Donnerstag, Oktober 06, 2011

Ein Blick ins YOM KIPPUR MACHZOR

B”H

Ein kleiner Blick ins Gebetbuch (Machzor) zum jüdischen Feiertag YOM KIPPUR




Dieses gesamte Machzor beten wir am Yom Kippur durch. Es umfasst das Abendgebet Ma'ariv sowie das Morgengebet, Nachmittagsgebet, das Ne'ilah - Gebet und erneut den Ausklang mit dem Ma'ariv.



Beginn des Morgengebetes Schacharit (diesmal am Schabbatmorgen) mit dem HAMELECH - Der König - Gebet.G - tt "sitzt" auf seinem Thron und richtet die Juden auf ein weiteres Jahr.







Immer wieder neu wird das "Vidui" gebetet, in welchem wir unsere Vergehen darlegen (Al Chet she chatanu lifane'icha").



Den Ausklang am Samstag abend bildet der laute Ruf der anwesenden Gemeinde: SHEMA ISRAEL. Wenn wir G - tt als den EINEN anerkennen. Was an diesem Ausruf besonders ist: Dass der zweite Satz des SHEMA ISRAEL, "Baruch Shem Kavod Malchuto Le'Olam va'Ed" laut ausgesprochen wird und nicht leise, wie sonst das ganze Jahr über. Danach erfolgt siebenmal das "Ado - nai Hu HaE - lo - him".


Photos: Miriam Woelke

"Wie die Engel" - Der höchste jüdische Feiertag YOM KIPPUR



B"H

Die zehn Tage (Aseret Yame'i Teshuva) zwischen dem Neujahrsfest Rosh HaShana und dem Versöhnungstag Yom Kippur sind jedesmal sehr emotional. An Rosh HaShana werden wir Juden für das Neue Jahr gerichtet und am Yom Kippur (Freitag abend - Samstag abend) "unterschreibt" G - tt Sein Urteil (um es einmal bildlich darzustellen).

Für die zehn Tage zwischen den beiden Feiertagen gilt allgemein die Regel, dass wir uns mit jeglichen Vergehen etwas zurückhalten sollten. Schließlich kann es ja durchaus sein, dass G - tt unser individuelles Schicksal noch nicht entschieden hat und so wollen wir Ihm dieser Tage zeigen, dass wir doch eigentlich gar nicht so schlecht sind. Demzufolge könnte Er bis Yom Kippur Seine Meinung über uns ändern und uns für ein positives Jahr ins "Buch des Lebens" eintragen. Auch beten wir innerhalb dieser zehn Tage weiter die Selichot - Gebete, um G - tt um Verzeihung zu bitten.

Den Feiertag Yom Kippur begehen wir jedes Jahr am 10. des jüdischen Monat Tischre. Der 10. Tischre war der Tag, an dem Moshe mit dem zweiten Paar Gesetzestafeln vom Berg Sinai in das israelitische Lager zurückkehrte. G - tt hatte ihnen nach dem Vorfall mit dem Goldenen Kalb verziehen und Moshe, nachdem er die ersten Gesetzestafeln zerbrach, ein zweites Paar gegeben. In den Thoraparashot (Thoralesungen) "Acharei Mot" sowie in "Pinchas" trägt G - tt uns auf, diesem Tag auch weiterhin zu gedenken und ihn zu feiern. Somit ist der Yom Kippur ein biblisch - vorgeschriebener Feiertag.


Während an Rosh HaShana Juden und Nichtjuden gerichtet werden, betrifft der Yom Kippur einzig und allein nur für das jüdische Volk.



Bevor ich auf den eigentlich Feiertag eingehe, möchte ich einen Minhag (Brauch) beschreiben, der in den Tagen vor Yom Kippur von wesentlicher Bedeutung ist und der von jeher von Nichtjuden als antisemitische Hetze gegen Juden verwendet wurde. Vielleicht versteht ja nach dem Lesen des Artikels der ein oder andere den Minhag etwas besser.

Beim dem Minhag handelt es sich um die "Kapparot".Nicht, dass mir jetzt sämtliche Tierschützer aufs Dach steigen und mir Tierquälerei vorwerfen, denn bei den Kapparot geht es vorwiegend um die rituelle Schlachtung eines Huhnes. Überall in jüdisch - relig. Wohngegenden sieht man in dieser Woche folgendes Schauspiel:
Juden gehen zu Ständen, an denen die Kapparot angeboten werden. Man zahlt einen Unkostenbeitrag, ein Religiöser nimmt ein Huhn und zirkelt dies 3 oder 7 Mal über unsere Köpfe hinweg. Die Anzahl von drei oder sieben kommt ganz auf den Brauch der jeweiligen Person an. Die Person spricht ein kurzes Gebet und danach wird das Huhn rituell geschächtet, heisst, es wird ihm mit einem kleinen Schächtmesser die Kehle durchgeschnitten. Es ist üblich für eine Frau eine Henne und für den Mann einen Hahn zu verwenden (siehe Kitzur Shulchan Aruch - Dinei Yom Kippur) .

Der Brauch der Kapparot findet weder in der Thora noch im Talmud Erwähnung. Allerdings ist der Minhag sehr alt, denn schon im 9. Jahrhundert wurde er von Kommentatoren erwähnt. Hintergrund des Brauches ist die Symbolisierung des sogenannten Sündenbockes (Azalzel), ein Ritual, bei welchem der Hohepriester (Cohen HaGadol) in einer Tempelzeremonie einen Ziegenbock in die Wüste sandte. Symbolisch betrachtet transferieren wir unsere Sünden in das Huhn, welches für uns stirbt. Diese Meinung ist ausdrücklich nur Symbolik, und das eigentliche Ziel der Kapparot ist es, uns auf den Yom Kippur vorzubereiten, an dem wir G - tt um Verzeihung bitten.

Nicht immer finden die Kapparot anhand eines Huhnes statt. Leute, die nicht unbedingt wollen, dass ein Huhn für sie stirbt, können sich darauf beschränken, nur einen bestimmten Unkostenbeitrag zu geben und bekommen dann ein kleines Zertifikat ausgestellt. Wieder andere geben nur Geld, aber zusätzlich wird ein Huhn über ihren Kopf gedreht, welches hinterher nicht geschächtet wird. Im Mittelalter lehnten so berühmte Rabbiner wie der Ramban und Rabbi Yosef Karo diese Zeremonie grundsaetzlich ab. Das sei alles dumm und erinnere an götzendienerische Rituale. Der große Kabbalist, Rabbi Yitzchak Luria, hingegen sah in den Kapparot eine immense kabbalistische Bedeutung.

