Sonntag, August 16, 2009

Klezmer Festival in Safed

B"H

In der vergangenen Woche fand das weltberühmte Klezmer Festival in der mysthischen Stadt Safed in Nordisrael statt.

Details zur Stadt Safed:

http://www.safed.co.il/


Alljährlich im August versammeln sich Tausende Menschen in den Altstadtgassen von Safed, um dem Klezmer zu lauschen. Die Bands spielen umsonst und stehen entweder in fast jeder Gasse oder auf Balkons.

Hier einige Impressionen aus Safed und vom Festival, an dem ich leider noch nie teilnahm:




Der "Meschiach" war auch dabei ! (Siehe die gelbe Chabad - Meschichisten Flagge im Hintergrund :-))




Alle Festivalphotos sind hier zu sehen:

http://bhol.co.il/forum/topic.asp?cat_id=4&topic_id=2672034&forum_id=771




Safed - Altstadt und Künstlerviertel



Synagoge


Nordisrael: Safed und seine Landschaft

Rabbi Nissim von Gerona

Seite aus dem Talmud Traktat Berachot (Segen)

B"H

Freie Übersetzung aus dem englischen Wikipedia

Rabbi Nissim ben Reuven, 1320 - 1380, von Gerona, Katalonien, war ein einflussreicher Talmudgelehrter als auch eine halachische Authorität. Er war einer der letzten großen spanischen Talmudgelehrten des Mittelalters.


Im Judentum werden großen Rabbiner oftmals nach ihren literarischen Veröffentlichungen wie nach diversen Namensakürzungen benannt. Rabbeinu Nissim wird in der talmudischen Fachsprache kurz "der RAN" genannt.
RAN = Abkürzung "Rabbeinu Nissim".


Der RAN wurde einst im katalonischen Barcelona geboren. Er war Physiker und besass ebenso Kenntnisse in der Astronomie. Sein Lehrer ist unbekannt. In seiner Werken jedoch verweist er auf einen "Rabbi Peretz" als Lehrer, doch wird allgemein vermutet, Rabbeinu Nissim habe bei seinem Vater, Reuven ben Nissim, gelernt. Bei dem RAN handelte es sich seinerzeit die größte halachische Authorität und aus aller Herren Länder sandten jüdische Gemeinden Fragen an ihn. Seine engsten Schüler waren der RIVASH (Rabbi Yitzchak ben Sheshet) sowie der Philosoph Chasdai Crescas.

Rabbeinu Nissim war kein Freund der Kabbalah und des Mysthischen und kritisierte den Ramban (Nachmanides), er täte der Mysthik zuviel Zeit widmen.

Sein bekannntestes Werk ist ein Kommentar zu Rabbi Alfassi's "Hilchot. Rabbi Alfassi war ebenso ein großer Talmudist, der bis heute unter dem Namen RIF bekannt geblieben ist.

Der RAN kommentierte ebenso den Talmud selbst, jedoch sind nur einige dieser Schriften erhalten geblieben.

Freitag, August 14, 2009

Schabbat Schalom

Der Baba Sali, Rabbi Israel Abuchzeira
Photo: Shira Bat Devorah

B"H


Der Tel Aviver Schwüle entkommen und für mindestens 2 - 3 Tage ins kühlere Jerusalem übersiedeln. Genau das habe ich heute nachmittag vor. Den Schabbat sowie das Wetter etwas geniessen, bevor es wieder heim nach TA geht. Überhaupt plane ich in der kommenden Woche zwei Tage Urlaub zu nehmen und einen Tag davon nach Sderot zu fahren. Auf dem Rückweg sind keine "Kriegserlebnisse" geplant, sondern ein Besuch in der Negevstadt Netivot am Grabe des großen marokkanischen Rabbi Abuchazeira; dem berühmten "Baba Sali". Bei Letzterem bin ich einmal gespannt, ob ich dort mit die einzige Aschkenazia sein werde und ob alle anderen Besucher vorwiegend sephardischer Herkunft sind.

Doch vorerst besteht der Schabbat und das Ausruhen bevor. Hoffentlich an einem schattigen Plätzchen.

"Schabbat Schalom" an alle Leser !

Donnerstag, August 13, 2009

Gründe für die Kopfbedeckung der jüdischen Frau

B"H

Beim Zusammenfassen der Gründe, warum eine jüdische verheiratete Frau eine Kopfbedeckung zu tragen hat, liess ich soweit außer Acht, dass ebenso geschiedene wie verwitwete Frauen gewöhnlich ihr Haar bedecken. Hierbei jedoch bestehen Ausnahmen. Es gibt sogar Rabbiner, wenn auch nur wenige, welche geschiedenen Frauen keine Kopfbedeckung anraten.

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Die allerersten Thorastellen, in denen die Kopfbedeckung einer verheirateten Frau erwähnt wird, finden wir in der Thoraparasha"Chayei Sarah" im Buch Bereschit (Genesis), 24:65 sowie in Numeri (Bamidbar), 5:18, wo es um die Prozedur der "Sotah" geht. Eine Prozedur, ausgeführt im Tempel, bei der eine verheiratete Frau dem Verdacht unterliegt, ein außereheliches Verhältnis zu unterhalten. Bei dieser speziellen Prozedur bei welcher die Kopfbedeckung der Frau abgenommen wird. Somit wissen wir, das eine verheiratete Frau eine Kopfbedeckung trug.
In Parashat "Chayei Sarah" geht es hingegen darum, dass Rivka (Rebekka) zum ersten Male ihrem Zukünftigen, Yitzchak, begegnet und sie dabei vorher ihr Haar bedeckt.

Der Talmud Traktat Ketubot 72 nennt mehrere Merkmale, wann sich ein Ehemann sofort und ohne Weiteres scheiden lassen kann. Bedeutet unter anderem, dass er bei einem dieser Gründe nicht die festgelegte Summe der Ketubah (Ehevertrag) an seine Ex zahlen muss.

- Wenn eine Ehefrau hinaus auf den Markt geht und dabei keine Kopfbedeckung trägt.
Weitere Gründe sind: Die Ehefrau spricht mit jedem anderen Mann. Sie schreit und verflucht lauthals ihre Mitmenschen. Die Nachbarn hören die lauten Schreie und bzw. die schimpfende Stimme. Wenn die Gattin dem Mann vorlügt, sie sei "rein" und danach haben beide Sex. Befindet sich eine Ehefrau im Status der "Unreinheit", heißt, sie hat ihre Periode oder war nach einer vorgeschriebenen Anzahl von Tagen noch nicht in der Mikweh (im Ritualbad), kann der der Gatte sofort beim Beit Din (rabbinischen Gericht) die Scheidung einreichen. Genauso wenn sie beim Backen keine Challah (vorgeschrieben Teigmenge, die früher an den Tempel ging und heutzutage verbrannt wird) nimmt. Ebenso wenn die Frau ihre Eide und Schwüre (hierfür gelten spezielle Halachot) nicht einhält.

Die Thora (in Numeri 5:18) verbietet einer verheirateten Frau mit unbedecktem Kopf hinauszugehen (auf den Markt).

Was aber bedeutet "hinaus auf den Markt" ? Muss sich eine Frau die Haare bedecken, sobald sie sich zum Markt aufmacht ?

Der Talmud beschreibt, dass "zum Markt" bedeutet, dass sobald eine verheiratete Frau in die Öffentlichkeit (hinaus vor die Tür) tritt, sie dies mit bedecktem Haupte zu tun hat. Die Talmudkommentatoren Raschi, Ritva sowie die Tosafot sagen, dass die Frau in den eigenen vier Wänden keine Kopfbedeckung tragen muss, sondern nur draußen vor der Türe. Hierzu sei anzumerken, dass die Mehrheit der heutigen relig. israelischen Frauen auch daheim eine Kopfbedeckung trägt. Nationalrelig. genauso wie haredische (ultra - orthodoxe) Frauen. Nur wenn sie allein mit ihrem Gatten sind, nehmen sie die Kopfbedeckung herunter.

