B"H
In einem deutsch - jüdischen Forum gibt / gab es eine Diskussion um eine Angelegenheit, welche mir in deutsch - jüdischen Landen auch schon wiederfahren ist. Nein, ich will hier keineswegs genauestens auf die in besagtem Forum stattfindende Diskussion eingehen a la "wer", "wann", "warum", etc. Vielmehr möchte ich allgemein auf dieses Thema aufmerksam machen.
Es geht darum, dass es Juden aus dem Ausland durchaus passieren kann, den Eintritt in eine deutsche Synagoge verweigert zu bekommen.
Warum ?
Von deutsch - jüdischer Seite heißt es dazu offiziell, dass sich ein Besucher gefälligst anzumelden hat. Taucht er unerwartet auf, so muß er ggf. an der Eingangstüre seine Jüdischkeit beweisen. Kann er dies nicht oder ist er anderweitig verdächtig oder wie immer man dies auch nennen will, kann ihm der Eintritt verweigert werden. Außerdem könne es sich ja theoretisch um ein Sicherheitsrisiko handeln, denn man weiß ja nie, ob da ein getarnter Neonazi oder arab. Terrorist vor einem steht.
Ich war in meinem Leben schon in unzähligen Synagogen; bei den Satmarer Chassidim, den extremen Toldot Aharon, der Chassidut Avraham Yitzchak, der Chassidut Belz, Karlin - Stolin, Shomrei Emunim, litvischen, anderen chassidischen sowie nationalrelig. Synagogen, doch so ein Krampf wie in Deutschland ist mir nirgendwo anders wiederfahren. In Deutschland muß man sich anmelden, was allein schon einem Krampf nahekommt. Ich kann verstehen, dass Nichtjuden sich anmelden sollten, aber Juden …
Ein Jude im deutschen Ausland entdeckt eine Synagoge und will hineingehen, um am Schabbatg - ttesdienst teilzunehmen und es wird ihm ggf. untersagt ? Laut Halacha ist dies ein "Chillul HaShem - eine Beleidigung G - ttes".
Natürlich gibt es heutzutage gewisse Sicherheitsrisiken, doch diese allein sind kein Grund, jemandem den Eintritt zu verweigern. Haben wir in Jerusalem keine Terroristen, die nicht davor zurückschrecken, Synagogen in die Luft zu sprengen ? Ich erinnere hier nur an das Bombenattentat auf die haredische Buslinie Nr. 2, wo sich ein paläst. Terrorist als Haredi (Ultra - Orthod.) verkleidet hatte und den Bus in die Luft jagdte.
Wenn man vor deutschen Synagogen schon auf Sicherheit machen will, dann sollte man Personal engagieren, welches Unbekannte eventuell professionell befragen kann. Mir passierte es zum Beispiel einmal, dass ich von russ. Sicherheitspersonal befragt wurde, was ich denn gefälligst in der Synagoge wolle. Als ich auf Hebräisch antwortete, um mich irgendwie zu identifizieren, kam nur ein Unverständnis auf. Hebräisch ? Davon hatten die Russen vor der deutschen Synagoge noch nie gehört.
Zu einer anderen Gemeinde kam ich am Erev Schabbat (Freitag abend) und ich war angemeldet. Dennoch glaubte man mir nicht und sobald ich eintrat ließ man eine Israelin auf mich los, die meine Aussagen samt Hebrä. testen sollte. Nach zwei Sätzen waren wir uns einig und ich wurde eingelassen.
In der Gemeinde, in welcher ich zwei Jahre ansäßig war, ohne offizielles Mitglied zu sein, wurden mir die Pessachmazzot verweigert. Außerdem durfte ich als Nichtmitglied NICHT an der Pessach - Seder teilnehmen. Das reichte mir schnell und ich fuhr zu Chabad nach Brüssel. Bis heute bin ich dem dortigen Chabad - Rabbiner Menachem Hadad sehr dankbar für seine rasche Zusage ohne nervige Hintergedanken. Ich betrat sein Haus und wurde sofort aufgenommen. Ohne jegliche Probleme und Bemerkungen.
Von vielen ausländischen Juden hörte ich in Israel, dass sie vor deutschen Synagogen Probleme mit dem Einlaß hatten. Wenn deutsch - jüdische Gemeinden sich schon damit rühmen wollen, so toll international zu sein, dann sollten sie entweder geschultes Personal postieren oder von vornherein ihre Tore für Nichtmitglieder schliessen. Große Lust auf Bettelei hätte ich jedenfalls nicht mehr und würde mich lieber gleich über den Schabbat nach Antwerpen begeben.
Im Januar 1999 weilte ich eine Woche lang in London und auch dort ging ich ohne Probleme am Schabbat in eine Synagoge im Stadtteil Golders Green. Vom einem Ehepaar der Chassidut Satmar wurde ich hinterher sogar zum Essen eingeladen. Keiner fragte nach und bei unseren Gesprächen war meine Identität eh schnell offensichtlich.
Nirgendwo auf der Welt gibt es einen so offenen jüdischen Platz wie Jerusalem. Alle Juden können kommen und keinem wird irgendetwas verweigert. Es sei denn, man ist in haredischen Gebieten einmal nicht allzu "anständig" angezogen. Und wie ich eingangs schon sagte, bei uns ist das Sicherheitsrisiko weitaus höher als anderswo. Aber so dumme Anmachen wie vor oder in deutschen Synagogen sind mir noch nie zuvor und auch nicht mehr hinterher wiederfahren, und ich kann mir denken, dass andere ausländische Juden darauf genervt bzw. verärgert reagieren.
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Dienstag, Juli 08, 2008
Sonntag, Juli 06, 2008
Großer Tag bei Chabad
Chabad Website
B"H
Heute ist der 3. Tammuz und für die Lubawitscher Chassidim (Chabad) bedeutet dies die Yahrzeit (Sterbegedenktag) des letzten und im Juni 1994 verstorbenen Rebben Menachem Mendel Schneerson.
Aber nicht alle sagen "Yahrzeit" und nicht alle sagen "verstorben", denn die Meschichisten innerhalb von Chabad glauben, dass der Rebbe noch lebt und am 3. Tammuz nur unsichtbar wurde und in eine andere Dimension verschwand, um später offiziell als Meschiach zurückzukehren.
Wie auch immer, alle Chabadnikim, Meschichistim und auch nicht, haben heute ihre großen Events zum 3. des jüdischen Monat Tammuz. Konzerte und Rebbevideos überall. Die Meschichistim sind in Bat Yam bei Tel Aviv zu finden. Um 19.00 Uhr startet dort einen riesen Event. Eintritt: 10 Schekel (2 Euro).
Die Tel Aviver Nicht - Meschichisten sind in der Yoshua Bin Nun Street zu finden, aber auch in der Chabad - Synagoge, in der ich gestern früh am Schabbatg - ttesdienst teilnahm, geht etwas ab. Abends wird ein Rebbevideo gezeigt und Musik gibt es auch.
Schon gestern mittag nach dem G - ttesdienst wurden wir alle zum Kiddusch (Segnung des Weines) eingeladen. Die Chabad - Synagoge in der Tel Aviver Ba'alei Malka Street (parallel zu Sheinkin) hatte sich mächtig in Unkosten gestürzt und das Essen per Catering anrollen lassen. Leider bekamen nur die Männer den Wodka ausgehändigt und wir Frauen mußten uns mit etwas Wein zum Kiddusch begnügen. Danach gab es Salate, Fisch, Humus, Cracker und Tscholent. Nicht viele Leute besuchen die Synagoge an der Sheinkin, dem absolut säkulerem Gebiet Tel Avivs.
Der Chabad - Rabbi redete sich während des Essens so richtig in Fahrt mit den Stories vom Lubawitscher Rebben. Dabei war ich mit die Einzige, die ihm zuhörte, denn alle anderen waren busy mit dem Essen. Von daher habe ich dann auch gleich meine tägliche Portion Hirnwäsche mitbekommen. Nichtsdestotrotz, mir hat es sehr gut gefallen und immer wenn ich in der Nähe bin, besuche ich diese Chabad Synagoge. Vor allem, weil die Leute total freundlich und offen sind. Selbst abends ging ich nochmals zum Pirkei Avot (Sayings of the Fathers) - Shiur (Unterricht) zurück. Dort ging es dann auch ganz und gar um Rebbe Schneerson.
Das hat mir dann auch gleich einen Weg gespart, denn ich fahre heute abend nicht raus nach Bat Yam zu den Meschichisten. Stattdessen bin ich zwei Tage lang in Jerusalem einen Artikel sowie einen Vortrag vorbereiten. Aber vor Chabad gibt es nun einmal kein Entkommen, denn selbst in den Tageszeitungen fahren sie heute seitenweise große Anzeigen auf.
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Chassidischer Tisch bei Chassidut Nadvorna
B"H
Den gerade ausgeklungenen Schabbat habe ich teilweise in der haredischen Stadt Bnei Brak (bei Tel Aviv) verbracht. Hierüber werde ich im laufe des Tages einen detaillerten Artikel verfassen.
u.a. habe ich am chassidischen Tisch der Chassidut Nadvorna teilgenommen und ich muss sagen, dass dies einer der besten chassidischen Tische ist, an denen ich jemals teilnahm. Die Frauen sind sehr hilfsbereit und total nett und offen.
Nichtsdestotrotz, Chabad hat heute seinen grossen Tag, denn es ist die Yahrzeit (Sterbegedenktag) des letzten Rebben Menachem Mendel Schneerson. Gestern schon nahm ich an einem der in diesen Tagen zahlreich stattfindenden Events teil.
Vorab aber ein paar Photos und ein Video der Chassidut Nadvorna aus Bnei Brak.
Tu Be'Shvat bei Chassidut Nadvorna / Bnei Brak


Den gerade ausgeklungenen Schabbat habe ich teilweise in der haredischen Stadt Bnei Brak (bei Tel Aviv) verbracht. Hierüber werde ich im laufe des Tages einen detaillerten Artikel verfassen.
u.a. habe ich am chassidischen Tisch der Chassidut Nadvorna teilgenommen und ich muss sagen, dass dies einer der besten chassidischen Tische ist, an denen ich jemals teilnahm. Die Frauen sind sehr hilfsbereit und total nett und offen.
Nichtsdestotrotz, Chabad hat heute seinen grossen Tag, denn es ist die Yahrzeit (Sterbegedenktag) des letzten Rebben Menachem Mendel Schneerson. Gestern schon nahm ich an einem der in diesen Tagen zahlreich stattfindenden Events teil.
Vorab aber ein paar Photos und ein Video der Chassidut Nadvorna aus Bnei Brak.
Tu Be'Shvat bei Chassidut Nadvorna / Bnei Brak


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Chassidut Nadvorna
Donnerstag, Juni 26, 2008
Der 3. Tammuz
B"H
Für Chabad (Lubawitsch) hat der 3. des jüdischen Monat Tammuz (Sonntag, 6. Juli) eine ganz besondere, wenn auch sehr unterschiedliche Bedeutung:
http://chassidicstories.blogspot.com/2008/06/der-3-tammuz.html

Rabbi Menachem Mendel Schneerson
Für Chabad (Lubawitsch) hat der 3. des jüdischen Monat Tammuz (Sonntag, 6. Juli) eine ganz besondere, wenn auch sehr unterschiedliche Bedeutung:
http://chassidicstories.blogspot.com/2008/06/der-3-tammuz.html

