Sonntag, Juli 26, 2009

Muss man vor dem Tisha Be'Av herumstinken ?

Cartoon: CheapnJuicy


B"H

Alle Jahre wieder nervt mich das gleiche Thema über und über:

Mit dem Monatsbeginn des AV (Rosh Chodesh AV) fangen die neun speziellen Tage vor dem Tisha Be'Av an. Eine Trauerperiode mit strengen Regeln, die in den 25 - stündigen Fastentag Tisha Be'Av (9. des Monat AV) übergeht. Wobei der Tisha Be'Av selbst (der Tag, an welchem beide Tempel zerstört worden sind) zusätzlich die gleichen Regeln wie am Yom Kippur (Versöhnungstag) gelten. FAST alle Regeln, denn arbeiten oder Busfahren sind allgemein erlaubt.
Doch dazu in diesen Tagen noch mehr !

Eine der Regeln für die neun Tage vor dem Tisha Be'Av lautet "sich nicht zu waschen", außer am Schabbat. Keine Haare, kein nichts.
Dies ist der Brauch bei aschkenazischen Juden und sephardische Juden beginnen diese Trauertage vor dem Tisha Be'Av erst am Mozzaei Schabbat (Schabbatausgang) vor dem Fastentag. Also gestern abend. Aschkenazim hingegen sind schon seit dem letzten Mittwoch dabei. Am Freitag allerdings durfte sich jedoch wegen des Schabbat gewaschen werden.

Nicht nur das "Nichtwaschen" ist es, was mich ungemein stört. Eine weitere Regel besagt, dass man vor den neun Tagen sämtliche Wäsche, die man plant, innerhalb der neun Tage zu tragen, kurz anzuziehen. Der Hintergrund dafür ist, dass während der neun Tage Trauerperiode keinerlei frisch gewaschene Wäsche angezogen werden soll bzw. kein "Wohlfühlen" entsteht. Immerhin soll man ja trauern.

Das sehe ich alles ein, dennoch halte ich mich an diese beiden Regeln nicht. Wie immer habe ich vergessen, die Wäsche vorzutragen; soweit zu meiner Ausrede. Was aber das "Nichtwaschen" angeht, so finde ich das widerlich. Vor allem jetzt in Israel bei 30 Grad Hitze und bei einer Luftfeuchtigkeit in Tel Aviv, die einen nur noch nach Luft japsen lässt. Nach wenigen Minuten steht alles vor Schweiss und man muss eh schon aufpassen, seine Umwelt nicht mit diesbezüglichem Gestank auf die Nerven zu gehen.

Aber sich dann neun Tage, außer am Schabbat, nicht zu waschen, finde ich pervers. Und das fiel mir jetzt gerade so ein, denn neben mir sitzt ein Relig., der stinkt, was das Zeug hält.

Soviel zum "Respekt" gegenüber anderen Mitmenschen, die unter dem Gestank leiden müssen !

Jüdischer Friedhof in Tsafed (Nordisrael)

B"H

Nicht nur für Kabbalisten ist heute ein besonderer Tag; nein, auch unzählige Chassidim machen sich auf in die nordisraelische Stadt Tsafed, um am Grabe des Kabbalisten Rabbi Yitzchak Luria dessen Yahrzeit (Sterbetag) zu gedenken.

Hier ein paar Photos dazu:


Der jüdische Friedhof in Tsafed



Alle Photos gibt es HIER zu sehen !

Samstag, Juli 25, 2009

Yahrzeit von Rabbi Yitzchak Luria (dem ARIZAL)

Am Grab des Rabbi Luria in der nordisraelischen Stadt Tsafed

B"H

Heute abend und morgen (Sonntag) gedenken wir der YAHRZEIT (Sterbegedenktag) des mittellaterlichen Kabbalisten Rabbi Yitzchak Luria, dem ARIZAL, der am 5 (Heh) Av 1572 im Alter von 38 Jahren verstarb.

http://tsafedkabbalah.blogspot.com/2009/07/yahrzeit-des-arizal.html

Freitag, Juli 24, 2009

Schabbat Schalom

B"H

Schabbat Schalom an alle Leser und das die kommende neue Woche trotz dem Trauer - und Fastentag "Tisha Be' AV" wesentlich positiver wird als diese, fast vergangene, Woche. Dennoch sollen wir das JETZT geniessen und leben und nicht das "Morgen" !


Daher "Schabbat Schalom" an unser Jetzt und Hier !

Chassidischer Werbespot

Chassidischer Werbespot des israelischen Kabel - TV - Anbieters YES

Viel Spass !!!


Donnerstag, Juli 23, 2009

Abtauchen in eine fremde Welt



Derzeit beschäftigt sich alles wieder mit Mea Shearim, denn die wegen Kindesmisshandlung angeklagte Mutter stammt aus dem ultra - orthodoxen Stadtteil. Genau gesagt aus einem Hinterhof, der "Batei Hungarin" genannt wird.

