavim" Live Tikun

B"H

Heute abend, Donnerstag 19. Februar, um 23.00 Uhr israelischer Ortszeit, findet an der Klagemauer (Kotel) ein Gebet statt, an dem Tausende teilnehmen werden. Das Gebet wird als Tikun (Seelenkorrektur) betrachtet, wobei es sich bei den "Shovavim" um eine sechswöchige Periode handelt, in welcher Kabbalisten sowie chassidische Gruppen die geeigneteste Zeit für die Korrektur von
sexuellen Vergehen ist. Hierbei handelt es sich um einen "Tikun Chazot - Mitternachtskorrektur" und diese Art des Tikun stellt stets eine Korrektur für sexuelle Vergehen dar. Allerdings sind Männer mehr dazu aufgefordert, diesen Tikun zu durchlaufen als Frauen !
Ein Seelentikun beinhaltet immer das Gebet sowie Reue und die innere Absicht das Vergehen nicht mehr zu wiederholen.

Wer Interesse hat, dieses Massenevent zu sehen oder ggf. daran teilzunehmen, der kann alles LIVE im Internet verfolgen.
Hier findet ihre ausführliche Infos samt Webcam.

Zuerst folgt der Tikun um mit anschliessendem Lesen von 13 Psalmen Mikwehgang (Ritualbad) im Morgengrauen und anschliessendem erneuten Tikun.
Warum der Tikun ?
Als Korrektur für die Tempelzerstörung sowie der Ruf nach ausreichendem Regen, den wir übrigens dringend nötig haben, denn der See Genezareth (Kinneret) ist am Austrocknen.



Leitet das Event: Der Kabbalist Rabbi Eliyahu Leon Levi

Wie gesagt, Frauen müssen nicht unbedingt an einem "Tikun Chazot" teilhaben. Insgesamt aber scheint mir ein Tikun wichtig, denn seit den gestrigen Ausschreitungen in Mea Shearim scheint ja einmal wieder einiges in unserer Gesellschaft schiefzulaufen. Vielleicht also sollte an auch einen Tikun für jene EGGED Busfahrer ansagen, die da gestern mit Steinen beschmissen worden sind.

Mittwoch, Februar 18, 2009

Gewalt gegen EGGED

B"H

Heute nachmittag blockierten mehrere Haredim die Hauptstrassen Mea Shearims / Jerusalem und EGGED - Busfahrer wurden mit Steinen beworfen. Die Polizei kam und versuchte die Ausschreitungen unter Kontrolle zu bringen.

Hintergrund ist der
neue private koschere Bus zur Kotel (Klagemauer) und die Tatsache, dass das staatliche Busunternehmen EGGED für gewisse extreme Haredim unkoscher ist, da Männer und Frauen zusammensitzen. Seither liegt ein Bann auf EGGED und man will die Busse in der eigenen Nachbarschaft nicht mehr sehen.



Heutige Demo in Mea Shearim Street




Am Kikar Shabbat vor der Mea Shearim Street / Kreuzung Yechezkel / Malchei Israel

Parashat Mischpatim - Schekalim

B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Dieser Schabbat ist nicht "nur" ein regulärer Schabbat, sondern zugleich "Schabbat Schekalim" und zusätzlich segnen wir morgens in den Synagogen den neuen Monat Adar.
Der Schabbat Schekalim leitet die vier speziellen Schabbatot vor dem Purim - Fest ein und wird entweder am letzten Schabbat des Monat Schevat oder gleich mit Beginn des Adar gefeiert.

In der vorherigen Parashat Yitro erhielten die Juden von G - tt die Zehn Gebote und in der dieswöchigen Parasha folgen weitere neue Zivilgesetze. Der Ramban sagt, dass diese neuen Gesetze ein Zusatz zu den Zehn Geboten sind.

Im Judentum gibt es keine Trennung von religiösen, privaten und geschäftlichen Belangen. Thora und Halacha regeln sogar wie ich mich im Beruf bzw. auf Geschäftsebene zu verhalten habe. Beispiel: "Ich bin kein religiöser Mensch, wenn ich als Kaufmann meine Kundschaft betrüge".

Parashat Mischpatim beginnt mit dem Gesetz für Sklaven.
Ein Sklave arbeitet sechs Jahre und wird im siebten Jahr freigelassen.
Nun könne wir die Thora etwas oberflächlicher (Pschat) lernen, wo die Erklärung dazu lautet, dass G - tt in sechs Tagen die Welt erschuf und am siebten Tag ruhte. Gehen wir dagegen tiefer in die Materie, so erzählen und die Kabbalah (Zohar) und die Chassidut (Beer Moshe und Degel Machane Ephraim) von Reinkarnationen. Laut dem "Buch Zohar" stehen diese sechs Jahre für sechs Reinkarnationen, welche die Seele durchmacht, um zu ihrer ursprünglichen Perfektion zurückzukehren. Heißt, zu der Zeit als sie von G - tt erschaffen wurde.
Sobald ein Jude sündigt, beschädigt er seine Seele und diese kommt nach dem Tod vor G - ttes Gericht. Eine der Strafen kann sein, dass die Seele als Reinkarnation wieder zurück in unsere Welt kommt. Der Mensch muss sein gesamtes Leben daran arbeiten, seine Seele zu perfektionieren (Beer Moshe). Dies sind etwas tiefgehendere Erklärungen der sechs Jahre Sklavenarbeit und der Freilassung im siebten Jahr.

Ein weltweit viel zitierter Satz aus Parashat Mishpatim ist: "Auge um Auge, Zahn um Zahn." In der Presse lesen wir den Satz häufig in Verbindung mit der israelischen Armee und den Palästinensern. Wer "Auge um Auge, Zahn um Zahn" als Rache interpretiert, der irrt gewaltig.
Vielmehr geht es um Schadenersatz. Wird jemandem ein Schaden zugefügt, bekommt er finanziellen Schadenausgleich. Im Talmud Traktat Bava Kamma 83b finden wir unzählige Beispiele dafür: Was ist der tatsächliche Schaden, wie stufen wir den erlittenen Schmerz ein, wie hoch ist der Verlust aufgrund von Arbeitsunfähigkeit etc.
"Auge um Auge, Zahn um Zahn" heißt also nicht, dass wer jemandem ein Auge ausgehackt wird, seines nun auch verliert. Aber was ist der Grund, dass dieser Satz so in der Thora steht ? Warum steht nicht einfach "Schadenersatz" dort ?
Weil vor G - tt im himmlischen Gericht wirklich so gerichtet wird und es keine finanziellen Regelungen gibt. G - ttes Gericht verläuft anders. Ferner lehrt Rabbi Samson Raphael Hirsch, dass "Auge um Auge, Zahn um Zahn" und Verantwortung im Leben lehren soll.

Kein Vergehen wird so häufig in der Thora erwähnt wie der Götzendienst. Das schlimmste Vergehen überhaupt. Wer andere Götter anbetet, der erkennt G - ttes Einzigartigkeit und Seine Erschaffung der Welt nicht an. Die Thora verbietet uns die Namen fremder Götter auch nur auszusprechen (Exodus 23:14). Der Talmud geht noch weiter und verbietet sogar die Erwähnung deren Feiertage.

Eines der Gesetze, welches mir persönlich sehr wichtig ist, ist das die Juden dreimal im Jahr (an Pessach, Shavuot und Sukkot - Laubhüttenfest) vor G - tt erscheinen sollen. Zu Zeiten der zwei Tempel kamen die Juden an diesen Feiertagen (Schalosh Regalim) nach Jerusalem in den Tempel um Opferungen darzubringen und zu feiern. An Sukkot taten das auch viele Nichtjuden.

In der kommenden Woche beginnt der jüdische Monat Adar. Somit fallen die Gebete in den Synagogen etwas länger aus. Am Schabbat vor Adar ist traditionell "Schabbat Schekalim". Somit wird die Thorarolle ausgewechselt und der Maftir wird aus Parashat Ki Tisa (Parashat Schekalim) (Exodus 30:11 - 16) gelesen.
Darin beauftragte G - tt Moshe eine Volkszählung unter den Israeliten in der Wüste durchzuführen. Jeder über 20 Jahre gab einen halben Schekel, nicht mehr und nicht weniger. Egal, ob arm oder reich. Dieses lehrt uns, dass jeder Mensch vor G - tt gleich ist.

Die Haftarah wird aus Könige II, 12:17 gelesen. Sephardische Juden beginnen sie bei 11:17.

Schabbat Schalom
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Degel Machane Ephraim: Rabbi Moshe Chaim Ephraim, Enkel des Baal Shem Tov

Ramban: Rabbi Moshe ben Nachman (Nachmanides). 1194 - 1270, halachische Authorität. Seit 1267 lebte er in Israel und liess die jüdische Gemeinde von Jerusalem wieder aufleben.

Beer Moshe: Rabbi Moshe Elyakim Beriah
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Da die Arbeitsjahre eines jüd. Skalven ebenso für unterschiedliche Reinkarnationen stehen, hier passend dazu eine chassidische Geschichte vom Baal Shem Tov aus dessen Parashat Mischpatim:

VERBORGENE SEELEN - Eine Geschichte vom Baal Shem Tov (ca. 1700 - 1760)

Der Maggid von Mezritch, Rabbi Dov Baer Friedman, bat den Baal Shem Tov ihm den Vers "Und dies sind die Urteile, welche Ich euch gebe" aus dem kabbalistischen Buch Zohar zu erklären. Der Baal Shem Tov sagte dem Maggid, dass er in den Wald gehen solle, sich dort einige Stunden unter einen Baum nahe eines Baches setze und später zu ihm zurückkehre. Der Maggid tat wie ihm aufgetragen.

Als der Maggid unter dem Baum saß, sah er einen Reiter kommen. Der Reiter stieg vom Pferd, setzte sich, aß und trank und setzte seinen Weg fort. Allerdings bemerkte er nicht, dass er seine Brieftasche verloren hatte.

Danach kam ein zweiter Mann, der sehr bedürftig ausschaute. Er fand die Brieftasche des Reiters, nahm sie an sich und ging.

Danach kam ein dritter Mann, der ebenfalls arm ausschaute. Er trank aus dem nahegelegenen Bach, legte sich hin und schlief ein. Da kam der Reiter zurück, denn in der Zwischenzeit hatte er den Verlust seiner Brieftasche bemerkt und fragte den dritten Mann, ob er diese gesehen habe. Der Mann wußte nicht, von was der Reiter sprach. Daraufhin erschlug ihn der Reiter, weil er glaubte, der Mann belüge ihn.