Rabbi Menachem Mendel Schneerson
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Sonntag, Juni 15, 2008
Schabbat in Sheinkin
B"H
Normalerweise ist die Sheinkin in Tel Aviv bekannt als DIE Gegend der Säkuleren. Bis vor wenigen Jahren war die Sheinkin die absolute IN - Straße. Cafes, Shops mit freakigen Klamotten, horrende Mieten, Leute, die nicht gerade so gekleidet sind, was man im relig Sinne anständig nennt. Was auch immer man sich ansonsten noch vorstellen kann. Heute hat die Sheinkin an Glanz verloren und der Rothschild Boulevard hat längst die IN - Position übernommen. Allerdings ist Sheinkin nach wie vor ein Markenname, obwohl mittlerweile auch die Breslover Chassidim dort eine ihrer Filialen eröffnet haben. Aber auch sonst findet man nicht wenige Haredim (Ultra - Orthod.) in der Umgebung.
Sheinkin, zwischen King George und Allenby gelegen, hat jedoch noch eine weitere Attraktion zu vermelden. Gleich neben dem Park ragt eine riesige Synagoge hinter den Bäumen hervor. Chabad ist auch in Sheinkin angekommen. Das Erdgeschoß der Synagoge ist in zwei Räume unterteilt. Zum einen ein neuer moderner Synagogenraum und zum anderen die Überbleibsel einer alten riesigen Synagoge, wo immer noch ein anschaulicher Aron HaKodesh (Thoraschrein) steht.
Durch Zufall erspähte ich die Synagoge, aber da ich nicht an Zufälle glaube, gab es vielleicht einen anderen Grund, dass ich gerade in diese Synagoge ging. Am Erev Shabbat (Freitag abend) ging ich zum Kabbalat Shabbat service. Die Atmosphäre war eher gemütlich, denn es waren nicht viele Leute anwesend. Am Ende gab es ungefähr 20 Männer und 10 Frauen. Ich kann nur aus Sicht der Frauenseite (Ezrat Nashim) berichten. Diese befindet sich gleich hinter der Männerseite auf gleicher Höhe; hinter einer Holzmechitzah (Trennwand der Geschlechter). Inmitten des Services gab der Rabbi, ein gebürtiger Amerikaner, eine Drasha (relig. Rede), in der er von der Hachnasat Sefer Torah - Feier am Vortag (Donnerstag) berichtete. Eine neue Thorarolle zu bekommen, ist für jede Synagoge ein großes Event. Die Thorarolle wird in einer feierlichen Prozession zur Synagoge getragen. Wie man mir sagte, gab es in der belebten King George eine riesige Feier mit Orchesterbegleitung. Der Rabbi erzählte, dass selbst säkulere Autofahrer ihr Gefährt verliessen, um die Thorarolle zu küssen. Die Zuschauer waren total aufgeregt und manche hatten sogar Tränen in den Augen. Und das alles im so furchtbar säkuleren Downtown - Tel Aviv. "Wir müssen halt mit dem zufrieden sein, was wir haben und können nur auf mehr hoffen", so der Rabbi.
Ich entschloß mich, zum Schacharit am nächsten Morgen zurückzukommen, weil der Rabbi angekündigt hatte, dass dann die neue Thorarolle zum ersten Mal benutzt werden wird. Außerdem konne ich micht nicht recht mit dem Gedanken anfreunden, in der feuchten Hitze mehr als eine Stunde nach Bnei Brak zu laufen.
Ich muß zugeben, dass die Leute in der Chabad - Synagoge total nett und zugänglich waren. Nicht alle waren Chabadnikim. Stattdessen war es eine gute Mischung aus Halb und Halb. Außerdem waren die Anwesenden nicht nur aschkenazische Juden, sondern es waren ebenso viele Sepharadim da. Zum Schacharit - Gebet tauchten ungefähr 30 Männer und ca. 15 Frauen auf. Der Thoralesung folgte das Tanzen der Männer mit der neuen Thorarolle.
Um 18.10 Uhr am Abend fand ein Shiur statt. Die Männer lernten die Thoraparasha und für die Frauen gab es separat einen Pirkei Avot (Saying of the Fathers) - Vortrag gegeben von einer Chabadnikit. Der Shiur war nicht schlecht, doch bedenke man, dass Chabad immer von seinen eigenen Auslegungen und Rebbe - Teachings spricht. Dennoch, die Chabadnikit erwähnte auch einmal den Kommentator Rashi.
Wer seinen Schabbat mehr oder weniger in Downtown Tel Aviv verbringt und nicht weiß, wo er hin soll, der sollte in besagte Chabad - Synagoge gehen. Allerdings sollte kein Kiddush oder Essen erwartet werden, denn die Teilnehmer gehen nach dem Service sofort heim. Dies war mir gänzlich egal, denn ich hatte mein eigenes Essen vorbereitet und machte meinen eigenen Kiddush. Der Synagogenservice allerdings gefiel mir sehr gut.
Falls jemand gehen will:
Gute Hebräischkenntnisse sind ein absolutes Muß !!!
Für die nahe Zukunft hat Chabad in der Synagoge die zusätzliche Einrichtung einer Yeshiva (relig. Schule) geplant.
Normalerweise ist die Sheinkin in Tel Aviv bekannt als DIE Gegend der Säkuleren. Bis vor wenigen Jahren war die Sheinkin die absolute IN - Straße. Cafes, Shops mit freakigen Klamotten, horrende Mieten, Leute, die nicht gerade so gekleidet sind, was man im relig Sinne anständig nennt. Was auch immer man sich ansonsten noch vorstellen kann. Heute hat die Sheinkin an Glanz verloren und der Rothschild Boulevard hat längst die IN - Position übernommen. Allerdings ist Sheinkin nach wie vor ein Markenname, obwohl mittlerweile auch die Breslover Chassidim dort eine ihrer Filialen eröffnet haben. Aber auch sonst findet man nicht wenige Haredim (Ultra - Orthod.) in der Umgebung.
Sheinkin, zwischen King George und Allenby gelegen, hat jedoch noch eine weitere Attraktion zu vermelden. Gleich neben dem Park ragt eine riesige Synagoge hinter den Bäumen hervor. Chabad ist auch in Sheinkin angekommen. Das Erdgeschoß der Synagoge ist in zwei Räume unterteilt. Zum einen ein neuer moderner Synagogenraum und zum anderen die Überbleibsel einer alten riesigen Synagoge, wo immer noch ein anschaulicher Aron HaKodesh (Thoraschrein) steht.
Durch Zufall erspähte ich die Synagoge, aber da ich nicht an Zufälle glaube, gab es vielleicht einen anderen Grund, dass ich gerade in diese Synagoge ging. Am Erev Shabbat (Freitag abend) ging ich zum Kabbalat Shabbat service. Die Atmosphäre war eher gemütlich, denn es waren nicht viele Leute anwesend. Am Ende gab es ungefähr 20 Männer und 10 Frauen. Ich kann nur aus Sicht der Frauenseite (Ezrat Nashim) berichten. Diese befindet sich gleich hinter der Männerseite auf gleicher Höhe; hinter einer Holzmechitzah (Trennwand der Geschlechter). Inmitten des Services gab der Rabbi, ein gebürtiger Amerikaner, eine Drasha (relig. Rede), in der er von der Hachnasat Sefer Torah - Feier am Vortag (Donnerstag) berichtete. Eine neue Thorarolle zu bekommen, ist für jede Synagoge ein großes Event. Die Thorarolle wird in einer feierlichen Prozession zur Synagoge getragen. Wie man mir sagte, gab es in der belebten King George eine riesige Feier mit Orchesterbegleitung. Der Rabbi erzählte, dass selbst säkulere Autofahrer ihr Gefährt verliessen, um die Thorarolle zu küssen. Die Zuschauer waren total aufgeregt und manche hatten sogar Tränen in den Augen. Und das alles im so furchtbar säkuleren Downtown - Tel Aviv. "Wir müssen halt mit dem zufrieden sein, was wir haben und können nur auf mehr hoffen", so der Rabbi.
Ich entschloß mich, zum Schacharit am nächsten Morgen zurückzukommen, weil der Rabbi angekündigt hatte, dass dann die neue Thorarolle zum ersten Mal benutzt werden wird. Außerdem konne ich micht nicht recht mit dem Gedanken anfreunden, in der feuchten Hitze mehr als eine Stunde nach Bnei Brak zu laufen.
Ich muß zugeben, dass die Leute in der Chabad - Synagoge total nett und zugänglich waren. Nicht alle waren Chabadnikim. Stattdessen war es eine gute Mischung aus Halb und Halb. Außerdem waren die Anwesenden nicht nur aschkenazische Juden, sondern es waren ebenso viele Sepharadim da. Zum Schacharit - Gebet tauchten ungefähr 30 Männer und ca. 15 Frauen auf. Der Thoralesung folgte das Tanzen der Männer mit der neuen Thorarolle.
Um 18.10 Uhr am Abend fand ein Shiur statt. Die Männer lernten die Thoraparasha und für die Frauen gab es separat einen Pirkei Avot (Saying of the Fathers) - Vortrag gegeben von einer Chabadnikit. Der Shiur war nicht schlecht, doch bedenke man, dass Chabad immer von seinen eigenen Auslegungen und Rebbe - Teachings spricht. Dennoch, die Chabadnikit erwähnte auch einmal den Kommentator Rashi.
Wer seinen Schabbat mehr oder weniger in Downtown Tel Aviv verbringt und nicht weiß, wo er hin soll, der sollte in besagte Chabad - Synagoge gehen. Allerdings sollte kein Kiddush oder Essen erwartet werden, denn die Teilnehmer gehen nach dem Service sofort heim. Dies war mir gänzlich egal, denn ich hatte mein eigenes Essen vorbereitet und machte meinen eigenen Kiddush. Der Synagogenservice allerdings gefiel mir sehr gut.
Falls jemand gehen will:
Gute Hebräischkenntnisse sind ein absolutes Muß !!!
Für die nahe Zukunft hat Chabad in der Synagoge die zusätzliche Einrichtung einer Yeshiva (relig. Schule) geplant.
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Freitag, Juni 13, 2008
Chassidische Klänge am Strand
B"H
Religiöse Jerusalemer lieben es, über das säkulere Tel Aviv herzuziehen. Was gibt es schon in Tel Aviv bei all den Linken und Säkuleren ? . Die Stadt gleicht doch eher Gomorrha.
Aber Leute lasst Euch sagen - dem ist gewiss nicht so. G - tt ist auch an einem Ort wie Tel Aviv zu finden und genaugenommen gibt es sehr viele tolle Leute hier.
Wenn ich berichte, was mir vor wenigen Stunden passiert ist, glauben sicher viele, ich habe sie nicht alle. Aber dennoch handelt es sich um eine wahre Story, die zeigt, dass Tel Aviv noch lange nicht "verloren" ist:
Ich war auf meinem Weg zum Carmel - Markt nahe dem Strand als ich mich spontan entschloss, mich für ein paar Minuten in einem kleinen schön angelegten Park niederzulassen. Ich liess mich auf einer Bank nieder und plötzlich vernahm ich chassidische Musik aus einem Lautsprecher kommend. Irgendwie hatte ich schon eine diverse Idee, dennoch wollte ich der Sache auf den Grund gehen. Und so ging ich um das Gebäude herum, welches sich als Synagoge entpuppte. Und wem gehört diese Synagoge ?
Natürlich den Chabad Chassidim.
Da das Gebäude recht nett ausschaut und das Drumherum auch, entschloss ich mich spontan, zur Kabbalat Shabbat (Freitag abend G - ttesdienst) wiederzukommen. Ich liebe es, neue Eindrücke zu gewinnen.
Für morgen habe ich einen Besuch im haredischen Bnei Brak geplant, aber wer weiss.... Vielleicht ende ich ja wieder bei Chabad.....
Und für all jene, die noch nicht wissen, was sie heute abend machen sollen:
Setzt Euch einfach in einen Park und vielleicht hört Ihr auch chassidische Musik. Oder um es in der "Chabad - Sprache" auszudrücken:
Selbst ein Ort wie Tel Aviv kann in die oberen spirituellen Welten hinaufbefördert werden (can be elevated).
Schabbat Schalom an alle !!!!!
Religiöse Jerusalemer lieben es, über das säkulere Tel Aviv herzuziehen. Was gibt es schon in Tel Aviv bei all den Linken und Säkuleren ? . Die Stadt gleicht doch eher Gomorrha.
Aber Leute lasst Euch sagen - dem ist gewiss nicht so. G - tt ist auch an einem Ort wie Tel Aviv zu finden und genaugenommen gibt es sehr viele tolle Leute hier.
Wenn ich berichte, was mir vor wenigen Stunden passiert ist, glauben sicher viele, ich habe sie nicht alle. Aber dennoch handelt es sich um eine wahre Story, die zeigt, dass Tel Aviv noch lange nicht "verloren" ist:
Ich war auf meinem Weg zum Carmel - Markt nahe dem Strand als ich mich spontan entschloss, mich für ein paar Minuten in einem kleinen schön angelegten Park niederzulassen. Ich liess mich auf einer Bank nieder und plötzlich vernahm ich chassidische Musik aus einem Lautsprecher kommend. Irgendwie hatte ich schon eine diverse Idee, dennoch wollte ich der Sache auf den Grund gehen. Und so ging ich um das Gebäude herum, welches sich als Synagoge entpuppte. Und wem gehört diese Synagoge ?
Natürlich den Chabad Chassidim.
Da das Gebäude recht nett ausschaut und das Drumherum auch, entschloss ich mich spontan, zur Kabbalat Shabbat (Freitag abend G - ttesdienst) wiederzukommen. Ich liebe es, neue Eindrücke zu gewinnen.
Für morgen habe ich einen Besuch im haredischen Bnei Brak geplant, aber wer weiss.... Vielleicht ende ich ja wieder bei Chabad.....
Und für all jene, die noch nicht wissen, was sie heute abend machen sollen:
Setzt Euch einfach in einen Park und vielleicht hört Ihr auch chassidische Musik. Oder um es in der "Chabad - Sprache" auszudrücken:
Selbst ein Ort wie Tel Aviv kann in die oberen spirituellen Welten hinaufbefördert werden (can be elevated).
Schabbat Schalom an alle !!!!!
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Mittwoch, Mai 28, 2008
Die andere Dimension
B"H
Ein Freund von mir ist aus Gründen, die ich hier nicht nennen will, bei Chabad gelandet. Zwangläufig und nicht, weil er es unbedingt wollte. Allerdings hat sich Chabad bisher äußerst positiv auf ihn ausgewirkt. Das einzige Problem ist dabei nur, dass er bei den Chabad - Meschichisten gelandet ist. Jene Chabdnikim, die den letzten und im Juni 1994 verstorbenen Rebben Menachem Mendel Schneerson als den Meschiach betrachten.
Mein Freund, nennen wir ihn einfachheitshalber A., hat sich verändert. Zum Positiven ja, aber eines fällt auf: Er ist im Freundeskreis kaum noch anzutreffen, sondern voll und ganz bei Chabad eingebunden. Außerdem darf er sich nicht mehr an Orten zeigen, bei denen Essen mit einem Hechscher (Koscherzertifikat) des Oberrabbinates serviert wird. Chabad hat eigene strenge Kaschrutregeln und es wird hoher Wert daraufgelegt, entweder nur das Badatz (Beit Din Zedek) der Edah HaCharedit zu essen, wobei Fleisch immer mit einem Chabad - Hechscher versehen sein muß.
Zuerst dachten wir, A. kommt uns abhanden, weil er sich nicht mehr blicken ließ. Einmal rief er sogar einen gemeinsamen Bekannten an, dass er sich bei Chabad wie im Knast fühle. Gestern aber traf ich A. in der Stadt und er machte einen ganz glücklichen Eindruck. Andererseits kann ich nicht deuten, ob er jetzt wirklich beginnt, an gewisse Chabad - Meschichistische Strömungen zu glauben oder einfach nur so tut, eben weil er dabei ist. Redet er sich nur ein, dass Rebbe Menachem Mendel Schneerson niemals verstarb und im Juni des Jahre 1994 nur in eine andere Dimension aufstieg ?
Viele Meschichistim behaupten nämlich, dass der Rebbe nicht tot ist, sondern einfach nur unsichtbar wurde. Unsichtbar für unsere weltlichen Augen, da er in einer anderen Dimension lebt.
Eine ganz kleine super extreme Chabad - Gruppe sieht den Rebben sogar als G - tt und nennt ihn "Erschaffer der Welt". Aber soweit will A. nun auch wieder nicht gehen. Das seien ja total Gestörte, die soetwas sagen. Dennoch, in einer anderen Welt könne er sich Rebbe Schneerson schon vorstellen. Und dann wollte er uns gestern alle missionieren. Alles sei okay, wenn wir nur an den Rebben glauben.
Im Freundeskreis rief das natürlich Gelächter bzw. ironische Blicke hervor, doch A. ließ nicht zu, dass man sich über ihn lustig macht.
Und ich solle jetzt endlich einmal "Iggeret HaKodesh" machen.
"Was", fragte ich.
Und dann erklärte mir A. das Chabad - Konzept des "Iggeret Kodesh", welche Schriften eines Chabad - Rebben seien. Wenn ich Fragen aller Art habe oder Rat benötige, dann schreibe ich alles auf einen Zettel und stecke den wahllos in das Buch "Iggeret HaKodesh". Dann schlage ich die Seite auf, in der der Zettel landete und suche auf der Seite nach meiner Antwort. Professionellen Rat sollte ich bezüglich der Antwortdeutung von Chabad schon annehmen. Und da könne ich ja einmal vorbeikommen und mit einem Rabbi sprechen.
"Ich will das aber allein machen", fuhr ich hartnäckig fort.
"Dann vergiß jedoch nicht, Dir voher die Hände zu waschen, denn schließlich spricht der Meschiach zu Dir durch die "Iggeret HaKodesh".
Rebbe Menachem Mendel Schneerson ist der Meschiach in einer anderen Dimension und er ist gar nicht tot. Da haben wir unsere Erklärung. Und ich werde demnächst mit ihm sprechen, wenn ich die "Iggeret HaKodesh" mache und einen Zettel in ein Buch stecke.
"Yechi Adoneinu Moreinu veRabbeinu ……."
Ein Freund von mir ist aus Gründen, die ich hier nicht nennen will, bei Chabad gelandet. Zwangläufig und nicht, weil er es unbedingt wollte. Allerdings hat sich Chabad bisher äußerst positiv auf ihn ausgewirkt. Das einzige Problem ist dabei nur, dass er bei den Chabad - Meschichisten gelandet ist. Jene Chabdnikim, die den letzten und im Juni 1994 verstorbenen Rebben Menachem Mendel Schneerson als den Meschiach betrachten.
Mein Freund, nennen wir ihn einfachheitshalber A., hat sich verändert. Zum Positiven ja, aber eines fällt auf: Er ist im Freundeskreis kaum noch anzutreffen, sondern voll und ganz bei Chabad eingebunden. Außerdem darf er sich nicht mehr an Orten zeigen, bei denen Essen mit einem Hechscher (Koscherzertifikat) des Oberrabbinates serviert wird. Chabad hat eigene strenge Kaschrutregeln und es wird hoher Wert daraufgelegt, entweder nur das Badatz (Beit Din Zedek) der Edah HaCharedit zu essen, wobei Fleisch immer mit einem Chabad - Hechscher versehen sein muß.
Zuerst dachten wir, A. kommt uns abhanden, weil er sich nicht mehr blicken ließ. Einmal rief er sogar einen gemeinsamen Bekannten an, dass er sich bei Chabad wie im Knast fühle. Gestern aber traf ich A. in der Stadt und er machte einen ganz glücklichen Eindruck. Andererseits kann ich nicht deuten, ob er jetzt wirklich beginnt, an gewisse Chabad - Meschichistische Strömungen zu glauben oder einfach nur so tut, eben weil er dabei ist. Redet er sich nur ein, dass Rebbe Menachem Mendel Schneerson niemals verstarb und im Juni des Jahre 1994 nur in eine andere Dimension aufstieg ?
Viele Meschichistim behaupten nämlich, dass der Rebbe nicht tot ist, sondern einfach nur unsichtbar wurde. Unsichtbar für unsere weltlichen Augen, da er in einer anderen Dimension lebt.
Eine ganz kleine super extreme Chabad - Gruppe sieht den Rebben sogar als G - tt und nennt ihn "Erschaffer der Welt". Aber soweit will A. nun auch wieder nicht gehen. Das seien ja total Gestörte, die soetwas sagen. Dennoch, in einer anderen Welt könne er sich Rebbe Schneerson schon vorstellen. Und dann wollte er uns gestern alle missionieren. Alles sei okay, wenn wir nur an den Rebben glauben.
Im Freundeskreis rief das natürlich Gelächter bzw. ironische Blicke hervor, doch A. ließ nicht zu, dass man sich über ihn lustig macht.
Und ich solle jetzt endlich einmal "Iggeret HaKodesh" machen.
"Was", fragte ich.
Und dann erklärte mir A. das Chabad - Konzept des "Iggeret Kodesh", welche Schriften eines Chabad - Rebben seien. Wenn ich Fragen aller Art habe oder Rat benötige, dann schreibe ich alles auf einen Zettel und stecke den wahllos in das Buch "Iggeret HaKodesh". Dann schlage ich die Seite auf, in der der Zettel landete und suche auf der Seite nach meiner Antwort. Professionellen Rat sollte ich bezüglich der Antwortdeutung von Chabad schon annehmen. Und da könne ich ja einmal vorbeikommen und mit einem Rabbi sprechen.
"Ich will das aber allein machen", fuhr ich hartnäckig fort.
"Dann vergiß jedoch nicht, Dir voher die Hände zu waschen, denn schließlich spricht der Meschiach zu Dir durch die "Iggeret HaKodesh".
Rebbe Menachem Mendel Schneerson ist der Meschiach in einer anderen Dimension und er ist gar nicht tot. Da haben wir unsere Erklärung. Und ich werde demnächst mit ihm sprechen, wenn ich die "Iggeret HaKodesh" mache und einen Zettel in ein Buch stecke.
"Yechi Adoneinu Moreinu veRabbeinu ……."
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Psychologie
Sonntag, Mai 25, 2008
Chabad trommelt