Wer sich genau in Mea Shearim umschaut, in die Synagogen geht und einige der Bewohner kennen lernt, der bekommt so einen ganz anderen Eindruck als jene Stereotype, die gerne vermittelt werden. Stereotype wie "jeder Mea Shearim Bewohner sei Antizionist". Eine Aussage, die von Unkenntnis zeugt, denn wer sich näher informiert, der lernt die Bewohner und ihre Richtungen kennen. Und viele sind eben nicht antizionistisch und wählen durchaus bei den Knessetwahlen.

Obwohl es unzählige anderweitige ultra - orthodoxe Stadtteile in Jerusalem gibt, zieht mich Mea Shearim immer wieder ganz besonders an. Eben, weil ich dort einige Bewohner kenne und ferner verbinde ich mit dem Stadtteil viele persönliche Erinnerungen.


Dieses Photo einer Toldot Aharon - Frau ist mir sehr ans Herz gewachsen und es diente viele Monate als mein Screensaver.


Ein "Anstandsschild", welches darauf aufmerksam macht, dass jeder Besucher Mea Shearims sich anständig zu kleiden hat.


"ZIONISTEN RAUS !" - So lautet es auf dem Graffiti im Markt Mea Shearim.


Der derzeitige Toldot Aharon Rebbe David Kahn

Dieses Bild wurde mir heute zugesandt. Niemals zuvor habe ich den Rebben aus so naher Perspektive gesehen. Selbst wenn dies hier "nur" ein Photo ist !

Mea Shearim Street


Was Mea Shearim nicht ist:

Eine Touristenattraktion oder ein Museum, denn es handelt sich um Menschen und somit Bewohner eines Stadtteiles ! Und dieser Stadtteil ist kein Zoo !

Parashat Devarim - פרשת דברים

Zettel in der Kotel (Klagemauer)
Photo: SeraphicPress


B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat


An diesem Schabbat beginnen wir mit dem 5. Buch Moses (Deutoronomy - Sefer Devarim) und die erste Parasha davon heißt Devarim - דברים.

"Eileh HaDevarim - Dies sind die Worte" , lauten die ersten Worte des Buches. Rabbi Samson Raphael Hirsch merkt an, dass sich jene Worte auf das gesamte Sefer Devarim (Deutoronomy) beziehen. Im Judentum wird das Sefer Devarim auch Mischna Thora genannt, da Moshe hier die Mehrheit der Mitzwot (Gesetze) wiederholte und er so die Israeliten auf das Leben in Eretz Canaan (Israel) vorbereitete. Des weiteren wird dieser Schabbat "Schabbat Chazon" genannt, da es sich um den Schabbat vor Tisha Be' Av handelt. Am Mittwoch abend (plus einschliesslich Donnerstag) begehen wir den Tisha Be' Av (den 9. des jüdischen Monat Av), der Tag, an dem beide Tempel zerstört worden sind. Das erste Mal im Jahre 586 vor der Zeitrechnung durch die Babylonier, und das zweite Mal 70 nach Beginn der Zeitrechnung durch die Römer.

Das Wort "Chazon" bezieht sich auf die Haftarah (Lesung der Propheten nach der Thoralesung), welche in diesem Fall vom Propheten Jesaja (Yeshayahu) gelesen wird. Chazon ist das erste Wort im Buch Jesaja. Die Verbindung der Parashat Devarim und der Lesung aus Yeshayahu (Jesaja) liegt darin, dass zum einen Moshe die Sünden der Israeliten auflistet und 800 Jahre später erinnert Yeshayahu die Juden genauso an ihre Sünden und warnt vor den Folgen.

In der letzten Parasha Ma'sei, wurde uns mitgeteilt, wie wichtig es für Juden ist, in Israel zu leben. Wir hörten von den Stämmen Ruven und Gad, die zu Moshe gingen und ihm sagten, dass sie lieber auf der gegenüber liegenden Seite des Jordan bleiben, weil sie dort besseres fruchtbareres Land sehen. Sie sagten, dass sie Ställe für ihr Vieh bauen wollten und erst später folgten in ihrer Liste Familien und Kinder. Aus dieser Prioritätenliste beider Stämme sehen wir, dass sie nur an materielle Dinge dachten. Erst ein gutes Einkommen und dann irgendwo am Schluß die Familie. Rabbi Mordechai Machlis vergleicht derlei Verhalten mit der heutigen Zeit, denn auch heute gibt es nach wie vor Juden, die ihr Glück überall, nur nicht in Israel sehen. Sie wohnen lieber außerhalb, wo sie mehr verdienen und vielleicht einen höheren Lebensstil genießen. Genau dieser Punkt sollte bei einem Juden nicht ganz oben auf der Prioritätenliste stehen, denn wir haben genauso auch andere Aufgaben zu erfüllen. G - tt hat uns die Mitzwa gegeben, im Land Israel zu leben.

Vielen Rabbinern und dem Talmud zufolge können wir dort ALLE Mitzwot erfüllen, die Gebete werden viel mehr erhört und selbst die Luft in Israel macht weise und beeinflußt uns. Eines sollte sich jeder vor Augen halten; Moshe hätte alles darum gegeben, nach Israel gehen zu können, doch leider war ihm das aufgrund seines Vergehens mit dem Stock auf den Stein zu schlagen, nicht vergönnt. Und was tun dagegen viele Juden heute, wo sie doch eigentlich nur in ein Flugzeug zu steigen bräuchten, um in ein paar Stunden in Israel zu sein ? Sie ziehen es vor, im Ausland zu bleiben.

