B"H
Wenn meine Freundin und ich uns auf den Weg zu verschiedenen chassidischen Tischen machen, dann ist uns meistens klar, was uns erwartet. Die Ablaeufe sind fast immer gleich, die Stimmungen, Menschen und Atmosphaeren nie. In den folgenden Wochen und Monaten werden wir zu vielen Tischen gehen, doch kommen wir immer gerne wieder zur chassidischen Gruppe Toldot Avraham Yitzchak zurueck. Vor allem wegen der Atmosphaere und der netten Leute.
Letzten Freitag war es wieder soweit. Gegen Mitternacht kamen wir in der grossen Synagoge der Gruppe Toldot Avraham in Mea Shearim an. Wider Erwarten war die Frauensektion mehr als nur gut besucht, jedoch fanden wir noch freie Plaetze auf dem tribuenenaehnlichen Geruest vor den drei Fenstern, durch die man in die Maennersektion im Erdgeschoss schauen kann. Mit der Zeit wurde das Sitzen aeusserst anstrengend, denn wir wussten nicht, wohin mit unseren Beinen. Wenn sich gleich vor einem eine weitere Sitzreihe befindet, dann ist fuer die Beine kein Platz mehr.
Im Erdgeschoss ass der Rebbe, Rabbi Shmuel Yaakov Kahn, seine uebliche Shabbatmahlzeit. Mehrere Hundert Chassidim schauten ihm dabei gebannt zu. Zwischendurch stimmten die Chassidim Lieder an und der Rebbe sang eifrig mit und schwang seine Arme in die Luft. Meiner Meinung nach macht er bei solchen Gelegenheiten seinem Status alle Ehre, denn er scheint sich wirklich in einer anderen Welt zu befinden.
Fuer jede chassidische Gruppe ist der Rebbe ein Zaddik (Gerechter), der aufgrund seiner Faehigkeiten in hoehere Welten aufsteigen und so jene hoeheren mit unserer Welt verbinden kann.
Rebbe Shmuel Yaakov Kahn sitzt gewoehnlich auf einem brauen Holzthron mit hellbraunem Polster. Es gibt noch einen weiteren Holzthron mit blauer Polsterung, der nur dann hervor geholt und neben den Stuhl des Rebben plaziert wird, wenn ein Ehrengast eintrifft.
Bei unserer Ankunft erblickten wir sofort einen Ehrengast, wussten aber nicht, um wen es sich genau handelte. Ich fragte zwei neben uns sitzende Frauen und prompt kam die Antwort. Das sei doch der Rabbi Meir Brandsdorfer, meinten die beiden bedeutungsvoll.
Kleine Erlaeuterung: Rabbi Meir Brandsdorfer ist einer der wichtigsten Rabbiner in der anti - zionistischen Dachorganisation (der Edah HaCharedit) verschiedener chassidischer Gruppen wie Toldot Aharon, Satmar, Avraham Yitzchak etc. Die Edah verfuegt ueber ihr eigenes Beit Din (rabbinisches Gericht), dem drei Rabbiner vorsitzen: Das Oberhaupt des Beit Din ist Rabbi Tuvia Weiss und bei den zwei weiteren handelt es sich um Rabbi Moshe Sternbuch sowie Rabbi Meir Brandsdorfer (Mitglied bei den Toldot Avraham Yitzchak).
Wer als weibliches Wesen einen chassidischen Tisch besucht, der wird relativ schnell feststellen, dass sich die eigentliche Action nur unten bei den Maennern abspielt. Dort wird getanzt, gesungen und der Rebbe verteilt Essen an seine Chassidim. Bei Toldot Aharon schauen die Frauen gebannt und ruhig zu. Bei ihrer Abspaltung Avraham Yitzchak jedoch betrachten die Frauen den Tisch eher als Gesellschaftsereignis. Man geniesst die Atmosphaere, doch sitzt mehr oder weniger zusammen und unterhaelt sich. Wenn meine Freundin und ich Fragen haben, koennen wir die gerne jederzeit stellen und bisher trafen wir diesbezueglich nur auf hilfsbereite Frauen.
Der kleine Vorteil fuer mich besteht darin, dass ich Yiddish verstehe, da ich Deutsch und Hebraeisch spreche. Nur die deutsche Sprache allein reicht nicht aus, um das Yiddishe zu verstehen, denn es ist mit hebraeischen Ausdruecken gespickt.
Die Frauen neben uns fanden sehr schnell heraus, dass ich Yiddish verstehe und so kamen wir allmaehlich ins Gespraech. Das heisst, unser Gespraech verlief auf Hebraeisch, da ich kein Yiddish sprechen kann, sondern nur verstehe.
Im Internet las ich vielerlei Arten von wissenschaftlichen Studien, die sich mit den Frauen in geschlossenen chassidischen Gruppen beschaeftigen. In der Bar Ilan Universitaet gab es zu dem Thema einen Vortrag von einem Mann, und da frage ich mich dann wirklich, wie er denn in der Lage war, die Frauen von Toldot Aharon zu befragen. Mit fremden Maennern reden die naemlich nicht, geschweige denn mit Professoren, die eine Studie ueber sie erstellen wollen.
Fuer mich sind die Chassidim alles andere als eine Studie, sondern Menschen und wahrscheinlich kommen wir daher besser ins Gespraech. Was uns besonders bei den Frauen der Toldot Avraham Yitzchak auffiel ist, dass es einen sehr grossen Unterschied im Verhalten der aelteren und juengeren Damen gibt.
Die etwas Aelteren wissen sehr genau, was von ihnen erwartet wird. Dies wiederum heisst nicht, dass sie nur den Gesetzen der Gruppe hinterherlaufen und kuschen. Sie haben sehr wohl ihre eigene Meinung, aber dennoch druecken sie diese vielleicht nicht ganz so aus, wie die juengere Generation. Die Aelteren bewahren strikte Haltung.
Die juengeren Frauen so um die Zwanzig - Dreissig haben etwas mehr Eigenstaendigkeit entwickelt. Nicht, dass unter ihnen die grosse Aufbruchstimmung herrscht und sie rebellieren, wie man sich das im so "offenen" Europa immer vorstellt.
Sie folgen den Gesetzen ihrer Gruppe, bewahren Haltung, doch haben innerhalb der Gesellschaft ihre eigenen Interessen entwickelt. Locker reden sie mit ihren Freundinnen aus der gleichen Chassidut und haben einen sehr guten offenen Sinn fuer Humor. Im Rahmen der Religion, versteht sich. Natuerlich wird ueber die Kindererziehung gesprochen, aber es gibt auch ganz andere Themen. Innerhalb der eigenen Gruppe sind z.B. viele von ihnen sehr stark sozial engagiert und helfen, wo sie nur koennen.
Soweit haben wir nur Frauen gesehen, die mit ihrem Leben zufrieden zu sein scheinen. Selbstverstaendlich koennen wir in keinen Kopf hineinschauen und sehen, was darin vorgeht, aber fuer uns Besucher schien es nicht so als betrachten sich die Frauen als vernachlaessigt oder Gruppenmitglieder zweiter Klasse. Im Gegenteil, ich bin nicht nur auf den Typ Hausmuetterchen gestossen, sondern auch auf gebildete Frauen, die sich selbst als emanzipiert bezeichnen wuerden.
Meine Freundin meinte, dass es sich um eine ganz alltaeglich Gesellschaft handele, die ihre Ups und Downs hat. In unserer Gesellschaft wiederum besteht entsetzliche Neugier, wenn jemand nicht so sein sollte wie wir. Und Toldot Aharon sowie Avraham Yitzchak scheinen allen fuerchterliche Raetsel aufzugeben. Sie leben recht abgeschottet, haben aussergewoehlich strenge Regeln und lassen keine Aussenseiter an sich heran, obwohl ein jeder am Shabbat zu ihrem Tisch kommen darf.
Womit die Frauen sicherlich mehr zu kaempfen haben, sind ihre eigenen kinderreichen Familien und die soziale Not. Wenn der Ehemann innerhalb der Gruppe arbeitet, dann ist das Gehalt nicht berauschend und die mehr als zehn Kinder muessen ersteinmal versorgt sein.
Vorherige Beitraege zum Thema Frauen in der Ultra - Orthodoxie:
http://hamantaschen.blogspot.com/2007/06/verliert-die-frau-ihre-wuerde.html
http://hamantaschen.blogspot.com/2007/05/emanzipation-und-selbstverwirklichung.html
http://hamantaschen.blogspot.com/2007/04/eshet-chayil-die-rolle-der-frau-in-der.html
Sonntag, Juni 24, 2007
Samstag, Juni 23, 2007
Eine weitere lange Nacht
B"H
So allmaehlich gewoehnen wir uns daran, freitags zu chassidischen Tischen zu gehen, mit Leuten zu sprechen, tollen Gesaengen zu lauschen und den jeweiligen Rebben einer chassidischen Gruppe zu sehen.
Auch gestern Abend war es wieder soweit und obwohl meine Freundin und ich eigentlich andere Plaene gehabt haben, landeten wir doch wieder bei der Abspaltung Toldot Aharons, der chassidischen Gruppe Toldot Avraham Yitzchak.
Bereut haben wir es nicht, denn dort sass ein hoechst prominenter Gast neben dem Rebben. Ausserdem lernten wir mehr Frauen kennen.
Viele reden ueber den Feminismus und das Sozialverhalten in solch geschlossenen chassidischen Gruppen. Auch bei unseren Tisch - Besuchen haben wir schon einiges erlebt und ich werde morgen einen Beitrag darueber verfassen.
So allmaehlich gewoehnen wir uns daran, freitags zu chassidischen Tischen zu gehen, mit Leuten zu sprechen, tollen Gesaengen zu lauschen und den jeweiligen Rebben einer chassidischen Gruppe zu sehen.
Auch gestern Abend war es wieder soweit und obwohl meine Freundin und ich eigentlich andere Plaene gehabt haben, landeten wir doch wieder bei der Abspaltung Toldot Aharons, der chassidischen Gruppe Toldot Avraham Yitzchak.
Bereut haben wir es nicht, denn dort sass ein hoechst prominenter Gast neben dem Rebben. Ausserdem lernten wir mehr Frauen kennen.
Viele reden ueber den Feminismus und das Sozialverhalten in solch geschlossenen chassidischen Gruppen. Auch bei unseren Tisch - Besuchen haben wir schon einiges erlebt und ich werde morgen einen Beitrag darueber verfassen.
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Allgemein
Giur - Skandal in Haifa
B"H
Ein neuer Giur - Skandal erschuettert das Beit Din (rabbinisches Gericht) in Haifa. Der sephardische Oberrabbiner Shlomo Shalosh wird schon seit geraumer Zeit beschuldigt, Konversionszertifikate zum Judentum gegen Gefaelligkeiten zu vergeben.
Vor einigen Tagen musste Rabbi Shalosh auf die Polizeiwache in Haifa zu einem Verhoer. Er wird beschuldigt, in mindestens zwei Faellen Giur - Zertifikate gegen Geldspenden an seine Yeshiva vergeben zu haben.
Allerdings betreffen die Vorwuerfe nicht nur ihn. Auch gegen einen Maschgiach (Koscher - Experte) des Oberrabbinates Haifa, der vorher als Fahrer bei Shalosh angestellt war, werden die gleichen Vorwuerfe erhoben.
Die Polizei hat eine weit angelegte Untersuchung gegen das Rabbinat in Haifa eroeffnet. Rabbi Shalosh dagegen bestreitet alle Vorwuerfe und sagt, dass seine Gegner eine Hetzkampagne gegen ihn fuehren wuerden.
Ein neuer Giur - Skandal erschuettert das Beit Din (rabbinisches Gericht) in Haifa. Der sephardische Oberrabbiner Shlomo Shalosh wird schon seit geraumer Zeit beschuldigt, Konversionszertifikate zum Judentum gegen Gefaelligkeiten zu vergeben.
Vor einigen Tagen musste Rabbi Shalosh auf die Polizeiwache in Haifa zu einem Verhoer. Er wird beschuldigt, in mindestens zwei Faellen Giur - Zertifikate gegen Geldspenden an seine Yeshiva vergeben zu haben.
Allerdings betreffen die Vorwuerfe nicht nur ihn. Auch gegen einen Maschgiach (Koscher - Experte) des Oberrabbinates Haifa, der vorher als Fahrer bei Shalosh angestellt war, werden die gleichen Vorwuerfe erhoben.
Die Polizei hat eine weit angelegte Untersuchung gegen das Rabbinat in Haifa eroeffnet. Rabbi Shalosh dagegen bestreitet alle Vorwuerfe und sagt, dass seine Gegner eine Hetzkampagne gegen ihn fuehren wuerden.
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Giur
Der koschere Maschgiach
B"H
Ein Maschgiach ist ein Koscher - Experte, der fuer religioese Einrichtungen arbeitet und in der Lebensmittelbranche die Herstellung bzw. den Umgang mit den Lebensmitteln kontrolliert. Zum Beispiel geht er in Restaurants und schaut, ob die Zutaten koscher sind und wie der Arbeitsprozess verrichtet wird. In der Halacha (jued. Gesetz) gibt es Tausende von Bedingungen, die zum Thema Kaschrut erfuellt werden muessen.
Nicht jeder Yeshiva - Absolvent (relig. Schule) oder Rabbiner darf sich so einfach Maschgiach nennen. Zuerst muss ein intensiver Kurs durchlaufen werden und am Ende findet eine Pruefung statt.
Der aschkenasische Oberrabbiner Yonah Metzger hat nun eine Initiative ins Leben gerufen, bei der die Kursabsolventen eine offizielle Urkunder erhalten. So soll vor dem Missbrauch des Berufes geschuetzt werden, denn nicht jeder, der sich Maschgiach nennt und ein Gehalt bezieht, ist auch wirklich professioneller Maschgiach.
An diesem Sonntag (24.06.2007) findet in der Grossen Synagoge in der King George in Jerusalem die erste Zeremonie der Ausgabe solcher Urkunden statt. 1600 Maschgichim (Koscher – Experten) werden ihre Urkunde erhalten. Bei der Feier wird auch der sephardische Oberrabbiner Shlomo Amar anwesend sein.
Die Urkunden sind vom Oberrabbinat ausgestellt, doch ist sicher, dass sich die chassidischen Einrichtungen wie das beruehmte Belz – Hechscher Badatz Belz (Zertifikat vom Belzer Beit Din Zedek) sowie das Badatz der Edah HaCharedit nicht an Anweisungen des Rabbinates halten. Die Chassidim, vor allem die Edah, haben ihre eigenen Regeln und deren Kontrollen sind dementsprechend besser, aber auch teurer.
In Jerusalem ist das Kaschrut – Thema aeusserst wichtig, denn es laesst sich kaum etwas verkaufen, wenn man unkoscher produziert oder ein nicht koscheres Café oder Restaurant betreibt.
Die haredische (ultra – orthod.) Kundschaft schaut darauf, von wem das Hechscher (Zertifikat) ausgestellt wurde und Chassidim essen grundsaetzlich keine Produkte, auf denen nur "Rabbanut" (Oberrabbinat) steht. Die beiden Zertifikate des Rabbanuts "Kascher LeMehadrin" und "Kascher LeMehadrin min HaMehadrin" bringen immer einen Hauch von Zweifel mit sich. Unzaehlige Male schon sah ich, dass die Maschgichim nachlaessig handelten oder sich erst gar nicht besonders bei den Betrieben umsahen.
Ein Maschgiach ist ein Koscher - Experte, der fuer religioese Einrichtungen arbeitet und in der Lebensmittelbranche die Herstellung bzw. den Umgang mit den Lebensmitteln kontrolliert. Zum Beispiel geht er in Restaurants und schaut, ob die Zutaten koscher sind und wie der Arbeitsprozess verrichtet wird. In der Halacha (jued. Gesetz) gibt es Tausende von Bedingungen, die zum Thema Kaschrut erfuellt werden muessen.
Nicht jeder Yeshiva - Absolvent (relig. Schule) oder Rabbiner darf sich so einfach Maschgiach nennen. Zuerst muss ein intensiver Kurs durchlaufen werden und am Ende findet eine Pruefung statt.
Der aschkenasische Oberrabbiner Yonah Metzger hat nun eine Initiative ins Leben gerufen, bei der die Kursabsolventen eine offizielle Urkunder erhalten. So soll vor dem Missbrauch des Berufes geschuetzt werden, denn nicht jeder, der sich Maschgiach nennt und ein Gehalt bezieht, ist auch wirklich professioneller Maschgiach.
An diesem Sonntag (24.06.2007) findet in der Grossen Synagoge in der King George in Jerusalem die erste Zeremonie der Ausgabe solcher Urkunden statt. 1600 Maschgichim (Koscher – Experten) werden ihre Urkunde erhalten. Bei der Feier wird auch der sephardische Oberrabbiner Shlomo Amar anwesend sein.
Die Urkunden sind vom Oberrabbinat ausgestellt, doch ist sicher, dass sich die chassidischen Einrichtungen wie das beruehmte Belz – Hechscher Badatz Belz (Zertifikat vom Belzer Beit Din Zedek) sowie das Badatz der Edah HaCharedit nicht an Anweisungen des Rabbinates halten. Die Chassidim, vor allem die Edah, haben ihre eigenen Regeln und deren Kontrollen sind dementsprechend besser, aber auch teurer.
In Jerusalem ist das Kaschrut – Thema aeusserst wichtig, denn es laesst sich kaum etwas verkaufen, wenn man unkoscher produziert oder ein nicht koscheres Café oder Restaurant betreibt.
Die haredische (ultra – orthod.) Kundschaft schaut darauf, von wem das Hechscher (Zertifikat) ausgestellt wurde und Chassidim essen grundsaetzlich keine Produkte, auf denen nur "Rabbanut" (Oberrabbinat) steht. Die beiden Zertifikate des Rabbanuts "Kascher LeMehadrin" und "Kascher LeMehadrin min HaMehadrin" bringen immer einen Hauch von Zweifel mit sich. Unzaehlige Male schon sah ich, dass die Maschgichim nachlaessig handelten oder sich erst gar nicht besonders bei den Betrieben umsahen.
Freitag, Juni 22, 2007
Religioese Kurznachrichten
B"H
1. Nachdem das Desaster der Gay Parade hinter uns liegt, wird nun Bilanz gezogen. Vor allem das brutale Vorgehen der Polizei gegen friedlich demonstrierende Haredim zog die Aufmerksamkeit auf sich. Die Rede ist hierbei von der Haredi - Demo in der Bar Ilan Street, die zu Beginn dieser Woche stattfand.
Sogar das sonst so anti - religioese israel. TV schlug sich auf die Seite der Religioesen und zeigte Motorradfahrende Polizisten in Menschenmengen fahren. u.a. hatten sich Polizisten ebenso als Shababnikkim verkleidet, um so Haredim aufzuwiegeln und verhaften zu koennen.
Unser Buergermeister Lupolianski und Meir Porush, Knessetmitglied fuer Yahadut HaTorah von der Agudat Israel, beantragten einen Untersuchungsausschuss unter dem Vorsitz von Uzi Landau.
In der hiesigen und auswaertigen Presse heisst es immer nur, dass DIE HAREDIM gegen die Parade demonstrierten. Doch wer sind eigentlich die Haredim ?
Was die Mehrheit nicht weiss ist, dass sich die Mitglieder der Agudat Israel (chassidische Gruppen Vishnitz, Gur oder Belz) in keinster Weise an den Demos beteiligten. Als Grund gab der Rebbe von der Chassidut Gur an, dass sie ihre Kinder nicht auf Gewalt haben trimmen wollen. Weiter wollten sie ihren Kindern nicht das Thema Homosexualitaet erklaeren muessen, denn das gehoere nicht in eine Thorawelt.
Demonstriert haben dagegen die Mitglieder der Edah HaCharedit (chassidische Gruppen Satmar oder Toldot Aharon), sowie viele litvishe Haredim.
2. Am kommenden Mittwoch kommt der Rebbe der Chassidut Bobov fuer ein paar Tage nach Israel zu Besuch. Die Chassidut Bobov ist im New Yorker Stadtteil Boro Park angesiedelt und der Rebbe kommt, um seine wenigen Anhaenger in Israel zu staerken.
3. Die sepahrdisch haredische SHASS - Partei draengt darauf, wieder das Religionsministerium einzufuehren. Zur Zeit der Regierung Sharon wurde das Ministerium auf draengen des Fuehrers der SHINUI - Partei Yosef "Tommy" Lapid geschlossen. Lapid ist fuer seine radikale anti - religioese Haltung bekannt und wollte alles Religioese vernichten, bis es selbst Sharon zu bunt wurde und er ihn zurueckrief.
Leider erlebte Sharon den Fall Lapids und dessen Partei bei den letzten Knessetwahlen nicht mehr. Lapid ist nach seinem Fall aus SHINUI ausgestiegen und nun Vorsitzender des Holocaust - Museums Yad Vashem.
Neben der extrem linken MERETZ - Partei sprach sich auch der Knessetabgeordnete Avigdor Lieberman gegen eine Wiedereinfuehrung des Religionsministeriums aus. Obwohl Lieberman mehr als nur rechts ist, wird er von den Religioesen vollkommen abgelehnt. Um Stimmen fuer sich gewinnen zu koennen, scharrt Lieberman saemtliche nichtjuedische russische Neueinwanderer um sich und verspricht ihnen volle gesellschaftliche Rechte. Doch dabei machte er die Rechnung ohne die Israelis selbst und natuerlich ohne die Religioesen.
Aufgabe des Religionsministerium ist es zu pruefen, ob es sich bei jemandem um einen halachischen Juden handelt. Genauso sind sie verantwortlich fuer die Ausstellung von Heirats-, Scheidungs - u. Geburtsurkunden. Auch haben sie einen grossen Einfluss auf die orthodoxen Konversionen in Israel.
Derzeit werden die Aufgaben vom Oberrabbinat uebernommen.
1. Nachdem das Desaster der Gay Parade hinter uns liegt, wird nun Bilanz gezogen. Vor allem das brutale Vorgehen der Polizei gegen friedlich demonstrierende Haredim zog die Aufmerksamkeit auf sich. Die Rede ist hierbei von der Haredi - Demo in der Bar Ilan Street, die zu Beginn dieser Woche stattfand.
Sogar das sonst so anti - religioese israel. TV schlug sich auf die Seite der Religioesen und zeigte Motorradfahrende Polizisten in Menschenmengen fahren. u.a. hatten sich Polizisten ebenso als Shababnikkim verkleidet, um so Haredim aufzuwiegeln und verhaften zu koennen.
Unser Buergermeister Lupolianski und Meir Porush, Knessetmitglied fuer Yahadut HaTorah von der Agudat Israel, beantragten einen Untersuchungsausschuss unter dem Vorsitz von Uzi Landau.
In der hiesigen und auswaertigen Presse heisst es immer nur, dass DIE HAREDIM gegen die Parade demonstrierten. Doch wer sind eigentlich die Haredim ?
Was die Mehrheit nicht weiss ist, dass sich die Mitglieder der Agudat Israel (chassidische Gruppen Vishnitz, Gur oder Belz) in keinster Weise an den Demos beteiligten. Als Grund gab der Rebbe von der Chassidut Gur an, dass sie ihre Kinder nicht auf Gewalt haben trimmen wollen. Weiter wollten sie ihren Kindern nicht das Thema Homosexualitaet erklaeren muessen, denn das gehoere nicht in eine Thorawelt.
Demonstriert haben dagegen die Mitglieder der Edah HaCharedit (chassidische Gruppen Satmar oder Toldot Aharon), sowie viele litvishe Haredim.
2. Am kommenden Mittwoch kommt der Rebbe der Chassidut Bobov fuer ein paar Tage nach Israel zu Besuch. Die Chassidut Bobov ist im New Yorker Stadtteil Boro Park angesiedelt und der Rebbe kommt, um seine wenigen Anhaenger in Israel zu staerken.
3. Die sepahrdisch haredische SHASS - Partei draengt darauf, wieder das Religionsministerium einzufuehren. Zur Zeit der Regierung Sharon wurde das Ministerium auf draengen des Fuehrers der SHINUI - Partei Yosef "Tommy" Lapid geschlossen. Lapid ist fuer seine radikale anti - religioese Haltung bekannt und wollte alles Religioese vernichten, bis es selbst Sharon zu bunt wurde und er ihn zurueckrief.
Leider erlebte Sharon den Fall Lapids und dessen Partei bei den letzten Knessetwahlen nicht mehr. Lapid ist nach seinem Fall aus SHINUI ausgestiegen und nun Vorsitzender des Holocaust - Museums Yad Vashem.
Neben der extrem linken MERETZ - Partei sprach sich auch der Knessetabgeordnete Avigdor Lieberman gegen eine Wiedereinfuehrung des Religionsministeriums aus. Obwohl Lieberman mehr als nur rechts ist, wird er von den Religioesen vollkommen abgelehnt. Um Stimmen fuer sich gewinnen zu koennen, scharrt Lieberman saemtliche nichtjuedische russische Neueinwanderer um sich und verspricht ihnen volle gesellschaftliche Rechte. Doch dabei machte er die Rechnung ohne die Israelis selbst und natuerlich ohne die Religioesen.
Aufgabe des Religionsministerium ist es zu pruefen, ob es sich bei jemandem um einen halachischen Juden handelt. Genauso sind sie verantwortlich fuer die Ausstellung von Heirats-, Scheidungs - u. Geburtsurkunden. Auch haben sie einen grossen Einfluss auf die orthodoxen Konversionen in Israel.
Derzeit werden die Aufgaben vom Oberrabbinat uebernommen.
Besitzansprueche Ueberlebender
B"H
Seit vorgestern koennen Angehoerige von Holocaust - Opfern Besitzansprueche in Israel geltend machen.
Derjenige, dessen Familie im Holocaust umkam, kann auf einer jetzt freigegebenen Website schauen, ob seine Angehoerigen Besitz (Grundbesitz, Geld oder Schmuck) in Israel (ehemals Palaestina) angelegt hatten.
Bisher ist die Website mit den Namenslisten NUR auf Hebraeisch erhaeltlich, doch soll sie innerhalb der naechsten zwei Wochen auch in Englisch eingesehen werden koennen.
http://hashava.org.il/
Seit vorgestern koennen Angehoerige von Holocaust - Opfern Besitzansprueche in Israel geltend machen.
Derjenige, dessen Familie im Holocaust umkam, kann auf einer jetzt freigegebenen Website schauen, ob seine Angehoerigen Besitz (Grundbesitz, Geld oder Schmuck) in Israel (ehemals Palaestina) angelegt hatten.
Bisher ist die Website mit den Namenslisten NUR auf Hebraeisch erhaeltlich, doch soll sie innerhalb der naechsten zwei Wochen auch in Englisch eingesehen werden koennen.
http://hashava.org.il/
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Holocaust
Donnerstag, Juni 21, 2007
Parashat Chukat
B"H
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Die neue Parasha beginnt mit einem Paradox. Wahrscheinlich ist es das groesste und beruehmteste Paradox in der gesamten Thora und sogar der weise Koenig Salomon (Shlomo HaMelech) verzweifelte an der Logik. Normalerweise erklaerte G - tt Moshe die Gruende und die Logik saemtlicher Thoragesetze, doch in der Midrash lesen wir, dass als Moshe G - tt nach der Bedeutung der Parah Aduma, der Roten Kuh fragte, er keine Antwort bekam.
Die Parasha heisst Chukat und Chukat steht fuer Gesetze, die wir mit unserem eingeschraenkten menschlichen Verstand nicht fassen koennen. G - tt traegt Moshe auf, eine Rote Kuh ohne jegliche Schoenheitsfehler zu finden und sie in einem bestimmten Ritus durch Priester (Cohanim) verbrennen zu lassen. Danach wird die Asche der Kuh mit Wasser vermischt und unreine Menschen sowie Tempelgegenstaende (Geschirr) werden, nachdem sie mit dem Wasser in Beruehrung gekommen sind, wieder rein. Koerperlich genauso wie in ihrer Seele (Neshama). Allerdings wird derjenige, der den Verbrennungsprozess ausfuehrt, dadurch unrein. Genau darin besteht das Paradox. Wie kann etwas, was eigentlich rein macht, andere wiederum unrein machen ?
