Montag, Dezember 13, 2010

Wer war der falsche Meschiach der Christen ?

B"H

  • Tatsache ist, dass J. einer der berühmtesten Juden der Weltgeschichte wurde.
  • Es gibt keinen historischen Hinweis darauf, dass Herodes die Babies von Bethlehem abschlachten liess. Noch nicht einmal Josephus berichtet davon.
  • Die vier Evangelien liefern unterschiedliche Versionen über das Leben J. Wer soll da an was glauben ?
  • Warum sollten Joseph und Maria den weiten Weg von Nazeret (Nazareth) nach Bethlehem umziehen, wenn Mary doch schwanger war ? Könnte es sein, dass die Bewohner von Nazeret eine Frau, die nicht von ihrem Mann schwanger oder sogar noch vor der Ehe schwanger wurde, niemals akzeptiert hätten ?
  • Wenn G - tt der Vater von J. war (der Heilige Geist), dann kann J. folglich nicht aus dem Hause David abstammen.
  • Es existieren allzu unterschiedliche Daten über die Geburt des J.
  • Eine historische Tatsache hingegen ist, dass nach dem Tode Herodes (ca. 4 vor Beginn der Zeitrechnung) die Hochsaison der Meschichisten begann. Jeder wollte Meschiach sein oder sah ihn zumindest kommen. Es kam zur Rebellion vieler Juden gegen die römische Besatzungsmacht.
  • Im Jahre 45 nach Beginn der Zeitrechnung, ca. 12 Jahre nach der Kreuzigung, tauchte ein neuer Meschiach namens "Todes" oder "Todas" auf. Er war Beduine und überzeugte einige Juden von seinem Meschiachtum.
  • Stets muss in Betracht gezogen werden, dass J. die Mentalität Galiläas vertrat und sich oft an die lokalen Fischer wendete. Seine Lehren jedoch stammen zumeist aus der Thora.
  • Jahre nach der Zerstörung des Zweiten Tempels lesen wir im Talmud über diverse Wunder, die von Rabbinern vollbracht worden sind. Hiermit ist, um G - ttes Willen, nicht J. gemeint, sondern Rabbi Chanina ben Dosa (siehe Talmud Traktat Ta'anit 24b) oder selbst Rabbi Akivah verfügte über einzigartige Kräfte aus der praktischen Kabbalah.
  • In Galiläa war es einfach für J., Anhänger zu finden, denn die Menschen waren allgemein weniger gebildet. Als er nach Jerusalem kam, drehte sich das Rad in eine andere Richtung. In Jerusalem traf er auf die gebildete Elite und große gelehrte Rabbiner und so zog seine seltsame und unlogische Argumentation nicht mehr.
  • Das Verhältnis zwischen J. und seiner Mutter war gespalten. Dabei hätte sie doch wissen müssen, dass er etwas Besonderes ist, wenn sie schon vom heiligen Geist beschattet worden ist. Miriam aber wusste von gar nichts und J. benahm sich ihr gegenüber alles andere als freundlich.
  • J. kam zu einem Besuch nach Nazeret und lehrte in der lokalen Dorfsynagoge. Obwohl die Bewohner von seiner errungenen Weisheit beeindruckt waren, gelang es ihm nicht, sie auf seine Seite zu ziehen, denn für alle war er nur "J., der Zimmermann". Noch nicht einmal seine Familie glaubte ihm, obwohl die es doch eigentlich hätte besser wissen müssen.
Das Evangelium des Markus wurde in den Jahren 66 - 68 von Yochanan - Marcus, einem Schüler Petrus, verfasst. Das Buch Matthäus wurden in den Jahren 80 - 90 bvon einem Schüler des Matthäus niedergeschrieben. Das Evangelium des Lukas wurde in den Jahren 90 - 100 von Lukas, dem Arzt (Heiler), einem Schüler des Paulus niedergeschrieben, und es war eben jener Paulus, der die Grundregeln des späteren Christentums festlegte. In den Jahren 100 - 120 wurde das Evangelium des Johannes verfasst.
  • Die Apostel sollten lediglich die JUDEN lehren und keine anderen Völkern.

Wer war Yechezkel der Prophet ?

B"H

Yeshayahu (Jesaya), Yirmeyahu (Jeremia) und Yechezkel - so lauten Namen und Reihenfolge der größten jüdischen Propheten, wobei der Prophet Yechezkel der letzte in der Serie ist.

Yechezkel ben Buzi (Yechezkel, der Sohn des Buzi), war ein Cohen (aus der Familie Aharons und somit Tempelpriester) und prophezeihte in Babylon. Er war der einzige Propphet, der aus dem Ausland prophezeihte, obwohl Yirmeyahu diesbezüglich eine kleine Ausnahme bildet. Informationen über das Leben Yechezkels vor der Diaspora (Galut) haben wir keine. Einige Historiker nehmen an, dass Yechezkel schon in Israel zu den Propheten gehörte, doch dazu existiert keine Bestätigung.

Was bedeutet der Name YECHEZKEL ?
Am Ende des Namens sehen wir das Wort "E - L" welches einer der Namen G - ttes" ist.
"Yichazek" bedeutet "stärken" und die grammatikalische Wurzel dazu lautet "Chazak", was mit "stark" übersetzt wird. Somit bedeutet der Namen "Yechezkel" entweder "Starker G - tt" oder "G - tt stärkt".

Schnee in Meron


Snow on the hills of Meron

B"H

Gestern war General Winter unterwegs in Israel. Sturm, Regen und Schnee im Norden. 60 cm auf dem Hermon, doch auch in den Bergen Merons lag Schnee.
Das Chabad Hostel "Ascent" in Zfat (Safed) stellte diese grossartigen Photos ins Net !


MERON, ein kleiner Ort nahe Zfat (Safed), der durch das Grab des talmudischen Rabbi Schimon bar Yochai bekannt wurde.


