B"H
Derzeit haben sich die israelische Presse sowie religioese englischsprachige Blogs ganz auf das Thema Vishnitz eingeschossen. Ueberall wird diskutiert, vor allem in den Blogs.
Heute wurde berichtet, dass Unbekannte vor Pessach in die Vishnitzer Beit Midrash (relig. Bibliothek, Lehrhaus) eindrangen und dort die Originalschriften des derzeitigen Vishnitzer Rebben Moshe Yehoshua Hager stahlen.
Beide Soehne des 92 - jaehrigen und an Alzheimer erkrankten Rebben beschuldigen sich nun gegenseitig der Tat. Gestern erliess ein Beit Din (rabbinisches Gericht) in Bnei Brak, dass der Dieb eine Woche Zeit hat, die Schriften zurueckzugeben. Falls nicht, wuerde der bisher Unbekannte aus der Gemeinde verbannt werden.
Vor allem zur Zeit der Zaehlung des Omer (Sefirat HaOmer) sollte man auch bei Vishnitz Einsicht zeigen. Sie geben nicht unbedingt das beste Beispiel fuer Chassidim.
Hier ein kurzes Teaching von Rabbi Mordechai Machlis vom letzten Shabbat, welches ich allgemein schreibe und nicht unbedingt auf den Fall Vishnitz bezogen.
In der Zeit von Pessach bis Shavuot starben 24.000 Schueler des Rabbi Akiva (siehe Talmud Yevamot 62b). Die Schueler starben, weil sie sich gegenseitig nicht achteten. Aber warum starben gerade die Schueler des Rabbi Akiva und nicht andere auch ?
Rabbi Akiva lehrte vor allem, dass jeder seinen Naechsten wie sich selbst lieben solle, und gerade seine Schueler haetten dies einhalten muessen.
Auch heute stehen wir vielfach vor der Realitaet, dass relig. Gruppen, seien es nun gewisse Haredim oder unsere Gemeinden, ja, sogar wir selbst, Aussenseiter nicht anerkennen. Der traegt keinen schwarzen Anzug, Kaftan oder Streimel. Ich bin Haredi und du nur nationalreligioes usw.
Wer so handelt, der hat vielleicht die Botschaft des Sefirat HaOmer noch nicht verstanden, denn eigentlich sollten wir in dieser Trauerperiode vom Schicksal der Schueler lernen.
Dienstag, April 17, 2007
Montag, April 16, 2007
Zoff bei Vishnitz
B"H
Es gibt tatsaechlich Zeiten, an denen ich wirklich froh bin, kein Mitglied irgendeiner chassidischen Gruppe zu sein.
Das Schlimmste, was einer chassidischen Gruppe passieren kann ist, dass der Rebbe stirbt und sich seine Soehne um die Nachfolge streiten.
Bei Vishnitz in Bnei Brak nahe Tel Aviv kracht es seit laengerem gewaltig. Dort nimmt der derzeitige Rebbe Yehoshua Hager aus Altersgruenden ganz selten an Veranstaltungen teil. Obwohl er noch am Leben ist, schaemen sich seine Soehne nicht, sich oeffentlich um seine Nachfolge zu zoffen. Der aelteste Sohn Rabbi Israel Hager leitet offiziell die Gruppe, doch sein juengerer Bruder Rabbi Menachem Mendel Hager scharrt ein Grueppchen um sich und will seinem Bruder den Posten streitig machen. Vishnitz in Bnei Brak ist also gespalten.
An Pessach kam es zu richtigen Kleinkriegen auf den Strassen und es flogen die Fetzen. Israel Hager - Anhaenger gingen auf die des Menachem Mendel los. Als ob es keine anderen Probleme auf der Welt gebe. Was haette wohl der Baal Shem Tov dazu gesagt ?
Bei Satmar in New York ist es teilweise nicht anders. Bei den Toldot Aharon und ihren Abspaltungen dagegen schaut die Sache wesentlich anders aus. Drei befreundete chassidische Gruppen in einer Familie.
Es geht also doch.
Es gibt tatsaechlich Zeiten, an denen ich wirklich froh bin, kein Mitglied irgendeiner chassidischen Gruppe zu sein.
Das Schlimmste, was einer chassidischen Gruppe passieren kann ist, dass der Rebbe stirbt und sich seine Soehne um die Nachfolge streiten.
Bei Vishnitz in Bnei Brak nahe Tel Aviv kracht es seit laengerem gewaltig. Dort nimmt der derzeitige Rebbe Yehoshua Hager aus Altersgruenden ganz selten an Veranstaltungen teil. Obwohl er noch am Leben ist, schaemen sich seine Soehne nicht, sich oeffentlich um seine Nachfolge zu zoffen. Der aelteste Sohn Rabbi Israel Hager leitet offiziell die Gruppe, doch sein juengerer Bruder Rabbi Menachem Mendel Hager scharrt ein Grueppchen um sich und will seinem Bruder den Posten streitig machen. Vishnitz in Bnei Brak ist also gespalten.
An Pessach kam es zu richtigen Kleinkriegen auf den Strassen und es flogen die Fetzen. Israel Hager - Anhaenger gingen auf die des Menachem Mendel los. Als ob es keine anderen Probleme auf der Welt gebe. Was haette wohl der Baal Shem Tov dazu gesagt ?
Bei Satmar in New York ist es teilweise nicht anders. Bei den Toldot Aharon und ihren Abspaltungen dagegen schaut die Sache wesentlich anders aus. Drei befreundete chassidische Gruppen in einer Familie.
Es geht also doch.
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Haredim
Rosh Chodesh Iyar - Monatsbeginn des juedischen Monats Iyar
B"H
Diesen Mittwoch und Donnerstag feiern wir Rosh Chodesh Iyar, den Monatsbeginn des juedischen Monats Iyar (אייר).
Offiziell stammt das Wort Iyar aus dem Babylonischen, doch das chassidische Buch Bnei Yissachar sieht die Buchstaben des Wortes als eine kabbalistische Abkuerzung fuer die Anfangsbuchstaben von Avraham, Yitzchak, Yaakov und Rachel. Wir sollen aus den Taten unserer Vorvaeter lernen und daher ist es dieser Tage Brauch, den Talmud Traktat Avot zu lernen.
Im Monat Iyar hat ein jeder automatisch die Moeglichkeit, taeglich eine Mitzva (eine gute Tat) zu begehen, denn wir befinden uns mitten in der Zaehlung des Omers (Sefirat HaOmer).
Jeder neue Monat steht gleichzeitig fuer einen Neubeginn in unserem Leben. Auch sollen wir G-tt danken, dass wir einen weiteren Monat ueberlebt haben.
Der Monat Iyar steht fuer Licht und ist lt. kabbalistischer (Book of Creation – Sefer Yetzira) und chassidischer (Bnei Yissachar) Literatur der Monat des Heilens. Der Fruehling hat begonnen und auch wir erhalten neue Energien.
Laut Kabbalah (Sefer Yetzirah) hat jeder Monat einen eigenen Buchstaben, israelitischen Stamm, etc.
Der Buchstabe des Monats Iyar ist das VAV ו, der Stamm ist Yissachar, der menschliche Sinn ist das Denken, das Sternzeichen ist der Stier und das Organ ist die rechte Niere.
Im Talmud Traktat Berachot 61b heisst es, dass die Nieren uns Rat geben und das Herz entscheidet, welcher Rat angenommen wird. Die Zunge artikuliert und der Mund beendet den Prozess.
Am 14. Iyar feiern wir das sogenannte "Pessach Sheni", das zweite Pessach. Jeder sollte mindestens eine Mazza aufheben und an Pessach Sheni (dieses Jahr am 2. Mai) essen. Pessach Sheni gab denjenigen Juden, die an Pessach selbst unrein waren, eine verspaetete Chance, auch noch vom Pessachopfer zu essen.
Auch faellt das Fest Lag Be'Omer in den Iyar. Lag Be'Omer faellt dieses Jahr auf Mozzaei Shabbat bzw. Sonntag den 6. Mai. Auf dieses Fest werde ich kurz vorher noch naeher eingehen.
Chodesh Tov – Allen einen tollen Monat Iyar.
Diesen Mittwoch und Donnerstag feiern wir Rosh Chodesh Iyar, den Monatsbeginn des juedischen Monats Iyar (אייר).
Offiziell stammt das Wort Iyar aus dem Babylonischen, doch das chassidische Buch Bnei Yissachar sieht die Buchstaben des Wortes als eine kabbalistische Abkuerzung fuer die Anfangsbuchstaben von Avraham, Yitzchak, Yaakov und Rachel. Wir sollen aus den Taten unserer Vorvaeter lernen und daher ist es dieser Tage Brauch, den Talmud Traktat Avot zu lernen.
Im Monat Iyar hat ein jeder automatisch die Moeglichkeit, taeglich eine Mitzva (eine gute Tat) zu begehen, denn wir befinden uns mitten in der Zaehlung des Omers (Sefirat HaOmer).
Jeder neue Monat steht gleichzeitig fuer einen Neubeginn in unserem Leben. Auch sollen wir G-tt danken, dass wir einen weiteren Monat ueberlebt haben.
Der Monat Iyar steht fuer Licht und ist lt. kabbalistischer (Book of Creation – Sefer Yetzira) und chassidischer (Bnei Yissachar) Literatur der Monat des Heilens. Der Fruehling hat begonnen und auch wir erhalten neue Energien.
Laut Kabbalah (Sefer Yetzirah) hat jeder Monat einen eigenen Buchstaben, israelitischen Stamm, etc.
Der Buchstabe des Monats Iyar ist das VAV ו, der Stamm ist Yissachar, der menschliche Sinn ist das Denken, das Sternzeichen ist der Stier und das Organ ist die rechte Niere.
Im Talmud Traktat Berachot 61b heisst es, dass die Nieren uns Rat geben und das Herz entscheidet, welcher Rat angenommen wird. Die Zunge artikuliert und der Mund beendet den Prozess.
Am 14. Iyar feiern wir das sogenannte "Pessach Sheni", das zweite Pessach. Jeder sollte mindestens eine Mazza aufheben und an Pessach Sheni (dieses Jahr am 2. Mai) essen. Pessach Sheni gab denjenigen Juden, die an Pessach selbst unrein waren, eine verspaetete Chance, auch noch vom Pessachopfer zu essen.
Auch faellt das Fest Lag Be'Omer in den Iyar. Lag Be'Omer faellt dieses Jahr auf Mozzaei Shabbat bzw. Sonntag den 6. Mai. Auf dieses Fest werde ich kurz vorher noch naeher eingehen.
Chodesh Tov – Allen einen tollen Monat Iyar.
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Feiertage
Sonntag, April 15, 2007
Aufruhr bei Toldot Aharon
B"H
Eigentlich installiert Menashe Darash Wassererhitzer durch Sonnenenergie auf den Daechern von Haifa. Laut eigenen Aussagen arbeitete er einmal in einer Wohngegend der chassidischen Gruppe Vishnitz und machte sich so seine Gedanken ueber Chassidim. Etwas schien ihn anzuziehen.
Kurz darauf machte er sich auf nach Jerusalem und ehe er sich versah, fand er sich in einer Beit Midrash (relig. Lernzentrum) der extremsten chassidischen Gruppe, Toldot Aharon, wieder.
Dort erweckte er den Eindruck, dass er an deren Chassidut interessiert sei und sie erklaerten sich bereit, ihn zu unterrichten. Fuenf Jahre lang lernte Menashe Darash nebenbei bei Toldot Aharon, die dachten, er wolle vielleicht der Gruppe beitreten.
Ploetzlich kam das Aus. Darash verkuendete, dass er keineswegs beitreten wolle, sondern Material fuer einen Roman gesucht habe. Er schrieb ein Buch ueber die verbotene Liebe eines Toldot Aharon Maedchens zu einem unreligioesen Israeli.
Diese Ankuendigung versetzte die Toldot Aharon Gruppe in Aufruhr und Darash erhielt laut eigenen Aussagen Drohungen per Telefon. Ausserdem waeren ihm 50 Maeuse ins Wohnzimmer geschmissen worden. Toldot Aharon versuchte mit Hilfe eines eingeschalteten Anwaltes die Buchveroeffentlichung zu verhindern. Grund: Menashe Darash haette sie fehlgeleitet und wuerde nun Geheimnisse aus der Gruppe in der Oeffentlichkeit breittreten. Ausserdem koennte die hauseigene Jugend das Buch lesen und auch fehlgeleitet werden.
Bisher einigte man sich darauf, dass das Buch nicht erscheint und Toldot Aharon ca. 10.000 Euro Schadenersatz an Menashe Darash zahlen muss.
