Montag, März 23, 2009

"Juden kommen in die Hölle !" - Tuvia Singer, Teil 4

B"H

Nach zwei starken Auftritten, trat Rabbi Tuvia Singer bei seiner vierten und letzten Session am gestrigen Abend im Jerusalemer "Israel Center" recht schwach auf. Generell waren die meisten Inhalte eine Wiederholung des vorherigen dritten Vortrags. Dennoch gab es ein paar Ausnahemn, die ich an dieser Stelle auflisten will.

Zuerst jedoch: Das Publikum war wieder zahlreich erschienen, wenn auch nicht mehr so zahlreich wie in den vorangegangenen drei Wochen. Was direkt ins Auge fiel, war der relativ geringe Prozentsatz der teilnehmenden Christen. In der vergangenen Woche noch war fast die Hälfte der mindestens 100 Zuhörer christlich gewesen; gestern hingegen waren es vielleicht fünf Nichtjuden. Kann sein, dass sich die anderen ja besser incognito hielten.

Tuvia Singer stieg gleich von Beginn an richtig ein und verkündete, dass es weltweit 1000 messianische Gemeinde gebe.
Das besondere erklärte Ziel der Jews for J. sei, Juden zum Christentum zu bekehren. Ihre Gemeinden sind schon aus dem Grund nicht unter Kirchen aufgelistet, sondern die Messianics lassen sich in örtlichen Telefonbüchern unter "Synagogen" einschreiben.
Schon deren innere Struktur ist absurd, da die Mehrheit der sogenannten messianischen "Juden" sind eh keine Juden, sondern Christen und in nicht wenigen dieser "Gemeinden" bestehen Diskurse darüber, ob nicht besser nur die "Juden" führende Gemeindeposition einnehmen sollen.

"Wenn Du Jude bist und J. nicht als Deinen Meschiach akzeptierst, dann gehst Du in die Hölle !"

"Wenn Du J. nicht annimmst und nicht an ihn glaubst, dann gibt es keine Rettung mehr für Dich und Du wirst zerstört werden und im Höllenfeuer schmoren !"

Diese Sätze sämtlicher christlicher Gruppierungen sagen alles aus und man braucht nicht mehr.

Ich gehe in die Hölle und Punkt !
Laut Kirche gibt es keine weiteren Diskussion.

Tuvia Singer brachte das Beispiel des Nazis Adolf Eichmann, der kurz vor seiner Hinrichtung in der israelischen Stadt Ramle einen holländischen Priester zu Beichte holen liess. In seinen letzten Stunden bekannte sich der Massenmörder Eichmann zum "Meschiach J." und ist, laut der Kirchen, gerettet. Er kommt ins Paradies.
Jene jüdischen Holocaust - Opfer hingegen, die vergast worden sind und keinen J. akzeptierten, kommen in die Hölle.

Was sagt der Papst dazu ? Was sagt Luther dazu ?
Nun, Luther war es egal, denn ausgerechnet er war einer der größten Antisemiten überhaupt.
Und Papst Pius zur Nazizeit, der doch da, laut katholischer Kirche, allen Juden so wunderbar half ?
Es war die katholische Kirche, die Eichmann und andere hohe Nazis nach Südamerika schmuggelte ! Der Vatikan hatte damals kurz nach dem zweiten Weltkrieg eine extra Abteilung für flüchtende Nazis eingerichtet. Und denen wurde geholfen; von Papst Pius.

Es ist also belanglos, was Martin Luther oder die Päpste angeben. Was aber sagt G - tt zu dem christlich obskuren Glaubenskonzept ? Hat jemand in der Kirche einmal G - tt gefragt ? Oder hat sich G - tt irgendwie geäußert, dass alle, die nicht an einen falschen Meschiach wie J. glauben, in der Hölle landen ?

Ein Nichtjude sollte niemals Christ sein und damit dem Götzendienst verfallen. Ein Nichtjude sollte stattdessen die Sieben Noachiden Gebote einhalten und sich nur zu EINEM G - tt und nicht J. bekennen !

Die Kirchen lieben es, die Rabbiner für alles verantwortlich zu machen. Was selbst ich mir innerhalb der letzten Jahre an Hasstiraden gegen talmudische Rabbiner und andere von Christen anhören musste. Die Rabbiner seien an allem schuld und brachten J. um. Die Gesetze haben sie ebenso geändert und bereiten den Juden eine halachische Gehirnwäsche.

Christen geben also nicht auf die jüdische Halacha, denn all das ist, laut Paulus, Teufelswerk.

