Dienstag, November 16, 2010

Die Chabad - Suppenküche in Canaan / Zfat

B"H

Chassidut Chabad richtete in der nordisraelischen Stadt Zfat (Safed) zwei Suppenküchen für Arme ein. Die Grössere der beiden ist in der Altstadt, nahe dem Kikar HaMeginim, zu finden. Die zweite und zugleich kleinere Suppenküche befindet sich im Stadtteil Canaan.

Vor ungefähr zwei Wochen volontierte ich einige Stunden in der Suppenküche von Canaan und ich war, so muss ich offen zugeben, recht beeindruckt. Das Essen ist geradezu fantastisch und Motti, der Koch, behauptete mit gegenüber, einer der besten Koeche in der Gegend gewesen zu sein, bevor er von Tiberias nach Zfat zog und es mit den bezahlten Jobs aus war. Neben Motti arbeiten in der Suppenküche von Canaan noch mehrere Volontäre und Schachar Schoschani ist der Leiter. 

In Canaan wird lediglich ein Mittagessen serviert und kein Abendessen wie in der Altstadt. Die Suppenküche gleicht insgesamt eher einem Restaurant und öffnet täglich um 13.00 Uhr. Circa 15 - 20 Leute erscheinen und setzen sich zum Essen hin. Russen, Israelis, alle nur erdenklichen Juden und auf der Strasse würde man den Leuten niemals ansehen, dass sie ihr Mittagessen in einer Suppenküche einnehmen. Die Kleinstadt Zfat jedoch plagt die Armut, denn die Einkommen sind niedrig. Falls überhaupt jemand einen Job findet. 

Alles redet fast immer nur von den vielleicht negativen Seiten der chassidischen Gruppe Chabad. Tatsache aber ist, dass gerade Chabad viele soziale Einrichtungen führt und ausgesprochen viel für arme Juden tut.




Hier wird jeder, der kommt, mit Respekt behandelt.
Der kleine Esssaal der Chabad - Suppenküche in Canaan / Zfat.



Hühnchen, Reis und Nudeln zum Mittag.




Ein weiterer Volontär der Suppenküche.

Photos: Miriam Woelke

Rabbi Avraham Dov von Avritch und das Erdbeben

B"H

Da ich die vergangene Nacht im nordisraelischen Zfat (Safed) verbrachte, fragen mich viele Bekannte, ob ich etwas vom Erdbeben, welches heute morgen um 4.30 Uhr im oberen Galiläa stattfand, mitbekam. Meine Antwort lautet NEIN, denn ich befand mich offenbar im Tiefschlaf.

Erdbeben in Galiläa sowie im Jordantal sind nichts Besonderes und Wissenschaftler sagen jetzt schon ein verheerendes Erdbeben für die nahe Zukunft voraus. In der Tat wurden Zfat und Tiberias bei Erdbeben im Jahre 1837 ziemlich verwüstet und Hunderte Bewohner kamen dabei ums Leben.

Seitdem ich ziemlich häufig in Zfat weile, treffe ich auf relig. Bewohner, welche mir Stories über die Stadt berichten. Stories, die nicht selten seltsamen Inhaltes sind und manchmal eher in die Stephen King Kategorie der "Twilight Zone" gehören. Heute bekam ich sogleich eine mystische Story bezüglich des aktuellen Erdbebens übermittelt.

Diese Woche Freitag gedenken wir der Yahrzeit (Todesgedenktag) des berühmten Rabbi von Zfat, Rabbi Rabbi Avraham Dov of Avritch, 1765 - 1840. Rabbi Avritch von Avritch war vierzig Jahre lang ein chassidischer Rebbe in Europa und danach war er zehn Jahre lang Rebbe in Zfat. Rabbi Avritch war ein Anhänger des chassidischen Rabbi Levi Yitzchak von Berdichev und er verfasste das bekannte Buch "Bat Ayin", bevor er nach Israel kam.

Die Story, die ich heute hörte, lautet folgendermassen:
Zu Lebzeiten sagte Rabbi Avraham Dov ein Erdbeben für die Stadt Zfat voraus. Das Erdbeben ereignete sich wirklich und viele Juden kamen dabei ums Leben. Es wird jedoch erzählt, dass all jene Juden, welche den Rabbi jemals irgendwie berührt hatten, am Leben blieben. In dieser Woche begehen wir die Yahrzeit des Rabbi Avritch und gleichzeitig trug sich ein Erdbeben zu. Ob das nicht seltsam sein ?