In dieser Parasha heißt es, dass Moshe auf der anderen Seite des Jordan die Gesetze erklärte. Rashi kommentiert dazu, dass Moshe die Thoragesetze in allen 70 antiken Sprachen erklärte, die es seit der Zeit des Turmes von Bavel gab. Wozu ausgerechnet in all den Sprachen, fragt der Sefat Emet (Chassidut Gur). Damit auch die Juden, die zukünftig in der Diaspora (Galut) leben werden, eine ständige Verbindung zur Thora haben. Selbst wenn sie der hebräischen Sprache nicht mächtig sein sollten und nur die jeweilige Landessprache beherrschen, so sind sie dennoch in der Lage, die Thora zu lernen. Nicht nur, aber auch, laut Rabbi Simcha Bunim von Peshis'cha ist jeder Jude mit der Thora verbunden. Jeder gemäß seines Levels und seiner individuellen Aufgabe im Leben.

Die Mischna im Talmud Traktat Sotah 32a listet Gebete sowie Segen (Berachot) auf, die man in seiner individuellen Muttersprache sagen kann und solche, die nur auf Hebräisch gesprochen werden können. Die Mischna besagt, dass das "Shema Israel", das "Birkat HaMazon", oder der "Kiddush" in jeder Sprache gebetet werden kann. Die Tosafot fügen ebenso noch das "Hallel" und die Segen für das Essen und Trinken hinzu.
Wogegen unter anderem die "Chalitzah", der Segen über die "Bikkurim", der "Segen der Cohanim" oder der Segen des "Cohen HaGadol" (Hohepriester) nur auf Hebräisch gebetet darf. Heißt, selbst in der Diaspora sollen die Juden immer eine Verbindung zu G - tt und Seiner Thora haben. Ein jeder Jude ist mit der Thora gemäß seines persönlichen Levels verbunden (Rabbi Simcha Bunim von Peshis'cha).

Das gesamte 5. Buch Moses (Sefer Devarim) übermittelte Moshe persönlich den Israeliten fünf Wochen vor seinem Tod (siehe den Vilna Gaon, Onkelos, und andere). Es war sein letzter Wille und sein Testament an sie. Er begann seine Ansprache im vierzigsten Jahr nach dem Auszug aus Ägypten (am 1. des jüdischen Monat Shevat (ca.Februar). Moshes Todestag ist nicht in der Thora erwähnt, doch dem Talmud Kiddushin 38a und Megillah 13b zufolge, verstarb er am 7. des jüdischen Monat Adar (ca. März).

Zu Tempelzeiten gab es den Brauch, dass die Juden sich alle sieben Jahre im Tempel versammelten und der König das gesamte Sefer Devarim laut vorlas, um alle an die Thoragesetze und die Folgen der Nichteinhaltung zu erinnern. Auch heute haben wir noch diesen Brauch, selbst wenn derzeit noch kein Tempel vorhanden ist. Vor ein paar Jahren war ich schon einmal dabei. Abertausende versammelten sich vor der Kotel (Klagemauer) und hörten das Sefer Devarim, vorgelesen von Oberrabbinern und anderen Rabbinern.

Die Haftarah wird, wie schon erwähnt, aus dem Buch Jesaja (Yeshayahu) 1:1 - 27 vorgelesen. Yeshayahu sagte, dass die Israeliten G - tt verlassen haben und Er sie nicht mehr interessiere. Die Juden zur Zeit Yeshayahus wollten seine Prophezeihungen nicht hören und setzten ihr Leben ohne Thora fort. Sie sahen, dass nichts passierte und glaubten dem Propheten nicht. 150 Jahre später sollte seine Prophezeihung Wirklichkeit werden und der Erste Tempel wurde zerstört. Viele Jahre später wurde der Zweite Tempel am gleichen Datum zerstört. Laut Rabbi Samson Raphael Hirsch sollen die Juden nicht darum trauern, dass die Tempel zerstört wurden, sondern vielmehr darum, dass sie zerstört werden mußten. Es ist nicht nötig, die Zerstörung zu betrauern, sondern die Gründe, die dazu führten.


Im Talmud gibt eine eine Aussage in der Gemara, dass G – tt soviel Gnade gezeigt hat, "nur" den Tempel zu zerstören und nicht die Juden aufgrund ihrer damaligen Vergehen selbst. Bei chassidischen Kommentator Sefat Emet lesen wir, dass jede Generation danach streben sollte, anhand von Thoramitzwot die Ge'ulah (Kommen des Meschiach) herbeizuführen.

Enden will ich mit einer Aufmunterung des Koznitzer Maggid (Rabbi Israel Hofstein). Er sagt, dass G - tt die Israeliten selbst nach ihren Sünden in der Wüste niemals allein ließ und genauso ist es bis in die heutige Zeit. Auch heute läßt G - tt die Juden niemals allein und seine Präsenz (die Schechinah) ist immer mit uns.