Hierzu gibt es viele Kommentare, doch eine erklaerende Antwort haben wir nicht. Anscheinend soll uns diese Mitzwa (Gesetz) deutlich machen, dass unser menschlicher Verstand im Gegensatz zu G - ttes allumfassendes Wissen nur sehr eingeschraenkt funktioniert. Nicht alles was G - tt tut oder entscheidet, liegt in unserer Kraft es auch logisch zu begreifen. Die Logik ist vielleicht unser grosses Problem, denn wir wollen alles logisch beantwortet haben und wehe dem, wenn es einmal nicht so funktioniert. Die Mitzwa der Roten Kuh, selbst wenn sie uns unverstaendlich ist, duerfen wir laut der Gemara im Talmud Traktat Yoma 67b nicht kritisieren. Dort heisst es, dass dieses spezielle Gesetz von G - tt ist und wir keinerlei Recht zur Kritik daran haben.
Insgesamt wurden in der juedischen Geschichte nur neun Rote Kuehe verbrannt. Die erste in der Zeit Moshes und die letzte vor der Zerstoerung des Zweiten Tempels. Es heisst, dass die zehnte Rote Kuh vom Meschiach verbrannt wird.
Rabbi Zadok HaCohen von Lublin betrachtet die Mitzwa der Roten Kuh als Tikun (Reparatur der Seele) fuer das Goldene Kalb (siehe hierzu auch das Buch Noam Elimelech und Tosafot).
Was ist die eigentliche Bedeutung der Mitzwot (Gesetze), die uns G - tt in der Thora aufgetragen hat ? Warum das alles ? In der Chassidut wird als Hauptgrund angegeben, dass wir anhand der Erfuellung der Mitzwot eine Devekut (Naehe) zu G - tt erreichen. Wir koennen G - tt jedoch nur nahe sein, wenn wir uns in einem reinen Zustand befinden (Buch Magen Avraham), wo wiederum die Rote Kuh mit ihrem Reinigungsprozess ins Spiel kommt.
Einen sehr interessanten Kommentar zur Roten Kuh fand ich bei Rabbi Samson Raphael Hirsch. Rabbi Hirsch vergleicht die Roten Kuh und deren spaetere Asche mit den zwei menschlichen Eigenschaften; der tierischen und der g - ttlichen. Die Tierische steht fuer die sogenannte "physical world" und die G - ttliche fuer die sogenannte "upper world". Unser weltlicher Koerper, ausgedrueckt durch die Kuh, wird sterben, aber unsere Seele (Neshama), ausgedrueckt durch die Asche, wird fuer alle Ewigkeiten weiterleben.
Das Verbrennen der Roten Kuh musste ausserhalb des Lagers der Israeliten bzw. spaeter zu Tempelzeiten ausserhalb der Tempel stattfinden. In der Aera des Zweiten Tempels wurde die Kuh auf dem Oelberg verbrannt. In einer Prozession wurde die Kuh dorthin gebracht. Auf dem Oelberg angekommen wurde die Kuh mit einem Seil aus Bast so an einen Pfahl gebunden, dass ihr Kopf nach Sueden und ihr Gesicht nach Westen gerichtet war. Der Priester (Cohen) stand in Richtung Osten und mit dem Gesicht nach Westen. Er schlachtete sie mit der rechten Hand und fing das ihr Blut mit der linken Hand auf (Talmud Parah, Mishna 9).
Seit der Zerstoerung des Zweiten Tempels sind wir in der Ausfuehrung unserer Mitzwot sehr eingeschraenkt. ca. 70 – 80 der urspruenglich 613 sind wir heutzutage in der Lage zu erfuellen. Alle weiteren bezogen sich auf den Tempeldienst und die Cohanim (Tempelpriester). Auch die Mitzwa der Roten Kuh gibt es derzeit nicht, sondern erst wieder nach dem dem Eintreffen des Meschiach.
Rote Kuehen selbst sind vielen Wissenschaftlern ein Raetsel. Wie genaue sahen die Kuehe aus und wie kam es ueberhaupt, dass sie damals existierten und heute nicht ? Vor einigen Jahren glaubte man, in der Naehe von Haifa eine solche Rote Kuh entdeckt zu haben. Schon meinten viele, dass dann der Meschiach nicht mehr weit sei. Die Euphorie wurde jedoch schnell gedaempft, denn die Rote Kuh war nicht perfekt wie vorgeschrieben. Sie hatte einige schwarze Haare in ihrem ansonsten so roten Fell, was sie unkoscher fuer ein Verbrennen machte.
Der Parashainhalt der Roten Kuh, sowie der Tod von Miriam und ihrem Bruder Aharon sollten uns an diesem Shabbat etwas nachdenklich in bezug auf unser eingeschraenktes Wissen und unsere Sterblichkeit stimmen.
Shabbat Shalom
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Die neue Parasha beginnt mit einem Paradox. Wahrscheinlich ist es das groesste und beruehmteste Paradox in der gesamten Thora und sogar der weise Koenig Salomon (Shlomo HaMelech) verzweifelte an der Logik. Normalerweise erklaerte G - tt Moshe die Gruende und die Logik saemtlicher Thoragesetze, doch in der Midrash lesen wir, dass als Moshe G - tt nach der Bedeutung der Parah Aduma, der Roten Kuh fragte, er keine Antwort bekam.
Die Parasha heisst Chukat und Chukat steht fuer Gesetze, die wir mit unserem eingeschraenkten menschlichen Verstand nicht fassen koennen. G - tt traegt Moshe auf, eine Rote Kuh ohne jegliche Schoenheitsfehler zu finden und sie in einem bestimmten Ritus durch Priester (Cohanim) verbrennen zu lassen. Danach wird die Asche der Kuh mit Wasser vermischt und unreine Menschen sowie Tempelgegenstaende (Geschirr) werden, nachdem sie mit dem Wasser in Beruehrung gekommen sind, wieder rein. Koerperlich genauso wie in ihrer Seele (Neshama). Allerdings wird derjenige, der den Verbrennungsprozess ausfuehrt, dadurch unrein. Genau darin besteht das Paradox. Wie kann etwas, was eigentlich rein macht, andere wiederum unrein machen ?
Hierzu gibt es viele Kommentare, doch eine erklaerende Antwort haben wir nicht. Anscheinend soll uns diese Mitzwa (Gesetz) deutlich machen, dass unser menschlicher Verstand im Gegensatz zu G - ttes allumfassendes Wissen nur sehr eingeschraenkt funktioniert. Nicht alles was G - tt tut oder entscheidet, liegt in unserer Kraft es auch logisch zu begreifen. Die Logik ist vielleicht unser grosses Problem, denn wir wollen alles logisch beantwortet haben und wehe dem, wenn es einmal nicht so funktioniert. Die Mitzwa der Roten Kuh, selbst wenn sie uns unverstaendlich ist, duerfen wir laut der Gemara im Talmud Traktat Yoma 67b nicht kritisieren. Dort heisst es, dass dieses spezielle Gesetz von G - tt ist und wir keinerlei Recht zur Kritik daran haben.
Insgesamt wurden in der juedischen Geschichte nur neun Rote Kuehe verbrannt. Die erste in der Zeit Moshes und die letzte vor der Zerstoerung des Zweiten Tempels. Es heisst, dass die zehnte Rote Kuh vom Meschiach verbrannt wird.
Rabbi Zadok HaCohen von Lublin betrachtet die Mitzwa der Roten Kuh als Tikun (Reparatur der Seele) fuer das Goldene Kalb (siehe hierzu auch das Buch Noam Elimelech und Tosafot).
Was ist die eigentliche Bedeutung der Mitzwot (Gesetze), die uns G - tt in der Thora aufgetragen hat ? Warum das alles ? In der Chassidut wird als Hauptgrund angegeben, dass wir anhand der Erfuellung der Mitzwot eine Devekut (Naehe) zu G - tt erreichen. Wir koennen G - tt jedoch nur nahe sein, wenn wir uns in einem reinen Zustand befinden (Buch Magen Avraham), wo wiederum die Rote Kuh mit ihrem Reinigungsprozess ins Spiel kommt.
Einen sehr interessanten Kommentar zur Roten Kuh fand ich bei Rabbi Samson Raphael Hirsch. Rabbi Hirsch vergleicht die Roten Kuh und deren spaetere Asche mit den zwei menschlichen Eigenschaften; der tierischen und der g - ttlichen. Die Tierische steht fuer die sogenannte "physical world" und die G - ttliche fuer die sogenannte "upper world". Unser weltlicher Koerper, ausgedrueckt durch die Kuh, wird sterben, aber unsere Seele (Neshama), ausgedrueckt durch die Asche, wird fuer alle Ewigkeiten weiterleben.
Das Verbrennen der Roten Kuh musste ausserhalb des Lagers der Israeliten bzw. spaeter zu Tempelzeiten ausserhalb der Tempel stattfinden. In der Aera des Zweiten Tempels wurde die Kuh auf dem Oelberg verbrannt. In einer Prozession wurde die Kuh dorthin gebracht. Auf dem Oelberg angekommen wurde die Kuh mit einem Seil aus Bast so an einen Pfahl gebunden, dass ihr Kopf nach Sueden und ihr Gesicht nach Westen gerichtet war. Der Priester (Cohen) stand in Richtung Osten und mit dem Gesicht nach Westen. Er schlachtete sie mit der rechten Hand und fing das ihr Blut mit der linken Hand auf (Talmud Parah, Mishna 9).
Seit der Zerstoerung des Zweiten Tempels sind wir in der Ausfuehrung unserer Mitzwot sehr eingeschraenkt. ca. 70 – 80 der urspruenglich 613 sind wir heutzutage in der Lage zu erfuellen. Alle weiteren bezogen sich auf den Tempeldienst und die Cohanim (Tempelpriester). Auch die Mitzwa der Roten Kuh gibt es derzeit nicht, sondern erst wieder nach dem dem Eintreffen des Meschiach.
Rote Kuehen selbst sind vielen Wissenschaftlern ein Raetsel. Wie genaue sahen die Kuehe aus und wie kam es ueberhaupt, dass sie damals existierten und heute nicht ? Vor einigen Jahren glaubte man, in der Naehe von Haifa eine solche Rote Kuh entdeckt zu haben. Schon meinten viele, dass dann der Meschiach nicht mehr weit sei. Die Euphorie wurde jedoch schnell gedaempft, denn die Rote Kuh war nicht perfekt wie vorgeschrieben. Sie hatte einige schwarze Haare in ihrem ansonsten so roten Fell, was sie unkoscher fuer ein Verbrennen machte.
Der Parashainhalt der Roten Kuh, sowie der Tod von Miriam und ihrem Bruder Aharon sollten uns an diesem Shabbat etwas nachdenklich in bezug auf unser eingeschraenktes Wissen und unsere Sterblichkeit stimmen.
Shabbat Shalom
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Thora Parasha
Dienstag, Juni 19, 2007
Der andere Zionismus
B"H
Die chassidische Gruppe Vishnitz nennt als Inhalt ihrer Chassidut die "Ahavat Israel", die Liebe zu Israel. Nun kann man das viel zitierte Thema der Ahavat Israel in zweierlei Richtungen auslegen, die sich nicht gegenseitig ausschliessen. Eher im Gegenteil.
Die eine Auslegung bezieht sich auf das juedische Volk und Ahavat Israel bedeutet hier, dass jeder Jude den anderen lieben soll, egal ob er religioes ist oder nicht.
Die zweite Auslegung ist eine mehr oder weniger zionistische, obwohl viele Chassidim mir jetzt widersprechen und sagen, dass das Wort Zionismus hier nicht angebracht erscheint. Doch ich will es einmal den religioesen Zionismus nennen und mit einem Beispiel aus der Geschichte beginnen.
Im Jahre 1878 wurde das ewig unter verschiedenen Laender aufgeteilte Rumaenien endlich unabhaengig. Jede Bevoelkerungsgruppe, auch die damaligen Sinti und Roma, bekamen aufgrunddessen automatisch die rumaenische Staatsbuergerschaft. Alle, ausser den Juden. Aus diesem Grund entschieden sich viele rumaenische Juden zur Einwanderung ins Heilige Land. Die Bedingungen im damalige Israel waren alles andere als guenstig, was aber die Neueinwanderer nicht abhielt.
Die Besiedlung Israels war vor einigen Hundert Jahren alles andere als populaer unter den Chassidim, denn schon der Baal Shem Tov sah das Leben in der Diaspora als einen wichtigen Punkt in bezug auf das Kommen des Meschiach an. In der Kabbalah heisst es, dass Juden in aller Welt bestimmte Nezizot (Sparks) einsammeln muessen und sobald dies vollbracht ist, wird der Meschiach kommen. Das Thema ist sehr kompliziert und bedarf einer ausfuehrlichen Erklaerung in einem eigenen Beitrag, den ich vielleicht spaeter einmal schreiben werde. Derweil gebe ich es nur als Theorie des Baal Shem Tov an.
Das Leben fuer die Juden in Osteuropa verschlimmerte sich von Jahr zu Jahr. Die Pogrome nahmen kein Ende und ueberall gab es Beschraenkungen fuer sie. Von daher machten sich viele Chassidim auf nach Israel. Ihre Idee war es, eigene Siedlungen aufzubauen, die nach den Gesetzen der Thora gefuehrt werden. Die Chassidim sahen keinen Widerspruch darin im Heiligen Land zu leben, wenn auch der Meschiach noch nicht gekommen war. In Israel koennen die Mitzwot (Gesetze) besser eingehalten werden und haben eine viel wichtigere Bedeutung als im Ausland. Beispiel: Viele Mitzwot koennen NUR in Israel eingehalten werden, wie z.B. Shemittah (alle sieben Jahren muss das Land ruhen und es finden keine Pflanzungen statt). Des weiteren werden unsere Gebete in Israel direkt von G - tt erhoert und gehen keinerlei Umwege wie im Ausland. In Israel haben wir sozusagen ein Ortsgespraech mit G - tt.
Diese Gruende zogen die Chassidim in Betracht ohne dabei an einen nichtreligioesen Zionismus zu denken, wie es spaeter Theodor Herzl tat.
Einen ganz anderen Zugang zum Meschiach hatte der ehemalige Apter (Opatov) Rebbe, Rabbi Avraham Yehoshua Heschel. Jeder von uns hat die Macht, den Meschiach zu bringen, wenn jeder nur individuell seine eigene private Diaspora beseitigt. Heisst, wir muessen mit uns selbst im Reinen sein und unsere schlechten Eigenschaften in gute umwandeln. Gedanken, die ein wichtiger Bestandteil des Chassidismus sind; Schlechtes in Gutes umwandeln.
So kam es, dass sich schon vor dem Aufkommen des nicht religioesen Zionismus die Chassidim nach Israel aufmachten. Einer der ersten war Rabbi Menachem Mendel von Vitebsk im Jahre 1777, der nach Tiberias zog.
Im Mai 1912 wurde die Agudat Israel gegruendet, welche eine Opposition und Alternative zum nichtreligioesen Herzl - Zionismus darstellte. Die Hauptniederlassung der Agudah befand sich bis zum Jahre 1935 in Frankfurt, ihr eigentliches Herz war jedoch in Polen bei den Chassidim. Die Chassidim incl. der Agudat Israel sahen die Zeit der sogenannten Aufklaerung als eine Assimilationsgefahr fuer das juedische Volk, dem sie entgegen wirken wollten. Realistisch gesehen hatten sie damit mehr Erfolg in Osteuropa als im Deutschland des Reformjudentums.
Die geistigen Fuehrer der Agudah waren damals der Chafetz Chaim, Rabbi Chaim Soloveitchik von Brest - Litovsk (heute Brisk - Yeshiva in den USA) und Rabbi Avraham Mordechai Alter von Gur (Chassidut Gur). Die Agudah war anti - zionistisch, aber ebenso zionistisch, wenn Siedlungen nach der Thora gefuehrt werden.
Die heutige Agudat Israel ist in der Knesset mit fuenf Sitzen vertreten und ihnen gehoeren chassidische Gruppen wie Belz, Gur oder Vishnitz an genauso wie viele litvishe haredische (ultra - orthod.) Juden. Nicht, dass jetzt alle auf einmal pro Israel eingestellt waeren, aber man hat gelernt sich mit dem heutigen Staat Israel zu arrangieren. Wenn wir in der Knesset sind, dann koennen wir positiv auf die israel. Politik einwirken und das Land etwas religioeser gestalten, so die Ansicht der Agudah.
Im Jahre 1919 gruendete Rabbi Yosef Chaim Sonnenfeld das Gegenstueck zur Agudah, die Edah HaCharedit. Allerdings geschah die Gruendung aus dem Grund, weil die damalige britische Besatzungsmacht in Palaestina ein zionistisches Oberrabbinat zuliess, welches die Chassidim nicht hinnahmen. Uebrigens hat sich diese Ansicht bis heute nicht geaendert, obwohl es eine winzige Zusammenarbeit zwischen dem Oberrabbinat und der Edah HaCharedit (ansaessig in Mea Shearim) bezueglich der Anerkennung von Ehen, Geburten etc. gibt.
Die Hauptakteure in der derzeitigen Edah sind die chassidischen Gruppen Satmar, Toldot Aharon, Toldot Avraham Yitzchak und auch einige litvishe Gruppen. Bis jetzt ist die Edah anti - zionistisch, doch wer vermutet, dass alle ihre Anhaenger Mitglieder der Neturei Karta seien, der irrt sich gewaltig. Die Neturei Karta besitzt zwar einen gewissen Einfluss auf die Edah durch die Satmarer Chassidim, doch lehnten eben auch die Satmarer Chassidim jene Neturei Karta - Mitglieder, die kuerzlich im Iran gegen Israel hetzten, voellig ab.
Der Gruender der chassidischen Gruppe Toldot Aharon, Rebbe Aharon Roth, bezeichnete den nichtreligioesen Zionismus als grosses Uebel und bezichtigte nichtreligioese Zionisten der Schuld, dass wegen ihnen die Kedusha (Heiligkeit) aus Israel verschwunden ist (Buch Toldot Aharon, Teil 2).
Das wichtigste Oberhaupt der Edah HaCharedit ueberhaupt war der verstorbene ehemalige Satmarer Rebbe, Rabbi Yoel Teitelbaum. G - tt hat den Juden versprochen, den Meschiach zu bringen und wenn der Zeitpunkt gekommen ist, dann kehren sie in das Land Israel zurueck. Bis dahin sollen sie im Ausland leben, sich nicht gegen nichtjuedische Regierungen aufbaeumen und ihre Mitzwot (Thoragesetze) erfuellen. Der jetzige Staat Israel ist eine Uebertretung der Thoragesetzte, denn man haette das Geschehen in eigene Haende genommen anstatt auf G - tt zu vertrauen. Laut Rebbe Teitelbaum ist das Bestehen des sekulaeren Staates Israel der Grund, warum der Meschiach bis heute nicht gekommen ist.
Ich kann Rabbi Teitelbaum nicht ganz zustimmen, denn eigentlich weiss niemand so genau, ob G - tt den heutigen Staat Israel nicht gewollt hat. Allein schon deswegen wenn wir daran glauben, dass alles, was geschieht, von G - tt entschieden wird. Wieso kann es nicht sein, dass der derzeitige sekulaere Staat nicht ein Vorlaeufer fuer den Meschiach ist ? Das eine schliesst doch das andere nicht aus.
Natuerlich waere es mir auch lieber, wenn Israel nach den Thoragesetzen regiert werden wuerde, aber das Positive ist doch, dass wir Juden ein eigenes Land haben.
Die chassidische Gruppe Vishnitz nennt als Inhalt ihrer Chassidut die "Ahavat Israel", die Liebe zu Israel. Nun kann man das viel zitierte Thema der Ahavat Israel in zweierlei Richtungen auslegen, die sich nicht gegenseitig ausschliessen. Eher im Gegenteil.
Die eine Auslegung bezieht sich auf das juedische Volk und Ahavat Israel bedeutet hier, dass jeder Jude den anderen lieben soll, egal ob er religioes ist oder nicht.
Die zweite Auslegung ist eine mehr oder weniger zionistische, obwohl viele Chassidim mir jetzt widersprechen und sagen, dass das Wort Zionismus hier nicht angebracht erscheint. Doch ich will es einmal den religioesen Zionismus nennen und mit einem Beispiel aus der Geschichte beginnen.
Im Jahre 1878 wurde das ewig unter verschiedenen Laender aufgeteilte Rumaenien endlich unabhaengig. Jede Bevoelkerungsgruppe, auch die damaligen Sinti und Roma, bekamen aufgrunddessen automatisch die rumaenische Staatsbuergerschaft. Alle, ausser den Juden. Aus diesem Grund entschieden sich viele rumaenische Juden zur Einwanderung ins Heilige Land. Die Bedingungen im damalige Israel waren alles andere als guenstig, was aber die Neueinwanderer nicht abhielt.
Die Besiedlung Israels war vor einigen Hundert Jahren alles andere als populaer unter den Chassidim, denn schon der Baal Shem Tov sah das Leben in der Diaspora als einen wichtigen Punkt in bezug auf das Kommen des Meschiach an. In der Kabbalah heisst es, dass Juden in aller Welt bestimmte Nezizot (Sparks) einsammeln muessen und sobald dies vollbracht ist, wird der Meschiach kommen. Das Thema ist sehr kompliziert und bedarf einer ausfuehrlichen Erklaerung in einem eigenen Beitrag, den ich vielleicht spaeter einmal schreiben werde. Derweil gebe ich es nur als Theorie des Baal Shem Tov an.
Das Leben fuer die Juden in Osteuropa verschlimmerte sich von Jahr zu Jahr. Die Pogrome nahmen kein Ende und ueberall gab es Beschraenkungen fuer sie. Von daher machten sich viele Chassidim auf nach Israel. Ihre Idee war es, eigene Siedlungen aufzubauen, die nach den Gesetzen der Thora gefuehrt werden. Die Chassidim sahen keinen Widerspruch darin im Heiligen Land zu leben, wenn auch der Meschiach noch nicht gekommen war. In Israel koennen die Mitzwot (Gesetze) besser eingehalten werden und haben eine viel wichtigere Bedeutung als im Ausland. Beispiel: Viele Mitzwot koennen NUR in Israel eingehalten werden, wie z.B. Shemittah (alle sieben Jahren muss das Land ruhen und es finden keine Pflanzungen statt). Des weiteren werden unsere Gebete in Israel direkt von G - tt erhoert und gehen keinerlei Umwege wie im Ausland. In Israel haben wir sozusagen ein Ortsgespraech mit G - tt.
Diese Gruende zogen die Chassidim in Betracht ohne dabei an einen nichtreligioesen Zionismus zu denken, wie es spaeter Theodor Herzl tat.
Einen ganz anderen Zugang zum Meschiach hatte der ehemalige Apter (Opatov) Rebbe, Rabbi Avraham Yehoshua Heschel. Jeder von uns hat die Macht, den Meschiach zu bringen, wenn jeder nur individuell seine eigene private Diaspora beseitigt. Heisst, wir muessen mit uns selbst im Reinen sein und unsere schlechten Eigenschaften in gute umwandeln. Gedanken, die ein wichtiger Bestandteil des Chassidismus sind; Schlechtes in Gutes umwandeln.
So kam es, dass sich schon vor dem Aufkommen des nicht religioesen Zionismus die Chassidim nach Israel aufmachten. Einer der ersten war Rabbi Menachem Mendel von Vitebsk im Jahre 1777, der nach Tiberias zog.
Im Mai 1912 wurde die Agudat Israel gegruendet, welche eine Opposition und Alternative zum nichtreligioesen Herzl - Zionismus darstellte. Die Hauptniederlassung der Agudah befand sich bis zum Jahre 1935 in Frankfurt, ihr eigentliches Herz war jedoch in Polen bei den Chassidim. Die Chassidim incl. der Agudat Israel sahen die Zeit der sogenannten Aufklaerung als eine Assimilationsgefahr fuer das juedische Volk, dem sie entgegen wirken wollten. Realistisch gesehen hatten sie damit mehr Erfolg in Osteuropa als im Deutschland des Reformjudentums.
Die geistigen Fuehrer der Agudah waren damals der Chafetz Chaim, Rabbi Chaim Soloveitchik von Brest - Litovsk (heute Brisk - Yeshiva in den USA) und Rabbi Avraham Mordechai Alter von Gur (Chassidut Gur). Die Agudah war anti - zionistisch, aber ebenso zionistisch, wenn Siedlungen nach der Thora gefuehrt werden.
Die heutige Agudat Israel ist in der Knesset mit fuenf Sitzen vertreten und ihnen gehoeren chassidische Gruppen wie Belz, Gur oder Vishnitz an genauso wie viele litvishe haredische (ultra - orthod.) Juden. Nicht, dass jetzt alle auf einmal pro Israel eingestellt waeren, aber man hat gelernt sich mit dem heutigen Staat Israel zu arrangieren. Wenn wir in der Knesset sind, dann koennen wir positiv auf die israel. Politik einwirken und das Land etwas religioeser gestalten, so die Ansicht der Agudah.
Im Jahre 1919 gruendete Rabbi Yosef Chaim Sonnenfeld das Gegenstueck zur Agudah, die Edah HaCharedit. Allerdings geschah die Gruendung aus dem Grund, weil die damalige britische Besatzungsmacht in Palaestina ein zionistisches Oberrabbinat zuliess, welches die Chassidim nicht hinnahmen. Uebrigens hat sich diese Ansicht bis heute nicht geaendert, obwohl es eine winzige Zusammenarbeit zwischen dem Oberrabbinat und der Edah HaCharedit (ansaessig in Mea Shearim) bezueglich der Anerkennung von Ehen, Geburten etc. gibt.
Die Hauptakteure in der derzeitigen Edah sind die chassidischen Gruppen Satmar, Toldot Aharon, Toldot Avraham Yitzchak und auch einige litvishe Gruppen. Bis jetzt ist die Edah anti - zionistisch, doch wer vermutet, dass alle ihre Anhaenger Mitglieder der Neturei Karta seien, der irrt sich gewaltig. Die Neturei Karta besitzt zwar einen gewissen Einfluss auf die Edah durch die Satmarer Chassidim, doch lehnten eben auch die Satmarer Chassidim jene Neturei Karta - Mitglieder, die kuerzlich im Iran gegen Israel hetzten, voellig ab.
Der Gruender der chassidischen Gruppe Toldot Aharon, Rebbe Aharon Roth, bezeichnete den nichtreligioesen Zionismus als grosses Uebel und bezichtigte nichtreligioese Zionisten der Schuld, dass wegen ihnen die Kedusha (Heiligkeit) aus Israel verschwunden ist (Buch Toldot Aharon, Teil 2).
Das wichtigste Oberhaupt der Edah HaCharedit ueberhaupt war der verstorbene ehemalige Satmarer Rebbe, Rabbi Yoel Teitelbaum. G - tt hat den Juden versprochen, den Meschiach zu bringen und wenn der Zeitpunkt gekommen ist, dann kehren sie in das Land Israel zurueck. Bis dahin sollen sie im Ausland leben, sich nicht gegen nichtjuedische Regierungen aufbaeumen und ihre Mitzwot (Thoragesetze) erfuellen. Der jetzige Staat Israel ist eine Uebertretung der Thoragesetzte, denn man haette das Geschehen in eigene Haende genommen anstatt auf G - tt zu vertrauen. Laut Rebbe Teitelbaum ist das Bestehen des sekulaeren Staates Israel der Grund, warum der Meschiach bis heute nicht gekommen ist.
Ich kann Rabbi Teitelbaum nicht ganz zustimmen, denn eigentlich weiss niemand so genau, ob G - tt den heutigen Staat Israel nicht gewollt hat. Allein schon deswegen wenn wir daran glauben, dass alles, was geschieht, von G - tt entschieden wird. Wieso kann es nicht sein, dass der derzeitige sekulaere Staat nicht ein Vorlaeufer fuer den Meschiach ist ? Das eine schliesst doch das andere nicht aus.