Ausgerechnet in Zfat kommen mir viele spirituelle - sowohl als auch Spukgeschichten zu Ohren. Im kabbalistischen Zfat sollte man schon spirituell sein. Spirituell oder wahnsinnig oder am besten gleich beides.

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Quelle bezüglich Rabbi Avritch:

Montag, November 15, 2010

Zum gestrigen Vortrag des Rabbi Yitzchak Ginzburgh in Zfat (Safed)

B"H

Leider bin ich heute noch nicht dazu gekommen, die Inhalte der gestrigen Rede des Chabad Rabbiners Yitzchak Ginzburgh zusammen zu stellen. 
Wie berichtet, hielt der Kabbalist einen Shiur (relig. Vortrag) im nordisraelischen Zfat. Genauer sagt im Chabad - Hostel "Ascent". Inhalt des fast zweistuendigen Vortrages waren die 12 Sinne der Seele, welche im kabbalistischen Buch "Sefer Yetzirah - Book of Creation" beschrieben sind. Jeder jued. Monat hat einen besonderen und gleichzeitig verborgenen Einfluss auf die juedische Seele (Neshama). Wie also wirken sich die Monate aus und was bedeutet es fuer mich, wenn ich in diesem oder jenen Monat geboren worden bin ? Darum ging es in dem Vortrag und nicht um Anti - Araber - Reden. 

Den Gesamtinhalt werde ich morgen in den Blog setzen. 
Zum "Sefer Yetzirah": Viele jued. Rabbiner sind der Ansicht, dass der eigentliche Verfasser des Buches Avraham gewesen sein. Nicht, dass er sich hinsetzte und das Buch verfasste, sondern dass er seine Lehren an die nachfolgenden Generationen weitergab und die Inhalte letztendlich in ein Buch zusammen gefasst worden sind. Andere Rabbiner vertreten den Standpunkt, dass es der talmudische Rabbi Akivah war, dessen kabbalistisches Wissen im "Sefer Yetzirah" niedergeschrieben wurde.

Wer an dem Buch interessiert ist, dem empfehle ich "Sefer Yetzirah" von Rabbi Aryeh Kaplan. Wobei das Buch alles andere als einfach zu verstehen ist. Es geht um hebraeische Buchstaben, und deren Zusammensetzungen. Rabbi Ginzburgh bezog sich gestern eher auf die Ausdrucksweise eines Menschen. Die Art, wie sich ein Mensch ausdrueckt, selbst wenn er nur mit dem Fuss wippt, zeigen das Innerste seiner Seele. Und zwar in einer Art und Weise, die selbst uns verborgen ist. 

Dazu morgen mehr !
Wer beim Vortrag gestern abend nicht dabei war hat nichts verpasst, denn in wenigen Tagen soll eine Live - Aufnahme auf Facebook sowie auf Rabbi Ginzburghs Website erscheinen.

Synagogen in der Altstadt des nordisraelischen Zfat (Safed)



Die chassidische KOSOV Synagoge erbaut im Jahre 1847.






Die Yosef Karo Synagoge.
Rabbi Yosef Karo war ein mittelalterlicher Rabbiner wohnhaft in Zfat.
Uns allen ist er bekannt als der Autor des "Schulchan ruch".
Ferner war Rabbi Karo ein grosser Kabbalist.


Photos: Miriam Woelke

Chabad Meshichisten Yeshiva in Zfat (Safed)


Die Chabad Yeshiva und gleichzeitig Hochburg der Meshichisten in der Ari Street 
im nordisraelischen Zfat (Safed).

Photo: Miriam Woelke

B"H

Ausgerechnet die Kleinstadt Zfat ist beruechtigt fuer ihre relativ hohe Anzahl an Chabad - Meshichisten; jenen Mitgliedern der chassidischen Gruppe Chabad, welche glauben, der siebte und letzte Lubawitscher (Chabad) Rebbe Menachem Mendel Schneerson sei nicht im Juni 1994 gestorben, sondern unsichtbar geworden und wenn die Zeit reif ist, wird er sich als Meschiach offenbaren und wieder sichtbar werden. Bis dahin lebt er unsichtbar in seinem Haus in Crown Heights (New York).

Eines darf man jedoch auf keinen Fall tun:
Alle Chabadnikim ueber einen Kamm zu scheren und sagen, sie seien Meshichisten !
Es gibt viele Gruppenmitglieder, die das nicht tun und jeder Aussenstehende sollte differenzieren und nicht nur auf Chabad herumtreten.

Unzaehlige Artikel habe ich zum Thema "Chabad" verfasst und wer will, der kann HIER nachlesen !