Meine persoenliche Meinung zu dem Fall ist, dass Menashe Darash voellig irrsinnig handelte. Er haette ankuendigen muessen, dass er ein Buch schreiben will und nicht alle beluegen duerfen. Was aber teilweise noch schlimmer ist, ist, dass er das Vertrauen von Toldot Aharon missbrauchte und somit deren Verdacht erweckte. Derzeit kann kaum jemand zu der Gruppe gehen und auch nur das Wort SCHREIBEN erwaehnen. Menashe Darash hat es bis auf weiteres unmoeglich gemacht, dass andere Journalisten oder Autoren ueberhaupt an die Gruppe herankommen, um ueber sie zu schreiben.
Mein naechster Beitrag ueber eine chassidische Gruppe wird ausgerechnet Toldot Aharon incl. ihrer Abspaltungen Avraham Yitzchak und Shomrei Emunim sein. Auch fuer mich ist es immer wieder ein Drahtseilakt ueber Gruppen wie diese und Vishnitz bzw. Satmar zu schreiben und ich muss das sehr objektiv tun. Zu Toldot Aharon selbst muss ich sagen, dass ihre Geheimnisse schon laengst veroeffentlicht sind. Naemlich vom israelischen Schriftsteller Amnon Levy. Ausserdem sind die Buecher des Rabbi Daniel Frisch, um die es in dem Falle geht, ueberall zu kaufen.
Auch ich plane einige Stories ueber Chassidim, doch wuerde ich niemals Gruppennamen geschweige denn deren hauseigene Braeuche in den Stories nennen, um einen Identitaet zu verhindern.
Eigentlich installiert Menashe Darash Wassererhitzer durch Sonnenenergie auf den Daechern von Haifa. Laut eigenen Aussagen arbeitete er einmal in einer Wohngegend der chassidischen Gruppe Vishnitz und machte sich so seine Gedanken ueber Chassidim. Etwas schien ihn anzuziehen.
Kurz darauf machte er sich auf nach Jerusalem und ehe er sich versah, fand er sich in einer Beit Midrash (relig. Lernzentrum) der extremsten chassidischen Gruppe, Toldot Aharon, wieder.
Dort erweckte er den Eindruck, dass er an deren Chassidut interessiert sei und sie erklaerten sich bereit, ihn zu unterrichten. Fuenf Jahre lang lernte Menashe Darash nebenbei bei Toldot Aharon, die dachten, er wolle vielleicht der Gruppe beitreten.
Ploetzlich kam das Aus. Darash verkuendete, dass er keineswegs beitreten wolle, sondern Material fuer einen Roman gesucht habe. Er schrieb ein Buch ueber die verbotene Liebe eines Toldot Aharon Maedchens zu einem unreligioesen Israeli.
Diese Ankuendigung versetzte die Toldot Aharon Gruppe in Aufruhr und Darash erhielt laut eigenen Aussagen Drohungen per Telefon. Ausserdem waeren ihm 50 Maeuse ins Wohnzimmer geschmissen worden. Toldot Aharon versuchte mit Hilfe eines eingeschalteten Anwaltes die Buchveroeffentlichung zu verhindern. Grund: Menashe Darash haette sie fehlgeleitet und wuerde nun Geheimnisse aus der Gruppe in der Oeffentlichkeit breittreten. Ausserdem koennte die hauseigene Jugend das Buch lesen und auch fehlgeleitet werden.
Bisher einigte man sich darauf, dass das Buch nicht erscheint und Toldot Aharon ca. 10.000 Euro Schadenersatz an Menashe Darash zahlen muss.
Meine persoenliche Meinung zu dem Fall ist, dass Menashe Darash voellig irrsinnig handelte. Er haette ankuendigen muessen, dass er ein Buch schreiben will und nicht alle beluegen duerfen. Was aber teilweise noch schlimmer ist, ist, dass er das Vertrauen von Toldot Aharon missbrauchte und somit deren Verdacht erweckte. Derzeit kann kaum jemand zu der Gruppe gehen und auch nur das Wort SCHREIBEN erwaehnen. Menashe Darash hat es bis auf weiteres unmoeglich gemacht, dass andere Journalisten oder Autoren ueberhaupt an die Gruppe herankommen, um ueber sie zu schreiben.
Mein naechster Beitrag ueber eine chassidische Gruppe wird ausgerechnet Toldot Aharon incl. ihrer Abspaltungen Avraham Yitzchak und Shomrei Emunim sein. Auch fuer mich ist es immer wieder ein Drahtseilakt ueber Gruppen wie diese und Vishnitz bzw. Satmar zu schreiben und ich muss das sehr objektiv tun. Zu Toldot Aharon selbst muss ich sagen, dass ihre Geheimnisse schon laengst veroeffentlicht sind. Naemlich vom israelischen Schriftsteller Amnon Levy. Ausserdem sind die Buecher des Rabbi Daniel Frisch, um die es in dem Falle geht, ueberall zu kaufen.
Auch ich plane einige Stories ueber Chassidim, doch wuerde ich niemals Gruppennamen geschweige denn deren hauseigene Braeuche in den Stories nennen, um einen Identitaet zu verhindern.
Samstag, April 14, 2007
Gedanken zum morgigen Yom HaShoah
B"H
Morgen Abend beginnt in Israel der alljaehrliche Yom HaShoah (Holocaust - Gedenktag). Ein paar mehr Infos dazu gibt es auf meinem Jerusalem - Blog .
Der Yom HaShoah war auch heute ein Thema, welches beim Mittagessen bei Rabbi Mordechai Machlis zur Sprache kam. Ein 13-jaehriger Junge aus Mexico, der gerade hier zusammen mit seinen Eltern seine Bar Mitzwa feierte, stellte die Frage, warum wir nur einmal im Jahr dem Holocaust gedenken und nicht mehrere Male.
Der Rabbi bat einige Leute dem Jungen zu antworten. Auch mich bat der Rabbi und ich gab dem Jungen und allen anderen folgenden Gedanken:
Rabbi Nachman von Breslov sagte, dass G-tt uns etwas sehr wichtiges im Leben gegeben hat; naemlich das Vergessen.
Wir sind in der Lage, erlebten Schmerz zu vergessen. Was nicht heisst, dass wir alles vollkommen vergessen. Eher, dass wir nie wieder den erlebten Schmerz so fuehlen wie in dem Moment, in dem er stattfand. Ob wir es wollen oder nicht, die Erinnerung an die Heftigkeit und den Ursprung wird schwaecher.
Rabbi Nachman sagte, dass wenn wir dies nicht koennten und bei jedem Gedanken an jeglichen Schmerz ihn wieder so erleben wuerden, wie er herkoemmlich war, wir in den Wahnsinn getrieben werden.
Erst dachte ich, mein Bezug zum Gedanken von Rabbi Nachman koenne missverstanden werden, aber ich lag falsch. Das Teaching kam sehr gut an.
Vielleicht hilft der Gedanke von Rabbi Nachman auch anderen in ihrem persoenlichen Leben.
Morgen Abend beginnt in Israel der alljaehrliche Yom HaShoah (Holocaust - Gedenktag). Ein paar mehr Infos dazu gibt es auf meinem Jerusalem - Blog .
Der Yom HaShoah war auch heute ein Thema, welches beim Mittagessen bei Rabbi Mordechai Machlis zur Sprache kam. Ein 13-jaehriger Junge aus Mexico, der gerade hier zusammen mit seinen Eltern seine Bar Mitzwa feierte, stellte die Frage, warum wir nur einmal im Jahr dem Holocaust gedenken und nicht mehrere Male.
Der Rabbi bat einige Leute dem Jungen zu antworten. Auch mich bat der Rabbi und ich gab dem Jungen und allen anderen folgenden Gedanken:
Rabbi Nachman von Breslov sagte, dass G-tt uns etwas sehr wichtiges im Leben gegeben hat; naemlich das Vergessen.
Wir sind in der Lage, erlebten Schmerz zu vergessen. Was nicht heisst, dass wir alles vollkommen vergessen. Eher, dass wir nie wieder den erlebten Schmerz so fuehlen wie in dem Moment, in dem er stattfand. Ob wir es wollen oder nicht, die Erinnerung an die Heftigkeit und den Ursprung wird schwaecher.
Rabbi Nachman sagte, dass wenn wir dies nicht koennten und bei jedem Gedanken an jeglichen Schmerz ihn wieder so erleben wuerden, wie er herkoemmlich war, wir in den Wahnsinn getrieben werden.
Erst dachte ich, mein Bezug zum Gedanken von Rabbi Nachman koenne missverstanden werden, aber ich lag falsch. Das Teaching kam sehr gut an.
Vielleicht hilft der Gedanke von Rabbi Nachman auch anderen in ihrem persoenlichen Leben.
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Holocaust
Freitag, April 13, 2007
Waschen mit Chabad
B"H
Wie jeden Freitag morgen war ich auch heute wieder im Waschsalon. Waehrend des Wartens machte ich mich so richtig mit meiner Zeitung breit und kurz betrat ein Chabadnik (Mitglied der chassidischen Gruppe Chabad) den Waschsalon. Auch er stopfte seine Waesche in die Maschine und begann zu warten.
Da er aus New York kam, war er sehr gespraechig und legte gleich los. Was ich denn so mache ? Religioes und so ?
Zuhoeren tat er nicht besonders, stattdessen begann er sogleich, mir von Chabad Philosophien zu erzaehlen. Es war ganz lustig zu hoeren, dass er den Vorgaenger des letzten Chabad - Rebben den "previous rebben" nannte. Was nichts anderes heisst, als das er den Vorgaenger des letzten Rebben als den letzten Rebben ansieht und nicht R. Menachem Mendel Schneerson, den eigentlich letzten Rebben.
Ich fragte den New Yorker, der hier nur auf Familienbesuch weilt, nicht danach, ob er R. Menachem Mendel als Meschiach ansieht, sonst haetten wir uns sicher in endlosen Diskussionen verlaufen. Und das morgens um 8.30 Uhr.
Was ganz interessant war zu hoeren war, dass der Vorgaenger des R. Menachem Mendel schon in den 30iger und 40iger Jahren Chabad - Abgesandte in die ehemalige UdSSR schickte, um die dortigen Juden vor der Assimilation zu bewahren. Alle dieser Abgesandten waeren umgekommen.
Ich konnte darauf nichts erwidern, denn ich weiss nicht, ob diese Aussage stimmt.
Als ich ging, vertiefte sich der Chabadnik wieder in sein Tanya (Buch von Chabad) und es war Ruhe.
Shabbat Shalom
Wie jeden Freitag morgen war ich auch heute wieder im Waschsalon. Waehrend des Wartens machte ich mich so richtig mit meiner Zeitung breit und kurz betrat ein Chabadnik (Mitglied der chassidischen Gruppe Chabad) den Waschsalon. Auch er stopfte seine Waesche in die Maschine und begann zu warten.
Da er aus New York kam, war er sehr gespraechig und legte gleich los. Was ich denn so mache ? Religioes und so ?
Zuhoeren tat er nicht besonders, stattdessen begann er sogleich, mir von Chabad Philosophien zu erzaehlen. Es war ganz lustig zu hoeren, dass er den Vorgaenger des letzten Chabad - Rebben den "previous rebben" nannte. Was nichts anderes heisst, als das er den Vorgaenger des letzten Rebben als den letzten Rebben ansieht und nicht R. Menachem Mendel Schneerson, den eigentlich letzten Rebben.
Ich fragte den New Yorker, der hier nur auf Familienbesuch weilt, nicht danach, ob er R. Menachem Mendel als Meschiach ansieht, sonst haetten wir uns sicher in endlosen Diskussionen verlaufen. Und das morgens um 8.30 Uhr.
Was ganz interessant war zu hoeren war, dass der Vorgaenger des R. Menachem Mendel schon in den 30iger und 40iger Jahren Chabad - Abgesandte in die ehemalige UdSSR schickte, um die dortigen Juden vor der Assimilation zu bewahren. Alle dieser Abgesandten waeren umgekommen.
Ich konnte darauf nichts erwidern, denn ich weiss nicht, ob diese Aussage stimmt.
Als ich ging, vertiefte sich der Chabadnik wieder in sein Tanya (Buch von Chabad) und es war Ruhe.
Shabbat Shalom
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Allgemein,
Chassidut,
Chassidut Chabad
Donnerstag, April 12, 2007
Chassidut Seret - Vishnitz
B"H
Wer heutzutage die einstmals grossen Zentren des Chassidismus in Osteuropa besucht, der wird keine lebenden Chassidim mehr vorfinden, sondern nur noch Friedhoefe. Wo vor dem 2. Weltkrieg noch Synagogen und das Leben im chassidischen Shtetl zu sehen waren, sieht der Besucher jetzt ehemalige beruehmte Synagogen, die in Theater, Schulen etc. umgebaut wurden. Das chassidische Leben in Osteuropa ist tot.