Natuerlich waere es mir auch lieber, wenn Israel nach den Thoragesetzen regiert werden wuerde, aber das Positive ist doch, dass wir Juden ein eigenes Land haben.
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Juedische Geschichte
Sonntag, Juni 17, 2007
Eine lange Nacht
B"H
Eine lange Nacht war fuer uns die Nacht vom Freitag auf Samstag. Zum Shabbatessen gingen meine Freundin und ich zu Rabbi Mordechai Machlis und danach zogen wir los, um zu zwei chassidischen Tischen zu gehen.
Zuerst landeten wir bei der Gruppe Toldot Aharon, wo es diesmal in der Frauensektion eher leer zuging. Als wir vor zwei Wochen dort waren, da war es gerammelt voll, denn die Tochter des Rebben David Kahn hatte geheiratet. Freitag nun war es weniger belebt, dennoch nicht ganz leer.
Unten bei den Maennern war es ebenfalls nicht besonders ueberfuellt, was sich aber nach kurzer Zeit aendern sollte. Mehr und mehr Maenner stroemten herein.
Wir waren zwar erst zum zweiten Mal dort, doch so allmaehlich lernen wir Leute kennen. Vor allem eine Frau der Chassidut Satmar, welche genauso wie wir zu einigen Tischen geht. Irgendwie treffen wir uns jedesmal wieder.
Rebbe David Kahn hatte schon Kiddush (Segnung des Weines) gemacht und wir kamen gerade zu dem Zeitpunkt als er sich die Haende wusch, um den Segen ueber die Challot (Shabbat - Brote) zu sagen. Vorher hat er den Brauch, einen Segen ueber Gewuerze zu sagen. Er nimmt einen kleinen Bluetenstrauch, spricht den ueblichen Segen und riecht am Strauch. Dieses macht er jedesmal mit grosser Kavanah (Konzentration). Ueberhaupt halte ich ihn fuer einen sehr intelligenten ehrwuerdigen Rebben. Seine Minhagim (Braeuche) zieht er sehr gewissenhaft und konsequent durch, was ihn jedoch nicht unsympathisch macht.
Die Chassidim standen auf den gewohnten Tribuenen und schauten zu. Er sprach den Segen ueber die Challot und verteilte kleine Stueckchen an seine Chassidim. Nach ca. 40 Minuten beschlossen wir, zu einer anderen Gruppe zu gehen, die vom aelteren Bruder des Rebben, von Rabbi Shmuel Yaakov Kahn, geleitet wird. Die Wege kennen wir nun schon sehr gut und beeindruckt wanderten wir durch den Hinterhof von Toldot Aharon hinueber zur Gruppe Toldot Avraham Yitzchak. Dort war schon maechtig Stimmung und die Chassidim sangen. Rebbe Shmuel Yaakov Kahn scheint ein etwas anderer Charakter zu sein wie sein Bruder Rabbi David.
Rabbi David macht eher einen sehr ernsten Eindruck, doch Rabbi Shmuel Yaakov ist immer voll bei der Sache, wenn es um das Singen geht. Er stimmt kraeftig mit ein und dirigiert mit der Hand. Nach einiger Zeit begann ein Chor zu singen, der meiner Meinung nach nicht besonders gut war. Dennoch, der Rebbe liebte den Chor und konnte gar nicht genug davon bekommen. Spaeter forderte er die Saenger nochmals zum Singen auf.
Mittlerweile war es 2.30 Uhr am fruehen Morgen. Ich muss sagen, dass wir keine einzige Minute gelangweilt waren. Zuerst sahen wir die Tische mehr als Entertainment, doch was jetzt folgen sollte, war anders. Ploetzlich wurden auf dem Tisch des Rebben riesige silberne Tablette aufgetragen. Obst aller Art befand sich darauf. Kuchen wurden aufgefahren; Kaesekuchen, Schokoladenkuchen und wer weiss noch alles. Meiner Freundin und mir lief gewaltig das Wasser im Munde zusammen. Allerdings bestimmt nicht nur uns.
Vor uns in der Frauensektion sass die Rebbitzen. Zumindest nehmen wir an, dass es sich um die Frau des Rebben handelte. Sie sass in einem extra Stuhl und ihr wurde ein Tablett Fruechte hereingetragen. Pralle Weintrauben, Wassermelonenscheiben, Aepfel, Kirschen und Aprikosen. Kleine Kritik hier: Es waere vielleicht keine schlechte Idee gewesen, auch den anderen anwesenden weiblichen Gruppenmitgliedern ein Tablett zu servieren.
Unterdessen wurde unten das Obst an die Chassidim verteilt. Ganze Obstkisten machten die Runde durch die Raenge. Ploetzlich ging das Licht aus und nur eine kleine Lampe brannte noch. Meine Freundin und ich dachten, dass jemand unabsichtlich an einen Schalter oder einen der Kronleuchter gekommen war. Allerdings war diese Finsternis sehr gemuetlich. Schnell assen alle ihr Obst und die Kuchen ueberlebten auch nicht allzu lange. Dann stand der Rebbe auf und begann zu singen. Er sang eine Strophe vor und die Chassidim stimmten mit ein. In dem Augenblick, wo alle miteinstimmten, begann der Tanz. Alle huepften auf der Stelle einschliesslich des Rebben. Es klang als ob eine Armee mit Gesaengen an uns vorbeizog. Ich muss zugeben, dass es fuer uns ueberwaeltigend war. Der Rebbe sang die naechste Strophe und kurz darauf begann alles aufs Neue.
Leider fanden die Taenze nur zu einem Lied statt und etwas spaeter beschlossen wir heimzugehen. Es war 3.30 Uhr frueh. Meine Freundin war verwirrt als ich ihr die Zeit sagte, denn sie dachte es waere eine Stunde frueher. Doch Toldot Aharon genauso wie Avraham Yitzchak haben ihre Uhren nicht auf die Sommerzeit umgestellt und somit zeigten deren grosse Uhren im Synagogenraum eine andere Zeit an.
Diesen Shabbat werden wir zur Synagoge der Gruppe Shomrei Emunim (Hueter des Glaubens) gehen. Da andere chassidische Gruppen hoerten, dass ich ueber das Thema schreibe, bekamen wir viele Einladungen zu Synagogen und Tischen. Man will uns sogar extra Material ueber die jeweilige Chassidut zur Verfuegung stellen und Leute bereitstellen, die saemtliche Fragen beantworten. Vor allem bei Belz und Gur.
Manchmal aber ist es meiner Meinung nach besser, unverhofft vorbeizukommen und die spontanen Reaktionen zu sehen. Das alles wirkt dann natuerlicher.
Eine lange Nacht war fuer uns die Nacht vom Freitag auf Samstag. Zum Shabbatessen gingen meine Freundin und ich zu Rabbi Mordechai Machlis und danach zogen wir los, um zu zwei chassidischen Tischen zu gehen.
Zuerst landeten wir bei der Gruppe Toldot Aharon, wo es diesmal in der Frauensektion eher leer zuging. Als wir vor zwei Wochen dort waren, da war es gerammelt voll, denn die Tochter des Rebben David Kahn hatte geheiratet. Freitag nun war es weniger belebt, dennoch nicht ganz leer.
Unten bei den Maennern war es ebenfalls nicht besonders ueberfuellt, was sich aber nach kurzer Zeit aendern sollte. Mehr und mehr Maenner stroemten herein.
Wir waren zwar erst zum zweiten Mal dort, doch so allmaehlich lernen wir Leute kennen. Vor allem eine Frau der Chassidut Satmar, welche genauso wie wir zu einigen Tischen geht. Irgendwie treffen wir uns jedesmal wieder.
Rebbe David Kahn hatte schon Kiddush (Segnung des Weines) gemacht und wir kamen gerade zu dem Zeitpunkt als er sich die Haende wusch, um den Segen ueber die Challot (Shabbat - Brote) zu sagen. Vorher hat er den Brauch, einen Segen ueber Gewuerze zu sagen. Er nimmt einen kleinen Bluetenstrauch, spricht den ueblichen Segen und riecht am Strauch. Dieses macht er jedesmal mit grosser Kavanah (Konzentration). Ueberhaupt halte ich ihn fuer einen sehr intelligenten ehrwuerdigen Rebben. Seine Minhagim (Braeuche) zieht er sehr gewissenhaft und konsequent durch, was ihn jedoch nicht unsympathisch macht.
Die Chassidim standen auf den gewohnten Tribuenen und schauten zu. Er sprach den Segen ueber die Challot und verteilte kleine Stueckchen an seine Chassidim. Nach ca. 40 Minuten beschlossen wir, zu einer anderen Gruppe zu gehen, die vom aelteren Bruder des Rebben, von Rabbi Shmuel Yaakov Kahn, geleitet wird. Die Wege kennen wir nun schon sehr gut und beeindruckt wanderten wir durch den Hinterhof von Toldot Aharon hinueber zur Gruppe Toldot Avraham Yitzchak. Dort war schon maechtig Stimmung und die Chassidim sangen. Rebbe Shmuel Yaakov Kahn scheint ein etwas anderer Charakter zu sein wie sein Bruder Rabbi David.
Rabbi David macht eher einen sehr ernsten Eindruck, doch Rabbi Shmuel Yaakov ist immer voll bei der Sache, wenn es um das Singen geht. Er stimmt kraeftig mit ein und dirigiert mit der Hand. Nach einiger Zeit begann ein Chor zu singen, der meiner Meinung nach nicht besonders gut war. Dennoch, der Rebbe liebte den Chor und konnte gar nicht genug davon bekommen. Spaeter forderte er die Saenger nochmals zum Singen auf.
Mittlerweile war es 2.30 Uhr am fruehen Morgen. Ich muss sagen, dass wir keine einzige Minute gelangweilt waren. Zuerst sahen wir die Tische mehr als Entertainment, doch was jetzt folgen sollte, war anders. Ploetzlich wurden auf dem Tisch des Rebben riesige silberne Tablette aufgetragen. Obst aller Art befand sich darauf. Kuchen wurden aufgefahren; Kaesekuchen, Schokoladenkuchen und wer weiss noch alles. Meiner Freundin und mir lief gewaltig das Wasser im Munde zusammen. Allerdings bestimmt nicht nur uns.
Vor uns in der Frauensektion sass die Rebbitzen. Zumindest nehmen wir an, dass es sich um die Frau des Rebben handelte. Sie sass in einem extra Stuhl und ihr wurde ein Tablett Fruechte hereingetragen. Pralle Weintrauben, Wassermelonenscheiben, Aepfel, Kirschen und Aprikosen. Kleine Kritik hier: Es waere vielleicht keine schlechte Idee gewesen, auch den anderen anwesenden weiblichen Gruppenmitgliedern ein Tablett zu servieren.
Unterdessen wurde unten das Obst an die Chassidim verteilt. Ganze Obstkisten machten die Runde durch die Raenge. Ploetzlich ging das Licht aus und nur eine kleine Lampe brannte noch. Meine Freundin und ich dachten, dass jemand unabsichtlich an einen Schalter oder einen der Kronleuchter gekommen war. Allerdings war diese Finsternis sehr gemuetlich. Schnell assen alle ihr Obst und die Kuchen ueberlebten auch nicht allzu lange. Dann stand der Rebbe auf und begann zu singen. Er sang eine Strophe vor und die Chassidim stimmten mit ein. In dem Augenblick, wo alle miteinstimmten, begann der Tanz. Alle huepften auf der Stelle einschliesslich des Rebben. Es klang als ob eine Armee mit Gesaengen an uns vorbeizog. Ich muss zugeben, dass es fuer uns ueberwaeltigend war. Der Rebbe sang die naechste Strophe und kurz darauf begann alles aufs Neue.
Leider fanden die Taenze nur zu einem Lied statt und etwas spaeter beschlossen wir heimzugehen. Es war 3.30 Uhr frueh. Meine Freundin war verwirrt als ich ihr die Zeit sagte, denn sie dachte es waere eine Stunde frueher. Doch Toldot Aharon genauso wie Avraham Yitzchak haben ihre Uhren nicht auf die Sommerzeit umgestellt und somit zeigten deren grosse Uhren im Synagogenraum eine andere Zeit an.
Diesen Shabbat werden wir zur Synagoge der Gruppe Shomrei Emunim (Hueter des Glaubens) gehen. Da andere chassidische Gruppen hoerten, dass ich ueber das Thema schreibe, bekamen wir viele Einladungen zu Synagogen und Tischen. Man will uns sogar extra Material ueber die jeweilige Chassidut zur Verfuegung stellen und Leute bereitstellen, die saemtliche Fragen beantworten. Vor allem bei Belz und Gur.
Manchmal aber ist es meiner Meinung nach besser, unverhofft vorbeizukommen und die spontanen Reaktionen zu sehen. Das alles wirkt dann natuerlicher.
Auf den Pfaden der Vorvaeter
B"H
In Israel ist die chassidische Gruppe Toldot Aharon sehr bekannt fuer ihre strenge Ideologie. Das alltaegliche Leben der Mitglieder richtet sich nach den sogenannten "Takanot", welche vom Gruender sowie ersten Rebben, Rabbi Aharon Roth, eingefuehrt wurden. Fuer viele mag das in der heutigen Zeit fremd klingen. Takanot, die mir genau sagen, wie ich mein Leben zu fuehren habe ?
Um einmal zwei kleine Beispiele aus dem Buch der Takanot (Sefer HaTakanot) zu nennen: Mitgliedern der Gruppe Toldot Aharon ist es verboten, ein Radio zu besitzen.
Ob die Regel noch gilt, dass jedes Mitglied, welches fuer einige Tage verreisen will, erst die Zustimmung des Rebben einholen muss, habe ich noch nicht herausgefunden. Zumindest ist diese Regel in den Takanot erwaehnt.
Wenn man das so hoert glaubt man, dass dieses alles alt und ueberholt sei. Genauso dachte ich auch, doch beschaeftige ich mich sehr ausfuehrlich mit den Schriften der verschiedenen Rebben von Toldot Aharon, Toldot Avraham Yitzchak und den Shomrei Emunim (Guardians of Faith) und ich fand sehr viele interessante Anhaltspunkte, warum die Takanot erlassen worden sind.
Zuerst einmal heisst es, dass Rebbe Aharon Roth eine perfekte religioese Gesellschaft erschaffen wollte. Nun, das wollen viele und soziologisch betrachtet bringen diese Vorhaben nicht selten diktatorische Prinzipien mit sich.
Ich denke kaum, dass Rebbe Roth ein Diktator sein wollte, dazu war er zu religioes und zu intelligent. Es ging ihm vielmehr darum, seine Anhaenger auf dem Pfad unserer Vorvaeter Avraham, Yitzchak und Yaakov zu halten. Die Kleidung sollte entsprechend sein genauso wie das Verhalten. Nicht, dass die Mitglieder sich voellig von der Aussenwelt abschotten, doch sollen sie religioes gesehen so stark sein, um auf aeussere Einfluesse nicht zu reagieren. Auf dem Pfad der Vorvaeter zu bleiben heisst, sich nicht anderweitig im Leben zu orientieren. Natuerlich ist das in unserer heutigen Zeit der Massenkommnunikation wie Internet, Presse, Musik etc. nicht immer einfach.
Ist es in unserer heutigen Gesellschaft nicht unvermeidbar, nach neuen Wegen im Leben zu suchen ? Haeufig jedoch kommt es mir so vor, dass die Menschen staendig nach etwas Neuem fuer sich selbst suchen. Sie sind sogar so sehr mit der Suche beschaeftigt, dass sie eigentlich gar nicht mehr wissen, was genau sie denn suchen.
Obwohl wir uns an die Mitzwot (Gebote) halten, sind wir definitiv von der Aussenwelt beeinflusst. An allererster Stelle steht der Materialismus. Egal ob nationalreligioes, haredi oder chassidisch, viele denken nur daran, wie sie das neueste Auto erstehen koennen, ihr Apartment ausbauen oder sich den allerneuesten Computer anschaffen. Jeden Donnerstag, wenn die neue Ausgabe einer bestimmten haredischen (ultra - orthod.) Wochenzeitung erscheint, sehe ich maennliche Haredim wie sie sich sofort auf die Anzeigen mit den Autoverkaeufen stuerzen.
Weiterhin ist es den Mitglieder der Toldot Aharon untersagt, sich etwas auf ihr Thorawissen einzubilden. Dieses Verhalten ist allgemein in vielen Faellen so unueblich geworden. Ich traf unzaehlige Rabbis und Yeshiva - Studenten, die ueberheblich sind, dass sie mit keinem aussserhalb ihre Kreises kommunizieren. Bei Toldot Aharon wurde ich eines besseren belehrt. Die Mitglieder halten sich wirklich an diese Erlasse.
Ist ein Leben nach den Takanot der einzige Weg, um auf den Pfaden unserer Vorvaeter zu bleiben ? Hat die juedisch - orthodoxe Gesellschaft versagt, weil sich ihre Mitglieder viel zu sehr dem Materialismus und einem Leben ausserhalb der Thora verschrieben haben ? Kann es ein Leben ausserhalb geben auch wenn ich die Mitzwot halte ? Und ueberhaupt, wer sagt, dass ich als religioese Person nicht ins Kino gehen und mir einen Film anschauen kann ? Ich habe keine Ahnung, was unsere Vormuetter und Vorvaeter dazu sagen wuerden. Wie uns aber die Thora berichtet, verstanden sie es, ein Leben ausserhalb zu fuehren ohne jemals die Thora oder G - tt zu vergessen. Wir sollten uns darauf konzentrieren, dass der Einfluss von ausserhalb nicht unser gesamtes Leben kontrolliert. Jeder muss dabei seinen eigenen fuer ihn akzeptablen Weg finden.
Obwohl ich das chassidische Leben sehr bewundere, koennte ich mir nicht vorstellen, nur in eine Richtung zu gehen. Ich liebe es zu Chassidim zu gehen und Chassidut zu lernen, aber genauso gehe ich ab und zu ins Kino oder ins Cafe. Ich bin nicht wirklich hier oder dort, was mich nicht selten stoert. Dennoch bin ich derzeit noch nicht fuer eine endgueltige Entscheidung bereit. Nur auf einer Seite zu stehen bringt die Gefahr mit sich, depressiv zu werden. Und genau das ist es, was das Judentum nicht will; jemanden in Depressionen zu stuerzen.
In Israel ist die chassidische Gruppe Toldot Aharon sehr bekannt fuer ihre strenge Ideologie. Das alltaegliche Leben der Mitglieder richtet sich nach den sogenannten "Takanot", welche vom Gruender sowie ersten Rebben, Rabbi Aharon Roth, eingefuehrt wurden. Fuer viele mag das in der heutigen Zeit fremd klingen. Takanot, die mir genau sagen, wie ich mein Leben zu fuehren habe ?
Um einmal zwei kleine Beispiele aus dem Buch der Takanot (Sefer HaTakanot) zu nennen: Mitgliedern der Gruppe Toldot Aharon ist es verboten, ein Radio zu besitzen.
Ob die Regel noch gilt, dass jedes Mitglied, welches fuer einige Tage verreisen will, erst die Zustimmung des Rebben einholen muss, habe ich noch nicht herausgefunden. Zumindest ist diese Regel in den Takanot erwaehnt.
Wenn man das so hoert glaubt man, dass dieses alles alt und ueberholt sei. Genauso dachte ich auch, doch beschaeftige ich mich sehr ausfuehrlich mit den Schriften der verschiedenen Rebben von Toldot Aharon, Toldot Avraham Yitzchak und den Shomrei Emunim (Guardians of Faith) und ich fand sehr viele interessante Anhaltspunkte, warum die Takanot erlassen worden sind.
Zuerst einmal heisst es, dass Rebbe Aharon Roth eine perfekte religioese Gesellschaft erschaffen wollte. Nun, das wollen viele und soziologisch betrachtet bringen diese Vorhaben nicht selten diktatorische Prinzipien mit sich.
Ich denke kaum, dass Rebbe Roth ein Diktator sein wollte, dazu war er zu religioes und zu intelligent. Es ging ihm vielmehr darum, seine Anhaenger auf dem Pfad unserer Vorvaeter Avraham, Yitzchak und Yaakov zu halten. Die Kleidung sollte entsprechend sein genauso wie das Verhalten. Nicht, dass die Mitglieder sich voellig von der Aussenwelt abschotten, doch sollen sie religioes gesehen so stark sein, um auf aeussere Einfluesse nicht zu reagieren. Auf dem Pfad der Vorvaeter zu bleiben heisst, sich nicht anderweitig im Leben zu orientieren. Natuerlich ist das in unserer heutigen Zeit der Massenkommnunikation wie Internet, Presse, Musik etc. nicht immer einfach.
Ist es in unserer heutigen Gesellschaft nicht unvermeidbar, nach neuen Wegen im Leben zu suchen ? Haeufig jedoch kommt es mir so vor, dass die Menschen staendig nach etwas Neuem fuer sich selbst suchen. Sie sind sogar so sehr mit der Suche beschaeftigt, dass sie eigentlich gar nicht mehr wissen, was genau sie denn suchen.
Obwohl wir uns an die Mitzwot (Gebote) halten, sind wir definitiv von der Aussenwelt beeinflusst. An allererster Stelle steht der Materialismus. Egal ob nationalreligioes, haredi oder chassidisch, viele denken nur daran, wie sie das neueste Auto erstehen koennen, ihr Apartment ausbauen oder sich den allerneuesten Computer anschaffen. Jeden Donnerstag, wenn die neue Ausgabe einer bestimmten haredischen (ultra - orthod.) Wochenzeitung erscheint, sehe ich maennliche Haredim wie sie sich sofort auf die Anzeigen mit den Autoverkaeufen stuerzen.
Weiterhin ist es den Mitglieder der Toldot Aharon untersagt, sich etwas auf ihr Thorawissen einzubilden. Dieses Verhalten ist allgemein in vielen Faellen so unueblich geworden. Ich traf unzaehlige Rabbis und Yeshiva - Studenten, die ueberheblich sind, dass sie mit keinem aussserhalb ihre Kreises kommunizieren. Bei Toldot Aharon wurde ich eines besseren belehrt. Die Mitglieder halten sich wirklich an diese Erlasse.
Ist ein Leben nach den Takanot der einzige Weg, um auf den Pfaden unserer Vorvaeter zu bleiben ? Hat die juedisch - orthodoxe Gesellschaft versagt, weil sich ihre Mitglieder viel zu sehr dem Materialismus und einem Leben ausserhalb der Thora verschrieben haben ? Kann es ein Leben ausserhalb geben auch wenn ich die Mitzwot halte ? Und ueberhaupt, wer sagt, dass ich als religioese Person nicht ins Kino gehen und mir einen Film anschauen kann ? Ich habe keine Ahnung, was unsere Vormuetter und Vorvaeter dazu sagen wuerden. Wie uns aber die Thora berichtet, verstanden sie es, ein Leben ausserhalb zu fuehren ohne jemals die Thora oder G - tt zu vergessen. Wir sollten uns darauf konzentrieren, dass der Einfluss von ausserhalb nicht unser gesamtes Leben kontrolliert. Jeder muss dabei seinen eigenen fuer ihn akzeptablen Weg finden.
Obwohl ich das chassidische Leben sehr bewundere, koennte ich mir nicht vorstellen, nur in eine Richtung zu gehen. Ich liebe es zu Chassidim zu gehen und Chassidut zu lernen, aber genauso gehe ich ab und zu ins Kino oder ins Cafe. Ich bin nicht wirklich hier oder dort, was mich nicht selten stoert. Dennoch bin ich derzeit noch nicht fuer eine endgueltige Entscheidung bereit. Nur auf einer Seite zu stehen bringt die Gefahr mit sich, depressiv zu werden. Und genau das ist es, was das Judentum nicht will; jemanden in Depressionen zu stuerzen.
Samstag, Juni 16, 2007
Zwei chassidische Tische am Shabbat
B"H
Wie gewohnt waren meine Freundin und ich gestern wieder bei chassidischen Tischen zu Gast.
Zuerst waren wir beim Tisch der Chassidut Toldot Aharon und danach zog es uns zu deren Abspaltung Toldot Avraham Yitzchak.
Ich werde morgen ausfuehrlich darueber berichten, genauso wie die Gruendung von Toldot Aharon und ihrer zwei Abspaltungen erklaeren.
Da wir erst heute frueh gegen 3.30 Uhr den letzten Tisch verliessen, schafften wir es nicht mehr, in die Synagoge der Shomrei Emunim zu gehen. Schlafen war erst einmal angesagt.
Die Shomrei Emunim werden wir jedoch am naechsten Shabbat nachholen.
Wie gewohnt waren meine Freundin und ich gestern wieder bei chassidischen Tischen zu Gast.
Zuerst waren wir beim Tisch der Chassidut Toldot Aharon und danach zog es uns zu deren Abspaltung Toldot Avraham Yitzchak.
Ich werde morgen ausfuehrlich darueber berichten, genauso wie die Gruendung von Toldot Aharon und ihrer zwei Abspaltungen erklaeren.
Da wir erst heute frueh gegen 3.30 Uhr den letzten Tisch verliessen, schafften wir es nicht mehr, in die Synagoge der Shomrei Emunim zu gehen. Schlafen war erst einmal angesagt.
Die Shomrei Emunim werden wir jedoch am naechsten Shabbat nachholen.
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Allgemein
Freitag, Juni 15, 2007
Great Job, Ron
B"H
Hier koennt Ihr einmal live das Jerusalem Syndrom erleben.
Ein Amerikaner, der sich Eliyahu HaNavi (Prophet Eliah) nennt, predigt regelmaessig in der Ben Yehudah Fussgaengerzone.
Der sitzende Haredi, der ihn bei seiner Predigt stoert, ist ein Bekannter von mir namens Ron Ovadiah.
Hier koennt Ihr einmal live das Jerusalem Syndrom erleben.
Ein Amerikaner, der sich Eliyahu HaNavi (Prophet Eliah) nennt, predigt regelmaessig in der Ben Yehudah Fussgaengerzone.
Der sitzende Haredi, der ihn bei seiner Predigt stoert, ist ein Bekannter von mir namens Ron Ovadiah.
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Christl. Missionare,
Jerusalem
Donnerstag, Juni 14, 2007
Neue Kleidung, alte Vorurteile
B"H
Gerade war ich auf dem Machane Yehudah Markt mit der Absicht, einen oder mehrere anstaendige Roecke zu kaufen. In den Synagogen Mea Shearims bzw. bei den Tischen der chassidischen Rebben ist anstaendige Kleidung ein absolutes Muss.
Ich besitze zwar einiges an diverser Kleidung, doch will ich meinen Bestand etwas aufstocken. Also schaute ich auf dem Machane Yehudah herum und ging in einen der kleinen Bekleidungslaeden. Dort stuerzte sich der Inhaber sogleich auf mich und wuehlte hoechstpersoenlich in dem Staender. Ich fand das witzig, denn ich hatte noch nie einen maennlichen Verkaeufer in einem Frauenbekleidungsgeschaeft.
Wie ich schon erwartete, kam er mit den unmoeglichsten Modellen daher. Ich machte ein dementsprechendes Gesicht und erklaerte ihm, dass es religioes, aber normal ausschauen muss. Mea Shearim, aber nicht zu uebertrieben.
Und dann kam er erst richtig in Fahrt. Er schleppte mir die allerhaesslichsten Modelle an und ich viel fast in Ohnmacht. Schliesslich sagte ich ihm, dass ich schon allein zurecht kaeme und er liess mich in Ruhe. Als ich den Laden ohne etwas zu kaufen verliess, war er beleidigt.
Ich weiss nicht, was die Leute fuer Vorstellungen haben, aber wenn ich Haredi oder Mea Shearim sage dann heisst das noch lange nicht, dass ich mich jetzt in eine Lumpensammlung kleiden muss. Auch in solchen Kreisen gibt es sehr gute Kleidung, was sich anscheinend noch nicht so herumgesprochen hat.
In der Agrippas nahe King George wurde ich fuendig. Ein schwarzer Rock. Etwas teuer, aber kein Ramsch.
