Donnerstag, Januar 06, 2011

Parashat BO


Arbeh (Locust, Heuschrecke) 



B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Immer wieder verhärtete G - tt das Herz von Pharao und selbst wenn der ägyptische Herrscher die Juden hätte gehen lassen wollen, er konnte es nicht, denn G - tt hatte ihm praktisch seinen "Freien Willen" im Leben genommen. Pharao musste so handeln, ob er wollte oder nicht. Die Ägypter und die Juden sollten einsehen, dass es da EINEN G - tt gibt, der dies alles bewerkstelligen kann.

Der Ramban (Rabbi Moshe ben Nachman, Nachmanides - 1194 - 1270) schreibt in seinem Kommentar:

Raschi kommentiert, dass die Heuschreckenplage, welche sich in der Zeit des Propheten Yoel (Buch Yoel - Sefer Yoel) zutrug, schlimmer war als jene bei Moshe in Ägypten. Grund sei die Verzahl unterschiedlicher Heuschreckenarten in der Zeit Yoels. In Ägypten bestand die Plage nur aus einer einzigen Heuschreckenart.


Die Heuschreckenplage in Ägypten traf am 1. Shevat auf natürlichem Wege (mit dem Ostwind - siehe Exodus 10:13) wohin gegen die Heuschreckenplage bei Yoel ein spezieller Akt G - ttes war.

Raschi (Rabbi Shlomo ben Yitzchaki) stellt in seinem Kommentar die Frage, warum G - tt denn Moshe zu Pharao entsandte, wenn das Herz des Herrschers sowieso schon verhärtet worden war. Wieso dahin gehen und nur den Ablehnungen Pharaos lauschen ? Raschi antwortet, dass G - tt wollte, Moshe solle Pharao warnen.

Die vergangene Parasha, Parashat Va'era, schloß mit der Beschreibung der Plage des Hagels. Vielen Kommentatoren, darunter auch Rabbi Samson Raphael Hirsch, fiel auf, dass die Thora uns nicht sagt, dass der Hagel gänzlich verschwand. Stattdessen heißt es, dass er stoppte. Wieso stoppte er nur ?

Rabbi Hirsch kommentiert, dass der Hagel in der Luft stoppte und dort bestehen blieb.
Warum aber kam der Hagel nicht als Regen herab ? Kann er nur einfach so in der Luft stehenbleiben ?
Nichts passierte und weitere Kommentatoren sind der Meinung, dass sich der Hagel immer noch in der Luft befindet und von G - tt als Waffe im Krieg von Gog und Magog gegen jene Völker eingesetzt wird, welche sich gegen Israel erheben.

In der dieswöchigen Thoralesung folgen die Heuschrecken (Arbeh) - sowie die Plage der Dunkelheit (Choschech). Dazu heißt es recht seltsamerweise in der Thora, dass die ersten drei Tage der Dunkelheit kein Ägypter in der Lage war, etwas zu sehen. Darauf wird uns jedoch mitgeteilt, dass die folgenden drei Tage kein Ägypter in der Lage war, sich auch nur zu bewegen.

Der Ramban (Nachmanides) sagt, dass die Dunkelheit keineswegs so zu verstehen sei, dass da die Sonne nicht scheine oder sie verdeckt sei. Vielmehr kam diese unvorstellbare Dunkelheit direkt von G - tt und war so konzentriert, dass sie sogar jede Kerze erlöschen ließ. Hierbei redet der Ramban sogar von einer spezifischen Wolke, die vom Himmel herabkam und die Plage der Dunkelheit verursachte. Eine übernatürliche Dunkelheit und keineswegs die natürliche der Nacht.

Der Maharal von Prag schreibt in seinem Thorakommentar "Gur Aryeh", dass es den Ägyptern während der ersten drei Tage der Plage unmöglich war, sich gegenseitig zu sehen. In den weiteren Tagen jedoch war die Dunkelheit so dick, dass sich die Ägypter nicht mehr bewegen konnten.

Die Midrash Rabbah nennt zwei Gründe für die Plage der Dunkelheit:
Während die Ägypter ausgeschaltet waren, sahen die Israeliten genug. So gingen sie in die Häuser der Ägypter und schauten, wo deren Juwelen versteckt lagen. Mit dem Auszug aus Ägypten nämlich forderten sie von ihren Bossen den ausstehenden Lohn für all die Jahre und natürlich wollten die ägyptischen Sklavenhalter nichts zahlen und sagten, sie hätten kein Geld. Und so machten sich die Israeliten auf und nahmen sich, was ihnen zustand.

Der zweite, weniger bekannte Grund, den die Midrash Rabbah diesbezüglich nennt ist, dass es schon zu der Zeit Israeliten (Juden) gab, welche sich so sehr assimiliert hatten, dass für sie ein Auszug aus Ägypten nicht mehr möglich war. Deshalb beschloß G - tt, diese Juden zu töten. Die Dunkelheit sollte den Ägyptern diese Tatsache verbergen, dass da Menschen starben, denn hinterher hätten sie hämisch behaupten können, dass der G - tt der Juden ja seine eigenen Leute umbringe.

Insgesamt ist hier zu erwähnen, dass es talmudische Konzepte gibt, welche über verschiedene Gruppen von Juden Auskunft geben, inwieweit sich jemand assimilieren darf, um hinterher dennoch eine akzeptierte Teschuva (Umkehr zu G - tt) bekommen zu können. Wie weit darf sich ein Jude von G - tt und den Mitzwot entfernen ?
Vielleicht eine kleine Anregung, etwas tiefer über individuelle Handlungen nachzudenken.

Die Absicht G - ttes übernatürliche Geschehnisse einzusetzen und somit das jüdische Volk zu beschützen, dient einem Zweck: Nämlich den Völkern zu zeigen, dass es nur den EINEN, EWIGEN, UNENDLICHEN G - TT gibt und alle Götzen dieser Welt oder Menschen, die meinen G - tt zu sein, Lügner und Betrüger sind.