Wenn alles Jüdische schlecht ist, warum basiert dann ihr Neues Testament auf der Thora ? Warum legen sie ihr Osterfest fast zeitgleich mit dem jüdischen Pessach zusammen ?
Bedeutet diese Zeitrechnung nicht, dass sich eben jene ablehnenden Christen nach dem jüdischen Kalender, nämlich dem Pessach - Datum, richten ? Wann fände Ostern statt, hätten die Christen nicht den jüdischen Kalender als Vorlage ?
Und von wem wird der Kalender festgelegt ?
Von Rabbinern.

Wenn aber Rabbiner nur lügen, warum ist dann Ostern im April und nicht im November ?

Aus jüdischer Sicht ist das Christentum vollkommen irrelevant, denn es stellt ganz einfach eine andere Religion dar. J. war nicht der Meschiach und damit hat sich Sache erledigt.
Umgekehrt jedoch hängt das Christentum am Judentum, denn ohne Judentum gebe es ja keinen J. und kein Christentum. Wobei wiederum J. Jude und kein Christ war.

Was geschieht, wenn der Meschiach kommt ? Was, wenn nicht alle übereinstimmen, dass der Meschiach auch wirklich der Meschiach ist ?
Gemäß dem Judentum gibt es diesbezüglich eine plausible Erklärung:

Sobald der Meschiach eintrifft, werden alle Menschen auf einen dermassen hohen Level angehoben, dass sie diese Frage erst gar nicht aufkommen lassen. In dem Moment werden wir auf unseren spirituellen Höhen sein und allein daran erkennt man den Meschiach. Zweifel erübrigen sich also.

Warum prophezeihten König David oder dessen Sohn Salomon nichts von einem J. ? Sagt G - tt ausdrücklich in der Thora, dass wir alle, sobald der Meschich kommt, wir an ihn glauben müssen oder automatisch in die Hölle kommen ?
G - tt gibt keinen einzigen solchen Satz von sich !

Ferner meinte Tuvia Singer, dass man die Art der Christen zu denken, in Betracht ziehen solle. Für Juden klingt es absurd, doch wenn Christen (besonders Katholiken) zum ihrem Abendmahl gehen und den Weintrinken bzw. die Hostie verspeisen, dann meinen sie damit J. in sich zu haben. Er ist ein Teil von ihnen und sie übernehmen dessen "Heiligkeit" oder Charaktereigenschaften. Sie und er seien eins.
Derlei Gedankengut gab es schon viel früher in götzendienerischen Religionen. Blut trinken und Körper essen, um mit dem Toten eins sein zu können.

Das Thema "Schabbat" gab auch noch kurz ur Sprache. "Nichtjuden ist es verboten, die Schabbatgesetze einzuhalten !" Jene Halachot, die ein Jude verpflichtet ist einzuhalten, sind einem Nichtjuden untersagt.
Im Talmud finden wir die Aussage, dass wenn ein Nichtjude den Schabbat (die entsprechenden Gesetze) einhält, dies vor G - tt schlimmer ankommt als wenn ein Juden den Schabbat bricht.

G - tt habe seine Wege so walten lassen, dass die Moslems ihren Ruhetag auf den Freitag legten die die Christen wählten den Sonntag. Den Juden allein bleibt der Samstag (Schabbat).
Adventisten meinen behaupten zu können, dass sie JA den Schabbat feiern. Als Ruhetag vielleicht, doch die jüdischen Halachot halten sie dabei nicht ein.
_________________________

Diese Erkenntnisse, warum Juden den christlichen Meschiach nicht anerkennen, stellen keine Hetze gegen Nichtjuden dar, sondern sie sollen lediglich den jetzigen Christen klarmachen, auf welch Täuschungen und falschen Vorspielungen ihre Religion basiert. Der perfekte Weg aus jüdischer Sicht ist, wenn Nichtjuden sich zu den Sieben Noachischen Gesetzen bekennen.

Nach Pessach plant Tuvia Singer weitere Veranstaltungen dieser Art. Unter anderem will er dann richtig in die Texte der Propheten wie Jesaja (Yeshayahu), Jeremiah (Yirmeyahu), Zechariah, Micha, und andere gehen.