Gerade war ich auf dem Machane Yehudah Markt mit der Absicht, einen oder mehrere anstaendige Roecke zu kaufen. In den Synagogen Mea Shearims bzw. bei den Tischen der chassidischen Rebben ist anstaendige Kleidung ein absolutes Muss.
Ich besitze zwar einiges an diverser Kleidung, doch will ich meinen Bestand etwas aufstocken. Also schaute ich auf dem Machane Yehudah herum und ging in einen der kleinen Bekleidungslaeden. Dort stuerzte sich der Inhaber sogleich auf mich und wuehlte hoechstpersoenlich in dem Staender. Ich fand das witzig, denn ich hatte noch nie einen maennlichen Verkaeufer in einem Frauenbekleidungsgeschaeft.
Wie ich schon erwartete, kam er mit den unmoeglichsten Modellen daher. Ich machte ein dementsprechendes Gesicht und erklaerte ihm, dass es religioes, aber normal ausschauen muss. Mea Shearim, aber nicht zu uebertrieben.
Und dann kam er erst richtig in Fahrt. Er schleppte mir die allerhaesslichsten Modelle an und ich viel fast in Ohnmacht. Schliesslich sagte ich ihm, dass ich schon allein zurecht kaeme und er liess mich in Ruhe. Als ich den Laden ohne etwas zu kaufen verliess, war er beleidigt.
Ich weiss nicht, was die Leute fuer Vorstellungen haben, aber wenn ich Haredi oder Mea Shearim sage dann heisst das noch lange nicht, dass ich mich jetzt in eine Lumpensammlung kleiden muss. Auch in solchen Kreisen gibt es sehr gute Kleidung, was sich anscheinend noch nicht so herumgesprochen hat.
In der Agrippas nahe King George wurde ich fuendig. Ein schwarzer Rock. Etwas teuer, aber kein Ramsch.
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Israelische Gesellschaft,
Jerusalem
Parashat Korach
B"H
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Das erste, was uns bei dieser Parasha auffaellt, ist das sie nach Korach benannt wurde. Wieso wird eine ganze Thoralesung nach ihm benannt, wenn er doch Moshe und Aharon herausforderte und G - tt ihn strafte ?
Bei Korach begann alles mit einer Prophezeihung, die er hatte. Er sah, dass er selbst die Macht uebernehmen solle (Rashi). Allerdings machte er einen gewaltigen Fehler. Er hatte zwar diese Prophezeihung, doch deutete er sie falsch. Nicht er sollte der Anfuehrer der Juden werden, sondern einer seine Nachfahren, naemlich der Prophet Samuel (Shmuel). Korachs Soehne bereuten rechtzeitig ihre Taten und so ueberlebten sie (Rashi). Dadurch kam es, dass der ueberhebliche Korach ein Vorfahre des grossen Shmuel HaNavi (Samuel der Prophet) ist.
"VaYikach Korach" - "Und Korach entfernte sich….
Korach und seine Anhaenger entfernten sich vom Rest der Israeliten (Rashi, Ramban, Maharal von Prag etc.). Korach kam mit 250 seiner Anhaenger zu Moshe und forderte ihn heraus. Auch er war vom Stamm Levi, denn sein Vater Kehat war ein Sohn Levis, genauso wie Amram, der Vater Moshe und Aharons. Moshe und Korach waren also Cousins und Korach sah nicht ein, dass nur Moshe und Aharon die Fuehrung der Israeliten uebernommen hatten. Er war neidisch und wollte ebenso einen Teil vom Kuchen abbekommen (Sefat Emet und Ibn Ezra).
Der chassidische Kommentar Degel Machane Ephraim und Rabbi Samson Raphael Hirsch lehren, dass der ganze Streit nur deshalb ausbrach, weil Korach nicht einsah, dass Moshe nur seinem Bruder Aharon das Priesteramt (Cohen) zusprach. Nicht, dass Korach auf Reichtuemer aus war, denn er war mehr als wohlhabend, hatte er doch Yosefs versteckten Schatz in Aegypten gefunden (Sefer Seder HaDorot). Zusaetzlich hatte Korach einen sehr guten Posten inne, denn er war einer derjenigen, die die Bundeslade tragen durften.
Nach dem Ereignis mit den Spionen, die mit falsch interpretierten Berichten zurueckkamen, sah Korach seine Stunde zur Rebellion gekommen. Er warf Moshe vor, dass alle Israeliten heilig seien und somit keiner besonderen Anfuehrers bedarf. Daraufhin verwies Moshe ihn auf den folgenden Tag, an dem G - tt zeigen sollte, wen genau Er als Anfuehrer der Israeliten auserkoren hat.
Warum erst auf den kommenden Tag und nicht gleich ? Die Midrash Rabbah sowie Rabbi Samson Raphael Hirsch kommentieren, dass Moshe Korach und den anderen Rebellen Zeit geben wollte, ihre Anschuldigungen zu bereuen. Einige Stunden Schlaf und die Sache wuerde vielleicht ganz anders ausschauen. Stattdessen aber bereuten Korach & Co. nichts und besiegelten so ihr Schicksal. Nur seine Soehne sprangen im letzten Moment doch noch ab. Genauso wie On, der Sohn Pelets. Die Gemara im Talmud Traktat Sanhedrin 109b - 110a erzaehlt uns genau, wie die Frau von On ihrem Gatten Wein zu trinken gab und ihn so erstmal ausschaltete. On schlief ein, verpasste die Rebellion und blieb am Leben.
Die Ehefrau Korachs dagegen war aus anderem Holz geschnitzt. Laut Gemara in Sanhedrin 100a wiegelte sie ihren Gatten erst so richtig gegen Moshe auf. Sein lieber Cousin Moshe wuerde naemlich nur alles unter sich und seinem Bruder aufteilen und er (Korach) gehe leer aus.
Wie wir in der Thora lesen, wurden alle 250 Rebellen vom sich auftuenden Erdboden verschluckt. In der Gemara Sanhedrin 110a gibt es einen Disput verschiedener Rabbiner darueber, ob Korach wirklich verschluckt wurde, er erst bei der nachfolgenden Plage oder gar beide Tode starb.
Der Ishbitzer Rebbe kommentiert, dass Korach ganz einfach seiner Yetzer folgte. Ploetzlich kam ein Gedanke in ihm auf und ohne gross zu ueberlegen bzw. sich ueber moegliche Konsequenzen bewusst zu sein, folgte er seinem schlechten Gedanken. Haette er nachgedacht, so waere ihm bewusst gewesen, dass G - tt Moshe und Aharon zu den Anfuehrern bestimmt hatte. Natuerlich kann jeder einzelne seine stillen Zweifel an Moshes Herrschaft haben, doch nichtdestotrotz wurde er von G - tt dazu auserwaehlt und Moshe war nicht gerade ein Charakter, der seine Position ausnutzte. Eher im Gegenteil. In der Chassidut wird Moshe ein kompletter Zaddik (Gerechter) genannt, dessen Aufgabe darin besteht, unsere Welt mit G - tt zu verbinden (Degel Machane Ephraim). Genauso sehen bis heute die chassidischen Gruppen ihren Rebben. Nicht, dass heutzutage jemand auf dem Level Moshes ist, dennoch verbindet ein Zaddik unsere Welt mit G - tt und es wird ihm eine bestimmte Kraft nachgesagt, welche diverse G - ttesurteile zum Guten veraendern kann. Siehe Moshe bei seinen Diskursen mit G - tt.
In jeder Generation gibt es einen Zaddik und Leute, die gegen ihn sind. Was ein Rebell gegen einen Zaddik machen kann ist, nachzudenken und seine Energie ins Positive umwandeln (Rabbi Simcha Bunim von Peshis'cha). Dies ist der Weg, um Korachs Seele (Neshama) zu "reparieren", wie man in der Kabbalah oder der Chassidut sagt.
Jeder von uns hat Zeiten in seinem Leben, in denen er negative Gedanken im Kopf mit sich traegt. Allerdings sollte man nicht wild drauflos rennen, sondern sich erst einmal darueber klar werden, was es fuer Folgen hat und ob das alles wirklich das Richtige waere. In dem Moment, in dem man sich eines besseren besinnt, kann man das Negative in etwas Positives umwandeln und hat so einen Tikun Olam (eine Art Weltverbesserung) vollbracht (Baal Shem Tov, Chassidut Chabad und andere).
Da wir an diesem Shabbat ebenso den Beginn des juedischen Monat Tammuz (Rosh Chodesh Tammuz) feiern, bekommt der Shabbat noch eine groessere spirituelle Bedeutung. Eine doppelte Portion an Heiligkeit sozusagen.
Aufgrund des Rosh Chodesh aendern sich der Maftir bei der Thoralesung und die Haftarah (Lesung aus dem Propheten).
Maftir: 28:9 - 15, worin es um diverse Opferungen zum Neumond geht.
Haftarah: Yeshayahu (Jesaja) 66:1 - 24, wo Israels Sieg ueber die Nationen und die unendliche Liebe G - ttes zu Israel beschrieben wird.
Shabbat Shalom und Chodesh Tov (einen guten Monat)
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Das erste, was uns bei dieser Parasha auffaellt, ist das sie nach Korach benannt wurde. Wieso wird eine ganze Thoralesung nach ihm benannt, wenn er doch Moshe und Aharon herausforderte und G - tt ihn strafte ?
Bei Korach begann alles mit einer Prophezeihung, die er hatte. Er sah, dass er selbst die Macht uebernehmen solle (Rashi). Allerdings machte er einen gewaltigen Fehler. Er hatte zwar diese Prophezeihung, doch deutete er sie falsch. Nicht er sollte der Anfuehrer der Juden werden, sondern einer seine Nachfahren, naemlich der Prophet Samuel (Shmuel). Korachs Soehne bereuten rechtzeitig ihre Taten und so ueberlebten sie (Rashi). Dadurch kam es, dass der ueberhebliche Korach ein Vorfahre des grossen Shmuel HaNavi (Samuel der Prophet) ist.
"VaYikach Korach" - "Und Korach entfernte sich….
Korach und seine Anhaenger entfernten sich vom Rest der Israeliten (Rashi, Ramban, Maharal von Prag etc.). Korach kam mit 250 seiner Anhaenger zu Moshe und forderte ihn heraus. Auch er war vom Stamm Levi, denn sein Vater Kehat war ein Sohn Levis, genauso wie Amram, der Vater Moshe und Aharons. Moshe und Korach waren also Cousins und Korach sah nicht ein, dass nur Moshe und Aharon die Fuehrung der Israeliten uebernommen hatten. Er war neidisch und wollte ebenso einen Teil vom Kuchen abbekommen (Sefat Emet und Ibn Ezra).
Der chassidische Kommentar Degel Machane Ephraim und Rabbi Samson Raphael Hirsch lehren, dass der ganze Streit nur deshalb ausbrach, weil Korach nicht einsah, dass Moshe nur seinem Bruder Aharon das Priesteramt (Cohen) zusprach. Nicht, dass Korach auf Reichtuemer aus war, denn er war mehr als wohlhabend, hatte er doch Yosefs versteckten Schatz in Aegypten gefunden (Sefer Seder HaDorot). Zusaetzlich hatte Korach einen sehr guten Posten inne, denn er war einer derjenigen, die die Bundeslade tragen durften.
Nach dem Ereignis mit den Spionen, die mit falsch interpretierten Berichten zurueckkamen, sah Korach seine Stunde zur Rebellion gekommen. Er warf Moshe vor, dass alle Israeliten heilig seien und somit keiner besonderen Anfuehrers bedarf. Daraufhin verwies Moshe ihn auf den folgenden Tag, an dem G - tt zeigen sollte, wen genau Er als Anfuehrer der Israeliten auserkoren hat.
Warum erst auf den kommenden Tag und nicht gleich ? Die Midrash Rabbah sowie Rabbi Samson Raphael Hirsch kommentieren, dass Moshe Korach und den anderen Rebellen Zeit geben wollte, ihre Anschuldigungen zu bereuen. Einige Stunden Schlaf und die Sache wuerde vielleicht ganz anders ausschauen. Stattdessen aber bereuten Korach & Co. nichts und besiegelten so ihr Schicksal. Nur seine Soehne sprangen im letzten Moment doch noch ab. Genauso wie On, der Sohn Pelets. Die Gemara im Talmud Traktat Sanhedrin 109b - 110a erzaehlt uns genau, wie die Frau von On ihrem Gatten Wein zu trinken gab und ihn so erstmal ausschaltete. On schlief ein, verpasste die Rebellion und blieb am Leben.
Die Ehefrau Korachs dagegen war aus anderem Holz geschnitzt. Laut Gemara in Sanhedrin 100a wiegelte sie ihren Gatten erst so richtig gegen Moshe auf. Sein lieber Cousin Moshe wuerde naemlich nur alles unter sich und seinem Bruder aufteilen und er (Korach) gehe leer aus.
Wie wir in der Thora lesen, wurden alle 250 Rebellen vom sich auftuenden Erdboden verschluckt. In der Gemara Sanhedrin 110a gibt es einen Disput verschiedener Rabbiner darueber, ob Korach wirklich verschluckt wurde, er erst bei der nachfolgenden Plage oder gar beide Tode starb.
Der Ishbitzer Rebbe kommentiert, dass Korach ganz einfach seiner Yetzer folgte. Ploetzlich kam ein Gedanke in ihm auf und ohne gross zu ueberlegen bzw. sich ueber moegliche Konsequenzen bewusst zu sein, folgte er seinem schlechten Gedanken. Haette er nachgedacht, so waere ihm bewusst gewesen, dass G - tt Moshe und Aharon zu den Anfuehrern bestimmt hatte. Natuerlich kann jeder einzelne seine stillen Zweifel an Moshes Herrschaft haben, doch nichtdestotrotz wurde er von G - tt dazu auserwaehlt und Moshe war nicht gerade ein Charakter, der seine Position ausnutzte. Eher im Gegenteil. In der Chassidut wird Moshe ein kompletter Zaddik (Gerechter) genannt, dessen Aufgabe darin besteht, unsere Welt mit G - tt zu verbinden (Degel Machane Ephraim). Genauso sehen bis heute die chassidischen Gruppen ihren Rebben. Nicht, dass heutzutage jemand auf dem Level Moshes ist, dennoch verbindet ein Zaddik unsere Welt mit G - tt und es wird ihm eine bestimmte Kraft nachgesagt, welche diverse G - ttesurteile zum Guten veraendern kann. Siehe Moshe bei seinen Diskursen mit G - tt.
In jeder Generation gibt es einen Zaddik und Leute, die gegen ihn sind. Was ein Rebell gegen einen Zaddik machen kann ist, nachzudenken und seine Energie ins Positive umwandeln (Rabbi Simcha Bunim von Peshis'cha). Dies ist der Weg, um Korachs Seele (Neshama) zu "reparieren", wie man in der Kabbalah oder der Chassidut sagt.
Jeder von uns hat Zeiten in seinem Leben, in denen er negative Gedanken im Kopf mit sich traegt. Allerdings sollte man nicht wild drauflos rennen, sondern sich erst einmal darueber klar werden, was es fuer Folgen hat und ob das alles wirklich das Richtige waere. In dem Moment, in dem man sich eines besseren besinnt, kann man das Negative in etwas Positives umwandeln und hat so einen Tikun Olam (eine Art Weltverbesserung) vollbracht (Baal Shem Tov, Chassidut Chabad und andere).
Da wir an diesem Shabbat ebenso den Beginn des juedischen Monat Tammuz (Rosh Chodesh Tammuz) feiern, bekommt der Shabbat noch eine groessere spirituelle Bedeutung. Eine doppelte Portion an Heiligkeit sozusagen.
Aufgrund des Rosh Chodesh aendern sich der Maftir bei der Thoralesung und die Haftarah (Lesung aus dem Propheten).
Maftir: 28:9 - 15, worin es um diverse Opferungen zum Neumond geht.
Haftarah: Yeshayahu (Jesaja) 66:1 - 24, wo Israels Sieg ueber die Nationen und die unendliche Liebe G - ttes zu Israel beschrieben wird.
Shabbat Shalom und Chodesh Tov (einen guten Monat)
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Thora Parasha
Rosh Chodesh Tammuz - Der Beginn des juedischen Monat Tammuz
B"H
An diesem Shabbat incl. Sonntag feiern wir den Beginn des juedischen Monat Tammuz.
Wie ich immer wieder neu erwaehne, ist jeder Beginn eines neuen Monats eine neue Chance im Leben etwas zu veraendern.
Der juedische Monat Tammuz steht zwar nicht fuer die positivsten Ereignisse in der Geschichte des Judentums, dennoch sieht ihn die chassidische Gruppe Chabad als den Monat, der das Kommen des Meschiach (die Geulah) einleitet. Fuer Chabad ist der Tammuz sehr wichtig, wurde doch in diesem Monat der sechste Lubavitcher (Chabad) Rebbe, Rabbi Yosef Yitzchak Schneersohn, im Tammuz des Jahres 1927 aus sovietischer Haft entlassen.
Rebbe Yosef Yitzchak war der Schwiegervater des siebten und letzten Lubavitcher Rebben, Rabbi Menachem Mendel Schneerson, welcher im Juni 1994 in New York verstarb. Daher kommt auch die unterschiedliche Schreibweise des Familiennamens Schneerso(h)n.
Bekannt ist der Monat Tammuz vor allem fuer zwei Tragoedien in der juedischen Geschichte. Der ersten Tragoedie gedenken wir am 17. Tammuz. Der Tag, an dem Moshe mit dem ersten Paar der Bundestafeln (Luchot) vom Berg Sinai zurueckkam, er die Israeliten um das Goldene Kalb tanzen sah und die zwei Laden vor Aerger zerschmetterte. Viele Jahre spaeter zerstoerten die Babyloniern am 17. Tammuz die aeussere Tempelmauer, was die Zerstoerung des 1. Tempels einleitete.
Auf die Bedeutung des 17. Tammuz, der ein Halbfastentag ist, werde ich in einem spaeteren Beitrag eingehen.
Wie schon bekannt, steht laut des kabbalistischen Buches Sefer Yetzirah (Book of Creation) jeder juedische Monat fuer einen bestimmten hebraeischen Buchstaben, einen israelitischen Stamm, einen der menschlichen Sinne, ein Sternzeichen und ein Koerperteil.
Der Buchstabe des Tammuz ist das Chet ח, das Sternzeichen ist der Krebs, der Koerperteil ist die rechte Hand, der Stamm ist Reuven und der menschliche Sinn ist die Sehkraft.
In der letzten Thoralesung (Parasha) lasen wir ueber die Spione, welche Moshe ins Land Canaan sandte, um es auszukundschaften. Leider interpretierten die Spione das Gesehene falsch und brachten den Israeliten falsche Berichte, die fatale Auswirkungen zur Folge hatten. Auch Eva und Adam (Chava und Adam) im Paradies setzten ihre Sehkraft fuer negative Zwecke ein. Sie schauten auf den Apfel und assen ihn, heisst, sie begehrten ihn mit ihren Augen.
Im Monat Tammuz haben wird daher die Aufgabe, den menschlichen Sinn der Sehkraft zu "reparieren", indem wir unsere Sehkraft positiv einsetzen.
Der Monatsbeginn faellt dieses Mal auf den Shabbat, wodurch sich am Shabbat die Thora – bzw. die Haftarahlesung (Propheten) etwas veraendert. Auch fuegen wir im Birkat HaMazon – Gebet (Gebet nach dem Brotessen) das "Yaaleh ve Yavo" ein.
Chodesh Tov – einen guten Monat an alle !!!
An diesem Shabbat incl. Sonntag feiern wir den Beginn des juedischen Monat Tammuz.
Wie ich immer wieder neu erwaehne, ist jeder Beginn eines neuen Monats eine neue Chance im Leben etwas zu veraendern.
Der juedische Monat Tammuz steht zwar nicht fuer die positivsten Ereignisse in der Geschichte des Judentums, dennoch sieht ihn die chassidische Gruppe Chabad als den Monat, der das Kommen des Meschiach (die Geulah) einleitet. Fuer Chabad ist der Tammuz sehr wichtig, wurde doch in diesem Monat der sechste Lubavitcher (Chabad) Rebbe, Rabbi Yosef Yitzchak Schneersohn, im Tammuz des Jahres 1927 aus sovietischer Haft entlassen.
Rebbe Yosef Yitzchak war der Schwiegervater des siebten und letzten Lubavitcher Rebben, Rabbi Menachem Mendel Schneerson, welcher im Juni 1994 in New York verstarb. Daher kommt auch die unterschiedliche Schreibweise des Familiennamens Schneerso(h)n.
Bekannt ist der Monat Tammuz vor allem fuer zwei Tragoedien in der juedischen Geschichte. Der ersten Tragoedie gedenken wir am 17. Tammuz. Der Tag, an dem Moshe mit dem ersten Paar der Bundestafeln (Luchot) vom Berg Sinai zurueckkam, er die Israeliten um das Goldene Kalb tanzen sah und die zwei Laden vor Aerger zerschmetterte. Viele Jahre spaeter zerstoerten die Babyloniern am 17. Tammuz die aeussere Tempelmauer, was die Zerstoerung des 1. Tempels einleitete.
Auf die Bedeutung des 17. Tammuz, der ein Halbfastentag ist, werde ich in einem spaeteren Beitrag eingehen.
Wie schon bekannt, steht laut des kabbalistischen Buches Sefer Yetzirah (Book of Creation) jeder juedische Monat fuer einen bestimmten hebraeischen Buchstaben, einen israelitischen Stamm, einen der menschlichen Sinne, ein Sternzeichen und ein Koerperteil.
Der Buchstabe des Tammuz ist das Chet ח, das Sternzeichen ist der Krebs, der Koerperteil ist die rechte Hand, der Stamm ist Reuven und der menschliche Sinn ist die Sehkraft.
In der letzten Thoralesung (Parasha) lasen wir ueber die Spione, welche Moshe ins Land Canaan sandte, um es auszukundschaften. Leider interpretierten die Spione das Gesehene falsch und brachten den Israeliten falsche Berichte, die fatale Auswirkungen zur Folge hatten. Auch Eva und Adam (Chava und Adam) im Paradies setzten ihre Sehkraft fuer negative Zwecke ein. Sie schauten auf den Apfel und assen ihn, heisst, sie begehrten ihn mit ihren Augen.
Im Monat Tammuz haben wird daher die Aufgabe, den menschlichen Sinn der Sehkraft zu "reparieren", indem wir unsere Sehkraft positiv einsetzen.
Der Monatsbeginn faellt dieses Mal auf den Shabbat, wodurch sich am Shabbat die Thora – bzw. die Haftarahlesung (Propheten) etwas veraendert. Auch fuegen wir im Birkat HaMazon – Gebet (Gebet nach dem Brotessen) das "Yaaleh ve Yavo" ein.
Chodesh Tov – einen guten Monat an alle !!!
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Feiertage
Mittwoch, Juni 13, 2007
Satirische Gedanken zum juedisch - christlichen Dialog
B"H
In Israel stellt sich mir das Thema juedisch - christlicher Dialog nicht. Ich lebe orthodox, mein Freundeskreis ist fast nur religioes und meine Freizeit verbringe ich ueberwiegend mit der juedischen Religion. Man koennte fast sagen, dass ich mich ausschliesslich mit der juedischen Religion beschaeftige. Nichtjuden gehoeren nicht in meinem Freundeskreis. Ausser vielleicht ein paar Leuten, die gerade an einem orthodoxen Konversionskurs (Giur) teilnehmen bzw. auf ihr Beit Din (rabbinisches Gericht) warten.
Als ich noch in Deutschland lebte, war das anders. In unserer kleinen sogenannten orthodoxen Gemeinde gab es kaum Juden und daher bestand mein Freundeskreis aus Nichtjuden. Den besten juedisch - christlichen Dialog hatte ich mit ihnen, wenn wir nicht ueber das Thema Religion sprachen. In dem Moment funktionierte unsere Freundschaft wunderbar. Meine nichtjuedischen Freunde waren allerdings nicht die Art von Leuten, die einen mit einem unschuldigen Marienlaecheln angrinsen und fragen, warum wir Juden denn nicht an J. glauben. Wenn Freunde oder Arbeitskollegen mich nach der juedischen Religion fragten, dann bekamen sie von mir eine ausfuehrliche Antwort. Missionieren wollte mich keiner.
Die richtigen christlichen Missionare habe ich erst in Israel kennen gelernt und durch deren Gerede lernte ich eine Menge darueber, was die christlichen Kirchen wirklich ueber Juden denken. Mit Kirchen, die Sprueche verbreiten wie, G - tt haette die Juden verlassen und sich die Christen als Auserwaehltes Volk zugelegt, will ich nichts zu tun haben. Schon viele Male wies ich daraufhin, dass G - tt unzaehlige Male in der Thora sagt, dass die Juden das Auserwaehlte Volk sind, die Mitzwot (Gebote) fuer sie sind und die Thora fuer alle Ewigkeiten gelten wird. Des weiteren ist die Thora nicht veraenderbar; es darf nichts hinzugefuegt oder Inhalte herausgenommen bzw. veraendert werden.
Ein weiterer Punkt, der mir bei Christen aufstoesst ist, dass sie versuchen juedische Inhalte mit christlichem Denken zu verstehen. Was immer wir auch sagen, alles wird sofort in christliche Sichtweisen umgewandelt. Fuer dieses Verhalten habe ich ein tolles Beispiel von der sogenannten "Woche der Bruederlichkeit 1998" in unserer kleinen deutschen Gemeinde. Nach dem Synagogeng - ttesdienst am Shabbat lud der Rabbiner alle anwesenden Christen zum Kiddush (Segen ueber den Wein) ein. Eine nichtjuedische Frau fragte mich sogleich ganz eifrig, ob denn das etwas mit J. und seinem Abendmahl zu tun haette. Voellig genervt sagte ich ihr, sie moege doch bitte den Rabbiner fragen.
"Ja, sagte die Frau zu mir, wenn sie (die Juden) nicht kooperativ sind, wie koennen sie (die Juden) dann von uns Toleranz erwarten ?"
Mit anderen Worten etwas ueberzogen ausgedrueckt: Antworte mir gefaelligst oder ab nach Auschwitz.
Genauso wie diese Frau wissen die meisten deutschen Nichtjuden absolut gar nichts ueber das Judentum. Vielleicht hat sich der ein oder andere hier und da einmal etwas angelesen und meint dann, er muesse uns Juden jetzt sagen, wo es lang geht. Wer wirklich am Judentum interessiert ist, der geht ganz anders vor und informiert sich richtig.
Was sich in Deutschland grosser Beliebtheit erfreut ist das Einladen orthodoxer Rabbiner in christliche Gemeinden. Alle christlichen Gemeindemitglieder kommen dann sofort einen Juden anschauen. Und wenn der Herr Rabbiner zusaetzlich noch einen schwarzen Anzug und Hut traegt, ist die Begeisterung gleich noch viel groesser. Da wird dann richtig euphorisch mitgeklatscht. Ganz Happy Clappy.
Persoenlich habe ich ein ganz grosses Problem damit, wenn sich sogenannte orthodoxe Rabbiner in christlichen Gemeinden bewegen. Einer der Gruende fuer deren halachisch nicht einwandfreies Verhalten mag sein, dass sie endlich einmal ein Publikum haben wollen, was ihnen zuhoert. Andererseits suchen sie Anerkennung, um ihr Ego aufzuputschen. "Wow, sagen sich die christlichen Aktivisten, was der Herr Rabbiner so alles weiss."
Selbst wenn er nichts weiss, merkt ja eh keiner.
Wie soll ich als Jude einen Dialog mit Menschen fuehren, die mich insgeheim missionieren wollen ? Manchmal mag der Dialog sogar recht positiv sein, bis dann, ja, bis die Katze aus dem Sack gelassen wird und ich mir falsch interpretierte Zitate aus den Propheten anhoeren muss. "Sehen Sie, G - tt hat das alles ganz anders gemeint und Sie muessen das halt nur glauben".