Balkon am Chabad - Haus in der Ben Yehudah Nr. 5
B"H
Es herrschte ungewöhnliche Ruhe in der Zeit zwischen Ende Pessach und Lag Ba'Omer (33. Tag im Omer), doch nun sind die wieder da: die Chabad - Meschichisten aus der Ben Yehudah Nr. 5. Und das gleich richtig mit Trommelschlägen.
Mit dem Lag Ba' Omer ging die Trauerperiode, in welcher wir den Tod der 24.000 Schüler des talmudischen Rabbi Akiva betrauern, zuende und somit dürfen wir wieder Musik hören(andere hingegen verzichten jedoch noch bis Schavuot auf die Musik). In der Zeit von Pessach bis zum Lag Ba' Omer verzichteten relig. Juden weitgehend auf die Musik. Des weiteren fanden als Zeichen der Trauer keine Hochzeiten statt und rasiert wurde sich auch nicht.
Noch vor ein paar Tagen hatte mir ein Freund, ein Chabadnik, verkündet, dass die Meschichisten aus der Ben Yehudah am Abend des Lag Ba' Omer am Zion Square tanzen. Mit den gelben Meschiach - Flaggen und so.
Nur kurz für all jene Leser, die es noch nicht wissen: Die Chabad - Meschichisten sind ein Teil der chassidischen Gruppe Chabad, den Lubawitschern, welche den Standpunkt vertreten, dass der letzte und siebte Lubawitscher Rebbe Menachem Mendel Schneerson (verstorben im Juni 1994) der Meschiach ist. Aber nicht alle Chabad - Mitglieder vertreten diese Auffassung und man muß da sehr wohl unterscheiden. In der Niederlassung der in der Jerusalemer Fußgängerzone Ben Yehudah sind zumindest alle Mitglieder Meschichisten, was absolut kein Geheimnis ist. Die gelben Meschiach - Flaggen mit der blauen Krone hängen aus den Fenstern und die dortigen Chabadnikim tragen alle die schwarze Kipa mit dem weissen "Yechi Adoneinu….." - Aufdruck.
Bei den Lag Ba' Omer Feierlichkeiten des lokalen Fußball - Erstligisten "Beitar Yerushalaim" am Donnerstag abend eröffneten sie ab 16.00 Uhr einen Stand im Sacher Park. Der kontroverse Clubbesitzer und russ. - israel. Milliardär, Arkadi Gaydamak, hatte zum Popkonzert geladen und nur den Wodka mußte jeder selbst zahlen. Chabad entschied sich, etwas Spiritualität in das Event zu bringen, indem sie an ihrem Stand den Männern anboten, Tefilin (Gebetsriemen) zu legen. Eine beachtenswerte Idee übrigens.
Daher waren sie also dann doch nicht am Zion Square anzutreffen, was sie jedoch am vergangenen Freitag nachmittag ausgiebig nachholten. Zusätzliche Leute, incl. Frauen und Kinder, wurden per gelbem Privatbus angekarrt und es wurde zum Marsch durch die Fußgängerzone geblasen. Die Kinder trommelten recht professionell und dies allein gewährleistete schon die Aufmerksamkeit aller Passanten. Die Ben Yehudah am ist am Freitag nachmittag, wenige Stunden vor Schabbatbeginn, gerammelt voll. Und eines ist sicher, Chabad kennt sich mit der Public Relation bestens aus.
Fahneschwenkend und trommelnd ging es durch die Fußgängerzone samt Nebenstraßen bis hin zum Zion Square. Unterweges wurden die "Yechi Adoneinu…" - Sprüche natürlich nicht vergessen. Jener Satz, welcher den Lubawitscher Rebben als Meschiach ausweist.
Danach war Ruhe und der Schabbat konnte einkehren.
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Chassidut Chabad
Donnerstag, Mai 15, 2008
Breslov holt auf
B"H
Sind wir es nicht alle längst gewohnt, die Lubawitscher Chassidim (Chabad) überall auf der Welt anzutreffen ? Sogar in Thailand haben sie ihre Niederlassungen.
Und innerhalb der letzten Jahre fragte ich mich ständig:
"Warum immer nur Chabad ?" "Wo bleibt Breslov ?"
Details zu Breslov:
Chassidut Breslov - Teil 1
Chassidut Breslov - Teil 2
Nicht, dass ich mich zu den Anhängern der Chassidut Breslov zähle; tatsächlich bin ich absolut kein Anhänger einer ganz bestimmten chassidischen Gruppe. In jeder chassidischen Gruppe entdecke ich Inhalte, die mir zusagen und solche, die das eben nicht tun. Und ich sehe mich nicht unbedingt als Mitglied in einer einzigen Gruppe und einem einzigen Rebbe folgend.
Früher einmal lernte ich einige Jahre bei Chabad und danach ebenso bei Breslov. Allerdings ohne Beitrittsabsichten, sondern nur mit dem reinen Ziel, mehr über den Chassidismus zu lernen.
Eines jedoch muß ich offen zugeben: Ich fühle mich mehr zu den Inhalten der Chassidut Breslov hingezogen als zu einer einzigen Story einer der sieben Lubawitscher Rebben. Vielleicht schon aus dem Grund, weil Rabbi Nachman von Breslov ein direkter Nachfahre des Baal Shem Tov (Besht) war und der Chabad – Gründer, Rabbi Sheur Zalman von Liadi, noch nicht einmal ein Schüler des Besht war.
In Israel leistet Chabad gute Arbeit. In Shopping Malls sieht man die Chabadnikim an ihren Ständen stehen. Jeder Jude, der will, kann bei ihnen seine Tefilin (Gebetsriemen) anlagen. Tefilin, Ausgabe der aktuellen Thoraparasha, alles was man will. Außerdem verfügt Chabad schon allein in Jerusalem über zwei Suppenküchen für die Bedürftigen. Eine davon gegenüber der Kotel (Klagemauer) und die zweite in Mea Shearim. Und die Chabad – Meschichisten (jene, die glauben, dass der letzte Lubawitscher Rebbe der Meschiach sei) sind tanzend und fahneschwingend allgegenwärtig mit ihren Meschiach – Flaggen.
Nun jedoch scheint Breslov aufzuholen. Zwei neue Stände in der Jerusalemer Ben Yehudah Mall und einen großen Stand in Downtown Tel Aviv: Allenby – Ecke Sheinkin.
Die zwei Stände in der Ben Yehudah arbeiten offensichtlich nicht zusammen. Einer von ihnen wird von den sogenannten Na Na Chassidim geleitet und der zweite Stand steht unter der Herrschaft der Schüler des Rabbi Shalom Arush. In Tel Aviv hingegen sind die Na Na Chassidim am präsentesten.
Die Schüler des Rabbi Arush in der Ben Yehudah versuchen gewissenhaft, die Publikationen (u.a. "The Garden of Emuna") ihres Lehrers an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Als ich vorbeiging, wurde ich sofort von einem Chassid angesprochen, mußte aber abwinken, denn das Buch "Garden of Emuna" befindet sich schon in meinem Besitz. Weiterempfehlen kann ich das Buch jedoch allemal, denn es eignet sich perfekt für jedermann, einige Lebensfragen beantwortet zu bekommen.
Der letzte Lubawitscher Rebbe verstarb vor noch nicht allzu langer Zeit, nämlich im Juni 1994. Damit fiel es den Chabadnikim leicht, ihre Strukturen und Inhalte mehr oder weniger aufrecht zu erhalten. Ja, ja, natürlich bildeten sich nach dem Tode des Rebben verschiedene interne Untergruppen mit ihren eigenen Zielen; dennoch hat Chabad bis heute einen Hauptsitz und zumindest eine Art Führungsriege.
Rabbi Nachman von Breslov war der einzige Rebbe, welchen die Breslover Chassidim jemals hatten. Nach seinem Tod im Jahre 1810 wollte niemand die Rebbe – Position einnehmen und bis heute hat sich daran nichts geändert. Man könnte glatt meinen, dass ein fehlender Rebbe zwangsläufig zur Auflösung der Gruppe oder zum Verlust der ursprünglichen Strukturen / Inhalte führen täte. Falsch, denn Breslov überlebte und gerade heute verfügt die Chassidut über herausragende Rabbis wie, u.a., Rabbi Eliezer Berland und Rabbi Shalom Arush.
Fairerweise sollte erwähnt werden, dass auch Breslov gespalten ist. Verschiedene Richtungen und die Tatsache, dass die originalen Breslover die vielen Neuankömmlinge nicht immer Willkommen heißen. Und die Newcomer – Gesellschaft wird vorwiegend von den beiden o.g. Rabbis geleitet, da beide Rabbis selbst der Chassidut Breslov erst im späteren Teil ihres Lebens beitraten. Rabbi Berland gründete seine eigene Yeshiva in der Jerusalemer Altstadt und sein ehemaliger Schüler, Rabbi Shalom Arush, gründete ebenso seine eigene Yeshiva. Letztens erzielte er durch sein Buch "The Garden of Emuna" einen hohen Bekanntheitsgrad, denn das Buch erwies sich in Israel als Verkaufsknüller, welcher sogar ins Englische übersetzt wurde.
Viele Leute aus aller Welt haben mich über Breslov befragt. Sie lesen die Stories des Rabbi Nachman und wollen mehr wissen. Das einzige Problem ist, dass Breslov, im Gegensatz zu Chabad, im Ausland weniger präsent ist. Und das daraus folgende Ergebnis ist leider, dass die Interessierten ausschließlich auf Breslov – Sites im Internet angewiesen sind.
Vielleicht ist es an der Zeit, dass Breslov einen Schritt weitergeht und sich zum internationalen Outreach wie zuvor schon Chabad entscheidet. Immerhin wäre dies eine tolle Alternative zur Chabad – Übermacht und an Interessenten fehle es sicherlich nicht. Ebenso besteht der Chassidismus nicht nur aus Chabad und wer nur die Lubawitscher gewöhnt ist und nichts anderes kennt, der mag diesem Irrtum unterliegen.
Breslov sollte auf alle Fälle die positiven Punkte eines solchen Unternehmens einmal genauer abwägen. Aber zwischenzeitlich freue ich mich über die verstärkte Breslov – Präsenz in Jerusalem und Tel Aviv.
Und viel Glück in der Ben Yehudah und der Sheinkin !!!!!!
Links und Infos:
Breslov World
Der Schatz unter der Brücke
Hasidic Homepage
Die Breslover Chassidim am Jerusalemer Zion Square
Rabbi Nachman's Stories
Sind wir es nicht alle längst gewohnt, die Lubawitscher Chassidim (Chabad) überall auf der Welt anzutreffen ? Sogar in Thailand haben sie ihre Niederlassungen.
Und innerhalb der letzten Jahre fragte ich mich ständig:
"Warum immer nur Chabad ?" "Wo bleibt Breslov ?"
Details zu Breslov:
Chassidut Breslov - Teil 1
Chassidut Breslov - Teil 2
Nicht, dass ich mich zu den Anhängern der Chassidut Breslov zähle; tatsächlich bin ich absolut kein Anhänger einer ganz bestimmten chassidischen Gruppe. In jeder chassidischen Gruppe entdecke ich Inhalte, die mir zusagen und solche, die das eben nicht tun. Und ich sehe mich nicht unbedingt als Mitglied in einer einzigen Gruppe und einem einzigen Rebbe folgend.
Früher einmal lernte ich einige Jahre bei Chabad und danach ebenso bei Breslov. Allerdings ohne Beitrittsabsichten, sondern nur mit dem reinen Ziel, mehr über den Chassidismus zu lernen.
Eines jedoch muß ich offen zugeben: Ich fühle mich mehr zu den Inhalten der Chassidut Breslov hingezogen als zu einer einzigen Story einer der sieben Lubawitscher Rebben. Vielleicht schon aus dem Grund, weil Rabbi Nachman von Breslov ein direkter Nachfahre des Baal Shem Tov (Besht) war und der Chabad – Gründer, Rabbi Sheur Zalman von Liadi, noch nicht einmal ein Schüler des Besht war.
In Israel leistet Chabad gute Arbeit. In Shopping Malls sieht man die Chabadnikim an ihren Ständen stehen. Jeder Jude, der will, kann bei ihnen seine Tefilin (Gebetsriemen) anlagen. Tefilin, Ausgabe der aktuellen Thoraparasha, alles was man will. Außerdem verfügt Chabad schon allein in Jerusalem über zwei Suppenküchen für die Bedürftigen. Eine davon gegenüber der Kotel (Klagemauer) und die zweite in Mea Shearim. Und die Chabad – Meschichisten (jene, die glauben, dass der letzte Lubawitscher Rebbe der Meschiach sei) sind tanzend und fahneschwingend allgegenwärtig mit ihren Meschiach – Flaggen.
Nun jedoch scheint Breslov aufzuholen. Zwei neue Stände in der Jerusalemer Ben Yehudah Mall und einen großen Stand in Downtown Tel Aviv: Allenby – Ecke Sheinkin.
Die zwei Stände in der Ben Yehudah arbeiten offensichtlich nicht zusammen. Einer von ihnen wird von den sogenannten Na Na Chassidim geleitet und der zweite Stand steht unter der Herrschaft der Schüler des Rabbi Shalom Arush. In Tel Aviv hingegen sind die Na Na Chassidim am präsentesten.
Die Schüler des Rabbi Arush in der Ben Yehudah versuchen gewissenhaft, die Publikationen (u.a. "The Garden of Emuna") ihres Lehrers an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Als ich vorbeiging, wurde ich sofort von einem Chassid angesprochen, mußte aber abwinken, denn das Buch "Garden of Emuna" befindet sich schon in meinem Besitz. Weiterempfehlen kann ich das Buch jedoch allemal, denn es eignet sich perfekt für jedermann, einige Lebensfragen beantwortet zu bekommen.
Der letzte Lubawitscher Rebbe verstarb vor noch nicht allzu langer Zeit, nämlich im Juni 1994. Damit fiel es den Chabadnikim leicht, ihre Strukturen und Inhalte mehr oder weniger aufrecht zu erhalten. Ja, ja, natürlich bildeten sich nach dem Tode des Rebben verschiedene interne Untergruppen mit ihren eigenen Zielen; dennoch hat Chabad bis heute einen Hauptsitz und zumindest eine Art Führungsriege.
Rabbi Nachman von Breslov war der einzige Rebbe, welchen die Breslover Chassidim jemals hatten. Nach seinem Tod im Jahre 1810 wollte niemand die Rebbe – Position einnehmen und bis heute hat sich daran nichts geändert. Man könnte glatt meinen, dass ein fehlender Rebbe zwangsläufig zur Auflösung der Gruppe oder zum Verlust der ursprünglichen Strukturen / Inhalte führen täte. Falsch, denn Breslov überlebte und gerade heute verfügt die Chassidut über herausragende Rabbis wie, u.a., Rabbi Eliezer Berland und Rabbi Shalom Arush.
Fairerweise sollte erwähnt werden, dass auch Breslov gespalten ist. Verschiedene Richtungen und die Tatsache, dass die originalen Breslover die vielen Neuankömmlinge nicht immer Willkommen heißen. Und die Newcomer – Gesellschaft wird vorwiegend von den beiden o.g. Rabbis geleitet, da beide Rabbis selbst der Chassidut Breslov erst im späteren Teil ihres Lebens beitraten. Rabbi Berland gründete seine eigene Yeshiva in der Jerusalemer Altstadt und sein ehemaliger Schüler, Rabbi Shalom Arush, gründete ebenso seine eigene Yeshiva. Letztens erzielte er durch sein Buch "The Garden of Emuna" einen hohen Bekanntheitsgrad, denn das Buch erwies sich in Israel als Verkaufsknüller, welcher sogar ins Englische übersetzt wurde.
Viele Leute aus aller Welt haben mich über Breslov befragt. Sie lesen die Stories des Rabbi Nachman und wollen mehr wissen. Das einzige Problem ist, dass Breslov, im Gegensatz zu Chabad, im Ausland weniger präsent ist. Und das daraus folgende Ergebnis ist leider, dass die Interessierten ausschließlich auf Breslov – Sites im Internet angewiesen sind.
Vielleicht ist es an der Zeit, dass Breslov einen Schritt weitergeht und sich zum internationalen Outreach wie zuvor schon Chabad entscheidet. Immerhin wäre dies eine tolle Alternative zur Chabad – Übermacht und an Interessenten fehle es sicherlich nicht. Ebenso besteht der Chassidismus nicht nur aus Chabad und wer nur die Lubawitscher gewöhnt ist und nichts anderes kennt, der mag diesem Irrtum unterliegen.
Breslov sollte auf alle Fälle die positiven Punkte eines solchen Unternehmens einmal genauer abwägen. Aber zwischenzeitlich freue ich mich über die verstärkte Breslov – Präsenz in Jerusalem und Tel Aviv.
Und viel Glück in der Ben Yehudah und der Sheinkin !!!!!!
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Die Breslover Chassidim am Jerusalemer Zion Square
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Sonntag, Mai 04, 2008
Chabad in der Ben Yehudah
B"H
Das Chabad - Haus in der Jerusalemer Ben Yehudah ist von Meschichisten durchwandert. Jenen Chabadnikkim, welche den letzten im Juni 1994 verstorbenen Rebben Menachem Mendel Schneerson als Meschiach betrachten.
Hier ein paar Photos des Chabad - Hauses in der Ben Yehudah Nr. 5:

Eingang ins Treppenhaus

Eingangstür in die Chabad - Räumlichkeiten im 1. Stock

Im Treppenhaus

Von aussen. Blick von der Ben Yehudah hinauf zu Chabad.


