Donnerstag, August 06, 2009

Parashat Ekev פרשת עקב

Auf die Schönheiten der Welt konzentrieren

B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Nachdem die vorherige Thoralesung, Parashat Va'etchanan, mit dem "Schema Israel" endete, teilt uns nun Moshe mit, welche Auswirkungen es hat, wenn wir die Mitzwot (Gesetze) einhalten. Wenn wir es tun, wird G - tt Seinen Bund mit uns aufrecht erhalten und uns mit Güte (Chesed) richten. Wir, sowie das Land Israel werden erfolgreich sein und die Nationen schauen zu uns auf.

In der heutigen Zeit haben wir uns schon zu sehr an das Gegenteil gewöhnt und einmal hörte ich einen Rabbi bei einem Schiur (Vortrag) sagen, dass es wirklich Zeiten gab, in denen alle Völker zu uns aufschauten und wir ihnen ein Beispiel waren. Vor allem in der Zeit König Salomons. Alle Schiurteilnehmer schauten entgeistert auf den Rabbi, so als könnten sie es nicht fassen.

Israel ist das einzige Land auf der Welt, welches komplett von G - tt abhängig ist. Halten die Juden die Mitzwot, so wird Israel mit Erfolg gekrönt. Wendet sie sich hingegen von Ihm ab, dann muß Israel (die Juden) die Konsequenzen tragen. Außerdem kommentiert der Ramban (Nachmanides) zur Parashat Bereshit (Genesis), dass G - tt die Thora mit der Beschreibung des Erschaffungsprozesses begann. Warum tat Er dies und begann die Thora nicht mit einem anderen Inhalt ? Von Beginn an machte G - tt allen Menschen klar, dass Ihm die ganze Welt gehört und die Völker sollen Israel (die Juden) nicht beschuldigen, das Land Israel von anderen geklaut zu haben. Von Anfang an gab sprach G - tt das Land Israel den Juden zu und dies wird bis in alle Ewigkeit so bleiben. Demnach kann kein Volk behaupten, wir Juden hätten uns irgendetwas willkürlich angeeignet.

Für alles müssen wir in Israel beten und dürfen es nie als selbstverständlich ansehen. Sogar um ausreichenden Regen müssen wir G - tt bitten, was wir täglich im "Shema Israel - Gebet" und im Winter in der Amidah tun. Rabbi Samson Rapahel Hirsch schreibt, dass das Einhalten der Mitzwot uns persönlichen Wohlstand beschert und uns überhaupt erst am Leben erhält. Unsere Mission sei, G -tt näher zukommen, denn Juden haben immer eine spezielle Verbindung mit Ihm. Wir sollen G - tt aus Liebe und aus Angst (Ehrfurcht) dienen. Der Kommentar zum Deutoronomy (Sefer Devarim), Sifre - Piska 32, unterscheidet zwischen den zwei Arten G - tt zu dienen. Derjenige, der G - tt aus Liebe heraus dient, erhält eine doppelt so hohe Belohnung als jener, der nur alles aus Angst tut.

Immer wieder aufs Neue werden wir daran erinnert, G - tt für alles zu danken. Vor allem für unsere täglichen Bedürfnisse wie die Nahrung. In Parashat Ekev finden wir einen ganz wichtigen Teil aus dem Birkat HaMazon (Grace after the Meal), welches wir nach dem Brotessen beten. "Und Du hast gegessen und Du bist gesättigt und Du sollst G - tt, der Dir das Land gab, segnen - Ve'achalta ve'sawata u'verachta et A - do - nai E - lo - he- cha al Ha'aretz ascher natan lach".

In der Halacha (im Shulchan Aruch) ist verankert, dass Juden vor jeglichem Essen und Trinken immer einen Segensspruch sagen. Aber nicht nur vorher, sondern auch nachher. Wer Hunger hat, der ist zu jeder Zeit bereit, einen Segen zu sagen. Alles ist egal, Hauptsache es gibt etwas zu Essen. Aber hinterher, wenn man gesättigt ist, vergißt man G - tt sehr schnell, denn man braucht ja nichts mehr. Aber genau dann sagen wir einen weiteren Segensspruch, welcher viel schwerer zu sagen ist als derjenige vor dem Essen. Eben weil man gar kein eiliges Bedürfnis mehr hat.

Im Talmud Traktat Sotah 5a steht, dass wir niemals arrogant werden sollen. Immer müssen wir vor Augen haben, dass wir niemals allein existieren können und von G - tt abhängig sind. In Sotah wird der Berg Sinai als Beispiel aufgeführt. Warum gab G - tt den Juden die Thora ausgerechnet an dem kleinen Berg Sinai ? Hätte es nicht ein größerer beeindruckenderer Berg sein können ? Vom Talmud und der Midrasch lernen wir, dass alle Berge sich darüber stritten, auf welchem Berg G - tt die Thora vergeben könne, nur der kleine Berg Sinai schwieg. Mit seinem Schweigen wurde er von G - tt belohnt und für die große Aufgabe auserwählt, was uns lehrt, dass auch wir nicht immer angeben müssen, sondern manchmal eher durch Schweigen glänzen. Und warum ist die Arroganz G - tt so verhaßt ? Einfach weil ein arroganter Mensch niemals zugibt, etwas Falsches gemacht zu haben und sich hinterher beschwert, dass G - tt ihn bestraft. Zur Einsicht kommt er nur selten, was wahrscheinlich von der Art der Bestrafung abhängt.

Was manche im Judentum als lästig ansehen, ist die lange Prozedur des Brotessens. Vor jedem Essen waschen wir uns grundsätzlich die Hände und vor dem Brotessen findet dies rituell statt. Man nimmt das sogenannte Natlah, ein spezielles Gefäß und wäscht sich in einer vorgeschriebenen Art und Weise die Hände. Danach haben wir den Brauch, nicht zu sprechen, sondern erst den Segen ueber das Brot zu sagen. Üblicherweise wird jedesmal ein wenig Salz auf das Brot gestreut, was uns an Tempelzeiten erinnert.

Religiöse Juden essen zu jeder Hauptmahlzeit Brot, um diese Mitzwot (Händewaschen und Birkat HaMazon) auszuführen. Egal, was sich auf dem Tisch befindet, wenn es Brot gibt, werden immer erst rituell die Hände gewaschen uns es muss das Birkat HaMazon gesagt werden, welches Ihr in jedem Sidur (Gebetbuch) findet oder im Internet herunterladen koennt. Im Schulchan Aruch - Orach Chaim 185:1 heißt es, dass das Birkat HaMazon in jeder Sprache gebetet werden kann. Das Gebet ist übrigens eine Mitzwa aus der Thora (Deutoronomy 8:10). Es beinhaltet drei biblische Segen, nämlich den Birkat HaZan, den Birkat HaAretz für das Land Israel und den Birkat Yerushalaim (siehe auch Shulchan Aruch - Orach Chaim 192:1).

Sitzen mehr als drei Männer am Tisch, so wird vor dem Birkat HaMazon der Birkat HaZimun gebetet (Rabbotai Nevarech….). Im Shulchan Aruch ist festgelegt, dass das Birkat HaMazon immer an jenem Platz gesagt werden muss, an dem derjenige aß. Heißt, er kann sich zum Gebet nicht einfach woanders hinsetzen (siehe auch die Mischna im Talmud Berachot 51b).

Im Judentum gibt es keine einzige Mahlzeit, vor der nicht ein Segen gesprochen wird. Egal, ob es nur ein Eis oder eine Cola ist. Für alles sollen wir G - tt danken. Für alles gibt es unterschiedliche Segen, wie für Brot, Kuchen, Früchte, Obst, Reis oder Getränke. Auf jeder Yeshiva (relig. Schule) lernt man sofort die Berachot (Segen) und wer relig. aufwächst, dem ist das sowieso geläufig. Ich kenne viele relig. Familien, da kennen die Dreijährigen schon alle Berachot.

Wie wichtig das Land Israel ist, beweist die chassidische Story, die ich einmal von Rabbi Mordechai Machlises Ehefrau Henny hörte:
Einmal kam ein Mann zu einem berühmten Rebbe und erzählte ihm, dass er in Israel gewesen sei. Dort gebe es Straßen aus Marmor und alles sei voll kostbarer Edelsteine. Tief beeindruckt fuhr auch der Rebbe nach Israel, aber alles was er sah, war Müll auf den Strassen und stinkende Abwasserkanäle. Enttäuscht kam er heim und fragte den Mann, wo denn das Marmor gewesen sei.

Der Mann schaute den Rebben ungläubig an und meinte "Was, Du hast es nicht gesehen" ?
Entsetzt zog sich der Rebbe für mehrere Wochen in sein Arbeitszimmer zurück und meditierte. Wie konnte das sein; ein einfacher Mann hatte die Schönheit und Spiritualität Israels gesehen und er wa außerstande gewesen ?

Die Geschichte will uns sagen, dass auch wir an uns arbeiten sollen, um die wahre Schönheit Israels zu sehen und nicht nur unsere ganze Aufmerksamkeit dem Oberflächlichen oder Negativem widmen.

Schabbat Schalom

Wissenschaft & Judentum

B"H

Sehr häufig bekomme ich in der letzten Zeit Anfragen zu allen möglichen Themen und auf der linken Blogseite oben findet Ihr ein Google Kästchen, mit Hilfe dessen Ihr Themen in diesem Blog suchen könnt. Zu vielen Themen schrieb ich schon Artikel, doch manchmal ist es wirklich notwendig, auf diese vielleicht nochmals hinzuweisen.


An die Evolution, wie eine Leserfrage lautete, glaubt das orthodoxe Judentum NICHT !!!
Weiterhin schliessen sich Wissenschaft und Thora nicht gegenseitig aus, sondern gehen Hand in Hand !