Die Sonne und ihre Eruptionen


Sonntag, November 14, 2010

Das Geheimnis der sephardischen ARI Synagoge


Die sephardische Synagoge des ARI in der Altstadt von Zfat (Nordisrael).

Photo: Miriam Woelke


B"H

Im nordisraelischen Zfat (Safed) befinden sich zwei Synagogen des mittelalterlichen Kabbalisten Rabbi Yitzchak Luria. Rabbi Luria wird ebenso mit der Abkürzung ARI betitelt. Er lebte von 1534 - 1572 und war einer der überragenden Kabbalisten der jüdischen Mystik.

Wie gesagt befinden sich in Zfat zwei ARI Synagogen und beide sind in der Altstadt zu finden: Die eine ARI Synagoge ist aschkenasisch und die zweite ARI Synagoge ist sephardisch.

Um die sephardische ARI Synagoge rankt sich folgende Legende in Zfat:

Bis ca. 1920 - 1930 war es unmöglich, die sephardische Synagoge des Rabbi Yitzchak Luria auch nur zu betreten. Der Besitzer des Synagogenschlüssels verweigerte jedem Besucher die Tür auch nur annähernd zu öffnen, denn jeder, der eintrat, kam nicht mehr lebend heraus.

Niemand in Zfat wusste zu erklären, was in der Synagoge vorging. Solange bis der marokkanische Rabbiner Rabbi Israel Abuchatzeira (der spätere berühmte BABA SALI) nach Zfat kam und den Besitzer des Synagogenschlüssels bat, ihm Eintritt zu gewähren. Der Mann mit dem Schlüssel weigerte sich vehement, doch der Baba Sali konnte ihn am Ende überreden.

Der Baba Sali trat in die sephardische ARI Synagoge, ging schnurstracks auf den Thoraschrein zu, nahm eine Thorarolle heraus und begann mit lauter Stimme aus ihr zu lesen. Der Schlüsselbesitzer traute seinen Augen nicht, doch nach einer Weile verkündete der Baba Sali, dass von nun an ein jeder Jude in die Synagoge treten könne. Und so geschah es.
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Rabbi Israel Abuchatzeira war ein Kabbalist aus Marokko, welcher sich in der Negev Stadt NETIVOT niederliess und auch dort begraben liegt. Im August 2009 besuchte ich sein Grab in Netivot und traf dort auf einen Enkel von ihm.

Bild des Tages


Zfat (Safed) in Nordisrael.

Photo: Miriam Woelke

Backrezpt: Chanukkah Sufganiot





Sufganiot am Jerusalemer Machane Yehudah Markt in der vergangenen Woche.

Photos: Miriam Woelke


B"H


Am 2. Dezember beginnt das jüdische Chanukkahfest.
In Israel sind sie schon seit Kurzem im Handel, die traditionellen Sufganiot (Krapfen, Berliner). Je nach Füllung kosten sie zwischen 3 - 6 Schekel (ca. 60 Cent 1,20 Euro).


Hier erst einmal ein Rezept aus unserer Bäckerei:

1 kg Mehl (Vollkornmehl)

Eine dreiviertel Tasse Zucker

1 Teelöffel Salz

2 Eier

2 Eßlöffel Cognak

Eine halbe Tasse Olivenöl

60 g Hefe

Das ist alles. Man kann die Sufganiot ganz normal im Backofen backen. 20 Minuten lang bei 160 Grad. Meistens aber werden die Sufganiot in einer Pfanne oder einem Topf voll Olivenöl gedünstet. Heisst, sie müssen darin schwimmen. Die Füllung wird hinterher reingespritzt. In der Bäckerei verwenden wir überwiegend Dattel - Apfel - Füllung. Je nachdem kann man die Sufganiot noch mit Olivenöl, Puderzucker, Honig, etc. bestreichen.


Der Cognak verursacht übrigens, dass das Olivenöl vom Teig besser aufgesaugt wird.


Viel Spaß beim Backen und gutes Gelingen !!!


Donnerstag, November 11, 2010

Rabbi Yitzchak Ginzburgh spricht in Zfat (Safed)

B"H

Der berühmte Chabad Rabbi, Kabbalist und Autor zahlreicher Bücher, Rabbi Yitzchak Ginzburgh, wird am Sonntag, dem 14. November 2010, in Zfat (Safed) zwei Vorträge halten.

Der erste Vortrag, in englischer Sprache, findet um 19.00 Uhr im Ascent Hostel (HaAri Street 2) statt. Rabbi Ginzburgh's Thema lautet:
"Personal Empowerment - The Twelve Senses".