Schabbat Schalom und Chodesh Tov (einen gesunden und erfolgreichen Monat AV !

Mittwoch, Juli 22, 2009

Richterin Dorner versus Presse

B"H

So manchem Leser mag das Thema unbewegt lassen oder schlimmstenfalls mittlerweile total nerven. Meinerseits hatte ich dieserzeit auch andere Beiträge geplant als immer wieder die letzten Updates zum Fall der unter Hausarrest stehenden Mutter aus Mea Shearim. Ich will jetzt nicht den ganzen Fall wieder von vorne aufrollen und wer Interesse zeigt, der kann gerne auch meinem chassidischen Blog vorbeischauen und in Ruhe alles nachlesen.

Seit über einer Woche hetzt die säkulere israelische Presse in einer Art und Weise gegen die haredische (ultra - orthodoxe) Bevölkerung die kaum mehr zu ertragen ist. Eine Blogleserin beschwerte sich heute bei mir, dass sogar gewisse deutsche Blogger, die sich "jüdisch" nennen, doch mit dem haredischen Judentum aber auch GAR NICHTS zu tun haben oder jemals hatten, meinen, ihre Meinung abgeben zu dürfen. Ich befasse mich mit dem Gewäsch von solchen Leuten nicht, die da meinen, einmal in Mea Shearim gewesen zu sein und nun auf Experte machen zu müssen.
Genau diese Leute geben bei mir keinerlei Meinung ab, sondern lesen mal eben so kurz rum, um dann auf ihren Sites wer weiß wie die Fakten zu verdrehen. Keine Ahnung, aber große Sprüche ablassen !

Genauso wie diverse israelische Medien, oben angefangen mit der Tageszeitung YEDIOT ACHARONOT, welche in BILD - Zeitungsmanier auf das Thema eingeht. Die BILD ist noch gar nichts dagegen, denn YEDIOT betreibt Hetze a la Stürmer Manier.

Da wird eine Mutter wegen angeblicher Kindesmisshandlung verhaftet und alles stürzt sich darauf, weil die Frau aus Mea Shearim stammt. Wobei schon berichtet wird, dass der Polizei eventuell ein Fehler unterlaufen sein kann und alles gar nicht so stimmen mag, wie angenommen. Besser gesagt, vieles ist nach wie vor unklar.

Hetze gegen Haredim, wobei alle als Idioten und Brutalo - Fanatiker dargestellt werden.

Hat sich einmal jemand schon die Mühe gemacht, die Gesellschaft kennenzulernen ? Richtig mit privaten Kontakten und so. Jeder, der dass nämlich tut, erhält gegenteilige Eindrücke.

Mich interessiert nicht, was die israelische, die deutsche Presse oder andere Blogger schreiben, denn bei dem Gewäsch kommt es einem vermutlich sonstwie hoch. Leute berichten, welche mit chassidischen Gruppen wie Toldot Aharon nichts zu tun haben und niemals etwas zu tun haben werden. Bis ich auf meinen Blogs von dieser Gruppe ausgiebig berichtete, wussten eben jene Schreiberlinge gar nicht, dass soetwas überhaupt existiert !
Wieviele Leute sind dazu auf meine englische Site eingestürzt und lasen meine Beschreibungen und Details zu der Gruppe ? Ich finde meinen Link auf einigen Presseblättern wieder und frage mich da schon, was die Leute eigentlich wissen. Mit welchem Elan sie an diverse Hetze gehen.

Aber nicht nur ich denke so, sondern nun auch die
Richterin Dalia Dorner vom Obersten Israelischen Gerichtshof. Diese will nämlich Ermittlungen anstellen, inwieweit die säkulere Presse gezielte Hetze gegen die haredische Bevölkerung betrieb.
Und wer nun wieder meint, Frau Dorner sei ja bestimmt mit der Orthodoxie verbandelt, der sollte wissen, dass diese Dame eine bekennende Lesbe ist und dennoch nicht alle Haredim bis aufs Blut hasst.

Radio Interview

B"H

Diejenigen, welche an dem Radiointerview, welches ich vor wenigen Tagen bezüglich der haredischen Demos gab, interessiert sind, können demnächst hier hineinhören:


http://rustymikeradio.com/podcast/rm_podcasts.php?title=haredi-unrest-in-jerusalem-pt.2&entry_id=1247979960


Allerdings hat Rusty Mike das Interview noch nicht aktiviert, was aber in der kommenden Zeit geschehen dürfte !


Ich tue mir nicht noch einmal an, denn ich stotterte manchmal ziemlich herum, da ich zögerte, denn die Akustik am Telefon war teilweise grausam.

Dienstag, Juli 21, 2009

Jüdische Israelis konvertieren zum Islam

B"H

Wer hätte das gedacht ? Nicht das Christentum ist bei einigen jüdischen Israelis im Kommen, sondern der Islam !
Die israelische Tageszeitung MAARIV berichtete heute, dass im Jahre 2008 ganze 142 Israelis ihre Religion wechselten. Davon konvertierten 112 Personen zum Islam und der Rest wurde offenbar christlich.