Link:

Der Teufel und die Juden

Kommentare:

  1. Anonym4:51 PM

    Sadie, an elderly lady, is sitting in a restaurant in Brent Cross
    Shopping Centre sipping her tea. Next to her, three nuns were discussing where to go on holiday.
    The 2nd nun says to Mother Superior "Let's go to Jerusalem."
    "No," says Mother Superior, "there are too many Jews there."
    The 3rd nun says to Mother Superior "Let's go to Philadelphia."
    "No," says Mother Superior again, "also too many Jews there."
    The 2nd nun again speaks and says, "Let's go to Paris."
    Yet again Mother Superior replies, "No, too many Jews there too."
    Sadie had heard enough.She leans over and says to them, in a thick, loud Yiddish acccent, "Vell,vhy don't you go to Hell, dere are no Jews dere!!!!"
    Rachel

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  2. B"H

    Great Joke ! I have heard it before years ago but it always worth hearing it again.:-)

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  3. Anonym3:07 PM

    Auch als Christ finde ich diesen Witz gut. Aber im Ernst:

    Sollten wir uns als Christen und Juden nicht darüber einig sein, dass jeder dem anderen das Beste, nämlich die Erkenntnis G´ttes wünscht? Wenn wir dies voraussetzen, können wir hart aber fair und herzlich miteinander diskutieren ohne uns gegenseitig zu diffamieren. Ich für meinen Teil möchte nicht dass irgend ein Mensch in der Hölle landet (das gilt nicht speziell für Juden, sondern eben für a l l e Menschen.) und ich habe nicht über Menschen zu richten. Bei dem Eifer, den du in deinen Kommentaren an den Tag legst, denke ich mir, dass es sich um die gleiche Einstellung handelt.

    Es tut mir leid, dass ich die Vorträge dieses Rabbi Tuvia Singer
    nicht selber hören kann. Besonders die angekündigten Themen würden mich interessieren. Kann man diese Vorträge nicht ins Netz stellen?

    Dieter

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  4. B"H

    @Dieter

    Aus juedischer Sicht ist der Witz leider allzu oft sehr zutreffend.

    Ich denke wir sollten es alle so halten und dieses Statement habe ich schon einige Male abgegeben:

    Wenn sich jeder von uns darauf besinnt, dass G - tt Juden und Nichtjuden zu einem bestimmten Zweck (einer Lebensaufgabe) erschuf, dann sollte sich jeder auf seine Aufgabe in dieser Welt konzentrieren. Juden auf die ihren und andere Voelker auf die ihre.

    Und wenn jeder sich an diese Regel halten taete, ohne zwischendrin herumzumissionieren, dann waeren wir alle einen grossen Schritt weiter.

    Nicht jeder Christ, Katholik, Protestant oder was auch immer, ist gleich. Aber leider muss ich sagen, dass gerade in JERUSALEM zahlreiche christliche Missionare herumlaufen, die mit ihrer Penetranz anderen das leben nicht gerade erleichtern.

    Tuvia Singer kannst Du hier lesen und auch hoeren:

    www.outreachjudaism.org

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  5. Anonym11:54 AM

    Als Christen haben wir nun mal den Missionsbefehl: "Gehet hin in alle Welt..."

    Ich verstehe unter Mission allerdings nicht das Beschwatzen anderer Leute, sondern schlicht das Bekennen des eigenen Glaubens. So gesehen ist dein ganzer Blog (oder zumindest der Hamantaschen-Blog) nichts anderes als jüdische Mission und ich finde dies auch in Ordnung. Im Gegenteil, ich habe mich immer gewundert, wieso es keine jüdische Mission gibt, wo doch auch in den Psalmen immer wieder aufgefordert wird, den G´tt Israels allen Völkern bekannt zu machen.

    Ich halte es einfach für unnatürlich, wenn man über das was einen bewegt nicht auch redet. Natürlich gehört dazu auch Taktgefühl und Respekt vor dem Glauben des Anderen.

    Eine schöne Restwoche
    wünscht
    Dieter

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  6. B"H

    Mit "G - tt allen Voelkern bekannt zu machen" ist KEINE MISSION gemeint, sondern vielmehr den Voelkern zu verdeutlichen, dass es EIN G - TT war, der die Welt und alles andere erschuf. EIN G - TT ist der Erschaffer und IHM sollen wir huldigen und IHN anerkennen.

    Oder in anderen Worten: Die Voelker sollen wenigstens das Prinzip des EINEN G - TTES erfahren und keinen Goetzendienst betreiben.

    Meine Guete, Ihr dreht die Verse aber ganz schoen durch die Mangel !

    Ich betreibe keine juedische Mission, sondern klaere ueber das Judentum auf. Nenne es "Judentum von A - Z" oder so aehnlich.
    Meine Absicht ist es nicht, jemanden zu konvertieren oder missionieren, sondern den Leuten die jued. orthodox. Standpunkte zu erlaeutern.

    Mission zu betreiben ist nicht jued. Art, denn Jude zu sein bedeutet, nach den Thoragesetzen zu leben. Klar, gibt es saekulere Juden, doch wer zum Judentum konvertiert, der sollte sich bewusst sein, welcher Religion oder Volkszugehoerigkeit er da beitritt.

    Halbe Geschichten oder "das ist mir zuviel" gilt nicht (siehe Talmud Traktat Gerim).