So auch auf das Thema "Wissenschaft & Judentum":

Zurück zum Ursprung, Teil 1

Zurück zum Ursprung, Teil 2

Das Alter der Welt

Parallele Universen

Mittwoch, August 05, 2009

Der KUZARI zu den Namen G - ttes, Teil 2

B"H

Nicht, dass ein jeder inmitten eines Gebetes angestrengt darüber nachdenken soll, was nun dieser oder jener Name G - ttes bedeutet bzw. welche Absicht G - tt damit erfüllt. Beten wir nun gerade zu einem richtenden oder zu einem gütigen G - tt ? Oder vielleicht zu einem G - tt, der gleichzeitig beide Charaktereigenschaften vertritt: gütig sowohl als auch richtend ?

Bestes Beispiel hierfür sind recht viele Gebete am Yom Kippur (Versöhnungstag), wenn wir, ich glaube es ist im letzten, im Ne'ilah Service, laut ausrufen: "Hu A - do - nai, Hu Ha - E - lohim !" Ein Ausruf zum gütigen als auch zum richtenden G - tt.

Bevor ich zum Buch "Der Kuzari" von Rabbi Yehudah HaLevi (1075 - 1141) komme, eines vorweg: Der Name "A - do - nai" steht allgemein für einen gütigen und der Name "E - lohim" für einen richtenden G - tt. In der Thora sehen wir jedoch genügend Beispiel, in denen beide Namen zusammen genannt werden.

Und noch eines:

Laut der Halacha ist das Aussprechen der Namen G - ttes, es sei denn im Gebet, beim Thorastudium oder während eines relig. Unterrichtes verboten. Zum Beispiel sagt man ansonsten "Elokim" anstatt E - lohim" oder "HaShem - Der Name" anstatt "A - donai".
Außerdem müssen Schriften, welche den Namen G - ttes enthalten, in einer vorgeschriebenen Art und Weise vernichtet werden. Entweder verbrannt, in der Erde "beerdigt" oder man gibt die Schriften in eine "Genizah - relig. jüd. Einrichtung zu eben jenem bestimmten Zweck". Einfach so in den Müll schmeisst man nicht, auf dem sich der vollständige Name G - ttes befindet und deswegen schreibe ich Seine Namen hier in einer Weise aus, welches keines der Gesetze verletzt und selbst wer sich diesen Artikel ausdruckt, kann ihn hinterher, falls notwendig, ohne Genizah etc. entsorgen.

Fast zu guter Letzt:

Details und Hintergrund zum "Kuzari" gibt es im weiteren Verlauf. Ebenso dazu, wer die Khazaren waren und warum, z.B., viele Moslems behaupten, die Juden seien keine richtigen Juden, sondern vielmehr handele es sich um die Nachfolger der Khazaren.
Ursprünglich handelte es sich bei den Khazaren um Türken, welche sich in der Gegend des Kaukasus niedergelassen hatten.

Benutzte Quellen: "Der Kuzari" - Übersetzung vom arabischen Original ins Hebräische von Rabbi Yosef Kapach (einem ehemaligen führenden jeminitischen Rabbiner) sowie "The Kuzari" ins Englische übertragen von N. Daniel Korobkin.

Im "Kuzari" geht es allgemein darum, dass der König der Khazaren mit jeweils einem moslemischen, jüdischen sowie christlichen Gelehrten spricht und Fragen stellt, um so die richtige Religion herauszufinden. Der Jude gwinnt und die Khazaren traten allesamt zum Judentum über.
Die Konversion der Khazaren ist eine historische Tatsache, welche sich vor mehr als 1000 Jahren ereignete.

"DER KUZARI" - Kapitel 4

Der jüdische Gelehrte erklärte dem König der Khazaren den G - ttesnamen "E - lohim". Hierbei handele es sich um den Namen eines Herrschers sowie eines Richters. In der Thora wird der Name mehrere Male auch als "Herrscher über das Universum" verwendet. Ein Herrscher über die Planeten genauso wie über die Natur.

All dieses wurde von G - tt erschaffen und wieso sollte Er es nicht vollkommen beherrschen ?
Der Name E - lohim steht in der Pluralform, da die einstigen götzendienerischen Völker ihre Statuen aufstellten und hinterher glaubten, dass jede dieser Statuen eine bestimmte spirituelle Energie von den Sternenkonstellationen sowie anderweitigen Kräften erhalte. Jede dieser einzelnen Kräfte wurde "E - loah" genannt und der Plural davon war "E - lohim". Zum Beispiel glaubten die Menschen, dass Sonne und Mond über sie und die Erde herrschen.
Allerdings scheiterten die Völker daran, die einzige wahre Quelle der Schöpfung zu erkennen. Eine Kraft, welche sämtliche anderen Kräfte beinhaltet. Die Generation des Enosch (Enosch war ein Enkel von Adam HaRishon - dem ersten Menschen) verfiel dem Irrtum, dass G - tt zwar alles erschuf, doch Er sich nachher anderen Dingen zuwandte und die Sternenkonstellationen uns und die gesamte Erde beherrschen liess.

Der einzige wahre Name G - ttes, welcher ebenso die Wurzel aller anderen Namen darstellt, ist "Yud - Heh - Vav - Heh", der Name "Havayah". Da wir nicht wissen, wie genau der Name ausgesprochen wird, sagen wir im Gebet "A - donai" und ansonsten "HaShem" (wie oben angegeben). Dieser Name beschreibt als einziger G - ttes Wesen, wobei wir nicht wissen, was das eigentlich ist: "G - ttes Wesen".
"Wie kann ich jemanden erkennen, dessen Wesen unerfassbar, unbegreifbar und unendlich ist ? Dessen inneres Dasein nur durch seine Taten erkannt werden ?"
Genau um ein solches Wesen handelt es sich bei G - tt.

Fortsetzung folgt !________________________
Die Bedeutung der Namen G - ttes im "Schema Israel" - Gebet

Die Maske G - ttes

Die "Kommende Welt" und die "Wiederauferstehung der Toten"

B"H

Da ich immer wieder Leserfragen erhalte, hier ein paar Links zu einigen der gefragtesten Themen:

Die "Kommende Welt - Olam Habah". Wer kommt hinein und wer nicht !

Die Wiederauferstehung der Toten

Dienstag, August 04, 2009

Der KUZARI zu den Namen G - ttes, Teil 1

B"H

In etwas mehr als zwei Wochen beginnt der jüdische Monat ELUL. Der Elul hat ganz bestimmte Bedeutungen; unter anderem beginnt mit ihm die Zeit der Teschuva (Umkehr zu G - tt). Vor dem jüd. Neujahrsfest Rosh HaShana soll ein jeder sich darauf besinnen, was er in diesem, bald ausklingenden Jahr falsch machte, und gleichzeitig darüber nachdenken, wie es im Neuen Jahr besser laufen kann. Zumindest vom relig. Standpunkt her betrachtet.

Im Chassidismus besteht das Konzept "HaMelech baSadeh - der König ist im Feld". Bedeutet: In keinem anderen Monat ist G - tt so nahe und zugänglich wie im Monat Elul (in diesem Jahr beginnend am 20. August).

Die Kabbalah erzählt uns von Gebeten und die Zusammenführung unserer materiellen mit den oberen spirituellen Welten, wenn wir nur genügend Einsicht und Umkehr zeigen. Unendlich wichtig im Gebet sowie in der gesamten Thora sind allerdings die sogenannten Namen G - ttes. Nicht, dass ich hier auf alle 70 davon eingehe, stattdessen nenne ich nur einige wenige als Beispiel. Wer die Namen G - ttes und deren Sinn versteht, der versteht Thora und Gebete viel besser und kann G - tt näher sein.

Vor einiger Zeit schrieb ich schon einmal einen Artikel zum G - ttesnamen E - LOHIM, der da so oft von christlichen Missionaren falsch interpretiert bzw. ausgenutzt wird. Im Buch "DER KUZARI" (von Rabbi Yehudah HaLevi) fand ich einige zusätzliche Erläuterungen zu den bekanntesten Namen G - ttes und genau darauf werde ich ab morgen etwas tiefer eingehen. Nicht, dass wir stets mit dem Sidur in der Hand beten und diverse etwas gedankenlos Namen dahinsagen; vielmehr ist es wichtig, auch zu verstehen, worum es geht. Genauso wie beim Thorastudium.

Hier vorerst der "alte" Artikel und ab morgen geht es dann in einem separaten Artikel um die Namensdarstellung im KUZARI.


Nicht nur einmal kam ein christlicher Missionar auf mich zu und verkündete stolz sein angebliches Wissen über die jüdische Religion. Sich brüstend wollte er die für ihn richtige Interpretationen in der Thora erkannt haben.

Hier nur zwei Beispiele:

Was bedeutet es, wenn die Thora sagt, dass G - tt den Menschen in Seinem Ebenbild erschuf ?

Der Rambam im Moreh Nevuchim (Guide of the Perplexed), Rabbi Chaim von Volozhin (Buch: Nefesch Chaim) und viele andere geben darüber in bemerkenswerter Weise Auskunft.
Zu Unrecht stellen wir Menschen uns einen menschlichen G - tt vor, denn unser begrenzter Verstand ist nur in der Lage, Dinge gedanklich zu erfassen und zu begreifen, die menschlich vorstellbar sind. Leider haben viele Leute Probleme mit dem eigentlichen G - tt, der keinerlei menschliche Eigenschaften oder Form besitzt und unendlich ist.

"In Seinem Ebenbild heißt", dass G - tt uns mit einem Verstand, Intellekt und Gewissen ausgestattet hat. Es heißt
keinesfalls, dass G - tt menschlich ist und wir genauso ausschauen wie er.

Nur wir Menschen allein haben die Eigenschaft, dass wir Ihm näher kommen können und Seine Mitzwot (Gesetze) erfüllen.
Eine andere Fehlinterpretation ist einer der Namen G - ttes: E - LOHIM

Die
Fehlinterpretation liegt darin, dass Leute meinen, E - LOHIM sei in der Mehrzahl geschrieben und folglich gibt es mehrere Götter. Christliche Missionare sehen sich das in ihrer Behauptung bestärkt, dass J., G - tt und der so genannte
Heilige Geist ein und dieselbe Person seien.

Falsch, denn E - LOHIM ist tatsächlich im Plural geschrieben, bezieht sich jedoch nur auf den EINEN unendlichen G - tt, der alles erschuf.

Woran sehen wir das ?