Die Mischna (mündliche Gesetzesüberlieferung vom Berg Sinai) legt fest, dass eine Zuwiderhandlung der Frau ein Verstoß gegen die Thora des Moshe bildet. Oder mit anderen Worten: Die Frau handelt unanständig. Der Chazon Ish kommentiert hierzu, dass eine absichtlich nicht aufgesetzte Kopfbedeckung zu weiteren Fehlverhalten der Frau führt. Es wird, u.a., befürchtet, dass ein anderer Mann die Frau als Single ansieht, er sich an sie heranmacht und die Frau sogar zustimmt.

Der Rambam (Maimonides, 1135 - 1214) greift dieses Thema in seiner "Mischna Thora - Hilchot Ischut 24:11" auf. Eine verheiratete Frau, die sich öffentlich ohne Kopfbedeckung zeigt, handelt wider der Thora.

Im "Schulchan Aruch - Code of Jewish Law" (Even Ezer - Hilchot Ischut 21:2) finden wir dieselben halachischen Bestimmungen.

Viele fragen, was denn nun mit einer Konvertitin zum Judentum ist, die da nach ihrem Giur einen Juden heiratet. Selbstverständlich ist diese ebenso verpflichtet, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Was, wenn eine Konvertitin zum Judentum geschieden ist ? Heißt, sie war im vorherigen Leben als Nichtjüdin verheiratet und liess sich dann irgendwann scheiden.

Sie braucht keine Kopfbedeckung zu tragen, wenn sie nach dem Giur keinen Juden heiratete bzw. Single blieb. Die Ehe von vor der Zeit der Konversion zählt nicht im Judentum und demzufolge war sie nie verheiratet. Ergo, eine Kopfbedeckung ist nicht erforderlich.

Ich werde mich zu dem Thema noch etwas schlauer machen. Insbesondere was Witwen und jüdisch geborene geschiedene Frauen betrifft.

Manchmal kann das Thema jedoch recht heikel werden:

Eine Bekannte von mir wurde in chassidischen Synagoge öfters angemacht. Dort ist es für die Frauen selbstverständlich, dass jemand verheiratet ist. Wer ab einem gewissen Alter noch ohne Kopfbedeckung herumläuft, scheint irgendwie verdächtig.

Einmal kam eine chassidische Frau auf mich zu und meinte, dass meine Freundin doch bitte eine Kopfbedeckung tragen möge. Letztere aber war konvertiert und aus dem Leben vor dem Giur geschieden. Da ich nicht all die Privatangelegenheiten meiner Bekannten aufdecken wollte, meinte ich nur, dass sie halt geschieden sei. Die chassidische Frau aber beharrte auf ihrer Meinung und sagte, dass wenn eine verheiratete oder geschiedene Frau ihre Haare nicht bedecke, ihre Gebete nicht aufsteigen.

Von einer derartigen Meinung hörte ich offiziell noch nie, doch besteht eine Ansicht, dass eine verheiratete Frau nur mit Kopfbedeckung beten sollte !

Parashat Re' eh

Photo: Atlas of the Universe

B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Immer und immer wieder läßt G - tt uns durch Moshe im Sefer Devarim (Deutoronomy) wissen, wie wichtig es für Juden ist, Seine Mitzwot (Gesetze) einzuhalten. Halten wir sie ein, so geht es uns gut, wir leben in Wohlstand und Frieden und natürlich in unserem eigenen Land Israel. Halten wir G - ttes Gesetze nicht ein und wenden uns von Ihm ab, dann wird Er uns unter den Völkern verstreuen. Auch die Parashat Re' eh beginnt mit diesen Warnungen. Eine ganz wichtige Warnung, die von G - tt immer wieder in der Thora Erwähnung findet, ist der Götzendienst. Niemals sollen wir uns von dem EINEN alles regierenden G - tt abwenden und stattdessen anderen Göttern dienen.

Gleich zu Beginn der Parasha gibt uns G - tt einen Segen und einen Fluch, wobei natürlich der Götzendienst eine große Rolle spielt. Wenn wir Gutes tun, dann geht es uns gut und beim Gegenteil geschieht etwas Negatives. Der "Ohev Israel" (Rabbi Avraham Yehoshua Heshel von Apta) sowie Rabbeinu Bachya verweisen hierbei auf unsere individuelle freie Wahl im Leben. Als G - tt unsere Welt erschuf, kreierte Er uns so, dass wir selbst im Leben entscheiden können, was für Menschen wir werden. G - ttesfürchtig oder das Gegenteil. All das liegt in unserer eigenen Hand und wir haben dafür die Verantwortung zu tragen.

Der hier angesprochene Segen bezieht sich auf die Gnade G - ttes (Rachamim) und der Fluch wiederum bezieht sich auf den richtenden G - tt (Din). Mit eben jenen zwei "Charaktereigenschaften" erschuf Er auch die Welt (Rabbeinu Bachya). Vor allem die Kabbalah beschreibt das Zusammenspiel jener zwei Charaktereigenschaften. Hätte G - tt die Welt nur mit Gnade erschaffen, dann müsste Er dementsprechend nur Gnade walten lassen, was ein ausgewogenes Leben für uns unmöglichte. Wir könnten soviele Sünden begehen, wie wir wollen und bräuchten uns keinerlei Gedanken über Bestrafung zu machen, denn es herrscht ja nur Gnade. Hätte G - tt dagegen die Welt nur mit der richtenden Eigenschaft Din erschaffen, dann sehe es anders aus. Bei jedem sündhaften Gedanken werden wir sofort gerichtet und fallen auf der Stelle tot um.

Beides allein funktioniert niemals. Bestrafungen müssen gleichzeitig unter einer gewissen Gnade stattfinden und genauso muß in der Gnade auch eine Art Din vorhanden sein. Der große Kabbalist, Rabbi Yitzchak Luria, hat in seiner Lurianischen Kabbalah dieses Zusammenspiel von Rachamim und Din erst richtig begreifbar gemacht. Zusätzlich findet dieses Zusammenspiel innerhalb der Thora in verschiedenen Namen G – ttes Erwähnung.

Auch unterscheiden die Kabbalah genauso wie die Chassidut zwischen unterschiedlichen Leveln der Ausführung der Mitzwot. Manche führen sie nur aus, weil es so geschrieben steht, andere wiederum mit Freude und andere, weil sie gezwungen werden oder Angst vor Bestrafung haben. Wie sich sicherlich jeder denken kann, wird der Ausführung mit Freude die größte Belohnung beigemessen. Der Ohev Israel sowie Rabbi Elimelech von Lizhensk (im Buch Noam Elimelech) sagen uns, wie genau wir einen hohen Level bei der Mitzwot - Ausführung erreichen. Nämlich indem wir sie mit Kavanah (Konzentration) und Kedusha (reinen Gedanken) ausführen und nicht im gleichen Moment an unsere g - ttliche Belohnung denken. In dem Moment, wo ich, z.B., einem Mitmenschen helfe, sollte ich nicht die Belohnung im Hinterkopf haben oder daran denken, was mir das jetzt einbringt. Im Judentum heißt es, dass die Belohnung für eine Mitzwa immer eine neue Mitzwa ist.

G - tt gab uns das Land unter der Bedingung, dass wir Seine Gebote und Seine Thora einhalten. Kein anderes Land auf der Erde wurde einem Volk unter diesen Bedigungen gegeben. Rabbi Samson Raphael Hirsch schreibt, dass erst die Erfüllung der Mitzwot den Juden zu einem Ganzen machen und wir uns selbst anhand von jeder Mitzwa segnen.

Weiter heißt es in der Thora: "Und sollte unter euch ein Prophet oder ein Träumer auftauchen und euch Zeichen und Wunder tun, glaubt ihm nicht…. Er soll zum Tode verurteilt werden". Und weiter: "Glaubt selbst nicht euren Angehörigen, wenn sie euch zum Götzendienst überreden wollen".