Auf allen Postern wird Rebbe Menachem Mendel Schneerson als der kommende Meschiach proklammiert.
Aber es sollte daran erinnert werden, dass nicht alle Chabadnikkim diese Ansicht teilen !!!!
Dennoch geben diese Photos einen Einblick in die Meschichisten - Welt bei Chabad.
Das Chabad - Haus in der Jerusalemer Ben Yehudah ist von Meschichisten durchwandert. Jenen Chabadnikkim, welche den letzten im Juni 1994 verstorbenen Rebben Menachem Mendel Schneerson als Meschiach betrachten.
Hier ein paar Photos des Chabad - Hauses in der Ben Yehudah Nr. 5:
Eingang ins Treppenhaus

Eingangstür in die Chabad - Räumlichkeiten im 1. Stock

Im Treppenhaus

Von aussen. Blick von der Ben Yehudah hinauf zu Chabad.


Auf allen Postern wird Rebbe Menachem Mendel Schneerson als der kommende Meschiach proklammiert.
Aber es sollte daran erinnert werden, dass nicht alle Chabadnikkim diese Ansicht teilen !!!!
Dennoch geben diese Photos einen Einblick in die Meschichisten - Welt bei Chabad.
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Dienstag, April 29, 2008
Yehi Adoneinu ...
B"H
Wenn ich an dieser Stelle einen ganz bestimmten Satz erwähne, bedeutet dies noch lange nicht, dass ich mit dem Konzept übereinstimme. Ganz im Gegenteil - ich finde es furchtbar, was sich dort abspielt.
Die Rede ist von den Meschichisten unter den Chabadnikkim. In anderen Worten, denjenigen innerhalb der Chassidut Chabad (Lubawitsch), welche glauben, dass der letzte und im Juni 1994 verstorbene Rebbe Menachem Mendel Schneerson der Meschiach ist.
"Yehi Adoneinu Moreinu veRabbeinu - Melech HaMeschiach - LeOlam vaEd" - so lautet es da in jedem Gebetszusatz bei den Chabad - Meschichisten. Und wehe dem, der öffentlich etwas anderes behauptet. Sogar im Haus des Rebben, in New York - Crown Heights - Eastern Parkway 770, oder einfach nur kurz "770" genannt, gibt es Krieg. Offiziell verwalten die "Nicht - Meschichisten" das Wohnhaus des verstorbenen Rebben, aber inoffiziell herrschen die Meschichisten.
Persönlich kenne ich unzählige Chabadnikkim (meistens Nicht - Meschichisten), welche mir bestätigten, dass in 770 auch schonmal die Fetzen fliegen, wenn diverse Counterparts aufeinanderstoßen. Wer darf heute noch das "770" betreten und wer nicht ?
Im israelischen Kfar Chabad (bei Rischon LeZion) hingegen geht es wesentlich kompromißbereiter zu. Beide internen Chabad - Gruppen halten einen Waffenstillstand.
Aber wieso schreibe ich darüber ? Um einmal wieder gegen Chabad zu hetzen ?
Keineswegs, denn persönlich machte ich fast nur gute Erfahrungen mit der Gruppe und ich lernte sogar einige Jahren bei ihnen.
Warum ich darüber schreibe hat einen ganz anderen Grund.
Wer am Kibbutz Galuyiot vorbei nach Tel Aviv hineinfährt, der sieht den Lubawitscher Rebben riesengroß von einer Plakatwand herunterlächeln. Und was steht unter seinem Gesicht auf dem Poster geschrieben ? Nein, nicht "Yehi Adoneinu...", sondern "Meschiach ose Nissim veNifla'ot - Meschiach vollbringt Wunder und tut wunderbare Dinge".
Nun, was auch immer das heissen mag, ich zumindest habe noch in keinem relig. Kommentar, und sei es der Talmud, gelernt, dass der Meschiach Wunder vollbringen wird. Der Einzige, der Wunder vollbringt ist G - TT selber und kein menschliches Wesen wird diesen Wunder - Status jemals erreichen. Lubawitscher Rebbe oder Meschiach hin oder her, es sollte auf dem Teppich geblieben und zwischen G - tt und Meschiach unterschieden werden. Beide Identitäten sind zwei völlig unterschiedliche Instanzen !!! G - tt ist NICHT der Meschiach und der Meschiach ist NICHT G - tt !!!
Dass der Meschiach sicher wunderbare Dinge tun wird, ist unbestreitbar. Aber schon im Hebräischen wird zwischen Wundern und wunderbaren herausragenden Dingen sprachlich unterschieden. Selbst innerhalb der Meschichisten scheint es Meinungsverschiedenheiten zu geben, denn in New York ist auf vielen ihrer Poster zu lesen, dass der verstorbene Lubawitscher Rebbe nicht nur der Meschiach, sondern zugleich auch G - tt ist. Ein Konzept, dem selbst viele Meschichsten abgeneigt sind, denn das sei ja nur doch viel zu übertrieben.
Des Weiteren vertreten einige die Ansicht, dass der Lubawitscher Rebbe niemals verstarb; andere wiederum sagen, er komme als Meschiach zurück bzw। sei schon da. Letzteres hörte ich am vergangenen Donnerstag abend von den Jerusalemer Meschichisten in der Ben Yehudah Street. "Öffnet Eure Augen und ihr seht den Meschiach (Rebbe Menachem Mendel Schneerson)".
Jedesmal frage ich mich aufs Neue, was das für Menschen sind, die wirklich an dieses Rebbe - Meschiach - Konzept glauben. In der Psychologie würde es sicher heissen, dass diese Leute vielleicht eine Vaterfigur suchen. Einen Halt im Leben. Bei den ganz wenigen Meschichisten, die ich kenne, ist dies mit Sicherheit der Fall. Aber da es sich hierbei nur um ganz wenige mir Bekannte handelt, will ich nichts verallgemeinern.
Wie wäre es, wenn ich sage, dass es vielen Menschen an der Akzeptanz der Realität fehlt ? Okay, Rebbe Menachem Mendel Schneerson verstarb und da es keinen Nachfolger gab, steht die chassidische Gruppe führungslos da. So what ? Geht es nicht anderen Gruppen wie Breslov genauso ? Wieso können einige bei Chabad diese Tatsache nicht oder kaum akzeptieren ? Und einen neuen akzeptablen Nachfolger suchen ? Hierzu scheint es zu spät, denn mittlerweile sind alle So hoffnungslos zerstritten, dass man kaum auf einen gemeinsamen Nenner kommt, der da heißt "ein neuer Rebbe für alle Chabadnikkim".
Und so werden wir weiter Meschiach - Songs hören und hoffen, dass der wahre Meschiach bald erscheinen wird.
Link:
Die Armee des Rebben
Wenn ich an dieser Stelle einen ganz bestimmten Satz erwähne, bedeutet dies noch lange nicht, dass ich mit dem Konzept übereinstimme. Ganz im Gegenteil - ich finde es furchtbar, was sich dort abspielt.
Die Rede ist von den Meschichisten unter den Chabadnikkim. In anderen Worten, denjenigen innerhalb der Chassidut Chabad (Lubawitsch), welche glauben, dass der letzte und im Juni 1994 verstorbene Rebbe Menachem Mendel Schneerson der Meschiach ist.
"Yehi Adoneinu Moreinu veRabbeinu - Melech HaMeschiach - LeOlam vaEd" - so lautet es da in jedem Gebetszusatz bei den Chabad - Meschichisten. Und wehe dem, der öffentlich etwas anderes behauptet. Sogar im Haus des Rebben, in New York - Crown Heights - Eastern Parkway 770, oder einfach nur kurz "770" genannt, gibt es Krieg. Offiziell verwalten die "Nicht - Meschichisten" das Wohnhaus des verstorbenen Rebben, aber inoffiziell herrschen die Meschichisten.
Persönlich kenne ich unzählige Chabadnikkim (meistens Nicht - Meschichisten), welche mir bestätigten, dass in 770 auch schonmal die Fetzen fliegen, wenn diverse Counterparts aufeinanderstoßen. Wer darf heute noch das "770" betreten und wer nicht ?
Im israelischen Kfar Chabad (bei Rischon LeZion) hingegen geht es wesentlich kompromißbereiter zu. Beide internen Chabad - Gruppen halten einen Waffenstillstand.
Aber wieso schreibe ich darüber ? Um einmal wieder gegen Chabad zu hetzen ?
Keineswegs, denn persönlich machte ich fast nur gute Erfahrungen mit der Gruppe und ich lernte sogar einige Jahren bei ihnen.
Warum ich darüber schreibe hat einen ganz anderen Grund.
Wer am Kibbutz Galuyiot vorbei nach Tel Aviv hineinfährt, der sieht den Lubawitscher Rebben riesengroß von einer Plakatwand herunterlächeln. Und was steht unter seinem Gesicht auf dem Poster geschrieben ? Nein, nicht "Yehi Adoneinu...", sondern "Meschiach ose Nissim veNifla'ot - Meschiach vollbringt Wunder und tut wunderbare Dinge".
Nun, was auch immer das heissen mag, ich zumindest habe noch in keinem relig. Kommentar, und sei es der Talmud, gelernt, dass der Meschiach Wunder vollbringen wird. Der Einzige, der Wunder vollbringt ist G - TT selber und kein menschliches Wesen wird diesen Wunder - Status jemals erreichen. Lubawitscher Rebbe oder Meschiach hin oder her, es sollte auf dem Teppich geblieben und zwischen G - tt und Meschiach unterschieden werden. Beide Identitäten sind zwei völlig unterschiedliche Instanzen !!! G - tt ist NICHT der Meschiach und der Meschiach ist NICHT G - tt !!!
Dass der Meschiach sicher wunderbare Dinge tun wird, ist unbestreitbar. Aber schon im Hebräischen wird zwischen Wundern und wunderbaren herausragenden Dingen sprachlich unterschieden. Selbst innerhalb der Meschichisten scheint es Meinungsverschiedenheiten zu geben, denn in New York ist auf vielen ihrer Poster zu lesen, dass der verstorbene Lubawitscher Rebbe nicht nur der Meschiach, sondern zugleich auch G - tt ist. Ein Konzept, dem selbst viele Meschichsten abgeneigt sind, denn das sei ja nur doch viel zu übertrieben.
Des Weiteren vertreten einige die Ansicht, dass der Lubawitscher Rebbe niemals verstarb; andere wiederum sagen, er komme als Meschiach zurück bzw। sei schon da. Letzteres hörte ich am vergangenen Donnerstag abend von den Jerusalemer Meschichisten in der Ben Yehudah Street. "Öffnet Eure Augen und ihr seht den Meschiach (Rebbe Menachem Mendel Schneerson)".
Jedesmal frage ich mich aufs Neue, was das für Menschen sind, die wirklich an dieses Rebbe - Meschiach - Konzept glauben. In der Psychologie würde es sicher heissen, dass diese Leute vielleicht eine Vaterfigur suchen. Einen Halt im Leben. Bei den ganz wenigen Meschichisten, die ich kenne, ist dies mit Sicherheit der Fall. Aber da es sich hierbei nur um ganz wenige mir Bekannte handelt, will ich nichts verallgemeinern.
Wie wäre es, wenn ich sage, dass es vielen Menschen an der Akzeptanz der Realität fehlt ? Okay, Rebbe Menachem Mendel Schneerson verstarb und da es keinen Nachfolger gab, steht die chassidische Gruppe führungslos da. So what ? Geht es nicht anderen Gruppen wie Breslov genauso ? Wieso können einige bei Chabad diese Tatsache nicht oder kaum akzeptieren ? Und einen neuen akzeptablen Nachfolger suchen ? Hierzu scheint es zu spät, denn mittlerweile sind alle So hoffnungslos zerstritten, dass man kaum auf einen gemeinsamen Nenner kommt, der da heißt "ein neuer Rebbe für alle Chabadnikkim".
Und so werden wir weiter Meschiach - Songs hören und hoffen, dass der wahre Meschiach bald erscheinen wird.
Link:
Die Armee des Rebben
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Chassidut Chabad
Donnerstag, April 24, 2008
Chabad schlägt zurück
B"H
Noch nicht einmal ein Ephraim Kishon kann sich das ausdenken, was sich am gestrigen späten Abend in der Jerusalemer Fußgängerzone Ben Yehudah abspielte. Aber bevor ich von meinem Erlebnis berichte, will ich betonen, dass nicht alle Mitglieder der chassidischen Gruppe Lubawitsch (Chabad) so sind, wie jene Bewohner des Chabad - Hauses in der Ben Yehudah Street Nummer 5. Dort nämlich sind die Meschichisten unter ihnen ansässig. Jene Chabadnikkim, die vehement daran glauben, dass der letzte im Jahre 1994 verstorbene Rebbe Menachem Mendel Schneerson am Leben ist und der Meschiach sein wird. Es muss ganz klar gesagt werden, dass jene Meschichisten nicht die gesamte Chassidut Chabad repräsentieren !!!
Rebbe Menachem Mendel Schneerson (verstorben im Juni 1994)

Der Ort des Geschehens war der Platz vor dem Chabad - Haus in der Ben Yehudah.

Seit einigen Wochen tritt genau an dem Platz, gleich zu Beginn der Ben Yehudah, eine junge amerikanische Sängerin auf. Sie trällert zur Musik der Songs anderer bekannter Sängerinnen und dies nicht schlecht. Singen kann sie, das muss man ihr lassen.
Andererseits erscheint es mir, dass sie doch zu sehr auf Ruhm aus ist, denn als normaler Strassensänger hat meine keine Bodyguards dabei, wie sie. Ständig sind mindestens zwei Leute anwesend, die sich im Hintergrund aufhalten und sobald etwas Unvorhergesehenes geschieht, eilen sie der Sängerin unverzüglich zu Hilfe. Beliebt ist sie allemal und auch gestern Abend war es wieder soweit. Sie postierte sich auf ihrem Stammplatz, unter dem Chabad - Haus und gegenüber vom total überlaufenen Eiscafe. Trotz der Menschenmassen von Hunderten oder sogar Tausenden von Leuten fand sie gerade gestern wenige Zuhörer, denn die Leute schleckten bei der Hitze von 37 Grad lieber an ihrem Eis.
Ich sass an der Seite und hörte der Sängerin zu und dann tauchte plötzlich Chabad auf. Vier Chabadnikkim kamen herunter und tanzten singend vor der Sängerin auf und ab. Nun kann man dies als Frechheit sehen, doch sollte man die Religion nicht außer Acht lassen. Orthodoxe Juden gehen nicht gerade tolerant mit der Singsang - Stimme einer Frau um, denn dies ist halachisch verboten. Eine Frauenstimme könnte bei den Männer diverse Gefühle erwecken und daher ist es unüblich, wenn eine Frau laut singt bzw. vor Männer tanzt.
Die Sängerin reagierte genervt, dass Publikum war jedoch begeistert. Endlich gab es was zu sehen und alle strömten herbei. Leider gab Chabad nach einer Viertelstunde auf, da sie keine Chance gegen das Mikrofon und die Lautsprecher der Sängerin hatten. Die vier Chabadnikkim tanzten zwar wild mit ihren gelben Meschiach - Flaggen und sangen, dass der Lubawitscher Rebbe der Meschiach sei, doch es half nichts; die Sängerin übertrumpfte sie. Daraufhin Chabad rollte die Meschiach - Flaggen zusammen und stieg in den ersten Stock des Chabad - Hauses hinauf. Nur um kurz darauf ein Verlängerungskabel über den Balkon nach unten zu werfen. Und dann ging es erst richtig los. Die Vier schleppten zwei riesige Lautsprecher nach unten und stellten diese neben der Sängerin auf. Die ahnte nichts Gutes und nach einem kurzen Soundcheck legte Chabad so richtig los. Die Meschiach - Musik wurde auf volle Pulle gestellt und um genau 22.00 Uhr wackelte die Ben Yehudah. Die Sängerin musste passen und drehte fast durch. Ihre Fans gingen auf die Chabadnikkim los, die sich jedoch nicht stören liessen. Sie tanzten mit zwei gelben Meschiach - Flaggen auf und ab und zuerst machte die Sängerin auf cool, obwohl sie mit den Nerven am Ende war. Sie sang und tanzte mit, um die Chassidim zu ärgern. Dann kam auch noch die Polizei, da ein Passant zu sehr auf einen Chabadnik losging. Sängerin samt Fangemeinde wollten die Polizei zum Einschreiten bewegen. Die Chabadnikkim sollten weg !!!
Mittlerweile aber hatten sich mindestens 200 Leute im Halbkreis versammelten und viele wollten die Show sehen. Den Krieg zwischen Chabad und der Sängerin. Endlich war was geboten und sogar die Leute aus der Eisdiele kamen gelaufen. Chabad liess sich nicht stören und sang "Der Lubawitscher Rebbe ist der Meschiach". Die Sängerin drehte fast durch und selbst die Bodyguards waren machtlos. Chabad tanzte mit Kind und Kegel, wobei viele Passanten mitmachten. Die Polizei schaute dem Treiben nur zu, vereinbarte jedoch mit den Chassidim, dass diese nach einer gewissen Zeit aufhören. Und das tat Chabad auch. Nach ca. 40 Minuten wurden die Meschiach - Flaggen wieder eingerollt und es wurde abmarschiert. Sofort legte die Sängerin wieder los, doch der Menschenauflauf verdünnisierte sich schnell. Dann stand die Sängerin wieder fast allein da. Mal schauen, ob Chabad heute Abend wieder zurückschlägt.
Viele Leute filmten die Szenen und sobald etwas im Internet auftaucht, stelle ich es in den Blog !!!
Noch nicht einmal ein Ephraim Kishon kann sich das ausdenken, was sich am gestrigen späten Abend in der Jerusalemer Fußgängerzone Ben Yehudah abspielte. Aber bevor ich von meinem Erlebnis berichte, will ich betonen, dass nicht alle Mitglieder der chassidischen Gruppe Lubawitsch (Chabad) so sind, wie jene Bewohner des Chabad - Hauses in der Ben Yehudah Street Nummer 5. Dort nämlich sind die Meschichisten unter ihnen ansässig. Jene Chabadnikkim, die vehement daran glauben, dass der letzte im Jahre 1994 verstorbene Rebbe Menachem Mendel Schneerson am Leben ist und der Meschiach sein wird. Es muss ganz klar gesagt werden, dass jene Meschichisten nicht die gesamte Chassidut Chabad repräsentieren !!!
Rebbe Menachem Mendel Schneerson (verstorben im Juni 1994)

Der Ort des Geschehens war der Platz vor dem Chabad - Haus in der Ben Yehudah.