Links zu Rabbi Schimon:

Der Talmud zu Rabbi Schimon bar Yochai

In der kabbalistischen IDRA RABBAH Höhle

Am Grab von Rabbi Schimon bar Yochai

Sonnenuntergang in Meron

Samstag, Dezember 11, 2010

Friedhof von Tiberias: Das Grab des Rabbi Menachem Mendel von Vitebsk sowie des Amshinover Rebben


Der Friedhof von Tiberias beherbergt viele Gräber berühmter Rabbiner.  Der Rambam (Maimonides, 1135 - 1204), Rabbi Akivah und Rabbi Me'ir Baal HaNess sind zwar an anderen Orten der Stadt beerdigt, dennoch finden wir viele Persönlichkeiten auf dem Friedhof selbst.



Trennwand zwischen Männlein und Weiblein (Mechitzah) auf dem Friedhof. Allerdings nur zu jenen Gräbern der Anhänger des Baal Shem Tov sowie zum bekannten Rabbi Menachem Mendel von Vitebsk.



Antike Gräber




Grab des chassidischen Amshinover Rebben Yitzchak Kalish.











Rabbi Menachem Mendel von Vitebsk




Das Grab des Rabbi Avraham Abulafia



Photos: Miriam Woelke

Freitag, Dezember 10, 2010

EU gegen koscheres Essen

B"H

Es ist gewiss nichts Neues, wenn Juden Rassismus untergeschoben wird. Erst bei der Zubereitung koscheren Essens, dann bei der Schechitah von Tieren, dann beim Vermieten von Wohnungen an Nichtjuden. 

Hier das Aha - Erlebnis: All das hat seinen Ursprung der Thora und somit ist dann G - tt der Rassist. Keine Ehen zwischen Juden und Nichtjuden, keinen Immobilienverkauf an Nichtjuden und die Schechitah von koscheren Tieren, all das stammt aus der Thora und dem Talmud. Wobei der Talmud, u.a., im Traktat Chulin, auf die Schechitah eingeht. 

Thora hin oder her, mir scheint es als nutzen viele in der Welt die Halacha der Juden als versteckten Rassismus gegen Israel. Hierzu bildet die EU wieder einmal das beste Beispiel.

Donnerstag, Dezember 09, 2010

Parashat Vayigash - פרשת ויגש


B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Keine andere Thoraparasha ist so voll Emotionen wie die Parashat Vayigash. Unzählige Male kommt in ihr das Wort "weinen" vor. Benjamin weint, Yosef weint, die Brüder weinen. Rabbi Samson Raphael Hirsch sagt, dass die Tränen in dieser Parasha ein Ausdruck des Aufrichtigkeit. Jeder hier Weinende meint es wirklich ernst und spielt niemandem etwas vor. Selbst Yosef nicht, der wahrlich einen Grund hat, auf seine Brüder sauer zu sein. Noch daheim war er das Schwarze Schaf der Familie und seine Brüder (außer Benjamin) brachten ihm nur Haß und Neid entgegen. Der Höhepunkt war, dass sie ihn in eine Grube warfen und ihn nach Ägypten verkauften. Selbst dem Vater logen sie vor, ihr Bruder sei umgekommen.

Was aber tut Yosef als ihn seine Brüder nach seiner Offenbarung ängstlich anschauen ? Er sagt ihnen, dass es nicht ihre Schuld war, sondern G - tt alles von Beginn an so geplant hatte. G - tt ließ schon Avraham wissen, dass seine Nachfahren einmal in der ägyptischen Diaspora enden werden, Er sie aber wieder heraushole, um sie in das Gelobte Land zu führen (siehe Talmud Shabbat 10b). Die Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Traktat Nedarim 32a fragt, was Avraham denn verbrochen hatte, dass seine Nachfahren für die Dauer von 210 Jahren ins Exil geschickt werden. Die Antwort darauf geht zurück zur Thoralesung Lech Lecha, wo von einem Krieg zwischen Avraham und einigen Königen die Rede ist. Die Könige hatten Lot entführt und Avraham zog zu dessen Befreiung in den Krieg. Weiter heißt es in Lech Lecha, dass Avraham mit 318 Männern gegen die Könige kämpfte, sie besiegte und Lot befreite. Die Zahl 318 wird von manchen als sie "Gematria" seines Bediensteten Eliezer gesehen.

In der hebräischen Sprache steht jeder Buchstabe für einen Zahl und die Buchstaben des Namen Eliezer ergeben die Zahl 318. Demzufolge wäre Avraham nur mit Eliezer in den Krieg gezogen. Anderer wiederum nehmen die Zahl 318 wörtlich und danach sei Avraham tatsächlich mit 318 Mitmenschen in den Krieg gegen die Könige gezogen. Und genau hier hakt die Gemara aus Nedarim ein. Avraham hätte wissen müssen, dass G - tt ihm in dem Krieg zu Seite steht und demnach waren die 318 Kämpfer überflüssig. Avraham hätte allein losziehen müssen und die 318 Mitmenschen hätten lieber Thora lernen sollen. Insgesamt hatte Avraham zu wenig G - ttvertrauen und hielt andere vom Thorastudium ab. So eine der Begründungen aus der Gemara in Nedarim.

Rabbi Hirsch dagegen sagt, dass, wären die Israeliten nicht ins ägyptische Exil gezogen, sie sich eventuell in die Canaanitischen Gesellschaft hineinassimiliert hätten. Allein in Ägypten entwickelten sich sich zu einem Volk und dies sei einer der Gründe für ihr Exil gewesen. Laut dem Talmud - Kommentator Maharsha hätte die ägyptische Unterdrückung weniger brutal ausfallen können, wenn die Brüder dem Yosef nicht solchen Haß entgegenkommen lassen hätten.
Der Ramban (Nachmanides), 1194 - 1270, zitiert Yosef, der da seinen Brüdern sagte, dass G - tt ihn hinunter nach Ägypten gesandt hatte, um das Leben der gesamten Familie zu retten.

Die wahren Helden dieser Parasha scheinen Yehudah und Yosef zu sein. Beide waren grundsätzlich verschiedene Charaktäre, die hier aufeinandertrafen. Yehudah bäumte sich schließlich auf als es um Benajmin ging. Yosef testete die Brüder, ob sie nicht immer noch alte Haßgefühle gegen ihn hegten. Dies gab sich jedoch alles als Yehudah sich für Benjamin stark machte. Benjamin war der zweite Sohn Rachels, neben Yosef, und somit merkte Yosef, dass die Brüder Benjamin nicht haßten, sowie ihn einstmals.