Zuerst einmal scheinen Missionare oder andere, die diese Missinformation unterstützen, keinerlei Hebräischkenntnisse zu besitzen, sonst wuerden sie sehen, dass nach E - LOHIM das folgende Verb IMMER im Singular steht.

Beispiel:

E - LOHIM tut etwas, E - LOHIM erschuf die Welt und Er
schuf die Menschen. Wer den Satz zuende liest, der bemerkt, dass es sich im hebräischen Original um den Singular handelt.

Warum steht E - LOHIM also überhaupt im Plural ?

Laut den Kommentatoren Ibn Ezra, Ohr HaChaim,
Rabbi Chaim von Volozhin, Rabbeinu Bachya und vielen vielen anderen bezieht sich die Mehrzahl auf die unterschiedlichen Kräfte G - ttes. Jene Kräfte führt uns
die Kabbalah als die sogenannten Sefirot (Charaktereigenschaften) vor Augen.

Beispiel:

Wie reagiert G - tt ? Mit Güte oder mit einem strengen
Gericht ? Wie erschafft Er etwas ? Mit Weisheit und Verstehen ?

Die Kräfte (Sefirot) G - ttes sind teilweise in der Thora erwähnt, werden jedoch ausführlich im Talmud erklärt, was aber nicht heißt, dass G - tt auf jene zehn Kräfte limitiert ist. Keineswegs, denn als unendliches Wesen ohne Form besitzt
Er viele zusätzliche Kräfte, die wir Menschen gar nicht imstande sind zu erfassen geschweige denn zu definieren.

Die Synagoge des Rabbi Natan Kopschitz

B"H

Dieses Photo eines "Hachnasat Sefer Thora - Empfang einer neugeschriebenen Thorarolle" erhielt ich heute per e - mail. Hierbei handelt es sich um die Synagoge des litvischen Rabbi Natan Kopschitz in Beit Shemesh, in welcher am Sonntag eine neue Thorarolle eingeweiht worden ist.

Besonders der "Aron HaKodesch - Thoraschrein" ist sehr schön anzuschauen.



Montag, August 03, 2009

Tu Be' Av - 15. des Monat Av


B"H

Morgen abend (Dienstag) + Mittwoch feiern wir Tu Be' Av, den 15. des jüdischen Monat Av.


Tu Be' Av ist der sogenannte "Tag der Liebe" und in der heutigen Zeit vergleichbar mit dem Valentinstag. Obwohl der Valentinstag auch in Israel gefeiert wird, hat der talmudische Tu Be' Av immer einen ganz besonderen Touch; schon allein aufgrund seines Ursprungs zu Tempelzeiten und seinen Bräuchen.

An jenem Tag pflegten die jüdischen Singles in die Felder zu gehen und nach einer Braut bzw. einem Bräutigam Ausschau zu halten. Der Talmud erklärt uns die genaue Prozedur und vergleicht den Tu Be' Av mit Yom Kippur. In der Mischna im Traktat Taanit 26b sowie in der Gemara in Taanit 30b und Bava Batra 121a heißt es, dass Israel keine so freudenreiche Tage wie den Tu Be' Av und Yom Kippur hat.

Was hat ausgerechnet der Yom Kippur, an dem wir 25 Stunden lang fasten und um G – ttes Vergebung bitten, mit dem Tu Be' Av zu tun ?
Erstens sind beide Tage festliche Tage, denn am Yom Kippur vergibt uns G – tt und wir sind frei von jeglicher Schuld. Des weiteren gingen die Singles auch am Yom Kippur aus, um einen passenden Partner zu finden. Und das vor allem am Nachmittag.

Weiterhin lehren uns die o.g. Talmud Traktate, dass die weiblichen Singles sich ganz in Weiss kleideten. Jeder zog das gleiche an, und es war nicht ersichtlich, wer aus wohlhabendem Hause und wer aus armen Verhältnissen kam. Jeder sollte die gleichen Chancen haben. Um das noch weiter zu unterstreichen, musste die weisse Kleidung ausgeliehen und vor dem Tragen in die Mikweh (Ritualbad) getaucht werden. Raschi führt die Mikweh darauf zurück, dass derjenige, der die Kleidung ausleiht, niemals sicher sein konnte, dass die Kleidung nicht zuvor von jemandem getragen worden war, der die bestimmten Rituale der Familienreinheit nicht einhielt (Taharat HaMishpacha).
In den Felder trafen die weiblichen auf die männlichen Singles und jeder suchte sich sein "Match" aus.

Nicht, dass heutzutage alle weiblichen Singles in die Felder laufen, doch hat der Tu Be' Av immer etwas Besonderes. Schon allein deshalb, weil sich die Israelis plötzlich auf Bräuche aus der Tempelzeit zurückbesinnen. Sie kaufen Blumensträusse und viele Singles oder Paare kochen abends ein besonderes Menu.

Ich wünsche allen einen tollen Tu Be' Av und viel Erfolg beim Suchen.

Sonntag, August 02, 2009

"Mein Name ist groß unter den Völkern" - Malachi 1:11

B"H

Eine Leserfrage lautete was der folgende Vers aus dem Buch des Propheten Malachi 1:11 bedeutet:


"Vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang wird Mein Name groß unter den Völkern sein - Und überall wird man Mir Opferungen darbringen, und auch ein reines Mincha (Nachmittagsopfer im Tempel)".

In seinen ersten Kapiteln geht der Prophet Malachi, welcher anscheinend zur Zeit des Zweiten Tempels lebte, erbarmungslos mit den Juden um und weist sie auf alle ihre Verfehlungen hin.
Darunter fällt ironischerweise auch die Aussage aus 1:11, in welchem der prophet den Cohanim (Tempelpriestern) vorwirft, dass selbst die anderen (nichtjüdischen) Völker glaubwürdigere Opfer darbringen als sie (die Cohanim). Später, im letzten Kapitel des Buches Malachi, erweist sich der Prophet als "versöhnlicher" und er sagt den Juden, wie sie alltäglich Meschiach herbeisehnen sollen. Eine Gebrauchsanleitung für das jüdische Überleben sozusagen.

"Vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang" bezieht sich symbolisch auf "überall auf der Welt".

"Mein Name ist groß (wird gepriesen) unter den Völkern":

Die Kommentatoren Raschi, Ibn Ezra sowie der Metzudat David sind sich einig: "Obwohl die Völker andere Götter anbeten, so wissen sie doch, dass es den EINEN G - tt gibt, der alles erschuf.
Raschi verwendet in seiner Kommentarsanführung das Wort "Afilu - Sogar". Sogar die Nichtjuden (Akum) kennen den Einen G - tt.
Der Metzudat David (Thorakommentar von Rabbi David Altschuler, Galizien, 18. Jahrhundert) schreibt, dass eben jene Nichtjuden Opfer darbringen und dabei ein reines Mincha (Nachmittagsopfer bestehend aus Mehl, Öl sowie einem bestimmten Baumaroma. Gebraten in einer Pfanne wird es nachher vom Cohen Hagadol - Hohepriester und dessen Söhnen verzehrt).

Die Gemara (rabbinische Diskussion) des Talmud Traktates Menachot 110a hat jedoch noch einen ganz anderen Inhalt parat:

G - ttes Name sei groß unter den Völkern, doch der Rest des Paragraphen beziehe sich auf Thoraschüler. Hierauf geht auch Raschi ein und listet es in seinem Kommentar auf.
Demnach bringen ehrwürdige jüd. Thoraschüler überall auf der Welt ein Opfer. Selbst dort, wo G - tt es gar nicht befahl.
Das Opfer wird hier anhand des Thorastudiums gebracht.

Zusätzliche Infos gibt es hier in englischer Sprache:

http://koltorah.org/halachah/three-pronged-message-chagai-zechariah-and-malachi-part-4

Die richtige Antwort auf christliche Missionare

B"H

"Jews for Judaism" bietet einen kostenlosen deutschen Download zum Thema "Mit welchen Antworten Juden christlichen Missionaren gegenübertreten sollten".

http://jewsforjudaism.org/index.php?option=com_remository&Itemid=447&func=startdown&id=2





Vom 23. August an, wird Rabbi Tuvia Singer wieder einige Sonntage lang im Jerusalemer "Israel Center" (Orthodox Union) zu finden sein. Dann gehts um die Propheten und wie christliche Missionare jüdische Schriften gezielt verdrehen, damit ihr falscher "Messias" J. hineinpasst.



Hier die vorherigen Tuvia Singer Vorträge:

1. Das Christentum: Eine auf Lügen basierende Religion

2. Fälschungsdelikte: Wie die Kirche die Thora verfälscht

3. Juden kommen in die Hölle

Bild des Tages

Schwimmen gegangen ?

Photo: Chadrei HaCharedim

Klüngelschaften bei "Jewish Israel"

B"H

Eine neue Anti - Missionssite ist immer von Vorteil, so dachte ich mir. Egal, ob die jüdischen Bekämpfer der christlichen Mission von "Yad Le'Achim" oder von "Jews for Judaism" kommen oder ob sie Rabbi Tuvia Singer heißen. Alles, nur gegen die Judenmission sollte es schon sein.

Nach den letzten Jerusalemer Kommunalwahlen im November 2008 trat die für ihre Missionsbekämpfung bekannte Mina Fenton in den offiziellen Ruhestand. Zuvor war die Mina Fenton eine langjährige Stadtratsabgeordnete für die nationalreligiöse Partei (jetzt "Beit HaYehudi" genannt) gewesen.


Nicht, dass Mina Fenton nun ihren Ruhestand sorglos geniessen wollte. Eine eigene Website war geplant und man plante, christliche Missionsumtriebe in Israel aufzudecken und zu dokumentieren. Zusätzlich sprangen auch noch Ellen Horowitz sowie Pnina Taylor auf den Zug auf. Aber war das so eine gute Idee, wie es auf den ersten Blick erscheint ?