Der Maggid kehrte zum Hause des Baal Shem Tov zurück und berichtete ihm, was er gesehen hatte. Der Baal Shem Tov erklärte ihm Folgendes:

Diese drei Personen waren allesamt Reinkarnationen aus einem früheren Leben.

Der Reiter schuldete dem zweiten Mann Geld. Genau die Summe, welche sich in der Brieftasche befand. Der dritte Mann war der Richter, der ein Fehlurteil sprach als er dem Reiter Recht gab, die Schuld nicht an den zweiten Mann zahlen zu müssen.

In diesem Leben zahlte der Reiter seine Schuld, der Richter bekam seine Strafe und der zweite Mann bekam sein Geld.
Und das ist, was der Zohar meint mit "Und dies sind die Urteile, welche Ich euch gebe".

Dienstag, Februar 17, 2009

Purim kommt

B"H

Wieder einmal steht in wenigen Wochen das PURIM - Fest an und man merkt, wie schnell die Zeit vergeht. Schon wieder Purim und in der Zeit bis zu dem Fest werde ich so einiges aus dem Talmud, der Chassidut sowie der Kabbalah zu berichten haben.

Hier ein kleiner Einstieg mit einem Artikel aus dem vergangenen Jahr:

Vaschti - nur eine irrelevante Figur ?

Vaschti war die Gattin des Haman und wird von vielen als die eigentliche Drahtzieherin des Geschehens gesehen.

Montag, Februar 16, 2009

Die Mission der Konvertiten

B"H

Auf einem meiner weiteren Blogs ging dieser Kommentar ein, der sicherlich einen Teil des Gemeindealltages eines(r) Konvertiten(in) sehr treffend darstellt. Da vielleicht andere Leser auch an dem Thema interessiert sind, füge ich den Kommentar zusammen mit ein paar Anmerkungen meinerseits einfach in diesem Blog mit ein.


Liebe Miriam

Als langjähriger Proselyt und kurze Zeit noch bis zum Übertritt musste ich eine ganze Reihe verschiedenartiger Missionarsversuche kennenlernen.
Dass, wir lieben alle Juden, kenne ich bereits aber es gibt auch konvertierwillige die sich elegnt in kürzester Zeit in die jüdische Gemeinschaft schlängeln, sehr unbedarft und dümmlich tun, volles Mitleid erwecken und dabei Proselyten, so wie ich, als intolerant hinstellen weil man eben in der jüdischen Welt aufgegangen war und so gar kein Draht zum Christentum hat.Ganz heimlich wird auch Richtung Christentum missioniert und auch schon mal Zettelchen zugesteckt. Das Resultat ist ,da wir ja auch Mizwot haben ,dass ich über diesen Weg zu einem offenen und toleranten antirassistischen Leben(ich bin auch religiöser Zionist und höre regelmässig Reshet Aleph )bekehrt werden soll.Es wird also gedreht und geschraubt. Dabei kaufe ich auch Brötchen von einer Verkäuferin mit einem Kreuz um den Hals, dabei arbeite ich mit Christen per Internet zusammen und ich gehe ab und zu in einen türkischen Laden.Ich bin ganz normal und jüdisch.
Also damit möchte ich sagen, missionars Versuche können auch sehr schleichend stattfinden und es ist die Frage wie zu verhalten?
Man möchte ja unbeschadet durch das Beit Din kommen.


Auch in Israel habe ich sowohl von potentiellen Konvertiten zum Judentum als auch von verschiedenen Rabbinern von dem Problem der christlichen Mission in sogar jüdisch orthodoxen Konversionskursen zum Judentum gehört. Kein unbekanntes Problem also, doch im Endeffekt fliegen diese Missionare meist auf und gleichzeitig auch aus dem Kurs.

Vor wenigen Jahren eröffnete in Jerusalem der neue Konversionskurs des RCA seine Pforten. Pensionierte Rabbis wollten dort Konversionswillige im Judentum unterrichten, doch das Beit Din (rabbinische Gericht) musste nach Abschluß des Kurses selbst beim Rabbanut (Oberrabbinat) arrangiert werden.
Anscheinend achteten die Rabbiner des RCA beim ersten anlaufenden Kurs überhaupt nicht auf die Glaubwürdigkeit der Kandidaten und nahmen jeden Nachfragenden einfach auf. Je mehr Schüler, desto mehr finanzielle Unterstützung von den staatlichen Stellen. Leider wurde offenbar so gedacht, denn schon kurz nach Beginn kamen die ersten massiven Beschwerden bezüglich der Kursteilnehmer.
Ein Ostdeutscher Konvertit war auch darunter, über den jedoch keine Beschwerden eingingen. Dafür umso mehr über zwei "ehemalige" Pentecosta - Christen, die da weiterhin ihren "alten" Glauben predigten und von Visionen erzählten. Eine andere dänische Kursteilnehmerin liess zwei christliche Missionare bei sich wohnen und es dauerte nicht lange und das Rabbanut wollte den gesamten Kurs schliessen. Einen so dermassen versifften Kurs hatte man noch nie erlebt.
Eine Chinesin, deren chinesischer Gatte konvertiert war, der danach ein unkoscheres Lokal in Jerusalem aufmachte, welches von den Haredim abgefackelt worden war; sonstige Prediger und anderweitige Katastrophen. Letztendlich liess einer der Rabbiner des RCA, Rabbi Rubin, alle Kandidaten ein Formular unterschreiben, anhanddessen sie bestätigen sollten, keinerlei Verbindungen (auch nicht in der Zukunft) zum Christentum mehr zu haben. So manch einer tat sich mit der Unterschrift recht schwer.


Heute finden die Kurse von RCA nicht mehr statt, denn allerlei Gesetzeslagen haben sich bezüglich der israelischen Konversionen zum Judentum grundlegend geändert.

Dies nur als kleines Beispiel der israelischen Verhältnisse !

Ich habe nicht ganz verstanden, ob Du Reshet Aleph hörst oder jemand anderes ? Aber wieso gerade Reshet Aleph ? Wieso nicht Reshet Beit, den Nachrichtensender ? Aleph ist immer eine Art Abklatsch für etwas "ältere" Semester ?

Der Talmud erlaubt den Brotkauf im Ausland. Und dies betrifft Brot, welches nicht von Juden gebacken worden ist. Wenn kein anderes (koscheres) Brot vorhanden ist, darf reguläres Brot verzehrt werden.
Als ich noch in Deutschland lebte habe ich Brot aus Bäckerein, aber ebenso mein eigens gebackenes Brot, gegessen.

Insgesamt kann ich nur jedem ernsthaften Konvertiten dringend anraten, christliche Missionare aus dem Konversionskursen umgehend den entsprechenden Rabbinern zu
melden !

Die schwarzen und die weissen Buchstaben der Thora

B"H

Bei Yeshayahu (dem Propheten Jesaja) sowie in der Midrasch Tanchuma heißt es, dass wir nach der Ankunft des Meschiach eine "neue" Thora erhalten werden. Wie aber kann das sein "neue Thora" ? Lautet es nicht ebenso, dass die Thora bis in alle Ewigkeiten lang Gültigkeit besitzt und keinerlei Inhalte verändert werden dürfen ?

Der chassidische Rabbi Levi Yitzchak von Berditchev gab darauf folgende interessante Antwort:
Auch die weissen Felder um die schwarz gedruckten Buchstaben des Thoratextes ergeben einen Text. Einen eigenen Text, den wir derzeit noch nicht imstande sind zu entziffern. Aber im Messianischen Zeitalter wird G - tt uns die weissen Buchstaben der Thora sichtbar machen und das ist es, was das Konzept eine "neue" Thora zu bekommen ausmacht.

Der Kabbalist Jacob Koppel Lifschitz schrieb in seinem Buch "Sha'are'I Gan Eden - Gates of Paradise" folgendes:
Eine "neue" Thora erhalten ? Dies bedeutet, dass die Buchstaben in der Thora in der Messianischen Zeit anders miteinander kombiniert / verbunden werden. Trotzdem wird kein einziger Buchstaben hinzugefügt werden. Dank der dann einsehbaren neuen Buchstabenkombination werden die Worte andere Bedeutungen ergeben. Dann wird die Weisheit der Menschen zunehmen und Groß und Klein werden das in der Mysterie fliessende Licht der himmlische Gedanken erkennen.
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Aus der Thora selbst erfahren wir aus den ersten Sätzen des Schöpfungsprozesses in Bereshit (Genesis), daß G – tt sagte:"…..und es werde Licht".

Licht ?

Erschuf Er nicht erst die Planeten Sonne und Mond am Mittwoch und nicht schon am ersten Tag ?

In talmudischer sowie kabbalistischer Literatur wird das Licht, welches am ersten Tag der Schöpfung erstrahlte, "Or Ein Sof" (auch Or HaGanuz – das Verborgene Licht) genannt.

Die Gemara im Talmud Chagigah 12a kommt daher zu dem Schluß, daß es sich bei dem Licht vom ersten Tag um ein "spirituelles Licht" handelte und erst die Sonne und der Mond am vierten Tag das materielle Licht bildeten. G – tt sah, daß kommende Generationen Sein "Or Ein Sof" zum Negativen benutzen und verbarg es daher nach den sieben Tag des Erschaffungsprozesses (u.a. Rashi und der Maharal von Prag in Gur Aryeh).

Da das spirituelle Licht für uns uneinsehbar ist und es erst mit dem Eintreffen des Meschiach wieder zum Vorschein kommt, besteht unsere Aufgabe darin, es zu suchen. Das kabbalistische Buch Zohar lehrt, daß ein jeder von uns dieses Licht beim Thorastudium findet und es erstrahlt. In der Chassidut (Chassidismus) nimmt dieses Thema einen breiten Raum ein und wurde schon vom Baal Shem Tov als besonders wichtig hervorgehoben. Nicht nur die schwarzen Thorabuchstaben sind daher von höchster Bedeutung, sondern auch die weißen, denn durch all jene Buchstaben fließt das Or Ein Sof (Or HaGanuz).

Aber nicht nur das ausgiebige Thorastudium läßt das "Verborgene Licht" erstrahlen. Auch das Talmud – Studium ist von äußerster Wichtigkeit, denn es ist Teil der Thora. Und ohne die mündliche Überlieferung sind wir oftmals gänzlich außerstande, die schriftliche Thora zu verstehen.