Der Vortrag in hebräischer Sprache findet am gleichen Tag und Ort. jedoch erst um 21.00 Uhr statt.

Der Eintritt kostet 20 Shekel (ca. 4 Euro).

Einige Leute (sowohl als auch Kommentarschreiber auf diesem Blog) sind der Ansicht, dass Rabbi Yitzchak Ginzburgh zu fanatisch gegenüber den Arabern eingestellt ist. Jeder darf seine Meinung dazu haben, doch will ich mich an dieser Stelle eher auf seine relig. Aussagen konzentrieren und mich nicht noch in die Politik versteifen !

Von den Inhalten seines Vortrags am Sonntag werde ich auf diesem Blog berichten !

Link:

Rabbi Yitzchak's kabbalistic Website "Inner.Org"

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Vielleicht sollten die Leute, die negativ kommentieren wollen, zumindest einmal live bei einem Ginzburgh - Vortrag dabei gewesen sein und nicht nur aus der Ferne berichten !
Nur ein kleiner Ratschlag nebenbei.

Parashat Vayetze



B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

In der vorherigen Parashat Toldot (aus der vergangenen Woche) stellt der Thorakommentator Ohr HaChaim eine mehr als interessante Frage:
Warum sandte Yitzchak seinen Sohn Yaakov nach Haran, um eine Frau zu finden ? Warum ausgerechnet bei seinem üblem Schwager Lavan, den Sohn Betuels ? Wenn unsere Vorväter ihren Söhnen keine kaanitischen Ehefrauen verabreichen wollten, konnte es dann nicht jemand anderes sein ? Wieso die eigene Verwandtschaft und wieso der damals berühmt und berüchtigte Zauberer Lavan ?

Wer den Ohr HaChaim kennt, der weiß, dass dessen Antworten in vielen Fällen kabbalistisch ausfallen. Und so auch hier.
Betuel und sein Sohn Lavan unterschieden sich in ihrer Schlechtigkeit und Gier kaum voneinander. Rivka (Rebekka), die Gattin Yitzchaks, wusste genau, zu wem Yaakov da geraten wird. Trotzdem hatte Lavan eine rechtschaffene Tochter, die Rachel, hervorgebracht. Genauso wie Betuel die Rivka.


Und da soll nochmals jemand sagen, dass die Kinder von üblen Menschen genauso schlecht wie ihre Eltern sein müssen. Falsch, denn Kinder sind oftmals das Gegenteil und Rachel sowie Lea sahen, was bei Lavan ablief und worauf er aus war.

Die Kabbalah als auch die Chassidut sagen uns, das in den tiefsten Spähren des Bösen ein guter Funke ist und es gilt, diesen zu suchen und auch zu finden. So dachten anscheinend unsere Vorväter.
Alles wurde von G - tt erschaffen; Gut und Böse !
Heißt, der Mensch hat die Wahl, wie er sein Leben gestalten will. Positiv oder negativ.

Rivka, Rachel und Lea waren die positiven Seiten der Familie Betuels und Lavans. Aus diesem Grund heirateten unsere Vorväter deren Töchter, denn diese drei Frauen stellten eine "Keduscha - Heiligkeit dar". Ebenso handelte es sich bei ihnen um Prophetinnen.
Bei den kaanitischen Frauen war selbst der gute Funke nicht vorhanden. In Bereschit (Genesis, Parashat Noach) 9:20 lesen wir, dass Kaanan verflucht war. Und wer will schon solch jemanden in der Familie haben ?

Bis heute sammeln wir die kabbalistisch symbolischen "Funken - Nitzoze'i Kedusha" ein. Ein kabbalistisches Konzept, welches vom Arizal (Rabbi Yitzchak Luria) eingebracht worden war. Je mehr Funken wir einsammeln und diese an ihren eigentlichen Platz in den oberen spirituellen Welten zurückführen, je eher kommt der Meschiach.

Wie aber sammeln wir diese Funken ein ?
Indem wir selbst die Welt verbessern. Nicht die ganze Welt, doch zuerst einmal uns. Die Welt kann warten, denn wenn wir uns nicht zum positiven verändern, wie soll dies dann erst die Welt tun. Daheim in unserem privaten Kämmerlein sollten wir mit dem Verbessern beginnen. Bei uns selbst und nicht anderen vorschreiben, was sie zu tun haben.