Wie dem auch sei, jeder kann für sich entscheiden, ob er Kapparot macht oder nicht. Ich selbst habe mich schon im vergangenen Jahr entschieden, dem Brauch nicht mehrzu folgen und die Kapparot auszulassen.

Den Kapparot in Jerusalem zu entkommen, ist unmöglich, denn in der ganzen Stadt stehen Stände. In Mea Shearim und neben dem Machane Yehuda Markt werden vor dem Feiertag täglich Tausende von Hühnern geschächtet und Geldstände sich ebenso zur Genüge vorhanden.
Aber was passiert eigentlich danach mit all den toten Hühnern ?
Hierzu gibt es unterschiedliche Bräuche. Manche nehmen das Huhn mit heim und essen es und wieder andere geben es als Spende an arme Leute.



Israelische Tierschützer protestieren jedes Jahr aufs Neue gegen den Kapparot - Brauch. Bisher brachten die Demos nichts ein, denn vor allem die Haredim (Ultra - Orthod.) sehen nicht ein, warum sie auf das Huhn verzichten sollten. Weiterhin seien die Kapparot mit einem Huhn kabbalistisch ggf. auf einem höheren Level.


Die Tierschützer

Photos Ynet


In Jerusalem ist schon gegen mittag Yom Kippur Stimmung. Die Geschäfte machen früh dicht und jeder eilt nach Hause, um sich nicht übermässig anzustrengen und noch auszuruhen.




Leere Straßen am Yom Kippur.


Grundsätzlich gelten für diese 25 Feiertagsstunden fünf feste Regeln:

1. Nichts essen, denn an dem Tag sind wir wie die Engel, welcher keiner Nahrung bedürfen.
Diese Regel trifft nicht auf jene Menschen zu, die ernsthafte gesundheitliche Probleme haben. Auch Kleinkinder und schwangere Frauen sind von der Regel befreit.

2. Nichts trinken

3. Keinen Sex

4. Keine Lederschuhe tragen, denn die sind ein Zeichen für Bequemlichkeit. Innerhalb der vergangenen Jahre tat sich ebenso das "Problem" der CROCS auf. Sind die Crocs zu bequem am Yom Kippur ? Viele israelische Rabbiner sagen JA und man sollte auf sie verzichten.

5. Sich nicht duschen, waschen oder Deos bzw. Cremes verwenden.

Am Yom Kippur sollen auf alle weltlichen Bequemlichkeiten verzichtet werden und wir widmen uns G - tt, Der uns richtet. Neben diesen fünf Regeln gelten natürlich zusätzlich sämtliche Halachot wie für den Schabbat auch (kein Feuer anzünden, etc).

Vor dem Fastenbeginn essen wir nochmals ausreichend bei einer speziellen Mahlzeit, die "Se'udat Mafseket" genannt wird. Diese Mahlzeit ist eine Mitzwa, auf die keinesfalls verzichtet werden sollte.

Dieser Tage werden fast alle israel. Tageszeitungen ihre alljährlichen Empfehlungen für die Mahlzeiten ablassen. Was isst man am besten, wenn man danach 25 Stunden fastet ? Fleisch macht durstig und vegetarisch wäre besser. Sind Früchte und Obst angebracht ? Mein persönlicher Geheimtipp lautet immer Weintrauben und viel Wasser trinken.

Nach dem Kerzenanzünden gehen wir in die Synagogen. Wer für verstorbene Angehörige eine Kerze (Ner Zikaron) zünden will, der sollte das vor den Kerzen für den Yom Kippur tun.

Der Synagogenservice beginnt mit dem "Kol Nidrei" und danach gehen wir über zum Abendgebet Ma'ariv.

Der Tag darauf wird von nonstop Synagogendiensten bestimmt. Im Morgengebet Schacharit lesen wir bei der Thoralesung aus dem Buch Vayikra (Leviticus) 16:1 - 34 (Parashat Acharei Mot). Der Maftir wird aus Numeri (Sefer BaMidbar) 29:7 - 11 gelesen und die Haftarah (Lesung aus den Propheten) erfolgt aus Jesaja (Yeshayahu) 57 - 14, welche von der Umkehr zu G - tt handelt.

Zum Nachmittagsgebet Mincha erfolgt die Thoralesung aus Vayikra (Leviticus) 18:1 - 30, in der es um verbotene sexuelle Beziehungen geht. Der Grund für diese Lesung ist, dass gerade aufgrund dieser Vergehen das jüdische Volk immer wieder aufs Neue ins Verderben fiel.



Die Haftarah (Lesung aus den Propheten) ist das Buch Jonah.
Ein jeder von uns kennt die Geschichte Jonah's, der vor G - tt flüchtete als ihm aufgetragen wurde, nach Ninveh zu gehen und die Stadt vor G - ttes Zorn zu warnen. Letzendlich landete Jonah im Bauch eines Fisches, bat G - tt um Verzeihung, wurde aus dem Fisch befreit und er ging nach Ninveh.

Wir lesen das Buch Jonah am Yom Kippur, da das gesamte Buch natürlich mit Umkehr zu G - tt (Teshuva) zu tun hat. Ich war immer der Meinung, dass es reicht, einmal das Buch Jonah zu lesen und dann habe ich meine Message auf ewig. Dann fand ich zufällig den Kommentar des Vilna Gaon zum Buch Jonah und seitdem habe ich einen wesentlich anderen Zugang zum Buch.

Der Vilna Gaon sieht die ganze Story nur als Metapher. Seiner Meinung nach ist die Person Jonahs nur ein Symbol für unsere eigene Seele, die im Paradies sitzt und von G - tt auf die Erde gesagt wird. Die Seele weigert sich natürlich, denn sie will nicht in einen irdischen Körper. Daher sagt der Vilna Gaon das der Körper hier von dem Schiff symbolisiert wird, auf das Jonah flüchtete. Der Körper kann alles andere als spirituell sein und geht gewöhnlich seinen weltlichen Verlangen nach. Der Fisch ist sozusagen das Grab und die Seele einer Person steigt auf (das trockene Land, auf welches Jonah gespiehen wurde).