Sonntag, Februar 15, 2009

Der koschere SUPERBUS rollt


Sind Jerusalems EGGED - Busse nicht mehr koscher genug ?


B"H

Seit kurzer Zeit ist es nun soweit und hoffentlich hat so endlich die liebe Seele Ruhe. Seit Jahren demonstrierten die Haredim (Ultra - Orthodoxen) für die Einführung koscherer Busse. Öffentliche staatliche EGGED - Busse, in denen Männlein und Weiblein getrennt voneinander sitzen. In der Regel sitzen die Männer im vorderen Bereich und die Frauen im hinteren.

EGGED weigerte sich, da das Unternehmen besonders Jerusalems säkuleren Fahrgästen keine haredischen Schlingen um den Hals legen wollte. Jerusalems Busse seien für alle da und jeder darf sitzen, wo er will. Bei ausschließlich haredischen Busse könne auf inoffizieller Basis hier und da schon einmal eine Ausnahme gemacht werden, doch ansonsten sitzt man / frau gemischt.

Nun setzten die Haredim dem ganzen Geplänkel einen Schlusstrich und setzen ihre eigenen koscheren Busse mit Geschlechtertrennung ein. SUPERBUS heißt das Unternehmen, welches jedoch kein haredisches Busunternehmen ist, sondern diese nur befördert. Und zwar koscher und sogar billiger als EGGED.

Haredische Orte wie Beitar Illit oder Kiryat Sefer sind ohne den SUPERBUS gar nicht mehr zu erreichen und EGGED strich die Gegenden vom Fahrplan. Wer dorthin will, fügt sich entweder der Geschlechtertrennung oder aber er bleibt draußen und zahlt ein Taxi.

Alles hat seine Vor - und Nachteile und so auch diese strikte Geschlechtertrennung im Bus. Einige haredische Frauen sagten mir, dass sie sich keineswegs diskriminiert fühlen, sondern sogar sicherer und frei von allen nervigen Männerblicken. Andere wiederum betrachten die Geschlechtertrennung als Wahn und sonst nichts. Selbst nicht wenige männliche Haredim sprechen sich dagegen aus, aber was kann man machen, wenn führende haredische Rabbiner so entscheiden ?

"Geschlechtertrennung in der haredischen Gesellschaft" - Ein Thema, was uns noch weiter beschäftigen wird, denn selbst in Geschäften wie Bnei Brak oder Mea Shearim ist das alles keine Seltenheit mehr.

Freitag, Februar 13, 2009

Lebensziele

B"H

Diesen Schabbat verbringe ich zur Abwechslung wieder einmal in Tel Aviv. Schon allein deswegen, weil ich mich nach einem ruhigen Schabbat sehne. Relaxen, vielleicht zu Chabad in die Synagoge gehen, und am Strand oder Downtown spazieren gehen. Darüber hinaus habe ich noch keine festen Pläne gemacht.

In letzten drei Wochen verbrachte ich den Schabbat weitgehend in Jerusalem, was sich fast immer als stressig erweist. Bei Rabbi Mordechai Machlis essen und danach ggf. einen chassidischen Tisch besuchen. In Jerusalem ist stets etwas geboten und bei mir besteht der Drang den Schabbat in Jerusalem mehr oder weniger mit verschiedenen Aktivitäten auszufüllen.

Am letzten Schabbat war ich bei Tisch des Rebben der chassidischen Gruppe Toldot Aharon in Mea Shearim. Rebbe David Kahn war wieder aus Williamsburgh (New York) zurückgekehrt, wo er der Hochzeit eines nahen Verwandten beigewohnt hatte. Ganz zu schweigen von den Spendengeldern, die er hoffentlich für seine Gruppe einsammelte.

Kann sein, dass es mir nur so vorkommt, doch verfolge ich schon seit einiger Zeit, wie die Toldot Aharon immer mehr anwachsen. Eine Bekannte der Toldot Avraham Yitzchak berichtete mir, dass die Toldot Aharon unheimlich viele neue Mitglieder in die Gruppe aufnehmen. Darunter besonders viele aus dem Baalei Teshuva (Neurelig.) Movement.

Mir ist es gänzlich unverständlich, wie jemand als "frischer" Baal Teshuva sich schnell an eine solch extreme chassidische Gruppe hängt. Gerade Neureligiöse sollten in den ersten Jahren ihr relig. Leben stabilisieren, zu sich selbst finden und erst sich erst danach für eine feste Zukunft, ggf. in einer chassidischen Gruppe entscheiden. Sich erst einmal umschauen und den eigenen persönlichen Weg finden wirkt sich im Endeffekt positiver aus als sich gleich, wer weiss wie, ins Extreme zu stürzen. Zu Beginn meint man sicher, sich so am besten zu perfektionieren, aber nicht selten geht diese Form der Religiosität gewaltig in die Hose.

Mag sein, dass ich all dem viel zu skeptisch gegenüberstehe, denn ich selbst durchlief all diese Erfahrungen und bin am Ende in der haredischen Gesellschaft gescheitert. Gescheitert, da ich unfähig bin, in einer dermassen geschlossenen Gesellschaft zu leben, in welcher die leitenden Rabbiner entscheiden und wo andere Mitglieder einen pausenlos beobachten, ob man auch ja hineinpasst oder sich als würdig genug erweist. Ich brauche meine Freiheit, lese "normale" Bücher, gehe ins Kino, schaue TV, besitze einen PC; mit anderen Worten, ich führe ein "normales" Leben. Was immer das auch heissen mag. Sich einer bestimmten Gesellschaft mit ihren strengen Regeln unterzuordnen, liegt mir nicht und selten lasse ich mich vom Mainstream treiben.

Obwohl es hier vielleicht so anklingen mag, sehe ich mich keineswegs als gescheitert und betrachte alles eher von der positiven Seite aus. Nicht jeder Mensch ist gleich und wir alle wurden von G - tt mit unterschiedlichen Aufgaben und ebenso unterschiedlichen Zielen im Leben erschaffen. Allein diese Tatsachen sollten wir akzeptieren, selbst dann, wenn sich jemand als unfähig erweist, sich in der haredischen Gesellschaft zurechtzufinden. Meinerseits schaute ich mich nach anderen Inhalten bzw. Lebensformen um, was sich geradezu perfekt herausstellen kann. Immerhin besser als sich in eine Gesellschaft quetschen zu wollen, in die man nicht gehört und in der man sicht unwohl fühlt. Es ist extrem wichtig, sich selbst so zu akzeptieren wie man ist und sich bei einem Scheitern keinesfalls als grosser Versager zu verkriechen. Jederman hat genügend anderweitige Ziele und Aufgaben, mit denen er sehr glücklich und erfolgreich werden kann. Man muss im Leben nur danach suchen.

Schabbat Schalom - Gut Schabbes - an alle Leser !

Der "Satan" Avigdor Lieberman

B"H

Kurz vor den Knessetwahlen nannte der ehemalige sephardische Oberrabbiner und derzeitiges spirituelles Oberhaupt der SHASS – Partei, Rabbi Ovadiah Yosef, den Vorsitzenden der "Israel Beitenu – Partei" Avigdor Lieberman einen "Satan".
Lieberman ist ein israelischer Politiker, der, ohne Zweifel, Araber hasst. Die Palästinenser sehen in ihm einen Rassisten und relig. Juden stehen da nicht nach, denn Lieberman hasst ebenso die Orthodoxie. Lieberman ist russischer Abstammung und von dort aus vor vielen Jahren nach Israel eingewandert. Trotz all der Jahre in Israel behielt Lieberman seinen russischen Akzent im Hebräischen bei.

Als Benjamin Netanyahu in den 90iger Jahren Premierminister war, gab er den Palis teilweise die Stadt Hebron und als Mitglied der Sharon – Regierung unterzeichnete Netanyahu das Abkommen zur Räumung Gush Katifs. Relig. Juden sowie die nationalrelig. Szene werden ihm das nie vergeben geschweige denn vergessen. Diese Erfahrungen veranlassten unzählige Israelis noch weiter rechts abzudriften, nur um Netanyahu nicht wählen zu müssen. Es ist ganz einfach kein Vertrauen in den Ex – Premier mehr vorhanden.

Der größte Gewinner der Wahl vor zwei Tagen ist zweifelsohne Avigdor Lieberman, der die Verweigerungsstimmen des Likud aufsaugte. Wenige Tage vor der Wahl nannte Rabbi Ovadiah Yosef Lieberman einen "Satan". Der Grund hierfür: Lieberman will mehr unkoschere Läden eröffnen sowie die Zivilehe vor dem Standesamt einführen.
Benjamin Netanyahu versucht dieser Tage eine Regierung samt Koalition zu formen um sich dann selbst zum Premierminister zu krönen. Lieberman ist der wertvollste Kandidat hierfür, verfügt er doch über 15 Knessetsitze. Der Russe ist sicher seiner "Zünglein an der Waage" – Rolle mehr als bewusst und stellt unverholen seine Forderungen: Vize – Premier will er werden und die Zivilehen wie geplant einführen.

Seit der Gründung des Staates Israel ist das Oberrabbinat (Rabbanut) für sämtliche Eheschliessungen auf dem jüdischen Sektor verantwortlich und jeder israelische Jude muss sich dort zur Ehe registrieren lassen. Jene, die sich nicht gemaess der Halacha verheiraten wollen (z.B. ein Cohen (Tempelpriester) heiratet eine geschiedene Frau oder ein Jude heiratet einen Nichtjuden), sind entweder gezwungen, sich im Ausland zu vermählen oder irgendein Heiratszertifikat einer ausländischen Botschaft zu kaufen. Viele erstehen deswegen das Zertifikat der Botschaft aus Paraguay. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob dieser zweite Weg noch existiert.

Lieberman's "satanische" Forderungen finden viel positiven Anklang bei in der russischen Gesellschaft. Die Mehrheit von ihnen ist halachisch nicht jüdisch und hasst mitunter relig. orthod. Juden; insbesondere die SHASS – Partei. Heutzutage ist Israel geradezu mit nichtjüdischen Russen überflutet und diese meinen, dass auch ihnen ein Machtanteil zusteht. Israel oder ein Israel mit einer jüdischen Identität lehnen sie ab und wollen stattdessen ein Israel mit den Inhalten anderer internationaler Nationen. Hinzu kommt, dass eine nicht zu verachtenden Zahl von jüdischen Israelis eine Zivilehe vor dem Standesamt vorziehen täte, denn wer von ihnen will schon einem alternden Rabbanutsrabbi seine Hochzeitsgründe erklären ? Leider gibt es in unserem Land mitunter viele Juden, denen ihre Religion und Identitaet einerlei ist und die es vorziehen so sein zu wollen, wie alle anderen Nationen auf dieser Welt.