Jene Chassidim, die den Holocaust ueberlebten oder schon vorher fluechteten, verteilen sich heute auf andere Orte in der Welt: Jerusalem, Haifa (Seret - Vishnitz), Bnei Brak bei Tel Aviv, New York (Boro Park, Monsey mit Chassidut Vishnitz, Williamsburgh mit Chassidut Satmar, Crown Heights mit Chassidut Chabad etc)., Antwerpen, Zuerich (Chassidut Gur), Manchester oder London.
Seret - Vishnitz ist eine der ausserhalb Haifas weniger bekannten chassidischen Gruppen. In der ansonsten unreligioesen Stadt Haifa besitzen sie einen gewaltigen Einfluss, vor allem beim Thema Kaschrut. In Haifa ueberwachen sie das gesamte Kaschrut - System und teilen Koscher - Zertifikate aus.
Haifa wurde nach dem 2. Weltkrieg der Hauptsitz der Seret - Vishnitz. Dort haben sie ihren eigenen Stadtteil, Ramat Vishnitz, in dem ca. 200 Familien leben (lt. Ynet). Laut eigenen Angaben gebe es 450 Familien, wobei mir die erstere Zahl realistischer erscheint. Weltweit gibt es ca. 600 Seret - Vishnitz Familien.
Ausserhalb Haifas wurden einige Batei Midrash (Lernzentren) eroeffnet. Vor allem in Jerusalem, Bnei Brak und New York.
Die Stadt Seret (Siret) liegt im heutigen Rumaenien, 2 km entfernt von der Grenze zur Ukraine. Die Gegend ist die Bukowina und die naehere Region von Seret (Siret) heisst Suceava (Shatz, in Yiddish Shotz).
Von 1870 bis 1940 war Seret ein bekanntes chassidisches Zentrum. Die leitenden Rebbes (Oberhaupt eines chassidischen Gruppe) kamen aus der Familie Rubin, welche durch Heirat zugleich mit der Familie Hager (den Begruendern der chassidischen Vishnitz - Dynastie) verwandt waren.
Im Jahre 1936 waehlte die Sereter juedische Gemeinde den neu eingetroffenen Rabbi Baruch Hager aus der Vishnitz - Dynastie zu ihrem neuen Oberhaupt. Rebbe Baruch Hager war einer der Soehne des dritten Vishnitzer Rebben Israel Hager. Bei vielen chassidischen Gruppen ist es ueblich, die Rebben nach den Namen ihrer veroeffentlichen Buecher zu nennen, so auch bei Vishnitz. So wurde der dritte Vishnitzer Rebbe "Ahavat Israel" genannt und sein Sohn Baruch bekam spaeter den Namen "Mekor Baruch".
Als der dritte Vishnitzer Rebbe Israel Hager verstarb, uebernahm sein Sohn Rebbe Chaim Meir Hager die Leitung der Vishnitzer Chassidim und sein Bruder wurde bis zum Jahre 1941 neuer Rebbe in Seret.
Beide Brueder entkamen den Nazis und nach dem Krieg beschlossen sie nach Israel auszuwandern. Bei Vishnitz sowohl als auch bei Seret - Vishnitz wird groesster Wert auf die Liebe zum Land Israel gelegt. Israel ist ein Wunder und jeder Jude sollte nach Israel ziehen.
Nach dem Krieg, am Abend von Yom Kippur, trafen der Seret - Vishnitz Rebbe Baruch Hager und sein Bruder der Vishnitzer Rebbe Chaim Meir Hager in Antwerpen ein. Ungefaehr ein halbes Jahr spaeter wurde ihnen die Bewilligung erteilt, nach Israel auswandern zu duerfen. Sobald sie mit dem Schiff in Haifa ankamen, beschloss der Rebbe der Seret - Vishnitz in Haifa zu bleiben, um dort ein chassidisches Zentrum neu zu eroeffnen. Der Vishnitzer Rebbe Chaim Meir zog es dagegen vor, sich in Tel Aviv und spaeter in Bnei Brak niederzulassen.
Rebbe Baruch Hager machte sich in Haifa sofort daran ein chassidisches Zentrum aufzubauen, welches Ramat Vishnitz heisst. In den spaeteren Jahren seines Lebens war er aus gesundheitlichen Gruenden oftmals gezwungen in die Schweiz zu reisen. Er sagte, dass die Luft in der Schweiz zwar der Gesundheit sehr gut tue, doch fuer die Seele sei nur die Luft Israel gut. R. Baruch Hager verstarb im 1963 im Alter von 68 Jahren.
Sein Nachfolger wurde sein Sohn Rebbe Eliezer Hager, der bis heute der amtierende Rebbe der Seret - Vishnitz ist. Rebbe Eliezer Hager setzte sofort den Weg seines Vaters fort und legt genauso hoechsten Wert auf das Thorastudium. Ihm ist es zu verdanken, dass Seret - Vishnitz sich noch weiter verbreitete und er liess in Ramat Vishnitz weitere Synagogen und Yeshivot (relig. Schulen) errichten. Die zwei derzeitigen amtierenden Vishnitzer Rebben in Bnei Brak und Monsey (USA) sind seine Cousins. Ein Neffe von R. Eliezer Hager leitet die ebenfalls in Haifa ansaessige Gruppe Shotz - Vishnitz, ueber die ich jedoch nichts herausfinden konnte.
Sein Bruder Moshe ist oder war Leiter der lokalen Seret - Vishnitz Yeshiva.
Was genau unterscheidet nun Seret - Vishnitz von Vishnitz ? Zuerst einmal entstand Seret - Vishnitz nur als Seret und erst unter der Leitung von Rebbe Baruch Hager wurde Seret auch zu Vishnitz. Allgemein wird aber nach wie vor auf die Einhaltung der Braeuche aus Seret Wert gelegt. Ueber diese Braeuche konnte ich bisher absolut nichts herausfinden. Seret - Vishnitz hat auf einer israelischen Foren - Site ein internes Forum zu dem ich nur limitierten Zugang hatte. Wenn ich mehr wissen will, muesste ich mich erst fuer das interne Forum anmelden und das war mir dann alles zu umstaendlich.
Ich persoenlich denke mir, dass Seret - Vishnitz ebenso Braeuche und Mentalitaeten aus der eigentlichen Vishnitz - Gruppe uebernommen hat. Bei der Kleidung konnte ich so gut wie keine Unterschiede feststellen.
Was mich nach wie vor interessiert und worauf ich noch keine Antwort finden konnte ist, wie Seret - Vishnitz und auch Vishnitz das Land Israel so lieben koennen und zumindest Vishnitz zugleich Mitglied in der anti - zionistischen Organisation Edah HaCharedit sein kann. Wahrscheinlich bezieht sich die Liebe zum Land Israel nur auf die Religion und das Kommen des Meschiach. Allerdings waere der zweite Punkt, wie beide Gruppen jeden Juden lieben koennen, doch gleichzeitig gewaltige Unterschiede machen. Bei Vishnitz ist nur schwer moeglich neues Mitglied zu werden geschweige denn jemanden aus der Gruppe zu heiraten, wenn man nicht selbst hineingeboren wurde, sondern entweder Konvertit zum Judentum oder im spaeteren Leben religioes wurde. Vielleicht liest das jetzt jemand von Vishnitz und kann mir antworten.
Wer heutzutage die einstmals grossen Zentren des Chassidismus in Osteuropa besucht, der wird keine lebenden Chassidim mehr vorfinden, sondern nur noch Friedhoefe. Wo vor dem 2. Weltkrieg noch Synagogen und das Leben im chassidischen Shtetl zu sehen waren, sieht der Besucher jetzt ehemalige beruehmte Synagogen, die in Theater, Schulen etc. umgebaut wurden. Das chassidische Leben in Osteuropa ist tot.
Jene Chassidim, die den Holocaust ueberlebten oder schon vorher fluechteten, verteilen sich heute auf andere Orte in der Welt: Jerusalem, Haifa (Seret - Vishnitz), Bnei Brak bei Tel Aviv, New York (Boro Park, Monsey mit Chassidut Vishnitz, Williamsburgh mit Chassidut Satmar, Crown Heights mit Chassidut Chabad etc)., Antwerpen, Zuerich (Chassidut Gur), Manchester oder London.
Seret - Vishnitz ist eine der ausserhalb Haifas weniger bekannten chassidischen Gruppen. In der ansonsten unreligioesen Stadt Haifa besitzen sie einen gewaltigen Einfluss, vor allem beim Thema Kaschrut. In Haifa ueberwachen sie das gesamte Kaschrut - System und teilen Koscher - Zertifikate aus.
Haifa wurde nach dem 2. Weltkrieg der Hauptsitz der Seret - Vishnitz. Dort haben sie ihren eigenen Stadtteil, Ramat Vishnitz, in dem ca. 200 Familien leben (lt. Ynet). Laut eigenen Angaben gebe es 450 Familien, wobei mir die erstere Zahl realistischer erscheint. Weltweit gibt es ca. 600 Seret - Vishnitz Familien.
Ausserhalb Haifas wurden einige Batei Midrash (Lernzentren) eroeffnet. Vor allem in Jerusalem, Bnei Brak und New York.
Die Stadt Seret (Siret) liegt im heutigen Rumaenien, 2 km entfernt von der Grenze zur Ukraine. Die Gegend ist die Bukowina und die naehere Region von Seret (Siret) heisst Suceava (Shatz, in Yiddish Shotz).
Von 1870 bis 1940 war Seret ein bekanntes chassidisches Zentrum. Die leitenden Rebbes (Oberhaupt eines chassidischen Gruppe) kamen aus der Familie Rubin, welche durch Heirat zugleich mit der Familie Hager (den Begruendern der chassidischen Vishnitz - Dynastie) verwandt waren.
Im Jahre 1936 waehlte die Sereter juedische Gemeinde den neu eingetroffenen Rabbi Baruch Hager aus der Vishnitz - Dynastie zu ihrem neuen Oberhaupt. Rebbe Baruch Hager war einer der Soehne des dritten Vishnitzer Rebben Israel Hager. Bei vielen chassidischen Gruppen ist es ueblich, die Rebben nach den Namen ihrer veroeffentlichen Buecher zu nennen, so auch bei Vishnitz. So wurde der dritte Vishnitzer Rebbe "Ahavat Israel" genannt und sein Sohn Baruch bekam spaeter den Namen "Mekor Baruch".
Als der dritte Vishnitzer Rebbe Israel Hager verstarb, uebernahm sein Sohn Rebbe Chaim Meir Hager die Leitung der Vishnitzer Chassidim und sein Bruder wurde bis zum Jahre 1941 neuer Rebbe in Seret.
Beide Brueder entkamen den Nazis und nach dem Krieg beschlossen sie nach Israel auszuwandern. Bei Vishnitz sowohl als auch bei Seret - Vishnitz wird groesster Wert auf die Liebe zum Land Israel gelegt. Israel ist ein Wunder und jeder Jude sollte nach Israel ziehen.
Nach dem Krieg, am Abend von Yom Kippur, trafen der Seret - Vishnitz Rebbe Baruch Hager und sein Bruder der Vishnitzer Rebbe Chaim Meir Hager in Antwerpen ein. Ungefaehr ein halbes Jahr spaeter wurde ihnen die Bewilligung erteilt, nach Israel auswandern zu duerfen. Sobald sie mit dem Schiff in Haifa ankamen, beschloss der Rebbe der Seret - Vishnitz in Haifa zu bleiben, um dort ein chassidisches Zentrum neu zu eroeffnen. Der Vishnitzer Rebbe Chaim Meir zog es dagegen vor, sich in Tel Aviv und spaeter in Bnei Brak niederzulassen.
Rebbe Baruch Hager machte sich in Haifa sofort daran ein chassidisches Zentrum aufzubauen, welches Ramat Vishnitz heisst. In den spaeteren Jahren seines Lebens war er aus gesundheitlichen Gruenden oftmals gezwungen in die Schweiz zu reisen. Er sagte, dass die Luft in der Schweiz zwar der Gesundheit sehr gut tue, doch fuer die Seele sei nur die Luft Israel gut. R. Baruch Hager verstarb im 1963 im Alter von 68 Jahren.