Judentum und Christentum sind zwei grundsaetzlich verschiedene Religionen. Warum muss ich mich zum Dialog bereiterklaeren, wenn die Gegenseite behauptet, sie sei jetzt auserwaehlt und besitze den Heiligen Geist ?
Fuer die juedischen Leser: Ruach HaKodesh, der im Judentum eine voellig andere Bedeutung hat als im Christentum, die Kirchen jedoch glauben, ihn allein zu besitzen selbst wenn sie nicht wissen, um was es sich handelt.
Wer ernsthafte Fragen zum Judentum hat, der kann sie gerne stellen. Antworten wird der interessierte Nichtjude immer bekommen. Auch ohne Dialog.
In Israel stellt sich mir das Thema juedisch - christlicher Dialog nicht. Ich lebe orthodox, mein Freundeskreis ist fast nur religioes und meine Freizeit verbringe ich ueberwiegend mit der juedischen Religion. Man koennte fast sagen, dass ich mich ausschliesslich mit der juedischen Religion beschaeftige. Nichtjuden gehoeren nicht in meinem Freundeskreis. Ausser vielleicht ein paar Leuten, die gerade an einem orthodoxen Konversionskurs (Giur) teilnehmen bzw. auf ihr Beit Din (rabbinisches Gericht) warten.
Als ich noch in Deutschland lebte, war das anders. In unserer kleinen sogenannten orthodoxen Gemeinde gab es kaum Juden und daher bestand mein Freundeskreis aus Nichtjuden. Den besten juedisch - christlichen Dialog hatte ich mit ihnen, wenn wir nicht ueber das Thema Religion sprachen. In dem Moment funktionierte unsere Freundschaft wunderbar. Meine nichtjuedischen Freunde waren allerdings nicht die Art von Leuten, die einen mit einem unschuldigen Marienlaecheln angrinsen und fragen, warum wir Juden denn nicht an J. glauben. Wenn Freunde oder Arbeitskollegen mich nach der juedischen Religion fragten, dann bekamen sie von mir eine ausfuehrliche Antwort. Missionieren wollte mich keiner.
Die richtigen christlichen Missionare habe ich erst in Israel kennen gelernt und durch deren Gerede lernte ich eine Menge darueber, was die christlichen Kirchen wirklich ueber Juden denken. Mit Kirchen, die Sprueche verbreiten wie, G - tt haette die Juden verlassen und sich die Christen als Auserwaehltes Volk zugelegt, will ich nichts zu tun haben. Schon viele Male wies ich daraufhin, dass G - tt unzaehlige Male in der Thora sagt, dass die Juden das Auserwaehlte Volk sind, die Mitzwot (Gebote) fuer sie sind und die Thora fuer alle Ewigkeiten gelten wird. Des weiteren ist die Thora nicht veraenderbar; es darf nichts hinzugefuegt oder Inhalte herausgenommen bzw. veraendert werden.
Ein weiterer Punkt, der mir bei Christen aufstoesst ist, dass sie versuchen juedische Inhalte mit christlichem Denken zu verstehen. Was immer wir auch sagen, alles wird sofort in christliche Sichtweisen umgewandelt. Fuer dieses Verhalten habe ich ein tolles Beispiel von der sogenannten "Woche der Bruederlichkeit 1998" in unserer kleinen deutschen Gemeinde. Nach dem Synagogeng - ttesdienst am Shabbat lud der Rabbiner alle anwesenden Christen zum Kiddush (Segen ueber den Wein) ein. Eine nichtjuedische Frau fragte mich sogleich ganz eifrig, ob denn das etwas mit J. und seinem Abendmahl zu tun haette. Voellig genervt sagte ich ihr, sie moege doch bitte den Rabbiner fragen.
"Ja, sagte die Frau zu mir, wenn sie (die Juden) nicht kooperativ sind, wie koennen sie (die Juden) dann von uns Toleranz erwarten ?"
Mit anderen Worten etwas ueberzogen ausgedrueckt: Antworte mir gefaelligst oder ab nach Auschwitz.
Genauso wie diese Frau wissen die meisten deutschen Nichtjuden absolut gar nichts ueber das Judentum. Vielleicht hat sich der ein oder andere hier und da einmal etwas angelesen und meint dann, er muesse uns Juden jetzt sagen, wo es lang geht. Wer wirklich am Judentum interessiert ist, der geht ganz anders vor und informiert sich richtig.
Was sich in Deutschland grosser Beliebtheit erfreut ist das Einladen orthodoxer Rabbiner in christliche Gemeinden. Alle christlichen Gemeindemitglieder kommen dann sofort einen Juden anschauen. Und wenn der Herr Rabbiner zusaetzlich noch einen schwarzen Anzug und Hut traegt, ist die Begeisterung gleich noch viel groesser. Da wird dann richtig euphorisch mitgeklatscht. Ganz Happy Clappy.
Persoenlich habe ich ein ganz grosses Problem damit, wenn sich sogenannte orthodoxe Rabbiner in christlichen Gemeinden bewegen. Einer der Gruende fuer deren halachisch nicht einwandfreies Verhalten mag sein, dass sie endlich einmal ein Publikum haben wollen, was ihnen zuhoert. Andererseits suchen sie Anerkennung, um ihr Ego aufzuputschen. "Wow, sagen sich die christlichen Aktivisten, was der Herr Rabbiner so alles weiss."
Selbst wenn er nichts weiss, merkt ja eh keiner.
Wie soll ich als Jude einen Dialog mit Menschen fuehren, die mich insgeheim missionieren wollen ? Manchmal mag der Dialog sogar recht positiv sein, bis dann, ja, bis die Katze aus dem Sack gelassen wird und ich mir falsch interpretierte Zitate aus den Propheten anhoeren muss. "Sehen Sie, G - tt hat das alles ganz anders gemeint und Sie muessen das halt nur glauben".
Judentum und Christentum sind zwei grundsaetzlich verschiedene Religionen. Warum muss ich mich zum Dialog bereiterklaeren, wenn die Gegenseite behauptet, sie sei jetzt auserwaehlt und besitze den Heiligen Geist ?
Fuer die juedischen Leser: Ruach HaKodesh, der im Judentum eine voellig andere Bedeutung hat als im Christentum, die Kirchen jedoch glauben, ihn allein zu besitzen selbst wenn sie nicht wissen, um was es sich handelt.
Wer ernsthafte Fragen zum Judentum hat, der kann sie gerne stellen. Antworten wird der interessierte Nichtjude immer bekommen. Auch ohne Dialog.
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Dienstag, Juni 12, 2007
Toldot Aharon beim Tanz
B"H
Schon in mehreren Beitraegen haben ich die chassidische Gruppe Toldot Aharon beschrieben, doch im Ausland weiss kaum jemand, wie sie ausschauen.
Hier ein kurzes Video vom letzten Sukkot (Laubhuettenfest) aus der Toldot Aharon Synagoge in Jerusalem / Mea Shearim. Hier seht ihr auch, wo genau der beruehmte Tisch mit dem Rebben stattfindet.
Schon in mehreren Beitraegen haben ich die chassidische Gruppe Toldot Aharon beschrieben, doch im Ausland weiss kaum jemand, wie sie ausschauen.
Hier ein kurzes Video vom letzten Sukkot (Laubhuettenfest) aus der Toldot Aharon Synagoge in Jerusalem / Mea Shearim. Hier seht ihr auch, wo genau der beruehmte Tisch mit dem Rebben stattfindet.
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Chassidut Toldot Aharon
Moishe Hundesohn
B"H
Von einer Leserin bekam ich diesen Link in Bezug auf den angesprochenen juedisch - christlichen Dialog zugesandt. Ich hoffe, ihr geniesst den Cartoon genauso wie ich.:-)
http://www.israeli-art.com/satire/judensau.htm
Von einer Leserin bekam ich diesen Link in Bezug auf den angesprochenen juedisch - christlichen Dialog zugesandt. Ich hoffe, ihr geniesst den Cartoon genauso wie ich.:-)
http://www.israeli-art.com/satire/judensau.htm
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Montag, Juni 11, 2007
Verliert die Frau ihre Wuerde ?
B"H
In einigen deutschen Blogs wird gerade eine angeregte Debatte um die Kopfbedeckung der juedischen bzw. muslimischen Frau gefuehrt. Ich kann diese ganze Debatte in Deutschland ueberhaupt nicht verstehen, denn jeder sollte eine andere Religion zumindest respektieren und sich nicht einmischen. In Israel haben wir keine religioesen Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Juden, aber hier wie auch anderswo versuchen sich vor allem Christen immer einzumischen, da sie meinen, dass ihnen allein die Welt gehoere und nur sie alles wissen.
Aber nicht nur ich finde die Diskussion ueberfluessig. Wer einem Amerikaner von dem Streit um eine Kopfbedeckung der Frau erzaehlt, der wird genauso auf Erstaunen treffen, denn vor allem in den Staaten gilt das Persoenlichkeitsrecht. Jeder hat seine religioese Freiheit und auf dieses Verfassungsrecht wird dort aeusserst viel Wert gelegt.
In Israel gibt es keinerlei Diskussionen der Gesellschaft ueber die Kopfbedeckung der orthodoxen juedischen Frau. Die Nationalreligioesen bedecken ihre Haare ueberwiegend mit Hueten, die uebrigens chic und modisch sind. Bei den Haredim kommt es auf die Gruppenzugehoerigkeit an. Litvishe Frauen bedecken ihre Haare vorwiegend mit Peruecken. Aber hier ist Vorsicht geboten, denn nur die aschkenazischen Frauen verwenden die Peruecke, die sephardischen dagegen nicht. Der fruehere sephardische Oberrabbiner Rabbi Ovadiah Yosef sprach sich schon vor Jahren gegen die Peruecke aus.
Auch bei der Chassidut Breslov tragen die Frauen keine Peruecken, sondern die sogenannte "Mitpachat", eine Art Stoffmuetze.
Wer nun unbedingt auf den allseits beliebten Feminismus pocht, der wird den ungarisch - rumaenischen Brauch diverser chassidischer Gruppen mit Abscheu betrachten. Was bei Belz oder Satmar nicht immer der Fall sein muss, ist bei der Chassidut Toldot Aharon alltaeglich. Ca. zwei Tage nach der Hochzeit rasiert jede Frau ihre Haare ganz ab und bedeckt ihren Kopf mit einem Tuch. Wochentags ist dies ein schwarzes und am Shabbat ein weisses Tuch.
Viele moegen nun ihren Kopf schuetteln, doch gebe ich zu bedenken, dass wer mit diesen Traditionen aufwaechst, sich auf keine Diskussionenn darueber einlaesst.
Das Problem ist, dass viele einfach nur fremde Traditionen aus ihren eigenen Augen heraus und mit ihren eigenen Weltanschauungen betrachten. Alles was nicht meinen Werten entspricht, ist abartig und inakzeptabel. Fragt man dagegen eine chassidische oder auch eine muslimische Frau, schaut die Antwort ganz anders aus.
Im Internet las ich einen sehr guten Artikel amerikanischer Psychologen und Psychiater zum Thema, ob die chassidische Frau sich wirklich unterdrueckt fuehlt. Wie kann ich mit einer guten Portion Feminismus in dieser chassidischen Maennerwelt bestehen oder mich da ueberhaupt unterordnen ? Wie koennen Frauen mit Doktortiteln am Shabbat in die Synagoge gehen und sich den orthodoxen Regeln der Sitztrennung (Mechitza) oder der Maennerbastion unterordnen ? Persoenlich wurde mir die Frage schon auf der Arbeit gestellt. Wie kann ich gerade zu den Chassidim gehen ?
Ebenso untersuchten die amerikanischen Psychologen die Frage, wie z.B. eine Frau von Toldot Aharon damit umgeht, dass sie nach der Hochzeit ihre Haare verliert. Muss das nicht ein gewaltiger psychischer Schock fuer die Frau sein, vor dem Spiegel zu stehen und keine Haare mehr zu haben ?
Aus meiner persoenlichen Sicht kann ich sagen, dass ich die Trennung zwischen Mann und Frau in der Synagoge nicht als defamierend fuer mich empfinde. Ehrlich gesagt denke ich nie darueber nach, denn es ist nichts Aussergewoehnliches fuer mich, den Fraueneingang aufzusuchen. Diskriminiert fuehle ich mich nicht. Vielleicht ist es nicht jedermanns Sache, sich nach der Hochzeit die Haare abzurasieren, doch bin ich kein Mitglied bei Toldot Aharon. Und dort wiederum kommt diese Frage erst gar nicht auf.
Auch in der orthodoxen bzw. chassidischen Welt ist es durchaus moeglich Feminismus zu leben. Natuerlich gibt es Grenzen, aber keine chassidische Frau kaeme jetzt unbedingt auf die Idee, High Life machen zu muessen. Es handelt sich hier um Gesellschaften mit anderen Wertevorstellungen und wer das von aussen nicht akzeptieren kann, ist selber schuld. Anders herum gesehen sind die anscheinend so tollen Feministinnen in den Augen der chassidischen Frauen genauso obskur und fremd.
In einigen deutschen Blogs wird gerade eine angeregte Debatte um die Kopfbedeckung der juedischen bzw. muslimischen Frau gefuehrt. Ich kann diese ganze Debatte in Deutschland ueberhaupt nicht verstehen, denn jeder sollte eine andere Religion zumindest respektieren und sich nicht einmischen. In Israel haben wir keine religioesen Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Juden, aber hier wie auch anderswo versuchen sich vor allem Christen immer einzumischen, da sie meinen, dass ihnen allein die Welt gehoere und nur sie alles wissen.
Aber nicht nur ich finde die Diskussion ueberfluessig. Wer einem Amerikaner von dem Streit um eine Kopfbedeckung der Frau erzaehlt, der wird genauso auf Erstaunen treffen, denn vor allem in den Staaten gilt das Persoenlichkeitsrecht. Jeder hat seine religioese Freiheit und auf dieses Verfassungsrecht wird dort aeusserst viel Wert gelegt.
In Israel gibt es keinerlei Diskussionen der Gesellschaft ueber die Kopfbedeckung der orthodoxen juedischen Frau. Die Nationalreligioesen bedecken ihre Haare ueberwiegend mit Hueten, die uebrigens chic und modisch sind. Bei den Haredim kommt es auf die Gruppenzugehoerigkeit an. Litvishe Frauen bedecken ihre Haare vorwiegend mit Peruecken. Aber hier ist Vorsicht geboten, denn nur die aschkenazischen Frauen verwenden die Peruecke, die sephardischen dagegen nicht. Der fruehere sephardische Oberrabbiner Rabbi Ovadiah Yosef sprach sich schon vor Jahren gegen die Peruecke aus.
Auch bei der Chassidut Breslov tragen die Frauen keine Peruecken, sondern die sogenannte "Mitpachat", eine Art Stoffmuetze.
Wer nun unbedingt auf den allseits beliebten Feminismus pocht, der wird den ungarisch - rumaenischen Brauch diverser chassidischer Gruppen mit Abscheu betrachten. Was bei Belz oder Satmar nicht immer der Fall sein muss, ist bei der Chassidut Toldot Aharon alltaeglich. Ca. zwei Tage nach der Hochzeit rasiert jede Frau ihre Haare ganz ab und bedeckt ihren Kopf mit einem Tuch. Wochentags ist dies ein schwarzes und am Shabbat ein weisses Tuch.
Viele moegen nun ihren Kopf schuetteln, doch gebe ich zu bedenken, dass wer mit diesen Traditionen aufwaechst, sich auf keine Diskussionenn darueber einlaesst.
Das Problem ist, dass viele einfach nur fremde Traditionen aus ihren eigenen Augen heraus und mit ihren eigenen Weltanschauungen betrachten. Alles was nicht meinen Werten entspricht, ist abartig und inakzeptabel. Fragt man dagegen eine chassidische oder auch eine muslimische Frau, schaut die Antwort ganz anders aus.
Im Internet las ich einen sehr guten Artikel amerikanischer Psychologen und Psychiater zum Thema, ob die chassidische Frau sich wirklich unterdrueckt fuehlt. Wie kann ich mit einer guten Portion Feminismus in dieser chassidischen Maennerwelt bestehen oder mich da ueberhaupt unterordnen ? Wie koennen Frauen mit Doktortiteln am Shabbat in die Synagoge gehen und sich den orthodoxen Regeln der Sitztrennung (Mechitza) oder der Maennerbastion unterordnen ? Persoenlich wurde mir die Frage schon auf der Arbeit gestellt. Wie kann ich gerade zu den Chassidim gehen ?
Ebenso untersuchten die amerikanischen Psychologen die Frage, wie z.B. eine Frau von Toldot Aharon damit umgeht, dass sie nach der Hochzeit ihre Haare verliert. Muss das nicht ein gewaltiger psychischer Schock fuer die Frau sein, vor dem Spiegel zu stehen und keine Haare mehr zu haben ?
Aus meiner persoenlichen Sicht kann ich sagen, dass ich die Trennung zwischen Mann und Frau in der Synagoge nicht als defamierend fuer mich empfinde. Ehrlich gesagt denke ich nie darueber nach, denn es ist nichts Aussergewoehnliches fuer mich, den Fraueneingang aufzusuchen. Diskriminiert fuehle ich mich nicht. Vielleicht ist es nicht jedermanns Sache, sich nach der Hochzeit die Haare abzurasieren, doch bin ich kein Mitglied bei Toldot Aharon. Und dort wiederum kommt diese Frage erst gar nicht auf.
Auch in der orthodoxen bzw. chassidischen Welt ist es durchaus moeglich Feminismus zu leben. Natuerlich gibt es Grenzen, aber keine chassidische Frau kaeme jetzt unbedingt auf die Idee, High Life machen zu muessen. Es handelt sich hier um Gesellschaften mit anderen Wertevorstellungen und wer das von aussen nicht akzeptieren kann, ist selber schuld. Anders herum gesehen sind die anscheinend so tollen Feministinnen in den Augen der chassidischen Frauen genauso obskur und fremd.
Sonntag, Juni 10, 2007
Zum Tisch beim Rebben von Toldot Avraham Yitzchak
B"H
Die Gruendung der chassidischen Gruppe Toldot Avraham Yitzchak und ihre Abspaltung von Toldot Aharon erklaerte ich schon im vorherigen Beitrag. Nun folgt Teil 2 unseres Erlebnisses vom letzten Shabbat.
Nachdem meine Freundin und ich gegen 23.30 Uhr zum Tisch von Avraham Yitzchak kamen, hatte Rebbe Shmuel Yaakov Kahn schon Kiddush gemacht.
Erneut waren wir nach Mea Shearim gekommen und als wir in der Frauenempore der grossen Synagoge der Chassidut eintrafen, waren dieses Mal nicht nur vier Frauen, sondern ueber Hundert anwesend. Genauso wie letzte Woche beim Tisch von Toldot Aharon kamen auch hier die Frauen mit ihren Kindern.
Zuerst gingen wir in den Vorraum, in dem die Frauen von den Maennern durch geflochtene Metallstaebe getrennt sind, die sich ueber die gesamte Sichtflaeche ziehen. Es ist moeglich durchzuschauen, aber nicht besonders gut.
Nach einigen Minuten jedoch wurden wir stutzig, denn wir sahen viele Frauen um die Ecke verschwinden. Neugierig folgten wir und siehe da, es gab eine zweite Frauenempore mit drei riesigen Fenstern. Hier konnte man bequem auf einem tribuenenartigen Geruest sitzen und alles beobachten. Rebbe Shmuel Yaakov Kahn und seine Chassidim hatten wir bestens im Blick.
Anders als bei Toldot Aharon isst hier der Rebbe eine richtige Mahlzeit. Ein Chassid, der als Kellner fungiert, bringt ihm das Essen und giesst Sodawasser in einen Silberbecher. Mindestens 200 Chassidim waren anwesend sowie eine Gruppe junger naionalreligioeser Yeshiva - Studenten. Hier und da sah man auch einen litvishen Haredi stehen.
Immer mehr Frauen draengten sich in die Empore und gegen 1.00 Uhr frueh waren mindestens 200 Frauen im Raum. Sehr viele darunter gehoerten der chassidischen Gruppe Satmar an, die auf Besuch vorbei kamen. Bei Toldot Aharon stehen die Frauen still auf dem Geruest und schauen dem Rebben und den Chassidim zu. Kein Mensch fuehrt Gespraeche. Nicht so bei Toldot Avraham Yitzchak, wo die Frauen den Tisch eher als gesellschaftliches Ereignis betrachten. Man geniesst die tolle Atmosphaere, aber sitzt auch mit anderen Frauen zusammen und unterhaelt sich.
Bei einem chassidischen Tisch ist es ueblich, dass die Maenner stehen. Auch sie sind ueber tribuenenartige Gerueste verteilt und stehen so auf mehreren Etagen. Vor dem Tisch des Rebben befindet sich immer eine querstehende lange Tafel, an der die aelteren Chassidim und wichtige Rabbiner der Chassidut sitzen. Der Rebbe Shmuel Yaakov Kahn sitzt auf einer Art Thron, einem grossen hellbrauen Holzstuhl mit Verzierungen und einer weichen ebenso hellbrauen Polsterung. Er ass seine Mahlzeit, die, wie am Shabbat ueblich, aus mehreren Gaengen bestand und was nicht verzehrt wurde, verteilte der Kellner an die Chassidim.
Die Frauen bekamen nichts, doch sandten einige ihre Soehne hinunter, die Essen in die Frauenempore brachten. Aber leider nur gekochte Karotten, die ich nicht mag.
Bei Toldot Aharon gab es eine tolle Atmosphaere, aber im Gegensatz zu ihrer kleinen Abspaltung Avraham Yitzchak, ging es etwas kuehl zu. Was mir am besten gefiel waren die melodischen Lieder bei Avraham Yitzchak. Melodien, die ich noch nie zuvor gehoert hatte. Begeistert sangen alle Chassidim mit, wobei sie ihr hauseigenes blaues Liederbuch mit den Zemirot in der Hand hielten. Der Rebbe stimmte kraeftig mit ein oder dirigierte. Es war ein unglaubliches Schauspiel.
Die Synagoge ist verhaeltnismaessig gross und fuer Chassidim typisch, mit einigen grossen Bildern ausgestattet. Schraeg ueber dem Rebben kam stand ein 3D - Modell der Synagoge, was sehr schoen anzuschauen war. Darueber prangte eine riesige Uhr mit hebraeischen Ziffern. Mittlerweile haben wir schon gelernt, dass die Uhren bei der Mitgliedern der anti - zionistischen Organisation, Edah HaHaredit, und deren chassidische Mitgliedergruppen anders gehen. Auch Avraham Yitzchak hat die Uhr nicht auf die Sommerzeit eine Stunde umgestellt, sondern die "normale" Zeit beibehalten. Was der Staat Israel entscheidet, muss noch lange nicht auf religioese Juden zutreffen.
In der Zwischenzeit hatte der Rebbe seine Mahlzeit beendet und es wurden immer mehr Lieder gesungen. Von seiner Ansprache (Drasha) verstanden wir nicht viel, was nicht seine Schuld war. Er verfuegt ueber eine sehr energische und laute Stimme, doch um uns herum redeten die Frauen wie ein Wasserfall. Er sprach auf Yiddish und leider bekamen wir nur mit, dass das Thema "Shabbat" hiess.
Nach einiger Zeit wurde ein noch ein weiterer "Thron" hereingetragen. Dunkelbraunes Holz mit dunkelblauer Polsterung. Ein ehrwuerdiger aelterer Herr in seidenem hellbraunem Samtgewand nahm darin Platz. Zuerst dachten wir, es handele sich bei ihm um einen Verwandten des Rebben, doch um auf Nummer sicher zu gehen, fragte ich eine der umherstehenden Frauen.
"Nein, sagte sie, dies sei der Kalover Rebbe aus New York. Ein Ehrengast am heutigen Tisch."
Der Kalover Rebbe heisst eigentlich Rabbi Moshe Taub. Die Chassidut Kalov hat zwei Rebben, wovon einer in Jerusalem und einer in New York lebt. Den Jerusalemer Rebben (frueher lebte er in Bnei Brak) nennen alle nur den Kaliver Rebben. Bekannt ist vor allem, dass er von den Nazis schwer gefoltert wurde. Kalov wie die Chassidut Karlin sind vor allem fuer ihre beruehmten chassidischen Melodien und Gesaenge bekannt und meine Freundin und ich werden auch noch bei ihnen vorbeischauen.
Wie schon zuvor bei Toldot Aharon hatten wir keinerlei Probleme mit den Frauen ins Gespraech zu kommen. Fragen werden freundlich beantwortet. Auf Hebraeisch oder Yiddish, denn Englisch spricht niemand. Wir blieben bis 2.00 Uhr frueh und genossen jede Minuten. Diesen Freitag Abend planen wir einen weiteren Tisch bei Avraham Yitzchak. Es war ein aufregendes Erlebnis und wer sich ernsthaft fuer Chassidut interessiert, der kommt bei Toldot Avraham Yitzchak voll und ganz auf seine Kosten.
Vorher hatte man uns gesagt, dass auch in der riesigen Breslov - Synagoge eine grosse Feier stattfindet, denn dort beendete man das Buch "Likutei Moharan" des Rabbi Nachman von Breslov (Sium). Doch Breslov muss noch etwas auf unseren Besuch warten.
Ich erwaehnte schon, dass ich zwar die Inhalte der chassidischen Gruppen beschreibe und mit ihnen persoenlich spreche, doch gebe ich keine genauen Adressen weiter. Wer an solch einem Tisch teilnehmen bzw. in eine chassidische Synagoge gehen will und ernsthaft bei der Sache ist, der weiss genau, wo er ansetzen und suchen muss. Auch wir mussten beim ersten Mal suchen, bekommen aber jedesmal viele neue Infos hinzu.
Die Gruendung der chassidischen Gruppe Toldot Avraham Yitzchak und ihre Abspaltung von Toldot Aharon erklaerte ich schon im vorherigen Beitrag. Nun folgt Teil 2 unseres Erlebnisses vom letzten Shabbat.
Nachdem meine Freundin und ich gegen 23.30 Uhr zum Tisch von Avraham Yitzchak kamen, hatte Rebbe Shmuel Yaakov Kahn schon Kiddush gemacht.
Erneut waren wir nach Mea Shearim gekommen und als wir in der Frauenempore der grossen Synagoge der Chassidut eintrafen, waren dieses Mal nicht nur vier Frauen, sondern ueber Hundert anwesend. Genauso wie letzte Woche beim Tisch von Toldot Aharon kamen auch hier die Frauen mit ihren Kindern.
Zuerst gingen wir in den Vorraum, in dem die Frauen von den Maennern durch geflochtene Metallstaebe getrennt sind, die sich ueber die gesamte Sichtflaeche ziehen. Es ist moeglich durchzuschauen, aber nicht besonders gut.
Nach einigen Minuten jedoch wurden wir stutzig, denn wir sahen viele Frauen um die Ecke verschwinden. Neugierig folgten wir und siehe da, es gab eine zweite Frauenempore mit drei riesigen Fenstern. Hier konnte man bequem auf einem tribuenenartigen Geruest sitzen und alles beobachten. Rebbe Shmuel Yaakov Kahn und seine Chassidim hatten wir bestens im Blick.
Anders als bei Toldot Aharon isst hier der Rebbe eine richtige Mahlzeit. Ein Chassid, der als Kellner fungiert, bringt ihm das Essen und giesst Sodawasser in einen Silberbecher. Mindestens 200 Chassidim waren anwesend sowie eine Gruppe junger naionalreligioeser Yeshiva - Studenten. Hier und da sah man auch einen litvishen Haredi stehen.
Immer mehr Frauen draengten sich in die Empore und gegen 1.00 Uhr frueh waren mindestens 200 Frauen im Raum. Sehr viele darunter gehoerten der chassidischen Gruppe Satmar an, die auf Besuch vorbei kamen. Bei Toldot Aharon stehen die Frauen still auf dem Geruest und schauen dem Rebben und den Chassidim zu. Kein Mensch fuehrt Gespraeche. Nicht so bei Toldot Avraham Yitzchak, wo die Frauen den Tisch eher als gesellschaftliches Ereignis betrachten. Man geniesst die tolle Atmosphaere, aber sitzt auch mit anderen Frauen zusammen und unterhaelt sich.