Anhand der offensichtlichen Wunder geben wir genauso die verdeckten Wunder zu. Alles auf dieser Welt erfolgt in einem g - ttlichen Einklang, den wir zwar nicht immer offen wahrnehmen. Manchmal sind die Verhältnisse dermassen im Verdeckten gehalten, dass wir gar kein Wunder erkennen. Was wir jedoch immer tun sollten, ist G - tt zu danken, dass er uns erschuf, denn ohne Ihn würden wir nicht existieren (siehe Ramban).

Im Judentum pochen wir auf das Konzept "S'char veOnesh - Reward and Punishment - Belohnung und Strafe". Erfüllen wir die Thoramitzwot, werden wir belohnt, tun wir es nicht, erfolgt dies nicht, erfolgt die Strafe. Wobei niemals der Aspekt der "Teschuva - Umkehr zu G - tt" ausgelassen werden darf. Diese Umkehr besteht fast immer und kann eine ungeahnte Belohnung bzw. einen Aufstieg der eigenen Seele in hohe Level hervorrufen.
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Ein im Judentum wichtiges und immer wiederkehrendes Konzept:

Die EREV RAV (Mixed Multitude)

Wer sind sie und wo liegt ihr eigentlicher Ursprung ?
An sich sind die Erev Rav einen eigenen Artikel oder ein ganzes Buch wert. Thorakommentatoren gehen weniger auf sie ein als der Talmud und die Kabbalah.

In der Thora (Exodus 12:38) heißt es, dass neben den Israeliten auch die Erev Rav Ägypten verließ, Raschi sagt lediglich, dass es sich hierbei um ägyptische Konvertiten zum Judentum handele.

Die folgenden Berichte sind sowohl aus Quellen des litvish - haredischen Kabbalahverständnis (aus der Schule des Vilna Gaon) als auch aus der chassidischen Schule des Kabbalahverständnisses. Beide Gruppen legen die Kabbalah des großen Kabbalisten, Rabbi Yitzchak Luria 1534 - 1572, in gewissen Themenbereichen unterschiedlich aus. Des Weiteren nenne ich Meinungen aus dem manchmal umstrittenen Buch "Emek HaMelech" (ein Kommentar zu den Schriften des Rabbi Y. Luria). Die Quellen sind jedoch von geringer Bedeutung, denn fast alle stimmen dem allgemeinen Bild von der Erev Rav zu.

Moshe entschied sich gegen den Willen G - ttes, unaufrichtige Konvertiten mit aus Ägypten zu nehmen. G - tt selbst warnte ihn zuvor, dass diese erhebliche hohe Bevölkerungsgruppe unentwegt Probleme bereiten wird. Im weiteren Verlauf werden wir sehen, dass es fortwährend diese Erev Rav waren, welche die Israeliten aufstachelten, gegen G - tt zu rebellieren. Unter anderem waren sie ebenso für den Bau des Goldenen Kalbes verantwortlich.
Aber nicht nur beim Marsch durch die Wüste erwiesen sich die Erev Rav als Plage. Da sie sich nach dem Einzug in das land Israel mit den Juden vermischten, gibt es sie bis heute in unserem Volk. Der Gaon aus Vilna unterscheidet fünf Gruppen innerhalb der Erev Rav und es heißt, dass nicht der Kampf gegen die Ishmaeliten der größte Hinderungsgrund für das Eintreffen des Meschiach sei, sondern der jüdische Kampf gegen die Erev Rav. Ein interner Kampf innerhalb des jüdischen Volkes, von dem wir heute schon einiges sehen. Immer wieder stacheln Juden andere Juden an, sich von G - tt loszulösen und doch lieber machen sollen, was sie wollen. Aber nicht nur das; auch Rabbiner teilt der Vilna Gaon den Erev Rav zu. Nämlich all jene, die nur auf ihren eigenen Ruf bzw. Vorteil aus sind, andere Leute ausnutzen und die Thora falsch lehren. Laut dem Gaon aus Vilna wird es unsere größte Herausforderung sein, die Erev Rav zu besiegen.

Kommentare zu den Erev Rav:

  • Jegliche Diaspora sowie die Tempelzerstörungen gehen auf das Konto der Erev Rav (Tikunei HaZohar).
  •  Die Erev Rav schädigen Israel mehr als jede andere Nation (Rabbi Simcha Yissachar Halberstam).
  •  Moshes Ziel war, die Erev Rav auf den richtigen Pfad zu führen, doch er scheiterte. Heutzutage sind die Erev Rav führende jüdische Persönlichkeiten, doch der Meschiach, welcher einen Funken von Moshe enthält, wird sie schließlich besiegen (Bnei Yissachar).

Wie schon zuvor erwähnt, waren die Erev Rav unaufrichtige ägyptische Konvertiten. Viele sind der Meinung, dass diese selbst Sklaven waren und sahen, dass die Israeliten einmal die Skalverei verlassen und in ihr eigenes Land zurückkehren werden. Genau darin sahen die Erev Rav ihren Vorteil, denn auch sie wollten aus der Skalverei heraus. So kam das Judentum ihnen gerade recht. Übrigens sehen wir in der Geshichte (bis in die heutige Zeit hinein), dass es immer wieder Leute gab, die aus dem eigenen Vorteil heraus zum Judentum konvertierten. Zu Zeiten König Davids sowie seines Sohnes, König Salomons, gab es jedoch keine Konvertiten zum Judentum. Auch wird es diese nach dem Eintreffen des Meschiach nicht mehr geben.

Beim Marsch durch die Wüste standen die Erev Rav gesellschaftlich unter den Israeliten und bekamen auch kein Manna vom Himmel. Stattdessen aßen sie die Reste der anderen. Auch mußten sie dem Marsch hinterherlaufen und waren nie vorne mit dabei. Mischehen gab es zu der Zeit keine, sondern erst im Lande Israel als viele den Überblick verloren, wer wer ist. So gelang es den Erev Rav schließlich im jüdischen Volk unterzutauchen.

Woher aber kamen diese Erev Rav und wieso ließ G - tt dies alles zu ?
Der Talmud Traktat Chagigah 13b - 14a gibt uns Auskunft. Das eigentlich Konzept jedoch geht auf einen Psalmenvers (105:8) zurück, wo geschrieben steht, dass G - tt den Juden die Thora nach 1000 Generationen geben wird.
Nach 1000 Generationen ?
Tatsache aber ist, dass die Juden die Thora schon nach 26 Generationen erhielten. Fehlen da nicht 974 Generationen ? Wo sind diese entschwunden ?