Ich kann mir die höhere Anzahl der Konversionen zum Islam nur so erklären als dass es sich vorwiegend um jüdische Frauen handelt, die sich entschliessen, einen Palästinenser zu ehelichen. Dies kommt am häufigsten in der Gegend in und um Nazareth (Nazeret) vor, denn dort wohnen beide Bevölkerungsschichten dicht zusammen. Obwohl Juden in ihrem eigenen Stadtteil "Nazeret Illit" wohnen.

Ehen zwischen Juden (hierbei überwiegend Frauen) und Palästinensern gilt in Israel als Verrat am eigenen Volk und vielerseits werden jene Frauen vom Rest der Gesellschaft ausgegrenzt. Nicht selten dazu in der neuen, arabischen Familie, wie Dreck behandelt und wiederum nicht selten von der Anti - Missionsorganisation YAD LE'ACHIM wieder ins jüdische leben zurückgeholt.

Link:

Mit dem Feind in einem Bett

Fahrt durch Mea Shearim Street

Fahrt durch das ultra - orthodoxe Mea Shearim in Jerusalem.
Das Einzige, was störend wirkt, ist die im kurzen (unanständigen) Rock gekleidete Besucherin.

Montag, Juli 20, 2009

Meschiach Now - משיח עכשיו

B"H

Manchmal kommt es mir so vor als ob es nur ich bin, die da meint, dass plötzlich viele Juden ihre Meschiach - Prophezeihungen ablassen.
Dass mich niemand falsch versteht - selbstverständlich will auch ich, dass Meschiach kommt; aber irgendwie erscheinen mir die Behauptungen der letzten Zeit etwas zu übertrieben.
Es ist nicht immer nur die chassidische Gruppe Chabad, die da vom Meschiach redet. Im Talmud Sanhedrin heißt es, dass der Meschiach so um das Jahr 6000 (nach dem jüdischen Kalender) kommt. Andererseits lehrt der gleiche talmudische Traktat, dass wir von jeglichen Zeitspekulationen Meschiach und die Ge'ulah betreffend Abstand nehmen sollen. Im Talmud Sotah sowie in Sanhedrin wird uns eine ganze Liste mit Ereignissen gegeben, welche besagt, wie und wann Meschiach kommt. Muß alles tatsächlich so hoffnungslos auf der Welt ausschauen ? Müssen erst bestimmte Kriege geführt werden oder kommt Meschiach selbst dann, wenn wir alle wunschlos glücklich sind ? Mit Sicherheit aber können wir gar nichts festlegen.

Ich jedenfalls bin in der letzten Zeit der Meinung, dass sich manche zu sehr in zeitlichen Spekulationen verirren. In ca. zwei Monaten feiern wir das neue jüdische Jahr 5770 und bis zum Jahre 6000 ist es dann theoretisch nicht mehr lange hin. Und was, wenn wir uns eh schon im messianischen Zeitalter befinden ? In der Vorzeit sozusagen. Kriege, Antisemitismus, Iran und Europa, Gog & Magog, etc. Sind das etwa keine Hinweise ?

Durch die Geschichte hindurch dachte jede Generation, dass der Meschiach nun komme. Alle schauten auf spezielle Weltereignisse und flugs sahen sie die passenden Anzeichen. "Seid bereit, denn Meschiach ist schon auf dem Weg !"

Selbst ehemalige bekannte chassidische Rabbiner waren mit bei der Sache. Wir denken nur an den Seher (Chozeh) von Lublin, Rabbi Yaakov Yitzchak Horowitz, 1745 - 1815, der sich zum Ziel gemacht hatte, den Meschiach zu bringen. Und in jenen Zeiten interpretierten relig. Juden die Kriege des Napoleon als Zeichen für ein baldiges Eintreffen des Meschiach. Heute sind es nach wie vor die Kriege, der Zunami, Erdbeben und anderweitige Katastrophen, die anscheinend den Meschiach ankündigen.

Der Meschiach kommt dann, wenn G - tt es will.
Bedeutet das, wir sollen geduldig warten und nichts weiter tun als Thora lernen und beten ? "Alles liegt in G - ttes Händen und ich habe keinerlei Einfluß darauf".

Nichtsdestotrotz, es gibt nicht wenige relig. Juden, die da meinen, wir alle sollten eine aktivere Rolle spielen und so G - tt "zwingen", uns den Meschiach zu schicken.
"Action anstatt des Nichtstun".

Was kann ich aktiv dazu beitragen, damit Meschiach kommt ?
Rabbi Mordechai Machlis machte bei einer Se'udat Shlishit (dritte Schabbatmahlzeit) einen seltsam klingenden Vorschlag. Wir sollen uns auf den Meschiach vorbereitet und uns sogar eine extra Empfangskleidung zulegen. Würde diese Geste nicht zeigen, dass wir wirklich auf Meschiach warten anstatt alles nur für ein Konzept zu halten. Wollen wir Meschiach tatsächlich und denken wir daran ? Oder lehnen wir uns nur gemütlich im Sessel zurück und lassen man alles gut sein ?