Die Sprache der Thora ist nicht immer klar und mit unzähligen Metaphern gespickt. Insbesondere die Kabbalah (Geheimnisse der Thora) versucht die Metaphern zu entschlüsseln, um uns die eigentliche Bedeutung und Lehre des Textes nahezubringen. Und so sieht dann auch das kabbalistische Buch "Zohar" einen tieferen inneren Zusammenhang zwischen Yehudah und Yosef. Als G - tt die Welt erschuf, erschuf er die Obere Welt und die Unteren Welten. Die Obere Welt ist metaphorisch gesehen für reserviert und unsere Aufgabe besteht darin, die "Obere" mit den "Unteren Welten" zu verbinden. Dies erreichen wir anhand der Thoragesetze und des Gebetes. Wenn G - tt sieht, dass wir Seine Thoragesetze einhalten, dann kommt Seine "spirituelle" Welt der unseren näher. Besonders offensichtlich war dies zur Zeit der Tempelopferungen im Ersten und Zweiten Jerusalemer Tempel. Dementsprechend war Seine Anwesenheit (Präsenz) wesentlich erkennbarer als heute, denn die Menschen hatten eine fast direkte Verbindung. Ohne Tempel sind wir gezwungen, diese Nähe auf andere Art und Weise zu erreichen. Solange, bis der Meschiach kommt und der Dritte Tempel gebaut wird.

"Dann kam Yehudah näher…". Dieses Näherkommen sieht der Zohar metaphorisch als das Angebot der einen Welt an die andere, sich zu vereinigen. Der derzeitige Rebbe der Chassidut Slonim, Rabbi Shmuel Bozorowsky, geht noch einen Schritt weiter. Die Parasha beginnt mit den Worten: "Vayigash elav Yehudah…". "Dann kam Yehudah näher" und Rabbi Bozorowsky vergleicht dieses Näherkommen dem dem Gebet. Für Yehudah und seine Brüder gab es keinerlei Hoffnung mehr. Der Kelch wurde im Gepäck Benjamins gefunden und dessen Leben stand nun auf dem Spiel. Sie alle fürchteten um ihr Leben, denn die Ägypter zögerten nie lange, um Feinde auszuschalten. Doch anhand der Metapher des Gebetes an dieser Stelle veränderte Yehudah die Realität und wendete alles zum Guten. Das Gebet erweckte in ihm ungeahnte Kräfte.

Der deutsche Rabbiner, Rabbi Samson Raphael Hirsch, kämpfte seinerzeit besonders gegen die Einflüsse des Reformjudentums genauso wie gegen jegliche andere Art der Assimilation. Er verweist in seinem Kommentar zu dieser Parasha nachdrücklich auf die Notwendigkeit des ägyptischen Exils. Die Ägypter hassten die Israeliten und sahen in ihnen die primitivsten Erdenbewohner. Von daher sollte jeder Kontakt mit ihnen vermieden werden. Die Israeliten wiederum zogen sich in ihre eigene Ghettowelt zurück, weil die ägyptische Gesellschaft ihnen keine andere Wahl liess. Innerhalb dieser Ghettowelt konnten die Traditionen aufrecht erhalten werden und die Assimilierung befand sich auf dme Nullpunkt. Genauso erging es den Juden im Mittelalter. Auch hier lebten die Juden eingeengt durch gesetzliche Erlasse in ihrer eigenen Welt. Erst die Zeit der Aufklärung (Haskalah) liess viele Juden ihre Identität und den eigentlichen Sinn ihres Daseins vergessen. Dem hatten die Israeliten in Ägypten vorgebeugt und hielten die Mehrheit hielt sich während der 210 Exiljahre an die Avrahamischen Traditionen wie Sprache, Namesgebung oder Kleidung.

Schabbat Schalom

Photos aus Jerusalem


Die Grosse Synagoge in Jerusalem.



Chanukkah Sufganiot




Chabad und die Chanukkiah





Synagogeneingang



Häuserwand mit Pashkevilim (haredischen Mitteilungspostern) am
Kikar Schabbat / Mea Shearim.





In Mea Shearim

Photos: Miriam Woelke

Mittwoch, Dezember 08, 2010

Rabbiner entscheiden: Keine Immobilien an Araber

B"H

Die Welt regt sich wieder einmal über die Juden auf und bei soviel Ignoranz kommt mir stets alles hoch. Netanyahu und Peres fahren nun auf demselben internationalen Schiff mit. Kein Wunder, denn Bibi soll ja neuerdings bereit sein, den verstorbenen Marmara Terroristen der Flotilla vom Juni sogar Entschädigungsgelder in Höhe von 100,000 Dollar pro Kopf zu zahlen.
Wiedergutmachungsgelder für Terroristen, weil Netanyahu der Friede mit der Türkei wichtiger ist. Damit fällt er wieder einmal mehr seinem Land in den Rücken und die Kritik an jenen Rabbinern, die da unterschrieben, keine Immobilien an Araber zu vermieten oder zu verlaufen, wird hinfällig. Wer soll den Schwätzer Netanyahu noch ernst nehmen ?

Die Absicht jener Rabbiner, die den Erlass gegen jüdischen Immobilienbesitz an Araber unterschrieben haben, ist einfach erklärt: Man will einfach keine arabischen Nachbarn, denn das bringt Zoff. Vielleicht geht es bedingt in Orten wie Haifa, Nazeret oder Akko gut; wobei es auch in Akko sowie Nazeret zu Unruhen zwischen Juden und Arabern kam. Anderswo jedoch, und das selbst in Yaffo, ist der Ofen aus und es funktioniert nicht.

Die Frage ist, ob wir solch einen offiziellen Erlass brauchen, denn seit jeher vermieten oder verkaufen selbst wenig säkulere Juden ihre Wohnungen an Araber. Im tadellosen Ramat Aviv oder Herzliya will man garantiert keine Araber als Nachbarn. Schimon Peres wohnt in Ramat Aviv und will ganz sicher sein Penthouse nicht mit einem Araber in der Nachbarschaft disqualifizieren.