Nach dem Mincha - Gebet gehen wir über in das Ne'ilah - Gebet, welches recht kurz ist. Mittlerweile schauen schon alle auf die Uhr, wann das Fasten denn endlich vorbei ist. Das Ne' ilah ist die letzte Chance bevor die Himmelstore geschlossen werden und daher wird es im Englischen "Closing the Gates" genannt.

Gleich anschliessend ertönt das Schofar und es darf nach Herzenslust gegessen und getrunken werden. Besonders emotional ist der Yom Kippur - Ausgang an der Klagemauer, wo Abertausende von Menschen versammelt sein werden. Damit nicht alle hungrig heimgehen, werden Gebäck und Getränke ausgeteilt.

Die Yeshiva Aish HaTorah veranstaltet zusammen mit Jeff Seidel's Jewish Student Information Center sowie dem kostenlosen relig. Hostel Heritage House ein Yom Kippur Programm. Zum Abschluß des Fastens findet ein "Break - Fast bei" Jeff Seidel statt. Dort gibt es Unmengen von Getränken, Beigels, Käse und Obst. Niemand bleibt ungesättigt und wir alle haben jedesmal das ganz besondere Gefühl, dass wir es tatsächlich durchgehalten haben und frei von jeder Sünde sind. Jedenfalls für kurze Zeit.

Bleibt noch zu erwähnen, dass zu Tempelzeiten ganz spezielle Yom Kippur - Riten im Tempel stattfanden. Es war der einzige Tag im Jahr, an dem der Hohepriester (Cohen HaGadol) das Allerheiligste (Kodesh HaKedoshim) betreten durfte. Er rief G - ttes richtigen Namen aus und bat für das jüdische Volk um Vergebung. Auch fand die berühmte Verlosung der zwei Ziegenböcke statt, von denen einer G - tt geopfert wurde und der andere dem sogenannten Azalzel, der schlechten Seite.

Im Judentum haben wir eine absolut unterschiedliche Vorstellung von der schlechte Seite bzw. dem Satan. Der Satan ist keine Person, sondern unsere eigene schlechte Seite, die uns zum Sündigen veranlasst. Der "jüdische Satan", wenn ich das einmal so formulieren darf, wurde von G - tt selbst erschaffen. Er wollte, dass wir eine freie Wahl im Leben haben und dies wäre ohne negative Aspekte unmöglich. Im Talmud Bava Batra heisst es, dass G - tt nach der Ankunft des Meschiach die schlechten Veranlagungen in uns abschafft und wir nur noch Gutes tun werden.


BeShana HaBah Be' Yerushalaim - Im nächsten Jahr in Jerusalem - Nach der Ankunft des Meschiach.

Zom Kal und Gmar veChatimah Tova an alle Leser.

Ein leichtes Fasten und ein gnädiges G - ttesurteil an alle Leser.

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Warnung vor falschen jüdisch – orthodoxen Blogs

B”H 

Mag sein, dass es im deutschsprachigen Raum noch nicht unbedingt der Fall ist, doch in englischer Sprache treiben sich einige falsche jüdisch – orthodoxe Blogs im WWW herum. Leute geben vor, Juden zu sein, orthodox noch dazu, beginnen aber nach einigen Sätzen vom ebenso falschen Meschiach J. zu labern. 

Ein Kommentar auf meinem englischen Blog nannte einen dieser Faked Blogs beim Namen. Neureligiöse Juden, die im Internet nach jüdischen Blogs suchen, sollen hiermit gewarnt sein: Es treiben sich viele schwarze Schafe herum und ehe man sich versieht, wird ein messianischer Blog gelesen.

Mittwoch, Oktober 05, 2011

Warum werden gute Menschen immer wieder vom Schicksal heimgesucht ?

B"H

Ein paar Gedanken zum anstehenden Yom Kippur


Warum werden gute Menschen immer wieder vom Schicksal heimgesucht ?

Ein jeder von uns kann getrost zugeben, sich diese Frage schon mehrere Male gestellt zu haben. Da haben offensichtlich die schlimmsten Menschen ein immer anhaltendes Glück und können unbekümmert mit ihren Umtrieben fortfahren. Andere hingegen, die als aufrichtige gute Menschen einzustufen sind, werden von Schicksalsschlägen eingeholt. Seien es nun Todesfälle in der Familie, Krankheiten, Pleiten, etc.

Das orthodoxe Judentum ist sich dieser Frage bewußt und hat seine eigene philosophische Antwort darauf. In der Tat fällt es uns schwer zu verstehen, warum ein allmächtiger G - tt soetwas tut. Häufig machen wir den Fehler emotional zu reagieren und suchen Antworten aus unseren Emotionen heraus. Dabei vergessen wir nicht selten jegliche Art von Logik und sind demzufolge nur eingeschränkt fähig, logische Schlußfolgerungen zu ziehen. Wie aber sollen wir diese auch ziehen, hat G - tt doch Seine eigenen Gründe und wir können nur Vermutungen anstellen.

Schicksalsschläge rufen bei nicht wenigen katastrophale Antworten hervor. Da schrieb vor mehreren Jahren der jüdisch konservative Rabbi Harold Kushner ein Buch, in dem er zu der Schlußfolgerung kam, dass G - tt nur über eine eingeschränkte Macht verfügt. Ein katastrophaler Fehler Kushners selbst wenn er den schrecklichen qualvollen Tod seines Sohnes zu beklagen hat, der an einer seltenen Erkrankung verstarb. Harold Kushners Sohn starb als uralter Mann, der erst im Teenageralter war, denn er erkrankte an jener Krankheit, welche junge Leute vorzeitig altern läßt.

Der Standpunkt im orthodoxen Judentum ist, dass G - tt allmächtig ist und Er Seine Gründe für alles hat, was in unserer Welt geschieht. Er sieht das Gesamtbild und wir nicht. Das einzige, was wir sehen, ist der Teil eines Ganzen und ziehen somit ziehen wir falsche Schlüsse. Hätten wir dagegen den gesamten Überblick, so wäre eine nur emotionale Schlussfolgerung ausgeschlossen.