Als ich das las, stellte ich mir die Frage, wie jemand denn zwischen einem richtigen Propheten und einem Schwindler unterscheiden soll. Theoretisch könnte die Aussage in der Thora auf fast alles zutreffen. Aber im Judentum richten wir neben der schriftlichen Thora genauso nach G - ttes mündlicher Überlieferung der Gesetze, der Mischna im Talmud. Und hier gibt uns, wie immer, die Mischna genaue Auskunft. Dort finden wir im Traktat Sanhedrin 89a die genaue Definition eines falschen Propheten:

Ein falscher Prophet ist jemand der prophezeiht, was er nicht gehört hat oder was ihm nicht gesagt wurde und somit soll er zum Tode verurteilt werden. Das Todesurteil soll vom Gericht (Sanhedrin) ausgesprochen werden.

Sollte dagegen ein Prophet seine Prophezeihung unterdrücken, jemand die Worte eines Propheten mißachten oder ein Prophet seine eigene Prophezeihung mißachten, so wird das Todesurteil von G - tt selbst ausgeführt.

Grundsätzlich wird im Judentum jemand als falscher Prophet angesehen, sobald dieser die Abschaffung oder die Änderung der Thora bzw. deren Gesetze predigt. Hinzukommen sogenannte Weissagungen, in denen jemand neue Gesetze der Thora hinzufügen will. Jegliche Änderungen aller Art sind biblisch verboten (siehe unter anderem Deutoronomy 18:20 oder 29:28). G – tt wies mehrmals in Seiner Thora darauf hin, dass niemals etwas geändert oder hinzugefügt werden kann.

Wenn also demnach jemand behauptet, G – tt habe ihm gesagt, dass dies oder das nicht mehr gelte, stellt sich derjenige automatisch selbst als Schwindler heraus (Raschi). Selbst ein richtiger Prophet darf niemals neue Gesetze hinzufügen (siehe Talmud Traktate Megillah 2b und Yoma 80a). Allerdings muß ich an dieser Stelle hinzufügen, dass es verschiedene halachische Ansichten darüber gibt, ob ein wahrer Prophet ZEITWEILIG und BEFRISTET das Thoragesetz außer Kraft setzen darf. Hierzu gibt es nähere Informationen bei Raschi, dem Rambam (Maimonides, 1135 - 1214) in der Mischna Thora – Hilchot Yesodei HaThora 9:3 und dem Talmud Yevamot 90b. Theoretisch könnte ein Prophet dies tun, doch NICHT im Fall in dem er zum Götzendienst aufruft.

Das Thema Propheten und Prophezeihungen nimmt im Judentum ein sehr weites Literaturspektrum ein. Vor allem Kabbalisten beschäftigen sich ausgiebig mit dem Thema, denn Prophezeihungen befinden sich auf unterschiedlichen Leveln. Nicht jede Prophezeihung ist gleich. Moshe, z.B., war der größte Prophet, den wir jemals hatten und kein weiterer Prophet erreichte jemals seine Größe. Er sah G – tt sozusagen von "Angesicht zu Angesicht" wogegen folgende Propheten nur Visionen in ihrer eigene Seele (Neshama) hatten. Aber auch andere Propheten unterscheiden sich maßgebend. Normalerweise ist eine Vision kein Bild oder ein Film, der sich vor einem abspielt, sondern alles vollzieht sich in der eigenen Seele, wo zugleich die Lösung mitgeliefert wird. Der Prophet kann also sofort seine "gesehenen Bilder" definieren. Andere Propheten glauben etwas zu sehen, doch kennen die Lösung nicht. Jeder ganz nach seinem Level. Der Rambam schreibt in seiner Mischna Thora – Hilchot Yesodei HaThora, Kapitel 7, dass nur ganz bestimmte Leute auf dem Level der Prophezeihungen sind. Jemand muß schon vollkommen religiös und weise sein. Die Chassidut verweist dabei auf den Zaddik (den Gerechten). Im Talmud heißt es, dass es seit der Zerstörung des Ersten Tempels keine Propheten mehr gibt. Viele Rabbis sind der Ansicht, dass es allerdings noch bis Bau Zweiten Tempels diverse Visionen gab. Nach dessen Zerstörung gehen wir von einer "Bat Kol", dem Echo einer himmlischen Stimme (siehe Raschi), aus.

Eines aber ist im Judentum von unendlicher Bedeutung und Rabbi Samson Raphael Hisch sowie der Rambam (Hilchot Yesodei HaThora) bringen es auf einen Nenner. G – tt ist nur ein EINZIGES "Wesen" und es gibt niemanden neben Ihm. Der Glaube an EINEN G – tt bringt einen Juden automatisch auf einen höheren Level, selbst wenn er nicht unbedingt alle anderen Mitzwot gleichzeitig einhält. Womit ich jetzt nicht sagen will, dass alle nur an einen G – tt glauben und den Rest nicht einzuhalten brauchen. Aber die Grundlage für einen Juden ist der Glaube an EINEN G – tt, der die Welt erschuf. Andererseits besteht das Judentum aus Taten und nicht allein aus Glauben.
Dieser Schabbat ist gleichzeitig "Schabbat Mevarchin", da am Sonntag Rosh Chodesh Elul ist. Somit wird also innerhalb des Schabbatg – ttesdienstes der neue folgende Monat gesegnet.

Schabbat Schalom

Dienstag, August 11, 2009

Wo finde ich als Jude meine Yiddischkeit ?

B"H

Wo und wie soll ich als Jude beginnen, G - tt näher zu kommen ?

Diese Frage ist vorerst nicht unbedingt darauf limitiert, ob ich jetzt religiös bin oder nicht. Zuerst einmal kommt stets der Wille, etwas Yiddischkeit lernen zu wollen, um so oder danach dem jüdischen Glauben näherzukommen bzw. auf dem erworbenen Wissen ein gewisses Maß an relig. Leben aufzubauen.

Der erste Schritt vieler Juden bedeutet immer einen RAHMEN zu finden. Wo passe ich hin, wo will ich sein, wo sehe ich mich in der Religion ? Bei welcher Richtung ?

Steht man noch ganz am Anfang, erst einmal mit dem Willen in Bezug auf Religion etwas zu tun, ist das Angebot meist überwältigend. In der Diaspora und gerade in Deutschland wohl weniger, denn derjenige, der Yiddischkeit erlangen will, geht in seine Gemeinde. Zu Chabad oder einer anderen orthodoxen Ausrichtung.
Welcher Schritt aber ist anzuraten, wenn jemand, zum Beispiel in Berlin oder Frankfurt wohnt und mindestens zwei Ausrichtungen zur Verfügung stehen hat ? Was dann ? Gehe ich zu Chabad, spricht, mache ich etwas Chassidisches oder gehe ich lieber einmal vorerst die "reguläre" orthodoxe Richtung lernen ? Nationalrelig. oder litvisch - haredisch ?

Die Kabbalah genauso wie der Chassidismus betrachten bei jedem Individualfall stets die "Seelenwurzel". Wo steckt die eigentliche Wurzel der Entstehung meiner Seele und genau da soll ich ansetzen.
Bedeutet im Klartext, dass nicht jeder Jude gleich ist. Der eine kommt dem Glauben näher, wenn er Chassidut lernt, der andere wenn er mit halachischem Basiswissen beginnt; Thora, Gesetze (Halachot) und einiges an Mussar (Ethik). Wobei ich klarstellen muss, dass der Beginn mit der Chassidut absolut nicht gegen die Halachot spricht. Leute in chassidischen Seminaren / Kursen lernen genauso viel Halacha wie jene in anderen orthodoxen Ausrichtungen. Gerade von litvisch - haredischen Juden wird seit jeher das Argument angebracht, die Chassidim täten spirituell herumschweben und kennen weder Halachot noch den Talmud. Diese Aussage hat jedoch nichts mit der Realität zu tun und ist nichts weiter als ein Vorurteil.

Jemandem, der mehrere Richtungen zur Verfügung hat, würde ich raten jede der Richtungen auszukundschaften. Zu den Chassidim gehen genauso wie zu den weiteren orthodoxen Richtungen. Schon nach einer Weile fühlt man sich an einem Platz dazugehörig und meint, dass es DAS sei. Hier will man lernen und bleiben.