Seit einigen Wochen tritt genau an dem Platz, gleich zu Beginn der Ben Yehudah, eine junge amerikanische Sängerin auf. Sie trällert zur Musik der Songs anderer bekannter Sängerinnen und dies nicht schlecht. Singen kann sie, das muss man ihr lassen.
Andererseits erscheint es mir, dass sie doch zu sehr auf Ruhm aus ist, denn als normaler Strassensänger hat meine keine Bodyguards dabei, wie sie. Ständig sind mindestens zwei Leute anwesend, die sich im Hintergrund aufhalten und sobald etwas Unvorhergesehenes geschieht, eilen sie der Sängerin unverzüglich zu Hilfe. Beliebt ist sie allemal und auch gestern Abend war es wieder soweit. Sie postierte sich auf ihrem Stammplatz, unter dem Chabad - Haus und gegenüber vom total überlaufenen Eiscafe. Trotz der Menschenmassen von Hunderten oder sogar Tausenden von Leuten fand sie gerade gestern wenige Zuhörer, denn die Leute schleckten bei der Hitze von 37 Grad lieber an ihrem Eis.
Ich sass an der Seite und hörte der Sängerin zu und dann tauchte plötzlich Chabad auf. Vier Chabadnikkim kamen herunter und tanzten singend vor der Sängerin auf und ab. Nun kann man dies als Frechheit sehen, doch sollte man die Religion nicht außer Acht lassen. Orthodoxe Juden gehen nicht gerade tolerant mit der Singsang - Stimme einer Frau um, denn dies ist halachisch verboten. Eine Frauenstimme könnte bei den Männer diverse Gefühle erwecken und daher ist es unüblich, wenn eine Frau laut singt bzw. vor Männer tanzt.
Die Sängerin reagierte genervt, dass Publikum war jedoch begeistert. Endlich gab es was zu sehen und alle strömten herbei. Leider gab Chabad nach einer Viertelstunde auf, da sie keine Chance gegen das Mikrofon und die Lautsprecher der Sängerin hatten. Die vier Chabadnikkim tanzten zwar wild mit ihren gelben Meschiach - Flaggen und sangen, dass der Lubawitscher Rebbe der Meschiach sei, doch es half nichts; die Sängerin übertrumpfte sie. Daraufhin Chabad rollte die Meschiach - Flaggen zusammen und stieg in den ersten Stock des Chabad - Hauses hinauf. Nur um kurz darauf ein Verlängerungskabel über den Balkon nach unten zu werfen. Und dann ging es erst richtig los. Die Vier schleppten zwei riesige Lautsprecher nach unten und stellten diese neben der Sängerin auf. Die ahnte nichts Gutes und nach einem kurzen Soundcheck legte Chabad so richtig los. Die Meschiach - Musik wurde auf volle Pulle gestellt und um genau 22.00 Uhr wackelte die Ben Yehudah. Die Sängerin musste passen und drehte fast durch. Ihre Fans gingen auf die Chabadnikkim los, die sich jedoch nicht stören liessen. Sie tanzten mit zwei gelben Meschiach - Flaggen auf und ab und zuerst machte die Sängerin auf cool, obwohl sie mit den Nerven am Ende war. Sie sang und tanzte mit, um die Chassidim zu ärgern. Dann kam auch noch die Polizei, da ein Passant zu sehr auf einen Chabadnik losging. Sängerin samt Fangemeinde wollten die Polizei zum Einschreiten bewegen. Die Chabadnikkim sollten weg !!!
Mittlerweile aber hatten sich mindestens 200 Leute im Halbkreis versammelten und viele wollten die Show sehen. Den Krieg zwischen Chabad und der Sängerin. Endlich war was geboten und sogar die Leute aus der Eisdiele kamen gelaufen. Chabad liess sich nicht stören und sang "Der Lubawitscher Rebbe ist der Meschiach". Die Sängerin drehte fast durch und selbst die Bodyguards waren machtlos. Chabad tanzte mit Kind und Kegel, wobei viele Passanten mitmachten. Die Polizei schaute dem Treiben nur zu, vereinbarte jedoch mit den Chassidim, dass diese nach einer gewissen Zeit aufhören. Und das tat Chabad auch. Nach ca. 40 Minuten wurden die Meschiach - Flaggen wieder eingerollt und es wurde abmarschiert. Sofort legte die Sängerin wieder los, doch der Menschenauflauf verdünnisierte sich schnell. Dann stand die Sängerin wieder fast allein da. Mal schauen, ob Chabad heute Abend wieder zurückschlägt.
Viele Leute filmten die Szenen und sobald etwas im Internet auftaucht, stelle ich es in den Blog !!!
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Chassidut Chabad,
Jerusalem,
Leben in Jerusalem
Sonntag, März 23, 2008
Nein, ich bin nicht Chabad !!!
B"H
Aus lauter Purim - Fun nahm ich am letzten Donnerstag (Erev Purim) ein Poster, welches den letzten Lubawitscher Rebben Menachem Mendel Schneerson zeigt, zur Hand. Die Meschichisten der chassidischen Gruppe Chabad tanzten wild auf dem Zion Square in Jerusalem und es dröhnte Meschiach - Musik aus allen Lautsprechern.
Hierzu muss ich Zweierlei erwähnen:
1. Ich bin kein Mitglied bei Chabad, obwohl ich längere Zeit bei der Gruppe lernte.
2. Nicht alle Chabad - Mitglieder glauben, dass Rabbi Menachem Mendel Schneerson der Meschiach ist, sondern nur ein gewisser Teil der Gruppe tut dies.
Auf alle Fälle hatten wir eine Menge Spass auf dem Zion Square !!!!

Der Purim - Bus.
Gesichtet in der Jaffa Road
Aus lauter Purim - Fun nahm ich am letzten Donnerstag (Erev Purim) ein Poster, welches den letzten Lubawitscher Rebben Menachem Mendel Schneerson zeigt, zur Hand. Die Meschichisten der chassidischen Gruppe Chabad tanzten wild auf dem Zion Square in Jerusalem und es dröhnte Meschiach - Musik aus allen Lautsprechern.
Hierzu muss ich Zweierlei erwähnen:
1. Ich bin kein Mitglied bei Chabad, obwohl ich längere Zeit bei der Gruppe lernte.
2. Nicht alle Chabad - Mitglieder glauben, dass Rabbi Menachem Mendel Schneerson der Meschiach ist, sondern nur ein gewisser Teil der Gruppe tut dies.
Auf alle Fälle hatten wir eine Menge Spass auf dem Zion Square !!!!

Der Purim - Bus.
Gesichtet in der Jaffa Road
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Chassidut Chabad,
Jerusalem,
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Freitag, März 21, 2008
Breslov & Neturei Karta
B"H
Bestimmt brauche ich nicht groß zu erwähnen, dass bei uns in Jerusalem die "Purim - Hölle" abgeht. Besser gesagt die beste Action und die besten Feiern überhaupt. Das Wetter ist sommerlich und die Leute tummeln sich bis jetzt in der Innenstadt. Ben Yehudah, Zion Square, dies sind die Hauptgebiete für den Trubel.
Mir einer Freundin stürmte ich recht spät nach Mea Shearim und wir hatten soviele Synagogen zur Auswahl, dass wir nicht wussten, wohin. Wir standen vor der Neturei Karta Synagoge, welche die schönste Synagoge in Mea Shearim überhaupt ist. Allerdings entschlossen wir uns dann spontan für die Grosse Breslov Synagoge in Mea Shearim Street. Eine Entscheidung, die wir nicht bereuten.
Obwohl die Frauenempore eher einem Lagerraum gleicht und wir kaum etwas sahen, so hörten wir die beste Lesung der Megillat Esther (Buch Esther) überhaupt. Der "Baal Koreh - Vorleser" war großartig. Die Breslov - Frauen waren total nett und nach dem G - ttesdienst wurden wir mit Keksen und Cola vollgestopft. Und so beschlossen wir, öfters dorthin zu gehen; aber nicht nur der Kekse wegen.
Morgen früh gehen wir wahrscheinlich zur Neturei Karta; ein toller Gegensatz.
Eigentlich hatten wir gedacht, dass abends in Mea Shearim die grossen Parties steigen, aber nichts war. Stattdessen herrschte eiserne Ruhe und so machten wir uns auf zum Zion Square an der Ben Yehudah. Und dort herrschte nur eine Gruppe - nämlich Chabad (die Lubawitscher).
Meine Freundin schleift an Purim ihre Digitalkamera mit und so machten wir Photos, die ich hoffentlich ab Montag hier in den Blog stellen werden. Unter anderem werde ich darauf mit einem riesen Plakat des Lubawitscher Rebben zu sehen sein. "Melech HaMeschiach - Koenig Meschiach" steht darauf, aber nicht das mir jemand denkt, ich sei jetzt bei den Meschichisten von Chabad gelandet.
Weiter werden wir am Sonntag Photos der Synagogen in Mea Shearim, sowie bei den Tischen machen.
Purim Sameach !!!!!
Die Neturei Karta Synagogue in Mea Shearim

Chassidut Breslov Teil 1
Chassidut Breslov Teil 2
Bestimmt brauche ich nicht groß zu erwähnen, dass bei uns in Jerusalem die "Purim - Hölle" abgeht. Besser gesagt die beste Action und die besten Feiern überhaupt. Das Wetter ist sommerlich und die Leute tummeln sich bis jetzt in der Innenstadt. Ben Yehudah, Zion Square, dies sind die Hauptgebiete für den Trubel.
Mir einer Freundin stürmte ich recht spät nach Mea Shearim und wir hatten soviele Synagogen zur Auswahl, dass wir nicht wussten, wohin. Wir standen vor der Neturei Karta Synagoge, welche die schönste Synagoge in Mea Shearim überhaupt ist. Allerdings entschlossen wir uns dann spontan für die Grosse Breslov Synagoge in Mea Shearim Street. Eine Entscheidung, die wir nicht bereuten.
Obwohl die Frauenempore eher einem Lagerraum gleicht und wir kaum etwas sahen, so hörten wir die beste Lesung der Megillat Esther (Buch Esther) überhaupt. Der "Baal Koreh - Vorleser" war großartig. Die Breslov - Frauen waren total nett und nach dem G - ttesdienst wurden wir mit Keksen und Cola vollgestopft. Und so beschlossen wir, öfters dorthin zu gehen; aber nicht nur der Kekse wegen.
Morgen früh gehen wir wahrscheinlich zur Neturei Karta; ein toller Gegensatz.
Eigentlich hatten wir gedacht, dass abends in Mea Shearim die grossen Parties steigen, aber nichts war. Stattdessen herrschte eiserne Ruhe und so machten wir uns auf zum Zion Square an der Ben Yehudah. Und dort herrschte nur eine Gruppe - nämlich Chabad (die Lubawitscher).
Meine Freundin schleift an Purim ihre Digitalkamera mit und so machten wir Photos, die ich hoffentlich ab Montag hier in den Blog stellen werden. Unter anderem werde ich darauf mit einem riesen Plakat des Lubawitscher Rebben zu sehen sein. "Melech HaMeschiach - Koenig Meschiach" steht darauf, aber nicht das mir jemand denkt, ich sei jetzt bei den Meschichisten von Chabad gelandet.
Weiter werden wir am Sonntag Photos der Synagogen in Mea Shearim, sowie bei den Tischen machen.
Purim Sameach !!!!!
Die Neturei Karta Synagogue in Mea Shearim