Richten wir jedoch unser Augenmerk auf den umgekehrten Fall:
Sind die Araber bereit, einen Juden in einem ihrer Orte aufzunehmen ? Ein Haus zu vemieten oder zu verkaufen ? Nein, und dazu benötigt der Araber keinen Erlass, sondern es ist ungeschriebenes Gesetz. Kein Araber will einen Juden sehen, der sich in Beit Chanina oder anderswo niederlässt. Selbst die drusischen Orte nicht, wie wir vor wenigen Wochen in den Zeitungen lasen. Ein Jude hatte ein Haus in einem drusischen Dorf am Carmel gekauft und sobald dies öffentlich wurde, schlug ihm die Feindschaft der drusischen Bewohner entgegen. Der Jude gab auf und verkaufte die Immobilie.

Israel sucht seine Identität zu wahren und hierbei geht die Thora nicht konform mit den so "liberalen", doch dummen ignoranten Vorstellungen der Welt.

Kein Zugang für Cohanim !

B"H

COHANIM, die Nachkommen Aharons, gingen einem besonderen Dienst im Tempel nach und musste daher von biblischen Unreinheiten (exakte Definierungen finden sich im Talmud) ferngehalten werden. Unter anderem gilt als Unreinheit, mit Toten in Berührung zu kommen.

Siehe, u.a., mehr dazu HIER !



Cohanim ist das direkte Entlanglaufen vor dieser Mauer verboten !

Gesehen ausserhalb des Friedhofes von Herzliya.

Photo: Miriam Woelke

Chanukkah in Jerusalem


Die Chabad Chanukkiah auf dem Kikar Zion (Zion Square) in Downtown Jerusalem.

Photo: Miriam Woelke

Wenn mit Kindern zum Judentum konvertiert wird

B"H

Meine Freundin "Frumlife" setzt ihre Serie über die Schwierigkeiten der Konversion zum Judentum fort. Diesmal: Was man bedenken sollte, wenn schon Kinder da sind. Was wird dann aus der Konversion ?

http://frumlife.blogspot.com/2010/12/converts-with-kidspart-i.html

Montag, Dezember 06, 2010

Juden sollen Juden heiraten

Rosh Chodesh TEVET - Beginn des jüdischen Monat TEVET



Die SOREK - Höhle


B"H

Heute abend beginnt der neue Monat Tevet. Ein Monatsbeginn, den wir morgen sowie übermorgen feiern.
Jeder neue Monatsbeginn repräsentiert gleichzeitig einen Neubeginn in unserem Leben und gerade dann ist die Zeit für positive Veränderungen. Chanukkah ist das einzige Fest, welches in zwei Monaten stattfindet. Es beginnt im Kislev und geht mittendrin hinüber in den Tevet. Durch das Zünden der Chanukkah – Kerzen bekommt der Monatsbeginn des Tevet eine zusätzliche höhere Bedeutung. Jede weitere Chanukkah – Kerze bedeutet die Erhöhung der Freude und des eigenen inneren Lichtes, welches jeder in sich trägt. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass jeder Einzelne daheim seine eigene Chanukkiah zündet. Eben wegen jenes inneren Lichtes.

Jeder jüdische Monat hat in der Kabbalah (Sefer Yetzirah - The Book of Creation) eine bestimmte Farbe, einen Buchstaben, einen israelitischen Stamm, ein Organ, ein Sternzeichen und einen der menschlichen Sinne.

Die Farbe des Monats Tevet ist blau, der israelitische Stamm ist Dan, der Sinn ist der Ärger, der Buchstabe ist Ayn (Ain), das Sternzeichen ist der Steinbock und das Organ ist die Leber.

Was genau sagen uns diese kabbalistischen Eigenschaften ?

Historisch betrachtet ist Tevet, zusammen mit den Monaten Tammuz und Av, verbunden mit negativen Geschehnissen für die Juden. Vor allem der 10. Tevet, auf den ich in wenigen Tagen in einem weiteren Beitrag noch näher eingehen werde.

Unsere Aufgabe besteht im Monat Tevet darin, unseren individuellen Kampf gegen unseren eigenen Ärger zu führen. Daher ist die Leber das Organ des Tevet, denn im Talmud Traktat Berachot 61b heisst es, dass das zuständige Organ für den Ärger die Leber ist.
Wir müssen unseren negativen Ärger überwinden und ihn in positiven Ärger umwandeln.
Was ist positiver Ärger ?
Unsere innerste Sorge der Seele (Neschama) dass die Realität positiv sein wird und zusätzlich das eigene Ego überwinden und einer Perfektion entgegen streben.

Die Kabbalah geht auch auf das Sternzeichen des Steinbocks ein:
Leute, die in jenem Sternzeichen geboren sind, haben ein starkes Bedürfnis nach finanzieller Sicherheit, sind bodenständig und familien - und verantwortungsbewußt.
Andererseits haben sie kein leichtes Leben, denn sie haben eine Menge Probleme und Herausforderungen zu bewältigen. Der Planet Saturn herrscht über das Sternzeichen des Steinbocks und Saturn steht für Zerstörung, aber auch gleichzeitig für spirituelle Weisheit und neue Ideen. Steinböcke haben die Fähigkeit ihre Probleme zu überwinden. Sie sind Survivors.

Halachisch gelten folgende Regeln für den Rosh Chodesh:

1) Fasten ist verboten.

2) Einfügen des Gebetes "Ya'ale ve Yavo" in das Birkat HaMazon (Grace after Meal).

Es ist Brauch, dass Frauen an den Tagen keine grösseren Hausarbeiten verrichten.

Chodesh Tov - Einen guten Monat, Chanukkah Sameach und ebenso Schabbat Schalom !

Sonntag, Dezember 05, 2010

Die Legende vom "Baer Miriam - Miriams Brunnen"


 Die Stelle des vermuteten Brunnen.