    Wenn Konvertiten Schwierigkeiten haben sollten, diesen oder jenen Level zu erreichen, sollte zumindest das Endziel, diesen Level doch einmal zu erreichen, im Vordergrund stehen.

    Das Judentum kann nicht jeden aufnehmen, der da gar nicht vorhat, die Thoragesetze einzuhalten, denn derjenige ist nach jued. halachischen Massstaeben zwar Jude auf dem Papier, doch nicht in seiner Seele. Sprich, es fand kein Austausch in eine jued. Seele statt und somit ist derjenige "falsche" Konvertit nach wie vor Nichtjude.

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  7. Anonym3:57 PM

    @Dieter
    “Ich möchte nicht, dass irgend ein Mensch in die Hölle kommt“..

    Dieser Satz tönt in meinen (jüdischen) Ohren bereits sehr bevormundend.
    Jeder Mensch ist für seine Taten auf d i e s e r Welt selber verantwortlich.
    Dass jeder Mensch auf seine Weise gefordert ist, diese Welt “to a better place“ zu machen, wird dabei gerne vernachlässigt.
    Uebrigens, der christl. sog. Missio - Befehl wurde von der kath.Kirche nach dem Konzil von 325 n.u.Z. kreiert. Prof. Pines von der Hebräischen Universität in Jerusalem hat herausgefunden, dass vor diesem Konzil eben dieser Passus( gekoppelt mit der sog. Trinität) nicht existierte.
    Quelle: Paulus von Schalom Ben Chorin
    Weiter:
    “Das Beste: die Erkenntnis G`ttes“
    Es ist nicht die Aufgabe des Menschen à priori, G`tt zu erkennen.
    Es ist unsere jeweilige Aufgabe, g a n z Mensch zu sein.
    Als Noachide oder Jude. Jeder in seinem Status.
    Darum steht bereits am Anfang von Wajikra: ein Mensch ( Adam) ,wenn er opfern will...
    Also hatten Nichtjuden die Möglichkeit Opfer darbringen zu lassen. Heute sind unsere Gebete die “Opfer“ Korbanot , wie in Hosea gesagt ist.
    J e d e r g`ttesfürchtige nichtjüdische Mensch,
    der die 7 noachidischen Gebote hält hat Anteil an der zukünftigen Welt.
    www.kinder-noah.de/ www.bnei - noach.de
    Das Beste, das wir alle , Juden wie Nichtjuden tun können, ist also wie folgt, die Gebote zu erfüllen.
    Damit werden wir diese Welt zu einem besseren Ort machen.
    Rachel

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  8. Anonym8:54 AM

    Was alles ist einem Nicht-Juden erlaubt, was einem Juden erlaubt bzw. von diesem gefordert ist?

    Wenn du das Thema noch nirgends gehabt haben solltest, wäre das doch vielleicht interessant.

    Ich kenne mich da nicht aus, könnte nur vermuten.
    Daz fällt mir eine Aussage ein, die ich, glaube ich, im Kizzur Schulchan Aruch las.
    Es ist verboten einem Nicht-Juden einen Tallit zu verkaufen, da dieser sich damit maskieren und einen Sohn Israels täuschen und im Trug ermorden könnte ;-)
    Das war zwar eher an Juden gerichtet, aber naja.

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  9. B"H

    Soweit mir bekannt ist, und ich weiss nicht, ob es im Schulchan Aruch oder vielleicht in Rambams Mischna Thora zu finden ist, sollten Nichtjuden weder Tallit noch Zizit tragen. Aus dem ganzen einfachen Grund heraus, weil die Mitzwot nur den Juden aufgetragen worden sind und nicht den Nichtjuden !

    Tefillin sind Nichtjuden ganz verboten, was auch wieder kabbalistische Gruende hat. Wobei Tallit und Zizit genauso in die Sparte fallen, denn wenn Juden Mitzwot erfuellen, bringen sie spirituelle Welten zusammen und begehen somit einen Tikun.
    Bei Nichtjuden passiert im Grunde genommen gar nichts, denn sie fuehren weder Tikunim aus, noch wurden sie von G - tt dazu beauftragt.

    Der Ramchal, Rabbi Moshe Chaim Luzzatto, hat hierzu sehr gute Ausfuehrungen.

    Leider ist es aber immer wieder so, dass viele fanatische Christen meinen, wenn sie sich einen Tallit umschmeissen, bekommen sie das J. - Gefuehl. Oder es geschieht voellig aus missionarischen Gruenden, in dem man sich als Jude ausgeben will.

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  10. Anonym12:24 PM

    Was ist, wenn ein Jude seine Gebetskleidung einem Nicht-Juden zum "Anprobieren" gibt?