Manche Leute behaupten, man solle nicht unbedingt mit dem Chassidismus beginnen, sondern mit dem grundlegenden Basiswissen. Das ist richtig, doch andererseits gibt es genauso Juden, die ausgerechnet anhand des Chassidismus der eigenen Religion näher kommen als anderswo. Je nachdem, wo die Seelenwurzel des Einzelnen liegt. Verurteilen sollte man deshalb niemanden, denn jeder von uns hat eine individuelle Ausrichtung.

Was aber, wenn man sich durch mehrere Ausrichtungen bewegt ? Einmal hier und einmal dort ? Ohne festen Rahmen ?

Ich hörte neulich eine junge Frau sagen, dass das dann ja wohl nichts sei. Man gehöre nirgendwo dazu und nehme sich halt das aus jeder Richtung heraus, was man mag.

Dem stimme ich teilweise zu, doch stellt sich die Frage, ob jemand immer irgendwo dazugehören muss. Vielleicht wenn die Frage nach der Suche des Ehepartners aufkommt, denn dann sollte die Person wissen, aus welcher Richtung der / die Zukünftige zu stammen hat.
Was aber spricht dagegen, wenn ich mehrere Variationen ausprobiere und dabei bleibe ? Mal gehe ich zu Chabad, dann zu Breslov, zu Vishnitz, zu Karlin. Dann schaue ich einmal bei den Nationalrelig. vorbei und morgen gehe ich in eine litvische Synagoge.

Hiermit beschreibe ich mein Leben. Ich bin einmal hier und dann wieder dort. Eine feste Gemeinde vermisse ich nicht, denn in Israel beinhaltet das Gemeindekonzept andere Inhalte. Man ist weniger an einen Ort, an eine Gemeinde gebunden und geht einmal dahin und dann wieder dorthin. Natürlich haben viele ihre Stammsynagoge, doch nichtsdestotrotz wird auch woanders vorbeigeschaut. Statt der Synagoge um die Ecke einmal in die Hauptsynagoge oder vielleicht in etwas Chassidisches oder Sephardisches.

Klar, besitzten wir in Israel eine Unmenge von Möglichkeiten, aber selbst in der Diaspora ist niemand frei von der Suche nach der für ihn passenden orthodoxen Ausrichtung. Wer halt in einer litvischen Gemeinde "festsitzt", aber im Grunde genommen den Chassidismus erlernen will und sich der Lehre verbunden fühlt, sollte nicht aufgeben und einen Weg finden. Internet oder einmal in chassidische Gefilde fahren. Die litvische Gemeinde muss deswegen nicht aufgegeben werden.

Ständig lerne ich derlei Suchende kennen und solltet Ihr momentan in Deutschland oder in irgendeinem anderen Land sitzen und nicht wissen wohin, dann lasst Euch gesagt sein, dass Ihr gewiss nicht allein auf der Welt seit mit Eurem "Problem".

Montag, August 10, 2009

"Teschuva" - Die Umkehr zu G - tt, Teil 2

B"H

Grundlage dieses Artikels ist, u.a., das Buch "Shaarei Teshuva" des katalonischen Rabbiners Yonah Gerondi, welcher ebenso ein Cousin des Ramban (Nachmanides) war. Rabbeinu Yonah verstarb im Jahre 1263 und sein berühmtestes Buch ist "Shaarei Teshuva - Gates of Repentance - Tore der Umkehr".

Schon vor dem eigentlichen Erschaffungsprozesses erschuf G - tt ein ganz besonderes Konzept: Das der Umkehr zu Ihm (Teshuva).
Unsere Welt ist auf "S'char veOnesh - Belohnung und Strafe" aufgebaut. Verhalte ich mich im Sinne G - ttes, werde ich von Ihm belohnt. Tue ich das Gegenteil, beschädige ich meine Seele, die dann auch noch bestraft wird. Ohne das "Teschuva - Konzept" wären wir gar nicht erst imstande, unseren, von G - tt gegebenen FREIEN WILLEN auszuüben. G - tt erschuf den Menschen so, dass dieser frei wählen kann, ob er auf guten oder weniger guten Pfaden wandeln will. Ich habe die Wahl, genauso wie ich die Wahl habe, zu G - tt zurückzukehren. Falle ich, d.h., sündige ich, kann ich immer wieder aufstehen und versuchen, es beim nächsten Male besser zu machen.

Niemand auf dieser Welt ist frei von Sünde !
Was "Teschuva machen" allerdings nicht bdeutet ist, sich vorher zu sagen: "Okay, ich sündige jetzt und nachher mache ich dann beruhigt Teschuva". Bedeutet, dass Konzept allein kann nicht ausgenutzt werden, denn die Umkehr muss von Herzen und mit reinen Gedanken der Einsicht erfolgen.

Vergehen, gegen die besonders leicht und unachtsam verstossen werden, sind, unter anderem, "Laschon HaRah - Üble Nachrede" oder wenn ich mich selbst oder meinen Nächsten verfluche bzw. beschimpfe.
Jedes einzelne Vergehen entfernt mich automatisch immer weiter von G - tt. Sobald ich jedoch auf den Pfaden der Umkehr wandele, nähere ich mich G - tt wieder.

Warum trägt das Buch des Rabbeinu Yonah Gerondi den Namen "Shaarei Teshuva - Tore der Umkehr" ? Eben weil es nicht nur eine einzige Art der Umkehr gibt, sondern mehrere. Heißt zugleich, es bestehen unterschiedliche Level der Teschuva. Je nach dem, auf welchem Umkehrlevel ich mich bewege, desto mehr oder weniger schaut meine Annäherung an G - tt aus.

Jeder Mensch hat seine eigene Teschuva sowie seine eigene G - ttesvergebung. Der eine Mensch ist von Natur aus anfälliger, dieses oder jenes Vergehen zu begehen; ein anderer wiederum besitzt viel mehr Stärke und Widerstandskraft gewissen Vergehen zu entsagen. Viele Male besiegt die Dummheit des Herzens einfach den Verstand und so kommt es nicht selten zu negativem Verhalten.

Im Judentum bzw. in der hebräischen Sprache übersetzen wir das Wort "CHET" nicht unbedingt mit Sünde, sondern vielmehr bedeutet es, dass derjenige sein Ziel verfehlt hat. Deswegen tue ich mich in meinen Beiträgen schwer, das Wort "Sünde" zu benutzen. Im Judentum verfehlt man sein Ziel und hat gleichsam die Möglichkeit, etwas zu bereuen und zu korrigieren. Mit dem christlichen Verständnis der Sünde hat das jüdische absolut nichts gemeinsam und darf hier nicht verwechselt werden !

Second International Jewish Bloggers Convention

The Second International Jewish Bloggers Convention

Presented by Nefesh B’Nefesh
Powered by WebAds

Sunday, September 13, 2009

http://www.JBloggers.org

Twitter: http://www.twitter.com/JBloggers #jbloggers


Dear Blogger,

We’d like to invite you to register for the upcoming Second International Jewish Bloggers Convention – “Uniting the Jewish Community through Social Media”, Presented by Nefesh b'Nefesh and Powered by WebAds.

The convention will be held in Jerusalem and Online on Sunday, September 13, 2009.

It will include workshops, panels, special guest speakers, the comedy of Benji Lovitt, and of course dinner (in Israel).

In Israel there will be a NIS 50 entrance fee.

You can view the convention schedule online and register at http://www.JBloggers.org.

You can participate in the twitter conversation at http://www.twitter.com/jbloggers #jbloggers .