Ellen Horowitz wohnt im Golan und schreibt für dem nationalrelig. Online - Magazin "Arutz 7". Meist Anti - Missionstexte. Nur gibt es bei Arutz 7 einen kleinen Haken, der da lautet, dass ausgerechnet diese "relig." Site offenbar reichlich christliche Spendengelder erhält und aufgrunddessen so manche christlich - missionarische Untat lieber verschweigt. Auch sonst gibt man sich bei Arutz 7 den Evangelikalen Christen und anderen fanatischen Christensekten gegenüber zu unbedarft und freundlich. Kein Wunder, denn die christlichen Spenden fliessen ja. Aus diesem Grunde traue ich nicht immer den Leuten, welche für das Magazin tätig sind. Inwieweit also geht Ellen Horowitz tatsächlich radikal gegen christliche Missionare vor bzw. wieweit schweigt sie, denn genau genommen geht es um ihren Job bei Arutz 7 ?

Bei Pnina Taylor liegt der Fall anders:
Während ihrer Teenagerzeit konvertierte die Jüdin zum Christentum. Mit all dem Stuss der "Widergeburt" als Christ und Blabla. Danach zog sie ihre Eltern und Geschwister ins Christentum und offenbar einige weitere Personen. Missionarin und Predigerin, so lautete ihre neue Devise bis dass sie auf einen Rabbi stiess und dieser sie und ihren Mann zu "Jews for Judaism" schickte und so eine Rückkehr ins Judentum stattfand. Pninas christlicher Gatte konvertierte zum Judentum.
Seit einiger Zeit leitet Pnina Taylor die Jerusalemer Zweigstelle der "Jews for Judaism". Wer sie reden hört, der wird jedoch den Eindruck nicht los, dass es sich nach wie vor um eine christliche Predigerin handelt, denn ihr Tonfall und Gehabe ist nach wie vor zu sehr auf Christentum eingestellt. Eine ehemalige "Christin" schon nach zwei oder drei Jahren relig. Programme zum Judentum aufstellen zu lassen, sehe ich als Fehler von "Jews for Judaism". P. Taylor sollte lieber erst einmal Judentum lernen anstatt das Erfolgszugpferd der Organisation zu werden und als Aushängeschild zu dienen.

Worin unterscheiden sich nun "Jews for Judaism" von den israelischen Kollegen von "Yad Le'Achim" ?

Yad Le'Achim macht auf Action und greift rigoros in missionarische Machenschaften ein. Man demonstriert und veranlasst die Behörden zu handeln, denn gewisse Arten der Judenmission sind in Israel gesetzlich verboten. Jews for Judaism, sprich Pnina Taylor, gibt sich ruhig und meint, Juden mit frühzeitiger Aufklärung warnen zu können. Ein Jude, der seine eigene Religion kennt, der rennt keinen christlichen Lehren hinterher.

Mina Fenton gründete die Website "Jewish Israel" und Pnina Taylor sowie Ellen Horowitz sprangen mit auf. "Toll" dachten wir alle und sahen der Entwicklung mit Spannung entgegen. Was sich aber entwickelte, war einzig und allein eine Cliquenwirtschaft zwischen Horowitz und Taylor. Nur diese Beiden bestimmen die Site und das Einzige, worauf sie vom Publikum Wert legen, ist das Erhalten von Informationen. Jeder kann Infos einsenden, welche dann auf die Site gestellt werden. Allerdings unter dem Namen Taylors oder dem der Ellen Horowitz.
Erst neulich sammelte jemand, der ebenso in der Gegenmission organisiert ist, eine erhebliche Menge an Fakten und Tatsachen, reichte diese an Jewish Israel weiter und dort erschien alles unter dem Namen von Pnina Taylor. Ganz so als ob sie es war, die sämtliche Tatsachen allein aufdeckte. Der Einsender wurde mit keinem Wort erwähnt.

Was also ist das Ziel der Jewish Israel - Site ?
Aufdeckung missionarischer Umtriebe in Israel ? Keine Frage: JA !
Doch die Site allein ist eine Taylor - Horowitz - Klüngelschaft und jeder Weitere darf draußen bleiben.

Jewish Israel war sicher eine hervorragende Idee, doch mittlerweile entwickelte sie sich eher zum privaten Sumpf zweier Personen. Somit bleiben die eigentlichen Inhalte manchmal außen vor. Und für viele Inhalte gehört anderen Leuten die Hochachtung und nicht Jewish Israel, welche private Ermittlungen Dritter einfach nur klaute.

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Die Site der Jews for Judaism in Jerusalem war nicht mehr aufzutreiben. Stattdessen erschien beim Googlen lediglich die Privatsite der Pnina Taylor.
Hat "Jews for Judaism" die Zweigstelle in Jerusalem sowie die Pnina Taylor aufgegeben ?

Freitag, Juli 31, 2009

Schabbat Schalom

B"H

Ausruhem, so lautet die vorrangige Devise an diesem Schabbat.
Noch bin ich daheim in Tel Aviv, aber im Laufe des nachmittags fahre ich nach Jerusalem. Dorthin, wo die Sommernächte angenehm kühl sein können.

Ob ich den Weg ins ultra - orthod. Mea Shearim nach zwei Wochen wieder einmal wagen werde, kann ich noch nicht vorhersagen. Immer noch herrschen Anspannungen; nicht nur wegen der fortwährenden Demos gegen die Öffnung des Karta - Parkhauses nahe der Altstadt, sondern ebenfalls wegen der wegen Kindesmisshandlung unter Hausarrest stehenden Mutter. Zu diesem Thema gibt es sämtliche Infos auf meinem chassidischen Blog !

Ich lasse mich einmal überraschen, was der Schabbat so bringt. Selbst wenn es nur Faulenzen sein sollte.

Allen Lesern einen tollen Schabbat und "Schabbat Schalom" !

Donnerstag, Juli 30, 2009

Chazanut: Benzion & Shimmy Miller

B"H

Ein Masterpiece der Chazanut (Singen eines Kantors):

Der amerikanische Chazzan (Kantor) Benzion Miller und sein Sohn Shimmy singen: "Elokai ad shelo Notzarti".
Bemerkenswert: Benzion Miller wurde im Konzentrationslager Dachau geboren.



Parashat Va'etchanan

Intermarriage JA, weiblicher Rabbiner NEIN.
Was für eine "genial einleuchtende" Ansicht ?

B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Dieser Schabbat ist zugleich "Schabbat Nachamu", der Schabbat nach dem Tisha Be'Av.

Jeder von uns hat seine Lieblingsparshot in der Thora und jene, die ihm gar nichts sagen oder nur schwer verständlich sind. Die Parasha Va'etchanan gehört zu meinen Lieblingsparashot, eben weil sie soviel wichtige Inhalte enthält.

Wir erfahren, dass Moshe G - tt fragte, ob Er nicht vielleicht seine Meinung ändere und ihn (Moshe) doch wenigstens für kurze Zeit den Jordan überqueren lassen will und Moshe so das Land Israel sehen und betreten kann. G - tt gibt nicht nach, beauftragt Moshe jedoch, auf eine Anhöhe (Pisgah) zu gehen, damit er so das Land sehen könne. Es heißt, dass Moshe nicht nur das Land sah, sondern auch dessen Zukunft. In jenem Moment sah er alle folgende Generationen bis hin in unsere Zeit und noch darüber hinaus.

Ich weiß nicht, wie es in Thoraübersetzungen in verschiedene Sprachen ausschaut, doch adressiert Moshe in seiner Bitte G - tt mit zwei dessen Namen: A - do - nai (HaShem) und dem Namen Yud - Heh - Vav - Heh. Raschi und der Ramban (Nachmanides) kommentieren, dass die Namen für Gnade und Gesetz stehen. Laut Rabbi Samson Raphael Hirsch verwendete Moshe beide Namen um auszudrücken, dass wie immer auch G - ttes Entscheidung ausfallen werde, Moshe sie ohne Widerspruch akzeptiert.

Im Talmud Traktat Sotah 14a wird gefragt, warum Moshe unbedingt nach Eretz Israel gelangen wollte ?
Die Antwort lautet, dass ein Jude nur dort in der Lage ist, ALLE Mitzwot (Gesetze) auszuführen. Im Ausland lebende Juden haben immer das Problem, dass sie nie alle Mitzwot ausüben können und ihre Gebete erst über Umwege aufsteigen. Währenddessen in Israel alle Gebete sofort aufsteigen und direkt erhört werden. Von daher ist es sehr wichtig, in Israel zu leben. Moshe war bereit, G - ttes Entscheidung ohne jeden Widerspruch hinzunehmen. Genauso sollten auch wir unser Leben führen; nämlich in dem wir den wahren Grund erkennen, warum wir in dieser Welt sind und wer uns erschaffen hat.

In keinem Buch der Thora warnt G - tt so ausdrücklich vor dem Fall in den Götzendienst wie im Sefer Devarim (Deutoronomy). Jegliche Assimilation mit anderen Nationen wird uns untersagt. Im Talmud Traktat Avodah Zarah (Götzendienst) finden wir hervorragende Beispiele dafür, was uns genau verboten wurde und aus welchem Grund.
Genauso verhält es sich in Sefer Devarim mit der Intermarriage, der Ehen zwischen Juden und Nichtjuden. Übrigens ein biblisches Verbot, auch wenn manche es heutzutage vielfach schönreden wollen.
Wer genaue Auskunft darüber sucht, der braucht nur Sefer Devarim und den Talmud aufzuschlagen, wo er alle Antworten diesbezüglich finden kann. In der Parashat Va'etchanan warnt G - tt vor Ehen zwischen Juden und den Völkern, die sich in Eretz Israel befinden, u.a. die Kanaaniter und die Jebusiten. Wer als Jude einen Nichtjuden heiratet, läuft große Gefahr sich letztendlich zu assimilieren, auch wenn er es vorher nicht für möglich hielt.
Was ? Mir passiert soetwas nicht, denken viele, aber spätestens die nachfolgende Generation sieht das schon ganz anders. Falls die nachfolgende Generation aufgrund einer nichtjüdischen Mutter überhaupt noch halachisch als jüdisch zu bezeichnen sein sollte. Aber es ist nicht nur Assimilation, sondern solche Ehen führen oft zwangsläufig zum Götzendienst der anderen Partei.