Satan oder nicht, Lieberman hat definitive einen Markt gefunden, der ihn unterstützt. Weiterhin schreit er nach Rache gegen die SHASS – Partei und des Rabbi Yosef.

Manchmal kommt es mir tatsächlich so vor als gebe es zwischen Lieberman und den Arabern nur wenige oder gar keine Unterschiede. Beide beabsichtigen die jüdische Identität und einen jüdischen Staat zu zerstören. Lieberman behauptet, für die Existenz Israels zu kämpfen, nur bekommt er dabei anscheinend nicht mit, dass es nur eine Existenz zusammen mit einer jüdischen Identität geben kann. Wenn sich Nichtjuden in Israel verheiraten wollen, dann sollen sie dich gefälligst an die Regeln halten, denn in diesem jüdischen Land sind die Gast und mehr nicht. Wem als nichtjüdischer Einwohner ein jüdischer Staat nicht passt, der ziehe in den Vatikan, nach Moskau, nach New York oder wohin auch immer. Niemand haelt sie in Israel und letztendlich haben wir keinerlei Bedarf für solche Leute.

Mittwoch, Februar 11, 2009

Unter der orthodoxen Knute ?

B"H

Eine Kollegin, die nicht gerade pro - Haredim oder pro - religiöse orthodoxe Juden positiv eingestellt ist, klagte mir die Ohren voll, dass jetzt nach den Wahlen sicher all diese fanatischen SHASS - Haredim in eine neue Regierungskoalition stürmen und der säkuleren Bevölkerung das Leben zu Hölle machen werden. Nicht nur SHASS, sondern alle relig. Politiker mit ihren sonderbaren Erlassen (Beispiel: Nur Ehen zwischen Juden, Koschergesetze - Kaschrut).

Ich antwortete der Kollegin, dass das Schwachsinn sein, denn zum einen ist SHASS schon lange ein Kadima - Koalitionspartner und bisher gab es ja wohl keine Religionsdiktatur a la Iran. Das Beispiel "Iran" wird überhaupt gerne angeführt.

Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, wieso die Säkuleren solche Panik vor den Religiösen bekommen, obwohl Letztere in ihren Koalitionen nie auch nur den Anschein irgendeiner Diktatur machten. Im Gegenteil, das Leben lief wie gewohnt weiter. Aber mit diesen Argumenten rede ich gegen eine Mauer an.

Parashat Yitro



Der Berg Sinai

B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

In der dieswöchigen Thoralesung konvertieren Moshes Schwiegervater Yitro sowie die Israeliten. Die Israeliten deshalb, weil sie sich nun verpflichten, die Thora einzuhalten (der Talmudkommentator Maharsha).

Die Thora hält sich nicht immer unbedingt an die chronologischen Ereignisse und daher gibt es gleich über die ersten Sätze in Parashat Yitro vollkommen unterschiedliche Interpretationen. Was genau hörte Yitro und wann kam er zu Moshe ?
Laut Rashi hörte Yitro vom Auszug aus Ägypten und dem siegreichen Krieg gegen Amalek. Die Mechilta andererseits lehrt, dass Yitro vom Krieg gegen Amalek und den "Zehn Geboten" hörte. Demnach wäre Yitro nach den "Zehn Geboten" zu den Israeliten gekommen und nicht vorher.

Die Konversion Yitros ging relativ leicht von statten. Er bekannte sich zu dem EINEN alles beherrschenden G - tt und damit wurde sein vorheriger Name Yeter in Yitro verwandelt, indem ein Vav am Schluß angehängt wurde (Rashi und Moshe Alshich).

Am 1. des jüdischen Monats Sivan erreichten die Israeliten Har Sinai (den Berg Sinai). Am darauffolgenden Schabbat sollte G - tt ihnen die "Zehn Gebote" geben (Talmud Traktat Schabbat 86b). Die Midrasch Rabbah und der Talmud Traktat Avodah Zarah (Götzendienst) 2b lehren, dass bevor G - tt die "Zehn Gebote" bzw. die Thora gab, Er alle anderen Völker befragte, ob sie nicht die Thora haben wollen. Als die Völker hörten, dass Diebstahl, Mord oder Götzendienst verboten waren, lehnten sie die Thora ab. Nur das Volk Israel sagte "Na'aseh ve nishma" (wir werden tun und hören). Heißt, wir wollen nicht erst aufgelistet bekommen, was in den "Zehn Geboten" steht, sondern wir tun es, weil Du unser G - tt bist. Die Israeliten wogen bei ihrer Zustimmung keine Vor - und Nachteile ab.

Der Vilna Gaon kommentiert, dass G - tt nur die Oberhäupter der Völker befragte und nicht jeden einzelnen. Innerhalb der Nationen gab es jedoch schon den ein oder anderen, der die Thora akzeptiert hätte. Eben jene Leute betrachtet der Vilna Gaon als die heutigen Gerim (Konvertiten). Damals hatten sie keine Chance, die Thora zu bekommen, was sie heute nachholen.

Die Gemara im Talmud Traktat Schabbat 87b lehrt, dass die Israeliten einige Mitzwot (Gesetze) aus der Thora schon auf einer ihrer allerersten Stationen in Marah bekamen. Nämlich die Schabbatgesetze, die Gesetze für die Rote Kuh (Parah Adumah) und das Zivilrecht (Rashi). Laut Rabbi Hirsch gehörten dazu auch die Gesetze für die Beschneidung (Brit Milah).

Es heißt, dass als G - tt begann, den Israeliten die Gebote vorzutragen, deren Seelen (Neschamot) sie vor Überwältigung verliessen. Im selben Augenblick wurden sie von G - tt wiederbelebt (Talmud Schabbat 88b). Überhaupt lernen wir an dieser Stelle sehr viel über Seelen. Die Israeliten bekamen in jenem Moment vor dem Berg Sinai den höchsten Seelen - Level, welche sie kurz darauf aufgrund des Vergehens mit dem Goldenen Kalb verloren. Diesen hohen Seelen - Level nennt, unter anderem, der Baal Shem Tov, "Neshama Yeterah - Zusätzliche Seele". Genau diesen Zustand erhalten wir mit dem Eintreffen des Meschiach zurück. In der Zwischenzeit bekommen die Juden jeden Schabbat eine zusätzliche Seele, welche auch Neshama Yeterah genannt wird. Diese zusätzliche Seele erhalten wir jeden Freitag und verlieren sie am Mozzaei Schabbat. Daher sind wir am Schabbat spiritueller und mehr mit G - tt verbunden. Gemäß einigen Kommentatoren zufolge, erhalten wir die zusätzliche Seele schon am Mittwoch.

Am Berg Sinai bekamen die Israeliten die Thora, welche in alle Ewigkeiten (Deuteronomy 13:1, 13:2-4, 29:28) gilt. Alle jüdischen Generationen sind zu ihrer Einhaltung verpflichtet. Die Gemara im Talmud Shavuot 39a und Schabbat 146a stellt die Frage, ob denn die kommenden Generationen und Konvertiten vor dem Berg Sinai auch einen Bund mit G - tt eingegangen sind.

Die Gemara und Kommentatoren antworten, dass alle jüdischen Seelen vor dem Berg Siani standen (Rokeach). Alle Seelen der folgenden Generationen wurden zu Moshe gebracht (Maharsha). Wir alle haben am Berg Sinai gestanden, bewußt oder unbewußt. In anderen Schriften heißt es, dass seit dem Berg Sinai keine neuen jüdischen Seelen mehr erschaffen worden sind, sondern wir alle Reinkarnationen der 600.000 Israeliten sind, die damals die Thora erhielten. Jede Seele schwörte damals G - tt, die Thora zu akzeptieren. Wir sind einen direkten Bund mit G - tt eingegangen und benötigen kein Medium, wie Engel etc., zwischen Ihm und uns (Rabbi Samson Raphael Hirsch).

Die Gemara im Talmud Traktat Schabbat 89a lehrt, dass Sinai (סיני) eigentlich "Haß" heißt. Die Erklärung in der Gemara ist simpel: Am Berg Sinai haßte G - tt die Götzenanbeter. Der Iyun Yaakov und der Rambam vertreten eine andere Ansicht: Am Berg Sinai begann der eigentlich Antisemitismus. Die Juden bekamen die Thora und andere Völker waren neidisch. Daher ist der Sinai die Wurzel des Antisemitismus.

Als all die Israeliten zu Moshe kamen und ihn um Rat fragten, war Yitro geschockt und schlug die Ernennung von Richtern vor. Damals kamen die Leute zu Moshe und wollten den Rat G - ttes zu allen möglichen Lebensbelangen. Dieses lehrt uns, dass wir heute wie damals G - tt um Rat fragen sollen (Rabbi Hirsch). G - tt ist ein Teil unseres alltäglichen Lebens und nicht nur einmal pro Woche in der Synagoge present.
Mit der Anerkennung, dass G - tt der Erschaffer jeglicher Existenz ist, gelingt es uns vielleicht zu der Einsicht zu gelangen, dass nichts im Leben selbstverständlich ist.

In den Synagogen werden die "Zehn Gebote" dreimal pro Jahr gelesen: In den Parashot Yitro, Vaetchanan und an Shavuot.

Die Richter, die Moshe einsetzte, wurden in späteren Generationen, zu Tempelzeiten, durch die Mitglieder der Sanhedrin ersetzt. Gestern Abend war ich bei einem interessanten Schiur (Vortrag), bei dem es allwöchentlich um die Frage geht, wieviele Wahrheiten es gibt.

Da ist zum einen der realistische Vorgang - Wie ist etwas geschehen ?
Zum anderen aber ist nicht das, was wir sehen und bezeugen immer die halachische Wahrheit. Die Richter bzw. die Sanhedrin können andere Beweggründe mit einbringen und wenn ein Zeuge glaubwürdig ist, selbst wenn er lügt, dann kann es zu einem unerwarteten Urteil kommen, was ich akzeptieren muß.

Genauso steht es, zum Beispiel, mit dem Festlegen des Kalenders. Entscheidet der Sanhedrin, dass an diesem und jenen Tag der neue Monat beginnt, so muß ich das akzeptieren, selbst wenn sich der Sanhedrin unabsichtigerweise irrt.
Bemerkt sei, dass es sich beim Sanhedrin um geistige relig. Rabbinergrößen handelte und nicht um jene manchmal korrupten Systeme, die wir leider heute nur allzu gut kennen.