Die Yeshiva (relig. Schule) Aish HaTorah hat eine Liste aufgestellt, warum gute Menschen unter Schicksalsschlägen zu leiden haben. Vielleicht geben diese Punkte dem ein oder anderen einen besseren Einblick in die Materie.


Wenn G - tt gut ist, dann würde Er gewiß verhindern, dass guten Menschen Negatives wiederfährt. Aus diesem Grund wundern wir uns darüber, warum guten Menschen Schlechtes wiederfährt und ob G - tt wirklich allmächtig ist oder ob Er überhaupt existiert.

Mögliche Erklärungen

- Es ist uns allen klar, dass intelligentere Wesen wie wir es sind oftmals Dinge tun, die wir mit unserem eigenen Intellekt nicht begreifen können. G - tt verfügt über einen Intellekt, den wir mit unserem begrenzten Denkvermögen nicht in der Lage sind zu begreifen.

- Das Leid muss nicht immer durch Böses verursacht worden sein, sondern eher aufgrund eines diversen Umstandes, auf den eine Person irrational reagiert.

- Bei dem Umstand muß es sich nicht automatisch um eine Bestrafung handeln, sondern eher um eine Gelegenheit, die einem die Möglichkeit bietet, zu wachsen. Ein Test so zusagen.

- Die Probleme könnten nur dazu bestimmt sein, uns zu einem positiven Umstand weiterzuleiten. Zuerst sehen wir nur die negativen Umstände ohne an die Zukunft zu denken, die aufgrund dieser Erlebnisse nur Gutes für uns bereit hält.

- In vielen Fällen glauben wir, dass G - tt uns die Probleme zukommen lassen hat, und wir übersehen nur allzu leicht, dass es eigentlich die Menschen waren, die etwas auslösten.

- Es könnte durchaus sein, dass wir nicht den Wert einer guten Tat oder die Ernsthaftigkeit von Gewalt zu schätzen wissen. In vielen Fällen übersehen wir G - ttes Güte oder Seine Art von Bestrafung und müssen die Konsequenzen tragen.

- Da wir eine faire Belohnung nur durch unsere individuellen Bemühungen erreichen, könnte G - tt uns diverse Hindernisse in den Weg legen und dadurch unsere Bemühungen maximieren denen folglich eine höhere Belohnung folgt.

Viele Ziele können wir nur aufgrund von Anstrengungen erreichen und sobald wir erst einmal beginnen, wird G - tt uns helfen. Ein jüdischer Aspekt ist hierbei, dass sollten unsere Bemühungen nicht zum Ziel führen, wir dennoch von G - tt belohnt werden. Eine begonnene Mitzwa (Thoragebot), die nicht bis zum Ende ausgeführt wurde, wird trotzdem anerkannt.

Beispiel: Wir wollen jemandem Geld spenden, haben aber selbst kaum Geld. G - tt sieht unseren ehrlichen Gedanken als eine tatsächlich durchgeführte Spende, selbst wenn wir aktiv nicht in der Lage ware sie auszuführen.

- Manchmal wirken sich Probleme für eine Person positiv aus, denn so erhält die Person Gelegenheit, seine Pläne bzw. Verhalten zu überdenken. Eine Art Aha - Erlebnis.

- Reinkarnation (Gilgul)


Wir können diese Punkte annehmen oder auch nicht. Eines aber ist sicher, eine perfekte Lösung haben wir Menschen in dieser Welt nicht.

CROCS am Yom Kippur ?

B"H

Viele Rabbiner sprechen sich gegen das Tragen von Crocs am Yom Kippur aus. Darunter auch das führender spirituelle / halachische Oberhaupt der litvischen Haredim, Rabbi Eliyashiv.
Crocs am Yom Kippur oder Tisha Be' Av ? Die Plastikschuhe seien viel zu bequem und deswegen disqualifiziert.

Freitag abend (Erev Schabbat) beginnt der Yom Kippur und außer dem Essen und Trinken ist es den Juden ebenso untersagt, Lederschuhe zu tragen. Jegliches Bequeme soll vermieden werden, denn am Tisha Be'Av (für welchen fast die gleichen Gesetze wie am Yom Kippur gelten) betrauern wir die Zerstörung beider Tempel und am Yom Kippur sollen wir uns ganz zu G - tt richten; ohne weltliche Bequemlichkeiten, ohne alles. 
Normalerweise tragen jene Juden, welche den Yom Kippur einhalten, Turnschuhe ohne Lederanteile oder Plastik - bzw. Stoffschuhe. Seit der Einführung der Crocs jedoch, änderten sich die Gewohnheiten der Israelis. Crocs sind in unserem Land überaus beliebt, doch verhältnismässig teuer. Ein Paar originale Crocs kostet 200 Schekel (ca. 40 Euro). Aus diesem Grund wussten man hierzulande schnell Rat, indem "falsche" Crocs eingeführt wurden. Diese Plagiate kosten zwischen 20 - 30 Schekel (ca. 4 - 5 Euro) und werden überall verkauft. Sie sind fast so gut wie die echten Crocs, doch nur FAST.

Nun bleibt die Frage, ob die Plagiate am Yom Kippur genauso verboten sind ?

Die JEWISH AGENCY und ihre Connection zu christlichen Missionaren

B"H

Bei diesem Bericht handelt es sich beileibe um keine Neuigkeit, denn leider ist lange bekannt, dass die JEWISH AGENCY finanziell von fanatischen missionierenden Christen unterstützt wird. Was ich an dieser Stelle jedoch biete, ist ein Beweis dafür. Und das von der Website der missionarischen “International Christian Embassy in Jerusalem” selbst. Somit also ein deutlicher Beweis für das, was abgeht und wie sich Christen in die jüdische Aliyah nach Israel einmischen. Der Mission wegen und um gleichzeitig Christen, die sich als Juden ausgeben, nach Israel einschleusen. 

Seit Jahren warnen Israels Anti - Missions Organisation YAD LE'ACHIM sowie führende ultra – orthodoxe Rabbiner vor dem Umtrieben dermissionierenden "International Christian Embassy".



Leider ist es nicht nur die Jewish Agency, welche Geldmittel missionierender Christen annimmt. Weitere Beispiele sind die sogenannten "Christian Friends of Yad Vashem" (selbst das Jerusalemer Holocaust Museum YAD VASHEM bedient sich am Missionsgeld fanatischer Christen) oder auch die Organisation SHEKEL Community Services für Behinderte. 