In einem Schiur (Vortrag) hörte ich einmal von einem interessanten Fall:
Eine amerikanische Jüdin hatte sich in einen Nichtjuden verliebt und wollte ihn heiraten. Er wiederum war sogar bereit, orthodox zum Judentum zu konvertieren. Am Ende jedoch wollte er die junge Frau gar nicht mehr heiraten, denn er war zu religiös geworden und wollte keine jüdische Frau mehr, die bereit war, einen Nichtjuden zu heiraten.

Im Talmud Traktat Avodah Zarah 36b kommt die Frage auf, ob denn ALLE Ehen zwischen Juden und Nichtjuden verboten seien. In der Parashat Va'etchanan werden schließlich nur die nichtjüdischen Völker in Eretz Israel genannt.
Die Schüler der berühmten talmudischen Rabbiner Hillel und Shammai genauso wie der berühmte Rabbi Schimon Bar Yochai kommentieren dagegen, dass damit ALLE Nichtjuden gemeint sind.
Im Talmud Kiddushin 68b heißt es, dass jegliche Ehen zwischen Juden und Nichtjuden von der Halacha als Null und Nichtig betrachtet werden. Alle Ehen von Nichtjuden, die NICHT konvertieren und einen Juden heiraten, sind ungültig. Siehe dazu auch den RASHBA in TOSAFOT und den Rambam in seiner Mishna Thora (Hilchot Biah 12:1).

Nicht nur halachisch sind solche Ehen ein Problem; wer sich in der Kabbalah etwas auskennt, der weiß, dass bei unserer Erschaffung eine Seele (Neschama) in zwei Hälften getrennt wurde. Unsere Aufgabe ist es, unsere sogenannte "bessere Hälfte" wiederzufinden und durch die Hochzeit mit Nichtjuden erreichen wir das nicht. Dies gilt gleichermassen für den Fall, wenn der Nichtjude nicht ernsthaft konvertiert. Ganz zu schweigen mit den Identitätsproblemen der Kinder. Ich kenne so einige Fälle, in denen Kinder aus amerik. Ehen, bei denen die Mutter Nichtjüdin war, zum Judentum konvertieren wollten und ausgerechnet die nichtjüdische Mutter aggressiv einschritt. Die wollte ihre Kinder lieber in der Kirche sehen. Zum Glück konvertierten die Kinder aber doch und gingen später auf orthod. Yeshivot.

Immer und immer wieder warnt uns die Thora vor der Assimilierung. Ein ganz wichtiger Rabbiner, der dies auch tat war der Frankfurter Rabbi Samson Raphael Hirsch. Wir dürfen niemals vergessen, dass G - tt die Juden mit einer bestimmten Aufgabe erschaffen hat. Rabbi Yaakov Yitzchak Horowitz (der Seher von Lublin) sagte, dass die Juden ihre Wurzeln in den Namen G - ttes haben.

In dieser Parasha heisst es: "Ihr sollt meine Gesetze einhalten … die ich euch HEUTE aufgetragen habe zu tun".
Im Talmud Eruvin 22a heißt es dazu, dass sich das Wort HEUTE auf unsere Welt bezieht. In dieser materiellen Welt sollen wir G - ttes Mitzwot erfüllen und nicht morgen in der Kommenden Welt (Olam HaBah), denn dort ist es zu spät.

Die Assimilationsprobleme in der Diaspora (Galut) sind vielfältig. Leicht vergisst man seinen eigentlichen Ursprung und will sich nur allzu gerne anpassen. Aber nicht nur in der Galut herrscht das Problem, sondern auch hier in Israel. Leider sehen wir die Ergebnisse immer häufiger, wenn junge Leute aus dem Ausland kommen und sich in Yeshivot einschreiben wollen. Dann sind sie halachisch nicht jüdisch und müssen erst konvertieren. Ich erlebte nicht wenige, die sauer auf ihre Eltern waren, weil sie eine "Mischehe" führten.

Am Schabbat ist es eine Mitzwah, Simcha (Freude) zu haben und alle Art von Trauer und Traurigkeit zu vermeiden. Aber vielleicht wäre es keine schlechte Idee, wenn sich jeder von uns einmal darauf besinnt, warum wir auf dieser Welt sind und was unsere Aufgabe ist.

Schabbat Schalom

Heute ist Tisha Be'Av

und deswegen laufen die Dinge etwas langsamer.
Ich arbeitete Nachtschicht in der Bäckerei und am Morgen fuhr ich heim nach Tel Aviv, wo ich den gesamten Nachmittag verschlief.

Aufgrund der Arbeit trank ich einiges an Wasser, bin jedoch jetzt, so ca. zwei Stunden vor dem Fastenende recht hungrig. Aber die Zeit geht auch noch vorüber !

Läden und Restaurants in Jerusalem schlossen schon am gestrigen Spätnachmittag. Nirgendwo auf der Welt ist der Tisha Be'Av dermassen intensiv zu spüren, wie an jenem Ort, an welchem die Tempel standen und zerstört wurden.
Zahlreiche Leute kauften auf dem Machane Yehudah Markt ein. Für die Mahlzeit vor dem Fastenbeginn und ebenso zum Fastenende. Bei einer Hitze von 30 Grad Celsius ist das Nichttrinken eine Katastrophe.

Heute früh lauschte ich einer Diskussionsrunde auf dem staatlichen Radiosender "Reshet Beit" und dort sagte ein Journalist, dass es besonders in Jerusalem dieser Tage zuviel "Sinat Chinam - grundlosen Hass" gäbe. Da sei ja eine gewaltige Spaltung zwischen Haredim (Ultra - Orthodoxen) und allen anderen Bewohnern zu verbuchen.

Und vor allem die Haredim sollten dies bemerken.
Wieso "nur" die Haredim ? Was ist mit allen anderen ?
Da wird Sinat Chinam diskutiert und im selben Atemzug reiht sich der Journalist selbst mit in das Vergehen ein.

"Sinat Chinam" war das Vergehen der damaligen Juden und G - tt es liess es zu, dass die Römer den Zweiten Tempel zerstörten.
Und was heute ? Immer noch grundloser Hass unterwegs ?
Ja, und ganz besonders wurde dies wieder einmal bei den letzten haredischen Demos deutlich. Haredim schmeissen Steine und einige Polizisten handelten mit einem übertriebenen Maße an Brutalität.
Hass auf beiden Seiten.

Aber deswegen, wie heute die Journalisten, eine extreme Spaltung der Jerusalemer Bewohner zu sehen und zu verallgemeinern, ist ebenso übertrieben. Was wollen uns die Medien da eigentlich einreden ? In Jerusalem geht alles seinen gewohnten Gang und nichts anderes.

Immerhin diskutieren die Tageszeitungen heute mehr über den Tisha Be'Av und ob nicht mehr Leute ihn einhalten sollten.
Ich sehe dies als positives Zeichen und nicht nur in Jerusalem sind heute viele Läden dicht, sondern auch in Tel Aviv.

Viel Spaß noch bei den letzten beiden Fastenstunden - Zom Kal.
In Irael ist der Tisha Be'Av um 20.10 Uhr vorbei und es darf wieder gegessen werden.

Mittwoch, Juli 29, 2009

"Bamba", "Osem" und der Zionismus

B"H

Wer in Israel kennt nicht das allseits beliebte BAMBA ?
Selbst ein nur wenige Monate altes Baby kennt schon sein liebstes Junk Food.

Neben dem regulären Bamba, produziert der Hersteller OSEM genauso ein Bamba, welches eine Schokoladenfüllung enthält.
Die antizionistische Dachorganisation "Edah HaCharedit" warnt nun sämtliche Haredim (Ultra - Orthodoxe) vor dem Kauf der mit Schokolade gefüllten Bamba, da oben auf der Verpackung ein blauer Streifen mit einer Aufschrift zum 60. Geburtstags Israels vorhanden ist ! Das Zeichen der Zionisten !

Siehe den blauen Streifen oben auf der Verpackung !

Nur nebenbei bemerkt, das schokoladengefüllten Bamba weist ein Hechscher (Koscherzertifikat) der Edah HaCharedit selbst auf und sind somit "mehr" als nur koscher. Dennoch wird vor dem Artikel wegen dessen "zionistischer Verpackung" gewarnt.

Die Kaschrut - Abteilung der Edah arbeite unabhängig von jener, welche den antizionistischen Bann ausstellte und somit ergibt sich deswegen weniger ein Widerspruch. Oder doch ?

Ich esse zwar Bamba; die Schokoladendinger habe ich jedenfalls noch nie gekauft. Wobei die "zionistische Verpackung" nicht der Grund war.

Poster (Pashkevilim) gegen das Bamba




Das reguläre BAMBA

Diese Nachricht wurde zuerst veröffentlicht von der haredischen Site KIKAR SHABBAT !

Dienstag, Juli 28, 2009

Unterschiede: Der Erste und der Zweite Tempel

B"H

Im Jahre 586 vor Beginn der Zeitrechnung wurde der Erste Jerusalemer Tempel von den Babylonier zerstört. Unzählige Juden wurden nach Babylon verschleppt und als siebzig Jahre später der persische König die Erlaubnis zur Rückkehr ins Gelobte Land sowie zum Wiederaufbau des Tempels erteilte, waren laut dem Propheten Ezra (2:64) nur ganze 42,360 der vielleicht Millionenfachen vertriebenen Juden zur Rückkehr bereit. Die wesentliche Mehrheit entschied sich in der Diaspora zu bleiben, denn es ging ihnen dort wirtschaftlich einwandfrei.

Wozu ins zerstört und verlassene Jerusalem gehen ?

In der Gemara (rabbinische Diskussionen) des Talmud Traktates Yoma 9b lernen wir von einem Gespräch zwischen den Rabbinern Reish Lakish sowie Rabbah bar bar Chanah, in welchem ersterer dem aus Babylon stammenden Rabbah mitteilt, G - tt hasse jene in Babylon lebenden Juden, welche nicht nach Israel zurückgekehrt sind und somit die Schechinah (G - ttes Gegenwart) an ihrer Rückkehr hinderten.

Befand sich die Schechinah demzufolge nicht im Zweiten Tempel ?