Chassidut Breslov Teil 1
Chassidut Breslov Teil 2
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Chassidut Chabad,
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Neturei Karta
Mittwoch, Januar 23, 2008
Die Armee des Rebben
B"H
Das im Jahre 2003 erschienene Buch "The Rebbe's Army" von Sue Fishkoff verursachte seinerzeit großes Aufsehen in den USA. Sue Fishkoff beschreibt in ihrem Buch ihre Besuche bei unterschiedlichen Chabad – Shlichim in den USA. Sie nahm an Schabbatessen teil und wurde zu vielen anderen Chabad – Veranstaltungen eingeladen.
Dem Titel zufolge erwarten viele ein Skandalbuch, aber meistens ist das Gegenteil der Fall. Die Autorin listet Fakten auf und gibt zu, Chabad tue sehr viele für Juden, die von ihrer Religion weit entfernt lebten. Niemals seien sie ohne die Hilfe von Chabad darauf gekommen, den Schabbat oder die Feiertage zu begehen oder koscher zu Essen.
Im Vorwort gefiel mir die Aussage von Velvel Green, einem Professor der Ben – Gurion University Beersheva, besonders gut:
"Früher oder später wird ein Astronaut auf dem Mars landen und wen wird der Astronaut dort antreffen ?
Einen Lubawitscher Shaliach".
Ein Shaliach oder im Plural "Shlichim" ist ein Abgesandter bzw. Abgesandte des Lubawitscher Rebben. Heutzutage existiert kaum ein Land auf der Erde, in dem es nicht wenigstens einen Chabad – Shaliach und ein Chabad – House gibt. Ob das in Katmandu oder in Zaire ist. Chabad ist überall. Vielleicht auch bald auf dem Mars.
Die chassidische Gruppe Chabad kann auf eine ca. 250 Jahre alte Tradition zurückblicken. Ihr Gründer, Rabbi Shneur Zalman von Liadi, war ein Schüler des Maggid von Mezritch, welcher wiederum der Nachfolger des Baal Shem Tov war. Rabbi Shneur Zalman war nie unumstritten; weder beim Vilna Gaon und seinen litvishen Anhängern und weder in der chassidischen Bewegung selber. Kritikern und Chassidismusexperten zufolge, entfernt sich die heutige Chabad – Bewegung immer mehr von ihren eigenen Konzepten. Man sagte mir sogar, dass gewisse Schriften ehemaliger Rebben zum Thema "Meschiach" nicht mehr aufzufinden seien, eben weil gewisse messianische Strömungen innerhalb Chabads eine weitere Publikation der ursprünglichen Aussagen zum Meschiach – Konzept verhindern wollen. Demzufolge könne dann von eben jenen Strömungen der siebte und letzte Lubawitscher Rebbe, Rabbi Menachem Mendel Schneerson, als der kommende Meschiach nicht mehr aufrecht erhalten werden.
Chabad zog schon immer unzählige Kritiker an. Und das weltweit. Sogar über die Emigration des sechsten Lubawitscher Rebben, der Schwiegervater des Rabbi Menachem Mendel, wird gemunkelt. Wie entkam der sechste Rebbe den Nazis ? Gab es tatsächlich einen Deal und man ließ den Rebben in die USA ausreisen ?
Tatsache ist, dass aus der ehemals kleinen Chabad – Gruppe ein riesiges Imperium wurde. Als Rebbe Menachem Mendel Schneerson im Juni 1994 verstarb, ging es erst so richtig los. Seit dem Jahre 1950 leitete Rebbe Menachem Mendel die Gruppe und war mehr als nur der geistige Führer. Er war eine außergewöhnliche Persönlichkeit mit Führungsqualitäten.
Bis heute befindet sich das Chabad – Hauptquartier in New York. In Brooklyn – Crown Heights, 770 Eastern Parkway.
Dort steht das Wohnhaus des verstorbenen Lubawitscher Rebben, welches sich auch heute noch hoher Besucherzahlen erfreut. Übrigens gibt es einen Zwilling davon, der im Kfar Chabad, bei Rishon LeZion in Israel, errichtet worden ist.
Viele andere orthodoxe Richtungen würden unheimlich gerne wissen, was sekuläre Juden an Chabad so anzieht. Zieht erst einmal ein Chabad – Shaliach mit seiner Family in die Nachbarschaft, dann rennen viele ausgerechnet in deren Einrichtungen und die litvishen Rabbiner bleiben einsam und allein im Hintergrund. Chabad kommt, grast ab und der Litvak hockt allein im Dunkeln. Und in kaum einem anderen Land spriessen die Vorurteile gegenüber Chabad so sehr aus dem Boden. In vielen Fällen angezettelt von der verängstigten litvishen Konkurrenz um ihre Schäfchen. Reform oder Litvishe, vielerorts hat man sich in Deutschland auf Chabad eingeschossen. Sie seien Missionäre und alle sind der Meinung, der letzte Rebbe komme als Meschiach wieder. Das sei doch kein Judentum.
Es ist richtig, dass Chabad die Reformbewegung absolut ablehnt, aber wer tut das nicht als orthodoxer Jude ? Wenn Chabad missioniert, handelt es sich dabei ausschließlich um Juden. Vorzugsweise sekuläre Juden. Zu Chabad – Veranstaltungen werden nur halachische Juden zugelassen. Den letzteren Punkt kann ich nur befürworten, denn manche amerikanische Programme, in denen ich Vorträge halte, laden nicht selten Reformkonvertiten oder Jugendliche ein, wo nur der Vater Jude ist. Da frage ich mich und andere Redner übrigens auch, was wir solchen Leuten spirituell rüberbringen sollen.
Während litvishe Rabbiner ihre oftmals stocksteifen Schabbatessen abhalten, bringt Chabad Stimmung in die Bude. Nicht nur, dass chassidische Melodien gesungen werden, auch spirituell gibt es etwas zu lernen. "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein", so heißt es in der Thora und der Chassidismus lehrt, dass der Mensch nicht nur aufgrund seiner Nahrung lebt, sondern auch aufgrund seiner spirituellen Nahrung (der Thora).
Chabad lädt jeden Jude nein, egal, welchen Background derjenige hat. Jeder kann kommen, wie er will und ist willkommen.
Chabad ist Outreach pur.
Nicht aus dem Grund, um immer mehr Anhänger zu finden, sondern um jedem Juden die Möglichkeit zu geben, eine Mitzwah zu erfüllen. Dieses Konzept war für Rabbi Menachem Mendel Schneerson von immenser Bedeutung. "Ahavat Israel – Die Liebe zum Volke Israel". Alle Juden sind durch eine gemeinsame Seele miteinander verbunden und jeder Jude muß gleichermassen geliebt werden. Egal, auf welchem Thoralevel er sich befindet. Ganz Israel ist ein Körper und eine Seele. Dieses Konzept stammt nicht nur allein von Chabad, sondern wird von anderen chassidischen Gruppen wie Toldot Aharon oder Vishnitz genauso vertreten. Chabad jedoch lehrt und lebt das Konzept in einer etwas anderen und offeneren Art und Weise.
Nachdem der letzte Rebbe im Juni 1994 verstarb, wurden bis 2002 ganze 610 Chabad Shlichim – Ehepaare in alle Welt gesandt. Allein 705 neue Chabad – Institutionen wurden in der Zeit eröffnet. Die genaue Zahl der Chabad – Mitglieder ist unbekannt, doch konkurrieren sie mit der größten chassidischen Gruppe Satmar, welche gemäß aktuellen Angaben eine Mitgliederzahl von 150.000 Juden hat.
Jeder Chabad – Shaliach ist für seine Finanzen selber zuständig und nicht wenige Male im Jahr ist er gezwungen, sich auf den Weg zu machen, um Spender zu finden. Dabei sind die USA, Kanada, Südafrika oder England beliebte lukrative Ziele. Dort leben die Reichen und geben schon einmal den ein oder anderen Scheck. Ein großer Spender Chabads ist Bob Dylan. Hollywoodgrößen wie Meryl Streep sind genauso mit von der Partie. Bei Chabad – Veranstaltungen stößt man nicht selten auf Redner wie den US – Senator Joseph Lieberman oder den Schriftsteller Elie Wiesel.
Chabad verfügt über Geldquellen, um sich auszubreiten. In den USA werden sie nicht selten dafür kritisiert, aber dennoch auch hoch gelobt. Koscheres Essen an Unicampussen, Ferienlager, Schabbatessen, Mazzot zu Pessach, Vorträge. Wenn Chabad in der Nähe ist, steht kein Jude allein da. Im Gegenteil zum litvishen Movement, wo es teilweise eine selektive Auswahl für Schabbatessen gibt. Bei Chabad ist jeder eingeladen. Internet, Movies, Bibliotheken, Chabad bietet etwas und die Leute springen darauf an. Die Gruppe betrachtet sich als Brücke zwischen der religiösen und sekulären Welt. "Wir versuchen, die Welt zu einem besseren g - ttlicheren Platz umzugestalten, bis der Meschiach kommt", so Rabbi Sholtiel Lebovic aus Crown Heights. Jeder Jude ist gleich wertvoll und jeder einzelne sollte sich der Religion mit seinem eigenen individuellen Tempo nähern. Nicht hopplahopp und ich bin von heute auf morgen religiös. Mit diesem Konzept steht Chabad auch wieder nicht allein, denn die Chassidut Breslov propagandiert dieses einstige Konzept des Rabbi Nachman von Breslov.
Nicht selten mischt Chabad auch in der Politik mit. Sowohl in Israel durch Benjamin Netanyahu als auch in den USA. Die Bewegung verfügt über beträchtlichen Einfluß in Washington.
Der große Knackpunkt aber ist immer wieder das Thema "Meschiach". Ist der letzte Rebbe der Meschiach ?
Drei Jahre lang habe ich intensive an Chabad – Unterrichten teilgenommen. In Jerusalem und auch im Norden, in Safed. Ich kenne unzählige Chabad – Mitglieder und habe gute Freunde unter ihnen. Ich war bei Schabbatessen oder nur so auf Besuch. Keiner aber konnte mir jemals erklären, warum Rabbi Menachem Mendel Schneerson als Meschiach gesehen wird. Wobei hier wichtigerweise angemerkt werden muß, dass nicht alle Chabad – Mitglieder Meschichisten sind. Chabad teilt sich in eben jene zwei Meinungshälften auf.
Der Rebbe sei einmal persönlich gefragt worden, ob er der Meschiach sei. Er habe nur genickt, was aber eigentlich weder JA noch NEIN bedeutet. Seine Anhänger jedoch nahmen es als ein JA auf. Rabbi Schneerson beging hierbei einen Fehler, denn er hätte eindeutig Stellung beziehen müssen. Das hat er versäumt.
Seitdem er 1950 das Amt des Rebben übernahm, war er in aller Welt als "Wunderheiler" bekannt und es ranken sich viele Stories um ihn. Wer will, der kann eine Auswahl im Internet nachlesen oder entsprechende Chabad – Literatur kaufen. Täglich versammelten sich Tausende von Menschen in der 770 und warteten auf ein Gespräch mit ihm. Juden sowie Nichtjuden.
Es ist unbestreitbar, dass Rabbi Schneerson und herausragender Rabbiner war, aber ihn als Meschiach sehen…..?
Andere chassidische Gruppen reagieren in den wenigsten Fällen positiv auf Chabad. An dieser Stelle seien einmal Satmar und Vishnitz als Kritiker genannt.
Seit fast 14 Jahren ist Chabad ohne einen Rebben, hat es aber verstanden, die Ideologie mehr oder weniger aufrecht zuerhalten. Vom Meschiachstandpunkt einmal abgesehen. Die Erinnerung an den Rebben wird durch Poster, Bücher und alle Art von Publikationen aufrecht erhalten. "Es lebe der Rebbe".
Alles in allem ist Chabad sehr zu empfehlen und Hemmungen bzw. Vorurteile ihnen gegenüber sind nicht immer gerechtfertigt. Bezüglich Deutschland tut kaum eine orthodoxe Gemeinde soviel für ihre Mitglieder wie Chabad. Damit meine ich vor allem Vorträge (Shiurim). Was ich aber jedem anrate ist, auch in andere chassidische Gruppen hineinzuschauen und sich nicht nur allein auf Chabad zu beschränken und zu meinen, dass sei der ganze Chassidismus.
Das im Jahre 2003 erschienene Buch "The Rebbe's Army" von Sue Fishkoff verursachte seinerzeit großes Aufsehen in den USA. Sue Fishkoff beschreibt in ihrem Buch ihre Besuche bei unterschiedlichen Chabad – Shlichim in den USA. Sie nahm an Schabbatessen teil und wurde zu vielen anderen Chabad – Veranstaltungen eingeladen.
Dem Titel zufolge erwarten viele ein Skandalbuch, aber meistens ist das Gegenteil der Fall. Die Autorin listet Fakten auf und gibt zu, Chabad tue sehr viele für Juden, die von ihrer Religion weit entfernt lebten. Niemals seien sie ohne die Hilfe von Chabad darauf gekommen, den Schabbat oder die Feiertage zu begehen oder koscher zu Essen.
Im Vorwort gefiel mir die Aussage von Velvel Green, einem Professor der Ben – Gurion University Beersheva, besonders gut:
"Früher oder später wird ein Astronaut auf dem Mars landen und wen wird der Astronaut dort antreffen ?
Einen Lubawitscher Shaliach".
Ein Shaliach oder im Plural "Shlichim" ist ein Abgesandter bzw. Abgesandte des Lubawitscher Rebben. Heutzutage existiert kaum ein Land auf der Erde, in dem es nicht wenigstens einen Chabad – Shaliach und ein Chabad – House gibt. Ob das in Katmandu oder in Zaire ist. Chabad ist überall. Vielleicht auch bald auf dem Mars.
Die chassidische Gruppe Chabad kann auf eine ca. 250 Jahre alte Tradition zurückblicken. Ihr Gründer, Rabbi Shneur Zalman von Liadi, war ein Schüler des Maggid von Mezritch, welcher wiederum der Nachfolger des Baal Shem Tov war. Rabbi Shneur Zalman war nie unumstritten; weder beim Vilna Gaon und seinen litvishen Anhängern und weder in der chassidischen Bewegung selber. Kritikern und Chassidismusexperten zufolge, entfernt sich die heutige Chabad – Bewegung immer mehr von ihren eigenen Konzepten. Man sagte mir sogar, dass gewisse Schriften ehemaliger Rebben zum Thema "Meschiach" nicht mehr aufzufinden seien, eben weil gewisse messianische Strömungen innerhalb Chabads eine weitere Publikation der ursprünglichen Aussagen zum Meschiach – Konzept verhindern wollen. Demzufolge könne dann von eben jenen Strömungen der siebte und letzte Lubawitscher Rebbe, Rabbi Menachem Mendel Schneerson, als der kommende Meschiach nicht mehr aufrecht erhalten werden.
Chabad zog schon immer unzählige Kritiker an. Und das weltweit. Sogar über die Emigration des sechsten Lubawitscher Rebben, der Schwiegervater des Rabbi Menachem Mendel, wird gemunkelt. Wie entkam der sechste Rebbe den Nazis ? Gab es tatsächlich einen Deal und man ließ den Rebben in die USA ausreisen ?
Tatsache ist, dass aus der ehemals kleinen Chabad – Gruppe ein riesiges Imperium wurde. Als Rebbe Menachem Mendel Schneerson im Juni 1994 verstarb, ging es erst so richtig los. Seit dem Jahre 1950 leitete Rebbe Menachem Mendel die Gruppe und war mehr als nur der geistige Führer. Er war eine außergewöhnliche Persönlichkeit mit Führungsqualitäten.
Bis heute befindet sich das Chabad – Hauptquartier in New York. In Brooklyn – Crown Heights, 770 Eastern Parkway.
Dort steht das Wohnhaus des verstorbenen Lubawitscher Rebben, welches sich auch heute noch hoher Besucherzahlen erfreut. Übrigens gibt es einen Zwilling davon, der im Kfar Chabad, bei Rishon LeZion in Israel, errichtet worden ist.
Viele andere orthodoxe Richtungen würden unheimlich gerne wissen, was sekuläre Juden an Chabad so anzieht. Zieht erst einmal ein Chabad – Shaliach mit seiner Family in die Nachbarschaft, dann rennen viele ausgerechnet in deren Einrichtungen und die litvishen Rabbiner bleiben einsam und allein im Hintergrund. Chabad kommt, grast ab und der Litvak hockt allein im Dunkeln. Und in kaum einem anderen Land spriessen die Vorurteile gegenüber Chabad so sehr aus dem Boden. In vielen Fällen angezettelt von der verängstigten litvishen Konkurrenz um ihre Schäfchen. Reform oder Litvishe, vielerorts hat man sich in Deutschland auf Chabad eingeschossen. Sie seien Missionäre und alle sind der Meinung, der letzte Rebbe komme als Meschiach wieder. Das sei doch kein Judentum.
Es ist richtig, dass Chabad die Reformbewegung absolut ablehnt, aber wer tut das nicht als orthodoxer Jude ? Wenn Chabad missioniert, handelt es sich dabei ausschließlich um Juden. Vorzugsweise sekuläre Juden. Zu Chabad – Veranstaltungen werden nur halachische Juden zugelassen. Den letzteren Punkt kann ich nur befürworten, denn manche amerikanische Programme, in denen ich Vorträge halte, laden nicht selten Reformkonvertiten oder Jugendliche ein, wo nur der Vater Jude ist. Da frage ich mich und andere Redner übrigens auch, was wir solchen Leuten spirituell rüberbringen sollen.
Während litvishe Rabbiner ihre oftmals stocksteifen Schabbatessen abhalten, bringt Chabad Stimmung in die Bude. Nicht nur, dass chassidische Melodien gesungen werden, auch spirituell gibt es etwas zu lernen. "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein", so heißt es in der Thora und der Chassidismus lehrt, dass der Mensch nicht nur aufgrund seiner Nahrung lebt, sondern auch aufgrund seiner spirituellen Nahrung (der Thora).