Hier seht Ihr, wie christliche Missionare Holocaust – Überlebende zur Missions Public relation benutzen:

http://www.icejcanada.org/files/file/wfj/2010/2010-11-canada.pdf 

Bei allen Personen und Namen in dem angegebenen Link handelt es sich um Missionare !

Dienstag, Oktober 04, 2011

"KOL NIDRE - כל נדרי" - Das missverstandene jüdische Gebet


 Photo: Miriam Woelke

B"H


Kurz nach Beginn des höchsten jüdischen Feiertages Yom Kippur (Beginn an diesem Freitag abend) wird weltweit in den Synagogen das "KOL NIDRE" gesprochen. Bei dem Kol Nidre handelt es sich um kein Gebet, sondern ein Zitat mit einer jahrhunderte alten herzzerreißenden Melodie. In der Regel wird es vor dem Sonnenuntergang und somit vor dem Abendgebet Maariv gesagt. 

Der "Kol Nidre Service" leitet den langen Yom Kippur G – ttesdienst ein und ist einer der Höhepunkte an diesem Feiertag. Der Thoraschrein (Aron HaKodesh) wird geöffnet und drei Thorarollen werden herausgenommen und auf die Bimah, den Tisch vor dem Thoraschrein, gelegt. Der sogenannte "Schaliach Zibur" nimmt eine der Rollen in seinen Arm und die zwei weiteren Rollen bekommt je ein geachtetes Gemeindemitglied. Es ist Brauch, dass die Männer einen Tallit (Gebetsmantel) bei dieser Zeremonie tragen. Der Schaliach Zibur ist in der heutigen Zeit meistens ein Rabbiner dessen Aufgabe darin besteht, das Kol Nidre vor dem offenen Thoraschrein dreimal vorzutragen. 

Die Geschichte des Kol Nidre ist bis hin in die "Responsa der Geonim" (ca. 800 – 1000 nach Beginn der Zeitrechnung) zurückzuverfolgen. Der Inhalt des Kol Nidre besteht aus einer Annullierung von Schwüren und Versprechen, welche man im folgenden Jahr (bis zum nächsten Neujahrsfest Rosh HaShana) eingehen könnte. 

Der berühmte Jerusalemer Chabad – Rabbiner, Rabbi Adin Steinsaltz, schreibt dazu in seinem Buch "A Guide to Jewish Prayer", dass diese Zeremonie eine emotionale Befreiung für einen jeden Anwesenden darstellt. Das Kol Nidre hat eine tiefe emotionale Bedeutung anhanddessen wir unsere Seele auf einen höheren Level bewegen und einen inneren Frieden für den Yom Kippur selbst herstellen. 

Bei meinen Recherchen zu dem Thema mußte ich einmal wieder umso mehr feststellen, dass es schon zu frühester Zeit christlichen Widerstand gegen das Kol Nidre gab. Nicht zum ersten Mal hatte man ein jüdisches Ritual völlig missinterpretiert. Übrigens sind auch heute noch diverse christliche Hetz - Sites im Internet zu lesen, auf denen es heißt, dass Christen die besseren Geschäftspartner und überhaupt verläßlicher seien. Schließlich würden die Juden nur oberflächlich Versprechungen eingehen und wären danach in keinster Weise verpflichtet, diese einzuhalten, denn sie hätten ja das Kol Nidre. Mit diesen Worten begann schon der Haß im Mittelalter und hat sich bis heute aufrechterhalten. 

Warum sagen wir das Kol Nidre ? 

Besonders verärgerte Menschen sagen oft Dinge, die sie hinterher bereuen oder sie nach dem Zornesausbruch sofort vergessen. G – tt allerdings vergißt keine solcher Schwüre, auch wenn sie einem bloß unabsichtlich über die Lippen kamen (Beispiel: "Wenn Du nicht das und das machst, dann rede ich nicht mehr mit Dir). Aus dem Grund annullieren wir von vornherein all unsere fälschlich ausgesprochenen Versprechungen und G – tt kann in einem Urteilsfalle nichts gegen uns verwenden. Mit Geschäftsgebaren etc. hat das Kol Nidre nichts zu tun. 

Das Kol Nidre ist kein Einzelfall, denn ebenso kam es im Mittelalter von christlicher Seite aus schon zur Hetze gegen das jüdische "Aleinu – Gebet".

Immer an die Türe klopfen

B”H

Im Judentum finden wir die Regel, dass ein Besucher stets vor dem Eintreten in ein fremdes Haus zuerst an die Haustür klopfen bzw. klingeln muss. Niemals darf einfach so eingetreten werden, selbst dann nicht, wenn die Türe bereits offen steht.

Die halachische Quelle dafür finden wir in den zwei Talmud Traktaten Pesachim 112 sowie Niddah 16, wo es heißt, dass G – tt diejenigen ablehnt, die einfach unangemeldet durch eine fremde Tür stürmen und den Bewohner in seiner Imtimsphäre stören. 

Diese Halacha erinnert mich an jene Thorastellen, in welchen es deutlich wird, dass G – tt einen Menschen immer vorher bei seinem Namen rief, um mit ihm zu sprechen. Schauen wir uns, u.a., Adam und Eva im Paradies an, nachdem sie beide vom “Baum der Erkenntnis – Etz HaDa’at Tov veRah” gegessen hatten. 

Die Thora in Bereschit (Genesis) 3:8 lehrt uns, dass G – tt sich vor Seinem Erscheinen bei den Beiden bemerkbar machte, sodas ihnen klar war, dass Er kam. G – tt erschien Adam und Eva nicht einfach so urplötzlich aus dem Nichts heraus, um sie zu erschrecken. Adam und Eva hörten also, dass G – tt im “Anmarsch” war und aus Scham über ihr Vergehen versteckten sie sich erst einmal. Danach rief G – tt die Beiden. 

Gerade lese ich dazu in meinem Thorakommentar, dass die Stelle tatsächlich mit der Lehre verbunden wird, dass man, erstens, einen Menschen vor dem Ansprechen mit dem Namen anspricht und, zweitens, dass niemand so einfach durch eine fremde Tür in ein Haus eintritt, sondern zuerst klopft und sich bemerkbar macht. Die Quelle hierzu finden wir in Derech Eretz Rabbah 5.