Im Talmud Chagigah sowie in unzähligen kabbalistischen Schriften steht, dass G - tt vor der Welterschaffung 1000 Generationen von Seelen erschuf. Dieses ist wieder einmal mehr als Metapher zu verstehen und NICHT wörtlich zu nehmen. Erschuf heißt hier "in Seinen Gedanken" und nicht, dass die Seelen physisch existierten. G - tt "dachte" nur an deren Erschaffung. Seither werden jene Seelen in jede Generation gepfanzt und haben die Aufgabe, sich zu perfektionieren. Bisher schlug das meistens fehl und somit wurden sie immer wieder aufs Neue reinkarniert. Meinungen besagen, dass der Meschiach erst dann eintrifft, wenn all diese Seelen perfektioniert sind. Die Seelen der Erev Rav wurden in mehreren Generationen reinkarniert. So in der Generation des Enosh, in der Generation von Noach, in der Generation von Sodom und später in der Generation, welche mit Moshe durch die Wüste marschierte.

Und so setzt sich die Liste der Erev Rav - Seelen bis heute fort. Identifizieren kann sie heute niemand mehr außer G - tt selber. Der letzte, der dau in der Lage war, war Rabbi Yitzchak Luria und vielleicht später noch der Baal Shem Tov. Heutzutage gibt es keinen so großen Kabbalisten mehr, der überhaupt zu Seelendeutungen in der Lage ist. Spätestens in der Zeit des Meschiach wird sich alles aufklären.

Wieso läßt G - tt so etwas zu ?

Er selber hatte alles ganz anders geplant, aber da Adam und Eva (Chava) im Paradies von einem Baum aßen, von dem sie nicht hätten essen sollen, wurden sie sich ihres freien Willens bewußt und nutzten ihn ausgiebig aus. Die in Adam enthaltetenen Seelen hätten ursprünglich perfektioniert werden sollen, doch Adam entschloß sich anders.

Wozu gab es überhaupt 10 Plagen ? Hätte nicht eine ausgereicht ?
Auch zu dieser Frage gibt es ausgiebige kabbalistische sowie chassidische Erklärungen, die ich aber auslasse. Stattdessen nenne ich eine Meinung des derzeitigen Rebben der chassidischen Gruppe Slonim aus Jerusalem, Rabbi Shmuel Bozorowsky. G - tt wollte den Israeliten bewußt machen, dass es Ihn gibt und Er der alleinige einzige G - tt über jede Schöpfung ist. Und dieses Ziel erkannten die oft assimilierten und teilweise frustrierten Israeliten nicht immer sofort.

Schabbat Schalom

Nebeliges Zfat (Safed) / Nordisrael

B"H

Gestern war ein durch und durch verregneter Tag im nordisraelischen Zfat. Nichts schien zu gehen und die Strassen waren fast menschenleer. Regen hoch oben in den Bergen Galiläas bedeutet viel Nebel. In der Kleinstadt Zfat sowie zwischen den umliegenden Bergen.  Gestern war es so nebelig, dass man selbst die gegenüberliegenden Berge von Meron kaum mehr sehen konnte.



Das Gebäude unten im Vordergrund ist die berühmte Mikweh (Ritualbad) des mittelalterlichen Kabbalisten ARIZAL (Rabbi Yitzchak Luria, 1534 - 1572). Daran grenzend sehen wir den Friedhof von Zfat. Zwischen den Bergen sehen wir die aufsteigenden Nebelfelder. 







Photos: Miriam Woelke

Mittwoch, Januar 05, 2011

"Dem eigenen Pharao begegnen" oder "Wie ein Blog erfolgreich wird"

B”H

Gestern nahm ich an einem interessanten Schiur (relig. Vortrag) teil. Und das, obwohl mich einige Leute warnten, nicht zu oft zu Chabad zu gehen, denn man fürchtet, ich könnte zu Chabad hinüberkippen. Eine völlig unberechtigte Vorstellung und dass ich Chabad werde, wird nicht passieren ! :-)

Der Schiur nahm einen interessanten Verlauf, denn der Referent (Chabadnik, aber kein Rabbiner) zieht seinen Unterricht von nun an gemäss einer neuen Methode auf. Vor einer Woche noch las er lediglich aus dem Chabad – Standardwerk TANYA vor, ohne darauf zu achten, dass die Hälfte der Anwesenden ihm absolut nicht folgen konnte. Wer kann das auch, wenn da jemand von seiner eigenen Religion, sprich dem Judentum, wenig bis gar keine Ahnung hat ? Und dann kommt jemand von Chabad, schlägt den TANYA auf und redet von drei unterschiedlichen Seelenleveln oder einem g - ttlichen Licht. Anstatt derlei tiefe und komplizierte Konzepte vorab zu erklären, wird einfach aus einem Buch vorgelesen und alles heruntergerasselt. Und so kame es dann auch zu Beschwerden und der Referent schwenkte seinen Lernplan bzw. die Lernmethode um. Ausgerechtet gestern war ich dann auch noch die einzige Anwesende, da andere sich nicht vom Internet trennen konnten.

Der Referent began mich zu fragen, was ich empfinden täte, wenn ich Moshe wäre und da plötzlich von G – tt zu Pharao geschickt werde, um von ihm die Freiheit der in Ägypten versklavten Juden einzufordern. Wäre das nicht eine angst einflössende Aufgabe ?

Meine Antwort darauf lautete NEIN, denn erstens trug G – tt Moshe auf, zu Pharao zu gehen und war damit austomatisch auf Moshes Seite. Zweitens lessen wir in diesen Wochen in den Thora Parashot von den 10 Plagen und wenn Moshe zu Beginn der dieswöchigen Parashat BO zu Pharao geht, sind die 10 Plagen schon in vollem Gange. Wieso also sollte Moshe da angst vor Pharao zeigen, wenn der Machthaber momentan mit den Plagen und mit G – tt konfrontiert wird ?