All diese Vorschläge mögen recht seltsam klingen, aber dennoch sehe ich eine Bedeutung darin. Zumindest begann ich mich ernsthaft zu fragen, was ich mir persönlich unter Meschiach vorstelle. Andererseits will ich mich auch wieder keinen übertriebenen Spekulationen hingeben, denn ich bin nicht jemand, der die Nachrichten nach Meschiachanzeichen durchforstet und alles irgendwie in dem Sinne analysiert.

Obwohl ich den Meschiach genauso will wie andere Leute auch, fällt es mir dennoch schwer mir vorzustellen, wie es nach dessen Eintreffen ausschauen könnte. Aber vielleicht sollte ich versuchen, eine aktivere Rolle einzunehmen anstatt nur auf Konzepte sowie andere Leute und G - tt zu vertrauen.

Rosh Chodesh Menachem Av - ראש חודש מנחם אב

Der "Aron HaKodesh - Die Bundeslade" und auf ihr die zwei sich umarmenden Cherubim (eine bestimmte Art von Engeln). Erfüllten die Juden G - ttes Wort, so umarmten sich die Cherubim; geschah das Gegenteil, wendeten dich ihre Gesichter voneinander ab. Ein Zeichen von G - ttes Entfernung vom Tempel. Nur so konnte es geschehen, dass die Tempel zerstört wurden als G - tt Seine Schechinah (Anwesenheit) zurückzog.
Photo: Temple Mount Center

B"H

Am Mittwoch (22. Juli) beginnt der jüdische Monat Menachem Av. Offiziell lautet der Monatsname AV, doch wird er im Text des Segen für den neuen Monat "Menachem Av" genannt.

Der jüdische Monat Av war stets ein negativer Monat für das jüdische Volk. Unter anderem brach der Erste Weltkrieg aus und die Endlösung wurde beschlossen.

Am 9. Av, den wir zwei Wochen (30. Juli) begehen, wurden beide Tempel zerstört. Dem vorausgegangen war die Rückkehr der Spione in das Lager der Israeliten mit der Nachricht, dass es sich nicht lohne, nach Israel weiterzuziehen und sich dort anzusiedeln. Moshe sprach dagegen, doch viele Israeliten begannen zu jammern. Daraufhin sagte G – tt, dass es keinen Grund zum Weinen gebe, allerdings wird dieser Tag für euch ein Schicksalstag werden.

Am 9. Av trauern wir um beide zerstörten Tempel. Laut vielen Kommentatoren hat der Monat Av auch etwas Positives, denn der Meschiach soll in diesem Monat geboren werden. Wenn er kommt und der Dritte Tempel steht, wird sich der Fastentag Tisha Be' Av (9. Av) in einen Feiertag verwandeln.

Am 1. Av, gedenken wir ebenso der Yahrzeit von Aharon HaCohen, dem Bruder Moshes und Miriams. Aharons Todestag ist der einzige Todestag, der ausdrücklich in der Thora Erwähnung findet. Warum ausgerechnet Aharon ? War nicht sein Bruder Moshe viel wichtiger ?
Es heißt in der Thora, dass als Aharon verstarb, ALLE Israeliten weinten. Weder bei Miriam noch bei Moshe steht das geschrieben. Natürlich beweinten auch viele den Tod der beiden, doch nicht alle. Bei Aharon dagegen weinten ALLE, denn er war als Friedensstifter hoch geschätzt. Wenn sich die Israeliten stritten, schritt Aharon stets ein und machte Frieden zwischen den Parteien.

Normalerweise ist ein Monatsbeginn immer ein freudiges Ereignis, doch sollen wir im Av unsere Freude etwas bremsen, denn dieser Tag leitet die neun Tage vor dem 9. Av ein und uns werden diverse Halachot bzw. Minhagim (Bräuche) aufgetragen.

1. Es sollte in diesen neun Tagen keine neue Kleidung gekauft werden, es sei denn, es handelt sich um spezielle Schuhe ohne Leder für den 9. Av.

2. Es sollte keine Wäsche gewaschen werden.

3. An Wochentagen wird auf den Verzehr von Fleisch und Wein verzichtet. Beides gibt es nur am Schabbat vor dem 9. Av.

4. An den Wochentagen vor dem 9. Av sollte nicht geduscht werden, sondern nur am Freitag vor Schabbateinbruch.

5. Parties und andere Feiern sollten vermieden werden. Genauso wie Kino und Musik.

All diese Gesetze sind verbunden mit der Trauer um die Tempelzerstörungen.

Am 5. Av begehen wir die Yahrzeit des großen Kabbalisten Rabbi Yitzchak Luria, dem Arizal.

Der Schabbat vor dem 9. Av, wird Schabbat Chazon genannt.

Laut dem "Book of Creation" – Sefer Yetzirah, hat jeder jüdische Monat einen eigenen Stamm, Buchstaben, ein Organ, eine menschlichen Sinn, einen Buchstaben und ein Sternzeichen.

Das Sternzeichen des Av ist der Löwe, der Buchstabe ist das TED ט , der Stamm ist Schimon, das Organ ist die linke Niere und der menschliche Sinn ist das Hören.