    Es würde mich freuen, wenn du das Thema noch einmal gesondert ausführst. Sicher gibt es mehrere Punkte, die noch angeführt werden können.

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  11. B"H

    Warum sollte ein Jude das tun ?

    Ich kenne jedenfalls keinen relig. Juden, der seine Gebetskleidung irgendeinem Nichtjuden auch nur kurz ueberreicht.

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  12. Anonym4:34 PM

    Ich kenne aber nicht-religiöse/liberale Juden.

    Aber ich denke, der Liberalismus steht hier auch weiter gar erst zur Diskussion - verständlicherweise.

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  13. B"H

    Nein, das Reformjudentum steht tatsaechlich nicht zur Debatte. Allerdings sei gesagt, dass auch im orthodoxen Judentum liberale Stroemungen wie "Modern Orthodox" bestehen.

    Weder sollten der Tallit (Gebetsmantel) noch die Zizit (Schaufaeden) noch die Tefillin (Gebetsriemen) von Nichtjuden benutzt oder gar "nur angezogen" werden. Halachisch betrachten wurden Juden beauftragt, diese "Objekte" zu benutzen und nicht die Nichtjuden, deren Mitzwot einzig und allein darin bestehen, die Sieben Noachidischen Gesetze einzuhalten.

    Anhand von Tefillin etc. vollbringen Juden eine Mitzwah und ebenso einen Tikun (Seelenkorrektur). Zusaetzlich heisst es in der Kabbalah, dass durch Tefillin etc. unsere materielle Welt mit den oberen spirituellen Welten verbunden wird.
    Unter anderem sagt man beim Ueberziehen der Schaufaeden einen Segen und die gesamte Prozedur sowie das Tragen sollte ernst gemeint sein. Nur so entstehen die Mitzwah und Tikun.

    Da Nichtjuden nicht dazu beauftragt worden sind bzw. keinen Tikun hervorrufen. erweist sich das Tragen der Objekte als unnnoetig und ueberfluessig.

    Leider ist vielen Reformjuden diese Begruendung unbekannt.

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  14. Anonym1:29 PM

    Die Begründung ist einleuchtend.
    Ich hoffe, dass ich mich nicht in allzu großen Misskredit hierin brachte. Ich machte mir erst im Nachhinein Gedanken darüber, dass es vielleicht nicht in Ordnung gewesen ist, diese entgegenzunehmen.

    In Israel habt ihr doch sicher auch jüdische Läden, die streng darauf achten, dass nichts in falsche Hände gerät, oder? Mir erzählte mal ein Kirchler, er habe sich in Israel einen Tallit gekauft. Ich denke, dass es dort Juden gibt, wie auch hier, die eher geschäftlich denken und es mit der Treue zum Judentum nicht so streng nehmen. Liege ich da richtig? Ich kenne zwei Internetversandhandel für Deutschland: judaica4all und doronia-shop. Liberal geführt natürlich. Wie hält man es damit als orthodoxer Jude?

    Wie verhalte ich mich als Nicht-Jude angemessen gegenüber einem Reformjuden? Ich neige nicht dazu, ihn stark zu kritisieren, sage aber, dass ich ihn aufgrund des "religiösen Liberalismus" nicht für ganz voll nehmen kann.
    Braucht's mehr? Entgegnet wurde mir oft, es sei Vermessenheit, das als Außenstehender einem Juden vorzuwerfen.

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  15. B"H

    Nein, Du hast Dich nicht in Misskredit gebracht. Ausserdem sind jene Arten des "Fehlverhaltens" nicht Deine Schuld, sondern jene des Juden, der Dir da seine Objekte anbietet.

    Es gibt in Israel Geschaefte, die darauf achten, ihre Tefillin etc. nur an Juden zu verkaufen. Sobald jemand Zweifelhaftes den Laden betritt, gibt es diverse Methoden, herauszufinden, ob jemand tatsaechlich Jude ist.:-)
    Andere Geschaefte sind, wie Du richtig kalkulierst, nur auf ihr Business aus und verkaufen alles an jeden, wenn er nur das Geld auf den Verkaufstresen legt.

    Reformjuden gegenueber sollte man bezueglich ihrer jued. relig. Aeusserungen immer skeptisch entgegentreten. Die Mehrheit von ihnen verfuegt nur ueber ein sehr einseitiges und kaum vorhandenes Wissen der eigenen Religion gegenueber. Jued. Gesetze werden so gedeutet als sei das heutzutage alles nicht mehr gueltig und altes verbrauchtes Zeug. Der Orthodoxie gegenueber zeigen sie sich ablehnender als orthodoxe Juden dem liberalen Judentum. Heisst, sie sehen orthodoxe Juden oft als konservative Spinner.