Der Referent erklärte, dass PHARAO hier genauso ein Konzept bedeuten könnte und das uns G – tt in der Thoralesung BO etwas besonderes lehren will. Moshe fühlte sich alles andere als wohl, zu Pharao gehen zu müssen und hätte sich sicherlich etwas Besseres vorstellen können. Genauso ergehe e suns im Leben: “Komm zu Pharao – Komm zu jenen Situationen, die Dir in Deinem Leben unangenehm sind, aber mit denen sich jeder von uns trotzdem herumschlagen muss”.

Situationen, vor denen wir angst haben und in die wir uns lieber nicht begeben wollen. PHARAO steht also im tieferen Sinne für die DUNKLE SEITE.
Jeder von uns hat eine dunkle Seite in seinem Leben, der er aus dem Wege gehen will. Probleme vielleicht, einen bestimmten Menschenschlag, gewissen Mitmenschen, etc. Wenn wir jedoch damit in Berührung kommen, sollten wir wissen, wie wir damit umgehen.

Der Referent machte auf eine Psychologiestudie aufmerksam, welche zu dem Ergebnis kam, dass es Leute gibt, die in sich gezogen leben. Bedeutet, sie bestehen auf ihre Meinung und leben, ohne sich darum zu kümmern oder beeinflussen zu lassen, was ihre Umgebung von ihnen halt. Dann aber gibt es Menschen, die stets gemäss ihrer Umgebung handeln, sich beeinflussen lassen und sich somit einen Vorteil erhoffen. Und sei es nur “Everybody’s Darling” zu sein. Ich gab dem Referenten hierzu ein paar Beispiele aus der Blogosphere:

Es existieren unzählige Websites, die anderen Website Inhabern bzw. Bloggern lehren wollen, wie man denn alles richtig mache und einen Blog erfolgreich führt. Am besten sei es immer, die Leserschaft Recht haben zu lassen. Nur ja nicht zuviel eigene Meinung schreiben, sondern liberal und in der goldenen Mitte bleiben. Immerhin beabsichtigen viele Blogger etwas zu verkaufen und bei klaren, manchmal missliebigen Aussagen, gehe ja sonst die Kundschaft verloren.

Was ich soweit feststellte ist, dass nur jene Leute Geld machen, welche auch die Ratschläge geben, denn sie verkaufen ihre Online – Kurse oder eBooks. Wer sich als Blogger damit einfangen last, dem wird zwar alles vom Himmel herunter versprochen, doch die wenigsten kommen tatsächlich ins Business.

Ich bin nichts von all dem und schreibe meine persönlichen Meinungen. Ob es der leserschaft nun passt oder nicht. Das erstaunliche Ergebnis aber ist, dass gerade diejenigen Blogger, die sich anpassen und so schön liberal bleiben, den meisten Erfolg vorweisen. Warum ? Ich habe keine Ahnung. Vielleicht, weil die Welt nicht mehr unbedingt darauf aus ist, unliebsame Meinungen zu hören, sondern lieber auf Friede, Freude, Eierkuchen abfährt.

Und was hat das jetzt alles mit Moshe und Pharao zu tun ?

Es geht nicht um die Frage, ob Moshe angst hatte zu Pharao zu gehen oder nicht, sondern darum, wie Moshe die Situation letztendlich managte. Auch wir müsen im Leben lernen, mit schwierigen Situationen umzugehen und uns ihnen zu stellen. Und dabei kommt es in erheblichem Maße darauf an, ob wir uns nach unseren inneren Werten richten und danach gehen, wer wir wirklich sind. Oder ob wir uns von unserer Umwelt beeinflussen lassen und so eine Maske aufsetzen, um eine Situation gemäss den Erwartungen von außen zu meistern.

Rabbi Joseph Karo und die 32 Pfade der Weisheit


B"H

Am vergangenen Freitag unternahm unser “Rambam Ernährungsseminar” eine Tour durch die Altstadt von Zfat / Nordisrael. Rabbi Mordechai Siev vom Chabad Hostel ASCENT zeigte uns einige der zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Unter anderem führte unser Weg zur Synagoge sowie der Beit Midrasch (Lernhaus, Bibliothek) des mittelalterlichen Rabbiner, Rabbi Joseph Karo (1488 - 1575).
Rabbi Joseph Karo ist in der jüdischen Welt mehr als bekannt und nicht wegzudenken, denn er ist der Autor des “Schulchan Aruch – Code of Jewish Law.



Und hier befindet wir uns vor der Synagoge und Beit Midrasch von Rabbi Karo (sieh unteres Photo und die blaue Tür).

Bezüglich Rabbi Joseph Karo gibt es in Zfat eine beliebte Erzählung:
Als der Rabbi unterrichtete, meldete sich einer seiner Schüler mit einer Frage, die der Rabbi als äußerst schwierig empfand und nicht sofort zu beantworten in der Lage war. Er versprach dem Schüler, daheim nachzuschlagen und ihm die Antwort etwas später zu geben. 
Rabbi Joseph Karo ging heim und schaute im Talmud nach, fand jedoch keine Lösung auf die Frage. Mehrere Tage lang zog sich der Rabbi zurück und hatte nichts anderes mehr im Kopf als die Antwort zu finden. Schliesslich fand der sie. Der Rabbi aber behauptete, ein Engel habe sie ihm zukommen lassen.