Sein Nachfolger wurde sein Sohn Rebbe Eliezer Hager, der bis heute der amtierende Rebbe der Seret - Vishnitz ist. Rebbe Eliezer Hager setzte sofort den Weg seines Vaters fort und legt genauso hoechsten Wert auf das Thorastudium. Ihm ist es zu verdanken, dass Seret - Vishnitz sich noch weiter verbreitete und er liess in Ramat Vishnitz weitere Synagogen und Yeshivot (relig. Schulen) errichten. Die zwei derzeitigen amtierenden Vishnitzer Rebben in Bnei Brak und Monsey (USA) sind seine Cousins. Ein Neffe von R. Eliezer Hager leitet die ebenfalls in Haifa ansaessige Gruppe Shotz - Vishnitz, ueber die ich jedoch nichts herausfinden konnte.
Sein Bruder Moshe ist oder war Leiter der lokalen Seret - Vishnitz Yeshiva.
Was genau unterscheidet nun Seret - Vishnitz von Vishnitz ? Zuerst einmal entstand Seret - Vishnitz nur als Seret und erst unter der Leitung von Rebbe Baruch Hager wurde Seret auch zu Vishnitz. Allgemein wird aber nach wie vor auf die Einhaltung der Braeuche aus Seret Wert gelegt. Ueber diese Braeuche konnte ich bisher absolut nichts herausfinden. Seret - Vishnitz hat auf einer israelischen Foren - Site ein internes Forum zu dem ich nur limitierten Zugang hatte. Wenn ich mehr wissen will, muesste ich mich erst fuer das interne Forum anmelden und das war mir dann alles zu umstaendlich.
Ich persoenlich denke mir, dass Seret - Vishnitz ebenso Braeuche und Mentalitaeten aus der eigentlichen Vishnitz - Gruppe uebernommen hat. Bei der Kleidung konnte ich so gut wie keine Unterschiede feststellen.
Was mich nach wie vor interessiert und worauf ich noch keine Antwort finden konnte ist, wie Seret - Vishnitz und auch Vishnitz das Land Israel so lieben koennen und zumindest Vishnitz zugleich Mitglied in der anti - zionistischen Organisation Edah HaCharedit sein kann. Wahrscheinlich bezieht sich die Liebe zum Land Israel nur auf die Religion und das Kommen des Meschiach. Allerdings waere der zweite Punkt, wie beide Gruppen jeden Juden lieben koennen, doch gleichzeitig gewaltige Unterschiede machen. Bei Vishnitz ist nur schwer moeglich neues Mitglied zu werden geschweige denn jemanden aus der Gruppe zu heiraten, wenn man nicht selbst hineingeboren wurde, sondern entweder Konvertit zum Judentum oder im spaeteren Leben religioes wurde. Vielleicht liest das jetzt jemand von Vishnitz und kann mir antworten.
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Chassidut,
Chassidut Seret - Vishnitz
Mittwoch, April 11, 2007
Parashat Shemini
B"H
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Diese Thoraparasha beginnt mit dem Wort "Vayehi" (und es geschah…). Ich erwaehnte schon einige Male zuvor, dass immer wenn eine Parasha mit diesem Wort beginnt, im weiteren Verlauf nichts Gutes zu erwarten ist (u.a. Yalkut Reuveni und Midrash Rabbah). In der Gemara im Talmud Traktat Megillah 10b heisst es, dass schon die Sanhedrin festlegten, dass das Wort VAYEHI immer eine Tragoedie einleitet. Die Gemara nennt dazu einige Beispiele, von denen das beruehmtes sicher der Beginn der Megillat Esther ist: Und es geschah in der Zeit des Achashverosh….Auf diese Einleitung folgte die uns so bekannte Tragoedie, in welcher Haman die Vernichtung des juedischen Volkes beschloss.
Auch wenn die Einleitung zur Parasha negativ ist, begann doch der Tag mit einem freudigen Ereignis. Es war Rosh Chodesh Nissan (der Beginn des juedischen Monats Nissan) und das Tabernakel (Mischkan) wurde offiziell errichtet (Rashi, Ibn Ezra, Abarbanel). Nachdem die Tempelpriester (Cohanim) in der letzten Parashat Zav ihre Anwesungen erhielten, schritten sie nun zur Tat und begannen ihren Dienst.
Aber noch am selben Tag nahm das Schicksal seinen Lauf. Die zwei aeltesten Soehne Aharons, Nadav und Avihu, brachten ein "fremdes Feuer", welches nicht vom Altar kam (Rabbi Akiva), und entzuendeten darin die Ketoret (verschiedene Pflanzenzutaten fuer die Opferung). Sofort kam ein Feuer vom Himmel, trat in die Nasenloecher von Nadav und Avihu ein und verbrannte ihre Seelen (Neshamot). Leblos fielen die zwei Koerper zu Boden. Die Leichen und deren Kleidung waren vollkommen in Takt, doch die Seelen hatten die Koerper verlassen (Talmud Sanhedrin 52a).
Der Yad Ramah kommentiert hierzu, dass Nadav und Avihu mit ihren Seelen suendigten und so wurden ihre Seelen verbrannt. Rabbeinu Bachya sagt etwas Aehnliches: Sie suendigten mit Feuer und wurden so mit Feuer bestraft. Wie wir wissen und der Degel Machane Ephraim nochmals erwaehnt, sind alle Strafen G-ttes Midah KeNeged Midah. Heisst, wenn wir suendigen, wird uns die Art der Suende zum Verhaengnis. Ein bekanntes Beispiel hierfuer ist die Generation von Noach. Seine Generation suendigte mit Fluessigkeit (Samen bei sexuellen Vergehen) und wurde aufgrunddessen mit Fluessigkeit (Wasser bei der Flut) bestraft.
Zum Tode von Nadav und Avihu gibt es unzaehlige Kommentare. Warum mussten die Soehne Aharons sterben ? Auch wird gesagt, dass Aharon selbst dieses als seine eigene Strafe ansah, denn schliesslich hatte er beim Bau des Goldenen Kalbes mitgeholfen (siehe Parashat Ki Tisa).
Einige Meinungen lauten, dass die Soehne Aharons nicht heiraten wollten und deshalb bestraft wurden. Sie sollen sich als etwas Besseres gefuehlt haben und keine Frau war ihnen gut genug.
Der Talmud Sanhedrin 52a nennt ein anderes Beispiel. Einmal geschah es, dass Nadav und Avihu hinter Moshe und Aharon hinterher gingen und sich fragten, wann denn nun endlich die beiden aelteren Herren sterben wuerden, damit sie selbst die Fuehrung der Israeliten uebernehmen koennen.
Rabbi Samson Raphael Hirsch glaubt, dass Arroganz ihren Tod verursachte. Doch die verbreiteste Meinung ist die des Rabbi Yishmael: Nadav und Avihu waren betrunken als sie ihr Opfer darbrachten. Rabbi Yishmael ersieht diesen Grund aus dem darauffolgenden von G-tt an Aharon gegebenen Gesetz, wonach Tempelpriester (Cohanim) niemals ihren Dienst betrunken ausfuehren duerfen.
Die zwei Talmud Traktate Keritot 13b und Shevuot 23a lehren, dass ein Cohen, der Wein getrunken hat, den Tempel nicht betreten darf. Warum nennt die Thora ausfuehrlich den Wein und nicht ein anderes oder weiteres alkoholisches Getraenk ? Laut Rabbeinu Gershom und Shitah Mekubetzet § 8 zeigt uns das Verbot des Weines an, dass fuer das dieses Vergehen mit dem Tod vom Himmel geahndet wird.
Die Gemara in Keritot 13b faehrt fort, dass wenn der Cohen vor seinem Dienst im Tempel ein anderes alkoholisches Getraenk zu sich nahm, er zwar fuer sein Vergehen verantwortlich ist, doch nicht mit dem Tode bestraft wird.
Gleich nach diesem neuen Gesetz gibt es weitere neue Mitzwot (Gesetze), naemlich die Kashrut. Welche Tiere sind fuer unseren Genuss koscher und welche nicht. Und wieso ueberhaupt koscher ? Was genau bringt uns das ?
Viele sind der Ansicht, dass uns diese Gesetze aus gesundheitlichen Gruenden gegeben wurden. Dennoch, der eigentliche Grund ist nicht materiell, sondern spirituell. Da ein Jude die Kapazitaet fuer ein spirituelles Leben besitzt, gibt uns G-tt spirituelles Essen, damit wir spirituell wachsen koennen. Durch die Einhaltung der Kaschrut - Gesetze steigen wir spirituell auf und erreichen so mehr Kedusha (Heiligkeit). Unsere Neshama (Seele) befindet sich so auf einem viel hoeheren Level. Sobald wir unkoscheres Essen zu uns nehmen, verletzen wir unsere Seele.
Es geht im Leben nicht darum, seine eigenen materiellen Gelueste zu befriedigen; heute habe ich Lust auf Schweinefleisch oder einen Cheeseburger etc. Was bringt uns die kurzweilige Befriedigung ein ? Wenn wir so denken, handeln wir nicht mit unserer Neshama, sondern einem niedrigen Seelenlevel, der Nefesh. Die Nefesh ist sozusagen der tierische Instinkt in uns. Mit dem Einhalten der Kaschrutgesetze sollen wir Disziplin lernen und uns so auf der spirituellen Leiter nach oben bewegen (unter anderem Rabbi Samson Raphael Hirsch).
Zum Schluss moechte ich nochmals auf das Thema Tod zurueckkommen. Vor wenigen Tagen kaufte ich das Buch "Gan HaEmunah" (Garten des Glaubens) von Rabbi Shalom Arush. Rabbi Arush ist wohl der beruehmteste Schueler des Rabbi Eliezer Berland aus der Chassidut Breslov. Gleich zu Beginn seines Buches stellt Rabbi Arush eine sehr interessante Frage: Warum sterben manche Menschen so jung und wie sollen wir ueberhaupt mit dem Tod einer uns nahestehenden Person umgehen ?
Im Judentum haben wir das Konzept der Haschgacha Pratit, G-tt wacht ueber jeden Menschen und legt das genaue Schicksal jedes einzelnen von uns fest. Wieviele Kinder wir haben und mit wem, welchen Beruf wir haben, sind wir arm oder reich etc. bis hinein in die kleinsten Details in unserem Leben. Alles liegt in G-ttes Hand und Er macht keine Fehler. Jeder bekommt das, was er braucht, um seine Lebensaufgabe in dieser Welt erfuellen zu koennen. Alles, was uns in unserem Leben passiert, hat einen bestimmten Zweck, warum es uns passiert und nicht einem anderen.
Wenn G-tt in Seinen Plaenen also keine Fehler macht, dann muss ich auch darauf vertrauen koennen, dass es fuer denjenigen Menschen vorbestimmt war, zu jenem Zeitpunkt zu sterben. Rabbi Arush schreibt, dass G-tt genau festlegt, wann, wo und wie wir sterben. Wenn jemand jung stirbt, dann war das vorher so geplant und G-tt wird Seine Gruende dafuer haben. Gruende, die wir nicht verstehen, doch wenn wir vollstes Vertrauen in G-tt haben, so werden wir leichter den Tod eines Menschen akzeptieren koennen.
Shabbat Shalom
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Diese Thoraparasha beginnt mit dem Wort "Vayehi" (und es geschah…). Ich erwaehnte schon einige Male zuvor, dass immer wenn eine Parasha mit diesem Wort beginnt, im weiteren Verlauf nichts Gutes zu erwarten ist (u.a. Yalkut Reuveni und Midrash Rabbah). In der Gemara im Talmud Traktat Megillah 10b heisst es, dass schon die Sanhedrin festlegten, dass das Wort VAYEHI immer eine Tragoedie einleitet. Die Gemara nennt dazu einige Beispiele, von denen das beruehmtes sicher der Beginn der Megillat Esther ist: Und es geschah in der Zeit des Achashverosh….Auf diese Einleitung folgte die uns so bekannte Tragoedie, in welcher Haman die Vernichtung des juedischen Volkes beschloss.
Auch wenn die Einleitung zur Parasha negativ ist, begann doch der Tag mit einem freudigen Ereignis. Es war Rosh Chodesh Nissan (der Beginn des juedischen Monats Nissan) und das Tabernakel (Mischkan) wurde offiziell errichtet (Rashi, Ibn Ezra, Abarbanel). Nachdem die Tempelpriester (Cohanim) in der letzten Parashat Zav ihre Anwesungen erhielten, schritten sie nun zur Tat und begannen ihren Dienst.
Aber noch am selben Tag nahm das Schicksal seinen Lauf. Die zwei aeltesten Soehne Aharons, Nadav und Avihu, brachten ein "fremdes Feuer", welches nicht vom Altar kam (Rabbi Akiva), und entzuendeten darin die Ketoret (verschiedene Pflanzenzutaten fuer die Opferung). Sofort kam ein Feuer vom Himmel, trat in die Nasenloecher von Nadav und Avihu ein und verbrannte ihre Seelen (Neshamot). Leblos fielen die zwei Koerper zu Boden. Die Leichen und deren Kleidung waren vollkommen in Takt, doch die Seelen hatten die Koerper verlassen (Talmud Sanhedrin 52a).