B"H

Es war der engste Anhänger des grossen Kabbalisten Rabbi Yitzchak Luria, 1534 - 1572, der da folgende Geschichte berichtete:

Rabbi Chaim Vital sagte, dass er einmal mit Rabbi Luria in einem Boot über den Kinneret (See Genezareth) ruderte. Rabbi Yitzchak Luria führte ihn zu einer bestimmten Stelle an der Südseite des Sees und erklärte ihm, dass an dieser Stelle der Brunnen der Miriam (Baer Miriam) von den Israeliten aus der Wüste liegt.

Der Brunnen, aus dem die Israeliten in der Wüste ihr Wasser schöpften, wird Miriam zugesagt. Mit ihrem Tod versiegte der Brunnen. Die Legende sagt, dass Miriam in Tiberias begraben liegt. Ihr Grab kann bis heute besicht werden. Somit liegt die Annahme nahe, dass der Brunnen sich nicht weit von ihrem Grab befindet. Der Kabbalist Rabbi Luria sagte, der Brunnen sei im See versteckt und habe bis heute seine Heilkraft nicht verloren. Offen zu sehen ist er allerdings nicht, doch kann die Stelle im See besucht werden.



Der Haredi (links) steht vor dem Grab des grossen Kabbalist Rabbi Yitzchak Luria in Zfat (Safed). Etwa 40km von Tiberias entfernt.

Photo: MIRIAM WOELKE.

Rabbi Ovadiah Yosef und seine Aussagen


B"H

Wenn sich einige Israelis über die Aussagen des ehemaligen sephardischen Oberrabbiner Ovadiah Yosef aufregen, dann kann ich das noch einigermassen nachvollziehen. Wenn allerdings Juden oder besser gesagt, viele Nichtjuden, aus dem Ausland hysterisch werden, dann entzieht sich das meinem Verständnis. Vielerseit sind es gerade jene Juden, die sich aufregen, denen orthodoxe Aussagen eh nicht gefallen oder die die Thora nie richtig lernten. Geschweige denn Talmud.

Es ist durchaus richtig, dass Rabbi Yosef an vielen Mozzaei Schabbat häufig gerne diverse Sachen loslässt. Dies geschieht bei seiner Wochenansprache nach dem Schabbat. Was ich an Rabbi Yosef kritisiere ist, dass er viele tiefe jüdische Konzepte einfach so herausredet, ohne an die öffentlichen Konseqenzen zu denken. Nicht, dass, was er sagt, sondern wie er es an den Mann bringt.
Beispiel:

Wer als Mann zwischen zwei Frauen geht, ist ein Esel.

Es entspricht der Richtigkeit, dass diese Aussage im Talmud steht und relig. Männer normalerweise nicht zwischen zwei Frauen gehen, sondern am Rand bzw. drumherum.

Weiteres Beispiel:

Die Holocaust - Opfer sind Seelen, die einen Tikkun (Seelenkorrektur) brauchten.
Dieses Konzept allein ist sehr schwer zu verstehen und beruht einem jüdischen Thora-, Talmud - und Kabbalhkonzept der "Erev Rav". Leider habe ich bisher noch nie die Zeit gefunden, ausführlich darüber zu berichten, sondern habe dies immer nur am Rande getan.

Das Kontroverse ist, dass Rabbi Ovadiah Yosef nichts Falsches sagt, sondern dass er etwas behauptet, ohne G - tt jemals gefragt zu haben. Woher will er all das so genau wissen ? Zum Beispiel das mit den Opfer der Shoah ? Allerdings tut dies nicht nur Rabbi Yosef, sondern selbst der einstige Satmarer Rebbe Yoel Teitelbaum, der dem Zionismus eine Teilschuld am Holocaust einräumt.

Wenn Rabbi Yosef etwas sagt, dann ist das talmudisch untermauert, doch kann man nicht Dinge in die Öffentlichkeit werfen, von denen Otto Normalverbraucher nichts versteht. Ohne Ahnung zu haben, macht sich dann jeder seine eigenen Gedanken und versucht sich etwas zusammen zu reimen, was völlig falsch ist.

Der Rabbi hat Recht, wenn er sagt, alles Geschehen auf der Erde und im Universum hängt von G - tt ab, der da alles entscheidet. Nichts geschieht einfach so, sondern hat einen Hintergrund, der uns oft verborgen bleibt. Wie ich mehrmals andeutete, sehen wie Menschen nur einen Teil des Gesamtbildes und G - tt sieht alles. Daher sollte niemand sofort richten und meinen, er verstehe alles besser als Rabbi Ovadiah Yosef.

In Hinsicht auf den Brand auf dem Carmel gab es sicherlich einen Grund; einen Grund, den wir nicht kennen, doch die Juden in Israel sollten einmal in sich gehen und fragen, was schief läuft.  

Samstag, Dezember 04, 2010

Ist Facebook Vorsitzender MARK ZUCKERBERG Jude ?

B"H


Nicht immer kann man aus einem Familiennamen schlussfolgern, dass eine Person tatsächlich Jude ist. In Deutschland gibt es unzählige "Rosenthals", die keine Juden sind. Auch ist nicht jeder mit dem Vornamen "David" oder "Sarah" Jude. Daraus ergibt sich, dass jemand mit dem Namen "Zuckerberg" genauso Nichtjude sein kann.


Ist der Facebook Vorsitzende MARK ZUCKERBERG Jude ?


Mark Elliot Zuckerberg wurde am 14. Mai 1984 im US - Bundesstaat New York geboren. Wie auf Wikipedia zu lesen ist, hält Zuckerberg heute lediglich 24 % der Facebook Anteile und ich hatte mir schon gedacht, dass ganz andere Leute dort die Fäden ziehen und Zuckerberg nur noch als Frontman fungiert. Aber das nur kurz nebenbei.

Laut Wikipedia entstammt Zuckerberg aus einem jüdischen Elternhaus, liefert jedoch, ausser einer gefeierten Bar Mitzwah, keine genauen Details. Seine Eltern sind Karen and Edward Zuckerberg und er hat drei Schwestern.