Am nächsten Tag ging Rabbi Karo freudig zurück in die Beit Midrasch und wollte seinem Schüler die schuldig gebliebene Antwort geben. Auf dem Weg dorthin jedoch sah er den Schüler mit einem seiner Kommilitonen reden. Wobei der Kommilitone erst recht neu in der Beit Midrasch des Rabbis war. Der neue Kommilitone jedenfalls wusste die Antwort und der Rabbi hörte, wie er sie dem Schüler, den ihn gefragt hatte, gab. 
Rabbi Joseph Karo konnte es nicht fassen. Da hatte es ihn soviel Mühe und Zeit gekostet, die passende Antwort zu finden und dann kommt dieser neue Schüler daher und gibt sie, ohne zu zögern, seinem Kommilitonen. Wie kann das sein ?
Rabbi Joseph Karo suchte einen in Zfat ansässigen Kabbalisten auf und bat ihn um eine Lösung. 
“Es gibt 32 Pfade der Weisheit auf dieser Welt. Jeder von uns hat seinen eigenen individuellen Pfad und daher kommt es, dass der eine dies versteht und anderen lehren kann und ein zweiter versteht und lehrt etwas ganz anderes. Jeder nach seinem Weisheitspfad. Wobei jeder auf seinem Pfad eine bestimmte G – ttgegebene Aufgabe verfolgt. Es war die Aufgabe des neuen Schülers, die Frage seines Kommilitonen sofort zu verstehen und sie zu beantworten. Rabbi Joseph Karo aber befindet sich auf einem anderen Weisheitspfad und hat daher die Aufgabe, anderweitigen Stoff zu lehren".


Photos: Miriam Woelke

Dienstag, Januar 04, 2011

Rosh Chodesh SHEVAT (שבט)



B"H

An diesem Donnerstag feiern wir "Rosh Chodesh", denn es beginnt der neue jüdische Monat Shevat. 
Der Shevat vermittelt uns schon einen ersten kleinen Hauch von Frühling, was die Stimmung gleich ein wenig mehr anhebt. In diesem Jahr vielleicht weniger, denn bisher hat es kaum geregnet und unser Wasservorrat, der See Genezaret (Kinneret), ist am austrocknen. Wenn man einmal davon absieht, dass es zumindest heute ein paar Tropfen geregnet hat. 

Shevat für mich bedeutet ebenso wieder ein Jahr älter zu werden, sprich, ich habe in dem Monat Geburtstag. Wobei ich in meinem Alter nicht weiß, ob ich mich darüber freuen soll oder nicht. Und für alle, die in diesen Tagen bzw. im Monat Shevat auch ihren Geburtstag feiern sollten: Im Judentum ist nicht unbedingt die Rolle des Geburtstages definiert. In der Thora ist der Tag nur einmal erwähnt, nämlich als Pharao Geburtstag hatte. Dennoch heißt es, dass jeder an seinem Geburtstag etwas von G - tt erbitten solle, denn gerade an diesem Tag verfügt ein jeder von uns über spezielle "Kräfte".

Rosh Chodesh (der Monatsbeginn) ist das erste Gebot (Mitzwah) welches das jüdische Volk als eine Nation erhielt. Ein neuer Monat bedeutet jedesmal auch die Zeit für eine persönliche Erneuerung im Leben. Shevat ist der 11. Monat im jüdischen Kalender und hat 30 Tage. An eben jenem 1. Shevat begann Moshe dem Volk Israel das Buch Deutoronomy (Sefer Devarim) vorzulesen. Sein letztes Vermächtnis bevor er im Monat Adar (im Monat nach Shevat) starb.

Dem Sefer Yetzirah (Book of Creation) zufolge symbolisiert jeder Monat einen hebräischen Buchstaben, eine Farbe, ein Organ, einen Stamm und ein Sternzeichen: Die Farbe des Shevat ist blau - grün, der Buchstabe ist Zaddik (צ), der Stamm ist Asher, das Organ ist der Magen und das Sternzeichen ist Wassermann - Dli (Eimer) auf Hebräisch. Außerdem symbolisiert Shevat die Sinne Essen und Geschmack. Es heißt, dass ein Gerechter (Zaddik) ißt, um seine Seele zu befriedigen. Er ißt nur soviel wie er zum Überleben benötigt.

Der Wassermann symbolisiert das Wasser, welches wiederum oftmals eine Metaphor für Thora ist. Ohne Wasser und Thora können wir nicht existieren. Somit ist Shevat auch ein neues Jahr zum Thoralernen. Der Wassermann ist ein "air sign". Diejenigen, welche in diesem Sternzeichen geboren wurden, stehen für Rebellion, Veränderungen und spontane Entschlüsse. Sie befinden sich ständig auf der Identitätssuche, sind offen für neue Ideen und sind alles andere als angepasst. Sie hassen Eintönigkeit und sind sehr kommunikativ.

Im Monat Shevat starben sehr viele berühmte Rabbiner, an deren Yahrzeiten (Sterbedaten) wir bis heute erinnern.

4 Shevat: Rabbi Israel Abuchatzeira, der Baba Sali, 1890 - 1984

5 Shevat: Rabbi Aryeh Yehudah Leib von Ger, 1847 - 1905, der Sefat Emet und Gründer der Chassidut Gur (Ger)

14 Shevat: Rabbi Aryeh Kaplan, 1935 - 1983

22 Shevat: Rabbi Menachem Mendel von Kotzk, 1787 - 1859

25 Shevat: Rabbi Israel Salanter

29: Rabbi Nosson Zvi Finkel, der Alter von Slobodka, 1849 - 1927

Des Weiteren starben führende Rebbes der chassidischen Gruppen Zanz und Lelov.

Halacha: Einfügen des Yaale ve Yavo - Gebetes in der Amidah und dem Birkat HaMazon.
Es ist Brauch, dass Frauen am Rosh Chodesh keine Hausarbeiten verrichten.

Chodesh Tov - Einen guten,gesunden und erfolgreichen Monat an alle !

Ist SUPERMAN Jude oder MOSLEM ?

B"H

Ist SUPERMAN Jude ?

Jüdische Wurzeln hat er jedenfalls, denn er wurde im Jahre 1932 von zwei jüdischen Künstlern (Jerry Siegel und Joe Shuster) erfunden. Seit jeher kämpfte Superman für die Gerechtigkeit, doch nun soll alles anders werden. Wird aus dem jüdischen Superman etwa ein Moslem ?

Superman soll von nun an, u.a., mit der islamischen Gruppe "99" für "Gerechtigkeit a la Islam" sorgen. Dr. Naif Al - Mutawa hat in den Golfstaaten viel Erfolg mit dem islamischen Comic Strip 99 und will dem nun auf dem US Markt auch Superman vereinleiben. Wobei Al - Mutawa jegliche islamischen Comicinhalte von sich weist. In seinem 99 Comic gehe es eher um Freundschaften und böse Umtriebe in der Welt, jedoch nicht um islamische Religionsinhalte. Andererseits sehen Kritiker sehr wohl islamische Inhalte in den 99 Comics wie die Moschee in Mekka, den Weg des siegreichen Islam in der Weltgeschichte und wie dieser das europäische Christentum des Mittelalters fast besiegte. 