    Ein liberaler Rabbiner wird kaum das jued. relig. Wissen vorweisen wie sein orthodoxer Kollege. Die meisten orthodoxen Schueler (7. Klasse aufwaerts) relig. Schulen wissen mehr als ein liberaler Rabbiner nach 30 Jahren. Dienstzeit.

    Man benimmt sich Reformjuden gegenueber ganz normal, doch skeptisch demgegenueber, was sie zur jued. Religion zu sagen haben.

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  16. Anonym4:39 PM

    Orthodoxe Kreise meiden doch sicherlich die "Reformläden", auch wenn sie orthodox-geprüfte Dinge verkaufen, oder nicht?
    Aber wie kommen dann die Reformläden an diese Dinge ran? Es muss ja bekannt sein, dass es dann eben auch in Hände gerät, die dafür nicht bestimmt sind. Ich hätte mir eigentlich auch vorstellen können, dass Zuständige in Israel dabei besser aufpassen. Aber hier sind eben auch Artikel zu erhalten, mit Zertifikat vom, ich glaube, Oberrabbinat aus Jerusalem.
    Und wenn orthodoxe Juden den Kauf bei bestimmten Läden meiden: ist dir ein Laden in Deutschland bekannt, der entsprechend in Ordnung ist?

    Vor zwei Jahren kaufte ich mir allerdings auch einen Tallit bei einem Reformladen.
    Zu der Zeit dachte ich mir dabei auch noch nichts. Und jetzt weiß ich nicht, was ich damit machen soll. Ich legte das Stück ordentlich verpackt weg.
    Ich weiß ja auch nicht, ob es was bringt, den nun bei einer Synagoge vorbeizubringen. Einmal käm ich mir echt dumm vor, und dann wüsst ich nicht, ob die noch was damit anfangen könnten/wollten.
    Wegschmeißen? Naja. Oder doch einfach als Anschauungsobjekt im Schrank behalten? Falls ich irgendwann im Leben konvertieren sollte - kann und darf ich das Stück dann noch benutzen?
    Das macht mich nu ein wenig verlegen und unsicher =)

    Was ist mit einer Tora-Rolle? Ich legte mir mal eine kleine "Nachahmung" zu, die aus Israel stammt. Also, Nachahmung, denke ich, weil es normales Papier ist und das Werk eines Sofers wohl wesentlich teurer ist, ob der Zeit, die das in Anspruch nimmt.
    Wäre der Besitz dennoch untersagt?

    Das mit dem Wissen kann ich mir schon daher gut vorstellen, dass die Reformjuden, mit denen ich sprach, meist schon mit mir als Nicht-Juden, der noch nicht allzu lange "dabei" ist, überfordert sind. Konservative Spinner. "Spiel dich doch nicht auf, wie ein Zaddik" - finde ich auch gut.

    Ich weiß nicht, ob du bereis einen Artikel direkt darauf gemünzt hast: aber wie wird Er die Juden richten? Ich las, glaube ich, bei Avichail, dass er sagte, das Gebot im Land zu leben, wiege alle anderen auf. Ein Jude zitierte mir mal, glaube irgendwo aus dem Talmud, dass alle Juden, die im Land leben, und alle Juden, die Zizith tragen, Anteil haben an der kommenden Welt. Während Avichail sagt, die außerhalb leben, sind Götzendienern vergleichbar.
    Hat man schon Anteil, nur weil man, zumindest als Jude, im Land lebt? Ich finde es seltsam, wenn jemand, der nur tat, was böse war in Seinen Augen, ein (relativ) gutes Los erhält, nur weil er im Land lebte, obwohl nach dem Bund dafür der Tod stand/steht.
    (Charedim sind ja gegen Medinat Israel, da er säkular ist. Sehen sie es auch als Verpflichtung, im Land zu leben, was ja nicht unbedingt heißt, dass man den Staat befürworten muss, wie sie auch, zumindest teilweise, glaube ich, keinen Pass oder so besitzen - oder ist das nur bei den nationalreligiösen der Fall?)

    Was auch immer; ich hoffe, du weißt, was ich meine. Falls du einen Link dazu hast, danke. Falls nicht, danke im Voraus, dass du dir, denke ich, mal wieder die Zeit für eine Antwort nimmst.

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  17. B"H

    In Israel ist es nicht so ganz klar, welcher Ladenbesitzer orthodox ist und welcher liberal.:-))) Es haengt ja kein Schild draussen an der Tuer.:-)))

    Ueberhaupt spielt dies in Israel eine geringe Rolle und der Unterschied ist nicht so gravierend wie im Ausland. Sicher gibt es liberale Juden, doch die meisten sehen sich immer noch als orthodox. Wobei Letzteres nicht heisst, man lebe nun total fromm. Aber "orthodox" heisst schon, wenn ich mich nicht einer Reformgemeinde anschliesse und meinem Sohn nur eine Bar Mitzwah gebe.