Der Yad Ramah kommentiert hierzu, dass Nadav und Avihu mit ihren Seelen suendigten und so wurden ihre Seelen verbrannt. Rabbeinu Bachya sagt etwas Aehnliches: Sie suendigten mit Feuer und wurden so mit Feuer bestraft. Wie wir wissen und der Degel Machane Ephraim nochmals erwaehnt, sind alle Strafen G-ttes Midah KeNeged Midah. Heisst, wenn wir suendigen, wird uns die Art der Suende zum Verhaengnis. Ein bekanntes Beispiel hierfuer ist die Generation von Noach. Seine Generation suendigte mit Fluessigkeit (Samen bei sexuellen Vergehen) und wurde aufgrunddessen mit Fluessigkeit (Wasser bei der Flut) bestraft.
Zum Tode von Nadav und Avihu gibt es unzaehlige Kommentare. Warum mussten die Soehne Aharons sterben ? Auch wird gesagt, dass Aharon selbst dieses als seine eigene Strafe ansah, denn schliesslich hatte er beim Bau des Goldenen Kalbes mitgeholfen (siehe Parashat Ki Tisa).
Einige Meinungen lauten, dass die Soehne Aharons nicht heiraten wollten und deshalb bestraft wurden. Sie sollen sich als etwas Besseres gefuehlt haben und keine Frau war ihnen gut genug.
Der Talmud Sanhedrin 52a nennt ein anderes Beispiel. Einmal geschah es, dass Nadav und Avihu hinter Moshe und Aharon hinterher gingen und sich fragten, wann denn nun endlich die beiden aelteren Herren sterben wuerden, damit sie selbst die Fuehrung der Israeliten uebernehmen koennen.
Rabbi Samson Raphael Hirsch glaubt, dass Arroganz ihren Tod verursachte. Doch die verbreiteste Meinung ist die des Rabbi Yishmael: Nadav und Avihu waren betrunken als sie ihr Opfer darbrachten. Rabbi Yishmael ersieht diesen Grund aus dem darauffolgenden von G-tt an Aharon gegebenen Gesetz, wonach Tempelpriester (Cohanim) niemals ihren Dienst betrunken ausfuehren duerfen.
Die zwei Talmud Traktate Keritot 13b und Shevuot 23a lehren, dass ein Cohen, der Wein getrunken hat, den Tempel nicht betreten darf. Warum nennt die Thora ausfuehrlich den Wein und nicht ein anderes oder weiteres alkoholisches Getraenk ? Laut Rabbeinu Gershom und Shitah Mekubetzet § 8 zeigt uns das Verbot des Weines an, dass fuer das dieses Vergehen mit dem Tod vom Himmel geahndet wird.
Die Gemara in Keritot 13b faehrt fort, dass wenn der Cohen vor seinem Dienst im Tempel ein anderes alkoholisches Getraenk zu sich nahm, er zwar fuer sein Vergehen verantwortlich ist, doch nicht mit dem Tode bestraft wird.
Gleich nach diesem neuen Gesetz gibt es weitere neue Mitzwot (Gesetze), naemlich die Kashrut. Welche Tiere sind fuer unseren Genuss koscher und welche nicht. Und wieso ueberhaupt koscher ? Was genau bringt uns das ?
Viele sind der Ansicht, dass uns diese Gesetze aus gesundheitlichen Gruenden gegeben wurden. Dennoch, der eigentliche Grund ist nicht materiell, sondern spirituell. Da ein Jude die Kapazitaet fuer ein spirituelles Leben besitzt, gibt uns G-tt spirituelles Essen, damit wir spirituell wachsen koennen. Durch die Einhaltung der Kaschrut - Gesetze steigen wir spirituell auf und erreichen so mehr Kedusha (Heiligkeit). Unsere Neshama (Seele) befindet sich so auf einem viel hoeheren Level. Sobald wir unkoscheres Essen zu uns nehmen, verletzen wir unsere Seele.
Es geht im Leben nicht darum, seine eigenen materiellen Gelueste zu befriedigen; heute habe ich Lust auf Schweinefleisch oder einen Cheeseburger etc. Was bringt uns die kurzweilige Befriedigung ein ? Wenn wir so denken, handeln wir nicht mit unserer Neshama, sondern einem niedrigen Seelenlevel, der Nefesh. Die Nefesh ist sozusagen der tierische Instinkt in uns. Mit dem Einhalten der Kaschrutgesetze sollen wir Disziplin lernen und uns so auf der spirituellen Leiter nach oben bewegen (unter anderem Rabbi Samson Raphael Hirsch).
Zum Schluss moechte ich nochmals auf das Thema Tod zurueckkommen. Vor wenigen Tagen kaufte ich das Buch "Gan HaEmunah" (Garten des Glaubens) von Rabbi Shalom Arush. Rabbi Arush ist wohl der beruehmteste Schueler des Rabbi Eliezer Berland aus der Chassidut Breslov. Gleich zu Beginn seines Buches stellt Rabbi Arush eine sehr interessante Frage: Warum sterben manche Menschen so jung und wie sollen wir ueberhaupt mit dem Tod einer uns nahestehenden Person umgehen ?
Im Judentum haben wir das Konzept der Haschgacha Pratit, G-tt wacht ueber jeden Menschen und legt das genaue Schicksal jedes einzelnen von uns fest. Wieviele Kinder wir haben und mit wem, welchen Beruf wir haben, sind wir arm oder reich etc. bis hinein in die kleinsten Details in unserem Leben. Alles liegt in G-ttes Hand und Er macht keine Fehler. Jeder bekommt das, was er braucht, um seine Lebensaufgabe in dieser Welt erfuellen zu koennen. Alles, was uns in unserem Leben passiert, hat einen bestimmten Zweck, warum es uns passiert und nicht einem anderen.
Wenn G-tt in Seinen Plaenen also keine Fehler macht, dann muss ich auch darauf vertrauen koennen, dass es fuer denjenigen Menschen vorbestimmt war, zu jenem Zeitpunkt zu sterben. Rabbi Arush schreibt, dass G-tt genau festlegt, wann, wo und wie wir sterben. Wenn jemand jung stirbt, dann war das vorher so geplant und G-tt wird Seine Gruende dafuer haben. Gruende, die wir nicht verstehen, doch wenn wir vollstes Vertrauen in G-tt haben, so werden wir leichter den Tod eines Menschen akzeptieren koennen.
Shabbat Shalom
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Kaschrut,
Thora Parasha
Chassidische Gruppen
B"H
Nach einer laengeren Pause moechte ich nun mit der Beschreibung chassidischer Gruppen fortfahren. Die naechste Gruppe, auf die ich naeher eingehen werde, wird Seret - Vishnitz sein.
Danach folgen Toldot Aharon zusammen mit der von ihr abgespaltenen Gruppe Shomrei Emunim (Hueter des Glaubens), Tschernobyl, Satmar, Alexander, Spinka, Karlin, Nadvorna, Bobov, Kaliv und viele andere.
Nach einer laengeren Pause moechte ich nun mit der Beschreibung chassidischer Gruppen fortfahren. Die naechste Gruppe, auf die ich naeher eingehen werde, wird Seret - Vishnitz sein.
Danach folgen Toldot Aharon zusammen mit der von ihr abgespaltenen Gruppe Shomrei Emunim (Hueter des Glaubens), Tschernobyl, Satmar, Alexander, Spinka, Karlin, Nadvorna, Bobov, Kaliv und viele andere.
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Dienstag, April 10, 2007
Chassidut Gur und ihre Braeuche
B"H
Einzelheiten ueber die groesste chassidische Gruppe Israels, die Chassidut Gur (Ger), herauszufinden, endet vielmals in einer Sackgasse. Die Gerer Chassidim koennen zwar sehr offen sein, doch im Internet sind sie so gut wie gar nicht vertreten. Einer der Gruende mag sein, dass die Chassidut Gur sehr viel Wert auf Zniut (relig. Anstand) legt. Somit bleiben sie leider vielen Leuten unbekannt.
Trotz allem habe ich einige wenige vielleicht nicht so bekannte Braeuche der Gerer herausgefunden:
- Es gibt kein spezielles Sidur (Gebetbuch). Ein normales chassidisches Sidur reicht fuer den Synagogendienst aus.
- Die Gerer Chassidim rasieren, wenn moeglich, nicht ihren Bart, sondern lassen ihn wachsen.
- Ihre langen Peyot (Seitenlocken) wickeln sie gerne um die Ohren oder knoten sie am Hinterkopf unter der Kippa zusammen.
- Den bei Chassidim so bekannten Gartel (Guertel) benutzen sie nur an Feiertagen und beim Gebet. Der Guertel wird bei Chassidim ueber dem Kaftan angelegt und hat eine kabbalistische Bedeutung, welche die Trennung des oberen Koerperteils vom unteren repraesentiert.
- Ihr traditioneller langer schwarzer Mantel (Kaftan) kann auch in dunkelblauer Farbe getragen werden. Das Blau drueckt zwar Modernitaet aus, ist aber erlaubt.
- Der Shabbat - Kaftan (Mantel) besitzt vier Knoepfe.
- Einer der frueheren Rebben erliess ein Pyjama - Verbot fuer ledige Gerer Chassidim (Maenner). Die Ledigen sollen bis zu ihrer Hochzeit nur in langen Unterhosen und einem Hemd schlafen. An- und ausgezogen wird sich aus Anstandsgruenden nur unter der Bettdecke. Ob dieser Erlass heute noch gueltig ist, entzieht sich etwas meiner Kenntnis.
Einzelheiten ueber die groesste chassidische Gruppe Israels, die Chassidut Gur (Ger), herauszufinden, endet vielmals in einer Sackgasse. Die Gerer Chassidim koennen zwar sehr offen sein, doch im Internet sind sie so gut wie gar nicht vertreten. Einer der Gruende mag sein, dass die Chassidut Gur sehr viel Wert auf Zniut (relig. Anstand) legt. Somit bleiben sie leider vielen Leuten unbekannt.
Trotz allem habe ich einige wenige vielleicht nicht so bekannte Braeuche der Gerer herausgefunden:
- Es gibt kein spezielles Sidur (Gebetbuch). Ein normales chassidisches Sidur reicht fuer den Synagogendienst aus.
- Die Gerer Chassidim rasieren, wenn moeglich, nicht ihren Bart, sondern lassen ihn wachsen.
- Ihre langen Peyot (Seitenlocken) wickeln sie gerne um die Ohren oder knoten sie am Hinterkopf unter der Kippa zusammen.
- Den bei Chassidim so bekannten Gartel (Guertel) benutzen sie nur an Feiertagen und beim Gebet. Der Guertel wird bei Chassidim ueber dem Kaftan angelegt und hat eine kabbalistische Bedeutung, welche die Trennung des oberen Koerperteils vom unteren repraesentiert.
- Ihr traditioneller langer schwarzer Mantel (Kaftan) kann auch in dunkelblauer Farbe getragen werden. Das Blau drueckt zwar Modernitaet aus, ist aber erlaubt.
- Der Shabbat - Kaftan (Mantel) besitzt vier Knoepfe.
- Einer der frueheren Rebben erliess ein Pyjama - Verbot fuer ledige Gerer Chassidim (Maenner). Die Ledigen sollen bis zu ihrer Hochzeit nur in langen Unterhosen und einem Hemd schlafen. An- und ausgezogen wird sich aus Anstandsgruenden nur unter der Bettdecke. Ob dieser Erlass heute noch gueltig ist, entzieht sich etwas meiner Kenntnis.
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Chassidut,
Chassidut Gur
Sonntag, April 08, 2007
Wasser in der Beit Midrash
B"H
Die chassidische Gruppe Toldot Aharon hat einen einzigartigen Brauch am 7. Tag von Pessach.
Die Chassidim versammeln sich zusammen mit ihrem Rebben (Admor) in der Beit Midrash (relig. Bibliothek) und schuetten Wasser auf den Fussboden. Danach tanzt der Rebbe in solch einer Ekstase, dass es heisst, dass seine Seele (Neshama) sofort zu G-tt hinaufsteigt. Waehrenddessen umringen ihn seine Chassidim und klatschen in die Haende.
In der Chassidut heisst es, dass wenn die Seele des Rebben sich mit G-tt verbindet, automatisch auch die Seelen der Chassidim aufsteigen.
Die chassidische Gruppe Toldot Aharon hat einen einzigartigen Brauch am 7. Tag von Pessach.