Take this opportunity to once again meet your fellow bloggers, learn more about how to use the latest Social Media tools to improve your blogging and increase your readership, and find out how blogging is changing and affecting the Jewish community.


http://www.JBloggers.org

Twitter: http://www.twitter.com/JBloggers #jbloggers

Looking forward to seeing you there, it promises to be very interesting.
Stephen Leavitt
WebAds, LLC
Tel (US): 1-646-335-0335 x.101
Tel (Israel): 02-561-2262
Cell (Israel): 052-2776-374
steve@webads.co.il
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B"H

Ehrlich gesagt weiss ich nicht, ob ich mir diese Blogger Konferenz nochmals antue. Workshops, Benji Lovitt ... all das hört sich für mich furchtbar lahm an. Ich bin keiner von den Anglo - Comedy - Fans, die hier durch Jerusalem schleichen. Diese "Kilimnicks" und "Lovitts" sind alles andere als lustig und man muss schon Geduld aufweisen, um diese Leute zu ertragen, die da von sich meinen, so toll zu sein.

Selbstverständlich ist dies meine persönliche Meinung und niemand ist gezwungen, mit mir überzueinstimmen.

Hm, die "Special Guests Speakers" werden wieder ausgesuchte Leute sein, die die Klappe halten und brav alles nachplappern, was man ihnen vorher in den Mund legt. Die sogenannte "light" nationalreligiöse Anglo - Szene und ein wenig "Israel Matzav" (haredi light). Nichts Kontroverses, sondern alles eher langatmig und vorhersehbar.:-)

Ob es sich lohnt, deswegen nach Jerusalem zu fahren ?
We will see ...

Sonntag, August 09, 2009

"Teschuva" - Die Umkehr zu G - tt

B"H

Mit schnellen Schritten nähern wir uns dem Beginn des jüdischen Monat ELUL und neben den Namen G - ttes aus dem "Buch Kuzari" werden auch noch viele andere wichtige Themen zur Sprache kommen, die gerade auf den Elul zutreffen. Der Monat Elul, der gleichsam die Vorbereitung auf das jüdische Neujahrsfest Rosh HaShana darstellt. An jenem Tag, an welchem G - tt die gesamte Erde sowie Menschheit richtet. Nichtjuden am Rosh HaShana, Juden jedoch erst richtig am Yom Kippur (Versöhnungstag).

Mit dem Monat Elul sollten wir einmal beginnen nachzudenken, wo in diesem, fast ausklingenden Jahr, unsere Vergehen lagen und vielleicht, inwieweit wir in der Zukunft alles besser machen. Die erste Station der "Teschuva - Umkehr zu G - tt" ist stets die Einsicht, dass etwas falsch lief. Die zweite Station wäre, dass es einem Leid tut und man es aufrichtig bedauert.

Diese beiden Stationen klingen oft leichter gesagt als getan, denn schließlich muss der Mensch erst einmal bereit sein zuzugeben, dass etwas schiefgelaufen ist. Im religiösen Sinne gelten natürlich dabei die Thoramitzwot, welche G - tt den Juden gab. Für Nichtjuden gelten die Sieben Noachidischen Gesetze !

Zu Tempelzeiten brachte man bei Vergehen aller Art (ob absichtlich oder unabsichtliche Vergehen) ein Opfer. Seitdem der Zweite Tempel im Jahre 70 nach der Zeitrechnung von den Römern zerstört wurde, bleibt uns heute nur noch die aufrichtige Teschuva. Das Vergehen eingestehen, bereuen und es in Zukunft besser machen.
Gebet ist hierbei eine Hilfe, die sogenannten TIKUNIM (Seelenkorrekturen), welche anhand von Psalmen (Tehillim) entstehen sollen. Manche Leute fasten eine zeitlang, geben besondere Spendengelder (Zedakah) oder helfen ihren Mitmenschen.
Jetzt vor Rosh HaShana gibt es im Monat Elul besondere Gebete, die SELICHOT genannt werden. Sephardische Juden beginnen damit gleich am Monatsbeginn des Elul, aschkenasische Juden hingegen erst am Schabbatausklang vor Rosh HaShana. Mit dem Beginn der SELICHOT hören wir ebenso das SCHOFAR, Widderhorn, welches uns zur Umkehr aufrufen soll.

Umkehr zu G - tt ist das große Thema des Monat Elul und niemand sollte es so auf die leichte Schippe nehmen. Immerhin richtet G - tt die gesamte Menschheit am Rosh HaShana, was den Feiertag nicht nur zu einem jüdischen Feiertag macht. Wohin gegen der Yom Kippur ein absoluter jüdischer Feiertag ist.

Keiner kann sich also vor dem Neujahrsfest lossagen, denn es geht jeden etwas an. Wie ich schon unzählige Male zuvor anmerkte, besitzt gemäß dem Judentum JEDER Mensch ein Anrecht auf einen Platz in der Kommenden Welt. Egal, ob Jude oder nicht.
Wie der Platz allerdings im Endeffekt ausehen wird, bestmmen wir selbst mit unseren Handlungen. Weiterhin ist es ein jüdisches Konzept, dass das Judentum eine aktive Religion ist. Bedeutet, wir sollen etwas von G - tt Aufgetragenes, die Mitzwot, tun und nicht nur dasitzen und glauben. Der Glaube allein bringt uns nicht viel weiter, sondern die aktive Tat, G - ttes Willen auf Erden umzusetzen und somit den Völkern ein Beispiel zu sein.

Allgemein gilt der Grundsatz, dass die Teschuva meist irgendwie von G - tt anerkannt wird. Es gibt Ausnahmen, zu denen wir etwas später noch kommen und welche insbesondere der Rambam (Maimonides, 1135 - 1214) in seiner "Mischna Thora" beschreibt. Jene Vergehen, die einfach nicht vergeben werden können und der Betroffene die Konsequenzen tragen muss. Beste Beispiel: Hitler, Eichmann, Saddam Hussein; um nur einige zu nennen.

Wer zu Tempelzeiten ein Sündenopfer (ein Ascham oder ein Chatat) erbrachte, der schmiss nicht einfach nur sein Opfer auf den Altar und verliess den Tempel in dem Glauben, dass es das ja wohl gewesen sein muss; die Vergebung und so.
Wer schon damals seine Vergehen nicht ausgiebig bereute, dem nutzte auch das ganze Opfer nichts und es wurde von G - tt abgelehnt. Daher gilt: Zur Umkehr ist stets die Einsicht notwendig. Einsicht und das man die Tat bereut. Ohne die wirkliche innere Einstellung geschieht gar nichts; da kann das Opfer noch so toll sein.

Nicht, dass wir unbedingt ein Opfer auf dem Altar benötigen. Jeder Mensch kann zu jedem Zeitpunkt zu G - tt umkehren. Diese Umkehr wird im Judentum gerne mit "relig. werden" verwechselt. Teschuva machen bedeutet nicht gleich relig. zu werden und ab heute auf Haredi (Ultra - Orthodox) zu machen. Ganz und gar nicht. Vielmehr ist die Teschuva ein innerer Prozeß, bei dem ich gewisse Taten / ein gewisses Fehlverhalten bereue und versuche, in Zukunft alles positiver zu gestalten. Ich kann durch den Prozeß besonders relig. werden, muss es aber nicht.

Der Rambam schreibt in seiner "Mischna Thora - Hilchot Teschuva 1:3", dass ein Teschuva Prozeß ohne Tempel stattfindet. Selbst dann, wenn jemand sein gesamtes Leben lang sündigte, kann er mit seinen letzten Atemzügen in dieser Welt noch zu G - tt umkehren.
Im nachfolgenden Paragraphen 1:4 jedoch macht der Rambam ausdrücklich darauf aufmerksam, dass manche Vergehen sofort und andere wiederum erst nach einem längeren Zeitraum von G - tt vergeben werden. Es versteht sich von selbst, das in beiden Fällen die falsche Handlung bereut werden muss. Es kann vorkommen, dass man etwas Falsches tut und es sofort bereut. Andere Vergehen können einem Juden erst am Yom Kippur vergeben werden. Dann wieder existieren Vergehen, die gar nicht vergeben werden.

Wie man sich selbst am besten vor einer Wiedeholung des Vergehens bewahrt ?


Indem man sich erst gar nicht mehr der Gefahr einer Wiederholung aussetzt. Genauso wie bei Ex - Junkies, die sich nicht mehr an jene Orte begeben sollten, an denen sie Drogen nahmen.