Bei einem chassidischen Tisch ist es ueblich, dass die Maenner stehen. Auch sie sind ueber tribuenenartige Gerueste verteilt und stehen so auf mehreren Etagen. Vor dem Tisch des Rebben befindet sich immer eine querstehende lange Tafel, an der die aelteren Chassidim und wichtige Rabbiner der Chassidut sitzen. Der Rebbe Shmuel Yaakov Kahn sitzt auf einer Art Thron, einem grossen hellbrauen Holzstuhl mit Verzierungen und einer weichen ebenso hellbrauen Polsterung. Er ass seine Mahlzeit, die, wie am Shabbat ueblich, aus mehreren Gaengen bestand und was nicht verzehrt wurde, verteilte der Kellner an die Chassidim.
Die Frauen bekamen nichts, doch sandten einige ihre Soehne hinunter, die Essen in die Frauenempore brachten. Aber leider nur gekochte Karotten, die ich nicht mag.
Bei Toldot Aharon gab es eine tolle Atmosphaere, aber im Gegensatz zu ihrer kleinen Abspaltung Avraham Yitzchak, ging es etwas kuehl zu. Was mir am besten gefiel waren die melodischen Lieder bei Avraham Yitzchak. Melodien, die ich noch nie zuvor gehoert hatte. Begeistert sangen alle Chassidim mit, wobei sie ihr hauseigenes blaues Liederbuch mit den Zemirot in der Hand hielten. Der Rebbe stimmte kraeftig mit ein oder dirigierte. Es war ein unglaubliches Schauspiel.
Die Synagoge ist verhaeltnismaessig gross und fuer Chassidim typisch, mit einigen grossen Bildern ausgestattet. Schraeg ueber dem Rebben kam stand ein 3D - Modell der Synagoge, was sehr schoen anzuschauen war. Darueber prangte eine riesige Uhr mit hebraeischen Ziffern. Mittlerweile haben wir schon gelernt, dass die Uhren bei der Mitgliedern der anti - zionistischen Organisation, Edah HaHaredit, und deren chassidische Mitgliedergruppen anders gehen. Auch Avraham Yitzchak hat die Uhr nicht auf die Sommerzeit eine Stunde umgestellt, sondern die "normale" Zeit beibehalten. Was der Staat Israel entscheidet, muss noch lange nicht auf religioese Juden zutreffen.
In der Zwischenzeit hatte der Rebbe seine Mahlzeit beendet und es wurden immer mehr Lieder gesungen. Von seiner Ansprache (Drasha) verstanden wir nicht viel, was nicht seine Schuld war. Er verfuegt ueber eine sehr energische und laute Stimme, doch um uns herum redeten die Frauen wie ein Wasserfall. Er sprach auf Yiddish und leider bekamen wir nur mit, dass das Thema "Shabbat" hiess.
Nach einiger Zeit wurde ein noch ein weiterer "Thron" hereingetragen. Dunkelbraunes Holz mit dunkelblauer Polsterung. Ein ehrwuerdiger aelterer Herr in seidenem hellbraunem Samtgewand nahm darin Platz. Zuerst dachten wir, es handele sich bei ihm um einen Verwandten des Rebben, doch um auf Nummer sicher zu gehen, fragte ich eine der umherstehenden Frauen.
"Nein, sagte sie, dies sei der Kalover Rebbe aus New York. Ein Ehrengast am heutigen Tisch."
Der Kalover Rebbe heisst eigentlich Rabbi Moshe Taub. Die Chassidut Kalov hat zwei Rebben, wovon einer in Jerusalem und einer in New York lebt. Den Jerusalemer Rebben (frueher lebte er in Bnei Brak) nennen alle nur den Kaliver Rebben. Bekannt ist vor allem, dass er von den Nazis schwer gefoltert wurde. Kalov wie die Chassidut Karlin sind vor allem fuer ihre beruehmten chassidischen Melodien und Gesaenge bekannt und meine Freundin und ich werden auch noch bei ihnen vorbeischauen.
Wie schon zuvor bei Toldot Aharon hatten wir keinerlei Probleme mit den Frauen ins Gespraech zu kommen. Fragen werden freundlich beantwortet. Auf Hebraeisch oder Yiddish, denn Englisch spricht niemand. Wir blieben bis 2.00 Uhr frueh und genossen jede Minuten. Diesen Freitag Abend planen wir einen weiteren Tisch bei Avraham Yitzchak. Es war ein aufregendes Erlebnis und wer sich ernsthaft fuer Chassidut interessiert, der kommt bei Toldot Avraham Yitzchak voll und ganz auf seine Kosten.
Vorher hatte man uns gesagt, dass auch in der riesigen Breslov - Synagoge eine grosse Feier stattfindet, denn dort beendete man das Buch "Likutei Moharan" des Rabbi Nachman von Breslov (Sium). Doch Breslov muss noch etwas auf unseren Besuch warten.
Ich erwaehnte schon, dass ich zwar die Inhalte der chassidischen Gruppen beschreibe und mit ihnen persoenlich spreche, doch gebe ich keine genauen Adressen weiter. Wer an solch einem Tisch teilnehmen bzw. in eine chassidische Synagoge gehen will und ernsthaft bei der Sache ist, der weiss genau, wo er ansetzen und suchen muss. Auch wir mussten beim ersten Mal suchen, bekommen aber jedesmal viele neue Infos hinzu.
Samstag, Juni 09, 2007
Shabbat bei der Chassidut Toldot Avraham Yitzchak
B"H
Gestern Abend war es wieder soweit. Meine Freundin und ich machten uns auf den Weg ins ultra - orthod. Stadtviertel Mea Shearim, um in die Synagoge der Chassidut Avraham Yitzchak zu gehen.
Toldot Avraham Yitzchak ist eine relativ junge Gruppe, die erst seit ca. 11 Jahren besteht. Urspruenglich ist Avraham Yitzchak eine Abspaltung ihrer grossen "Schwester" Toldot Aharon.
Als im Jahre 1996 der Rebbe, Rabbi Avraham Yitzchak Kahn, von Toldot Aharon verstarb, hinterliess dieser zwei Soehne, die beide Rebbe werden wollten. Der juengere Bruder, Rabbi David Kahn, wurde zum neuen Rebben von Toldot Aharon gewaehlt und der aeltere Bruder, Rabbi Shmuel Yaakov Kahn, gruendete seine eigene Chassidut, die er nach seinem Vater, Toldot Avraham Yitzchak, benannte. Trotz der Abspaltung sind beide Brueder sowie die Gruppenmitglieder sehr gut miteinander befreundet.
Die grosse Synagoge von Toldot Avraham Yitzchak liegt mitten in Mea Shearim und es ist jedesmal ein ueberwaeltigendes Erlebnis am Freitag Abend durch Mea Shearim zu gehen. Hunderte Chassidim befinden sich auf den Strassen und in den engen Gassen und eilen in die Synagogen. An der grossen Breslov - Synagoge vorbei fanden wir schnell unseren Weg zu Avraham Yitzchak.
Da Maenner und Frauen getrennte Eingaenge benutzen, begann erste einmal die Suche nach dem Fraueneingang. Natuerlich liefen wir zuerst in die falsche Richtung. Urploetzlich stand eine chassidische Frau neben uns, die uns auf Englisch ansprach. Sie war Amerikanerin und Mitglied der chassidischen Gruppe Satmar. Hilfsbereit erklaerte sie uns, wo wir den Eingang finden.
Die Frauen - Empore befand sich im zweiten Stock und war wesentlich groesser als in der Toldot Aharon - Synagoge. Allerdings waren nur vier weitere Frauen anwesend und leider war die Mechitza, die Trennung zu den Maennern unten im Erdgeschoss sowie im ersten Stock, mit unseren Augen fast undurchdringbar. Wir sahen nicht viel, aber es war okay.
Da meine Freundin nur Englisch spricht, muss ich immer alles erfragen. So fragte ich eine Frau nach Einzelheiten und sie erzaehlte mir, dass die meisten Leute erst spaeter zum Tisch des Rebben kommen. Dann wuerden wir auch mehr sehen, denn es gebe noch einen zusaetzlichen Frauenraum mit Fensterblick.
Ausserdem werde der Rebbe Orangenstuecke an seine Chassidim verteilen, was ein Brauch bei Avraham Yitzchak ist.
Der Synagogeng-ttesdienst war gegen 21.00 Uhr vorueber und unten bei den Maennern wurden Suessigkeiten an die Kinder verteilt. Kartoffelchips Tueten und Bonbons. Die Maenner wiederum stuerzten auf eine bestimmte Stelle zu und wir sahen leider nicht, was dort vor sich ging.
Wieder fragte ich die Frau und sie erklaerte, dass die Chassidim dem Rebben "Shabbat Shalom" sagen.
Meine Freundin und ich beschlossen zum Kiddush und Essen zum nicht allzu weit entfernt wohnenden Rabbi Mordechai Machlis zu gehen und danach zum Tisch des Rebben wiederzukommen.
Der Tisch bei Toldot Avraham Yitchak verlaeuft wesentlich anders als bei Toldot Aharon und da es ein laengerer Bericht wird, werde ich diesen morgen veroeffentlichen. Nur soviel, wir hatten einen ganz tollen Abend. Was sage ich, eher eine tolle Nacht, denn wir waren bis in die Morgenstunden dort. Und wir lernten nicht nur einen, sondern gleich zwei Rebben kennen.
Unsere Plaene fuer den kommenden Shabbat sind ein weiterer Tisch bei Toldot Avraham Yitzchak und am Shabbatmorgen gehen wir in die Synagoge einer weiteren Toldot Aharon Abspaltung, der Shomrei Emunim (Hueter des Glaubens). Ebenso in Mea Shearim gelegen.
Ausserdem beschlossen wir einmal eine ganze Freitag Nacht durchzumachen und von einem Tisch zum anderen zu gehen.
Gestern Abend war es wieder soweit. Meine Freundin und ich machten uns auf den Weg ins ultra - orthod. Stadtviertel Mea Shearim, um in die Synagoge der Chassidut Avraham Yitzchak zu gehen.
Toldot Avraham Yitzchak ist eine relativ junge Gruppe, die erst seit ca. 11 Jahren besteht. Urspruenglich ist Avraham Yitzchak eine Abspaltung ihrer grossen "Schwester" Toldot Aharon.
Als im Jahre 1996 der Rebbe, Rabbi Avraham Yitzchak Kahn, von Toldot Aharon verstarb, hinterliess dieser zwei Soehne, die beide Rebbe werden wollten. Der juengere Bruder, Rabbi David Kahn, wurde zum neuen Rebben von Toldot Aharon gewaehlt und der aeltere Bruder, Rabbi Shmuel Yaakov Kahn, gruendete seine eigene Chassidut, die er nach seinem Vater, Toldot Avraham Yitzchak, benannte. Trotz der Abspaltung sind beide Brueder sowie die Gruppenmitglieder sehr gut miteinander befreundet.
Die grosse Synagoge von Toldot Avraham Yitzchak liegt mitten in Mea Shearim und es ist jedesmal ein ueberwaeltigendes Erlebnis am Freitag Abend durch Mea Shearim zu gehen. Hunderte Chassidim befinden sich auf den Strassen und in den engen Gassen und eilen in die Synagogen. An der grossen Breslov - Synagoge vorbei fanden wir schnell unseren Weg zu Avraham Yitzchak.
Da Maenner und Frauen getrennte Eingaenge benutzen, begann erste einmal die Suche nach dem Fraueneingang. Natuerlich liefen wir zuerst in die falsche Richtung. Urploetzlich stand eine chassidische Frau neben uns, die uns auf Englisch ansprach. Sie war Amerikanerin und Mitglied der chassidischen Gruppe Satmar. Hilfsbereit erklaerte sie uns, wo wir den Eingang finden.
Die Frauen - Empore befand sich im zweiten Stock und war wesentlich groesser als in der Toldot Aharon - Synagoge. Allerdings waren nur vier weitere Frauen anwesend und leider war die Mechitza, die Trennung zu den Maennern unten im Erdgeschoss sowie im ersten Stock, mit unseren Augen fast undurchdringbar. Wir sahen nicht viel, aber es war okay.
Da meine Freundin nur Englisch spricht, muss ich immer alles erfragen. So fragte ich eine Frau nach Einzelheiten und sie erzaehlte mir, dass die meisten Leute erst spaeter zum Tisch des Rebben kommen. Dann wuerden wir auch mehr sehen, denn es gebe noch einen zusaetzlichen Frauenraum mit Fensterblick.
Ausserdem werde der Rebbe Orangenstuecke an seine Chassidim verteilen, was ein Brauch bei Avraham Yitzchak ist.
Der Synagogeng-ttesdienst war gegen 21.00 Uhr vorueber und unten bei den Maennern wurden Suessigkeiten an die Kinder verteilt. Kartoffelchips Tueten und Bonbons. Die Maenner wiederum stuerzten auf eine bestimmte Stelle zu und wir sahen leider nicht, was dort vor sich ging.
Wieder fragte ich die Frau und sie erklaerte, dass die Chassidim dem Rebben "Shabbat Shalom" sagen.
Meine Freundin und ich beschlossen zum Kiddush und Essen zum nicht allzu weit entfernt wohnenden Rabbi Mordechai Machlis zu gehen und danach zum Tisch des Rebben wiederzukommen.
Der Tisch bei Toldot Avraham Yitchak verlaeuft wesentlich anders als bei Toldot Aharon und da es ein laengerer Bericht wird, werde ich diesen morgen veroeffentlichen. Nur soviel, wir hatten einen ganz tollen Abend. Was sage ich, eher eine tolle Nacht, denn wir waren bis in die Morgenstunden dort. Und wir lernten nicht nur einen, sondern gleich zwei Rebben kennen.
Unsere Plaene fuer den kommenden Shabbat sind ein weiterer Tisch bei Toldot Avraham Yitzchak und am Shabbatmorgen gehen wir in die Synagoge einer weiteren Toldot Aharon Abspaltung, der Shomrei Emunim (Hueter des Glaubens). Ebenso in Mea Shearim gelegen.
Ausserdem beschlossen wir einmal eine ganze Freitag Nacht durchzumachen und von einem Tisch zum anderen zu gehen.
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Toldot Avraham Yitzchak
Donnerstag, Juni 07, 2007
Lesenswertes
B"H
Wer ein wenig Englisch kann, der sollte unbedingt diesen Blog einmal lesen. Es geht um die Konversion zum Judentum in Israel, wie ein Konvertit mit seinem neuen Leben umgeht, die Eingewoehnung in Jerusalem und vieles andere.
http://frumlife.blogspot.com/
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Allgemein
Shabbat - Service bei der Chassidut Toldot Avraham Yitzchak
B"H
Morgen Abend nach dem Anzuenden der Shabbat - Kerzen gehe ich mit einer Freudin in die Synagoge der Chassidut Toldot Avraham Yitzchak.
Wir haben beide keine Ahnung, was uns dort erwarten wird, hoffen aber, dass es genauso interessant wird, wie bei ihrer Abspaltung Toldot Aharon.
Morgen Abend nach dem Anzuenden der Shabbat - Kerzen gehe ich mit einer Freudin in die Synagoge der Chassidut Toldot Avraham Yitzchak.
Wir haben beide keine Ahnung, was uns dort erwarten wird, hoffen aber, dass es genauso interessant wird, wie bei ihrer Abspaltung Toldot Aharon.
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Allgemein
Parashat Beshlach
B"H
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Die Parasha der vergangenen Woche (Behaalotcha) endete damit, dass Miriam aussaetzig und sie aufgrunddessen aus dem Lager entfernt wurde. Nach ihrer Heilung kam sie wieder zurueck. Miriam hatte den Aussatz als eine Strafe G - ttes erhalten, da sie gegenueber ihrem Bruder Aharon Moshe kritisierte. Dieses Ereignis soll die Menschen lehren, ihre Zunge im Zaum zu halten und keine Laschon HaRa (ueble Nachrede) zu sprechen.
Parashat Beshlach beginnt damit, dass Moshe Spione in das Land Kanaan sendet. Rashi stellt die berechtigte Frage, warum gerade die Erzaehlung von den Spionen auf die Story der Miriam folgt. Seine Antwort lautet, dass die vorherige Parasha mit Laschon HaRa (uebler Nachrede) endete und die Israeliten anscheinend nichts aus der Strafe Miriams gelernt haben, denn die Laschon HaRa wurde fortgesetzt.
Die Parasha beginnt mit den Worten G - ttes, der zu Moshe sagt, dass er Spione in das Land Kanaan schicken soll. Allerdings muessen wir an dieser Stelle genau auf die hebraeische Wortwahl achten. G - tt sagt: "Shlach Lecha" - Sende Dir.
Hierzu kommentiert Rashi, dass G - tt Moshe nicht aufgetragen hat, die Spione zu senden, sondern dass Moshe die freie Wahl hatte es zu tun oder zu lassen. Urspruenglich hatte Moshe G - tt darum gebeten, denn die Israeliten hatten sich bei Moshe wieder einmal beschwert. Sie wollten selbst herausfinden, in welches Land sie da jetzt eigentlich gehen. Und so fragte Moshe G - tt um Rat, was er machen solle. G - tt hingegen zeigte sich nicht besonders begeistert von der Idee, wusste Er doch um die Folgen. Ausserdem sah Er einen weiteren Vertrauensbruch. Hatte Er nicht den Israeliten oft genug gesagt, dass es sich um ein Land handelt, wo Milch und Honig fliesst. Stattdessen aber haderten sie staendig mit sich selbst und mit Ihm. Nach all den Wundern, die Er fuer sie vollbracht hatte, glaubten sie immer noch nichts und noergelten.
Moshe entschloss sich 12 Spione nach Israel zu senden. Ein Oberhaupt von jedem der Staemme. 40 Tage lang waren die Spione in Kanaan unterwegs. Besonders auffallen taten sie nicht, handelte es sich doch fuer sie um eine Art Geheimmission. Die einheimische Bevoelkerung sollte keinen Verdacht schoepfen.
Calev war der einzige, der nach Hebron ging, um am Grab der Vorvaeter zu beten. Auch dies ergibt sich aus dem hebraeischen Originaltext, in dem es heisst, dass sie in die Gegend Hebron hinaufstiegen, doch nur einer nach Hebron selbst ging. Im Text ersehen wir dieses aus den zwei Verben, wovon eines im Plural und eines im Singular steht.
Im Buch Likutei Torah sieht der grosse Kabbalist, Rabbi Yitzchak Luria - der ARIZAL, Calev als Reinkarnarion des ehemaligen Diener Avrahams. Des Eliezer.
Das Ergebnis kennen wir. Die Spione kamen zurueck und redeten nur schlecht ueber das zukuenftige Gelobte Land. Gleich darauf wurden die Israeliten von G - tt bestraft und viele andere Israeliten starben in einer Plage. Zugleich erliess G - tt, dass sie nicht sofort in das Gelobte Land ziehen, sondern 40 Jahre in der Wueste umherwandern muessen, damit die Generation der Rebellen sterbe. Erst die nachfolgende Generation wurde in das Gelobte Land gefuehrt.
Die Gemara im Talmud Traktat Sotah 34b lehrt, dass schon allein der Wunsch nach Spionen aus boesen Absichten heraus ausgesprochen wurde. Laut dem Maharal sowie dem Chidushei HaRim hatten die Israeliten Anst vor einer ungewissen Zukunft. Statt auf G - tt zu vertrauen, sahen sie sich allein und verlassen. In der Wueste hatten sie alles, was sie zum Leben brauchten: Kleidung und das Manna. G - ttes Plan war es, sie sofort nach Israel zu fuehren, doch die Israeliten waeren gerne in der Wueste geblieben. Wer will schon gerne einschneidende Veraenderungen in seinem Leben, wenn er alles hat ? Sie waren nicht bereit ihr bequemes Wuestenleben gegen ein anderes einzutauschen. Sobald sie in Israel ankaemen, waeren sie auf sich gestellt und muessten allein fuer ihren Lebensunterhalt aufkommen.
Die Gemara in den Talmud Traktaten Sotah 35a und Taanit 29a lehrt uns, dass die Spione am Abend des 8. des juedischen Monats Av zurueckkamen. Sofort gab es eine Versammlung und die Spione erzaehlten von ihren Eindruecken. Das Land Kanaan waere eine einzige Katastrophe. Es gebe zwar genuegend Nahrung und es sei ein sehr fruchtbares gutes Land, aber die Bevoelkerung dort sei militaerisch zu ueberlegen. Auch gebe es die drei Riesen bei Hebron und gegenueber denen haetten sie sich wie Grashuepfer gefuehlt. Im Grunde genommen beantworteten die Spione nur die Fragen Moshes, doch ihr Vergehen war, dass sie selbstaendig Kommentare abgaben. Alles wurde uebertrieben dargestellt und somit machten sie den Zuhoerern Angst (u.a. Rabbi Samson Raphael Hirsch). Das Resultat war, dass die Israeliten keine Lust mehr hatten, dass Land fuer sich einzunehmen und sie begannen zu jammern. Da halfen auch die Einwaende Yehoshuas und Calevs nichts mehr. Die Menschen weinten die ganze Nacht bis hin zum kommenden Tag, dem 9. Av (Gemara in Sotah 35a).
Wiederum gab es das Vergehen der Laschon HaRa (uebler Nachrede). Die Spione hatten nicht nur eine G - tteslaesterung begangen, indem sie Seine Entscheidungen in Frage stellten, sondern sie sprachen Laschon Hara ueber das Gelobte Land und ueber die Israeliten selbst. "In den Augen der Riesen waren wir wie Grashuepfer." Nicht, dass die Riesen sie gesehen und so gedacht haetten. Nein, eher haben sich die Spione (ausser Yehoshua und Calev) selbst so gefuehlt. Auf G - ttes Hilfe wollten sie nicht vertrauen.
Die Thora und die Halacha (jued. Gesetz) verbieten uns, Laschon HaRa zu sprechen. Nicht alles faellt unter diese Regel, denn es gibt Dinge im Leben, die ausgesprochen werden muessen. Allerdings gibt es nicht nur Laschon HaRa ueber andere, sondern es ist uns ebenso verboten, Laschon HaRa ueber uns selbst zu reden. Sobald wir dieses tun, ziehen wir uns in ein spirituelles Loch, in dem wir allen Mut verlieren und aufgeben. Genauso sahen sich die Spione als sie sich als Grashuepfer bezeichneten. Egal, wie unmoeglich oder gefaehrlich die Dinge erscheinen, wir sollten uns nicht kleiner machen als wir sind und vor allem nicht aufgeben.
G - tt war so aegerlich ueber den Vorfall mit den Spionen und dem Weinen der Israeliten, dass er diesen versprach, dass Er ihnen in Zukunft einen richtigen Grund geben werde, am 9. Av (Tisha Be'Av) zu weinen. Wie sich historisch herausstellte, hielt G - tt sein Versprechen, denn der 9. Av stellte sich fuer das Juedische Volk als Katastrophe heraus. An jenem Datum wurden beide Tempel zerstoert (Talmud Taanit 26b). Am 9. Av, 52 Jahre nach der Zerstoerung des Zweiten Tempels, ermordeten die Roemer die Einwohner der Stadt Beitar (siehe Talmud Gittin 57a). Im Jahre 1914 begann der Erste Weltkrieg am 9. Av und stellte sich spaeter als Katastrophe heraus, verursachte doch der Erste Weltkrieg das Aufkommen des Nationalsozialismus.
Was lernen wir aus dem Verhalten der Spione ? Vor allem, dass wir G - ttes Entscheidungen nicht in Frage stellen duerfen. Jeder einzelne Mensch unterliegt einer Haschgacha Pratit, Seiner persoenlichen Ueberwachung. G - tt hat fuer alle einen bestimmten Lebensplan und unsere Aufgabe besteht darin, unser Leben und Seine Entscheidungen zu akzeptieren. Im Judentum heisst es, dass alles, sollte es auch noch so furchtbar erscheinen, sich zum Guten wenden wird.
Shabbat Shalom
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Die Parasha der vergangenen Woche (Behaalotcha) endete damit, dass Miriam aussaetzig und sie aufgrunddessen aus dem Lager entfernt wurde. Nach ihrer Heilung kam sie wieder zurueck. Miriam hatte den Aussatz als eine Strafe G - ttes erhalten, da sie gegenueber ihrem Bruder Aharon Moshe kritisierte. Dieses Ereignis soll die Menschen lehren, ihre Zunge im Zaum zu halten und keine Laschon HaRa (ueble Nachrede) zu sprechen.
Parashat Beshlach beginnt damit, dass Moshe Spione in das Land Kanaan sendet. Rashi stellt die berechtigte Frage, warum gerade die Erzaehlung von den Spionen auf die Story der Miriam folgt. Seine Antwort lautet, dass die vorherige Parasha mit Laschon HaRa (uebler Nachrede) endete und die Israeliten anscheinend nichts aus der Strafe Miriams gelernt haben, denn die Laschon HaRa wurde fortgesetzt.
Die Parasha beginnt mit den Worten G - ttes, der zu Moshe sagt, dass er Spione in das Land Kanaan schicken soll. Allerdings muessen wir an dieser Stelle genau auf die hebraeische Wortwahl achten. G - tt sagt: "Shlach Lecha" - Sende Dir.
Hierzu kommentiert Rashi, dass G - tt Moshe nicht aufgetragen hat, die Spione zu senden, sondern dass Moshe die freie Wahl hatte es zu tun oder zu lassen. Urspruenglich hatte Moshe G - tt darum gebeten, denn die Israeliten hatten sich bei Moshe wieder einmal beschwert. Sie wollten selbst herausfinden, in welches Land sie da jetzt eigentlich gehen. Und so fragte Moshe G - tt um Rat, was er machen solle. G - tt hingegen zeigte sich nicht besonders begeistert von der Idee, wusste Er doch um die Folgen. Ausserdem sah Er einen weiteren Vertrauensbruch. Hatte Er nicht den Israeliten oft genug gesagt, dass es sich um ein Land handelt, wo Milch und Honig fliesst. Stattdessen aber haderten sie staendig mit sich selbst und mit Ihm. Nach all den Wundern, die Er fuer sie vollbracht hatte, glaubten sie immer noch nichts und noergelten.
Moshe entschloss sich 12 Spione nach Israel zu senden. Ein Oberhaupt von jedem der Staemme. 40 Tage lang waren die Spione in Kanaan unterwegs. Besonders auffallen taten sie nicht, handelte es sich doch fuer sie um eine Art Geheimmission. Die einheimische Bevoelkerung sollte keinen Verdacht schoepfen.
Calev war der einzige, der nach Hebron ging, um am Grab der Vorvaeter zu beten. Auch dies ergibt sich aus dem hebraeischen Originaltext, in dem es heisst, dass sie in die Gegend Hebron hinaufstiegen, doch nur einer nach Hebron selbst ging. Im Text ersehen wir dieses aus den zwei Verben, wovon eines im Plural und eines im Singular steht.
Im Buch Likutei Torah sieht der grosse Kabbalist, Rabbi Yitzchak Luria - der ARIZAL, Calev als Reinkarnarion des ehemaligen Diener Avrahams. Des Eliezer.
Das Ergebnis kennen wir. Die Spione kamen zurueck und redeten nur schlecht ueber das zukuenftige Gelobte Land. Gleich darauf wurden die Israeliten von G - tt bestraft und viele andere Israeliten starben in einer Plage. Zugleich erliess G - tt, dass sie nicht sofort in das Gelobte Land ziehen, sondern 40 Jahre in der Wueste umherwandern muessen, damit die Generation der Rebellen sterbe. Erst die nachfolgende Generation wurde in das Gelobte Land gefuehrt.