Die Chassidim versammeln sich zusammen mit ihrem Rebben (Admor) in der Beit Midrash (relig. Bibliothek) und schuetten Wasser auf den Fussboden. Danach tanzt der Rebbe in solch einer Ekstase, dass es heisst, dass seine Seele (Neshama) sofort zu G-tt hinaufsteigt. Waehrenddessen umringen ihn seine Chassidim und klatschen in die Haende.
In der Chassidut heisst es, dass wenn die Seele des Rebben sich mit G-tt verbindet, automatisch auch die Seelen der Chassidim aufsteigen.
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Chassidut
Samstag, April 07, 2007
Eshet Chayil - Die Rolle der Frau in der haredischen Gesellschaft
B"H
Wer als Aussenstehender der haredischen Frau auf der Strasse begegnet, dem gehen nicht selten saemtliche stereotype Vorurteile durch den Kopf. Eines davon ist fast immer, dass haredische Frauen (Harediot) von der Maennerwelt komplett unterdrueckt werden. Doch wie schaut sie nun wirklich aus, die Rolle der haredischen Frau ?
Zuerst einmal muss man sehr zwischen den internen haredischen Gruppen differenzieren. Die Rolle der Haredit in Israel ist eine andere als der in New York oder London. Auch unterscheidet sich die Haredit in der chassidischen Gesellschaft von der in der litvishen oder der modern – orthodox Gesellschaft.
Fuer die Haredit, welche in die haredische Gesellschaft hineingeboren wird (und nicht spaeter dazustoesst), beginnt die Rolle schon in der fruehesten Kindheit. Mit drei Jahren gehen sie in den haredischen Kindergarten und kurz darauf in die Maedchenschule Beit Yaakov. Fast jede chassidische Gruppe hat ihr eigenes Beit Yaakov und falls nicht, traegt die Schule einen anderen Namen, doch das Schulsystem bleibt gleich. Fuer die litvishen Harediot gibt es ein extra Beit Yaakov.
Das System des Beit Yaakov wird in Israel anders gehandhabt als im Ausland. In New York oder anderswo ist die Schule wesentlich offener und weltlicher als in Israel. Dazu kommt, dass im Ausland der Lernstoff viel intellektueller ist. Intern gilt die Sitte, dass israel. Haredim ungern Frauen heiraten, die auf auslaend. Batei Yaakov waren. Sie werden als zu modern eingestuft.
Was lernt man nun auf Beit Yaakov oder einer haredischen Schule ? Auch hier gibt es wieder die beruehmten Unterschiede zwischen Chassidim und Litvish. Allgemein lernen die Maedchen Thora, Kindererziehung, Haushaltsfuehrung, Mathematik, Geographie, Geschichte und Psalmen (Tehillim). Das vermittelte Thorawissen ist auf keinem hohem Level, sondern wird vielmals auf ein Minimum beschraenkt. Talmud steht nicht auf dem Lernplan. Hierzu wird gerne ein Satz aus dem Talmud selbst zitiert, nachdem Frauen andere Aufgaben haben als Maenner und zu diesen Aufgaben gehoert nicht der Talmud. Man kann den zitierten Satz im Talmud auch anders auslegen, aber die meisten Frauen koennen sich diesbezueglich nicht mit Gegenzitaten wehren, denn die sind ihnen unbekannt.
Anders liegt der Fall bei Chabad. Dort legte der letzte Lubawitscher Rebbe Menachem Mendel Schneerson fest, dass eine Frau Talmud lernen muss. Bei der Mehrheit der chassidischen Gruppen stehen auch keine Fremdsprachen auf dem Lehrplan.
Von der Schulbank kommen die jungen Harediot im Alter von 17 oder 18 Jahren direkt auf den Heiratsmarkt, um ihren Shidduch (zukuenftigen Ehepartner) finden. In die israel. Armee werden sie nicht eingezogen und sie leisten auch keinen Sozialdienst (Sherut Leumi) wie ihre "Kolleginnen" bei den Nationalreligioesen.
Von kleinauf wird die Haredit auf ein Familienleben vorbereitet. Sie soll einen guten Ehepartner finden, vorzugsweise jemanden, der Thora lernt. Zu erwaehnen ist, dass sich heutzutage viele Ansichten schon geaendert haben. Zumindest bei vielen auslaendischen litvishen Haredim. Dort sollte der Ehemann schon arbeiten und Geld verdienen. In streng chassidischen Kreisen ist das unvorstellbar. Dort muss der Mann lernen und die Frau verdient das Geld und versorgt gleichzeitig den Haushalt. In der Chassidut Gur sind viele Ehemaenner hilfsbereit und teilen sich mit ihren Frauen die Hausarbeit. Bei der Chassidut Belz dagegen wird die Ehefrau als schlampig betrachtet, wenn sie nicht all ihre Pflichten erfuellt. Heisst, neben dem Job nicht auch noch die Hausarbeit allein verrichtet.
Die Hauptaufgabe der haredischen Frau besteht in der Haushaltsfuehrung einschliesslich Kindererziehung. Womit sich der Mann in den freien Stunden nach dem Thorastudium beschaeftigt, weiss sie oft nicht. Sie sollte die perfekte Eshet Chayil und natuerlich anstaendig sein. Anstaendige religioese Kleidung tragen und sich dementsprechend in der Oeffentlichkeit verhalten.
Neben dem Haushalt geht sie zu Shiurim (relig. Vortraegen) oder zu Treffen mit anderen Harediot aus der gleichen Gruppe. Naehkurse, Kochkurse oder Musikgruppen werden als Freizeitprogramm angeboten. Diese Frauengruppen unternehmen auch gemeinschaftliche Ausfluege. Fast immer zu Graebern beruehmter Rabbis oder Synagogen. Auch hat jede chassidische Gruppe ihre eigene Frauengruppe fuer soziale Zwecke. Krankenhausbesuche, Spendensammlungen etc.
In der haredischen Presse hat sie keinen Platz. Selten wird ueber Frauen berichtet geschweige denn werden Artikel von weiblichen Autoren veroeffentlicht. Photos von Frauen gibt es in der haredischen Presse ueberhaupt nicht.
Bis hierher scheint alles nach der stereotypen Meinung abzulaufen, doch geht es in vielen Familien oft ganz anders zu. Nicht selten lehrt der Ehemann der Frau daheim Talmud und fragt sie um Rat in allen Lebenslagen. Sogar innerhalb chassidischer Gruppen gibt es beruehmte Rabbaniot, Ehefrauen der Rabbiner bzw. der Rebbes. So erreichte die Ehefrau des ehemaligen Rebbe der Satmarer Chassidim fast Popstarkult. Feiga Teitelbaum war aeusserst populaer, auch bei den Maennern. Von jedem wurde sie um Rat gebeten. Eine fruehere Rabbanit und Ehefrau eines ehemaligen Rebben von den Vishnitzer Chassidim steht im Ruf die Chassidut gemanagt zu haben. Was immer sie sagte, fuehrte ihr Mann aus. Genauso die Frau des Rebben der Belzer Chassidim. Sie dient als Vorbild fuer die Frauen in der Gruppe.
Bei der Chassidut Gur dagegen spielen die Frauen die geringste Rolle. Gur ist immer auf Anstand bedacht und sehr vorsichtig in Frauen – u. Maennerangelegenheiten.
Vielleicht in chassidischen Kreisen weniger, doch bei den litvishen oder den modern –orthodox kann sich die Frau sehr wohl verwirklichen. Am ehesten, wenn diese Frauen aus dem Ausland kommen. Unter amerikanischen Harediot gibt es Universitaetsprofessorinnen, Anwaeltinnen, Wissenschaftlehrinnen, Aerztinnen etc. Andererseits kenne ich Chassidiot mit Doktortiteln.
Fuer israelische Harediot ist eine Universitaetsausbildung so gut wie unmoeglich. Nicht nur, dass die Uni als unanstaendiger Platz ansehen wird (Maenner und Frauen lernen zusammen), sondern vielmehr weil eine Beit Yaakov Schulbildung fuer die Aufnahme an eine Uni nicht ausreicht.
Jetzt fragen sicher viele, wie die Frauen solch ein Leben mitmachen koennen. Sie muessten doch so schnell wie moeglich entkommen.
Nun, das ist genau das, was der Aussenstehende denkt. Aber nicht meine persoenliche Meinung ist ausschlagebend. Was ich fuer richtig und modern ansehe, muss ein anderer noch lange nicht so sehen.
Wer mit Harediot spricht, der wird in den seltensten Faellen das Wort Feminismus hoeren. Wer so aufwaechst wie sie, der kennt die andere (unsere) Welt nicht und vermisst auch nichts. Im Gegenteil, mir ist aufgefallen, dass Harediot manchmal etwas arrogant auf nichtreligioese juedische Frauen herabsehen. Schliesslich fuehren sie in ihren eigenen Augendas perfekte religioese Leben.
Natuerlich ist keine Welt perfekt, auch nicht die haredische. Eheprobleme oder Probleme innerhalb der Gruppe werden so gut wie nie nach aussen getragen. Es gibt interne Beratungsstellen.
Jede Frau muss wissen, in welcher Gesellschaft sie sich wohlfuehlt. Kommt es in der haredischen Familie nicht unbedingt zu Komplikationen, so wird sich die Frau sicher wohlfuehlen. Probleme kommen dann auf, sobald sich die Frau nicht anpasst oder gar scheiden laesst. Sollte sie rebellieren oder vor den Beit Din Scheidungsrabbis stehen, dann kommt sie garantiert mit der herrschenden Maennerwelt in Kontakt.
Jede Rebellion gegen das System hat noch nie etwas gebracht. Die alles beherrschenden Rabbis koennen nur mit relig. Argumenten ueberzeugt werden, was manchmal Generationen dauern kann.
Eines ist aber sicher: Was ich daheim in meinen vier Waenden mit meinem Ehepartner mache, geht keinen etwas an. Auch nicht die wachsamen Nachbarn.
Zum Schluss sollte ich erwaehnen, dass ich in meiner Beschreibung die sephardischen Harediot ausgelassen habe. In der sephardischen Gesellschaft schaut die Rolle der Frau wesentlich anders aus. Dort sind eventuelle akademische Ausbildungen von der Maennerwelt total unerwuenscht, einschliesslich hoehere akademische Studien ueber das Judentum.
Wer als Aussenstehender der haredischen Frau auf der Strasse begegnet, dem gehen nicht selten saemtliche stereotype Vorurteile durch den Kopf. Eines davon ist fast immer, dass haredische Frauen (Harediot) von der Maennerwelt komplett unterdrueckt werden. Doch wie schaut sie nun wirklich aus, die Rolle der haredischen Frau ?
Zuerst einmal muss man sehr zwischen den internen haredischen Gruppen differenzieren. Die Rolle der Haredit in Israel ist eine andere als der in New York oder London. Auch unterscheidet sich die Haredit in der chassidischen Gesellschaft von der in der litvishen oder der modern – orthodox Gesellschaft.
Fuer die Haredit, welche in die haredische Gesellschaft hineingeboren wird (und nicht spaeter dazustoesst), beginnt die Rolle schon in der fruehesten Kindheit. Mit drei Jahren gehen sie in den haredischen Kindergarten und kurz darauf in die Maedchenschule Beit Yaakov. Fast jede chassidische Gruppe hat ihr eigenes Beit Yaakov und falls nicht, traegt die Schule einen anderen Namen, doch das Schulsystem bleibt gleich. Fuer die litvishen Harediot gibt es ein extra Beit Yaakov.
Das System des Beit Yaakov wird in Israel anders gehandhabt als im Ausland. In New York oder anderswo ist die Schule wesentlich offener und weltlicher als in Israel. Dazu kommt, dass im Ausland der Lernstoff viel intellektueller ist. Intern gilt die Sitte, dass israel. Haredim ungern Frauen heiraten, die auf auslaend. Batei Yaakov waren. Sie werden als zu modern eingestuft.
Was lernt man nun auf Beit Yaakov oder einer haredischen Schule ? Auch hier gibt es wieder die beruehmten Unterschiede zwischen Chassidim und Litvish. Allgemein lernen die Maedchen Thora, Kindererziehung, Haushaltsfuehrung, Mathematik, Geographie, Geschichte und Psalmen (Tehillim). Das vermittelte Thorawissen ist auf keinem hohem Level, sondern wird vielmals auf ein Minimum beschraenkt. Talmud steht nicht auf dem Lernplan. Hierzu wird gerne ein Satz aus dem Talmud selbst zitiert, nachdem Frauen andere Aufgaben haben als Maenner und zu diesen Aufgaben gehoert nicht der Talmud. Man kann den zitierten Satz im Talmud auch anders auslegen, aber die meisten Frauen koennen sich diesbezueglich nicht mit Gegenzitaten wehren, denn die sind ihnen unbekannt.