Yahrzeit - Kerzen an jüdischen Gräbern

B"H

Jemand fragte mich neulich, ob es stimme, dass jüdische Gräber stets ein Fenster enthalten.
Was, werden sich jetzt Einige fragen: "Ein Fenster" ? Wozu denn das ?
Offensichtlich wird auf dem Jerusalemer Ölberg Touristen erklärt, jüdische Gräber besitzen ein kleines Fenster, damit "die Seelen nach dem Tode durch das Fenster in den Himmel aufsteigen" oder so ähnlich.

Ich hatte davon noch nie gehört und fragte einen Karliner Chassid.
Der wiederum lachte sich halb tot als ich ihm das untere Photo zeigte. Schmunzelnd meinte er, dass es sich bei den Öffnungen nicht um Fenster handele, sondern um kleine Nischen für die "Ner Zikaron - eine (Yahrzeit)Kerze, die man für den Toten aufstellt".

Ich wundere mich jedesmal, welche idiotischen Ideen als Fakten zum Judentum verkauft werden. Wenn ich mir manche nichtjüd. Reiseleiter so anhören, was sie ihren Gruppen mitzuteilen haben, dreht sich mir nicht selten der Magen um.



Die Öffnungen sind keine Fenster, sondern man schiebt eine Erinnerungskerze hinein !

Photo: Heplev

Freitag, August 07, 2009

Schabbat Schalom


B"H

Wieder einmal kurz ausgedrückt:

"Schabbat Schalom - Gut Schabbes" allen Lesern.

Anstatt wie besessen auf den Schabbat vorzubereiten (kochen, putzen, etc.) sollte ein jeder sich zwischendurch die Zeit nehmen, zu relaxen und auch einmal die spirituelle Seites des Ruhetags anzugehen.
Das ist immer noch besser als in der Synagoge fast vor Erschöpfung einzuschlafen. Ich spreche da aus Erfahrung. :-)

Am Nachmittag fahre ich nach Jerusalem und am Schabbat selbst werde ich nach wochenlanger Abstinenz einmal wieder in Mea Shearim sein. Schauen,wie die Demo - Situation ist.

Viele chassidischen Rebbes befinden sich im Sommerurlaub, doch der Belzer Rebbe hält fast immer seinen Tisch ab. Beginn: 23.00 Uhr, Ende: ca. 1.00 Uhr früh.

Donnerstag, August 06, 2009

Der "Scheitel - Krieg"

Photo + Artikel: Kikar Shabbat


B"H

Manchmal frage ich mich tatsächlich, ob es nichts Dringlicheres auf der Welt als die Rechtmässigkeit eines Scheitels (Perücke) anzuzweifeln. Ist nichtjüdisches Haar, welches zur Perückenherstellung verwendet wird nun koscher oder nicht ? Unter jenen, die sagen, es sei durchaus koscher ist der Vilna Gaon. Andere Rabbiner sehen das heutzutage nicht mehr so, denn die Perückenherstellung habe sich verändert.

Eine verheiratete, geschiedene oder verwitwete jüdisch religiöse Frau muss ihre Haare bedecken. Vorwiegend haredische (ultra - orthodoxe) Frauen tun dies anhand einer Perücke, welche in der Jiddischen Sprache auch "Scheitel" genannt wird. Nationalrelig. Frauen sowie jene, der der chassidischen Gruppe Breslov angehören, bedecken ihr Haar nicht mit einem Scheitel, sondern lediglich mit einem Hut oder einer Midpachat (links im Bild).

Ich muss gestehen, dass ich mit dem Thema wenig auseinandersetze, eben weil ich Single bin und das Problem nicht habe. Wenn ich verheiratet wäre, dann täte ich mich ebenso für die moderne Form eines Hutes entscheiden, denn warum sollte ich mein Haar mit anderem Haar (entweder Kunsthaar oder eine Perücke aus echtem Haar) bedecken ?
Ich finde eine Perücke einfach ekelhaft. Außerdem ist sie teuer und muss ständig beim Perückenmacher gepflegt / gesäubert werden. Da bildet ein Hut die einfachere Alternative.

Natürlich ist es für mich leicht, solch eine Aussage zu machen, denn ich bein kein Teil der haredischen Gesellschaft mehr. Und ich komme immer mit den altbekannten Argumenten daher, dass es Haredim gibt, die da mit offenem Shirt, ggf. Sandalen und aufgerollten Ärmeln herumlaufen, während ihre Frauen mehr als zugeknöpft anständig herumlaufen müssen. Wieso sollte ich mir das antun ?

Andererseits verstehe ich den Sinn und Zweck innerhalb der haredischen Gesellschaft. Es bestehen dort halachische sowie gesellschaftliche Gründe.
Der ehemalige sephardische Oberrabbiner Ovadiah Yosef lehnt die Scheitel komplett ab und die Frauen der chassidischen Toldot Aharon hassen Perücken wie die Pest. Sie scheren sich die Haare vom Kopf und setzen eine Yasameh (Kopftuch) auf.

Toldot Aharon Frauen. Nicht nur diese Frauen scheren sich ihre Haare vom Kopf, sondern ebenso die Mehrheit aller chassidischen Frauen (außer Chabad und Breslov).

Seit Jahren läuft die Scheiteldiskussion in Israel und immer wieder laufen Hetztiraden gegen die Perücken hergestellt aus nichtjüdischem Haar. Bei Chabad trägt die Frau, soweit mir bekannt ist, nur Kunsthaarperücken und somit ist wenigstens Chabad von dem Thema befreit.:-)

Persönlich denke ich, dass es wichtigere Probleme innerhalb des Judentum gibt als darüber zu zoffen, welche Perücke nun koscher ist und welche nicht. Und schert sich G - tt darum, was ich für eine Perücke trage ? Die Haare bedecken, okay, aber wieso soll man solch eine immense Summe für eine Perücke aufwenden und hinterher wird einem dann gesagt, dass diese unkoscher ist und jetzt in den Müll geworfen wird.


Meine Lösung für alle zionistisch Eingestellten:



Links:

Cover your Hair

Headcoverings by Devorah

Parashat Ekev פרשת עקב

Auf die Schönheiten der Welt konzentrieren

B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Nachdem die vorherige Thoralesung, Parashat Va'etchanan, mit dem "Schema Israel" endete, teilt uns nun Moshe mit, welche Auswirkungen es hat, wenn wir die Mitzwot (Gesetze) einhalten. Wenn wir es tun, wird G - tt Seinen Bund mit uns aufrecht erhalten und uns mit Güte (Chesed) richten. Wir, sowie das Land Israel werden erfolgreich sein und die Nationen schauen zu uns auf.

In der heutigen Zeit haben wir uns schon zu sehr an das Gegenteil gewöhnt und einmal hörte ich einen Rabbi bei einem Schiur (Vortrag) sagen, dass es wirklich Zeiten gab, in denen alle Völker zu uns aufschauten und wir ihnen ein Beispiel waren. Vor allem in der Zeit König Salomons. Alle Schiurteilnehmer schauten entgeistert auf den Rabbi, so als könnten sie es nicht fassen.

Israel ist das einzige Land auf der Welt, welches komplett von G - tt abhängig ist. Halten die Juden die Mitzwot, so wird Israel mit Erfolg gekrönt. Wendet sie sich hingegen von Ihm ab, dann muß Israel (die Juden) die Konsequenzen tragen. Außerdem kommentiert der Ramban (Nachmanides) zur Parashat Bereshit (Genesis), dass G - tt die Thora mit der Beschreibung des Erschaffungsprozesses begann. Warum tat Er dies und begann die Thora nicht mit einem anderen Inhalt ? Von Beginn an machte G - tt allen Menschen klar, dass Ihm die ganze Welt gehört und die Völker sollen Israel (die Juden) nicht beschuldigen, das Land Israel von anderen geklaut zu haben. Von Anfang an gab sprach G - tt das Land Israel den Juden zu und dies wird bis in alle Ewigkeit so bleiben. Demnach kann kein Volk behaupten, wir Juden hätten uns irgendetwas willkürlich angeeignet.