G - ttes Anwesenheit war auch im Zweiten Tempel vorhanden, dennoch nicht so stark und für jedermann offensichtlich wie noch zu Zeiten des Ersten Tempels. G - tt kann seine Nähe jedermann verspüren lassen oder Er kann sich genauso gut abwenden. Wobei "abwenden" keineswegs bedeutet, dass G - tt völlig auf und davon ist. Vielmehr bedeutet es, dass G - tt nicht so nahe ist und die Welt ihrer Natur folgt. Es bestehen keine Wunder, sondern G - tt läßt die Geschehnisse eine natürliche Richtung einschlagen.
In der Kabbalah wird dieses Konzept symbolisch mit einem "Gesicht - Panim" verglichen. Wendet sich G - tt mit Seinem "Gesicht" zu uns oder wendet Er sich ab.

Im Ersten Tempel diente dazu die Bundeslade mit den sich auf ihr befindenden "Cheruvim - eine Art zerstörerischer Engel mit einem Kindergesicht".

Auf die Cheruvim will ich getrennt eingehen, denn sie nehmen im Talmud einen gewissen Raum ein. Ebenso die Halacha, dass wir Juden gar keine Engelsstatuen anfertigen dürfen. Warum dann aber die Cheruvim ?
Doch dazu mehr demnächst !

Im Ersten Tempel war der Zustand, ob G - tt mit den Juden war oder sich von ihnen entfernt hatte, an der Position der Cheruvim zu erkennen. Wandten diese ihre Gesichter zueinander, war G - tt mit den Juden; taten sie dies nicht, war das Gegenteil der Fall.
Wie konnten die Menschen im Ersten Tempel diesen ersichtbaren Zustand ignorieren als die Gesichter der Cheruvim sich abwandten ?
Indem jeder denkt, das habe nichts zu bedeuten. Der Mensch habe schon alles fest im Griff und stehe über allem.

Wendet G - tt, symbolisch ausgedrückt, Sein Gesicht ab, dann beherrscht die Natur die Juden und die Dinge nehmen ihren "normalen" Gang. In diesem Zustand kann es passieren, dass die Juden von den Völkern besiegt / unterdrückt werden. Kabbalistisch betrachtet ist dieses Konzept des "abgewandten Gesichtes" ein Grund dafür, dass ein Holocaust stattfinden konnte.

Dadurch, dass sich zahlreiche Juden weigerten, nach Israel zu gehen und den Zweiten Tempel zu bauen, zog G - tt einen Teil Seiner Schechinah zurück und somit begann schon gleich zu Beginn der "freie Fall" des Zweiten Tempels.

Am Tisha Be'Av, morgen abend und am Donnerstag, lesen wir KINNOT. Sephardische und aschkenazische Juden haben unterschiedliche Kinnot mit unterschiedlichen Tragödien der jüdischen Geschichte. In den aschkenazischen Kinnot finden wir einen Passuk (Paragraphen), in welchem die Pogrome vom Rheinland und den Städten Worms, Speyer und Mainz Erwähnung finden. Diese fanden während des ersten Kreuzzuges im Jahre 1096 statt und besonders die Stadt Worms litt unter den Judenmorden sowie antisemitischen Erlassen. Ursprünglich war die jüdische Gemeinde zu Worms von Juden gegründet, welche nach der Ersten Tempelzerstörung nach Deutschland gekommen waren. Nach den siebzig Jahren in der Diaspora zogen auch sie das Leben im mittelalterlichen "Deutschland" vor und gingen nicht nach Israel. Worms bekam Post aus Jerusalem, in der man gebeten wurde, doch nach Jerusalem heimzukehren. Doch die Wormser Juden wollten nicht: "Ihr bleibt wo Ihr seid, im großartigen Jerusalem und wir bleiben, wo wir uns befinden, in unserem kleinen Jerusalem !"
Diese arrogante Antwort aus Worms kam aus einer übertriebenen Selbstsicherheit heraus. Aus einer Zeit, in welcher die deutschen Nichtjuden sowie die Landesherren die Juden achteten.
Bald verwandelte sich der Respekt in das Gegenteil und es gibt Meinungen, die besagen, dass G - tt jene Juden im Jahre 1096 bestrafte.

Wären die Juden zu Zeiten Ezras alle nach Israel gerannt, dann wären sie wie eine unzerstörbare Mauer erschienen (Rabbeinu Elyakim). Und so kam, was kommen musste, die Anwesenheit G - ttes war nicht vollständig im Zweiten Tempel vorhanden.
Zu Beginn der Zweiten Tempelperiode gab es noch hie und da Propheten, wenig später aber war auch das vorbei. Stattdessen wurden die Prophezeihungen von G - tt mit einer "Bat Kol - dem Echo einer himmlischen Stimme" ersetzt. Bedeutet: Prophezeihungen wurden verdeckter und deren Message nicht mehr allzu offensichtlich, denn sie kamen nicht von G - tt selbst, sondern Seine "Stimme" erschallte als Echo.
Diese Angaben sind symbolisch zu verstehen und keineswegs wörtlich !

Unterschied: Erster und Zweiter Tempel

Zur Zeit der Ersten Tempelperiode war G - ttes Anwesenheit für jedermann sichtbar. Propheten, vom Tempelberg aus reichte eine Säule (vom Opferaltar) bis in den Himmel hinauf. Andere Völker hatten keinerlei Einfluss auf die Juden und ihr Land. Jedenfalls solange, wie die Juden die Gebote G - ttes erfüllten.

Während des Zweiten Tempels fehlten gewisse Dinge:
Es gab keine Propheten mehr, viele Wunder geschahen nicht und die Bundeslade war ebenso abhanden gekommen.
Der Tempel galt eher als Symbol der Einigkeit, an dem Juden ihre Opfer darbringen. Als Streitigkeiten und Korruption aufkamen, war es auch damit vorbei und G - tt liess es zu, dass die Völker den Tempel zerstören.

G - tt sprach nicht länger direkt mit seinem Volk durch die Propheten. Vielmehr lag nun alles an den Weisen (Thorakommentatoren, Rabbinern, etc.). Rabbi Yochanan jedoch sagte zu Reish Lakish, dass dies absolut nicht der Grund war, weshalb G - ttes Schechinah nur bedingt im Zweiten Tempel anzutreffen war. "Selbst wenn alle babylonischen Juden nach Israel heimgekehrt wären, die Schechinah wäre nie ganz in den Tempel eingezogen. Nur Shem (die Nachfahren von Noachs Sohn Shem) sind in der Lage, einen Tempel zu bauen, in wechem G - ttes Anwesenheit vollkommen ist.

Noach hatte drei Söhne: Japhet, Ham und Shem. Deren Nachfahren besiedelten die Welt und demnach stammen alle Völker von eben jenen Dreien ab. Die Nachfahren Japhets sind das heutige Europa, aber auch die USA. Die Nachfahren Hams sind die Afrikaner und die Semiten (Shems Nachfahren) befinden sich in Mittelasien und ebenso die Juden stammen von Shem ab.

Ein Ausländer namens Cyrus, der zugleich der König der Perser war, welche die Babylon zwischenzeit eingenommen hatten, erlaubte den Juden die Rückkehr nach Jerusalem. Da Cyrus am Tempelneubau beteiligt war (durch Gelder), zog G - ttes Schechinah nur halb ein. Weiterhin war der Zweite Tempel von überwältigender Schönheit; mehr als der Erste Tempel.
Und jemand, der mit "Schönheit" assoziiert wird, sind die Nachfolger Japhets. Die antiken Griechen, zum Beispiel, für die der eigene Körper und die Schönheit alles waren. Die Griechen stammen von Japhet und darüber hinaus ganz Europa. Der Tempel jedoch kann nur von Shem gebaut werden. Ohne Hilfe von Japhet und dem Konzept der auffälligen Schönheit. Und deswegen war G - ttes Anwesenheit nur zur Hälfte vorhanden.

Morgen abend beginnt der Tisha Be' Av und es bleibt zu hoffen zu wünschen, dass der Dritte Tempel baldigst erbaut werden wird. Vom den Nachfahren Shems und mit der Schechinah. Genauso wie es G - tt den Juden versprach.

Das Business mit den Gebeten

B"H

Bisher habe ich mich stets geweigert, wenn Angebote kamen, meine Blogs mit Werbung zu spicken. Google und andere Firmen versuchen fast jedem Internet Site - Inhaber alles so schmackhaft wir nur irgend möglich zu machen. Der Sitebesucher klickt auf ein solches Ad und der Siteinhaber bekommt ein paar Dollar dafür. Klickt niemand auf die Werbung, gibt es auch keinen Verdienst.


Ich klicke nie auf irgendeine Werbung auf Internetseiten. Ich bin der absolute Anti - Werbung - Charakter und halte dies auch auf meinen Sites so. Keine Werbung, außer es wäre einmal ein wirklich sinnvolles Produktangebot und vor allem kein Unternehmen, bei welchem die Kunden hereingelegt werden.

Gestern bekam ich ein neues Werbeangebot per e - mail. Der Adresse nach zu urteilen kam es von einer relig. Dame aus einem Jerusalemer Stadtteil. Sie habe eine Site, auf welcher "Kunden" Gebete bestellen können. Wer keine Gelegenheit hat, an der Jerusalemer Klagemauer (Kotel) zu beten, der zahlt ein paar Dollar und jemand Anonymes geht dann sozusagen in "dessen" Auftrag dorthin und betet.

Für derlei Angebote (andere beten in meinem Auftrage) bin ich nicht zu haben, denn meiner Meinung nach will G - tt, dass wir selber beten. Suchen wir einen passenden Heiratspartner (Schidduch), wollen wir Gesundheit, Geld, Happiness in Life, all das sollen wir uns selbst erbeten. Natürlich kann (soll) ich auch für das Wohlbefinden anderer beten, aber weniger gegen Bezahlung.