Seit Jahren erkannten radikale islamische Einflüsse, dass die Welt nicht mit Terror besiegt werden kann. Wenn Moslems aber in die westliche Welt ausströmen, sich dort niederlassen und etablieren, dann ist der Weg zur Manipulation der Völker nicht mehr weit. Kein Terror von aussen heraus, sondern von innen aus dem jeweiligen Land. und damit haben die Moslems bestens Erfolg !

Montag, Januar 03, 2011

Die "Meschiach - Treppe" von Zfat (Safed)


Am letzten Freitag wurde unsere Gruppe des "Rambam Ernährungsseminares" durch die Altstadt von Zfat / Nordisrael geführt. Unsere Tour begann mit der Legende, dass, wenn der Meschiach eintrifft und nach Zfat kommt, er eine bestimmte Treppe hinaufsteigen wird. Das Photo zeigt Rabbi Mordechai Siev wie er uns von der Legende berichtet. 


Und hier ist die berühmte "Meschiach - Treppe" in der Altstadt zu Zfat.
Eines ist sicher, Meschiach muss eine gute Kondition besitzen, um diese Stufen hinaufzusteigen ! Leider konnte uns niemand sagen, woher genau diese Treppen - Legende stammt.  





Wir setzten unsere Tour fort und sahen ...





IHN.
Zfat ist voll chaotischer Charaktäre und dieser Typ gehört, gemäss seiner Kleidung, ganz sicherlich in diese Kategorie.

Photos: Miriam Woelke

"Der Krieg gegen die Juden" von Dagobert D. Runes



B"H

"The War against the Jews" von Dagobert D. Runes ist ein aussergewöhnliches Buch, welches jeder Jude lesen sollte. Der Autor listet in alphabetischer Reihenfolge auf, wie die Kirche gegen die Juden vorging. Nicht, dass sich das Thema der “Judenpogrome” nur auf das Mittelalter beschränkt. Ganz im Gegenteil, denn die Judenmission der Kirchen läuft bis heute ununterbrochen weiter. Antijüdische Dogmen und Ideologien sind an der Tagesordnung und ich brauche mir diesbezüglich nur anschauen, was allein auf christlich – missionarischer Seite gegen mich im Internet läuft.

Dagobert Runes selber nannte sein Buch “A Book of War”. Einen Krieg, den die Kirchen gegen die Juden führen. 

In der nächsten Zeit werde ich einige Stellen aus dem Buch zitieren und einige “wichtige” christliche Personen und deren Antisemitismus beschreiben. Fakten, die niemand unter den Teppich kehren sollte. Fangen wir gleich mit dem katholischen "Heiligen” Augustinus an:

Augustinus (354 - 430 ist der grosse Heilige der katholischen Kirche. Er war der Bischoff von Hippo und einer der einflussreichsten Theologen. Augustinus nannte das Judentum “korrupt”. Es sei die wahre Darstellung des Judas Ish Kariot, der J. für ein wenig Silber verschacherte. Ein Jude könne die Bibel niemals verstehen und wird auf immer und ewig die Schuld am Tode des J. tragen. Ferner sollen die Juden den Christen als Sklaven dienen.
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Dazu nur eine kurze persönliche Meinung:
Die Aufgabe eines Nichtjuden besteht darin, an die Sieben Noachidischen Gesetze zu glauben und dementsprechend zu leben und zu handeln. Worin die Aufgabe der Nichtjuden nicht besteht ist, den toten Juden J. als Fetisch anzubeten. 


Lesenswert:

Die Juden und der Teufel


Juden kommen in die Hölle


Die Kirche und der Talmud

Warum die Kirche den Talmud ablehnt

Sonntag, Januar 02, 2011

Sonnenuntergang in Zfat (Safed) / Nordisrael












Photos / Copyright: Miriam Woelke

REINKARNATIONEN in Talmud & Gebet

B”H



Ausgestelltes Kabbalah - Bild in Zfat.

Photo: Miriam Woelke


Neulich schrieb ich, dass REINKARNATIONEN im Judentum einen festen Bestandteil haben und zu den Glaubensinhalten der Religion dazu gehören. 

Reinkarnationen sowie kabbalistische Inhalte wie die “Sefirot” (Keter, Chochmah – Weisheit, Bina – Verstehen, etc.) sind keine Erfindung jüdischer Kabbalisten, sondern waren schon zu talmudischer Zeit bekannt. Ich erwähne an dieser Stelle nur den talmudischen Rabbiner Rabbi Akivah, der sich sehr eingehend mit der “verborgenen Thora = der Kabbalah” beschäftigte. 

Die Kabbalah selber wird in die “theoretische” und die “praktische” Kabbalah unterteilt. Die praktische Kabbalah setzt eine aktive Handlung voraus und hat Auswirkungen. Zum Beispiel kann ein in der Kabbalah sehr bewanderter FROMMER Jude anhand der hebräischen Buchstaben eine praktische Kabbalah ausüben. Es heisst, dass es gerade Rabbi Akivah war, der die Praktiken der praktischen Kabbalah verbarg, damit niemand Unfug damit betreibt und alles benutzt, wie es ihm beliebt.

Aber selbst im Gebet erwähnen wir tagtäglich REINKARNATIONEN; und das kurz vor dem Zubettgehen im “Bedtime Shema – Kriat Shema la’Mitah”. Gleich im ersten Gebet “Ribono shel Olam” finden wir die Reinkarnationen. 

In “Ribono shel Olam” bekennen wir allabendlich, dass wir jenen Mitmenschen vergeben, die da tagsüber nicht gerade freundlich zu uns waren oder uns verärgert haben. Wir bitten G – tt, dass niemand wegen uns bestraft wird, weil er sich uns gegenüber an dem Tag nicht gerade von der besten Seite zeigte. 