Gleich zu Beginn der Parashat Vayetze lesen wir von "Jakobs Leiter - Sulam Yaakov". Eine der bekanntesten Erzählungen der Thora überhaupt. Der Traum selbst war eine einzige Prophezeihung. G - tt zeigte Yaakov, dass sich sein Schicksal nicht in den Händen der Engel befindet, sondern er direkt unter G - ttes Einfluss steht. Und nicht nur Yaakov, sondern das gesamte jüdische Volk; damals, jetzt und bis in alle Ewigkeiten - so der Thorakommentator Nachmanides (Ramban). Weder die Griechen noch die Babylonier, die Perser oder die heutige Diaspora (Esav) können uns etwas anhaben. Das jüdische Volk wird überleben, egal, was kommt, denn wir befinden uns unter G - ttes schützender "Hand".

Yaakov nannte den Ort, an welchem er geträumt hatte, "Beit E - lo - him - Haus G - ttes" und bezeichnete ihn weiter als "Shaar HaShamaim - Himmelstor". Von dort aus steigen die Gebete und Tieropfer in den Himmel hinauf (Ramban). Den Ort kennen wir heute unter dem Namen "Tempelberg - Har HaBeit" in Jerusalem. Dort, wo schon Adam HaRishon (der erste Mensch) sein Opfer darbrachte und Avraham seinen Sohn Yitzchak zu opfern bereit war.

Yaakov gelangte an einen Brunnen (Beer), an welchem die Hirten ihre Herden tränkten. Der Ramban sieht diesen Brunnen metaphorisch als Hinweis auf den Jerusalemer Tempel. Von dort aus nämlich geht die Thora hinaus in die Welt (Ki MiZion teze Thora - Jesaja 2:3).
Überhaupt lernten unsere Vorväter ihre Gattinen viemals an Brunnen kennen. Wer also jemanden sucht, stelle sich an einen Brunnen.
Thora wird mit dem Wasser verglichen, denn ohne Thora oder Wasser sind wir nicht lebensfähig. Beides ist zum Überleben notwendig.

Rachel nahm die Götzenstatuen ihres Vaters Lavan an sich, weil sie ihn vor dem Götzendienst bewahren wollte (siehe hierzu auch den Kommentator Raschi). Angeblich dienten die Statuen (Terafim) dem Lavan dazu, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Wie gesagt, war Lavan für seine magischen Kräfte mehr als bekannt. Die Magie kam allerdings von der dunklen (negativen) Seite. Alles Gute hat immer einen schlechten, negativen, Gegenpart, so sagt uns die Kabbalah.

Was wir aus all den Erzählungen der Parasha unter anderem lernen ist, dass ein Jude auch in der Fremde stets seine Glaubensideologie und Wertevorstellungen aufrecht erhalten muss, wie dies einst Yaakov tat. Jahrelang lebte er im Haushalt des miesen Lavan und liess sich nicht von essen Methoden beeinflussen. Yaakov stand zu G - tt und bestand den Test in der Diaspora. Zugleich hatte Yaakov alles andere als ein leichtes Leben. Erst die Zeit mit seinem Bruder Esav, dann Lavan und in der kommenden Woche werden wir sehen, wie chaotisch es weitergeht.

Wir alle haben unser Päcklein im Leben zu tragen und unsere Vorväter blieben davon keineswegs verschont.

"Schabbat Schalom - Gut Schabbes" an alle Leser !

Termin zum Dona Gracia Festival in Tiberias



B"H

Die Stadt Tiberias feiert in diesem Jahr den 500. Geburtstag der Dona Gracia Nasi Mendes. In der kommenden Wochen findet daher ein viertägiges Festival statt. Beginnen tut es am Montag und überall in der Stadt finden Aufführungen statt. Zumeist gegen Eintrittsgeld.

Am Dienstag (16. November 2010) sind die Aufführungen kostenlos und ein jeder ist an die Promenade (Tayelet) des See Genezareth (Kinneret) eingeladen.

Weiter Infos HIER !

Beschwere Dich nicht und sag "Baruch HaShem"

B"H

Ich überhörte eine Diskussion einiger junger Chassidim:

Einer der Chassidim beschwerte sich, dass er zuwenig Geld habe. Dabei verdiene er es, mehr zu erhalten.
Einer seiner Freunde meinte daraufhin: "Du jammerst immer nur und beschwerst Dich. Genau wie in der Baal Shem Tov Story als jemand beim grossen chassidischen Meister vorsprach und sich auch nur fortwährend beschwerte, er habe dies und das nicht. Der Baal Shem Tov riet ihm, doch einmal auf das zu schauen, was er im Leben erreicht habe und "Baruch HaShem - Gott sei Dank" zu sagen".