Die Gemara im Talmud Traktat Sotah 34b lehrt, dass schon allein der Wunsch nach Spionen aus boesen Absichten heraus ausgesprochen wurde. Laut dem Maharal sowie dem Chidushei HaRim hatten die Israeliten Anst vor einer ungewissen Zukunft. Statt auf G - tt zu vertrauen, sahen sie sich allein und verlassen. In der Wueste hatten sie alles, was sie zum Leben brauchten: Kleidung und das Manna. G - ttes Plan war es, sie sofort nach Israel zu fuehren, doch die Israeliten waeren gerne in der Wueste geblieben. Wer will schon gerne einschneidende Veraenderungen in seinem Leben, wenn er alles hat ? Sie waren nicht bereit ihr bequemes Wuestenleben gegen ein anderes einzutauschen. Sobald sie in Israel ankaemen, waeren sie auf sich gestellt und muessten allein fuer ihren Lebensunterhalt aufkommen.
Die Gemara in den Talmud Traktaten Sotah 35a und Taanit 29a lehrt uns, dass die Spione am Abend des 8. des juedischen Monats Av zurueckkamen. Sofort gab es eine Versammlung und die Spione erzaehlten von ihren Eindruecken. Das Land Kanaan waere eine einzige Katastrophe. Es gebe zwar genuegend Nahrung und es sei ein sehr fruchtbares gutes Land, aber die Bevoelkerung dort sei militaerisch zu ueberlegen. Auch gebe es die drei Riesen bei Hebron und gegenueber denen haetten sie sich wie Grashuepfer gefuehlt. Im Grunde genommen beantworteten die Spione nur die Fragen Moshes, doch ihr Vergehen war, dass sie selbstaendig Kommentare abgaben. Alles wurde uebertrieben dargestellt und somit machten sie den Zuhoerern Angst (u.a. Rabbi Samson Raphael Hirsch). Das Resultat war, dass die Israeliten keine Lust mehr hatten, dass Land fuer sich einzunehmen und sie begannen zu jammern. Da halfen auch die Einwaende Yehoshuas und Calevs nichts mehr. Die Menschen weinten die ganze Nacht bis hin zum kommenden Tag, dem 9. Av (Gemara in Sotah 35a).
Wiederum gab es das Vergehen der Laschon HaRa (uebler Nachrede). Die Spione hatten nicht nur eine G - tteslaesterung begangen, indem sie Seine Entscheidungen in Frage stellten, sondern sie sprachen Laschon Hara ueber das Gelobte Land und ueber die Israeliten selbst. "In den Augen der Riesen waren wir wie Grashuepfer." Nicht, dass die Riesen sie gesehen und so gedacht haetten. Nein, eher haben sich die Spione (ausser Yehoshua und Calev) selbst so gefuehlt. Auf G - ttes Hilfe wollten sie nicht vertrauen.
Die Thora und die Halacha (jued. Gesetz) verbieten uns, Laschon HaRa zu sprechen. Nicht alles faellt unter diese Regel, denn es gibt Dinge im Leben, die ausgesprochen werden muessen. Allerdings gibt es nicht nur Laschon HaRa ueber andere, sondern es ist uns ebenso verboten, Laschon HaRa ueber uns selbst zu reden. Sobald wir dieses tun, ziehen wir uns in ein spirituelles Loch, in dem wir allen Mut verlieren und aufgeben. Genauso sahen sich die Spione als sie sich als Grashuepfer bezeichneten. Egal, wie unmoeglich oder gefaehrlich die Dinge erscheinen, wir sollten uns nicht kleiner machen als wir sind und vor allem nicht aufgeben.
G - tt war so aegerlich ueber den Vorfall mit den Spionen und dem Weinen der Israeliten, dass er diesen versprach, dass Er ihnen in Zukunft einen richtigen Grund geben werde, am 9. Av (Tisha Be'Av) zu weinen. Wie sich historisch herausstellte, hielt G - tt sein Versprechen, denn der 9. Av stellte sich fuer das Juedische Volk als Katastrophe heraus. An jenem Datum wurden beide Tempel zerstoert (Talmud Taanit 26b). Am 9. Av, 52 Jahre nach der Zerstoerung des Zweiten Tempels, ermordeten die Roemer die Einwohner der Stadt Beitar (siehe Talmud Gittin 57a). Im Jahre 1914 begann der Erste Weltkrieg am 9. Av und stellte sich spaeter als Katastrophe heraus, verursachte doch der Erste Weltkrieg das Aufkommen des Nationalsozialismus.
Was lernen wir aus dem Verhalten der Spione ? Vor allem, dass wir G - ttes Entscheidungen nicht in Frage stellen duerfen. Jeder einzelne Mensch unterliegt einer Haschgacha Pratit, Seiner persoenlichen Ueberwachung. G - tt hat fuer alle einen bestimmten Lebensplan und unsere Aufgabe besteht darin, unser Leben und Seine Entscheidungen zu akzeptieren. Im Judentum heisst es, dass alles, sollte es auch noch so furchtbar erscheinen, sich zum Guten wenden wird.
Shabbat Shalom
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Thora Parasha
Mittwoch, Juni 06, 2007
Die Bedeutung des Rebben in der Chassidut
B"H
Der Titel "Rebbe" ist eine Bezeichnung aus der Chassidut und kein anderer Rabbiner ausserhalb des Chassidismus nennt sich Rebbe. Bei den litvishen genauso wie bei den nationalreligioesen Juden heisst der Rabbiner "Rav". Fuer chassidische Gruppen ist der Rebbe nicht nur irgendjemand, sondern das spirituelle Oberhaupt der jeweiligen Gruppe.
Geformt haben sich die chassidischen Dynastien erst eine ganze Zeit nach dem Tode des Baal Shem Tov (1760). Nach seinem Tod wurde der Maggid von Mezritch (Rabbi Dov Baer) der Nachfolger. Der wiederum hatte eine Vielzahl von Schuelern, die sich nach dem Studium bei ihm in unterschiedlichen Orten als chassidische Rabbiner niederliessen. Auch zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Dynastien.
Als der Maggid im Jahre 1772 verstarb, wurden seine Schueler, Rabbi Elimelech von Lizhensk (Lijansk) und Rabbi Shmuel (Shmelke) von Nikolsburg die neuen geistigen chassidischen Oberhaeupter.
So ging das weiter ueber den beruehmten Chozeh (Seher) von Lublin, Rabbi Yaakov Yitzchak Horowitz, bis hin zu Rabbi Simcha Bunim von Peshis'cha und Rabbi Menachem Mendel von Kotzk.
Richtig gegruendet haben sich die chassidischen Gruppen erst im 19. Jahrhundert und manche erst viel spaeter, im 20. Jahrhundert (wie Dushinsky und Toldot Aharon).
Urspruenglich war der Rebbe der chassidische Rabbiner eines Ortes. Da viele von ihnen eine charismatische Persoenlichkeit und gleichzeitig talmudische, kabbalistische und halachische Thoragroessen waren, wurden sie fuer ihre Anhaenger mehr as nur ein normaler Rabbiner. Nicht nur, dass sie die Rebben eines Ortes waren; unzaehlige Menschen kamen von ausserhalb zu ihnen und baten um Segen fuer Gesundheit, ein gutes Einkommen oder einen erfolgreichen Shidduch (Partnerwahl fuer die Kinder). Aufgrund vieler erfolgreicher Segen, begannen sich Legenden um sie herum zu bilden. Vor allem dann, wenn ein Rebbe erfolgreich fuer die Genesung einer Person gebetet hatte.
Insgeheim wird der Rebbe von seinen Chassidim als Zaddik (Gerechter) betrachtet. Sie nennen ihn niemals persoenlich bei diesem Namen, sondern nur Rebbe oder Admor, dennoch ist er der Zaddik fuer die Gruppe.
Das Zaddik – Konzept ist eines der aeltesten in der Chassidut. Ein Zaddik ist G – tt sehr nahe und hat dadurch die Kraft, Dinge zu veraendern. Mit seinen Gebeten kann er himmlische Entscheidungen veraendern. Schon der Baal Shem Tov legte Wert auf das Zaddik – Konzept, doch richtig beruehmt wurde es erst unter Rabbi Elimelech of Lizhensk.
Mit dem Tode eines beruehmten und angesehenen Rebben eines Ortes uebernahm ueblicherweise der aelteste Sohn die Nachfolge. Ueblicherweise, aber nicht immer. Damals gab es noch keine wesentlichen Streitereien innerhalb der Familien um die Nachfolge. War der Sohn eine Thoragroesse, wurde er von den Anhaengern anerkannt. So kam es allmaehlich zu den Dynastien.
Zu Beginn lebten die Rebbes oftmals unterhalb der Armutsgrenze, was sich im Fortlauf der Geschichte aenderte. Heutzutage verfuegen viele chassidische Gruppen ueber ihre eigenen Wirtschaftsimperien, um sich so zu finanzieren. Beste Beispiele hierfuer sind Gur, Satmar oder Belz.
Im Laufe der Jahrzehnte veraenderte sich das Bild des Rebben oder Admor, wie er haeufig genannt wird. Das Wort Admor ist eine Abkuerzung fuer die drei Worte: Adoneinu, Moreinu, Rabbeinu – unser Oberhaupt, unser Lehrer, unser Rebbe.
Heutzutage sind die chassidischen Rebben nach wie vor unbestrittene Oberhaeupter ihrer jeweiligen Gruppe und zugleich der Zaddik. Der Erlass eines Rebben ist Gesetz und unter allen Umstaenden auszufuehren. Es wird nicht diskutiert, ob er sich vielleicht irren koennte. Gesetz ist Gesetz.
Wenn ein Rebbe auf Reisen geht um seine Anhaenger in mehreren Laendern zu besuchen, dann tut er dies 1. Klasse und ein Cadillac etc. kommt ihn vom Flughafen abholen. Seine Chassidim feiern ihn begeistert. Sie kommen zu Hauf und wollen Segen oder Ratschlaege von ihm. Bei vielen chassidischen Gruppen ist es ueblich, dass man erst den Rebben fragt, wenn man ein Business eroeffnen will oder eine Heirat ansteht.
Der Rebbe spielt im Leben der Chassidim einen zentralen Mittelpunkt. Ganz anders als bei den litvishen Haredim, die wenn sie ihre Yeshiva (relig. Schule) verlassen, auf sich allein gestellt sind.
Chassidim dagegen wohnen ihn ihren eigenen Stadtteilen, um dort ihre eigenen Gemeinden aufzubauen. Alles dreht sich um die eigene Chassidut; Schulen, Laeden, Restaurants, Synagogen. Die Chassidut ist eine Gesellschaft innerhalb der Gesellschaft mit dem Rebben als Oberhaupt. Wehe dem, der einen Rebben aus einer anderen Chassidut beleidigt. Solche Beleidigungen koennen zu handfesten Auseinandersetzungen fuehren.
Auch heute bleibt die Nachfolge in der Familie. Allerdings streiten sich haeufig die Soehne und jeder will der neue Rebbe sein. So kam und kommt es immer wieder zu Spaltungen innerhald der Gruppe. Beste Beispiele hierfuer sind Chassidut Bobov, Vishnitz, Satmar oder Toldot Aharon. Gur und Belz ist dies bisher erspart geblieben.
Die Chassidut Breslov hatte mit ihrem Gruender Rabbi Nachman den ersten und letzten Rebben. Ebenso ist die Chassidut Chabad heute ohne Rebben, nachdem der siebte und letzte Rebbe Menachem Mendel Schneerson im Jahre 1994 verstarb. Bei ihm handelte es sich uebrigens nicht um einen Sohn, sondern um den Schwiegersohn des vorherigen Rebben.
Ohne jeglichen Zweifel ist der Rebbe eine wichtige Person in der Gruppe, ohne die sie kaum existieren koennte. Breslov existiert zwar seit dessen Gruendung, doch gab es ohne die Erlasse eines Rebben staendig interne Veraenderungen der Chassidut - Inhalte selbst. Wer Breslov heute sieht, dem fallen zuerst die vielen unterschiedlichen Stroemungen innerhalb der Gruppe auf, die manchmal keine richtige Einheit bilden.
Beim "Konkurrenten" Chabad hingegen ist der Inhalt gleich geblieben, dennoch sind die Mitglieder in zwei Lager gespalten. Die einen halten den letzten Rebben fuer den Meschiach und andere wieder nicht. Bisher schaffte es Chabad jedoch, eine Einheit zu bleiben.
Persoenlich liebe ich die Chassidut, wende mich aber keiner speziellen Gruppe zu. Bisher habe ich mich nicht entscheiden koennen. Bei allen Gruppen habe ich etwas, was ich mag und was ich nicht mag. Mit keinem der Rebben kann ich mich zu 100% identifizieren. Das Zaddik – Konzept stoert mich etwas. Wie ich zuvor schon einmal schrieb, bin ich der Meinung, dass jeder Mensch das Zeug zum Zaddik hat. Mit meiner These bin ich nicht allein, denn schon Rabbi Nachman von Breslov war der gleichen Ansicht.
Bei einem chassidischen Tisch ist es aufregend, einen Rebben zu sehen. Dennoch fragte ich mich beim Tisch von Toldot Aharon am vergangenen Shabbat, wo denn nun genau G – tt bleibt, alles schaute auf den Rebben David Kahn. Aber der Rebbe machte fuer uns alle Kiddush (Segnung des Weines) und brachte somit G – tt in den Raum und uns alle, chassidisch gesehen, G – tt naeher.
Der Titel "Rebbe" ist eine Bezeichnung aus der Chassidut und kein anderer Rabbiner ausserhalb des Chassidismus nennt sich Rebbe. Bei den litvishen genauso wie bei den nationalreligioesen Juden heisst der Rabbiner "Rav". Fuer chassidische Gruppen ist der Rebbe nicht nur irgendjemand, sondern das spirituelle Oberhaupt der jeweiligen Gruppe.
Geformt haben sich die chassidischen Dynastien erst eine ganze Zeit nach dem Tode des Baal Shem Tov (1760). Nach seinem Tod wurde der Maggid von Mezritch (Rabbi Dov Baer) der Nachfolger. Der wiederum hatte eine Vielzahl von Schuelern, die sich nach dem Studium bei ihm in unterschiedlichen Orten als chassidische Rabbiner niederliessen. Auch zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Dynastien.
Als der Maggid im Jahre 1772 verstarb, wurden seine Schueler, Rabbi Elimelech von Lizhensk (Lijansk) und Rabbi Shmuel (Shmelke) von Nikolsburg die neuen geistigen chassidischen Oberhaeupter.
So ging das weiter ueber den beruehmten Chozeh (Seher) von Lublin, Rabbi Yaakov Yitzchak Horowitz, bis hin zu Rabbi Simcha Bunim von Peshis'cha und Rabbi Menachem Mendel von Kotzk.
Richtig gegruendet haben sich die chassidischen Gruppen erst im 19. Jahrhundert und manche erst viel spaeter, im 20. Jahrhundert (wie Dushinsky und Toldot Aharon).
Urspruenglich war der Rebbe der chassidische Rabbiner eines Ortes. Da viele von ihnen eine charismatische Persoenlichkeit und gleichzeitig talmudische, kabbalistische und halachische Thoragroessen waren, wurden sie fuer ihre Anhaenger mehr as nur ein normaler Rabbiner. Nicht nur, dass sie die Rebben eines Ortes waren; unzaehlige Menschen kamen von ausserhalb zu ihnen und baten um Segen fuer Gesundheit, ein gutes Einkommen oder einen erfolgreichen Shidduch (Partnerwahl fuer die Kinder). Aufgrund vieler erfolgreicher Segen, begannen sich Legenden um sie herum zu bilden. Vor allem dann, wenn ein Rebbe erfolgreich fuer die Genesung einer Person gebetet hatte.
Insgeheim wird der Rebbe von seinen Chassidim als Zaddik (Gerechter) betrachtet. Sie nennen ihn niemals persoenlich bei diesem Namen, sondern nur Rebbe oder Admor, dennoch ist er der Zaddik fuer die Gruppe.
Das Zaddik – Konzept ist eines der aeltesten in der Chassidut. Ein Zaddik ist G – tt sehr nahe und hat dadurch die Kraft, Dinge zu veraendern. Mit seinen Gebeten kann er himmlische Entscheidungen veraendern. Schon der Baal Shem Tov legte Wert auf das Zaddik – Konzept, doch richtig beruehmt wurde es erst unter Rabbi Elimelech of Lizhensk.
Mit dem Tode eines beruehmten und angesehenen Rebben eines Ortes uebernahm ueblicherweise der aelteste Sohn die Nachfolge. Ueblicherweise, aber nicht immer. Damals gab es noch keine wesentlichen Streitereien innerhalb der Familien um die Nachfolge. War der Sohn eine Thoragroesse, wurde er von den Anhaengern anerkannt. So kam es allmaehlich zu den Dynastien.
Zu Beginn lebten die Rebbes oftmals unterhalb der Armutsgrenze, was sich im Fortlauf der Geschichte aenderte. Heutzutage verfuegen viele chassidische Gruppen ueber ihre eigenen Wirtschaftsimperien, um sich so zu finanzieren. Beste Beispiele hierfuer sind Gur, Satmar oder Belz.
Im Laufe der Jahrzehnte veraenderte sich das Bild des Rebben oder Admor, wie er haeufig genannt wird. Das Wort Admor ist eine Abkuerzung fuer die drei Worte: Adoneinu, Moreinu, Rabbeinu – unser Oberhaupt, unser Lehrer, unser Rebbe.
Heutzutage sind die chassidischen Rebben nach wie vor unbestrittene Oberhaeupter ihrer jeweiligen Gruppe und zugleich der Zaddik. Der Erlass eines Rebben ist Gesetz und unter allen Umstaenden auszufuehren. Es wird nicht diskutiert, ob er sich vielleicht irren koennte. Gesetz ist Gesetz.
Wenn ein Rebbe auf Reisen geht um seine Anhaenger in mehreren Laendern zu besuchen, dann tut er dies 1. Klasse und ein Cadillac etc. kommt ihn vom Flughafen abholen. Seine Chassidim feiern ihn begeistert. Sie kommen zu Hauf und wollen Segen oder Ratschlaege von ihm. Bei vielen chassidischen Gruppen ist es ueblich, dass man erst den Rebben fragt, wenn man ein Business eroeffnen will oder eine Heirat ansteht.
Der Rebbe spielt im Leben der Chassidim einen zentralen Mittelpunkt. Ganz anders als bei den litvishen Haredim, die wenn sie ihre Yeshiva (relig. Schule) verlassen, auf sich allein gestellt sind.
Chassidim dagegen wohnen ihn ihren eigenen Stadtteilen, um dort ihre eigenen Gemeinden aufzubauen. Alles dreht sich um die eigene Chassidut; Schulen, Laeden, Restaurants, Synagogen. Die Chassidut ist eine Gesellschaft innerhalb der Gesellschaft mit dem Rebben als Oberhaupt. Wehe dem, der einen Rebben aus einer anderen Chassidut beleidigt. Solche Beleidigungen koennen zu handfesten Auseinandersetzungen fuehren.
Auch heute bleibt die Nachfolge in der Familie. Allerdings streiten sich haeufig die Soehne und jeder will der neue Rebbe sein. So kam und kommt es immer wieder zu Spaltungen innerhald der Gruppe. Beste Beispiele hierfuer sind Chassidut Bobov, Vishnitz, Satmar oder Toldot Aharon. Gur und Belz ist dies bisher erspart geblieben.
Die Chassidut Breslov hatte mit ihrem Gruender Rabbi Nachman den ersten und letzten Rebben. Ebenso ist die Chassidut Chabad heute ohne Rebben, nachdem der siebte und letzte Rebbe Menachem Mendel Schneerson im Jahre 1994 verstarb. Bei ihm handelte es sich uebrigens nicht um einen Sohn, sondern um den Schwiegersohn des vorherigen Rebben.
Ohne jeglichen Zweifel ist der Rebbe eine wichtige Person in der Gruppe, ohne die sie kaum existieren koennte. Breslov existiert zwar seit dessen Gruendung, doch gab es ohne die Erlasse eines Rebben staendig interne Veraenderungen der Chassidut - Inhalte selbst. Wer Breslov heute sieht, dem fallen zuerst die vielen unterschiedlichen Stroemungen innerhalb der Gruppe auf, die manchmal keine richtige Einheit bilden.
Beim "Konkurrenten" Chabad hingegen ist der Inhalt gleich geblieben, dennoch sind die Mitglieder in zwei Lager gespalten. Die einen halten den letzten Rebben fuer den Meschiach und andere wieder nicht. Bisher schaffte es Chabad jedoch, eine Einheit zu bleiben.
Persoenlich liebe ich die Chassidut, wende mich aber keiner speziellen Gruppe zu. Bisher habe ich mich nicht entscheiden koennen. Bei allen Gruppen habe ich etwas, was ich mag und was ich nicht mag. Mit keinem der Rebben kann ich mich zu 100% identifizieren. Das Zaddik – Konzept stoert mich etwas. Wie ich zuvor schon einmal schrieb, bin ich der Meinung, dass jeder Mensch das Zeug zum Zaddik hat. Mit meiner These bin ich nicht allein, denn schon Rabbi Nachman von Breslov war der gleichen Ansicht.
Bei einem chassidischen Tisch ist es aufregend, einen Rebben zu sehen. Dennoch fragte ich mich beim Tisch von Toldot Aharon am vergangenen Shabbat, wo denn nun genau G – tt bleibt, alles schaute auf den Rebben David Kahn. Aber der Rebbe machte fuer uns alle Kiddush (Segnung des Weines) und brachte somit G – tt in den Raum und uns alle, chassidisch gesehen, G – tt naeher.
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Chassidut,
Glossary,
Rabbis
Dienstag, Juni 05, 2007
Bnei Brak
B"H
Naechste Woche habe ich einen Urlaubstag und ich werde ihn einmal nicht am Strand verbringen, sondern ganz im Gegenteil. Ich begebe mich nach Bnei Brak, um dort ein paar Leute zu treffen.
Bnei Brak ist eine fast vollkommen haredische (ultra - orthod.) Stadt nahe Tel Aviv. Genau gesagt zwischen Ramat Gan und Petach Tikwa gelegen. Alle moeglichen Haredim (ultra - orthod. Juden) leben dort; von den Litvishen bis hin zu Chassidim. Besonders die chassidischen Gruppen Vishnitz, Gur und Sadigora sind sehr stark vertreten. Und die Litvishen haben ihre riesige Ponibezh Yeshiva (relig. Schule) dort. Diese ist fuer sie die Elite - Yeshiva und wer als litvisher Haredi etwas auf sich haelt und aus gutem Hause kommt, der geht zu Ponibezh.
Als Jerusalemer bin ich von Bnei Brak nicht besonders begeistert. Aber wer weiss, vielleicht bekomme ich ja kommende Woche einen anderen Eindruck.
Naechste Woche habe ich einen Urlaubstag und ich werde ihn einmal nicht am Strand verbringen, sondern ganz im Gegenteil. Ich begebe mich nach Bnei Brak, um dort ein paar Leute zu treffen.
Bnei Brak ist eine fast vollkommen haredische (ultra - orthod.) Stadt nahe Tel Aviv. Genau gesagt zwischen Ramat Gan und Petach Tikwa gelegen. Alle moeglichen Haredim (ultra - orthod. Juden) leben dort; von den Litvishen bis hin zu Chassidim. Besonders die chassidischen Gruppen Vishnitz, Gur und Sadigora sind sehr stark vertreten. Und die Litvishen haben ihre riesige Ponibezh Yeshiva (relig. Schule) dort. Diese ist fuer sie die Elite - Yeshiva und wer als litvisher Haredi etwas auf sich haelt und aus gutem Hause kommt, der geht zu Ponibezh.
Als Jerusalemer bin ich von Bnei Brak nicht besonders begeistert. Aber wer weiss, vielleicht bekomme ich ja kommende Woche einen anderen Eindruck.
Montag, Juni 04, 2007
Chassidim in Deutschland ?
B"H
Schon die Idee allein, dass Chassidim in Deutschland leben koennten, klingt absurd. Eine Bekannte meinte zu mir: "Fuer deutsche Juden waren die Chassidim schon immer die Ostjuden. Ein Fremdkoerper."
Wer die Geschichte naeher betrachtet, der sieht, dass dies der Realitaet entspricht. Der aufkommende Chassidismus im 18. Jahrhundert hat Deutschland, bis auf wenige Ausnahmen, niemals erreicht und das spaeter gegruendete Reform - Movement tat sein uebriges. Man legte Wert auf Aufklaerung und Anpassung an das damalige Deutsche Reich. Fuer deutsche Juden war es schon immer unvorstellbar in traditioneller chassidischer Kleidung herumzulaufen. Man fand und findet es primitiv. Schliesslich wuerde jeder Passant einen von weitem als Juden erkennen.
Chassidisches Leben und Lehren gelten als fremd. Wer will sich schon einem Rebben unterordnen, wenn er von einer freien Gesellschaft umgeben ist, die auf Assimilation draengt ?
Im Osteuropa des 18.Jahrhunderts schaute es anders aus. Nach vielen russischen Pogromen suchten die Juden Erklaerungen und Hoffnung. Da kamen die nicht neuen, aber wiederbelebten Ideen des Baal Shem Tov gerade recht. Die Menschen hatten einfach die Nase voll vom akademischen Judentum, welches nur fuer einige Auserwaehlte bestimmt war (siehe litvishe Juden). Insgesamt waren die Juden in Osteuropa religioeser als jene in Deutschland. Auch nachdem das Reform Judentum Osteuropa erreichte, hielt die ueberwiegende Mehrheit der dortigen Juden ihre orthodoxe Richtung bei. Auch Dank einiger chassidischer Rebbes, die den Reformern erfolgreich entgegenwirkten.
Wie steht Deutschland heute zu den Chassidim und wie stehen diese zu Deutschland ?
Immerhin hat sich die chassidische Gruppe Chabad auch in Deutschland niedergelassen, was positiv zu bewerten ist. In der heutigen Zeit interessieren sich viele Juden fuer den Chassidimus. Einige litvishe Jerusalemer Yeshivot (relig. Schulen) waren gezwungen, chassidische Vortraege anzubieten, weil die Nachfrage so gross wurde.
Die Frage ist, ob deutsche Juden Chabad annehmen. Wer wirklich etwas ueber das Judentum lernen will, der geht dorthin, denn Chabad bietet reichlich Aufklaerung in allen Gebieten. Halachisch, Thora genauso wie spirituell. Es ware wuenschenswert, dass Chabad sich in Deutschland auch weiterhin ausbreitet und mehr Synagogen baut.
Ausser Chabad wird sich heutzutage keine chassidische Gruppe mehr niederlassen und Chabad weiss, dass es das es eine absolute Monopolstellung hat. Befinden sich vor allem in Zuerich, Paris, Antwerpen oder London Tausende anderer Chassidim wie Belz, Satmar, Gur etc., nach Deutschland kommt niemand. Nun koennte man der fehlenden Infrastruktur die Schuld geben. Keine ausreichenden koscheren Laeden, kaum relig. Schulen und und und. Doch das ist kein Grund fuer Chassidim sich nicht niederzulassen. Wenn sich einmal eine Gruppe niederlaesst, dann werden sofort Schulen, Synagogen, Laeden etc. eingerichtet. Und das in Windeseile.
Einer der wichtigsten Gruende fuer Chassidim Deutschland zu meiden, ist und bleibt der Holocaust. Die chassidischen Gruppen verloren Tausende ihrer Mitglieder im Holocaust und viele Rebbes sind auf aeusserst bestialische Weise von den Nazis ermordet worden.
Ich hoerte sogar von einigen deutschen Touristen, dass sie in New Yorker Stadtteilen wie Boro Park oder Williamsburgh von Chassidim beschimpft worden waren.
Aber nicht nur der Holocaust ist der Grund. Vor Jahren sprach ich einmal telefonisch mit einem Chabad - Verantwortlichen in der Chabad - Hauptniederlassung in New York. Er sagte mir das die Grundkriterien fuer eine Chabadniederlassung sind, dass es an dem entsprechenden Ort wirklich halachische Juden gibt.
Deutsche Gemeinde sind heutzutage voll mit russischen Neuankoemmlingen, die kaum ueber eine halachische juedische Herkunft verfuegen. Die meisten halachischen deutschen Juden wiederum sind nicht unbedingt am chassidischen Judentum interessiert, weil es fuer sie immer zu fremd und unbequem ist.