… bejn beshogeg bejn bemesid bejn bedibur bejn bema’aseh bejn be'GILGUL zeh bejn be'GILGUL acher le’kol bar Israel …

… jemand, der uns unabsichtlich oder absichtlich schlecht behandelte; durch Reden oder anhand von aktivem Handeln gegen uns; in diesem Gilgul (in dieser Reinkarnation) oder in der nächsten...

Weitere Ausführungen zum Thema “Reinkarnationen” liefert der Kabbalist Rabbi Yitzchak Luria (1534 – 1572). Wer jedoch die entsprechende Literatur liest, sollte in Betracht ziehen, dass Rabbi Luria von Juden ausgeht und nicht von Nichtjuden. 

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Zum Kommentar von s5:


Als Beispiel nahm ich den Text heute morgen aus einem ganz normalen ARTSCROLL Siddur. Nicht chassidisch, sondern ganz normal Aschkenaz !
Allersings muss ich zugeben, dass der hebraeische Originaltext von der englischen Uebersetzung abwich und deswegen habe ich den Originaltext zitiert !
Wie gesagt, aus einem normalen Siddur und ich habe hier genauso andere Siddurim liegen, wo derselbe Text drin steht. 
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Ich denke, es ist ganz einfach der Originaltext. Hast Du im hebraeischen Text geschaut, denn selbst bei Artscroll laeuft die englische Uebersetzung anders ab und es steht dort nicht "Reinkarnation". 


Allgemein aber werden derlei einheitliche Gebete nicht unbedingt abgeaendert. In den verschiedenen Nussach, meine ich. 
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Und ich war immer der Meinung, aus orthod. Siddurim wird nichts gekuerzt.
Ich kenne das Bedtime Shema nur mit "Ribono shel Olam".
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Ich habe in meinem Leben nur ganz wenige Siddurim besessen, denn normalerweise haelt bei mir ein einziges viele Jahre. Daher ist Artscroll mein Standardwerk, das ich jedoch eigentlich gar nicht mehr benutze. Privat habe ich ein chassidisches mit der Nussach Ari. 


Das Sfat Emet aus Deutschland sagte mir nie zu. Soweit ich mich erinnere, fehlt dort ebenso "Shir HaShirim", was ich persoenlich recht seltsam finde. 


Wie gesagt, ich bin noch nie einem orthodoxen relig. Juden begegnet, der die Gilgulim nicht anerkannte. Nicht damit beschaeftigen, ist etwas anderes und nicht gleichzusetzen mit nicht anerkennen. An und fuer sich ist es ein sehr weites anerkanntes Konzept, denn ansonsten waere allein das Konzept des Tikkun fast ueberfluessig.

Samstag, Januar 01, 2011

"Schavua Tov - Eine tolle neue Woche !"

B"H

Der Schabbat ist vorbei und ich muss sagen, dass das Chabad Hostel ASCENT in Zfat sich riesige Mühe gab, uns Gästen einen tollen Schabbat zu präsentieren. Nicht nur mit dem noch andauernden Seminar "Heilung und Ernährung gemäss des RAMBAM", sondern überhaupt. 

Nein, es fand keine Gehirnwäsche statt, obwohl erwähnt wurde, dass der Chabad - Gründer, Rabbi Shneur Zalman von Liadi, am Freitag seine Yahrzeit (Todesgedenktag) hatte.

Wir bekamen gutes Schabbatessen und tolle Teachings (generell und nicht nur von Chabad !). Darüber hinaus gab es die üblichen Chabad - LeChaims: Wodka, aber ebenso Jack Daniel's. 

Nachfolgend einige aktuelle Photos von Ascent vor und kurz nach dem Schabbat:


Kurz vor Schabbateinbruch: Einer der zwei Ascent - Gründer, Rabbi Shaul Leiter, gibt einen Schiur (relig. Vortrag) zum kabbalistischen Bezug der Stadt Zfat. 

Die Programmteilnehmer waren allen alters, aus verschiedenen Ländern und hatten genauso unterschiedliche jüdische Backgrounds. Nicht alle waren orthodox, sondern einige Amerikaner gehören dem konservativen Judentum an und wollen dies nicht eintauschen.



Beim Hawdalah Service kurz nach dem Schabbatausklang. 





Ascent beherbergt unzählige Soldatengruppen, denn die Philosophie lautet, dass jeder israelische Soldaten wissen muss, wofür er kämpft. Zum Beispiel, muss sich ein Jude über die Relevanz und Bedeutung der Stadt Hebron bewusst sein.





Auch die Frauen tanzten beim Hawdalah Service. Allerdings hinter der Mechitzah (hinter der räumlichen Trennung zu den Männern ! Was in diesem Falle ein Vorhang war.

Photos: Miriam Woelke

Freitag, Dezember 31, 2010

Simply Zfat


Die chassidische Breslov band "Simply Zfat" aus Zfat.

B"H
"Schabbat Schalom" an alle Leser aus der heiligen Stadt Zfat in Nordisrael !


Gerade beendeten wir unsere Seminartour durch einige Synagogen und die entsprechenden Photos dazu stelle ich in der kommenden Woche in den Blog.
Ein kleiner Vorgeschmack:



Im inneren der sephardischen Synagoge ABUHAV.

Photo: Miriam Woelke

Donnerstag, Dezember 30, 2010

Zfat (Safed) und der freundliche "Wahnsinn"

B"H

Die nordisraelische Kleinstadt Zfat (Safed) ist mehr als bekannt für ihre teilweise verrückten, durchgeknallten, wahnsinnigen, spirituellen, kabbalistischen ... oder sonst etwas Bewohner. Vorhin, zum Beispiel, traf ich einen freakigen Breslover Nana Chassid, der da vor seinem Haus tanzte. 

Leider ist das Photo etwas verwackelt, denn der Typ bewegte sich zuviel.:-)



Photo: Miriam Woelke

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@ Fritzi

Bekannt kam mir der Typ schon vor.:-) Wohnen tut er jedenfalls hier in Zfat.