Niggunim (Melodien) mit dem siebten Lubawitscher Rebben


Montag, Oktober 03, 2011

Bnei Brak, Machzor & Yom Kippur


 Kreuzung Ramat Gan / Bnei Brak

Photo: Miriam Woelke
B”H  

Nun sind sie da, die “Aseret Yame’i Teschuva – Die 10 Tage der Umkehr zu G – tt” zwischen Rosh Hashana und den am Freitag abend beginnenden höchsten jüdischen Feiertag YOM KIPPUR (Versöhnungstag). Viel Gefühl habe ich noch nicht entwickelt, denn ich bin täglich zu sehr mit der Arbeit beschäftigt. Heute aber machte ich eher Schluß und fuhr dann kurz darauf von Tel Aviv nach Bnei Brak. Mit dem Bus dauert das ca. eine halbe Stunde. Zuerst wird die Nachbarstadt Ramat Gan durchkreuzt und gleich anschliessend folgt Bnei Brak. 

Nicht alle Bewohner von Bnei Brak sind relig., doch existieren zahlreiche ultra – orthodoxe Stadtviertel, wie ich schon mehrmals andeutete.  Ich befinde mich momentan in einem Dilemma, denn bis zur letzten Minute werde ich nicht wissen, wo ich den Yom Kippur verbringe. Werde ich mit der Arbeit am Freitag rechtzeitig fertig und schaffe ich es, einen der letzten Busse nach Jerusalem zu erwischen, um den Fastentag in der Heiligen Stadt zu verbringen ? Schaffe ich es zeitlich nicht mehr, so bleibe ich in Tel Aviv. Mein Boss meinte aber, dass ich es zum Bus schaffen werden. Notfalls soll halt jemand anders für mich einspringen, damit ich zum Bus rennen kann. 

Die zweite Problematik war, dass ich immer noch ein paar meiner Bücher in Jerusalem habe. Darunter auch mein Yom Kippur Machzor (Gebetbuch zum Yom Kippur). Zeit, es abzuholen, habe ich vor dem Fastenbeginn nicht mehr und somit fuhr ich heute nach Bnei Brak, um mir kurzfristig ein neues Machzor anzuschaffen. Viel kostet es nicht, doch Bnei Brak kommt gerade recht, denn ich kaufe stets chassidischen Gebetbücher. Und so fand ich dann im vierten von mir angesteuerten Buchladen noch das letzte Machzor Nussach Sfarad. 

Bei Feiertagsgebetbüchern genau so wie bei den normalen Siddurim mit den regulären Wochentags – und Schabbatgebeten, bestehen starke Unterschiede in verschiedenen Riten. Chassidim fügen, zum Beispiel, kabbalistische Passagen in die Gebete mit ein. Vorweglich vom mittelalterlichen Kabbalisten Rabbi Yitzchak Luria. Ebenso beten wir einige Passagen des Baal Shem Tov. Viele chassidischen Gruppen besitzen ihre eigenen Gebetbücher und viele von Euch werden das auch von Chabad (Lubawitsch) kennen. Sephardische Juden beten fast dasselbe wie Aschkenazim, doch an den Feiertagen existieren Unterschiede. Das reine aschkenazische Gebetbuch enthält den regulären Gebetsritus, jedoch keine Zusätze aus der Kabbalah oder, wie bei den Sepharadim, Zusätze sephardischer Rabbiner. 

In Bnei Brak ein chassidisches Machzor zum Yom Kippur zu finden, erwies sich schwieriger als angenommen, denn die Mehrheit der Buchläden verkauft alles im Set und nur in wenigen Fällen Einzelausgaben. Da ich jedoch alle Machzorim für die Feiertage Pessach, Schavuot, Rosh Hashana, Yom Kippur und Sukkot besitze, brauche ich kein Set. Nur kurzfristig ein neues Machzor für den Yom Kippur. Im vierten Buchladen fand ich schliesslich ein Exemplar des “Machzor Rabbah” für 24 Schekel (ca. 5,50 Euro). 

Photos stelle ich morgen in den Blog, damit Ihr seht, wie so etwas eigentlich ausschaut. 

Wenn ich schon einmal in Bnei Brak bin, dann will ich mir doch gleich die momentan stattfindenden Kapparot ansehen. Juden wollen ihre Sünden vergeben wissen und viele schächten deswegen ein Huhn, welches vorher bezahlt und über den Kopf desjenigen Sünders geschwenkt wird. Ich mache dabei nie mit, weil ich das furchtbar finde. Tausende Hühner in Plastikboxen warten auf ihren Tod. Und der Gestank erst. 

Vor Jahren gab ich statt der Hühnerprozedur immer Geld, aber auch das stellte ich ein. Kapparot sind ein Brauch und viele Weisen lehnen ihn ab. In Bnei Brak dagegen wurde viel Posterwerbung betrieben, doch teilzunehmen und 36 Shekel (ca. 7 Euro) zu zahlen, um mit dem Geld armen Familien unter die Arme zu greifen. Letztendlich fand ich in Bnei Brak keinen Kapparotplatz und suchte auch erst gar nicht groß herum. Dafür kaufte ich ein paar billige Lebensmittel ein, denn in haredischen (ultra – orthodoxen) Gebieten liegen in vielen Geschäften die Preise wesentlich niedriger, da die Bewohner wenig Geld haben.

Kapparot in Jerusalem

B"H

Die Kapparot in den Tagen vor dem höchsten jüdischen Feiertag YOM KIPPUR haben eine mehr als tausendjährige Tradition. Allerdings sind sie nicht mehr als ein "Minhag - Brauch" und keinesfalls Halacha. Während viele bekannte Rabbiner wie der Ramban (Nachmanides) die Kapparot ablehnen und sogar als "dummen Brauch" betiteln, stehen andere Rabbiner voll und ganz hinter den Kapparot. In der Kabbalah, zum Beispiel, nehmen sie ein sehr wichtiges Spektrum ein und insbesondere aschkenazische Haredim (Ultra - Orthodoxe) ziehen die Hühner dem Geldgeben vor.