    Orthodoxe kaufen bei Reformern ein, wobei viele richtig Orthodoxe eben ihre eigenen festen Laeden haben, in die sie gehen. Schon allein wegen der Kaschrut.

    Wieso sollten Reformer keinen Tallit verkaufen ?
    Es kommt doch darauf an, dass er koscher ist und nicht, ob er aus einem orthodoxen oder liberalen Laden stammt.

    Wenn Du konvertierst, kannst Du den Tallit benutzen.

    Der Besitz einer Thora ist nicht untersagt. Eine richtige Rolle taete weit mehr als 20,000 Dollar kosten und es gibt diesbezueglich gewisse prozeduren.

    Jeder Jude hat, laut einer Mischna im Talmud Traktat Avot, einen Anteil an der Kommenden Welt. Laut dem Talmud Sanhedrin besitzt ebenso jeder Nichtjude einen Anteil an der Kommenden Welt.
    Niemand ist also ausgeschlossen !!!

    Es gibt einen Passuk im Talmud, der besagt, dass im Ausland lebende Juden als Goetzendiener angesehen werden, doch besteht dazu eine ganze Begruendung warum es so sein kann und warum wieder nicht.

    Man sollte derlei Pauschalaussagen nie woertlich nehemn, sondern immer die Kommentare lernen. Ausserdem erklaert die Gemara (rabbinische Diskussionen) zu dem Vers genau, was und wer damit gemeint ist.

    Das Tragen der Zizit ist keine Mitzwah, sondern das Tragen der Schaufaeden an Kleidungsstuecken mit Ecken.

    Es steht nirgendwo, dass man aufgrund der Zizit einen Platz in der Kommenden Welt erhaelt. Vielmehr lautet es richtig, dass, wenn G - tt einmal "zornig" sein sollte, dann darueber dass keine Schaufaeden an eckigen Kleidungsstuecken getragen wird und derjenige dann eine Strafe erhaelt.


    http://hamantaschen.blogspot.com/2008/10/wer-findet-platz-in-der-olam-habah.html


    Die Mehrheit der Haredim ist nicht antizionistisch eingestellt, aber auch nicht gerade zionistisch. Vielmehr erkennt man bis zu einem gewissen Grade an, dass man halt im Staat Israel lebt. Zahlt Steuern, nimmt aber nicht unbedingt am Armeedienst teil. Viele gehen jedoch waehlen !!!

    Dass die mehrheit gegen den Staat sei, ist ein absolutes Vorurteil und so nicht wahr.

    Die Nationalrelig. sind fuer den Staat Israel und beide Gruppen, Haredim und Nationalrelig. besitzen alle einen Pass. Wobei viele Haredim, die einen auslaendischen Pass besitzen, diesen benutzen.

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  18. B"H

    Ich werde zu den Themen "Kommende Welt" sowie "Rueckkehr zu G - tt" in den naechsten Wochen recht viel schreiben !

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  19. Anonym10:36 AM

    Ah, gut, danke.
    Also muss ich mir keine Sorgen machen, dass ich eine Art Verbrechen begangen habe.
    Der Besitz ist nicht verboten, solange man es nicht nutzt? Und es ist in Ordnung, es eben mal "aufzuheben" für eine eventuelle Konversion.
    Gibt es da irgendeine Ausnahme, was anschließend oder während des Prozesses neu angeschafft werden müsste? Ich dachte mal, vllt Kleidung, aber wohl kaum, wenn's auch keinen neuen Tallit braucht.
    =) Wäre es dasselbe, wenn ich mir nun Tefillin kaufe, jetzt auch trotz Wissen, dass sie mir nicht bestimmt sind? Oder machte eben das eine "Ausnahme"?

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  20. B"H

    Du solltest Dich nicht zu sehr auf irgendwelche jued. Objekte fixieren. Von mir aus kannst Du einen Talli umhaengen oder Tefillin anlegen, doch bewirkst Du dadurch nichts. Nicht fuer Dich und nicht fuer G - tt oder die Welt.

    Besitzen kannst Du alles Moegliche, doch basiert das Judentum nicht auf Besitz von Objekten. Sie sind halt immer nur Objekte und wenn ein Tallit alt und abgenutzt ist, schmeisst man ihn in den Muell.

    Waehrend des Giur - Prozesses brauchst Du Dir nicht unbedingt alles neuanschaffen. Eine Kipa und getrenntes Geschirr fuer Milch und Fleisch.