Ein dritter Chassid schaltete sich in die Unterhaltung ein:
"Du kannst machen was Du willst; wenn G - tt Dich nicht als wohlhabenden Menschen vorgesehen hat, wirst Du kein Geld bekommen. Vielleicht hat G - tt ja andere Pläne mit Dir und nicht gerade Reichtum. G - tt bestimmt über uns alle und legt fest, was und wieviel wir erhalten und nicht wir. Das Einzige, was Dir bleibt ist BETEN und NICHT fordern".

Ich fand die Unterredung sehr interessant, denn der Inhalt trifft auf uns alle zu. Viele Male fordern wir von G - tt und einen Lottogewinn zukommen zu lassen; ein neues Auto, eine tolle Wohnung, neue Möbel, eine Beförderung auf der Arbeit oder einen tollen Urlaub. Schauen wir dabei auf das, was wir haben ? Auf das, was wir im Leben erreichten und auf unsere hoffentlich vorhandene Gesundheit ?
Anstatt uns über die Gegenwart zu freuen, schauen wir nur in die Zukunft.


Photo: Dwelling Place Below

Mittwoch, November 10, 2010

Chabad - Schluchim Treffen in Crown Heights




B"H

Fast 4000 Chabad Abgesandte (Schlichim oder auf Jiddisch: Schluchim) aus 76 Ländern fanden sich in den vergangenen Tagen zu ihrem jährlichen Kongress in Crown Heights / New York ein. Das Photo entstand vor dem Haus des im Juni 1994 verstorbenen Lubawitscher Rebben Menachem Mendel Schneerson.
Das Haus in der Eastern Parkway 770 befindet sich in Brooklyn.



Das Haus des siebten und letzten Lubawitscher Rebben in Brooklyn.


Links:

Am Grab des Lubawitscher Rebben Menachem Mendel Schneerson:



Die Schluchim Website

Rabbi Israel Lipkin von Salant und der Schuhmacher

B"H

Es war schon spät am Abend als der litauische Rabbi Israel Lipkin von Salant, (1810 - 1883), das Haus eines Schuhmachers betrat. Der Schuhmacher sass bei flackerndem Kerzenlicht bei der Arbeit und reparierte Schuhe. Die Kerze neben ihm drohte bald zu erlöschen und Rabbi Israel sagte:
"Warum arbeitest Du noch so spät ? Ist es nicht Zeit zum Feierabend und nebenbei bemerkt, Deine brennende Kerze geht eh gleich aus".
"Das ist kein Problem, antwortete der Schuhmacher. Solange die Kerze noch brennt, ist es immer noch möglich zu arbeiten und zu reparieren".

Rabbi Israel zeigte sich von den Worten des Schuhmachers tief beeindruckt. Wenn ein Mensch seinen Lebensunterhalt bestreitet, solange eine Kerze noch brennt, wie sehr muss er dann erst daran arbeiten, sein spirituelles Leben zu verbessern, solange die Seele - "G - ttes Kerze" - noch in ihm ist ?

Selbst viele Tage später hörte man Rabbi Israel in seinem Zimmer aufgeregt auf und ab gehen, wobei er immer wieder den Satz des Schuhmachers wiederholte: "Solange die Kerze noch brennt, ist es möglich zu arbeiten und zu reparieren".

Der MAHARAL über CHANUKKAH

B"H

Obwohl Chanukkah noch einige Tage entfernt ist (der erste Feiertag fällt auf den 2. Dezember), sammele ich momentan zusätzliche Informationen zum Thema. Der Talmud lässt sich eher spärlich über Chanukkah aus, doch fand ich glücklicherweise ein passendes Buch herausgegeben vom ARTSCROLL MESORAH Verlag. Der Buchtitel lautet "Chanukkah" und verfasst wurde es von Rabbi Hersh Goldwurm, Rabbi Me'ir Zlotowitz. Korrektur las Rabbi Nosson Scherman.

Vorab jedoch ein Chanukkah - Kommentar des MAHARAL, Rabbi Yehudah Loew ben Betzalel von Prag:



Rabbi Yehudah Loew ben Betzalel (der Maharal von Prag) verfasste in "Ner Mitzwah" seine Interpretationen zu Chanukkah.