Freitag, Dezember 03, 2010

Die kleinen Wunder des Alltags



B"H

Der Radiosender "Radio Kol Rega" fragte in einer heute ausgestrahlten Sendung nach Wundern. Und das nicht in direkter Verbindung zum Waldbrand im Carmel Gebirge, sondern allgemein. Die Moderatorin erwartete anscheinend Ideen zu Chanukkah, doch ihre Gesprächspartnerin, eine Unternehmensberaterin, gab eine ganz andere und unerwartete Antwort.

Ein Wunder muss nicht immer im großen Rahmen mit G - tt und allem stattfinden; ein Wunder geschieht schon allein, wenn ich etwas im Leben bewerkstellige. Zum Beispiel einen Wechsel in meinem Leben anstrebe und auch durchsetze. Ich will mein Leben ändern und dazu gehört nicht nur Traum und Phantasie, sondern eine aktive Umsetzung. Und das allein sein ein Wunder.

Ich fand die Idee gar nicht einmal schlecht, obwohl sie nicht im super relig. Rahmen lag.
Wie oft redet fast jeder von Veränderungen im Leben, doch wieviele Menschen setzen ihren Traum tatsächlich real um. Zuviel ängste drücken da im Hinterkopf. Angst vor dem Scheitern oder das man hinterher irgendwo vor dem Nichts steht. Also lieber das alte Leben weiterführen, sei es auch noch so düster. Aber wenigstens hängt einem dann nicht die Existenzangst im Nacken. Daraus ergibt sich, dass das Agieren eines Menschen schon ein kleines alltägliches Wunder darstellt.

Donnerstag, Dezember 02, 2010

Israel braucht dringend Regen !

Parashat Miketz



B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Parashat Miketz wirft einige Fragen auf, die niemand so richtig zu beantworten in der Lage ist. Wir erfahren, wie Yosef aus dem Gefängnis freikam, der Aufstieg zum Stellvertreter Pharaos und dann das Wiedersehen mit den Brüdern in Ägypten.
Die berühmte Frage, welche diese sowie die nächste Parashat Vayigash aufwirft lautet:


Wie war das Verhältnis des Yosef zu seinen Brüdern nach all der 
Wiedersehensfreude ? 


Er selber unterwarf seine Brüder allen nur erdenklichen Tests um festzustellen, ob sie nicht doch noch die alten, ihm feindlich gesinnten, Charaktäre waren.
Aber selbst wenn sich die gesamte Familie wiederfindet, inwieweit gibt es ein 
Vergeben ?

Ich las alle möglichen Kommentare, doch immer wieder kam in mir der Gedanke an ein Interview hoch, welches vor einiger Zeit in der israelischen Tageszeitung MAARIV veröffentlicht wurde. Dort beschrieb ein israelischer Soldat, der sich einst nach dem Yom Kippur Krieg (1973) dreieinhalb Jahre lang in ägyptischer Kriegsgefangenschaft befand, von seiner Zeit nach der Freilassung und dem "Leben danach".


Zu Zeiten Yosefs hasste man alles, was aus dem damaligen Canaan kam und verachtete jeden als Primitivling. Yosef bildete da keine Ausnahme, denn für die hochkultivierten Ägypter war er anfangs soetwas wie ein Dorftrottel.

Der ehemalige israelische Soldat ging nicht auf die Zeit seiner Kriegsgefangeneschaft ein, sondern teilte den Eltern des gekidnappten Soldaten Gilad Shalit mit, was sie erwartet, wenn ihr Sohn freikommen sollte. Er wird ein anderer Mensch sein und nichts ist mehr so, wie es war. Das ist es, was die Shalits nicht begreifen bzw. noch nicht wahrhaben wollen. Zwischen ihnen und ihrem Sohn werden stets die Jahre der Gefangenschaft stehen und genauso stelle ich es mit bei Yosef und seiner Familie vor. Bei ihnen ist die Angelegenheit noch gravierender, denn es stehen viel mehr Jahre zwischen dem Verkauf des Yosef sowie dem letzendlichen Wiedersehen.

Selbstverständlich war alles ein G - ttesplan, so wie alles in unserem Leben nach Seinem Plan verläuft. Der Verkauf des Yosef musste erfolgen, um die Israeliten so nach Ägypten zu bewegen, damit der Auszug sowie die Vergabe der Thora stattfinden konnte.

"Und es geschah nach zwei Jahren…." - So lautet der erste Satz der dieswöchigen Thoralesung. Das Wort "Miketz" wird gewöhnlich dem " nach Ende…." übersetzt. "Nach dem Ende / Ablauf von zwei Jahren.

Die Frage ist nur, welches Ende / Ketz ist an dieser Stelle eigentlich gemeint ? Was oder wann war der Beginn der hier erwähnten zwei Jahre ?

Wenn wir uns die vorherige Parashat Vayeshev ansehen, dann lautet das dortige Ende, dass der Mundschenk des Pharao freikam und Yosef vergaß. Wörtlich heißt es sogar: "Der Mundschenk erinnerte sich nicht mehr an Yosef; er vergaß ihn".

Yosef hatte sich von dem Mundschenk einiges erwartet, denn dieser hätte die Traumdeutungen an hoher Stelle erwähnen und so eine Freilassung Yosefs ermöglichen können. Folglich ist also anzunehmen, dass der Mundschenk vor zwei Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurde und nun Pharao seine Traum hatte. Und siehe da, der Mundschenk erinnerte sich wieder.

Allen Kommentatoren machen insbesondere die ersten Worte dieser Parasha zu schaffen. Am eindringlichsten geht wohl das kabbalistische Buch "Zohar" auf das Wort "Miketz" ein. Zuerst einmal wird Yosef schwer angeklagt. Aber das nicht nur im Zohar, sondern genauso vom Kommentator Ohr HaChaim und allen nur erdenklich anderen Kommentatoren. Wie konnte Yosef sein Vertrauen nur auf den Mundschenk
beschränken ? In dem Moment der Freilassung des Mundschenks dachte Yosef, dass auch er bald freikäme, denn sicher werde der Mundschenk dafür sorgen. Doch nichts geschah und Yosef saß weitere zwei Jahre in Haft. Diese zusätzlichen zwei Jahren werden als G - ttesstrafe bezeichnet.