Hiermit sind wir beim Thema, denn die Kapparot können auf zweierlei Arten erfolgen:

1. Anhand von Geld.
In Israel wird an den unzähligen Kapparot - Ständen ein Mindestbetrag von 18 Schekel verlangt.

2. Anhand eines Huhnes (ca. 30 - 50 Schekel).
Weitere Erläuterungen HIER !


Vor genau einem Jahr war ich am Jerusalemer Machane Yehudah Markt unterwegs, um mir das "Kapparot - Treiben" anzusehen. 
Hier ein paar Impressionen:





Kapparot mit Geld



Vor dem Machane Yehudah Markt (in der Jaffa Road).


Kapparot mit Hühnern auf dem Schulhof der Etz Chaim Yeshiva am Machane Yehudah Markt / Jerusalem. 




Rituelle Schlachtung (Schächtung - Schechitah) des Kapparot - Huhnes durch den Schochet.







Die Hühner






Nach der Schächtung steckt der Schochet die Hühner in dieser "Löcher" zum Ausbluten und Sterben.


Photos & Copyright: Miriam Woelke


Links zu den KAPPAROT:


Yaakov Katz an die Diaspora - Juden

B"H 

Der nationalreligiöse Knessetabgeordnete YAAKOV KATZ (genannt: Katzeleh) an die Juden in der Diaspora: 




Yaakov Katz steht auf dem Video vor der Ma'arat Hamachpelah in Hebron.

Sonntag, Oktober 02, 2011

Ist die Publizistin LEA ROSH Jüdin?

Photo: Morgenpost.de


B”H 

Lea Rosh ist mir eigentlich kein besonderer Begriff und ich kenne sie lediglich aus der deutschen Presse. In Israel ist sie kein Thema, wozu auch keinerlei Anlass besteht.  

Die Wikipedia der Lea Rosh gab mir dann doch etwas zu denken, denn Leute, die sich offenbar in “etwas Jüdisches” verwandeln wollen, sind mir immer suspekt. Wenn sie Jude sein wollen, dann sollen sie konvertieren und nicht andere mit ihrer angeeigneten Identität, die da halachisch nicht jüdisch ist, hinter das Licht zu führen. Zumindest entsteht in vielen Fällen fälschlicherweise der Eindruck, es handele sich um einen Juden, wobei dem halachisch gar nicht so ist. 

Handelt es sich bei Lea Rosh um eine Jüdin ? 

Am 1. Oktober 1936 wurde sie unter dem Namen Edith Renate Ursula Rosh in Berlin geboren. Ihr Vater fiel in Polen als Wehrmachtssoldat. Das war im Winter 1944. 

Im Alter von 18 Jahren trat Edith Renate Ursula Rosh aus der evangelischen Kirche aus und legte sich den jüdisch klingenden Namen LEA zu. Kritiker behaupten ja, sie habe gleichzeitig ihren wahren Nachnamen ROHS gegen ROSH eingetauscht, was Frau Rosh jedoch rechtlich erfolgreich angefochten hat. 

Von ihrer Mutter erfahren wir in der Wikipedia nichts, doch dürfte es sich dabei um eine Nichtjüdin gehandelt haben. Ansonsten wäre der Vater kaum Wehrmachtssoldat gewesen; es sei denn, er hätte sich von seiner “jüdischen” Frau getrennt. Doch dann beibt es fraglich, ob Mutter und Tochter in dem Fall das Nazireich überlebt hätten. 

Somit ist Lea Rosh keine Jüdin, doch glaube ich persönlich, dass sie ihren Namen gern benutzt, um sich selbst in die Öffentlichkeit zu hieven. Man tut halt gerne so als ob. Solange, bis dann jemand wirklich einmal hinter die Fassade schaut.

Gefunden auf Facebook: "Zwei Bettler in Rom"

Two beggars are sitting side by side on a street in Rome. One has a cross in front of him, the other one the Star of David. 
Many people go by, look at both beggars, but only put money into the hat of the beggar sitting behind the cross. 

A priest comes by, stops and watches throngs of people giving money to the beggar behind the cross, but none to the beggar behind the Star of David. 

Finally, the priest goes over to the beggar behind the Star of David and says, "My poor fellow, don't you understand? This is a Catholic country; this city is the seat of Catholicism. People aren't going to give you money if you sit there with a Star of David in front of you, especially when you're sitting beside a beggar who has a cross. In fact, they would probably give to him just out of spite.? 

The beggar behind the Star of David listened to the priest, turned to the other beggar with the cross and said: 

"Moshe, look who's trying to teach the Goldstein brothers how marketing works."

Das einstige "Jerusalem" von Litauen: VILNA


B"H 

Das israelische Holocaust - Museum YAD VASHEM dokumentiert die untergegangene jüdische Welt von Litauen. Litauen, in dem einstmals Tausende Juden lebten und dessen Stadt Vilna eine wichtige Bedeutung in der jüdischen Geschichte Osteuropas einnimmt. 

Rabbi Jonah Metzger an die Diaspora - Juden

B"H 

Zu Rosh Hashana 

Israels aschkenasischer Oberrabbiner Jonah Metzger an die Juden in der Diaspora

Samstag, Oktober 01, 2011

Juden, Blut und Zugehörigkeit

B”H 

Wie das halt so ist und eigentlich schon von mir erwartet: Über die Feiertage gab es wieder einmal Troll – Alarm auf diesem Blog und eine Person lieferte seinen Müll in vier Kommentaren ab, die ich löschte. 

Besagte Person, offenbar ziemlich strenger Christ, wenn nicht gerade fundamentalistisch, schrieb mir etwas von BLUT. Alle Leute haben dasselbe Blut und sind somit Juden. Kurz gesagt, Christen seien ebenfalls Juden es einen Unterschied zwischen den Zugehörigkeiten bestehe nicht. 

Das Gelaber vom BLUT erinnert mich stets sehr stark an Pentecosta – Christen und als ich das gerade googelte, war von Pfingst – Christen die Rede. Irgendwas Freikirchliches. 