Chabad lädt jeden Jude nein, egal, welchen Background derjenige hat. Jeder kann kommen, wie er will und ist willkommen.
Chabad ist Outreach pur.
Nicht aus dem Grund, um immer mehr Anhänger zu finden, sondern um jedem Juden die Möglichkeit zu geben, eine Mitzwah zu erfüllen. Dieses Konzept war für Rabbi Menachem Mendel Schneerson von immenser Bedeutung. "Ahavat Israel – Die Liebe zum Volke Israel". Alle Juden sind durch eine gemeinsame Seele miteinander verbunden und jeder Jude muß gleichermassen geliebt werden. Egal, auf welchem Thoralevel er sich befindet. Ganz Israel ist ein Körper und eine Seele. Dieses Konzept stammt nicht nur allein von Chabad, sondern wird von anderen chassidischen Gruppen wie Toldot Aharon oder Vishnitz genauso vertreten. Chabad jedoch lehrt und lebt das Konzept in einer etwas anderen und offeneren Art und Weise.
Nachdem der letzte Rebbe im Juni 1994 verstarb, wurden bis 2002 ganze 610 Chabad Shlichim – Ehepaare in alle Welt gesandt. Allein 705 neue Chabad – Institutionen wurden in der Zeit eröffnet. Die genaue Zahl der Chabad – Mitglieder ist unbekannt, doch konkurrieren sie mit der größten chassidischen Gruppe Satmar, welche gemäß aktuellen Angaben eine Mitgliederzahl von 150.000 Juden hat.
Jeder Chabad – Shaliach ist für seine Finanzen selber zuständig und nicht wenige Male im Jahr ist er gezwungen, sich auf den Weg zu machen, um Spender zu finden. Dabei sind die USA, Kanada, Südafrika oder England beliebte lukrative Ziele. Dort leben die Reichen und geben schon einmal den ein oder anderen Scheck. Ein großer Spender Chabads ist Bob Dylan. Hollywoodgrößen wie Meryl Streep sind genauso mit von der Partie. Bei Chabad – Veranstaltungen stößt man nicht selten auf Redner wie den US – Senator Joseph Lieberman oder den Schriftsteller Elie Wiesel.
Chabad verfügt über Geldquellen, um sich auszubreiten. In den USA werden sie nicht selten dafür kritisiert, aber dennoch auch hoch gelobt. Koscheres Essen an Unicampussen, Ferienlager, Schabbatessen, Mazzot zu Pessach, Vorträge. Wenn Chabad in der Nähe ist, steht kein Jude allein da. Im Gegenteil zum litvishen Movement, wo es teilweise eine selektive Auswahl für Schabbatessen gibt. Bei Chabad ist jeder eingeladen. Internet, Movies, Bibliotheken, Chabad bietet etwas und die Leute springen darauf an. Die Gruppe betrachtet sich als Brücke zwischen der religiösen und sekulären Welt. "Wir versuchen, die Welt zu einem besseren g - ttlicheren Platz umzugestalten, bis der Meschiach kommt", so Rabbi Sholtiel Lebovic aus Crown Heights. Jeder Jude ist gleich wertvoll und jeder einzelne sollte sich der Religion mit seinem eigenen individuellen Tempo nähern. Nicht hopplahopp und ich bin von heute auf morgen religiös. Mit diesem Konzept steht Chabad auch wieder nicht allein, denn die Chassidut Breslov propagandiert dieses einstige Konzept des Rabbi Nachman von Breslov.
Nicht selten mischt Chabad auch in der Politik mit. Sowohl in Israel durch Benjamin Netanyahu als auch in den USA. Die Bewegung verfügt über beträchtlichen Einfluß in Washington.
Der große Knackpunkt aber ist immer wieder das Thema "Meschiach". Ist der letzte Rebbe der Meschiach ?
Drei Jahre lang habe ich intensive an Chabad – Unterrichten teilgenommen. In Jerusalem und auch im Norden, in Safed. Ich kenne unzählige Chabad – Mitglieder und habe gute Freunde unter ihnen. Ich war bei Schabbatessen oder nur so auf Besuch. Keiner aber konnte mir jemals erklären, warum Rabbi Menachem Mendel Schneerson als Meschiach gesehen wird. Wobei hier wichtigerweise angemerkt werden muß, dass nicht alle Chabad – Mitglieder Meschichisten sind. Chabad teilt sich in eben jene zwei Meinungshälften auf.
Der Rebbe sei einmal persönlich gefragt worden, ob er der Meschiach sei. Er habe nur genickt, was aber eigentlich weder JA noch NEIN bedeutet. Seine Anhänger jedoch nahmen es als ein JA auf. Rabbi Schneerson beging hierbei einen Fehler, denn er hätte eindeutig Stellung beziehen müssen. Das hat er versäumt.
Seitdem er 1950 das Amt des Rebben übernahm, war er in aller Welt als "Wunderheiler" bekannt und es ranken sich viele Stories um ihn. Wer will, der kann eine Auswahl im Internet nachlesen oder entsprechende Chabad – Literatur kaufen. Täglich versammelten sich Tausende von Menschen in der 770 und warteten auf ein Gespräch mit ihm. Juden sowie Nichtjuden.
Es ist unbestreitbar, dass Rabbi Schneerson und herausragender Rabbiner war, aber ihn als Meschiach sehen…..?
Andere chassidische Gruppen reagieren in den wenigsten Fällen positiv auf Chabad. An dieser Stelle seien einmal Satmar und Vishnitz als Kritiker genannt.
Seit fast 14 Jahren ist Chabad ohne einen Rebben, hat es aber verstanden, die Ideologie mehr oder weniger aufrecht zuerhalten. Vom Meschiachstandpunkt einmal abgesehen. Die Erinnerung an den Rebben wird durch Poster, Bücher und alle Art von Publikationen aufrecht erhalten. "Es lebe der Rebbe".
Alles in allem ist Chabad sehr zu empfehlen und Hemmungen bzw. Vorurteile ihnen gegenüber sind nicht immer gerechtfertigt. Bezüglich Deutschland tut kaum eine orthodoxe Gemeinde soviel für ihre Mitglieder wie Chabad. Damit meine ich vor allem Vorträge (Shiurim). Was ich aber jedem anrate ist, auch in andere chassidische Gruppen hineinzuschauen und sich nicht nur allein auf Chabad zu beschränken und zu meinen, dass sei der ganze Chassidismus.
Dienstag, Januar 01, 2008
Die jüdische Phobie
B"H
In meiner vorherigen Umfrage ging es um das Thema: "Sollen Vorträge zum Judentum nur vor jüdischem Publikum gehalten werden ?"
Zwei Antworten machten bei den Abstimmenden das Rennen:
1. Das Publikum sei egal, Hauptsache man lerne etwas.
2. Es ist relevanter, zuerst Juden das Judentum zu vermitteln.
Ich selbst halte es mit der letzten Antwort. Leider ist es immer noch so, dass die Mehrheit der Juden auf aller Welt nur geringe Kenntnisse über ihre eigene Religion hat. Die Gründe sind, wie so häufig, unterschiedlich. Nur von mangelndem Interesse zu reden ist falsch. Vielmals liegt Interesse vor, nur fehlt es vor allem in Deutschland an qualifizierten Einrichtungen, in denen jemand ernsthaft über das Judentum unterrichtet wird.
Mit die einzige qualifizierte Einrichtung ist CHABAD, die Lubawitscher Chassidim, und wie ich Chabad kenne, werden dort NUR halachische Juden unterrichtet. Kein Wunder, denn das Chabad – Pensum ist keine leichte Kost und erfordert viel Einsatz. Wer wirklich interessiert ist, dem kann ich die Chabad – Shiurim nur weiterempfehlen. Wer da meint, die reden dann eh nur vom Meschiach oder Ähnlichem, der liegt falsch, denn Chabad lehrt alle Themen im Judentum. Von der Halacha über den Talmud bis hin zur Chassidut.
Was immer wieder von deutschen jüdischen Lesern bemängelt wird, ist der fehlende jüdische Bekanntenkreis. Natürlich kann jeder auch nichtjüdische Freunde haben, doch dies räumt das Gefühl nicht aus, dass immer etwas fehlt. Man will auch einmal unter sich sein und über ganz bestimmte Themen reden. Das ist nur allzu verständlich.
Eine Patenlösung für den fehlenden jüdischen Freundeskreis in Deutschland gibt es nicht. Entweder sucht man sich etwas Virtuelles im Internet, zieht dorthin, wo man auf einen derartigen Bekanntenkreis trifft (Berlin oder Frankfurt) oder man geht ins Ausland. Letzteres geschieht in letzter Zeit sehr häufig und nicht wenige junge deutsche Juden ziehen nach London oder New York. Insbesondere jene, die ein relig. Leben führen wollen.
Vielleicht sollte sich in Deutschland an sich einmal gefragt werden, warum in dessen Nachbarländern wie der Schweiz (Basel und Zürich), Belgien (Antwerpen) oder Österreich sehr wohl ein jüdisch – religiöses Leben stattfinden kann. Wie kommt es, dass sich sogar viele Chassidim in Wien niederlassen ? Wieso wird ausgerechnet dort eine dementsprechende Infrastruktur aufgebaut ?
Meine deutsche Erfahrung war, dass sich die orthod. Gemeinden immer selbst blockieren. Die dortigen Gemeinderabbiner wollen einfach niemanden neben sich wirken haben, denn sonst könnten die Schäfchen woanders hin überlaufen und der Gemeinderabbi steht allein da. Aber wie man so schön sagt: "Konkurrenz belebt das Geschäft" und zumindest Chabad kam gerade recht, um deutschen Juden einmal ein wenig Wissen zu vermitteln, was sie woanders kaum oder nur begrenzt bekommen.
Aber zurück zur vorherigen Umfrage.
Ich finde es äußerst wichtig, dass zuerst Juden unterrichtet werden. Wozu sollte sich jemand hinstellen und vor einem gemischten Publikum über die Kaschrut oder den Schabbat sprechen, wenn die Nichtjuden im Publikum dieses Thema gar nichts angeht ? Allgemeinere Themen dagegen können vor einem gemischten Publikum stattfinden, doch halte ich es immer so, dass ich Abstriche mache. Heißt, gewisse Dinge erwähne ich nur vor einem rein jüdischen Publikum. Genauso halt es übrigens mein Rabbi, Rabbi Mordechai Machlis.
Aber das wiederum geht im Endeffekt auf Kosten der jüdischen Zuhörer, denn sollten sie bei einem Vortrag vor Juden und Nichtjuden dabei sein, erfahren sie nur die Hälfte.
Bisher habe ich nur begrenzte Vortragserfahrung und wenn, dann ausschließlich vor amerikanischen Juden. Ein Freund von mir, David Salomon, gab mir seine Vortragserfahrungen weiter.
Er unterrichte ausschließlich nur Juden und seine Gründen waren die gleichen wie die meinen. Es sei wichtig, dass vorzugsweise die Juden selbst etwas über ihre eigene Religion und Identität lernen.
Als ich in der vergangenen Woche bei einem Shiur (Vortrag) war, sprach mich der Referent, Rabbi Chaim Eisen, an. In der Woche zuvor hatte ich mit ihm eine Diskussion über den Rambam, die wir gleich zu Beginn des Shiurs vor dem Publikum fortsetzten.
Hierbei ging es auch darum, dass der Rambam (Maimonides) sowie viele andere Thorakommentatoren (z.B. Rashi) es komplett ablehnen, wenn ein Nichtjude die Thora lernt. Zwar heisst in es in mindestens zwei Talmud – Traktaten (u.a. in Talmud Avodah Zarah 3a), dass ein Nichtjude, der sich mit der Thora beschäftigt, genauso anzusehen ist, wie ein Hohepriester (Cohen HaGadol). Doch der Rambam, Rashi, und andere kommentieren, dass dieser Passuk meint, ein Nichtjude solle sich ausschließlich mit denjenigen Thoralehren, welche sich mit den "Sieben Gesetzen der Noachiden" auseinandersetzen.
Rabbi Eisen merkte an, dass zu diesen Meinungen ein Disput entstand und andere wiederum die Ansicht vertreten, dass ein Nichtjude dann die Thora bzw. weitere jüdische Themen lernen darf, wenn er wirkliches Interesse zeigt und das Gelernte nicht falsch wiedergibt oder für christliche Missionszwecke ausnutzen will. Sprich, Gelerntes so verdreht, dass es in fragwürdige Missionstheorien paßt.
Aber wie unterscheidet man im Realfall zwischen einem interessierten Nichtjuden und demjenigen, der nur aus idiotischen Missionsmotiven beim Shiur auftaucht ?
Somit herrscht auf jüdischer Seite immer ein gewisses Mißtrauen, was sich bei Orthodoxen geradezu zur Phobie entwickelte. Und von daher ist es nur allzu logisch, dass selbst ich ein jüdisches Publikum vorziehe. Nicht aus dem Grunde, um alle andern auszuschließen, sondern weil ich bei einem jüdischen Publikum weiß, was ich habe. Dies schließt jedoch nicht aus, dass auch bei solch einem Publikum oft weniger tolle verständnisreiche Fragen kommen, doch ist es einfacher, damit zu leben.
In meiner vorherigen Umfrage ging es um das Thema: "Sollen Vorträge zum Judentum nur vor jüdischem Publikum gehalten werden ?"
Zwei Antworten machten bei den Abstimmenden das Rennen:
1. Das Publikum sei egal, Hauptsache man lerne etwas.
2. Es ist relevanter, zuerst Juden das Judentum zu vermitteln.
Ich selbst halte es mit der letzten Antwort. Leider ist es immer noch so, dass die Mehrheit der Juden auf aller Welt nur geringe Kenntnisse über ihre eigene Religion hat. Die Gründe sind, wie so häufig, unterschiedlich. Nur von mangelndem Interesse zu reden ist falsch. Vielmals liegt Interesse vor, nur fehlt es vor allem in Deutschland an qualifizierten Einrichtungen, in denen jemand ernsthaft über das Judentum unterrichtet wird.
Mit die einzige qualifizierte Einrichtung ist CHABAD, die Lubawitscher Chassidim, und wie ich Chabad kenne, werden dort NUR halachische Juden unterrichtet. Kein Wunder, denn das Chabad – Pensum ist keine leichte Kost und erfordert viel Einsatz. Wer wirklich interessiert ist, dem kann ich die Chabad – Shiurim nur weiterempfehlen. Wer da meint, die reden dann eh nur vom Meschiach oder Ähnlichem, der liegt falsch, denn Chabad lehrt alle Themen im Judentum. Von der Halacha über den Talmud bis hin zur Chassidut.
Was immer wieder von deutschen jüdischen Lesern bemängelt wird, ist der fehlende jüdische Bekanntenkreis. Natürlich kann jeder auch nichtjüdische Freunde haben, doch dies räumt das Gefühl nicht aus, dass immer etwas fehlt. Man will auch einmal unter sich sein und über ganz bestimmte Themen reden. Das ist nur allzu verständlich.
Eine Patenlösung für den fehlenden jüdischen Freundeskreis in Deutschland gibt es nicht. Entweder sucht man sich etwas Virtuelles im Internet, zieht dorthin, wo man auf einen derartigen Bekanntenkreis trifft (Berlin oder Frankfurt) oder man geht ins Ausland. Letzteres geschieht in letzter Zeit sehr häufig und nicht wenige junge deutsche Juden ziehen nach London oder New York. Insbesondere jene, die ein relig. Leben führen wollen.
Vielleicht sollte sich in Deutschland an sich einmal gefragt werden, warum in dessen Nachbarländern wie der Schweiz (Basel und Zürich), Belgien (Antwerpen) oder Österreich sehr wohl ein jüdisch – religiöses Leben stattfinden kann. Wie kommt es, dass sich sogar viele Chassidim in Wien niederlassen ? Wieso wird ausgerechnet dort eine dementsprechende Infrastruktur aufgebaut ?
Meine deutsche Erfahrung war, dass sich die orthod. Gemeinden immer selbst blockieren. Die dortigen Gemeinderabbiner wollen einfach niemanden neben sich wirken haben, denn sonst könnten die Schäfchen woanders hin überlaufen und der Gemeinderabbi steht allein da. Aber wie man so schön sagt: "Konkurrenz belebt das Geschäft" und zumindest Chabad kam gerade recht, um deutschen Juden einmal ein wenig Wissen zu vermitteln, was sie woanders kaum oder nur begrenzt bekommen.
Aber zurück zur vorherigen Umfrage.
Ich finde es äußerst wichtig, dass zuerst Juden unterrichtet werden. Wozu sollte sich jemand hinstellen und vor einem gemischten Publikum über die Kaschrut oder den Schabbat sprechen, wenn die Nichtjuden im Publikum dieses Thema gar nichts angeht ? Allgemeinere Themen dagegen können vor einem gemischten Publikum stattfinden, doch halte ich es immer so, dass ich Abstriche mache. Heißt, gewisse Dinge erwähne ich nur vor einem rein jüdischen Publikum. Genauso halt es übrigens mein Rabbi, Rabbi Mordechai Machlis.
Aber das wiederum geht im Endeffekt auf Kosten der jüdischen Zuhörer, denn sollten sie bei einem Vortrag vor Juden und Nichtjuden dabei sein, erfahren sie nur die Hälfte.
Bisher habe ich nur begrenzte Vortragserfahrung und wenn, dann ausschließlich vor amerikanischen Juden. Ein Freund von mir, David Salomon, gab mir seine Vortragserfahrungen weiter.
Er unterrichte ausschließlich nur Juden und seine Gründen waren die gleichen wie die meinen. Es sei wichtig, dass vorzugsweise die Juden selbst etwas über ihre eigene Religion und Identität lernen.
Als ich in der vergangenen Woche bei einem Shiur (Vortrag) war, sprach mich der Referent, Rabbi Chaim Eisen, an. In der Woche zuvor hatte ich mit ihm eine Diskussion über den Rambam, die wir gleich zu Beginn des Shiurs vor dem Publikum fortsetzten.