Die damalige griechische Besatzungsmacht war nicht gegen Juden, sondern ausdrücklich gegen deren Thora und Mitzwot (Gesetze). Die Juden stützen ihre Weisheit auf die Thora und somit auf die g - ttliche Weisheit. Zur Zeit der Griechen weiterhin auf den Zweiten Tempel. Die Absicht der griechischen Besatzung lautet daher, die Thora abzuschaffen, um somit den Juden klarzumachen, dass sie einzig und allein ihre menschliche Weisheit nutzen sollen. Und sehen wir nicht heute auch das Nutzenwollen der menschlichen Weisheiten, indem uns andere Völker einzureden zu versuchen, wir sollen uns endlich assimilieren und so sein, wie alle anderen halt auch. Und gibt es nicht auch heute Juden, welche die Thora abschaffen bzw. gemäss ihres limitierten menschlichen Verstandes verändern wollen ? Sprich, den g - ttlichen gegen den menschlichen Verstand eintauschen.
Genau daran sollten wir alle an Chanukkah einmal nachdenken !

Wer als Jude die Thora nicht halten will / kann, schön, der soll zumindest daran arbeiten und es zugeben und nach keinen Veränderungen schreien, nur weil ihm sein menschlicher Verstand ihm das vorgibt.

Ein Mensch mit Thora wird als GUTE Schöpfung betrachtet, denn die Thora gibt ihm den Verstand. Doch wenn in dem Menschen keine Thora vorhanden ist, so fehlt gleichermassen der Verstand. Demzufolge wird dieser Mensch nicht als gute Schöpfung bezeichnet, denn er verspürt nicht den Drang, sich zu perfektionieren. Ein Mensch ohne Thora und Verstand begibt sich demnach auf den Level eines Tieres, welches nur nach seinen Bedürfnissen lebt und diese zu befriedigen versucht.

Die Worte des Maharal mögen hart klingen, doch sollte man sie einmal so betrachten:

Selbst wenn ich nicht bereit bin oder noch nicht bereit bin nach der Thora zu leben, so sollte ich als Jude niemals das Ziel aus den Augen verlieren. Immer sollte es ernsthaft in meinem Hinterkopf hängen, dass ich es vielleicht einmal schaffen werde. Bis dahin verstehe ich zwar all die vielen Mitzwot nicht, tue jedoch mein Bestes, um irgendetwas zu erfüllen oder ein klein wenig mit der Religion zu leben.

Lehne ich jedoch grundsätzlich alles als dämlich und überflüssig ab, begebe ich mich arroganterweise auf eine höhere Stufe als mein Schöpfer a la "Ich weiss selber, was für mich gut ist und entscheide. Ich lebe nach meinen eigenen Vorstellungen und lasse mir von niemandem etwas voschreiben !"

Und wie lebe ich dann ?
Ich konsumiere und geniesse. Ich als King über mein Leben.
Wie schaut die Stufe eines solchen Menschen aus ?

Dienstag, November 09, 2010

Warum der RAMBAM in Tiberias begraben liegt

B"H

Im Jahre 1204 verstarb der Rambam (Maimonides) in Ägypten, doch begraben liegt er im nordisraelischen Tiberias. Wie aber kam die Leiche des Rambam ausgerechnet nach Tiberias ?

Es ranken sich zahlreiche Legenden und ich gehe an dieser Stelle nicht auf die Diskussion ein, ob die Lokalität des Rambam - Grabes in Tiberias das Originalgrab ist oder ob der Rambam nicht doch eher in Ägypten beerdigt worden ist.

Hier die bekannteste Legende darüber wie der Rambam nach Tiberias kam:

Vor seinem Tod rief der Rambam seine Anhänger zusammen und trug ihnen auf, dass seine Leiche nach seinem Tod auf ein Kamel aufgeladen werden soll. Das Kamel soll seiner Wege gehen und die Anhänger des Rambam sollen dem Tier folgen.
Wo auch immer es stehen bleibt und absolut nicht weiter will, an der Stelle soll die Leiche des Rambam begraben werden.

Gesagt, getan. Nach seinem Tod agierten die Anhänger wie befohlen. Die Leiche des Rambam kam auf den Kamelrücken und das Kamel begann seine eigene individuelle Reise. Demzufolge ist es bis nach Tiberias gelaufen und an einer Stelle an der Stadt wollte es absolut nicht mehr weiterlaufen. Die Stelle lag nicht weit vom Grab des berühmten talmudischen Rabbiner Yochanan ben Zakkai entfernt. In der Tat handelt es sich hier um nur wenige Meter.

 


Hier geht es hinauf zum Grabe des RAMBAM in Tiberias.