Insgesamt ist es fuer deutsche Gemeinden auf Dauer von Nachteil, keine chassidischen Juden zu haben. Wenn man schon allseits auf die Vielfalt pocht, dann darf man den Chassidismus nicht ausser acht lassen. In einer Zeit, in der der Antisemitismus wieder einmal Hochkonjunktur hat, will man nicht unnoetig durch chassidische Mitglieder auffallen. Man hat eh schon genuegend Probleme am Hals. Da wird sich dann doch lieber mit den grossen Kirchen arrangiert und macht auf christlich - juedische Zusammenarbeit. Selbst litvishe orthod. Rabbiner geben Vortraege in christl. Gemeinderaeumen. Ein grosses Paradox, denn mittlerweile sollte auch der Orthodoxie in Deutschland aufgefallen sein, was sie erntet. Assimilation und Mischehen.
Tatsache ist, dass sich diesbezueglich nichts aendern wird. Wer Chassidut lernen will, der geht zu Chabad und wer wirklich chassidisches Leben sehen will, der faehrt ins Ausland.
Schon die Idee allein, dass Chassidim in Deutschland leben koennten, klingt absurd. Eine Bekannte meinte zu mir: "Fuer deutsche Juden waren die Chassidim schon immer die Ostjuden. Ein Fremdkoerper."
Wer die Geschichte naeher betrachtet, der sieht, dass dies der Realitaet entspricht. Der aufkommende Chassidismus im 18. Jahrhundert hat Deutschland, bis auf wenige Ausnahmen, niemals erreicht und das spaeter gegruendete Reform - Movement tat sein uebriges. Man legte Wert auf Aufklaerung und Anpassung an das damalige Deutsche Reich. Fuer deutsche Juden war es schon immer unvorstellbar in traditioneller chassidischer Kleidung herumzulaufen. Man fand und findet es primitiv. Schliesslich wuerde jeder Passant einen von weitem als Juden erkennen.
Chassidisches Leben und Lehren gelten als fremd. Wer will sich schon einem Rebben unterordnen, wenn er von einer freien Gesellschaft umgeben ist, die auf Assimilation draengt ?
Im Osteuropa des 18.Jahrhunderts schaute es anders aus. Nach vielen russischen Pogromen suchten die Juden Erklaerungen und Hoffnung. Da kamen die nicht neuen, aber wiederbelebten Ideen des Baal Shem Tov gerade recht. Die Menschen hatten einfach die Nase voll vom akademischen Judentum, welches nur fuer einige Auserwaehlte bestimmt war (siehe litvishe Juden). Insgesamt waren die Juden in Osteuropa religioeser als jene in Deutschland. Auch nachdem das Reform Judentum Osteuropa erreichte, hielt die ueberwiegende Mehrheit der dortigen Juden ihre orthodoxe Richtung bei. Auch Dank einiger chassidischer Rebbes, die den Reformern erfolgreich entgegenwirkten.
Wie steht Deutschland heute zu den Chassidim und wie stehen diese zu Deutschland ?
Immerhin hat sich die chassidische Gruppe Chabad auch in Deutschland niedergelassen, was positiv zu bewerten ist. In der heutigen Zeit interessieren sich viele Juden fuer den Chassidimus. Einige litvishe Jerusalemer Yeshivot (relig. Schulen) waren gezwungen, chassidische Vortraege anzubieten, weil die Nachfrage so gross wurde.
Die Frage ist, ob deutsche Juden Chabad annehmen. Wer wirklich etwas ueber das Judentum lernen will, der geht dorthin, denn Chabad bietet reichlich Aufklaerung in allen Gebieten. Halachisch, Thora genauso wie spirituell. Es ware wuenschenswert, dass Chabad sich in Deutschland auch weiterhin ausbreitet und mehr Synagogen baut.
Ausser Chabad wird sich heutzutage keine chassidische Gruppe mehr niederlassen und Chabad weiss, dass es das es eine absolute Monopolstellung hat. Befinden sich vor allem in Zuerich, Paris, Antwerpen oder London Tausende anderer Chassidim wie Belz, Satmar, Gur etc., nach Deutschland kommt niemand. Nun koennte man der fehlenden Infrastruktur die Schuld geben. Keine ausreichenden koscheren Laeden, kaum relig. Schulen und und und. Doch das ist kein Grund fuer Chassidim sich nicht niederzulassen. Wenn sich einmal eine Gruppe niederlaesst, dann werden sofort Schulen, Synagogen, Laeden etc. eingerichtet. Und das in Windeseile.
Einer der wichtigsten Gruende fuer Chassidim Deutschland zu meiden, ist und bleibt der Holocaust. Die chassidischen Gruppen verloren Tausende ihrer Mitglieder im Holocaust und viele Rebbes sind auf aeusserst bestialische Weise von den Nazis ermordet worden.
Ich hoerte sogar von einigen deutschen Touristen, dass sie in New Yorker Stadtteilen wie Boro Park oder Williamsburgh von Chassidim beschimpft worden waren.
Aber nicht nur der Holocaust ist der Grund. Vor Jahren sprach ich einmal telefonisch mit einem Chabad - Verantwortlichen in der Chabad - Hauptniederlassung in New York. Er sagte mir das die Grundkriterien fuer eine Chabadniederlassung sind, dass es an dem entsprechenden Ort wirklich halachische Juden gibt.
Deutsche Gemeinde sind heutzutage voll mit russischen Neuankoemmlingen, die kaum ueber eine halachische juedische Herkunft verfuegen. Die meisten halachischen deutschen Juden wiederum sind nicht unbedingt am chassidischen Judentum interessiert, weil es fuer sie immer zu fremd und unbequem ist.
Insgesamt ist es fuer deutsche Gemeinden auf Dauer von Nachteil, keine chassidischen Juden zu haben. Wenn man schon allseits auf die Vielfalt pocht, dann darf man den Chassidismus nicht ausser acht lassen. In einer Zeit, in der der Antisemitismus wieder einmal Hochkonjunktur hat, will man nicht unnoetig durch chassidische Mitglieder auffallen. Man hat eh schon genuegend Probleme am Hals. Da wird sich dann doch lieber mit den grossen Kirchen arrangiert und macht auf christlich - juedische Zusammenarbeit. Selbst litvishe orthod. Rabbiner geben Vortraege in christl. Gemeinderaeumen. Ein grosses Paradox, denn mittlerweile sollte auch der Orthodoxie in Deutschland aufgefallen sein, was sie erntet. Assimilation und Mischehen.
Tatsache ist, dass sich diesbezueglich nichts aendern wird. Wer Chassidut lernen will, der geht zu Chabad und wer wirklich chassidisches Leben sehen will, der faehrt ins Ausland.
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Jewish Identity,
Judentum
Samstag, Juni 02, 2007
Zum Tisch bei Chassidut Toldot Aharon
B"H
Wilde Demonstrationen gegen alles Moegliche und seltsame Traditionen und Braeuche. Alles in allem ein paar irre Fanatiker aus Mea Shearim.
So lauten die Berichte in unserer Lokalpresse, im TV und selbst andere chassidische Gruppen verbreiten solche Meinungen.
Entsprechen diese Meinungen der Realitaet oder ist alles nur Bluff ? Wie sind sie wirklich, die Mitglieder der Chassidut Toldot Aharon, welche ueberwiegend im Jerusalemer ultra - orthod. Stadtteil Mea Shearim wohnen ? Wie denken diese Leute, ueber die der "Normalbuerger" fast gar nichts weiss ?
Wer durchs Internet surft oder anderweitig Details ueber sie sucht, der findet kaum etwas Brauchbares. Ein wenig historische Beschreibung und das war es. Nichts.
Toldot Aharon igelt sich ein und gibt nichts nach aussen weiter. Kaum jemand kommt an sie heran.
Ist das alles wirklich unmoeglich ?
Aus vielerlei Gruenden schreibe ich ueber chassidische Gruppen. Das Thema zieht mich magisch an, ich selber halte viele chassidische Braeuche und alles Chassidische interessiert mich brennend. Ein weiterer Faktor ist, dass es ueber viele Dinge einfach kaum noch Infos gibt, da aufgrund des Holocaustes viel vernichtet wurde. Osteuropa und die ehemaligen chassidischen Shtetl...ein einziger Friedhof.
Ich bin gerade mittendrin, einen ausfuehrlichen Bericht ueber Toldot Aharon zu verfassen. Fuer mich ist es sehr wichtig, nicht nur Buecher zu lesen, sondern auch vor Ort zu sein und mit den Menschen persoenlich zu sprechen.
Ueber Toldot Aharon hatte ich viel gehoert. Von Negativem bis hin zu Positiven. Sie seinen grossartige Leute mit hohen Wertevorstellungen.
Als ich begann, die Buecher des ersten Rebbes und Gruenders zu lesen, verstand ich ihre Vorstellungen und warum sie gewisse interne Gesetze haben. Zugegeben, es ist nicht fuer jedermann, doch lernte ich sie zu akzeptieren und vor allem zu respektieren.
Auf meinem engl. sprachigen Shearim - Blog veroeffentlichte ich einen der Artikel des ersten Rebbes, Rabbi Aharon Roth. Fuer Yiddish - Fans sicher etwas Besonderes. Es handelt sich um einen Artikel, der mir persoenlich sehr viel zu denken gegeben hat.
Gestern Abend nun war es soweit und ich ging mit einer Freundin zur Hauptsynagoge der Chassidut. Uns beiden war recht flau in der Magengegend und wir hatten keine Ahnung, was uns erwarten wuerde. Immerhin waren wir anstaendig angezogen. Langer Rock und lange Aermel.
Als wir in die Synagoge gingen, hoerten wir zwar die Shabbat - Gesaenge der Maenner, doch fanden wir nirgendwo Frauen. Die Maenner darf man aus Anstandgruenden nicht ansprechen und so schlug ich meiner Freudin vor, zurueck auf die Strasse zu gehen und eine Frau zu fragen.
Gesagt, getan. Genau gegenueber sah ich eine Toldot - Aharon Frau mit ihren kleinen Kindern stehen. Ohne zu zoegern sprach ich sie an. "Shabbat Shalom" und ob wir den richtigen Fraueneingang in die Synagoge gewaehlt haetten.
"Ja, sagte sie, aber weisst du, wir haben den Brauch, dass unsere Frauen am Freitag abend nicht am Synagogeng-ttesdienst teilnehmen. Aber du kannst zu unserem Tisch des Rebben kommen, denn da sind alle versammelt. Und heute hast du Glueck, denn der Rebbe verheiratete diese Woche seine Tochter und wir machen Sheva Berachot (fuer die sieben Tage nach der Hochzeit werden bei einem extra Abendessen Segen fuer das Brautpaar gesagt). Also, kommt in ein paar Stunden wieder."
Des weiteren gab sie uns den Tip, dass wir zu ihrer Splittergruppe Toldot Avraham Yitzchak, auch in Mea Shearim gelegen, in die Synagoge gehen koennten.
Nichts da von Extremismus, sondern eine freundliche junge Frau gab uns Tips und sprach zu uns respektvoll.
Meine Freundin und ich waren begeistert. Wir entschlossen uns vorerst nicht zu Avraham Yitzchak, sondern erst zu Rabbi Mordechai Machlis zum Kiddush und Essen zu gehen und spaeter zum Tisch wiederzukommen.
Um 23.40 Uhr waren wir zurueck in der Toldot Aharon Synagoge. Dort erwartete uns eine verschlossene Tuer. Allerdings waren viele Frauen in Richtung Rueckseite des Gebaeudes unterwegs und wir folgten ihnen.
Rein in die schmale Gasse zwischen Synagoge und Wohnblocks. Chassidische Maenner, Frauen und Kinder saeumten die Gasse und gingen eilig auf und ab. Keiner nahm Notiz von uns.
Ich fragte eine andere Frau und sie deutete auf eine Tuer, die ebenso in die Frauenabteilung der Synagoge fuehrte. Auch diese junge Frau war sehr freundlich und wird stiegen die Treppe hinauf. Keine Steine flogen auf uns und beschimpft wurden wir auch nicht.
Durch einen langen Korridor kamen wir in den Raum, wo die Frauen beten. Unten sahen wir eine grosse Halle gefuellt mit chassidischen Maennern.
Der Frauenraum war im 1. Stock und die Mechitza bestand aus drei Fenster, durch die man nach unten blicken konnte.
Noch immer nahm niemand Notiz von uns. Emsig waren Frauen und Kinder damit beschaeftigt, sich die besten Stehplaetze am Fenster zu sichern und wir schlossen uns ihnen an.
Wer nicht gerade am Fester stand, der konnte auf eine Art Tribuene klettern und auf den Stufen stehen, was wir spaeter taten.
Nach ein paar Minuten gerieten die Maenner unten in Aufruhr, denn der Rebbe, Rabbi David Kahn, trat ein. Gesaenge begannen und die Frauen neben uns hoben ihre Kinder hoch, damit auch diese den Rebben sehen konnten. Alles stuerzte auf die Fenster zu und wir stuermten mit.
Mittendrin kamen noch drei sephardische nichtrelig. Israelinnen herein und begannen sofort an die Fenster zu stuermen.
Der Rebbe selbst sah wesentlich aelter aus als auf den Photos, die ich im Internet sah. Hoheitlich sass er da in seinem seidenen blauen Kaftan und sprach Gebete. Die Chassidim sangen.
Kurz danach machte er Kiddush und sprach den Segen ueber die riesigen Challot (Shabbat - Brote). Er zerschnitt sie in Scheiben und teilte sie an seine Chassidim aus. Spaeter reichte er Kuchen und jeder Chassid nahm sich ein paar Broesel.
Unter den Frauen wurde Soda - Wasser verteilt, doch alle Augen klebten nur am Rebben. Auch unsere Augen.
Er gab eine kleine Rede (Drasha), die wir leider nicht hoerten, da seine Stimme leise ist und wir durch die Fenster kaum etwas hoerten.
Wir blieben ueber eine Stunde und kamen mit recht vielen Frauen in Kontakt. Alle Fragen wurden geduldig beantwortet.
Als wir aus der Synagoge gingen, trafen wir im Korridor eine Frau der Chassidut Breslov, die offensichtlich erleichtert war, jemanden zu sehen, der nicht Toldot Aharon war. Sie sprach uns an und ich merkte, dass sie genauso viel Aufregung zeigte, wie wir am Anfang. Ich sagte ihr, dass alles schon okay sei und wies ihr den Weg in die Frauenabteilung.
Fazit: Wir trafen auf total nette hilfsbereite Menschen, die uns mit Respekt behandelten und wir sie. Kein Extremismus, sondern sie empfingen jedermann. Anstatt das die Presse diverse Vorurteile verbreitet, sollte sie vorher mit den Leuten selbst sprechen und nicht nur stereotype Geruechte verbreiten.
Uebrigens wird mir ein Toldot Aharon Mitglied demnaechst persoenlich alle meine Fragen beantworten. Auch haben wir jemanden kennen gelernt, der uns zur zweiten Splittergruppe "Shomrei Emunim" (die Hueter des Glaubens) mitnimmt.
Diesen Freitag Abend werden meine Freundin und ich zur Synagoge der Splittergruppe Toldot Avraham Yitzchak gehen, doch kommen wir jederzeit und gerne wieder zum Tisch des Rebben David Kahn von Toldot Aharon. Beide kamen wir begeistert aus der Synagoge.
Wer auch einmal an deren Tisch teilnehmen will, der sollte hebraeisch sprechen, Jude sein und sich standesgemaess anziehen und benehmen.
Wer Adressen braucht oder naehere Infos, kann mir eine Mail senden.
Adressen der chassidischen Tische gebe ich grundsaetzlich nicht oeffentlich weiter.
Wilde Demonstrationen gegen alles Moegliche und seltsame Traditionen und Braeuche. Alles in allem ein paar irre Fanatiker aus Mea Shearim.
So lauten die Berichte in unserer Lokalpresse, im TV und selbst andere chassidische Gruppen verbreiten solche Meinungen.
Entsprechen diese Meinungen der Realitaet oder ist alles nur Bluff ? Wie sind sie wirklich, die Mitglieder der Chassidut Toldot Aharon, welche ueberwiegend im Jerusalemer ultra - orthod. Stadtteil Mea Shearim wohnen ? Wie denken diese Leute, ueber die der "Normalbuerger" fast gar nichts weiss ?
Wer durchs Internet surft oder anderweitig Details ueber sie sucht, der findet kaum etwas Brauchbares. Ein wenig historische Beschreibung und das war es. Nichts.
Toldot Aharon igelt sich ein und gibt nichts nach aussen weiter. Kaum jemand kommt an sie heran.
Ist das alles wirklich unmoeglich ?
Aus vielerlei Gruenden schreibe ich ueber chassidische Gruppen. Das Thema zieht mich magisch an, ich selber halte viele chassidische Braeuche und alles Chassidische interessiert mich brennend. Ein weiterer Faktor ist, dass es ueber viele Dinge einfach kaum noch Infos gibt, da aufgrund des Holocaustes viel vernichtet wurde. Osteuropa und die ehemaligen chassidischen Shtetl...ein einziger Friedhof.
Ich bin gerade mittendrin, einen ausfuehrlichen Bericht ueber Toldot Aharon zu verfassen. Fuer mich ist es sehr wichtig, nicht nur Buecher zu lesen, sondern auch vor Ort zu sein und mit den Menschen persoenlich zu sprechen.
Ueber Toldot Aharon hatte ich viel gehoert. Von Negativem bis hin zu Positiven. Sie seinen grossartige Leute mit hohen Wertevorstellungen.
Als ich begann, die Buecher des ersten Rebbes und Gruenders zu lesen, verstand ich ihre Vorstellungen und warum sie gewisse interne Gesetze haben. Zugegeben, es ist nicht fuer jedermann, doch lernte ich sie zu akzeptieren und vor allem zu respektieren.
Auf meinem engl. sprachigen Shearim - Blog veroeffentlichte ich einen der Artikel des ersten Rebbes, Rabbi Aharon Roth. Fuer Yiddish - Fans sicher etwas Besonderes. Es handelt sich um einen Artikel, der mir persoenlich sehr viel zu denken gegeben hat.
Gestern Abend nun war es soweit und ich ging mit einer Freundin zur Hauptsynagoge der Chassidut. Uns beiden war recht flau in der Magengegend und wir hatten keine Ahnung, was uns erwarten wuerde. Immerhin waren wir anstaendig angezogen. Langer Rock und lange Aermel.
Als wir in die Synagoge gingen, hoerten wir zwar die Shabbat - Gesaenge der Maenner, doch fanden wir nirgendwo Frauen. Die Maenner darf man aus Anstandgruenden nicht ansprechen und so schlug ich meiner Freudin vor, zurueck auf die Strasse zu gehen und eine Frau zu fragen.
Gesagt, getan. Genau gegenueber sah ich eine Toldot - Aharon Frau mit ihren kleinen Kindern stehen. Ohne zu zoegern sprach ich sie an. "Shabbat Shalom" und ob wir den richtigen Fraueneingang in die Synagoge gewaehlt haetten.
"Ja, sagte sie, aber weisst du, wir haben den Brauch, dass unsere Frauen am Freitag abend nicht am Synagogeng-ttesdienst teilnehmen. Aber du kannst zu unserem Tisch des Rebben kommen, denn da sind alle versammelt. Und heute hast du Glueck, denn der Rebbe verheiratete diese Woche seine Tochter und wir machen Sheva Berachot (fuer die sieben Tage nach der Hochzeit werden bei einem extra Abendessen Segen fuer das Brautpaar gesagt). Also, kommt in ein paar Stunden wieder."
Des weiteren gab sie uns den Tip, dass wir zu ihrer Splittergruppe Toldot Avraham Yitzchak, auch in Mea Shearim gelegen, in die Synagoge gehen koennten.
Nichts da von Extremismus, sondern eine freundliche junge Frau gab uns Tips und sprach zu uns respektvoll.
Meine Freundin und ich waren begeistert. Wir entschlossen uns vorerst nicht zu Avraham Yitzchak, sondern erst zu Rabbi Mordechai Machlis zum Kiddush und Essen zu gehen und spaeter zum Tisch wiederzukommen.
Um 23.40 Uhr waren wir zurueck in der Toldot Aharon Synagoge. Dort erwartete uns eine verschlossene Tuer. Allerdings waren viele Frauen in Richtung Rueckseite des Gebaeudes unterwegs und wir folgten ihnen.
Rein in die schmale Gasse zwischen Synagoge und Wohnblocks. Chassidische Maenner, Frauen und Kinder saeumten die Gasse und gingen eilig auf und ab. Keiner nahm Notiz von uns.
Ich fragte eine andere Frau und sie deutete auf eine Tuer, die ebenso in die Frauenabteilung der Synagoge fuehrte. Auch diese junge Frau war sehr freundlich und wird stiegen die Treppe hinauf. Keine Steine flogen auf uns und beschimpft wurden wir auch nicht.
Durch einen langen Korridor kamen wir in den Raum, wo die Frauen beten. Unten sahen wir eine grosse Halle gefuellt mit chassidischen Maennern.
Der Frauenraum war im 1. Stock und die Mechitza bestand aus drei Fenster, durch die man nach unten blicken konnte.
Noch immer nahm niemand Notiz von uns. Emsig waren Frauen und Kinder damit beschaeftigt, sich die besten Stehplaetze am Fenster zu sichern und wir schlossen uns ihnen an.
Wer nicht gerade am Fester stand, der konnte auf eine Art Tribuene klettern und auf den Stufen stehen, was wir spaeter taten.
Nach ein paar Minuten gerieten die Maenner unten in Aufruhr, denn der Rebbe, Rabbi David Kahn, trat ein. Gesaenge begannen und die Frauen neben uns hoben ihre Kinder hoch, damit auch diese den Rebben sehen konnten. Alles stuerzte auf die Fenster zu und wir stuermten mit.
Mittendrin kamen noch drei sephardische nichtrelig. Israelinnen herein und begannen sofort an die Fenster zu stuermen.
Der Rebbe selbst sah wesentlich aelter aus als auf den Photos, die ich im Internet sah. Hoheitlich sass er da in seinem seidenen blauen Kaftan und sprach Gebete. Die Chassidim sangen.
Kurz danach machte er Kiddush und sprach den Segen ueber die riesigen Challot (Shabbat - Brote). Er zerschnitt sie in Scheiben und teilte sie an seine Chassidim aus. Spaeter reichte er Kuchen und jeder Chassid nahm sich ein paar Broesel.
Unter den Frauen wurde Soda - Wasser verteilt, doch alle Augen klebten nur am Rebben. Auch unsere Augen.
Er gab eine kleine Rede (Drasha), die wir leider nicht hoerten, da seine Stimme leise ist und wir durch die Fenster kaum etwas hoerten.
Wir blieben ueber eine Stunde und kamen mit recht vielen Frauen in Kontakt. Alle Fragen wurden geduldig beantwortet.
Als wir aus der Synagoge gingen, trafen wir im Korridor eine Frau der Chassidut Breslov, die offensichtlich erleichtert war, jemanden zu sehen, der nicht Toldot Aharon war. Sie sprach uns an und ich merkte, dass sie genauso viel Aufregung zeigte, wie wir am Anfang. Ich sagte ihr, dass alles schon okay sei und wies ihr den Weg in die Frauenabteilung.
Fazit: Wir trafen auf total nette hilfsbereite Menschen, die uns mit Respekt behandelten und wir sie. Kein Extremismus, sondern sie empfingen jedermann. Anstatt das die Presse diverse Vorurteile verbreitet, sollte sie vorher mit den Leuten selbst sprechen und nicht nur stereotype Geruechte verbreiten.
Uebrigens wird mir ein Toldot Aharon Mitglied demnaechst persoenlich alle meine Fragen beantworten. Auch haben wir jemanden kennen gelernt, der uns zur zweiten Splittergruppe "Shomrei Emunim" (die Hueter des Glaubens) mitnimmt.
Diesen Freitag Abend werden meine Freundin und ich zur Synagoge der Splittergruppe Toldot Avraham Yitzchak gehen, doch kommen wir jederzeit und gerne wieder zum Tisch des Rebben David Kahn von Toldot Aharon. Beide kamen wir begeistert aus der Synagoge.
Wer auch einmal an deren Tisch teilnehmen will, der sollte hebraeisch sprechen, Jude sein und sich standesgemaess anziehen und benehmen.
Wer Adressen braucht oder naehere Infos, kann mir eine Mail senden.
Adressen der chassidischen Tische gebe ich grundsaetzlich nicht oeffentlich weiter.
Freitag, Juni 01, 2007
KZ - Besuch mit Kreditkarte ?
B"H
So aehnlich lautet heute der Titel eines Artikels, den die israelische Tageszeitung MAARIV auf Seite 6 veroeffentlicht.
Einige Verwaltungen der heutigen KZ - Gedenkstaetten, darunter Dachau und Buchenwald, planen, demnaechst Eintritt fuer KZ - Besuche zu verlangen. Angeblich sollen die finanziellen Mittel nicht mehr ausreichen, um den Betrieb der Gedenkstaetten aufrecht zu erhalten. Auschwitz haette viele private Spender, doch in deutsche KZs dagegen will niemand investieren. Vor allem die deutsche Wirtschaft will ihren Namen nicht in Verbindung mit einem KZ sehen.
In Israel wird kritisiert, dass man keinen Eintritt fuer Friedhoefe zahle. Die ganze Idee sei ein reiner Skandal.
Persoenlich stelle ich es mir schrecklich vor, wenn Ueberlebende sowie Chassidim (die chassidischen Gruppen verloren mehrere 100.000 Mitglieder im Holocaust) KZs besuchen wollen und zur Kasse gebeten werden.
Gibt es wirklich keinen anderen Ausweg mehr ? Wo bleiben die Bundes - bzw. Laenderregierungen ?
Weiterhin veroeffentlicht MAARIV eine Umfrage, nach der
15% der deutschen Jugendlichen meinen, dass die Nazis nicht schlecht waren.
25% der Deutschen sind der Ansicht, dass die Juden zuviel Einfluss in der Welt haben.
45% der Deutschen sind der Meinung, dass Juden zuviel an die Shoah (Holocaust) erinnern und
49% der Deutschen zwischen 18 - 24 Jahren wissen nichts ueber die Shoah.
So aehnlich lautet heute der Titel eines Artikels, den die israelische Tageszeitung MAARIV auf Seite 6 veroeffentlicht.
Einige Verwaltungen der heutigen KZ - Gedenkstaetten, darunter Dachau und Buchenwald, planen, demnaechst Eintritt fuer KZ - Besuche zu verlangen. Angeblich sollen die finanziellen Mittel nicht mehr ausreichen, um den Betrieb der Gedenkstaetten aufrecht zu erhalten. Auschwitz haette viele private Spender, doch in deutsche KZs dagegen will niemand investieren. Vor allem die deutsche Wirtschaft will ihren Namen nicht in Verbindung mit einem KZ sehen.
In Israel wird kritisiert, dass man keinen Eintritt fuer Friedhoefe zahle. Die ganze Idee sei ein reiner Skandal.
Persoenlich stelle ich es mir schrecklich vor, wenn Ueberlebende sowie Chassidim (die chassidischen Gruppen verloren mehrere 100.000 Mitglieder im Holocaust) KZs besuchen wollen und zur Kasse gebeten werden.
Gibt es wirklich keinen anderen Ausweg mehr ? Wo bleiben die Bundes - bzw. Laenderregierungen ?
Weiterhin veroeffentlicht MAARIV eine Umfrage, nach der
15% der deutschen Jugendlichen meinen, dass die Nazis nicht schlecht waren.
25% der Deutschen sind der Ansicht, dass die Juden zuviel Einfluss in der Welt haben.
45% der Deutschen sind der Meinung, dass Juden zuviel an die Shoah (Holocaust) erinnern und
49% der Deutschen zwischen 18 - 24 Jahren wissen nichts ueber die Shoah.
Labels:
Juedische Geschichte
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