Die Thora wurde von G - tt an uns auf der Erde gegeben und wir müssen sie auslegen und erfüllen. Deswegen lesen wir nicht selten im Talmud von Entscheidungen des Sanhedrin, welche kritisiert wurden und G - tt um Hilfe gebeten wurde. Er solle alles richtig stellen und den Sanhedrin einmal die Meinung geigen. G - ttes Antwort lautete jedoch, dass Er Sich bei diesen Urteilen den Sanhedrin beugt, denn die Thora sei für die irdische Welt (terrestrial world). Halachische Detailentscheidungen habe Er in die Hände der Richter bzw. des Sanhedrin gegeben. Wir haben die Pflicht, die Anweisungen des Sanhedrin zu befolgen.

Im Schiur kam gleichzeitig die Frage auf, was denn heute sei ?
Rabbeinu Nissim (der RAN) sagte, dass wir in Zeiten ohne einen Sanhedrin auf die größten respektiertesten Rabbiner unserer Zeit hören sollen.

Aber wer genau sind heute diese Rabbiner ?
Definitiv nicht jene, die sich groß in der Politik bewegen. Solche Leuten dürften nur halachische Entscheidungen fällen und sollten ausschließlich mit der Religion befassen. Mir fällt dazu nur der in den 80iger Jahren verstorbene Rabbiner Moshe Feinstein ein.

Allerdings tauchen noch ganz andere Probleme auf.
Wer ist schon in der Lage, solche Geistesgrößen zu bestimmen und zu ernennen. Der letzte, wenn auch umstrittene, Ernannte war der Autor des Schulchan Aruch, Rabbi Yosef Karo aus Safed. Es kann sich nicht einfach so ein Grüppchen zusammentun und behaupten, sie seien jetzt der neue Sanhedrin. Vor einigen Jahren geschah genau das in Israel unter dem Vorsitz des Chabad - Rabbis Adin Steinsaltz. Dieser selbsternannte Sanhedrin verfügt über keinerlei Autorität !!!

Die Frage ist, ob wir selber einen Sanhedrin einsetzen sollen, wenn der Meschiach noch nicht da ist ? Und brauchen wir überhaupt einen Sanhedrin ?
Klar ist, dass ein Sanhedrin bzw. dessen halachische Urteil von ALLEN Juden anerkannt werden müssen und ist das heute der Fall ? Gibt es die beschworene Einheit ?
Nein.

Viele Juden sagen, dass, wenn der Meschiach erst einmal da ist, alles gelöst werden wird. Momentan haben wir keine Antworten, aber lasset ihn nur erstmal kommen. Dann wird alles anders.

Die Frage ist, und ich habe das schon oft vernommen, ob wir wirklich erst auf den Meschiach warten müssen ? Warum sollen wir nicht einfach Taten vorziehen und aufgrunddessen kommt der Meschiach ? Wer von uns wartet denn wirklich auf ihn ? Und nicht vergessen, dass erste, was wir nach dessen Eintreffen gefragt werden ist, wie wir uns vorbereitet haben (siehe Talmud Sanhedrin 97 ff.). Und was wird da jeder Einzelne von uns antworten ? Haben wir uns vorbereitet ? Im gleichen Traktat steht genauso, dass Meschiach unerwartet kommen wird. Demnach sind wir gezwungen, uns täglich neu vorzubereiten, denn man weiß ja nie. Warum sich von daher nicht einmal mehr vorbereiten und Taten vorziehen ?

Schabbat Schalom

Montag, Februar 09, 2009

Die Jemeniten wollen weg

B"H

Besonders sicher war es für die wenigen verbliebenen Juden im Jemen (Te'iman) nicht gerade in den letzten Jahren. Im letzten Dezember 2008 wurde zu allem Unglück auch noch Rabbi Moshe Yaish Nahari von islamischen Extremisten erschossen. Seither ist die Lage völlig in die Schieflage geraten und die Juden dürfen sich in der Öffentlichkeit kaum mehr zeigen. Sogar bei ihren Markteinkäufen sind sie gezwungen, ihre Identität zu verbergen.

Da die Regierung des Jemen nicht besonders viel unternimmt / unternehmen kann, um die Juden vor radikalen Islamisten zu schützen, planen diese nun ihre Auswanderung aus dem Jemen. Wohin die Reise gehen soll, wurde nicht bekanntgegeben, aber ich nehme an, dass das Ziel ISRAEL lauten wird.

Links:

MiTaiman (nur in hebräischer Sprache !)


Die Geschichte der jemenitischen Juden

Falschinterpretationen in der "Jüdischen Allgemeinen"

B"H

Ich beziehe mich an dieser Stelle auf zwei Artikel der "Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung" vom Dezember 2008. Nicht, dass die Zeitung zu meiner regelmässigen Lektüre gehört, doch wenn ich sie ab und an in die Finger bekomme, blättere ich halt darin herum. Insgesamt jedoch ist mir die "Jüdische Allgemeine" zu unbedarft und für einen Israeli klingen die Beiträge furchtbar nach Diasporaabklatsch. Besonders in den Beschreibungen bezüglich Israels.

In einer der Dezemberausgaben wird auf der Titelseite Stellung gegen israelische Siedler bezogen. Unbedarft wie eh und je, denn es ist augenscheinlich, dass sich die Autorin mit dem Thema nur einseitig befasste, ohne den ideologischen Hintergrund überhaupt zu erahnen.

Ein Wladimir Struminski versuchte sich daran, die Dispute chassidischer Gruppen untereinander sowie den Fall "Porush und die Chassidut Gur" zu beschreiben. Damit ging der Ofen dann auch ganz aus. Auf den Photos zum Artikel wurden ggf. Karliner oder Toldot Aharon Chassidim zu Gerrer (Gur) Chassidim und ebenso wurde die Karliner Jugend (der Kleidung nach könnte es auch die Satmarer Jugend gewesen sein) zu Belzer Chassidim. Die Inhalte des Artikels waren zu 80 % falsch dargestellt. Angebrachter wäre das Wort "Fehlinformation". Fakten wurden durcheinandergewürfelt und wer niemals bei Chassidim war bzw. sich jahrelang mit dem Thema beschäftigt, der sollte die Finger von derlei krächzenden Versuchen lassen, die chassidische Welt darzustellen.

Tatsächlich eskaliert der Streit zwischen Gur und Me'ir Porush seit den frühen 80iger Jahren immer wieder einmal. Belz und Gur sind nicht verfeindet, sondern Rivalen um den Machtkampf. Nicht unbedingt der der "Yahadut HaTorah" Partei, denn Belz war länger nicht mehr vertreten und wartete erst wieder vor ca. sechs Wochen auf Listenplatz Nr. 6 der Partei auf.

Wenn diverse chassidische Gruppen an den Knessetwahlen teilnehmen, bedeutet das noch lange nicht, dass sie für den Staat Israel stehen. Meist sogar das Gegenteil, doch legen sie Wert auf eine Partei, die für die Rechte der haredischen Gesellschaft eintritt und darüber hinaus meinen sie, den säkuleren Staat mit ihrer Knessetanwesenheit doch noch positiv beeinflussen zu können.

Weiterhin nehmen die Karliner nicht an jeder Knessetwahl teil, sondern immer wieder neu entscheidet darüber deren Rebbe. Chassidut Sadigura ist ein Spezialfall, an dem ich mir nicht die Finger verbrennen will, denn allgemein ist die Gruppe antizionistisch eingestellt.

Bei den morgen stattfindenden Knessetwahlen werden sicherlich viele aschkenazische Haredim die sephardische SHASS - Partei wählen. Und das, obwohl sich der Belzer Rebbe nun doch für die "Yahadut HaTorah" stark machte. Wieso auch nicht, stellt doch der Belzer Chassid Israel Eichler den sechsten Platz auf der Parteiliste.

Soweit nur ein paar kleine Erläuterungen zum Struminski - Artikel. Schade nur, dass die Leser der Zeitung solcherlei Informationen für bare Münze nehmen, ohne zu ahnen, dass sie der Falschinformation aufgesessen sind.

Happy Tu Be'Shevat !


B"H
Tu Be'Shevat Sameach - Happy Tu Be'Shevat und ein frohes neues Jahr an alle Bäume !

Sonntag, Februar 08, 2009

CHABAD für "Ichud HaLe'umi"

B"H

Obwohl sich Chabad offiziell nicht in die Belange der israelischen Politik einmischt, stellen sich dennoch führende Chabad - Rabbiner hinter die Partei "Ichud HaLe'umi", die übrigens auch von mir bei den Wahlen am Dienstag unterstützt wird.

Obwohl der Parteivorsitzende Aryeh Eldad keine Kipa auf dem Kopf trägt, steht er dennoch für das relig. zionistische Judentum und jüdische Werte sowie Identität.

Mehr zu Chabad und den Wahlen hier !


Wahlwerbung für "Ichud HaLe'umi" bei Chabad in Crown Heights / New York.

Die "Geburtstags Power"

B"H

Verschiedene Kommentare besagen, dass jemand an seinem Geburtstag eine spezielle Kraft besitzt, anderen Leuten etwas zu wünschen oder auf relig. Wege sagt man da wohl "sie zu segnen". Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich dies heute oder lieber erst am Donnerstag tun soll. Heute (Sonntag) ist zwar mein regulärer Geburtstag, doch am Sonntag folgt der nach dem jüdischen Kalender.

Ich versuche es einfach zweimal und wünsche allen Lesern viel Erfolg und Gesundheit im Leben !

Gemäss einiger Kabbalisten sollte das Geburtstagskind sich die Thoralesung (Parasha) anschauen, welche am Schabbat seiner Geburt gelesen wurde. Darin finde er alle Antworten auf sein Leben und genauso jene Sachen, die er versuchen sollte, besser zu machen. Oder in anderen Worten: Die Mitzwot (Gesetze) aus seiner Parasha besonders einhalten und somit einen Tikun (Reparation) der Welt oder von sich selbst herbeiführen.

Die Thoraparasha bei meiner Geburt war "Yitro". Yitro lesen wir auch an diesem Schabbat und mir erscheint das unfähr, dass ausgerechnet ich Yitro bekomme. Werden da nicht die "Zehn Gebote" gelesen und nebenbei viele andere Mitzwot von G - tt gegeben ? Und das soll ich alles reparieren ? Hätte ich nicht eine "einfachere" Parasha bekommen können ?