Der "Zohar" fährt fort, dass Yosef einzig und allein hätte auf G - tt vertrauen sollen und nicht auf einmenschliches Wesen. Rabbi Shimon bar Yochai sagt im Zohar, dass das "Ende - Ketz" die Zeit "des sich nicht erinnern" darstellt. Symbolisch werden diese zwei Jahre in je zwei Level unterteilt: in der des Vergessens und in den des sich erinnern. G - tt erinnerte sich an Yosef und bewirkte, dass Pharao träumte und sich der Mundschenk erinnerte.

In der chassidischen sowie der kabbalistischen Lehre hat das Wort "Miketz - nach Ende" jedoch noch eine weitere wichtige Bedeutung. Der Sefat Emet sowohl als auch der Chozeh (Seher) von Lublin, Rabbi Yaakov Yitzchak Horowitz (1745 - 1815), sehen in dem Wort sowie im Traum des Pharao versteckte Metaphern, die noch eine ganz andere Botschaft für uns bereithalten. Die Thora kann in vielfacher unterschiedlicher Weise gelernt werden. Die einfachste ist, sie als Geschichtsbuch zu lesen oder nur das einfache Peshat zu studieren. Heißt, eine einfache Bedeutung des Textes ohne irgendwelche Zwischeninterpretationen. Andererseits wissen wir, dass die Thora eine offene Botschaft genauso wie viele versteckte Botschaften für uns bereit hält. Die Kabbalah und ebenso die Chassidut helfen uns diese verborgenen Hinweise zu erfassen und zu begreifen.

"Miketz - Ende" ist gleichzusetzen mit "Dunkelheit", so der Ohr HaChaim, der Sefat Emet, der Seher von Lublin und viele andere Kommentatoren. "Dunkelheit" auf der Welt bedeutet, dass die Menschen ihre Yetzer HaRah, ihren negativen inneren Neigungen, folgen. Sobald es jedoch Licht wird, verwandelt sich das Negative in Positives. Demnach ist das Ende der zwei Jahre symbolisch gleichgesetzt mit dem Kommen des Meschiach, denn in dem Moment wird es Licht und die Yetzer HaRah des Menschen verschwindet. Im Zeitalter des Meschiach wird es keine negativen menschlichen Eigenschaften mehr geben. Nach der Dunkelheit ließ G - tt das Licht erstrahlen, heißt, er sorgte dafür, dass Yosef freikam.

Aber wieso bezieht sich die Interpretation auf die Gegenwart bzw. die Zukunft. Yosef kam aus dem Gefängnis frei, aber was hat das nach all den Tausenden von Jahren mit uns und dem Kommen des Meschiach zu tun ?

Den Fehler, welchen viele Leute begehen ist, die Thora und die Propheten als Geschichtsbücher zu lesen. Das war einmal und wen interessiert heute schon groß, was König David oder Avraham taten ? Was hat das mit mir zu tun ?
Ganz im Gegenteil, denn die Thora darf niemals als Geschichtsbuch gelesen werden, sondern so als ob es jetzt und heute mir passieren tut. Es soll uns etwas mitgeteilt werden, was genauso einen Bezug zu meinem persönlichen Leben hat als seinerzeit auf Avraham etc. Da die Thora auf alle Zeiten gültig sein wird, hat sie jederzeit einen aktuellen Bezug.

Und so sieht der chassidische Sefat Emet im Traum des Pharaos die aktuelle Botschaft für uns, denn auch unsere Aufgabe besteht darin, uns in guten Zeiten auf eventuelle schlechte Zeiten vorzubereiten. Wie die mageren Kühe im Traum des Pharao die fetten Kühe fraßen, so kann es uns ergehen. In Zeiten, in denen es uns gut geht, ist es extrem leicht, an G - tt zu glauben. Falls überhaupt, denn wer braucht G - tt, wenn es mit gutgeht. Sobald jedoch schlechte Zeiten für jemanden beginnen, erinnert er sich schnell an G - tt und erwartet Hilfe. Wenn es geht sofort. Deshalb sollen wir uns in guten Zeiten mental auf eventuell folgende schlechte vorbereiten, damit wir die Keduscha (Heiligkeit) mitnehmen können, um nicht zu verzweifeln.

Als Yosef letztendlich aus dem Gefängnis freikam, war er fast 30 Jahre alt. Zwölf Jahre war er unschuldig inhaftiert gewesen. Sein Vater Yaakov war zu dem Zeitpunkt 120 Jahre alt und die Gemara im Talmud Traktat Rosh HaShana 10b läßt uns wissen, dass Yosef im Jahre 2230 nach der Welterschaffung freikam.

Neun Jahre nachdem Yosef zum Stellvertreter Pharaos ernannt wurde, kamen seine Brüder nach Ägypten, um Getreide einzukaufen. Sie erkennen Yosef nicht mehr, da dieser andere Kleidung trägt, eine fremde Sprache spricht und sich anhand eines Übersetzers verständlich macht und vorgibt, die Sprache der Brüder nicht zu kennen.
Und dann folgt eine kaum endende Odyssee. Erst werden die Brüder verhaftet, dann zum Vater zurückgeschickt um Benjamin zu holen, dann wird Benjamin des Diebstahl bezichtigt. Warum das alles ? Warum offenbarte sich Yosef seinen Brüdern nicht spätestens nach dem Zusammentreffen mit seinem Bruder Benjamin ?
Hierauf hat Rabbi Samson Raphael Hirsch einen vortrefflichen Kommentar bereit. Nach all dem, was die Brüder Yosef angetan hatten, konnte es theoretisch immer noch sein, dass diese einen innerlich verborgenen Haß auf ihn verspürten. Um herauszufinden, ob dem so war und ob die Brüder nicht auch seinen kleinen Bruder Benjamin haßten, testete Yosef die Brüder und offenbarte sich ihnen erst später.