Für alles müssen wir in Israel beten und dürfen es nie als selbstverständlich ansehen. Sogar um ausreichenden Regen müssen wir G - tt bitten, was wir täglich im "Shema Israel - Gebet" und im Winter in der Amidah tun. Rabbi Samson Rapahel Hirsch schreibt, dass das Einhalten der Mitzwot uns persönlichen Wohlstand beschert und uns überhaupt erst am Leben erhält. Unsere Mission sei, G -tt näher zukommen, denn Juden haben immer eine spezielle Verbindung mit Ihm. Wir sollen G - tt aus Liebe und aus Angst (Ehrfurcht) dienen. Der Kommentar zum Deutoronomy (Sefer Devarim), Sifre - Piska 32, unterscheidet zwischen den zwei Arten G - tt zu dienen. Derjenige, der G - tt aus Liebe heraus dient, erhält eine doppelt so hohe Belohnung als jener, der nur alles aus Angst tut.

Immer wieder aufs Neue werden wir daran erinnert, G - tt für alles zu danken. Vor allem für unsere täglichen Bedürfnisse wie die Nahrung. In Parashat Ekev finden wir einen ganz wichtigen Teil aus dem Birkat HaMazon (Grace after the Meal), welches wir nach dem Brotessen beten. "Und Du hast gegessen und Du bist gesättigt und Du sollst G - tt, der Dir das Land gab, segnen - Ve'achalta ve'sawata u'verachta et A - do - nai E - lo - he- cha al Ha'aretz ascher natan lach".

In der Halacha (im Shulchan Aruch) ist verankert, dass Juden vor jeglichem Essen und Trinken immer einen Segensspruch sagen. Aber nicht nur vorher, sondern auch nachher. Wer Hunger hat, der ist zu jeder Zeit bereit, einen Segen zu sagen. Alles ist egal, Hauptsache es gibt etwas zu Essen. Aber hinterher, wenn man gesättigt ist, vergißt man G - tt sehr schnell, denn man braucht ja nichts mehr. Aber genau dann sagen wir einen weiteren Segensspruch, welcher viel schwerer zu sagen ist als derjenige vor dem Essen. Eben weil man gar kein eiliges Bedürfnis mehr hat.

Im Talmud Traktat Sotah 5a steht, dass wir niemals arrogant werden sollen. Immer müssen wir vor Augen haben, dass wir niemals allein existieren können und von G - tt abhängig sind. In Sotah wird der Berg Sinai als Beispiel aufgeführt. Warum gab G - tt den Juden die Thora ausgerechnet an dem kleinen Berg Sinai ? Hätte es nicht ein größerer beeindruckenderer Berg sein können ? Vom Talmud und der Midrasch lernen wir, dass alle Berge sich darüber stritten, auf welchem Berg G - tt die Thora vergeben könne, nur der kleine Berg Sinai schwieg. Mit seinem Schweigen wurde er von G - tt belohnt und für die große Aufgabe auserwählt, was uns lehrt, dass auch wir nicht immer angeben müssen, sondern manchmal eher durch Schweigen glänzen. Und warum ist die Arroganz G - tt so verhaßt ? Einfach weil ein arroganter Mensch niemals zugibt, etwas Falsches gemacht zu haben und sich hinterher beschwert, dass G - tt ihn bestraft. Zur Einsicht kommt er nur selten, was wahrscheinlich von der Art der Bestrafung abhängt.

Was manche im Judentum als lästig ansehen, ist die lange Prozedur des Brotessens. Vor jedem Essen waschen wir uns grundsätzlich die Hände und vor dem Brotessen findet dies rituell statt. Man nimmt das sogenannte Natlah, ein spezielles Gefäß und wäscht sich in einer vorgeschriebenen Art und Weise die Hände. Danach haben wir den Brauch, nicht zu sprechen, sondern erst den Segen ueber das Brot zu sagen. Üblicherweise wird jedesmal ein wenig Salz auf das Brot gestreut, was uns an Tempelzeiten erinnert.

Religiöse Juden essen zu jeder Hauptmahlzeit Brot, um diese Mitzwot (Händewaschen und Birkat HaMazon) auszuführen. Egal, was sich auf dem Tisch befindet, wenn es Brot gibt, werden immer erst rituell die Hände gewaschen uns es muss das Birkat HaMazon gesagt werden, welches Ihr in jedem Sidur (Gebetbuch) findet oder im Internet herunterladen koennt. Im Schulchan Aruch - Orach Chaim 185:1 heißt es, dass das Birkat HaMazon in jeder Sprache gebetet werden kann. Das Gebet ist übrigens eine Mitzwa aus der Thora (Deutoronomy 8:10). Es beinhaltet drei biblische Segen, nämlich den Birkat HaZan, den Birkat HaAretz für das Land Israel und den Birkat Yerushalaim (siehe auch Shulchan Aruch - Orach Chaim 192:1).

Sitzen mehr als drei Männer am Tisch, so wird vor dem Birkat HaMazon der Birkat HaZimun gebetet (Rabbotai Nevarech….). Im Shulchan Aruch ist festgelegt, dass das Birkat HaMazon immer an jenem Platz gesagt werden muss, an dem derjenige aß. Heißt, er kann sich zum Gebet nicht einfach woanders hinsetzen (siehe auch die Mischna im Talmud Berachot 51b).

Im Judentum gibt es keine einzige Mahlzeit, vor der nicht ein Segen gesprochen wird. Egal, ob es nur ein Eis oder eine Cola ist. Für alles sollen wir G - tt danken. Für alles gibt es unterschiedliche Segen, wie für Brot, Kuchen, Früchte, Obst, Reis oder Getränke. Auf jeder Yeshiva (relig. Schule) lernt man sofort die Berachot (Segen) und wer relig. aufwächst, dem ist das sowieso geläufig. Ich kenne viele relig. Familien, da kennen die Dreijährigen schon alle Berachot.

Wie wichtig das Land Israel ist, beweist die chassidische Story, die ich einmal von Rabbi Mordechai Machlises Ehefrau Henny hörte:
Einmal kam ein Mann zu einem berühmten Rebbe und erzählte ihm, dass er in Israel gewesen sei. Dort gebe es Straßen aus Marmor und alles sei voll kostbarer Edelsteine. Tief beeindruckt fuhr auch der Rebbe nach Israel, aber alles was er sah, war Müll auf den Strassen und stinkende Abwasserkanäle. Enttäuscht kam er heim und fragte den Mann, wo denn das Marmor gewesen sei.

Der Mann schaute den Rebben ungläubig an und meinte "Was, Du hast es nicht gesehen" ?
Entsetzt zog sich der Rebbe für mehrere Wochen in sein Arbeitszimmer zurück und meditierte. Wie konnte das sein; ein einfacher Mann hatte die Schönheit und Spiritualität Israels gesehen und er wa außerstande gewesen ?

Die Geschichte will uns sagen, dass auch wir an uns arbeiten sollen, um die wahre Schönheit Israels zu sehen und nicht nur unsere ganze Aufmerksamkeit dem Oberflächlichen oder Negativem widmen.

Schabbat Schalom

Wissenschaft & Judentum

B"H

Sehr häufig bekomme ich in der letzten Zeit Anfragen zu allen möglichen Themen und auf der linken Blogseite oben findet Ihr ein Google Kästchen, mit Hilfe dessen Ihr Themen in diesem Blog suchen könnt. Zu vielen Themen schrieb ich schon Artikel, doch manchmal ist es wirklich notwendig, auf diese vielleicht nochmals hinzuweisen.


An die Evolution, wie eine Leserfrage lautete, glaubt das orthodoxe Judentum NICHT !!!
Weiterhin schliessen sich Wissenschaft und Thora nicht gegenseitig aus, sondern gehen Hand in Hand !