Ich tue mein Bestes, doch ob mir das in Bezug auf die Mitzwamasse bei Yitro immer so gelingt ? :-)

Erwischt


Netanyahu zusammen mit seiner Frau Sarah in einem unkoscheren Restaurant am letzten Freitag.

B"H

Benjamin Netanyahu hat einen neuen Skandal am Hals und Rivalin Zipi Livni lacht sich eins ins Fäustchen.

Laut der haredischen Site "Ladaat. Net", besuchten Oppositionsführer Benjamin Netanyahu (LIKUD) nebst Gattin Sarah am vergangenen Freitag abend (Leil Schabbat) ein unkoscheres Jerusalemer Restaurant.

Vor einigen Jahren noch beschwerte sich Netanyahu im damaligen Wahlkampf zur 14. Knesset beim bekannten, aber mittlerweile verstorbenenen, Kabbalisten Rabbi Kaduri, dass die linken Parteien ja gar keine jüdische Identität mehr besitzen. Jetzt, in den letzten Tagen vor den Wahlen zur 18. Knesset, hat Netanyahu offenbar selber seine jüdischen Identität eingebüsst, wenn er sich vor aller Augen in ein unkoscheres Restaurant setzt.

Photos wurden gemacht und nach kurzer Zeit stand auch schon die Presse vor der Türe. Netanyahu selbst erfasst sofort die Situation und machte auf Herunterspielen der Angelegenheit. Er habe nur ein Schnitzel verzehrt und hinterher immerhin auf das milchige Dessert verzichtet.

Eine Anspielung darauf, dass Juden nach dem Essen von Fleisch einige Stunden (die Anzahl variiert vielerseits) keine Milchspeisen zu sich nehmen dürfen.

Heute jedenfalls trat die israel. Presse den Skandal so richtig breit und Netanyahus relig. Parteigenossen bzw. mögliche Koalitionspartner sind verärgert. Es ist allseits bekannt, dass die Netanyahus den Schabbat nicht einhalten, doch gleichzeitig den Schabbat brechen und dann auch noch in aller Öffentlichkeit unkoscher schlemmen schlägt dem Fass den Boden aus.

Donnerstag, Februar 05, 2009

Kommentar zu "Hart, aber fair"

B"H

Der Kommentar von RONEN zum Thema "Antisemitimus in Deutschland". Ein Kommentar, der, wie ich finde, ein Artikel sein sollte.
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RONEN:

Du sprichst mir aus der Seele, liebe Miriam.

Während ich "Hart, aber fair" im Internet gesehen habe - und ich habe mir sämtliche 75 Minuten angetan - bin ich einige Male tief schockiert gewesen. Und hätte jemand mich in diesen Sekunden ansprechen wollen, wäre ein sprachloses, leises Quitschen bestenfalls herausgekommen.

Dass Israel dem Verhältnis zwischen Deutschen und Juden im Wege steht, ist nichts neues: Jeder glaubt, dass er seine Lehren gelernt hat. Die Deutschen sagen, dass man nach Krieg und Holocaust nie wieder einen Krieg (oder Holocaust) akzeptieren könne - nie, niemals, nirgendwo auf der Welt. Wir haben aber erkannt, dass wir unser Schicksal in unsere Hände nehmen müssen, weil wir ansonsten immer und immer wieder bedroht werden. Und unsere Geschichte hat zur Genüge gezeigt, dass aus Drohen bald Verfolgung und Umsetzung folgt: Hitler hat gedroht, schriftlich sogar in "Mein Kampf" von der Umsetzung gesprochen - und es so seiner Drohung bald Taten folgen lassen.Aktueller: Raketen sind keine "Drohung", sondern "Umsetzung" von einer "Drohung", sprich Carta der Hamas. Selbstmordattentäter sind keine "Drohung", sondern "Umsetzung" einer "Drohung". Was ist mit Iran? Wer Ahminidschad als Geisteskranken abtut, tut Hitler auch als Versehen in der Geschichte ab. Auf wessen Kosten? Von allen.

Soweit: Nichts neues.

Aber: Erschreckend ist das Poltern von Ruheständlern aus Journalistik und Politik, die wahrscheinlich immer gerne Antisemiten gewesen wären, denen man es aber nicht erlaubt hat. Wäre für die Karriere möglicherweise auch nicht gut gekommen. Nun brechen sie hervor, nehmen einen längst notwendigen Schritt (Eliminierung einer weltweitanerkannten (!) terroristischen Vereinigung zum Anlass, ihr typisch deutsches Geschichtsbewusstsein (d.h.: Nie wieder Krieg, um keinen Preis mischen wir uns ein!) so in die Spitze zu treiben, dass man bereit ist vom israelisch Verübten HOLOCAUST / VÖLKERMORD am palästinensischen Volk zu sprechen.

Dass sich da nicht jemand schämt in dem gesammten Zusammenhang das Wort HOLOCAUST zu verwenden. Und noch dazu ein Deutscher, der als Stimmungsmacher oder Mediator (Journalist oder Politiker) tätig ist. Pfui. Pfui. Pfui. Lieber Herr Kinezle, lieber Herr Blüm: Aufgrund der Taten ihrer Eltern sollten sie am besten Wissen, was ein Völkermord ist. Vielleicht haben sie sich nicht genug Gedanken darüber gemacht, weil sie zu sehr damit beschäftigt sind uns Juden Auschwitz anzuhängen und zu verübeln. Lassen sie es sich gesagt lassen: Aus der Mitte der deutschen Gesellschaft war der Holocaust möglich. Tiefer Antisemitismus in jedem einzelnen Unterstützter, und davon gab es viele, machten ein Betrieb Endlösung mit Millionen AKTIVEN Mitarbeitern möglich. Dass, was in Israel passiert, hat nichts mit einem Völkermord oder HOLOCAUST zu tun. Es ist das konsequente und bitter bitter bitter notwendige Erinnern an eine Drohung, die sehr schnell zu einer Umsetzung führte.

So, nun Stopp. Weil dass man muss man sich mal klar machen: Wir sprechen gerade vom HOLOCAUST! Sechs Millionen Juden, technisch-industriell abgefertigt - wie sonst nur Backwaren in einer Großbäckerei. Sechs Millionen Juden! Unschuldige Juden, unschuldige Menschen. Umgebracht: Weil sie Juden waren. Und die Gründe? Darüber wurde genug spekuliert. Auch von Deutschen selbst - in so vielen wunderbaren Theorien, als dass man für die Verdrängung nachhaltig und im Nachhinein ein wissenschaftliches Fundament schaffen muss. Psychologische Erklärungen, Generation ohne Vater, Wirtschaft am Ende ... wer will ernsthaft von sich behaupten, dass er mit irgendeiner Theorie ernsthaft erklären kann, warum Horst Schmidt aus Gelsenkirchen oder sonst wo her einen Antisemitismus in sich trug, der zum HOLOCAUST führte?!

So, jetzt zurück zur Aktualität: WO IST DER ZUSAMMENHANG?! Völkermord am palästinensischen Volk? Diskussion darüber, ob man JUDEN (es geht hier nicht um Israelis, sondern um JUDEN) kritisieren könne? Was ist das für ein Blödsinn: Warum lässt man den Mob durch die deutschen Straßen ziehen, mit antisemitischen Aussprüchen? Warum reisst man in Duisburg eine israelische Flagge abreissen - von der deutschen Polizei? Warum verzichtet man auf HARMLOSE Meinungsfreiheit? Wo sind die Millionen Deutschen, die aus der Geschichte gelernt haben? Man hört sie nicht. Stattdessen schallt es in den Straßen wieder: die Juden sind unser Unglück. Weiter: Warum lässt man einen ECHTEN Völkermord in Ruanda oder Dafur zu? Warum steigen Kienzle und Blüm auf die Barrikaden, wenn Israel nach 8 Jahren Dauerbeschuss durch Hamas-Raketen sein Schicksal in die Hand nimmt? Wo sind die Relationen? Es geht nicht gegen Israel, nein - es geht gegen Juden.

Bei allem, es geht um einen Kernpunkt: Es wird dem Judentum / Israel vorgeworfen, nichts aus dem Holocaust gelernt zu haben (zumindest nicht die deutsche Lehre) - ein eindeutiger Denkfehler. Und man sollte ergründen, was die Wurzel dieses Denkfehlers ist. Bei Kienzle und Blüm bin ich mir sicher, was es ist.

Mittwoch, Februar 04, 2009

Tu be'Shevat


B"H

Der diesjährige Feiertag Tu Be' Shevat beginnt am kommenden Sonntag abend, 8. Februar 2009. Den ganzen darauffolgenden Tag, Montag, 9. Februar, begehen wir den Tu Be' Shevat.

Der Tu Be' Shevat ist der 15. des jüdischen Monats Shevat und ein Halb - Feiertag. Wenn er nicht gerade auf einen Schabbat fällt, wird am Tu Be' Shevat ganz normal gearbeitet.
Mit Tu Be' Shevat beginnen die ersten Bäume in Israel zu blühen. Selbst wenn das Wetter noch winterlich ist.

In der Thora findet dieser Feiertag keine Erwähnung, stützt sich aber dennoch auf einen Satz in Deutoronomy 20:19: "Der Mensch ist ein Baum - HaAdam Hu Etz HaSadeh". Somit gilt der Tu Be'Shevat trotzdem als biblischer Feiertag. Außerdem wird Tu Be' Shevat mit den Abgaben von Früchten an den Tempel (Trumot und Maasrot) in Verbindung gebracht.



Traditionelles Baumpflanzen am Tu Be'Shevat


Juden werden in der Literatur oft symbolisch mit einem Baum in Verbindung gebracht. Was haben sie beiden gemeinsam ?

Wie ein Baum so muss ein Jude wachsen und für das Wachstum ist Wasser erforderlich. Wasser symbolisiert die Thora und somit kann ein Jude nur durch Thorastudium wachsen.

Im Buch Shaarei HaMoadim (von Chabad) heisst es, dass ein Jude immer mit der Quelle seines Ursprungs verbunden sein muss: mit der Thora.

Durch die Thora wächst er und trägt Früchte, welches die Einhaltung der Mitzwot sind. Am Tu Be' Shevat besteht Gelegenheit, dass Thorastudium neu aufzunehmen. Gleichzeitig gibt dieser Feiertag der Seele (Neshama) Kraft, höher aufzusteigen.