Und warum wußte Yaakov nicht, dass sein Sohn Yosef noch am Leben war und nicht von einem wilden Tier getötet worden war ? Wieso ließ G - tt ihn dies nicht wissen ? Und hätte Yaakov es nicht anhand seiner Fähigkeiten Prophezeihungen auszusprechen selber sehen können ?

Das kabbalistische Buch "Zohar":" beantwortet auch diese Fragen.
Als Yosef nach Ägypten kam, ging die Shechinah (G - ttes Anwesenheit) mit ihm ins Exil. Dadurch verlor Yaakov seine Fähigkeit zu prohezeihen. Er glaubte, dass sein Sohn umgekommen war und verfiel in Depressionen, doch die Schechinah (G - ttes Anwesenheit) bleibt nicht bei jemandem, der depressiv ist. Besonders Rabbi Nachman von Breslov sowie das Buch Tanya der Chassidut Chabad warnen uns vor dem Fall in die Depression. G - tt liebt keine depressiven Menschen und unsere Aufgabe ist es, uns so schnell wie möglich davon zu befreien. Insbesondere aus der religiösen Depression.
Das beste Rezept laut Rabbi Nachman von Breslov ist, sich auf seine guten Taten sowie Eigenschaften zu besinnen und darauf zu bauen. Niemals sollen wir nur die schlechten Punkte in uns ausfindig machen. Und sollte es heute einmal nicht so klappen mit dem perfekten Leben, dann folgt morgen ein neuer Tag.

Die Schechinah ging mit Yosef ins Exil und hieraus lernen wir, dass die Schechinah immer mit uns geht, egal, wo wir uns befinden. Mehrmals in der Thora verspricht G - tt, die Juden niemals allein zu lassen und den Beweis dafür erhalten wir durch Yosef.

"Schabbat Schalom + Chanukkah Sameach"

Mittwoch, Dezember 01, 2010

Das Orakel von Delphi

B"H

Rabbi Yitzchak Ginzburgh schreibt in seinem Buch"Turning Darkness into Light", dass säkulere Juden ihr Lebensziel folgendermassen definieren:

"Finde Dich selbst" oder "Ich bin auf dem Selbstfindungspfad, damit ich weiss, wer ich bin und ich somit mein Leben positiver ausleben kann".

Rabbi Ginzburgh erklärt, dass genau die Worte "Suche Dich selbst" ursprünglich in der Halle des "Orakel von Delphi" eingraviert waren.

Das jüdische Lebensziel hingegen definierte kein geringerer als David HaMelech (König David) als er kurz vor seinem Tode mit seinem Sohn Shlomo (Salomon) sprach:

"Kenne Deinen G - tt, Deinen Vater, und diene Ihm mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele".

Sei Dir darüber im Klaren, vor wem Du stehst !

Wir alle wurden von G - tt erschaffen und jeder von uns hat eine bestimmte Aufgabe im Leben, die es gilt, zu erfüllen. Unser aller gemeinsames Ziel jedoch ist es, uns bewusst zu machen, dass es einen G - tt gibt und zu wissen, dass Er der Erschaffer jeglicher Existenz ist. EIN ewiger unendlicher G - tt, der das Universum regiert. Jedes menschliche Wesen muss sich die unendliche Gegenwart G - ttes bewusst machen.

Ich persönlich habe mit der Vorstellung, mich ausschliesslich auf die Mitzwoterfüllung und auf nichts Weiteres im Leben als G - tt zu konzentrieren, Probleme. Es ist keine Frage, dass es einen G - tt gibt, doch ohne gross egoistisch klingen zu wollen: Jeder Mensch hat seine eigene individuelle Persönlichkeit. Nicht jeder kann in die Mitzwoterfüllung springen und alles andere um sich herum vergessen. Seine Individualität aufgeben und seinen menschlichen Willen zum Willen G - ttes machen. Seine eigenen Bedürfnisse beiseite schieben und ohne nachzudenken G - tt dienen. Im Buch TANYA der chassidischen Gruppe Chabad ist die "Self - nullification" (seinen Willen / Interessen aufgeben, um nur G - tt zu dienen) ein wichtiges und viel diskutiertes Thema.

Ist jemand daher schon als zu egoistisch einzustufen, wenn er sich selbst finden will, um ein glücklicheres Leben führen zu können ? Wobei sich an dieser Stelle die Frage auftut, ob ich wirklich so viel glücklicher bin, wenn ich mich kenne.

Chanukkah mit chassidischen Rebbes




The SEFAT EMET on Chanukkah

B"H

Ein englischer Text von mir:

Der ehemalige Rebbe der Chassidut Gur, der SEFAT EMET, zu Chanukkah:


http://shearim.blogspot.com/2010/11/sefat-emet-on-chanukkah.html

Backrezept: Chanukkah Sufganiot





Sufganiot am Jerusalemer Machane Yehudah Markt in der vergangenen Woche.

Photos: Miriam Woelke


B"H


Heute abend beginnt das jüdische Chanukkahfest.
In Israel sind sie schon seit Kurzem im Handel, die traditionellen Sufganiot (Krapfen, Berliner). Je nach Füllung kosten sie zwischen 3 - 6 Schekel (ca. 60 Cent 1,20 Euro).


Hier erst einmal ein Rezept aus unserer Bäckerei:

1 kg Mehl (Vollkornmehl)

Eine dreiviertel Tasse Zucker

1 Teelöffel Salz

2 Eier

2 Eßlöffel Cognak

Eine halbe Tasse Olivenöl

60 g Hefe

Das ist alles. Man kann die Sufganiot ganz normal im Backofen backen. 20 Minuten lang bei 160 Grad. Meistens aber werden die Sufganiot in einer Pfanne oder einem Topf voll Olivenöl gedünstet. Heisst, sie müssen darin schwimmen. Die Füllung wird hinterher reingespritzt. In der Bäckerei verwenden wir überwiegend Dattel - Apfel - Füllung. Je nachdem kann man die Sufganiot noch mit Olivenöl, Puderzucker, Honig, etc. bestreichen.


Der Cognak verursacht übrigens, dass das Olivenöl vom Teig besser aufgesaugt wird.


Viel Spaß beim Backen und gutes Gelingen !!!