Hierbei ging es auch darum, dass der Rambam (Maimonides) sowie viele andere Thorakommentatoren (z.B. Rashi) es komplett ablehnen, wenn ein Nichtjude die Thora lernt. Zwar heisst in es in mindestens zwei Talmud – Traktaten (u.a. in Talmud Avodah Zarah 3a), dass ein Nichtjude, der sich mit der Thora beschäftigt, genauso anzusehen ist, wie ein Hohepriester (Cohen HaGadol). Doch der Rambam, Rashi, und andere kommentieren, dass dieser Passuk meint, ein Nichtjude solle sich ausschließlich mit denjenigen Thoralehren, welche sich mit den "Sieben Gesetzen der Noachiden" auseinandersetzen.
Rabbi Eisen merkte an, dass zu diesen Meinungen ein Disput entstand und andere wiederum die Ansicht vertreten, dass ein Nichtjude dann die Thora bzw. weitere jüdische Themen lernen darf, wenn er wirkliches Interesse zeigt und das Gelernte nicht falsch wiedergibt oder für christliche Missionszwecke ausnutzen will. Sprich, Gelerntes so verdreht, dass es in fragwürdige Missionstheorien paßt.
Aber wie unterscheidet man im Realfall zwischen einem interessierten Nichtjuden und demjenigen, der nur aus idiotischen Missionsmotiven beim Shiur auftaucht ?
Somit herrscht auf jüdischer Seite immer ein gewisses Mißtrauen, was sich bei Orthodoxen geradezu zur Phobie entwickelte. Und von daher ist es nur allzu logisch, dass selbst ich ein jüdisches Publikum vorziehe. Nicht aus dem Grunde, um alle andern auszuschließen, sondern weil ich bei einem jüdischen Publikum weiß, was ich habe. Dies schließt jedoch nicht aus, dass auch bei solch einem Publikum oft weniger tolle verständnisreiche Fragen kommen, doch ist es einfacher, damit zu leben.
Sonntag, Dezember 23, 2007
Die Missionspolitik von Chabad
B"H
Am letzten Erev Shabbat (Freitag Abend) hatte ich ein recht interessantes Gespräch mit einem Chabadnik. Unter anderem diskutierten wir darüber, dass einer der Gründe, warum die Satmarer Chassidim Chabad komplett ablehnen, die Missionspolitik der Lubawitscher ist.
Angemerkt sei hier, dass die chassidische Gruppe Chabad ausschliesslich NUR Juden missioniert. Heisst, Juden dazu bewegen zu will, ein jüdisch - relig. Leben nach der Thora zu führen. Andersgläubige werden nicht missioniert, auch wenn dies christliche Missionare immer wieder gerne fälschlicherweise behaupten.
Seitens Chabad gibt man die Mission zu, doch unterstreicht derlei Aktivitäten mit einem wichtigen und einleuchtenden Slogan.
Jede jüdische Seele (Neshama) beinhaltet einen g - ttlichen Funken, der nur geweckt werden muß. So kann dies u.a. durch die Mission geschehen. Der Funke wird erweckt und springt sofort auf diverse Thorakonzepte an.
In der Kabbalah ist dies eine weit verbreitete Meinung und der Alter Rebbe (der Chabad - Begründer Rabbi Shneur Zalman von Liadi) erklärte das Konzept weitreichend in seinem Buch TANYA. Jede jüd. Seele beinhaltet einen g - ttlichen Funken und ist somit in der Lage, eine direkte Verbindung mit G - tt einzugehen. Wobei nicht außer Acht gelassen werden darf, dass die Thora und die Juden untrennbar miteinander verbunden sind und jedes noch so kleine Thorakonzept zur Wiederbelebung des Funken führen kann. Genau darin sieht Chabad seine Aufgabe.
Am letzten Erev Shabbat (Freitag Abend) hatte ich ein recht interessantes Gespräch mit einem Chabadnik. Unter anderem diskutierten wir darüber, dass einer der Gründe, warum die Satmarer Chassidim Chabad komplett ablehnen, die Missionspolitik der Lubawitscher ist.
Angemerkt sei hier, dass die chassidische Gruppe Chabad ausschliesslich NUR Juden missioniert. Heisst, Juden dazu bewegen zu will, ein jüdisch - relig. Leben nach der Thora zu führen. Andersgläubige werden nicht missioniert, auch wenn dies christliche Missionare immer wieder gerne fälschlicherweise behaupten.
Seitens Chabad gibt man die Mission zu, doch unterstreicht derlei Aktivitäten mit einem wichtigen und einleuchtenden Slogan.
Jede jüdische Seele (Neshama) beinhaltet einen g - ttlichen Funken, der nur geweckt werden muß. So kann dies u.a. durch die Mission geschehen. Der Funke wird erweckt und springt sofort auf diverse Thorakonzepte an.
In der Kabbalah ist dies eine weit verbreitete Meinung und der Alter Rebbe (der Chabad - Begründer Rabbi Shneur Zalman von Liadi) erklärte das Konzept weitreichend in seinem Buch TANYA. Jede jüd. Seele beinhaltet einen g - ttlichen Funken und ist somit in der Lage, eine direkte Verbindung mit G - tt einzugehen. Wobei nicht außer Acht gelassen werden darf, dass die Thora und die Juden untrennbar miteinander verbunden sind und jedes noch so kleine Thorakonzept zur Wiederbelebung des Funken führen kann. Genau darin sieht Chabad seine Aufgabe.
Freitag, September 28, 2007
Eine andere Welt
B"H
Sukkot in Jerusalem ist eine Welt für sich und dies trifft besonders auf die Feierlichkeiten des Laubhüttenfestes im ultra - orthod. Stadtteil Mea Shearim zu. Allein schon bei unseren allwöchentlichen Tischbesuchen der chassidischen Rebbes tauchen wir in eine andere Welt ab. Alles ist faszinierend und interessant zugleich.
Was wir jedoch heute Abend erlebten, stellt fast bisher alles Dagewesene in den Schatten. Da ist, zum Beispiel, zuerst das grosse Chabad Konzert zum Simchat Beit HaShoeva. Simchat Beit HaShoeva ist eine alte Tradition aus dem Ersten und Zweiten Tempel, in der Wasser aus dem Shiloach, in den heutigen Ruinen der Stadt König Davids unterhalb des Ölberges, hinauf in den Tempel getragen wurde. Diese Zeremonie wurde vor mehr als 2000 Jahren begeistert gefeiert und die Tradition hat sich bis heute aufrecht erhalten. Leider haben wir derzeit keinen Tempel, doch finden heutzutage die Simchat Beit HaShoeva - Zeremonien mit riesigen Konzerten und Tänzen statt.
Nachmittags erfuhren wir, dass die chassidische Gruppe Chabad ein grosses Simchat Beit HaShoeva in der Channah - Street feiern will. Das Fest sollte um 21.00 Uhr beginnen und war höchst umstritten. In der Tat hingen in ganz Mea Shearim Plakate aus, die zu einer Demonstration gegen die Chabad - Feierlichkeiten aufriefen. Die Agudat - Israel (Gruppen wie Gur, Belz oder Vishnitz) protestierte und führende Rabbiner, deren Namen jedoch unerwähnt blieben, riefen zur Demo auf.
Meine Freundin und ich wollten uns das Chabad - Ereignis sowie die Demo anschauen. Als Grund für die Demo wurde angegeben, dass es beim Chabad - Konzert nicht anständig genug zugehen täte. Man hörte hinter vorgehaltener Hand, dass Frauen und Männer gemeinsam tanzen würden.
Die Channah Strasse ist ein kleine Strassen zwischen Eli HaCohen Street und der grossen Bar Ilan Street. Pünktlich trafen wir ein und es hatten sich schon mehrere Hundert Leute versammelt. Vor einer Chabad Yeshiva (relig. Schule) war eine Bühne aufgestellt worden und wenige Meter im Hintergrund sah man das grosse Gebäude der Chassidut Kaliv.
Alles ging soweit äusserst anständig zu, denn Männer und Frauen waren absolut voneinander getrennt. Uns war nicht klar, warum demonstriert werden sollte. Als einzigen Grund konnte ich mir nur vorstellen, dass die tanzenden Frauen (welche man jedoch so gut wie gar nicht sah) von den Balkonen der umliegenden Wohnblöcken einsehen konnte. In der ultra - orthod. Welt ziemt es sich für Männer nicht, Frauen beim Tanz zuzuschauen. Bei der Veranstaltung waren die Frauen wie auf dem Präsentierteller einzusehen. Getanzt wurde aber kaum, doch dafür tanzten die Männer vor der Bühne um so wilder.
Chabad hatte sich das Event einiges kosten lassen. So gab es drei grosse Feuerwerke, eine Band und drei riesige Leinwände. Allzu viel los war jedoch nicht und nach einer Stunde beschlossen wir zu gehen.
In der Channah Street hatten windige Verkäufer flugs zu dem Event Popcorn - bzw. Süssigkeitsstände aufgebaut und alles fand reissenden Absatz. Am oberen Teil der Strasse, Kreuzung Eli HaCohen, angekommen, gab es eine Polizeiabsperrung. Etwa Hundert Chassidim, meistens Vishnitz und Satmar, demonstrierten gegen die Chabad - Veranstaltung. Die Polizei sperrte ab und kurz darauf flogen Feuerwerkskörper in die Menge.
Was man absolut versäumt hatte war, die Eli HaCohen für den Verkehr zu sperren und so gab es ein Chaos. Die Polizei wurde der Lage nicht Herr und der Verkehr wurde von den Haredim total blockiert. Beim ersten Feuerwerkskracher schrien die umstehenden Mädels sofort los, aber zum Glück kam es nicht zu einer Massenpanik. Unten bei Chabad merkte man offensichtlich nichts von den Vorgängen weiter oben in der Strasse.
Alles war nur ein einziges Chaos und plötzlich flog ein Kracher mitten in die Polizeiabsperrung. Der Täter wurde schnell ausgemacht und zu einem Armeejeep der Grenzpolizei geschleppt. Ein ca. 17 Jahre alter junger Haredi wurde in den Jeep geworfen. Hinter dem Jeep standen unter anderem Vishnitzer Chassidim, welche die Polizei gnadenlos beschimpften. Die Polizisten waren dadurch abgelenkt und inmitten des Gewühl entschlüpfte der Verhaftete aus dem Jeep. Dann knallte es erst so richtig. Die Polizei rannte hinter dem Entflohenen hinterher und die Chassidim schlugen von hinten auf die Polizisten ein. Am Ende wurde der Flüchtling wieder gefasst und weitere Polizisten rannten hinter einem weiteren Haredi her. Eine Verhaftungswelle lief an und die Haredim schmissen aus Protest die grossen grünen Mülltonnen auf die Strasse.
Man höre und staune, aber kurz darauf war bei Chabad Schluss und die Polizei blies zum Rückzug. Man packte zusammen und die zwei Verhafteten wurden, von wilden Protestrufen der Haredim begleitet, mitgenommen. Bleibt anzumerken, dass weder die Gruppen Belz noch Gur an der Demo gegen Chabad teilgenommen haben.
Auch wir machten uns kurz darauf den Heimweg und durchquerten Mea Shearim. Wer gemeint hat, dass nur Chabad feiern kann, der irrte gewaltig. Schon von weitem hörten wir aus der Synagoge der chassidischen Gruppe Karlin laute Gesänge und Besucher gingen ein und aus.
In der Hauptstrasse Mea Shearims, der Mea Shearim Street angekommen, war diesesmal die Trennung zwischen Männlein und Weiblein in Kraft. Extra eingestelltes Security - Personal in knallgelben Westen passte auf, dass kein Unbefugter eintrat und, dass Männer und Frauen s
Sukkot in Jerusalem ist eine Welt für sich und dies trifft besonders auf die Feierlichkeiten des Laubhüttenfestes im ultra - orthod. Stadtteil Mea Shearim zu. Allein schon bei unseren allwöchentlichen Tischbesuchen der chassidischen Rebbes tauchen wir in eine andere Welt ab. Alles ist faszinierend und interessant zugleich.
Was wir jedoch heute Abend erlebten, stellt fast bisher alles Dagewesene in den Schatten. Da ist, zum Beispiel, zuerst das grosse Chabad Konzert zum Simchat Beit HaShoeva. Simchat Beit HaShoeva ist eine alte Tradition aus dem Ersten und Zweiten Tempel, in der Wasser aus dem Shiloach, in den heutigen Ruinen der Stadt König Davids unterhalb des Ölberges, hinauf in den Tempel getragen wurde. Diese Zeremonie wurde vor mehr als 2000 Jahren begeistert gefeiert und die Tradition hat sich bis heute aufrecht erhalten. Leider haben wir derzeit keinen Tempel, doch finden heutzutage die Simchat Beit HaShoeva - Zeremonien mit riesigen Konzerten und Tänzen statt.
Nachmittags erfuhren wir, dass die chassidische Gruppe Chabad ein grosses Simchat Beit HaShoeva in der Channah - Street feiern will. Das Fest sollte um 21.00 Uhr beginnen und war höchst umstritten. In der Tat hingen in ganz Mea Shearim Plakate aus, die zu einer Demonstration gegen die Chabad - Feierlichkeiten aufriefen. Die Agudat - Israel (Gruppen wie Gur, Belz oder Vishnitz) protestierte und führende Rabbiner, deren Namen jedoch unerwähnt blieben, riefen zur Demo auf.
Meine Freundin und ich wollten uns das Chabad - Ereignis sowie die Demo anschauen. Als Grund für die Demo wurde angegeben, dass es beim Chabad - Konzert nicht anständig genug zugehen täte. Man hörte hinter vorgehaltener Hand, dass Frauen und Männer gemeinsam tanzen würden.
Die Channah Strasse ist ein kleine Strassen zwischen Eli HaCohen Street und der grossen Bar Ilan Street. Pünktlich trafen wir ein und es hatten sich schon mehrere Hundert Leute versammelt. Vor einer Chabad Yeshiva (relig. Schule) war eine Bühne aufgestellt worden und wenige Meter im Hintergrund sah man das grosse Gebäude der Chassidut Kaliv.
Alles ging soweit äusserst anständig zu, denn Männer und Frauen waren absolut voneinander getrennt. Uns war nicht klar, warum demonstriert werden sollte. Als einzigen Grund konnte ich mir nur vorstellen, dass die tanzenden Frauen (welche man jedoch so gut wie gar nicht sah) von den Balkonen der umliegenden Wohnblöcken einsehen konnte. In der ultra - orthod. Welt ziemt es sich für Männer nicht, Frauen beim Tanz zuzuschauen. Bei der Veranstaltung waren die Frauen wie auf dem Präsentierteller einzusehen. Getanzt wurde aber kaum, doch dafür tanzten die Männer vor der Bühne um so wilder.
Chabad hatte sich das Event einiges kosten lassen. So gab es drei grosse Feuerwerke, eine Band und drei riesige Leinwände. Allzu viel los war jedoch nicht und nach einer Stunde beschlossen wir zu gehen.
In der Channah Street hatten windige Verkäufer flugs zu dem Event Popcorn - bzw. Süssigkeitsstände aufgebaut und alles fand reissenden Absatz. Am oberen Teil der Strasse, Kreuzung Eli HaCohen, angekommen, gab es eine Polizeiabsperrung. Etwa Hundert Chassidim, meistens Vishnitz und Satmar, demonstrierten gegen die Chabad - Veranstaltung. Die Polizei sperrte ab und kurz darauf flogen Feuerwerkskörper in die Menge.
Was man absolut versäumt hatte war, die Eli HaCohen für den Verkehr zu sperren und so gab es ein Chaos. Die Polizei wurde der Lage nicht Herr und der Verkehr wurde von den Haredim total blockiert. Beim ersten Feuerwerkskracher schrien die umstehenden Mädels sofort los, aber zum Glück kam es nicht zu einer Massenpanik. Unten bei Chabad merkte man offensichtlich nichts von den Vorgängen weiter oben in der Strasse.
Alles war nur ein einziges Chaos und plötzlich flog ein Kracher mitten in die Polizeiabsperrung. Der Täter wurde schnell ausgemacht und zu einem Armeejeep der Grenzpolizei geschleppt. Ein ca. 17 Jahre alter junger Haredi wurde in den Jeep geworfen. Hinter dem Jeep standen unter anderem Vishnitzer Chassidim, welche die Polizei gnadenlos beschimpften. Die Polizisten waren dadurch abgelenkt und inmitten des Gewühl entschlüpfte der Verhaftete aus dem Jeep. Dann knallte es erst so richtig. Die Polizei rannte hinter dem Entflohenen hinterher und die Chassidim schlugen von hinten auf die Polizisten ein. Am Ende wurde der Flüchtling wieder gefasst und weitere Polizisten rannten hinter einem weiteren Haredi her. Eine Verhaftungswelle lief an und die Haredim schmissen aus Protest die grossen grünen Mülltonnen auf die Strasse.
Man höre und staune, aber kurz darauf war bei Chabad Schluss und die Polizei blies zum Rückzug. Man packte zusammen und die zwei Verhafteten wurden, von wilden Protestrufen der Haredim begleitet, mitgenommen. Bleibt anzumerken, dass weder die Gruppen Belz noch Gur an der Demo gegen Chabad teilgenommen haben.
Auch wir machten uns kurz darauf den Heimweg und durchquerten Mea Shearim. Wer gemeint hat, dass nur Chabad feiern kann, der irrte gewaltig. Schon von weitem hörten wir aus der Synagoge der chassidischen Gruppe Karlin laute Gesänge und Besucher gingen ein und aus.
In der Hauptstrasse Mea Shearims, der Mea Shearim Street angekommen, war diesesmal die Trennung zwischen Männlein und Weiblein in Kraft. Extra eingestelltes Security - Personal in knallgelben Westen passte auf, dass kein Unbefugter eintrat und, dass Männer und Frauen s