Das Hören kommt von den ausgesandten Spionen, die zurückkamen und die Israeliten deren Botschaft hörten. Hören bedeutet immer etwas zu erhalten. In dem Moment, in dem wir hören, unterscheiden wir automatisch zwischen gut und böse und stellen so unsere innere Balance her.

Den Entscheidungen hilft die linke Niere, die in talmudischer Literatur als Ratgeber erwähnt ist (siehe Talmud Berachot).

Obwohl der Monat Menachem Av als Katastrophe für das jüdische Volk gilt, haben wir die Kraft, ihn in etwas Positives umzuwandeln. Vor allem sollten wir für die baldige Ankunft des Meschiach beten. Und wie einmal jemand bei Rabbi Mordechai Machlis lehrte, sollten wir es nicht nur so vor uns hinsagen, sondern es richtig wollen, dass der Meschiach kommt.


Modell des Dritten Tempels


Chodesch Tov – חודש טוב einen gesunden und erfolgreichen Monat Av !!! _________________________

Nachricht an alle Nichtjuden:

http://www.hamikdash.com/NotetoGentiles.htm

Christliche Missionare bei der Tel Aviver Maccabiah 2009

B"H

Christliche Missionare probieren es überall; so auch bei der Maccabiah 2009 in Tel Aviv.

Die Anti - Missionssite
JEWISH ISRAEL berichtet !

Der Dritte Tempel wird nicht gebaut werden ?

B"H

Das Oberhaupt des Jerusalemer Islamisten Movements Icharma Savri
schwor doch glatt, dass die Juden keinen weiteren Tempel mehr bauen werden.

Pech gehabt, denn G - tt hat es so vorher bestimmt. Da kann Savri beten, soviel er Lust hat !

Bild des Tages

Polizeiaufmarsch bei einer haredischen Demo in Jerusalem


Mehr zum Thema hier !

Sonntag, Juli 19, 2009

Interview zum Thema "Haredische Proteste in Jerusalem"

B"H

Wer Interesse haben sollte, einem Interview bezüglich der derzeitigen haredischen (ultra - orthodoxen) Demonstrationen in Jerusalem zu lauschen: Rusty Mike Radio bat mich um ein Interview. Heute abend (Sonntag) um 21.00 Uhr abends israelischer Zeit.

http://www.rustymikeradio.com

Der Radiosender wird vom AACI Jerusalem (Aliyahorganisation für Amerikaner und Kanadier) in englischer Sprache gesendet und jeder ist willkommen, einmal hineinzuhören. Mit oder ohne mich.:-)

יידיש ווערטערבוך - Jiddisches Wörterbuch

Photo: Algemeiner


יידיש ווערטערבוך - Jiddisches Wörterbuch

Freitag, Juli 17, 2009

Schabbat Schalom

B"H

In Jerusalem überstürzen sich derzeit die Ereignisse. Von der Mutter, die ihren kleinen Sohn fast zu Tode hungerte, habe ich ausgiebig auf meinem chassidischen sowie engl. Blog berichtet.

An diesem, in wenigen Stunden beginnenden Schabbat, werde ich mich bemühen, abzuschalten. In Jerusalem ist das bei all den Ereignissen kaum möglich und vielleicht sollte ich daheim in Tel Aviv bleiben. Dennoch, fahre ich am Nachmittag in die Heilige Stadt und versuche mein Bestes, doch noch Relaxation zu finden.

Außerdem will ich nicht den Eindruck vermitteln, die haredische Welt bestehe aus Kindesmissbrauch oder sonstigen Delikten. Gerade zum Schabbat sollten wir uns auf Positives konzentrieren und es nützt niemandem, nur stetig an alles Negative zu denken und immer wieder neu durchzukauen.

Ich mache es vielleicht wie die Breslover Chassidim und gehe hinaus in die Natur. In dem Sinne "Schabbat Schalom - Gut Schabbes" an alle Leser !"

Donnerstag, Juli 16, 2009

Parashat Mattot - Masei

"Just passing By" - Eine Aussage, welche sehr genau unseren Aufenthalt in dieser Welt beschreibt !

Photo: Breslov + Breslov.Org


B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Die beiden Parashot Mattot - Masei sind die beiden letzten im Sefer BaMidbar (Book of Numbers). Am Shabbat der kommenden Woche beginnen wir mit dem Sefer Devarim (Deutoronomy, 5. Buch Mose).

Beide Parashot enthalten eine Vielzahl von Themen, von denen ich mich auf zwei beschränken will. In der ersten Parasha, in Mattot, geht es um einen Schwur (Neder) in G - ttes Namen und in der zweiten Parasha, in Masei, werden uns die 42 Stationen der Israeliten in der Wüste aufgelistet.

Ich bin kein halachischer Experte auf dem Gebiet des Eides in G - ttes Namen und wer sich damit näher beschäftigen will, der kann den Talmud Traktat Nedarim lernen. Kein leichtes Unterfangen übrigens.


Vielmehr möchte ich meine Erklärungen darauf richten, was solch ein Schwur in G - ttes Namen bewirkt. Die besten Ausführungen dazu fand ich bei chassidischen Rabbinern.