Rabbi Mordechai Machlis zur Parashat Va'era

Mittwoch, Dezember 29, 2010

“Das Buch der Heilungen”

B”H

Der Grund, warum ich gerade jetzt über das “Buch der Heilungen” schreibe ist nicht etwa das spezielle Seminar, an welchem ich dieser Tage teilnehmen werde, sondern das Thema kam, mehr oder weniger, zufällig auf.

Als erstes jedoch eine kleine Erklärung:

Der Talmud Traktat Berachot 10b lehrt, dass König Chizkiyahu das "Buch der Heilungen – Sefer HaRefuot” nahm und versteckte. Das Buch enthielt Heilungsmethoden für alle nur erdenklichen Krankheiten und die Heilungsquote lag bei fast 100%. Der Autor des Buches ist unbekannt, allerdings wird angenommen, dass es von König Salomon verfasst worden ist. Der Talmud lehrt, dass König Chizkiyahu sich dafür entschied, dieses Buch auf langfristige Zeit zu verstecken und von der Menschheit fern zu halten. Warum ? Wäre es nicht grossartig, wenn alle Menschen aus dem Buch ein Rezept erhalten, wie sie ihren Krankheiten erfolgreich bekämpfen können ?

Wie immer gibt es auch zu diesem Thema vielerlei Diskussionen und Angaben von Gründen, warum genau Chizkiyahu das Buch versteckte. Zum Beispiel, sagt Raschi, dass die Menschen sich so sehr an das Buch gewöhnten und sich nur darauf verliessen, sodas sie völlig vergassen, G – tt un eine Heilung zu bitten. Wer krank ist, der soll beten und G – tt um Genesung bitten, doch zur damaligen Zeit des König Chizkiyahu vor weit mehr als 2000 Jahren sahen die Leute einzig und allein das Buch. Alles andere zählte nicht mehr.

Der Rambam (Maimonides) kommentierte dagegen, dass das “Buch der Heilungen” schon von kanaanitischen Astrologen benutzt wurde, die Praktiken nachgingen, die dem heutigen Voodoo ähneln. Unter anderem wurden bestimmte Gegenstände (ein Talismann) zu bestimmten Zeiten an bestimmte Orte gelegt.
Der Talmud listet mehrere Male diverse Krankheiten und deren Heilungspraktiken auf. Es gibt sogar eine Gemüseauflistung, die uns wissen last, welche Gemüsearten besonders gut für uns sind und was schwer verdaulich ist.



 Photo: Miriam Woelke


Seinerzeit war der Rambam (Maimonides, 1135 – 1204) nicht nu rein bekannter Rabbiner, sondern ebenso Astronom, Physiker und Arzt. Allein zum Thema der Medizin verfasst er mehrere Bücher. Unter anderem über die Chirurgie, Drogen, Hygiene, Fieber, das Blutlassen oder zahlreiche Heilungstherapien. 

Man stelle sich die Auswirkungen vor, würde das “Buch der Heilungen” in unserer Zeit gefunden werden. Es bedarf keiner James Bond Phantasie, dass sämtliche Menschen versuchen würden, das Buch in ihre Hände zu bekommen. Im guten genauso wie im negative Sinne.
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Zum Kommentar von s5, da meine Kommentarfunktion momentan etwas eingeschränkt ist:

Die Geschichte mit dem Buch ist nicht einfach so romantisch, sondern wird in der Gemara des Talmud Berachot 10b gelehrt. Zwar hatten andere Völker genauso medizinische Kenntnisse, das ist unbestritten; dennoch verfügte das "Buch der Heilung"über eine 100%ige Heilung. Das war der Unterschied. 

Allein der Talmud lehrt schon, dass König Salomon die Sprache der Tiere sowohl als auch die Sprache der Bäume verstand. Dazu erklärt der Talmud, was es bedeutet: Die "Sprache der Bäume". Nämlich, dass König Salomon über sämtliche Krankheitsheilungen Bescheid wusste. Heisst, er kannte alle verfügbaren Heilkräuter. 
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Zumindest schien es anhand des Buches mehr Chancen auf Heilung gegeben zu haben. Sterben jedoch muss jeder einmal !



Die Halacha schreibt generell vor, dass ein jeder auf seine Gesundheit und sein Wohlergehen achten soll und wer krank wird, der soll zum Arzt gehen und sich behandeln lassen. Bei diversen Sekten ist das nicht immer der Fall, von Breslov habe ich das zwar noch nicht gehört, schliesse es aber nicht aus. Die Regel ist das sicher nicht, aber was weiss ich, wer heute plötzlich alles Breslov wird und sich seine eigenen Regeln zurecht schiebt. 
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Ich kann mich einmal erkundigen, denn ich sitzte momentan an der Breslov / Chabad Quelle. Derzeit weiss ich nur, dass Breslov mir eine dermassen Firewall ins Wireless setzte, dass ich nicht in meine Hamantaschen - Site komme. Der Preis des Anstandes.:-)))

Was ist mit der eigenen persönlichen Galut ?

Der Diaspora Jude

 
B"H

Bist Du Dir über deine persönliche Galut (Diaspora) im Klaren ?

Normalerweise verbindet ein Jude mit dem Begriff "Galut - Diaspora"das Leben ausserhalb Israels. Nichtsdestotrotz, gemäss chassidischer Lehren, besteht eine Diaspora nicht nur aus dem Leben ausserhalb Israels, sondern im selben Augenblick kann sich der Jude genauso in seiner eigenen innerlichen privaten Diaspora befinden.

Ist sich ein jeder von uns über seine eigene kleine persönliche Diaspora bewusst ? Meine eigenen Schwierigkeiten, eine Verbindung zu G - tt aufzubauen bzw. in dieser Verbindung zu leben ? Als Jude nämlich kann ich in Israel leben, aber mich dennoch gleichzeitig in meiner persönlichen Galut bewegen. Bei einem Schiur (relig. Vortrag) gab jemand vorhin ein sehr treffendes Beispiel:

"Man kann einen Jungen aus Brooklyn nach Israel schicken, aber bekommt man Brooklyn aus dem Jungen heraus ?"

Und so sind wir wieder auf der Strasse der Suche nach uns selbst angekommen !