Wie bereits unendliche Male von mir erklärt: Wer einen jüdischen Vater hat, doch deren Mutter Nichtjüdin ist, der ist im orthodoxen Judentum KEIN Jude !!! Bei den Reformern wahrscheinlich ja, in der Orthodoxie so wie der Halacha NEIN !!! G – tt selbst differenzierte schon in der Thora zwischen Juden und Nichtjuden, wobei Er beide erschuf. Juden und Nichtjuden haben demnach unterschiedlich Aufgaben in dieser Welt, was G – tt weiterhin mit der Gabe der Thora an die Juden verdeutlichte. Jude zu sein ist nichts Besseres, sondern besteht daraus, die Thoramitzwot einzuhalten. Nichtjuden haben eine andere Aufgabe. Nämlich die der Sieben Noachidischen Gesetze. Mit BLUT hat das alles nichts zu tun, sondern mit der gebürtigen Religionszugehörigkeit. Wobei es sich beim Judentum weiterhin auch um eine Volkszugehörigkeit handelt. 

Jude ist, wer entweder jüdisch geboren wurde (von einer jüdischen Mutter gemäß) der Halacha. Oder wer orthodox konvertierte und dies mit ernsten Absichten. Ob jemand rotes, grünes oder gelbes Blut in sich führt, ist dabei unerheblich !

Einsamkeit an den hohen Feiertagen

B”H 

Die Thematik, die ich hier anspreche, beziehe ich auf Israel, denn dort kenne ich mich diesbezüglich am besten aus.


Insbesondere vor Pessach und Rosh Hashana werden viele Juden in Israel nervös, wenn sie immer noch auf eine Einladung an den Feiertagen hoffen. In der säkuleren Welt Israels geht es Wochen vor den hohen Feiertagen schon los und sogar die Presse trichtert einem ein, dass man den ersten Abend des Rosh Hashana oder die Pessach Seder entweder groß feiere, ins Ausland fliegt oder sich zumindest in ein heimisches Hotel begibt, um dort zu feiern. Alles nervt mit der Frage “Wo und mit wem man denn den Feiertag verbringe” und gerade das verursacht bei vielen Menschen Stresssituationen, denn sie wissen nicht, wo sie den Feiertag verbringen werden. Sie haben keinerlei Antwort parat, denn irgendwie stehen sie allein da und warten nach wie vor auf eine Einladung, die vielleicht niemals kommt. So ist es kein großes Wunder, dass gerade an diesen beiden o.g. Feiertagen die Selbstmordrate im Land am höchsten liegt. Wer allein zuhause sitzt, und das zur Zeit der Pessach – Seder oder des ersten abends von Rosh Hashana, dem wird bewusst, wie einsam er eigentlich ist.

Vorgestern sprach ich mit jemandem und ich kann gar nicht mehr sagen, wie wir auf das Thema zu sprechen kamen. Jedenfalls meinte derjenige plötzlich: “Siehst Du all die Leute hier ? Die Familie dort drüben mit den drei Kindern ? Das sind alles Leute, die keiner an Rosh Hashana haben wollte und deswegen sind sie in Tel Aviv”.

Mir war sofort klar, dass derjenige zu 100% Recht hatte. Eine sehr traurige Tatsache.



Sagen wir, jemand ist Neueinwanderer und besitzt keinerlei Familie in Israel; wo soll derjenige die Pessach Seder oder den ersten Abend von Rosh Hashana verbringen ? Niemand lädt ihn ein und insgeheim sieht er sich schon allein daheim sitzen während andere bei ihrer Familie feiern. Doch geht es nicht nur vielen Neueinwanderern so, denn unzählige Israelis befinden sich in derselben Situation. Egal, ob Single oder verheiratet mit Frau und Kindern.

Schon immer hatte ich die Eigenschaft, etwas allein auf die Beine zu stellen, anstatt mich groß auf andere zu verlassen. Andere Leute wiederum suchen immer nur eine Familie, bei der sie an den Feiertagen hocken wollen, anstatt Eigeninitiative zu entwickeln. Derlei Leute sind in meinen Augen total verzweifelt. Nicht “verzweifelt” in dem Sinne, doch können sie einfach nichts, außer, auf Teufel komm raus, bei einer Familie zu sitzen. Selbst dann, wenn man die Familienmitglieder im Grunde genommen kaum kennt. 

Insbesondere Yeshiva (relig. Schule) Studenten suchen jedesmal wieder einen Platz bei einer Familie, wo sie sitzen, am Festmahl teilnehmen und ein Feiertags – Feeling aufkommt (oder auch nicht). Durch all die Phasen bin ich auch gegangen und habe zweierlei Dinge gelernt. Erstens wollen viele Familien gar keine Gäste und sind genervt. Eine ehemalige Freundin berichtete mir einmal, dass ihre Yeshiva sie zu einer Familie sandte. Zum Schabbatessen, glaube ich. Besagte Familie hatte nur widerwillig zugestimmt und liess dann auch eine Art Unmut beim gemeinsamen Essen mit dem Gast aus.

Als Zweites lernte ich, dass ab einem gewissen Alter erwartet wird, dass derjenige selbst seine Feiern arrangiert und nicht immer bei anderen hockt. Etwas Eigenes daheim bei sich organisieren als vorher am Telefon sämtliche Bekannte abzuklappern, nur, um eventuell eine Einladung zu erhalten. An diesem Rosh Hashana, setzte ich das in die Tat um und organisierte mit ein paar Freunden eine kleine Feier. Unsere eigene Feier mit eigenem Essen, ohne dass wir von jemandem abhängig waren. Ich muss sagen, dass es mein bestes Rosh Hashana war, das ich jemals feierte. Ungezwungen, ohne Etikette und einfach nur so mit Freunden.

Meine persönliche Meinung zu jenen Juden, die immer nur auf Einladungen bei Familien hoffen, ist, dass dies ein recht armselige Art ist, den Schabbat oder den Feiertag zu begehen. Es zeigt, wie einsam der Mensch ist und ich begreife nicht, warum kaum jemand von ihnen eine Eigeninitiative entwickelt und selbst etwas auf die Beine stellt.

Lebe Dein eigenes Leben und organisiere selbst Deinen Feiertag ! Egal, mit wie viel oder wenig Geld, aber mache Dich nicht ewig abhängig vom Wohlwollen anderer. Hoffst Du immer noch auf eine Einladung, fehlt es Dir an Selbstbewusst sein und es zeigt, wie einsam Du bist. Und das allein ist ein trauriger Zustand, den es gilt zu ändern.