Photo: Miriam Woelke


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Quellen

Die Story zur Beerdigung:

Iggeret Rabbi Yosef Sofer from Zfat (Safed)


Als weitere Infoquelle:

"Mekomot Kedushim ve'Kivrei Zaddikim
be'Galil - מקומות קדושים וקברי צדיקים בגליל"


Link

Montag, November 08, 2010

Was es bedeuten kann, in Israel ein Konvertit zum Judentum zu sein

B"H

Eine sehr realistische Perspektive zur "Konversion zum Judentum und dem Leben in Israel danach" beschreibt eine Freundin von mir in ihrem Blog "Frumlife". Der Blog ist in englischer Sprache, doch sehr informativ gestaltet.  

Wie sieht das Leben der Konvertiten nach dem Giur aus und welche, manchmal versteckten, sozialen Probleme erwarten sie bei einem Leben in Israel ? 
Und ... auf was muss sich ein Konvertit gefasst machen ? 
Auf das Loslassen seiner alten Religion, zum Beispiel. Das allein stellt oftmals ein schwieriges Problem dar.

Haschgacha Pratit

B"H

Im Judentum folgen wir dem Konzept der "Haschgacha Pratit": 
G - tt regiert die Welt und unser Leben. Egal, was wir tun, uns wiederfährt oder wie wir unser Leben gestalten, alles ist vorbestimmt. G - tt wacht über JEDEN einzelnen von uns; egal, ob Jude, Christ, Moslem, etc.

Wenn wir geboren werden, hat Er schon vorbestimmt, ob wir intellektuell veranlagt sind, welchen Beruf wir erlernen, ob wir reich oder arm sein werden. Fast alles legt G - tt fest, doch gelegentlich sind wir in der Lage, etwas zum Positiveren zu bewegen. Wie ?
Anhand guter Taten.

"Haschgacha Pratit' beinhaltet auch, dass uns vieles im Leben wiederfährt und wir enttäuscht sind, weil dies oder das nicht klappte. Andererseits freuen wir uns oft über falsche Traumerfüllungen und merken gar nicht, dass uns eine gewisse Sache gar nicht liegt oder zusteht.

Ein beliebtes Beispiel ist der Ärger darüber, warum mein Kollege befördert worden ist und nicht ich. Warum hat der Nachbar schon wieder ein neues Auto und ich gurke seit Jahren mit einem ollen Gebrauchtwagen herum ?

Die Antwort liegt darin, dass wir das Gesamtbild unseres eigenen Lebens nicht sehen, G - tt aber schon. Jeder Mensch auf dieser Erde hat seine bestimmte Aufgabe, zu welcher er erschaffen worden ist und vielleicht dient das neue Auto des Nachbarn zu dessen Aufgabenerfüllung. Kein Grund für mich, neidisch zu sein.
Vielleicht dient die Beförderung meinem Kollegen zu seiner Aufgabenerfüllung und vielleicht ist es meine Aufgabe, in einer Jobposition zu bleiben, damit ich etwas anderes im Leben erfülle. Wer genau kann das mit Sicherheit alles sagen, denn, wie gesagt, ist es lediglich G - tt, der das Gesamtbild sieht. Wir dagegen sehen nur einen kleinen Bruchteil davon.

ALLES in unserem Leben wird von G - tt geregelt, womit ich nicht sagen will, dass jemand jetzt wider jeglicher Moral handelt und meint, er könne nicht anders, denn es sei ja eh G - ttes Wille. Trotzdem das G - tt alles regelt, haben wir dennoch die Aufgabe, gemäss einem Quentchen Moral zu handeln. Ebenso können wir nicht von G - tt verlangen, im Lotto zu gewinnen, obwohl wir gar keinen Lotterieschein ausgefüllt haben. Es stimmt, dass G - tt alles regelt, dennoch müssen wir genauso unseren Beitrag zu Leben leisten und dürfen nicht einfach die Hände in den Schoß legen.

Arroganz

B"H


G - tt kann nicht in einem Raum existieren, in dem die Arroganz vorherrscht. Wenn ein arroganter Mensch sich an einem Ort befindet, dann ist folglich für G - tt kein Platz.

Dazu fällt mir ein, dass viele Juden dazu neigen, sich ständig über die Mitzwot (Thoragesetze) zu beschweren. Ja, sich sogar gehässig darüber auszulassen, dass das ja wohl eh alles keinen Sinn macht, wenn G - tt koscheres Essen oder sonst etwas abverlangt.


Immer wird nur von den eigenen Bedürfnissen gesprochen.
Was will ich, was will ich, was will ich ...
Wann aber beginnen wir nachzudenken, was G - tt von uns will. Immerhin ist er unser Erschaffer.