Ein Chassid berichtete mir, dass bei Angelegenheiten wie der entsprechenden Site Kinder zur Kotel gesandt werden, die da ein paar Psalmen (Tehillim) aufsagen. Oder in anderen Worten: Reine Geschäftemacherei.
Es gibt Sites, auf denen man eine Summe zahlt und dann steckt jemand in meinem Namen einen Bittzettel in die Klagemauer. Okay, das leuchtet mir noch irgendwo ein, obwohl ein jeder an jedem Ort der Welt für sich selbst beten kann. Niemand muss deswegen zur Kotel kommen, denn G - ttes Schechinah (Anwesenheit) ist überall auf der Welt zu finden. Vielleicht am Tempelberg etwas intensiver, aber darüber lässt sich ohne Dritten Tempel streiten.

Ich sagte der Dame mit der obigen Begründung ab und sie war nicht gerade angetan.Meinerseits verstehe ich nicht, wie Leute mit dem Willen anderer, eine Beziehung zu G - tt aufzubauen, Geschäfte machen können. G - tt will eine Beziehung mit jedem Einzelnen von uns und Er will sehen, dass wir uns darum bemühen und nicht ein Dritter in unserem Auftrag.

Montag, Juli 27, 2009

Tisha Be'Av


B"H

Beginnend an diesem Mittwoch abend bis hin zum Donnerstag abend steht dem Judentum der traurigste Tag des Jahres bevor: der Tisha Be' Av – der 9. des jüdischen Monat Av. An jenem Tag wurden sowohl der Erste als auch später der Zweite Temple zerstört. Juden auf der ganzen Welt sehen diesen Tag als eine einzige Tragödie an, denn der Tag repräsentiert die schlimmsten historischen Ereignisse des Judentums überhaupt. Daher ist dieser Tag, wie Yom Kippur, ein 25 – stündiger Fastentag und es gelten fast die gleichen Halachot (Gesetze) wie am Yom Kippur. Allerdings mit einigen Ausnahmen.

Der Tisha Be' Av und das damit verbundene Fasten beginnen am Mittwoch abend und endet am Donnerstag abend nach Einbruch der Dunkelheit. Für die genauen Zeiten möge sich bitte jeder an seine Gemeinde wenden bzw. in israel. Tageszeitungen nachschauen.


Da bei den Tempelzerstörungen unzählige Juden umkamen, besteht für uns die Halacha, dass wir unsere Freude reduzieren, sobald der Tisha Be' Av beginnt (Kitzur Shulchan Aruch – Hilchot Tisha Be' Av). Vor dem Beginn des Fastentages müssen wir bei einem sogenannten Se'udat Mafseket ausreichend essen und vor allem trinken. Dies betrifft insbesondere uns Israelis, denn es werden für den Donnerstag ca. 30 Grad vorausgesagt. Wenn möglich, sollte man bei dieser letzten Mahlzeit keine salzigen Speisen zu sich nehmen. Kartoffeln, Gemüse und Obst sind immer gut. Mein persönlicher Tipp ist Wassermelone. Der Shulchan Aruch (Orach Chaim) lehrt, dass es den Minhag (Brauch) gibt, beim Se'udat Mafseket Linsen und Eier zu sich zu nehmen. Beide Speisen sind ein Zeichen der Trauer. Auf Fleisch und Wein sollte ganz verzichtet werden.

Außer der Freude, sollten auch jegliche Bequemlichkeiten vermieden werden. In den Synagogen sitzen wir zum Abend – und Morgeng – ttesdienst nicht auf den Bänken, sondern viele bringen sich einen niedrigen Stuhl oder Hocker mit.

Hier die wichtigsten Halachot (Gesetze) für den Tisha Be' Av zusammengefaßt aus dem Shulchan Aruch ff.:

1. Essen und Trinken ist absolut verboten.

2. Lederschuhe aller Art dürfen nicht getragen werden, da Leder ein Zeichen für Bequemlichkeit ist. Stattdessen sollen Leinenschuhe oder Sportschuhe ohne Leder getragen werden. In Jerusalem laufen viele Leute einfach barfuß.

3. Sex ist verboten.

4. Sich duschen oder sonst irgendwie waschen ist verboten. Es sei denn, man bereitet sich aufs Gebet vor oder kommt von der Toilette.

5. Es ist Brauch, die Nacht auf einer Matratze auf dem Fussboden zu verbringen oder sein Bett einfach umzudrehen.

6. Zum Morgengebet Shacharit legen Männer keine Tefillin, sondern erst zum Nachmittagsgebet Mincha.

7. Das Thorastudium ist am Tisha Be' Av verboten. Stattdessen sollten die Megillath Eicha, das Buch Iyov (Hiob) oder der Talmud Traktat Taanit gelernt werden.

8. Abends und morgens wird in den Synagogen die Megillath Eicha gelesen. Eicha ist die Prophezeihung des Propheten Jeremiah (Yirmeyahu) und beschreibt die Zerstörung des Ersten Tempels und die Zeit danach.

9. Ausserdem werden KINOT gelesen, wobei hier zwischen ashkenasischen und sephardischen Kinot zu unterscheiden ist. In den Kinot sind viele Schicksalsereignisse in der Geschichte des Judentums aufgelistet.

Wer in Jerusalem zur Klagemauer kommt und keine Kinot dabei hat, der kann sie vor den Eingängen für ca. 10 Shekel erstehen. Allerdings werden dort fast nur sephardische Kinot angeboten, was aber nicht von so grosser Relevanz ist. Hauptsache Kinot. Während dem Lesen der Kinot sitzen die Leute vor der Klagemauer gewöhnlich auf dem Boden.

Überhaupt nimmt Jerusalem am Tisha Be' Av einen besonderen Status ein, denn hier vor der Klagemauer befinden wir uns am Originalschauplatz. Viele Leute stellen sich beim Aufblicken auf den Tempelberg schon den Dritten Tempel vor. Tausende machen sich am Montag Abend auf zur Klagemauer und der gesamte Platz an und um die Kotel ist jedes Jahr vollkommen überfüllt. Nicht wenige bringen Matratzen oder Schlafsäcke mit, denn sie schlafen die ganze Nacht ueber vor der Klagemauer. Der ganze Platz gleicht einem riesigen Campingplatz. Wer keinen Schlafsack dabei hat, der setzt sich auf das Pflaster und liest Kinot. Es sei jedem anzuraten, rechtzeitig zur Kotel zu gehen, denn schnell werden sämtliche Plätze belegt sein.

Ein zweiter Brauch in Jerusalem ist der "Marsch um die Stadtmauer", welcher von der Vereinigung der "Women in Green", einer rechtsorientierten Organisation, organisiert wird. Seit vielen Jahren ist der Marsch Tradition. Ob ich allerdings in diesem Jahr daran teilnehme, steht noch in den Sternen, denn im vergangenen Jahr störte es mich immens, dass die Veranstaltung fast nur noch in einer politischen Kundgebung ausartete.

Tausende von Menschen, vor allem die Nationalreligiösen, kommen aus allen Landesteilen zu dem Ereignis angereist. Siehe dazu die Site der "Women in Green", denn es geht in besonderem Masse wieder einmal um Politik.


Wie sich sicher jeder vorstellen kann, wird der Marsch streng bewacht; fast alle fünf Meter steht ein Soldat. Es geht hinunter zum Damaskus – Tor hin bis zum Löwentor, wo einige Politiker Reden halten werden. Im Jahre 2001 war noch Ehud Olmert als Buergermeister dabei und proklamierte ganz gross, dass er Jerusalem niemals abgeben werde. Heutzutage sind wir uns dessen bei ihm nicht mehr allzu sicher. Die Hauptrede wird, wie gewöhnlich, der Knessetabgeordnete der Ichud HaLeumi, Aryeh Eldad, halten. Veranstalterin Nadja Matar ist selbstverständlich auch mit von der Partie. Endziel ist die Klagemauer.

Warum genau wurden beide Tempel zerstört und warum ist das heute noch so wichtig für das Judentum ?
Viele der Antworten darauf finden wir im Talmud.

Der Erste Tempel, welcher von König Salomon erbaut und im Jahre 586 vor der Zeitrechnung von den Babylonier zerstört worden war, hatte eine wesentliche wichtigere Bedeutung als der Zweite Tempel. Zu der Zeit waren Wunder allgegenwärtig. Die Bundeslade befand sich noch im Allerheiligsten (Kodesh HaKedoshim) und G – ttes Präsenz (Shechinah) war überall. Es gab Hunderte, wenn nicht sogar Tausende von Propheten und das Feuer vom Altar (Mizbeach) reichte direkt hinauf in den Himmel. Kabbalistisch betrachtet verband diese Wolke die untere mit den spirituellen oberen Welten.

Warum wurde der Erste Tempel zerstört ?
Aufgrund von drei Vergehen. Goetzendienst, sexuelle Perversionen und Mord (Talmud Yoma 9b). Die Juden vergaßen G – tt, die Thora und die Mitzwot und wandten sich lieber anderen G – ttern zu. Vor allem die Tofet, ein Ort gleich außerhalb der Stadtmauer, erlangte traurige Berühmtheit, denn in der Tofet opferten sie ihre Kinder an fremde G – tter. Einige Kommentare lauten, dass sie die Menschenopferungen an G – tt geopfert haetten, denn fälschlich meinten sie, dass dies so sein müsse.
G – tt duldete dieses Treiben nicht mehr und veranlaßte die Zerstörung des Temples. Doch wie wir aus der Thora wissen, tut G – tt soetwas nie von heute auf morgen, sondern gibt den Menschen Hinweise. Wenn die Menschen die Hinweise wahrnehmen und zu G – tt umkehren (Teshuva machen), aendert G – tt seine Meinung. Falls dies nicht geschieht, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Laut dem berühmten Rabbiner Aharon Kotler glaubten die meisten Juden an die Thora, aber sie sahen keinen Sinn in ihr und somit kam das Spirituelle der Thora nicht mehr herüber. Das chassidische Buch Bnei Yissachar sowie der Talmud lehren uns, dass sich die Gesichter der zwei Cherubim (Engel mit Kindergesichtern auf der Bundeslade) ansahen, wenn die Juden G – ttes Willen erfüllten. Sobald sie sich von G – tt abwandten, schauten die beiden Cherubim in gegengesetzte Richtungen. Allein schon diese Tatsache hätte den Juden eine Warnung sein müssen.