Zuerst einmal stellt sich die Frage, warum jemand einen solchen Schwur in G - ttes Namen ablegen will. Überwiegend handelt es sich dabei um Themen wie, dies und das nicht mehr zu essen oder eine bestimmte Handlung nicht mehr zu begehen. Aber kann ich das nicht auch ohne Schwur sowie ohne Benutzung von G - ttes Namen tun ?


Sicherlich ja, doch sind u.a. der Sefat Emet und der Koznitzer Maggid (Rabbi Israel Hofstein) der Meinung, dass die Ablegung eines Eides unter G - ttes Namen der Person mehr Motivation gibt, den Schwur auch einzuhalten. Außerdem verbindet solch ein Schwur die Seele (Neschama) mit G - tt (Rabbi Moshe Alshich). Andererseits sollte sich jeder im Klaren darüber sein, was solche ein Schwur für Folgen haben kann und nicht jeder verfügt über das nötige Wissen (Bina) diesbezüglich.


G - tt will nicht, dass jeder so einfach in Seinem Namen schwört. Man muss nicht unbedingt Seine Namen benutzen, um Ihm näher zu kommen (Devekut erreichen), sondern kann dies auch anhand vom Thorastudium erreichen (Midrasch Rabbah). Ein Beweis dafür bieten die Chassidut und die Kabbalah wo es heißt, dass die gesamte Thora nur ein einziger Name G - ttes darstellt.

Vor allem der Sefat Emet (ein früherer Rebbe der Chassidut Gur) geht sehr ausführlich auf das Thema Schwur (Neder) ein. Eine Person sollte nur einen Schwur in G - ttes Namen ablegen, wenn er sich auf einem hohen religiösen Level befindet. Vornehmlich ein Zaddik (Gerechter). Der Schwörende hat die Absicht, G - tt näher zu kommen und vor allem sich selbst zu perfektionieren und nur noch den Willen G - ttes zu tun. Aber nicht jeder von uns ist ein Zaddik und kaum jemand ist ein Spezialist für solche Schwüre. Sich einfach so Dinge aufzuerlegen, davor warnt auch Rabbi Zadok HaCohen von Lublin.

Die nächste Frage lautet, warum ausgerechnet der Vater oder der Ehemann einer Frau die Macht haben, ihren Schwur (soweit er diesen bekannt ist) zu anullieren. Hierzu kommentiert Rabbi Samson Raphael Hirsch, dass ein Schwur nur auf sich genommen werden soll, wenn dieser keine negativen Auswirkungen auf das Umfeld mit sich bringt. Aufgrund eines Schwures kann jemand sein Leben sehr bitter machen und sich jegliche Lebenslust nehmen. Niemals sollte soetwas spontan und ohne Überlegung getan werden. Auch Rabbi Naftali Zvi Horowitz von Ropshitz sagt etwas Ähnliches. Durch einen Schwur ist die Seele eingeschränkt und es wird uns eine Portion Freiheit genommen.

Von daher also vorsicht mit solchen Schwüren ! Jeder sollte auf seinem Level bleiben und sich nicht übermässig viel selbst auferlegen. Wer unbedingt etwas tun will, der beginne mit dem Thorastudium bevor er sich auf Höheres konzentriert.

Der Ishbitzer Rebbe, Rabbi Mordechai Yosef Leiner, fragt, warum diese beiden Parashot zusammen gelesen werden. Eine seiner Erklärungen lautet, dass die erste Parasha uns von Schwüren erzählt und die zweite beschreibt die 42 Stationen der Israeliten in der Wüste. An jedem Ort haben wir eine bestimmte Lebensaufgabe und wir sollten immer vorsichtig sein, uns nicht von negativen äusserlichen Einwirkungen beeinflussen zu lassen. Genauso ist es mit den Schwüren, denn wir sollten die gleiche Vorsicht walten lassen.

Womit wir auch gleich bei den 42 Stationen in der Wüste angekommen sind.
Warum wird uns in Parashat Masei nochmals jede einzelne Station aufgelistet ?

Rabbi Yaakov Yosef von Polonoye (Schüler des Baal Shem Tov) vergleicht die Liste der Stationen mit Avraham. In der Parashat Lech Lecha befahl G - tt Avraham in ein anderes ihm auserwähltes Land zu gehen. Lech Lecha (לך לך) heisst wörtlich übersetzt: "Geh zu dir selbst".
Suche deinen eigenen Weg und deine Lebensaufgabe. Die 42 Stationen sind auch unsere Lebensstationen. Auch wir bewegen uns in unserem Leben von Level zu Level und bleiben nie irgendwo stehen. Es gibt immer Ups und Downs, die wir bewältigen müssen.

Unser Endziel sollte sein, sich einigermassen vom Materialismus loszusagen und sich auf mehr Spiritualität zu konzentrieren. Wir haben die Macht, unseren Level selbst zu bestimmen, indem wir richtige oder falsche Entscheidungen treffen. G - tt stattete uns mit einem eigenen Willen aus und wir müssen am besten wissen, wie wir diesen unseren umsetzen wollen.

Schabbat Schalom