Anders liegt der Fall bei Chabad. Dort legte der letzte Lubawitscher Rebbe Menachem Mendel Schneerson fest, dass eine Frau Talmud lernen muss. Bei der Mehrheit der chassidischen Gruppen stehen auch keine Fremdsprachen auf dem Lehrplan.
Von der Schulbank kommen die jungen Harediot im Alter von 17 oder 18 Jahren direkt auf den Heiratsmarkt, um ihren Shidduch (zukuenftigen Ehepartner) finden. In die israel. Armee werden sie nicht eingezogen und sie leisten auch keinen Sozialdienst (Sherut Leumi) wie ihre "Kolleginnen" bei den Nationalreligioesen.
Von kleinauf wird die Haredit auf ein Familienleben vorbereitet. Sie soll einen guten Ehepartner finden, vorzugsweise jemanden, der Thora lernt. Zu erwaehnen ist, dass sich heutzutage viele Ansichten schon geaendert haben. Zumindest bei vielen auslaendischen litvishen Haredim. Dort sollte der Ehemann schon arbeiten und Geld verdienen. In streng chassidischen Kreisen ist das unvorstellbar. Dort muss der Mann lernen und die Frau verdient das Geld und versorgt gleichzeitig den Haushalt. In der Chassidut Gur sind viele Ehemaenner hilfsbereit und teilen sich mit ihren Frauen die Hausarbeit. Bei der Chassidut Belz dagegen wird die Ehefrau als schlampig betrachtet, wenn sie nicht all ihre Pflichten erfuellt. Heisst, neben dem Job nicht auch noch die Hausarbeit allein verrichtet.
Die Hauptaufgabe der haredischen Frau besteht in der Haushaltsfuehrung einschliesslich Kindererziehung. Womit sich der Mann in den freien Stunden nach dem Thorastudium beschaeftigt, weiss sie oft nicht. Sie sollte die perfekte Eshet Chayil und natuerlich anstaendig sein. Anstaendige religioese Kleidung tragen und sich dementsprechend in der Oeffentlichkeit verhalten.
Neben dem Haushalt geht sie zu Shiurim (relig. Vortraegen) oder zu Treffen mit anderen Harediot aus der gleichen Gruppe. Naehkurse, Kochkurse oder Musikgruppen werden als Freizeitprogramm angeboten. Diese Frauengruppen unternehmen auch gemeinschaftliche Ausfluege. Fast immer zu Graebern beruehmter Rabbis oder Synagogen. Auch hat jede chassidische Gruppe ihre eigene Frauengruppe fuer soziale Zwecke. Krankenhausbesuche, Spendensammlungen etc.
In der haredischen Presse hat sie keinen Platz. Selten wird ueber Frauen berichtet geschweige denn werden Artikel von weiblichen Autoren veroeffentlicht. Photos von Frauen gibt es in der haredischen Presse ueberhaupt nicht.
Bis hierher scheint alles nach der stereotypen Meinung abzulaufen, doch geht es in vielen Familien oft ganz anders zu. Nicht selten lehrt der Ehemann der Frau daheim Talmud und fragt sie um Rat in allen Lebenslagen. Sogar innerhalb chassidischer Gruppen gibt es beruehmte Rabbaniot, Ehefrauen der Rabbiner bzw. der Rebbes. So erreichte die Ehefrau des ehemaligen Rebbe der Satmarer Chassidim fast Popstarkult. Feiga Teitelbaum war aeusserst populaer, auch bei den Maennern. Von jedem wurde sie um Rat gebeten. Eine fruehere Rabbanit und Ehefrau eines ehemaligen Rebben von den Vishnitzer Chassidim steht im Ruf die Chassidut gemanagt zu haben. Was immer sie sagte, fuehrte ihr Mann aus. Genauso die Frau des Rebben der Belzer Chassidim. Sie dient als Vorbild fuer die Frauen in der Gruppe.
Bei der Chassidut Gur dagegen spielen die Frauen die geringste Rolle. Gur ist immer auf Anstand bedacht und sehr vorsichtig in Frauen – u. Maennerangelegenheiten.
Vielleicht in chassidischen Kreisen weniger, doch bei den litvishen oder den modern –orthodox kann sich die Frau sehr wohl verwirklichen. Am ehesten, wenn diese Frauen aus dem Ausland kommen. Unter amerikanischen Harediot gibt es Universitaetsprofessorinnen, Anwaeltinnen, Wissenschaftlehrinnen, Aerztinnen etc. Andererseits kenne ich Chassidiot mit Doktortiteln.
Fuer israelische Harediot ist eine Universitaetsausbildung so gut wie unmoeglich. Nicht nur, dass die Uni als unanstaendiger Platz ansehen wird (Maenner und Frauen lernen zusammen), sondern vielmehr weil eine Beit Yaakov Schulbildung fuer die Aufnahme an eine Uni nicht ausreicht.
Jetzt fragen sicher viele, wie die Frauen solch ein Leben mitmachen koennen. Sie muessten doch so schnell wie moeglich entkommen.
Nun, das ist genau das, was der Aussenstehende denkt. Aber nicht meine persoenliche Meinung ist ausschlagebend. Was ich fuer richtig und modern ansehe, muss ein anderer noch lange nicht so sehen.
Wer mit Harediot spricht, der wird in den seltensten Faellen das Wort Feminismus hoeren. Wer so aufwaechst wie sie, der kennt die andere (unsere) Welt nicht und vermisst auch nichts. Im Gegenteil, mir ist aufgefallen, dass Harediot manchmal etwas arrogant auf nichtreligioese juedische Frauen herabsehen. Schliesslich fuehren sie in ihren eigenen Augendas perfekte religioese Leben.
Natuerlich ist keine Welt perfekt, auch nicht die haredische. Eheprobleme oder Probleme innerhalb der Gruppe werden so gut wie nie nach aussen getragen. Es gibt interne Beratungsstellen.
Jede Frau muss wissen, in welcher Gesellschaft sie sich wohlfuehlt. Kommt es in der haredischen Familie nicht unbedingt zu Komplikationen, so wird sich die Frau sicher wohlfuehlen. Probleme kommen dann auf, sobald sich die Frau nicht anpasst oder gar scheiden laesst. Sollte sie rebellieren oder vor den Beit Din Scheidungsrabbis stehen, dann kommt sie garantiert mit der herrschenden Maennerwelt in Kontakt.
Jede Rebellion gegen das System hat noch nie etwas gebracht. Die alles beherrschenden Rabbis koennen nur mit relig. Argumenten ueberzeugt werden, was manchmal Generationen dauern kann.
Eines ist aber sicher: Was ich daheim in meinen vier Waenden mit meinem Ehepartner mache, geht keinen etwas an. Auch nicht die wachsamen Nachbarn.
Zum Schluss sollte ich erwaehnen, dass ich in meiner Beschreibung die sephardischen Harediot ausgelassen habe. In der sephardischen Gesellschaft schaut die Rolle der Frau wesentlich anders aus. Dort sind eventuelle akademische Ausbildungen von der Maennerwelt total unerwuenscht, einschliesslich hoehere akademische Studien ueber das Judentum.
Donnerstag, April 05, 2007
Juden, Kreuzritter und Mazzot
B"H
Ich habe gerade das Buch THE CRUSADES (Die Kreuzritter) von Robert Payne gelesen und kann es an die diejenigen weiterempfehlen, die an der Geschichte der Kreuzritter bis ins kleinste Detail interessiert sind. Saemtliche Koenige Jerusalems sowie die Kriege zwischen den Kreuzritter und den Moslems (vor allem Saladin) wurden sehr ausfuehrlich beschrieben.
Was in dem Buch voellig fehlte, waren die Morde der Kreuzritter an der juedischen Bevoelkerung. Sei es noch in Europa oder bei ihrer Ankunft in Jerusalem.
Auch fehlte das Kapitel ueber die Diebstaehle der Kreuzritter.
Bis heute geht man davon aus, dass sich die ehemalige Tempel - Menora im Vatikan befindet. Gestohlen von den Roemern nach der Tempelzerstoerung.
Aber nicht nur das; auch die Kreuzritter bedienten sich spaeter an diversen Gegenstaenden.
Bis heute weigert sich der Vatikan Auskunft zu erteilen. ca. einmal pro Jahr fahren die beiden israelischen Oberrabbiner zum Papst und hoffen auf Auskuenfte. Nichts. Der Vatikan schweigt und schwieg auch dann als die israel. Regierung Geld bot, die Menora zurueckzukaufen.
Wer die beste juedische Bibliothek sehen will, der muss in den Vatikan gehen. Dort befinden sich sogar die Originalschriften des Rambam (Maimonides). Auch hier huellt sich der Vatikan in Schweigen und verweigert jegliche Rueckgabe.
Vor allem jetzt zu Pessach werden wir an weitere Judenverfolgungen im Mittelalter erinnert. Damals wurden Juden beschuldigt, christl. Kinder getoetet zu haben, um deren Blut fuer das Backen der Mazzes (Mazzot) zu verwenden. Tausende von Juden wurden unschuldig hingerichtet.
Dieses Thema kam vor allem bei Rabbi Machlis am Shabbat vor Pessach zur Sprache, da in der Thoralesung (Zav) selbst der Genuss jeglichen Blutes fuer Juden verboten ist.
Rabbi Machlis erzaehlte, dass sogar noch im Jahre 1972 sein Bruder gefragt wurde, ob die Juden Mazzot mit Blut backen. Im Jahre 1972 in New York.
Aber was ist 1972 ? Ich wurde das im Jahre 1998 gefragt. In Deutschland, von einer polnischen Chrisitin.
Ich habe gerade das Buch THE CRUSADES (Die Kreuzritter) von Robert Payne gelesen und kann es an die diejenigen weiterempfehlen, die an der Geschichte der Kreuzritter bis ins kleinste Detail interessiert sind. Saemtliche Koenige Jerusalems sowie die Kriege zwischen den Kreuzritter und den Moslems (vor allem Saladin) wurden sehr ausfuehrlich beschrieben.
Was in dem Buch voellig fehlte, waren die Morde der Kreuzritter an der juedischen Bevoelkerung. Sei es noch in Europa oder bei ihrer Ankunft in Jerusalem.
Auch fehlte das Kapitel ueber die Diebstaehle der Kreuzritter.
Bis heute geht man davon aus, dass sich die ehemalige Tempel - Menora im Vatikan befindet. Gestohlen von den Roemern nach der Tempelzerstoerung.
Aber nicht nur das; auch die Kreuzritter bedienten sich spaeter an diversen Gegenstaenden.
Bis heute weigert sich der Vatikan Auskunft zu erteilen. ca. einmal pro Jahr fahren die beiden israelischen Oberrabbiner zum Papst und hoffen auf Auskuenfte. Nichts. Der Vatikan schweigt und schwieg auch dann als die israel. Regierung Geld bot, die Menora zurueckzukaufen.
Wer die beste juedische Bibliothek sehen will, der muss in den Vatikan gehen. Dort befinden sich sogar die Originalschriften des Rambam (Maimonides). Auch hier huellt sich der Vatikan in Schweigen und verweigert jegliche Rueckgabe.
Vor allem jetzt zu Pessach werden wir an weitere Judenverfolgungen im Mittelalter erinnert. Damals wurden Juden beschuldigt, christl. Kinder getoetet zu haben, um deren Blut fuer das Backen der Mazzes (Mazzot) zu verwenden. Tausende von Juden wurden unschuldig hingerichtet.
Dieses Thema kam vor allem bei Rabbi Machlis am Shabbat vor Pessach zur Sprache, da in der Thoralesung (Zav) selbst der Genuss jeglichen Blutes fuer Juden verboten ist.
Rabbi Machlis erzaehlte, dass sogar noch im Jahre 1972 sein Bruder gefragt wurde, ob die Juden Mazzot mit Blut backen. Im Jahre 1972 in New York.
Aber was ist 1972 ? Ich wurde das im Jahre 1998 gefragt. In Deutschland, von einer polnischen Chrisitin.
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Juedische Geschichte
Mittwoch, April 04, 2007
Omer Zaehlung - Sefirat HaOmer
B"H
Gestern abend haben wir begonnen, das Omer zu zaehlen (49 Tage bis zum Empfang der Thora an Shavuot). Wer das Omer mitzaehlen will:
Baruch ata HaShem, Elokenu Melech HaOlam, ascher kidischanu be' Mitzwotav ve ziwavu al Sefirat HaOmer. Hayom yom sheni la Omer.
Dies ist die Zaehlung fuer heute abend, der 2. im Omer. Bei dem Segen habe ich die Namen G-ttes nicht ausgeschrieben. Ihr findet die Zaehlung in jedem Sidur und falls jemand vergisst, am Abend zu zaehlen, kann er es am darauffolgenden Tag ohne Segen sagen.