Für Rabbi Nachman von Breslov symbolisiert ein Baum Weisheit (siehe die Bäume des Lebens und des Wissens im Paradies) und er stellt die Beziehung von Himmel und Erde dar. Ein Mensch muss seine Wurzeln in dieser Welt haben, aber dabei zu G - tt aufschauen und spirituell wachsen.

Es ist üblich, am Tu Be' Shevat eine Seder abzuhalten, an der Wein oder Traubensaft getrunken und Früchte aus Israel gegessen werden. Der ARI (Rabbi Yitzchak Luria) hatte den Brauch, 15 unterschiedliche Früchte zu essen.
Granatäpfel, Oliven, Honig, Feigen, Datteln, Weintrauben und vor allem getrocknete Früchte, wie Bananen, Aprikosen oder Erdbeeren....all das wird am Tu Be' Shevat gegessen.

Fasten ist halachisch verboten und Tachanun wird ausgelassen.
Nebenbei sollte noch erwähnt werden, dass es einen Diskurs zwischen dem Haus Shammai und Hillel gab. Shammai betrachtete den 1. Shevat als Neujahrstag der Bäume und Hillel, dem wir heute noch folgen, sah den 15. Shevat als dessen an.

Montag abend und den gesamten Montag über werden bei vielen chassidischen Gruppen ganz besondere Tu Be' Shevat Seder bzw. Feierlichkeiten abgehalten. Die Gruppen Karlin - Stolin, Gur oder die Slonim hegen keine besonderen Bräuche zum Feiertag. Zwar halten sie alle ganz normal ihre Seder ab, doch das war es dann auch schon.

Dafür feiert man bei den Gruppen Kretchnif, Satmar oder bei Belz umso mehr. Bei Belz sowie bei Kretchnif geben die Rebben einen extra chassidischen Tisch. Bei Satmar folgt man dem Brauch, 18 verschiedene Früchte zu essen und vor dem Essen jeder Frucht wird "Shir HaMaalot" gesungen.

Vorab "Chag Sameach" und einen fröhlichen Tu Be'Shevat.


Tu Be' Shevat Photos aus ISRAEL











Parashat Beshlach

Photo: Kumah


B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

In dieser Parashat Beshalach kommen die Israeliten endlich frei und sie verlieren keine Zeit und ziehen sofort los.

Die Mehrheit der Kommentatoren diskutiert nicht nur diese Tatsache, sondern befasst sich ungewohnterweise ebenso mit der Psychologie. Nach der Ankunft Yosefs und seines Vaters Yaakovs in Ägypten, waren mehr als 200 Jahre vergangen, was automatisch zur Folge hatte, dass neue Generationen geboren wurden. Und genau diese neuen Generationen kannten kein Leben in Freiheit geschweige denn, dass sie unabhängig denken sollten. Vielmehr hatten sie sich an ihr Sklavendasein gewöhnt und man mag sich vorstellen, mit welcher Mentalität sie Ägypten verliessen (siehe das kabbalistische Buch ZOHAR).

Eine neue große Zukunft stand für sie bereit, doch waren sie mental imstande, dieser entgegenzusehen ? Selbst G - tt hegte da so sein Zweifel und entschloß sich, die Israeliten nicht auf einmal zu überfordern.

Aber befanden sich wirklich nur die Israeliten in einer Art Sklavenmentalität ohne den wahren Drang nach Unabhängigkeit zu verspüren ?

Jedes Jahr an der Pessach - Seder lesen wir immer wieder neu die Pessach - Haggadah, in der vom Auszug aus Ägypten erinnert wird. Jedes Jahr sollen wir erneut nachvollziehen, wie unsere Vorfahren auszogen und unter welchen Qualen sie vorher litten. Allein einige Zeremonien der Seder (Charoset und Maror) erinnern an das trostlose Skalvendasein. Die Charoset, der aus mehreren Zutaten gemischte Brei, symbolisiert den Beton, welchen die Israeliten zum Bau der Pyramiden benutzten und Maror, bitteres Kraut, symbolisiert die Bitterkeit der Skalverei.

Warum ist das alles für uns heute noch so wichtig, ständig daran zu erinnern ?
Jeder von uns erlebt seinen eigenen Auszug aus Ägypten. Nicht unbedingt physisch, sondern symbolisch. Auch wir haben Probleme privater Natur.
Mit uns selbst.
Oder sind wir so mit uns im Reinen, dass wir ehrlich gestehen können, wir hätten keine Skalvenmentalität ?
Von wem sind wir in unserem derzeitigen Leben alles abhängig ? Nicht nur auf menschlicher Basis, sondern genauso auf materieller Basis. Abhängig vom Geld oder Konsumrausch. Jeder von uns sollte seinen ganz privaten Auszug aus Ägypten zelebrieren.

In der Chassidut wird der Slavenmentalität noch weitere Bedeutung beigemessen und das den Israeliten Hinterherjagen Pharaos als eine Metapher gesehen. Der große chassidische Rabbiner, Rabbi Simcha Bunim Bonhart von Peshis'cha (1765 - 1827) kommentiert, dass die Verfolgung Pharaos gleichkommt mit der Yetzer HaRah, der schlechten Seite in uns. Metaphorisch betrachtet wurden sie nicht vom physischen Pharao verfolgt, sondern die Israeliten nahmen ihre eigene Yetzer HaRah mit im Gepäck. Ziel eines jeden von uns ist es, seine eigene Yetzer zu überwinden und in etwas Gutes umzuwandeln.

Wie aber überkomme ich meine negativen Veranlagungen ?
Die Welt wurde so von G - tt erschaffen, dass jeder Mensch einen eigenen freien Willen hat und entscheiden kann Gutes oder Schlechtes zu tun ? Ist es wirklich so schwer für jemanden vor einem unkoscheren Cheeseburger zu stehen und seine Yetzer zu überkommen ? Auch beim einfachen Cheeseburger hat jeder Jude die freie Wahl, das Unkoschere zu verweigern oder seiner negativen Veranlagung zu folgen. Ein kurzer Moment der Schwäche reicht schon aus, um den Burger zu verschlingen.

In der Kabbalah ist häufig die Sprache von einem inneren seelischen Reinigungsprozeß, den sie Israeliten durchlaufen mußten. Die 40 Jahre in der Wüste werden als 40 Jahre der spirituellen Reinigung gesehen.

Die ursprüngliche Absicht G - ttes war eine ganz andere; die Israeliten sollten eigentlich direkt nach ihrem Auszug zum Berg Sinai geführt werden, dort die Thora erhalten und gleich anschliessend war der Einzug nach Israel geplant. Durch den Bau des Goldenen Kalbes aber wurde alles zunichte gemacht und stattdessen dauerte die Wanderung 40 Jahre lang. Somit hatte die individuelle Yetzer gesiegt. G - tt selber greift kaum ein, denn schliesslich haben die Menschen ihren freien Willen und müssen allein zu der richtigen Erkenntnis kommen.

Wären die Israeliten nicht immer wieder in ihren alten Trott zurückverfallen, dann wären sie nach der Vergabe der Thora unsterblich geworden. Gleich nach der Vergabe waren sie auf dem höchsten aller Seelenlevel überhaupt, der "Neshama Yeterah", und somit unsterblich. Gleich anschliessend jedoch verloren sie wieder alles, denn das Goldene Kalb entstand (siehe Talmud Traktat Schabbat 88). Der Zustand der Neshama Yeterah wird erst wieder nach dem Eintreffen des Meschiachs erfolgen. Wobei es hierzu unterschiedliche Meinungen gibt, wie und wann genau (nach dem Eintreffen).

Nicht wenige setzen den Auszug aus Ägypten mit unserer heutigen Situation gleich. Auch wir befinden uns heute in einer Art Ägypten und sind von allen nur erdenklichen Dingen abhängig. Die Situation verschlimmert sich und wurden nicht die Israeliten im letzten Moment vor ihrem spirituellen Fall aus Ägypten befreit. Warum also nicht auch heute ? Von daher gilt die verbreitete Meinung, dass der Auszug aus Ägypten nur ein Vorläufer von dem war, was uns bei der Ankunft des Meschiach erwartet.

Schabbat Schalom

"Wählen verboten !" - Die Antizionisten und die Knessetwahlen

Kongress der Edah HaCharedit, einer Vereinigung, bei welcher die Neturei Karta KEIN Mitglied ist !

B"H

Einer der ultra – orthod. Stadtteile Jerusalems, Mea Shearim, hängt voll Plakate (Fakshivilim) der antizionistischen Dachorganisation "Edah HaCHaredit". Auf den Plakaten ruft die Edah ihre Mitgliederschaft wie die Toldot Aharon Chassidim, Spinka, Toldot Avraham Yitzchak, die Mishkenot HaRoim, Satmar, Teile Breslovs sowie viele livische Haredim, zum Wahlboykott der in der kommenden Woche stattfindenden Knessetwahlen auf.

Man habe mit dem zionistischen Staat nichts zu tun, die Knessetabgeordneten seien eh säkuler und überhaupt gelten die Thora – und keine weltlichen Gesetze aus der Knesset. Chassidim anderer Gruppen sowie die Mehrheit der litvischen Haredim hingegen nehmen an den Knessetwahlen am 10. Februar teil.


Link:

Sehnsucht nach der Vergangenheit - Ansichten der Neturei Karta

Montag, Februar 02, 2009

"Yes, we can !"


B"H

Am 10. Februar 2009 wird in Israel eine neue Knesset gewählt und man schaue sich nur an, wie Benjamin Netanyahu vom LIKUD sowie Eli Yishai von der sephardisch - haredischen SHASS - Partei von der Site des Barak Hussein Obama abkupfern. Sogar der Slogan

"Yes, we can !" wurde ohne grosses Zögern übernommen.

Das Land Israel und die Thoragesetze

B"H

Der verstorbene Satmarer Rebbe Yoel Teitelbaum war der Meinung, dass ein Jude, der nach Israel zieht (Aliyah macht), gefälligst auch die Thoragesetze einhalten soll. Andernfalls habe er nichts im Heiligen Land verloren.

In der Tat gibt es rabbinische Kontroversen, ob es in Israel schlimmer ist, die Thoragesetze nicht einzuhalten als in der Diaspora. Jene, die meinen, es sei schwerwiegender in Israel als säkulerer Jude zu leben, nennen als Grund, dass es wie ein Schlag in G - ttes "Gesicht" sei, wenn da ein Jude die Thoragesetze missachte. Gerade hier im Heiligen Land seien wir gezwungen, die Thora zu leben.