    Bei dem Geschirr allerdings ist zu beachten, dass Du nach einer gueltigen Konversion (orthodox) Dein Geschirr nochmals kaschern, heisst in die Mikweh bringen muss !
    Immerhin hast Du mit dem Geschirr zuvor als Nichtjude gekocht und somit sind, unter anderem, die Toepfe nicht gerade koscher.

    Du kannst Dir tefillin kaufen, allerdings lernst Du erst im Giurkurs, welche angebracht waeren und worauf man beim Kauf achten sollte. Warte also noch ein Weilchen damit ...

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  21. Anonym3:04 PM

    Hm, in den Läden werden drei aufgeführt: Dakkot, Mehudarim und Peschutim. Was gibt es denn da so für Unterschiede? Auch "Fakes" von Reformern, so wie, glaube ich, "Messianics" Fakes von Mezuza-Rollen und anderem anbieten? :D

    Hm, ich dachte, Tefillin seien "ganz verboten" für Nicht-Juden. Wieso sagst du jetzt, ich könne die deinetwegen tragen? =) Verstehe ich gerad nicht ganz.

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  22. B"H

    Die Mehadrin werden wohl jene sein, welche der vorgeschriebenen Halacha am naechsten kommen. Peschutim sind die Einfachen und was Dakkot sein soll, weiss ich nicht. Allerdings wuerde ich jene Gegenstaende nur in einwandfrei relig. Laeden kaufen und somit erledigt sich dann das Problem der Fragwuerdigkeit.

    Fakes, auch die von Messianics, erkennt man leicht, weil sie immer etwas komisch ausschauen. Schon fast lustig und von Weitem zu erkennen. Total blaue Zizit und so. Nicht richtig geknotet und irgendwie dahingewurschtelt.

    Ich meinte nicht, dass Du die Tefillin tragen sollst. Natuerlich ist dies fuer einen Nichtjuden verboten, dennoch kann ich niemanden davon abhalten.
    Ich wollte nur ausdruecken, das niemand, der gegen das Gebot verstoesst, auf der Stelle tot umfaellt, sondern eher, dass das Anlegen keinerlei Wirkung ausloest.

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  23. Anonym3:46 PM

    Aber wozu einen Tallit oder Tfellin, wenn man Nichtjude ist und nicht konvertieren will? Das habe ich nicht verstanden.

    Wie Miriam schrieb, muss man nach dem Giur alles noch einmal kaschern und in die Mikwe bringen.
    Auch die Mesusot müssen noch einmal neu angebracht werden.

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  24. Anonym9:23 PM

    http://www.judaica4all.de/catalog/product_info.php?cPath=22_44&products_id=292
    Keine Ahnung, warum Dakkot. Da steht in Klammern dünn =)

    Was wiederum meine Frage war, wo es in Deutschland einen "gescheiten" gibt.

    Hm, ich könnte mir vorstellen, dass Judaistik-Leute einiges an "Judaica" besitzen, was sie so auch nicht bräuchten.

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  25. Anonym9:31 PM

    http://www.doronia-shop.de/product_info.php/cPath/105_107_226/products_id/656

    Auch ne klasse Beschreibung dabei.
    Warum ist das so übertrieben teuer? 390€.
    Da steht noch mal Mehudarim, nur ist in der "Beschreibung" nicht "aus einem Stück Leder" enthalten. Die Riemen müssen doch allgemein aus Leder sein.
    Naja, wirkt seltsam.

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  26. B"H

    Vielleicht kannst Du einmal in einer orthodoxen Gemeinde in Deiner Naehe anrufen und nach einer Adresse fragen. Selbst wenn Du "nur" die Sekretaerin erreichst, kann die Dir sicher weiterhelfen oder an jemanden vermitteln, der sich auskennt.

    Ansonsten kannst Du Dich auch an Chabad Deutschland wenden. Eine e - mail sollte reichen !

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  27. Anonym10:24 AM

    Na, vom Anonymus bekommt man wohl keine Antwort.

    Miriam, da braucht der nicht zu fragen, denn alle besorgen sich diese Sachen im Ausland. Hier gibt es keine Shops wo man sich diese Dinge kaufen kann.

    Machs gut!

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  28. B"H

    Ja, stimmt, aber vielleicht hat jemand eine Adresse fuer ihn.

    Wahrscheinlich aber kaufen dt. Juden ihren Tallit etc. in London oder halt in Israel ein, wenn sie denn mal auf Besuch kommen.

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  29. Anonym8:35 PM

    Mir fällt gerade ein: Chabad Berlin hat einen Judaicaladen, dort kann man das kaufen.

    http://www.chabadberlin.de/templates/articlecco_cdo/aid/264972/jewish/Judaika-Laden.htm

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