Beispiel: Hayom yom sheni la'Omer.
Gestern abend haben wir begonnen, das Omer zu zaehlen (49 Tage bis zum Empfang der Thora an Shavuot). Wer das Omer mitzaehlen will:
Baruch ata HaShem, Elokenu Melech HaOlam, ascher kidischanu be' Mitzwotav ve ziwavu al Sefirat HaOmer. Hayom yom sheni la Omer.
Dies ist die Zaehlung fuer heute abend, der 2. im Omer. Bei dem Segen habe ich die Namen G-ttes nicht ausgeschrieben. Ihr findet die Zaehlung in jedem Sidur und falls jemand vergisst, am Abend zu zaehlen, kann er es am darauffolgenden Tag ohne Segen sagen.
Beispiel: Hayom yom sheni la'Omer.
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Halacha
Birkat HaCohanim an der Klagemauer (Kotel)
B"H
Morgen frueh, am Ende des Morgengebetes Shacharit, findet an der Klagemauer (Kotel) der traditionelle beruehmte Segen der Cohanim (Tempelpriester) statt. ca. gegen 8.30 Uhr frueh israel. Zeit.
Fuer all jene, die nicht live dabei sein koennen, hier ein Video:
Und hier ein Link fuer Live - Bilder:
http://www.aish.com/wallcam/
Morgen frueh, am Ende des Morgengebetes Shacharit, findet an der Klagemauer (Kotel) der traditionelle beruehmte Segen der Cohanim (Tempelpriester) statt. ca. gegen 8.30 Uhr frueh israel. Zeit.
Fuer all jene, die nicht live dabei sein koennen, hier ein Video:
Und hier ein Link fuer Live - Bilder:
http://www.aish.com/wallcam/
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Jerusalem
Dienstag, April 03, 2007
Teachings von Chassidut Gur
B"H
Hier zwei Teachings von der gestrigen Seder bei Chassidut Gur:
Wir lesen in der Pessach - Haggadah "Nitzak" - Wir schrien auf...
Die Kinder Israels schrien auf zu G-tt und baten Ihn um Hilfe, dass er sie von den Leiden in Aegypten erloese.
Dieses Aufschreien zu G-tt ist sehr wichtig. Nicht nur damals fuer die Israeliten in Aegypten, sondern auch heute fuer uns. Wenn wir ein Problem haben, sollen wir zuerst zu G-tt aufschreien und Ihn um Hilfe bitten. Nachher koennen wir immer noch ueber weitere Loesungen und Wege nachdenken. An erster Stelle sollte aber immer erst G-tt stehen.
Pessach steht fuer die Freiheit der Juden aus der aegyptischen Sklaverei. Als die Juden auszogen, dauerte es noch sehr lange, ehe sie lernten, ihre neue Freiheit richtig zu nutzen. Zu sehr waren sie psychisch noch in der Sklavenwelt gefangen und wussten mit ihrem neuen Leben nichts Richtiges anzufangen. Das aenderte sich erst nach dem Empfang der Thora am Berg Sinai.
Und wie verhalten wir uns heute ? Wissen wir etwas mit unserer Freiheit anzufangen und nutzen wir sie richtig ?
Vielleicht regen diese Gedanken den einen oder anderen zum Nachdenken an.
Hier zwei Teachings von der gestrigen Seder bei Chassidut Gur:
Wir lesen in der Pessach - Haggadah "Nitzak" - Wir schrien auf...
Die Kinder Israels schrien auf zu G-tt und baten Ihn um Hilfe, dass er sie von den Leiden in Aegypten erloese.
Dieses Aufschreien zu G-tt ist sehr wichtig. Nicht nur damals fuer die Israeliten in Aegypten, sondern auch heute fuer uns. Wenn wir ein Problem haben, sollen wir zuerst zu G-tt aufschreien und Ihn um Hilfe bitten. Nachher koennen wir immer noch ueber weitere Loesungen und Wege nachdenken. An erster Stelle sollte aber immer erst G-tt stehen.
Pessach steht fuer die Freiheit der Juden aus der aegyptischen Sklaverei. Als die Juden auszogen, dauerte es noch sehr lange, ehe sie lernten, ihre neue Freiheit richtig zu nutzen. Zu sehr waren sie psychisch noch in der Sklavenwelt gefangen und wussten mit ihrem neuen Leben nichts Richtiges anzufangen. Das aenderte sich erst nach dem Empfang der Thora am Berg Sinai.
Und wie verhalten wir uns heute ? Wissen wir etwas mit unserer Freiheit anzufangen und nutzen wir sie richtig ?
Vielleicht regen diese Gedanken den einen oder anderen zum Nachdenken an.
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Chassidut,
Chassidut Gur
Die Seder
B"H
In Israel ist der erste Pessach - Feiertag gerade vorbei, im Ausland dagegen haengen die Juden noch einen 2. Tag dran und feiern heute abend ihre zweite Pessach - Seder. Wir Israelis sind froh, die eine Seder gut ueberstanden zu haben und mir persoenlich reicht mir diese eine Seder pro Jahr, und ich beneide die in der Diaspora lebenden Juden nicht.
Wir verbrachten unsere gestrige Seder bei Chassidut Gur (den Gerer Chassidim). Da ich sehr viele chassidische Braeuche halte, muss ich jedesmal an Pessach eine chassidische Seder haben. Ein Unterschied zwischen den Chassidim und anderen Juden ist, dass bei den Chassidim kein "Gebrochts" (keine Mazzeknoedelbaellchen) gegessen werden. Alles aus Mazzeteig in Wasser getaucht ist fuer Chassidim an Pessach verboten. Andere Juden, die den Brauch nicht halten, lieben es, an der Seder Mazzeknoedelsuppe zu essen.
Zur Seder bei den Chassidim hatte ich natuerlich meine anstaendige relig. Garderobe angezogen. Nach einige Seiten beim Lesen der Haggadah, hatte ich mich auch an das Yiddishe bzw. der ashkenazischen Aussprache des hebrae. Textes gewoehnt. Die Seder war zwar von Chassidut Gur, doch waren deren Verwandte (Bobover Chassidim) aus New York - Boro Park anwesend und so war alles ein Gemisch aus Gur und Bobov. Ich lernte nach einigem Nachfragen, dass beide chassidische Gruppen keine extra internen Regeln fuer Pessach haben, wie Chabad oder Belz.
Nein, bei Gur und Bobov laeuft alles ganz normal ab wie anderswo auch. Nur der Synagogenservice dauert, wie ueblich bei den Chassidim, sehr lange und so begannen wir die Seder erst um 21.30 Uhr. Die Maenner kamen im Streimel (der traditionellen Pelzmuetze) von der Synagoge und weder bei Gur noch bei Bobov wird Festtagsgarderobe angelegt. Bei chassidischen Gruppen aus Rumaenien oder Ungarn werden glaenzende Gewaender getragen, doch bei Gur und Bobov nur der uebliche schwarze Kaftan. Dennoch, an Pessach ist etwas anders: Die Maenner ziehen aufgrund des Feiertages einen weissen Kittel ueber den Kaftan.
Mitten in der Seder wurde das "Wichtigste" aufgefahren: Das Essen. Ich bin jetzt noch voellig platt vom vielen Essen. Gefillte Fisch, gebackener Lachs, Huehnchensuppe, Salate, Pasteten (Kugel), Beilagen, Fleisch und Huhn und zum Schluss Erdbeerkompott. Nicht zu vergessen die tollen handgemachten Mazzot.
Jetzt bin ich erstmal auf Diaet.
In Israel ist der erste Pessach - Feiertag gerade vorbei, im Ausland dagegen haengen die Juden noch einen 2. Tag dran und feiern heute abend ihre zweite Pessach - Seder. Wir Israelis sind froh, die eine Seder gut ueberstanden zu haben und mir persoenlich reicht mir diese eine Seder pro Jahr, und ich beneide die in der Diaspora lebenden Juden nicht.
Wir verbrachten unsere gestrige Seder bei Chassidut Gur (den Gerer Chassidim). Da ich sehr viele chassidische Braeuche halte, muss ich jedesmal an Pessach eine chassidische Seder haben. Ein Unterschied zwischen den Chassidim und anderen Juden ist, dass bei den Chassidim kein "Gebrochts" (keine Mazzeknoedelbaellchen) gegessen werden. Alles aus Mazzeteig in Wasser getaucht ist fuer Chassidim an Pessach verboten. Andere Juden, die den Brauch nicht halten, lieben es, an der Seder Mazzeknoedelsuppe zu essen.
Zur Seder bei den Chassidim hatte ich natuerlich meine anstaendige relig. Garderobe angezogen. Nach einige Seiten beim Lesen der Haggadah, hatte ich mich auch an das Yiddishe bzw. der ashkenazischen Aussprache des hebrae. Textes gewoehnt. Die Seder war zwar von Chassidut Gur, doch waren deren Verwandte (Bobover Chassidim) aus New York - Boro Park anwesend und so war alles ein Gemisch aus Gur und Bobov. Ich lernte nach einigem Nachfragen, dass beide chassidische Gruppen keine extra internen Regeln fuer Pessach haben, wie Chabad oder Belz.
Nein, bei Gur und Bobov laeuft alles ganz normal ab wie anderswo auch. Nur der Synagogenservice dauert, wie ueblich bei den Chassidim, sehr lange und so begannen wir die Seder erst um 21.30 Uhr. Die Maenner kamen im Streimel (der traditionellen Pelzmuetze) von der Synagoge und weder bei Gur noch bei Bobov wird Festtagsgarderobe angelegt. Bei chassidischen Gruppen aus Rumaenien oder Ungarn werden glaenzende Gewaender getragen, doch bei Gur und Bobov nur der uebliche schwarze Kaftan. Dennoch, an Pessach ist etwas anders: Die Maenner ziehen aufgrund des Feiertages einen weissen Kittel ueber den Kaftan.
Mitten in der Seder wurde das "Wichtigste" aufgefahren: Das Essen. Ich bin jetzt noch voellig platt vom vielen Essen. Gefillte Fisch, gebackener Lachs, Huehnchensuppe, Salate, Pasteten (Kugel), Beilagen, Fleisch und Huhn und zum Schluss Erdbeerkompott. Nicht zu vergessen die tollen handgemachten Mazzot.
Jetzt bin ich erstmal auf Diaet.
Sonntag, April 01, 2007
Pessach kostet Geld
B"H
Nicht nur fuer uns Normalverbraucher ist Pessach eine teure Angelegenheit, sondern auch fuer diejenigen Kaffeehausbesitzer, die an den Feiertagen geoeffnet haben. Erst muss das Cafe bzw. Restaurant von unten bis oben geputzt werden und danach kommt an den Feiertagen taeglich ein Koscherexperte vom Rabbinat vorbei. Dieser ueberwacht die gesamte Kueche solange das Cafe geoeffnet ist und bekommt dafuer sage und schreibe 50 Shekel / 10 Euro pro Std.
Viele Besitzer von kleinen Cafes machen den Wucher nicht mit und schliessen lieber ueber die Feiertage.
Nicht nur fuer uns Normalverbraucher ist Pessach eine teure Angelegenheit, sondern auch fuer diejenigen Kaffeehausbesitzer, die an den Feiertagen geoeffnet haben. Erst muss das Cafe bzw. Restaurant von unten bis oben geputzt werden und danach kommt an den Feiertagen taeglich ein Koscherexperte vom Rabbinat vorbei. Dieser ueberwacht die gesamte Kueche solange das Cafe geoeffnet ist und bekommt dafuer sage und schreibe 50 Shekel / 10 Euro pro Std.
Viele Besitzer von kleinen Cafes machen den Wucher nicht mit und schliessen lieber ueber die Feiertage.
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Feiertage
Der Blog an Pessach
B"H
Ich werde an den Pessachfeiertagen einige Beitraege schreiben, um etwas Feiertagsstimmung aus Jerusalem in die Welt zu senden.
Allerdings wird die Thoraparasha fuer diesen Shabbat (die Pessach - Parasha) ausfallen. Die naechste Parsha schreibe ich erst wieder nach Pessach (Parashat Shemini).
Chag Sameach - Schoene Feiertag an alle.
Miriam
Ich werde an den Pessachfeiertagen einige Beitraege schreiben, um etwas Feiertagsstimmung aus Jerusalem in die Welt zu senden.
Allerdings wird die Thoraparasha fuer diesen Shabbat (die Pessach - Parasha) ausfallen. Die naechste Parsha schreibe ich erst wieder nach Pessach (Parashat Shemini).
Chag Sameach - Schoene Feiertag an alle.
Miriam
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