Diverse Kommentare zum "Buch Ezra" (10:10) geben an, dass der Prophet Ezra die aus dem babylonischen Exil zurückgekehrten Juden dermassen zusammenstauchte, weil viele von ihnen Ehen mit Nichtjuden eingegangen waren.

Ein Jude, der ausgerechnet in Israel mit einem nichtjüdischen Ehepartner verheiratet ist. Ist dies nicht ebenso ein Schlag in G - ttes "Gesicht" ?

Nun kann man erleichtert sagen, dass wenn da ein Jude einen Nichtjuden heiratet, dass ja schließlich nicht meine Schuld ist. Wenn derjenige das Bedürfnis darauf verspürt, bitteschön, aber ich bin immerhin ein anständiger Jude und habe mit derlei Machenschaften nichts am Hut.

Weit gefehlt, denn im Judentum gilt die Kollektivstrafe.

Jeder, der gegen G - ttes Gesetze verstößt, sollte sich bewusst machen, dass er dem gesamtem Volk schadet. Im Tanach (Thora, Nevi'im - Propheten, Ketuvim - Schriften) finden wir einige Beispiele zu dem Konzept der Kollektivschuld bzw. Strafe.

Als G - tt dem Joshua auftrug, nach der Zerstörung Jerichos keine Gegenstände der Unterlegenen als Beute mitzunehmen, gab es einen Juden namens Achan, der heimlich, still und leise doch etwas mitgehen liess. Er flog auf und im "Buch Joshua" heißt es, dass das "Volk Israel" stahl. Nicht ein Einziger, sondern das gesamte Volk. Bedeutet, dass wir füreinander verantwortlich sind und deswegen stauchte der Prophet Ezra die Juden im Israel zu seiner Zeit wegen ihrer Laster zusammen.

Ferner gibt es Kommentare, welche die Mitzwoterfüllung (Thoragesetze) in Jerusalem als ein Muss ansehen, wohingegen die Juden in anderen Landesteilen vielleicht weniger von G - tt bestraft werden.

Jüdische Musik


Diese Site ist nur in hebräischer Sprache einsehbar ! Wer allerdings über einige Sprachkenntnisse verfügt, an religiöser jüdischer Musik und an Hintergrundinformationen rund ums Musikbusiness interessiert ist, hat hiermit eine perfekte Site gefunden:

Shlager. Net

Sonntag, Februar 01, 2009

Als nächstes Pogrom ?

B"H

Etwas länger als eine Stunde bin ich gerade auf Youtube herumgesurft und habe mir einiges zum Thema "Antisemitismus in Deutschland" angeschaut. Von "Spiegel - TV" über "Report" zu "Hart aber fair". Wobei ich Letzteres nur ca. 15 Minuten verfolgte und feststellen musste, dass Blüm und Kienzle das sind, was man abgrundtiefe Antisemiten nennt. Beide täten diese Anschuldigung energisch von sich schieben und nur auf ihre Israelkritik verweisen. Wer ihnen jedoch genauer zuhört, der stellt schon nach kurzem fest, dass hier wieder ein Geist neu entflammt, der an Pogromstimmung erinnert. Tiefstes Mittelalter und schlimmste Stereotype. Wobei ich Michel Friedman nicht vergessen will zu unterstellen, die jüdische sowie die israelische Geschichte nicht ausreichend zu kennen. Wer Geschichte kennt, der kann sich wehren und ist in der Lage sämtliche Vorwürfe zu widerlegen. Allein schon aus dem israelischen Verständnis heraus, damit meine ich eine Bezugsperson, die sich mit unserem Land als Israeli auskennt, hätte der TV - Sender zum Beispiel den israelischen Botschafter in Berlin einladen sollen. Keinen Friedman, der in Israel nichts weiter als Tourist ist.


Aber mir geht es nicht um die Sendung an sich. Es erschreckte mich zutiefst, was wieder für ein Geist in Deutschland herrscht. Offenbar kommen aufgrund des Gazakrieges alle geheimen verdeckten Antisemiten aus ihren Schlupflöchern. Nach dem Outing von Hape Kerkeling und Alfred Biolek als Homosexuelle ist dies das gravierenste Outing, was mir je bezüglich Deutschland wiederfahren ist. Ein Outing, welches nach dem Mauerfall begann. Plötzlich zeigten Antisemiten unter ihrem eigenen Namen Flagge und blieben nicht mehr anonym. Jahre später, zur heutigen Zeit, darf jeder ungehindert "Juden raus !" schreien und Gaza mit dem Warschauer Ghetto vergleichen. Dabei weiss kaum jemand, was in Gaza seit Jahren geschieht.

Fragt sich jemand, warum der Gazastreifen abgeriegelt worden ist ?
Fragt irgendjemand nach den Gründen, die da lauten, dass Hamas - Terroristen nur
auf die Gelegenheit warten ? Warum ist den Palästinensern ohne israel.
Personalausweis teilweise der Zutritt nach Israel verwehrt ?

Der bekannte linksgerichtete israelische Journalist Yaron London fiel dieser Tage durch ein ganz spezielles Interview auf. Er gab nämlich zu, der Meinung zu seien, dass ein Volk, wie die Palis in Gaza, sich mehrheitlich für die Hamas, sprich den Terrorismus entscheiden, es verdient auch ausgebombt zu werden. Zivilisten sind die Hamas - Wählerschaft genauso wie Deutsche einst Hitler wählten und wenn auch weiterhin an der Terroristmusstange geklebt und sich mir besagter Obrigkeit identifizieren wird, dann sind die Bewohner Gazas nicht besser als ihre Obrigkeit selbst.

Um den Konflikt zwischen Israel und den Palis annähernd zu verstehen, muss man weit in der Geschichte zurückgehen. Sehr weit, was bis zum Aufkommen den Islam reicht. Mohammends Beziehungen zu den Juden und seinen Haß auf diese, weil sie sich weigerten, seine neu gegründete Religion anzunehmen. Und wer da gläubiger Christ ist, dem sollten aus den Propheten genau diese Weihsagungen bekannt sein. Behielten die Propheten nicht recht als sie vor den Völkern warnten ? Die Welt handelt so wie es in den Propheten geschrieben steht.

Aber nun werden manche meinen, dass sie ja nur Kritik an Israel üben.
Kritik darf jeder anbringen, nur sollte die Stereotype vermieden werden. Allzu schnell ist immer nur von palästinensischen Opfern die Rede. Da wird kurz TV geschaut und man meint, bestens informiert zu sein. Jahrelang ging die Presse gegen Neonazis und die NPD vor, im gleichen Zuge jedoch förderte sie durch pro - palästinensische Berichterstattung (vielfach aufgrund von Tatsachenverdrehung) den Antisemitismus.

Nach nahezu 2000 Jahren des Antisemitismus in der christlichen Welt ist es mir rätselhaft wie sich Juden immer noch gegen einen Papst und anderweitige antisemitische Strömungen in der katholischen Kirche wehren müssen. Und hat Deutschland tatsächlich aus seiner eigenen Geschichte gelernt, wie jahrzehnte propagandiert worden ist ?

Wenn ich mir die Reportagen so anschaute (wo ein Duisburger nach Hitler rief), dann würde es mich gewiß nicht wundern, wenn es demnächst zu viel schlimmeren Attacken gegen jüdische Gemeinden kommt. Wie dieser Tage die Attacke auf eine Synagoge in Venezuela. Selbst auf Island kommen antisemitische Haßparolen auf.
Wer sich mit der Geschichte etwas eingehender beschäftigt, der bemerkt, dass der alte böse Geist des Antisemitismus stets, wenn auch in neuer Verkleidung, wieder auftaucht. Leute wie Blüm oder Kienzle hätten vor dem Beginn des Dritten Reiches "demokratische" deutsche Nachbarn abgegeben, sich aber schnell nach der berühmten Machtergreifung als willige Mitläufer und Helfer entpuppt.

Seit dem Mittelalter also tritt Europa auf der Stelle und keine noch so fortgeschrittene Aufklärung hat in ausreichender Form etwas zum Positiven bewirkt. Diese Feststellung soll allerdings nicht die Tatsache verdecken, dass Leute aus dem Zweiten Weltkrieg lernten und zu Israel stehen.


Dennoch, was steht in der unmittelbaren Zukunft an ?
Inquisition, Pogrome ?
Klingt übertrieben ?
Noch vor kurzem klang die aktuelle antisemitische Stimmung für mich auch noch übertrieben. Und was ist aus all dem geworden ?

Immer mehr Geschlechtertrennungen

B"H

Obwohl nicht offiziell und allzu sichtbar, die Geschlechtertrennung in der haredischen (ultra - orthod.) Gesellschaft schreitet unentwegt fort.

Heute in einer Woche feiern wir das Neujahrsfest der Bäume "Tu be'Shevat" und an dem Tag ist es Tradition, diverse Früchte zu verzehren. In Israel werden dazu zusätzlich besonders gerne getrocknete Früchte genauso wie Nüsse, Sonnenblumenkerne, etc. serviert. Obststände sowie die überall anzutreffenden "Pizuchim" - Läden (Kerne, Nüsse, etc. aller Art samt getrockneter Früchte) haben Hochkonjunktur und die Preise jagen zum Fest ebenso in die Höhe.

Aber wer hätte bei all dem Trubel auch noch an den Anstand gedacht ?
Der Laden "Pizuche'i Mizrachi" im Jerusalemer Stadtteil Bucharim (am ultra - orthod. Ge'ulah gelegen) hat. Und wie, denn in den Tagen vor dem "Tu be'Shevat" beabsichtigt man bei Mizrachi eine Geschlechtertrennung von Männlein und Weiblein zu praktizieren. Männer kaufen auf der einen Seite ein und Frauen auf der anderen. So bleibt auch alles schön anständig und niemand kommt auf abartige Gedanken.

Mizrachi führt das Koscherzertifikat der anti - zionistischen Edah HaCharedit aus Mea Shearim und insgesamt fällt es in der Gegend immer mehr auf, dass viele Läden nur noch Kundschaft in anständiger Kleidung (sprich Frauen im langen Rock und langen Ärmeln und Männer in langen Hosen und ebenfalls langen Ärmeln) einlassen.

Das langsam schleichende Movement der Geschlechtertrennung wirkt zumindest auf mich recht besorgniserregend. Nicht, dass man sich sonstwie anzieht oder benimmt, doch den Anstand zu übertreiben braucht man nun auch wieder nicht. Jedenfalls nicht talibanartig.




Schon lange nicht mehr ausreichend. Die Trennwand (Mechitzah) in der Synagoge.