Nach der Zerstörung des Ersten Tempels wurden die Juden für 70 Jahre ins babylonische Exil geschickt. Nach Ablauf der 70 Jahre war es ihnen freigestellt, nach Israel zurückzukehren und den Tempel wieder aufzubauen. Die Gemara im Talmud Yoma lehrt uns, dass der Erste Tempel nicht vollkommen zerstört worden war. Mehr oder weniger war fast nur das Dach beschädigt. Ezra etc. bauten den Tempel wieder auf und später wurde er von Herodes erweitert. Im Jahre 70 nach Beginn der Zeitrechnung wurde er von den Römern zerstört.

Gibt es einen Unterschied zwischen dem Ersten und Zweiten Tempel ?

Ja, eindeutig, und das nicht nur architektonischer Art.
Nur 42.360 Juden waren mit Ezra aus dem babylonischen Exil nach Israel heimgekehrt, was die Gemara in Yoma 10a als einen der Gründe ansieht, warum der Zweite Tempel weniger an Keduscha (Heiligkeit) besaß. G – tt war ärgerlich über die im Exil verbliebenen Juden, die sich in Babylon eine Heimat aufgebaut hatten und dort ihr Leben geniessen wollten.

Im Talmud Yoma heißt es, dass es fünf Unterschiede zum Ersten Tempel gab:

1. Es gab keine Bundeslade mehr. Bis heute wurde die Bundeslade nicht gefunden und der Talmud listet unterschiedliche Lokalitäten der Lade auf.

2. Das Feuer vom Altar (Mizbeach) reichte nicht mehr hinauf in den Himmel.

3. Es gab keine Shechinah (G – ttes) Präsenz bzw. sie hatte sich weiter von uns entfernt.

4. Die Zeit der Propheten war vorüber. Stattdessen haben wir bis heute eine sogenannte Bat Kol, welche Raschi als das Echo einer himmlischen Stimme bezeichnet.

5. Auch gab es kein Urim ve Turim mehr. Eine Schriftrolle mit den Namen G – ttes. Diese wurde in das Choshen des Cohen HaGadol (Hohepriester) gesteckt und aufgrunddessen war er in der Lage, Fragen zu beantworten. Er brauchte nur zu sehen, welche Buchstaben auf dem Choshen aufleuchteten und schon hatte er G – ttes Antwort. Der Ramban und die Tosafot vertreten die Meinung, dass es kein Urim ve Turim ohne Ruach HaKodesh (ein bestimmter Level der Prophezeihung) geben kann.
Mir persönlich ist noch der Schamir eingefallen, der nach der Zerstörung des Ersten Tempels verschwand. Mit dem Schamir, einem offenbar kleinen Wurm, der alles zerschnitt, was ihm in den Weg kam, baute König Salomon den Ersten Tempel. Niemand weiß, was genau der Schamir war und im Talmud gibt es verschiedene Meinungen. Ein jüdischer Tempel darf niemals mit Metallwerkzeugen gebaut werden, da diese Waffen repräsentieren. Daher benutzte Koenig Salomon den Schamir, von dem es heißt, dass er nur für diesen Zweck von G – tt erschaffen worden war.

Seit der Zerstörung des Zweiten Tempels warten wir Juden auf die Ankunft des Meschiach, der den Dritten und somit letzten und ewigen Tempel bauen wird. Laut dem Rambam ist der Tempel schon im Himmel gebaut und kommt in der Zeit des Meschiach hinab auf den Tempelberg.

Warum wurde der Zweite Tempel zerstört ?

Die Antwort gibt uns wiederum der Talmud Yoma 9b.
Aufgrund von gegenseitigem Haß ließ G – tt es zu, dass die Tempel zerstört wurde. Die Juden hielten zwar die Thora ein, doch beneideten sie sich gegenseitig und jeder wollte besser sein als der andere. Rabbi Yonatan Eibeschütz ist der Meinung, dass der Bruch innerhalb der Gesellschaft auf den Bruch zwischen den Thoragelehrten und den nichtreligiösen Juden zurückzuführen ist. Viele einfache Leute waren neidisch auf die Gelehrten. Später bildeten sich die Sadduzäer (Zadukim), welche die mündliche Überlieferung (die Mishna im Talmud) und die Authorität der Rabbiner nicht anerkannten. Ein Trugschluß, denn wer die Thora verstehen und einhalten will, der kann auf G – ttes mündliche Überlieferung an Moshe (die Mishna) nicht verzichten. Erst durch sie erfahren wir, wie wir genau die Gesetze einhalten und ausführen.

40 Jahre vor der Zerstörung des Zweiten Tempels gab G – tt die ersten Zeichen, welche die Juden nicht sehen wollten und ignorierten (Talmud Yoma 39b). u.a. öffneten sich die Tore zum Innenhof (Heichal) von allein, was andeutete, dass der Feind leichten Einlaß haben wird (Rashi). Nach dem Tode des großen Cohen HaGadol (Hohepriesters) Schimon HaZaddik gab es keinerlei Wunder mehr (Maharsha). Auch löschte die Tempelmenorah von allein ihre Kerzen. Umkehren zu G – tt taten die Juden nicht und so nahm das Schicksal seinen Lauf. Ein Schicksal, unter dem wir noch heute leiden. Hoffen wir, dass der Meschiach bald kommen wird und den Dritten Tempel baut.

Zum Schluß noch ein paar aufmunternde Worte vom ersten Oberrabbiner Israels, Rabbi Avraham Yitzchak HaCohen Kook (Kuk). Er schrieb, dass die Hoffnung auf die Ge'ulah (Erlösung) das Volk Israel auch in der Disapora am Leben erhält. Eine Funke G – ttes ist in jedem von uns, der mit uns in die Diaspora geht. Der Funke erinnert uns immer an Israel und wirkt wie in Magnet darauf. In den USA gedenkt man am Tisha Be' Av gleichzeitig auch dem Holocaust. Der Holocaust ist ein weiteres jüdisches Desaster in unserer jüngsten Geschichte. In Israel kommen ab und an Diskussionen auf, ob der Tisha Be' Av nicht auch hier der offizielle Holocaust – Gedenktag werden soll.
Wie ich zuvor schon einige Male erwähnte, sollten wir trotz allem unseren Blick in die Zukunft lenken und hoffen, dass die Ge'ulah bald eintreffen wird.

In Israel sind am Tisha Be' Av viele Geschäfte geöffnet und Leuten arbeiten. Allerdings gilt, dass Leute, die arbeiten, ihr Geld spenden sollen. Man sollte keinen Nutzen von dem erwirtschafteten Geld an dem Tage haben. Die Busse fahren ganz normal und grundsätzlich gelten nicht die Regeln wie am Schabbat. Außer den o.g. Halachot.

Ich wünsche allen vorab ein leichtes Fasten – Zom Kal !!!

Sonntag, Juli 26, 2009

Der Erste Tempel und die Dauer der Diaspora, Teil 2

B"H

Zum 1. Teil geht es
hier !


Wenn wir im Talmud Traktat Yoma 9b von denjenigen drei Vergehen sprechen, aufgrund derer der Erste Tempel zerstört worden ist, gibt der Talmud genauere Antworten:

1. Lasterhaftigkeit
Aus dem "Buch Jesaja (Yeshayahu) 3:16: Weil die (hochgewachsenen) Töchter Zions mit ausgestreckten Hälsen herumliefen (um so größer zu erscheinen) als sie eigentlich waren. Eine hochgewachsene ging absichtlich neben einer kleineren Frau, um so ihre Attraktivität zu vergrößern. Weiterhin schmierten die Töchter Zions Makeup auf ihre Augen und gingen absichtlich langsam, damit die Männer Zeit genug fanden, ihnen hinterherzustarren.

2. Mord
Menasches Mord an dem Propheten Jesaja (Yeshayahu), siehe die Gemara in Sanhedrin 103b. Außerdem starben viele junge Männer, da sie gezwungen worden sind, Menasches schwere Götzen zu tragen.

3. Götzendienst
Raschi kommentiert hierzu, dass Menasche eine Götzenstatue in den Tempelhof platzierte. Die Gemara in Yoma 9b beschreibt, dass nicht G - ttes Anwesenheit erfolgen kann, wenn eine fremde Götzenstatue im Tempel präsent ist.

Der Erste Tempel wurde bekanntlich von den Babylonier zerstört, Tausende Juden wurden nach Babylon verschleppt, doch schon 70 Jahre später bekamen sie die Erlaubnis, nach Jerusalem zurückzukehren und sogar der Tempel durfte wieder aufgebaut werden. Es besteht eine Meinung, dass bei der Zerstörung des Ersten Tempels überhaupt nur das Dach kaputtging, wohingegen bei der Zweiten Zerstörung alles zu Bruch ging. Rabbi Yehudah Bachrach glaubt, basierend auf dem Jerusalemer Talmud, Yoma 1:1, zu erkennen, dass das Vergehen des "Sinat Chinam - Gegenseitiger Haß" wesentlich schwerwiegender wog als all die drei Vergehen während der Ersten Tempelperiode.

Im Buch des Propheten Ezra (2:64) heißt es, dass nur 42,360 Juden von vielleicht einigen Millionen Juden aus dem Babylonischen Exil zurückkehrten. Der in Babylon verbliebene Rest hatte kein besonderes Verlangen danach, ein zerstörtes Jerusalem aufzubauen und blieb bequemlicherweise lieber in der Diaspora. Schon allein deswegen, weil man sich dort innerhalb der 70 Jahre etwas aufgebaut hatte. Die Zurückhaltung vieler Juden, nicht sofort nach Israel zurückzuziehen und den Tempel wieder aufzubauen, kostete anscheinend die Zweiten Tempel seine herausragende "Heiligkeit - Keduscha". G - ttes Anwesendheit, die Schechinah, soll laut vieler Kommentatoren nicht mehr so deutlich gewesen sein, wie noch im Ersten Tempel.

Fortsetzung zur G - ttesstrafe der Diasporajuden sowie der fehlenden Schechinah folgt !