So auch auf das Thema "Wissenschaft & Judentum":

Zurück zum Ursprung, Teil 1

Zurück zum Ursprung, Teil 2

Das Alter der Welt

Parallele Universen

Mittwoch, August 05, 2009

Der KUZARI zu den Namen G - ttes, Teil 2

B"H

Nicht, dass ein jeder inmitten eines Gebetes angestrengt darüber nachdenken soll, was nun dieser oder jener Name G - ttes bedeutet bzw. welche Absicht G - tt damit erfüllt. Beten wir nun gerade zu einem richtenden oder zu einem gütigen G - tt ? Oder vielleicht zu einem G - tt, der gleichzeitig beide Charaktereigenschaften vertritt: gütig sowohl als auch richtend ?

Bestes Beispiel hierfür sind recht viele Gebete am Yom Kippur (Versöhnungstag), wenn wir, ich glaube es ist im letzten, im Ne'ilah Service, laut ausrufen: "Hu A - do - nai, Hu Ha - E - lohim !" Ein Ausruf zum gütigen als auch zum richtenden G - tt.

Bevor ich zum Buch "Der Kuzari" von Rabbi Yehudah HaLevi (1075 - 1141) komme, eines vorweg: Der Name "A - do - nai" steht allgemein für einen gütigen und der Name "E - lohim" für einen richtenden G - tt. In der Thora sehen wir jedoch genügend Beispiel, in denen beide Namen zusammen genannt werden.

Und noch eines:

Laut der Halacha ist das Aussprechen der Namen G - ttes, es sei denn im Gebet, beim Thorastudium oder während eines relig. Unterrichtes verboten. Zum Beispiel sagt man ansonsten "Elokim" anstatt E - lohim" oder "HaShem - Der Name" anstatt "A - donai".
Außerdem müssen Schriften, welche den Namen G - ttes enthalten, in einer vorgeschriebenen Art und Weise vernichtet werden. Entweder verbrannt, in der Erde "beerdigt" oder man gibt die Schriften in eine "Genizah - relig. jüd. Einrichtung zu eben jenem bestimmten Zweck". Einfach so in den Müll schmeisst man nicht, auf dem sich der vollständige Name G - ttes befindet und deswegen schreibe ich Seine Namen hier in einer Weise aus, welches keines der Gesetze verletzt und selbst wer sich diesen Artikel ausdruckt, kann ihn hinterher, falls notwendig, ohne Genizah etc. entsorgen.

Fast zu guter Letzt:

Details und Hintergrund zum "Kuzari" gibt es im weiteren Verlauf. Ebenso dazu, wer die Khazaren waren und warum, z.B., viele Moslems behaupten, die Juden seien keine richtigen Juden, sondern vielmehr handele es sich um die Nachfolger der Khazaren.
Ursprünglich handelte es sich bei den Khazaren um Türken, welche sich in der Gegend des Kaukasus niedergelassen hatten.

Benutzte Quellen: "Der Kuzari" - Übersetzung vom arabischen Original ins Hebräische von Rabbi Yosef Kapach (einem ehemaligen führenden jeminitischen Rabbiner) sowie "The Kuzari" ins Englische übertragen von N. Daniel Korobkin.

Im "Kuzari" geht es allgemein darum, dass der König der Khazaren mit jeweils einem moslemischen, jüdischen sowie christlichen Gelehrten spricht und Fragen stellt, um so die richtige Religion herauszufinden. Der Jude gwinnt und die Khazaren traten allesamt zum Judentum über.
Die Konversion der Khazaren ist eine historische Tatsache, welche sich vor mehr als 1000 Jahren ereignete.

"DER KUZARI" - Kapitel 4

Der jüdische Gelehrte erklärte dem König der Khazaren den G - ttesnamen "E - lohim". Hierbei handele es sich um den Namen eines Herrschers sowie eines Richters. In der Thora wird der Name mehrere Male auch als "Herrscher über das Universum" verwendet. Ein Herrscher über die Planeten genauso wie über die Natur.

All dieses wurde von G - tt erschaffen und wieso sollte Er es nicht vollkommen beherrschen ?
Der Name E - lohim steht in der Pluralform, da die einstigen götzendienerischen Völker ihre Statuen aufstellten und hinterher glaubten, dass jede dieser Statuen eine bestimmte spirituelle Energie von den Sternenkonstellationen sowie anderweitigen Kräften erhalte. Jede dieser einzelnen Kräfte wurde "E - loah" genannt und der Plural davon war "E - lohim". Zum Beispiel glaubten die Menschen, dass Sonne und Mond über sie und die Erde herrschen.
Allerdings scheiterten die Völker daran, die einzige wahre Quelle der Schöpfung zu erkennen. Eine Kraft, welche sämtliche anderen Kräfte beinhaltet. Die Generation des Enosch (Enosch war ein Enkel von Adam HaRishon - dem ersten Menschen) verfiel dem Irrtum, dass G - tt zwar alles erschuf, doch Er sich nachher anderen Dingen zuwandte und die Sternenkonstellationen uns und die gesamte Erde beherrschen liess.

Der einzige wahre Name G - ttes, welcher ebenso die Wurzel aller anderen Namen darstellt, ist "Yud - Heh - Vav - Heh", der Name "Havayah". Da wir nicht wissen, wie genau der Name ausgesprochen wird, sagen wir im Gebet "A - donai" und ansonsten "HaShem" (wie oben angegeben). Dieser Name beschreibt als einziger G - ttes Wesen, wobei wir nicht wissen, was das eigentlich ist: "G - ttes Wesen".
"Wie kann ich jemanden erkennen, dessen Wesen unerfassbar, unbegreifbar und unendlich ist ? Dessen inneres Dasein nur durch seine Taten erkannt werden ?"
Genau um ein solches Wesen handelt es sich bei G - tt.

Fortsetzung folgt !________________________
Die Bedeutung der Namen G - ttes im "Schema Israel" - Gebet

Die Maske G - ttes

Die "Kommende Welt" und die "Wiederauferstehung der Toten"

B"H

Da ich immer wieder Leserfragen erhalte, hier ein paar Links zu einigen der gefragtesten Themen:

Die "Kommende Welt - Olam Habah". Wer kommt hinein und wer nicht !

Die Wiederauferstehung der Toten

Dienstag, August 04, 2009

Der KUZARI zu den Namen G - ttes, Teil 1

B"H

In etwas mehr als zwei Wochen beginnt der jüdische Monat ELUL. Der Elul hat ganz bestimmte Bedeutungen; unter anderem beginnt mit ihm die Zeit der Teschuva (Umkehr zu G - tt). Vor dem jüd. Neujahrsfest Rosh HaShana soll ein jeder sich darauf besinnen, was er in diesem, bald ausklingenden Jahr falsch machte, und gleichzeitig darüber nachdenken, wie es im Neuen Jahr besser laufen kann. Zumindest vom relig. Standpunkt her betrachtet.

Im Chassidismus besteht das Konzept "HaMelech baSadeh - der König ist im Feld". Bedeutet: In keinem anderen Monat ist G - tt so nahe und zugänglich wie im Monat Elul (in diesem Jahr beginnend am 20. August).

Die Kabbalah erzählt uns von Gebeten und die Zusammenführung unserer materiellen mit den oberen spirituellen Welten, wenn wir nur genügend Einsicht und Umkehr zeigen. Unendlich wichtig im Gebet sowie in der gesamten Thora sind allerdings die sogenannten Namen G - ttes. Nicht, dass ich hier auf alle 70 davon eingehe, stattdessen nenne ich nur einige wenige als Beispiel. Wer die Namen G - ttes und deren Sinn versteht, der versteht Thora und Gebete viel besser und kann G - tt näher sein.

Vor einiger Zeit schrieb ich schon einmal einen Artikel zum G - ttesnamen E - LOHIM, der da so oft von christlichen Missionaren falsch interpretiert bzw. ausgenutzt wird. Im Buch "DER KUZARI" (von Rabbi Yehudah HaLevi) fand ich einige zusätzliche Erläuterungen zu den bekanntesten Namen G - ttes und genau darauf werde ich ab morgen etwas tiefer eingehen. Nicht, dass wir stets mit dem Sidur in der Hand beten und diverse etwas gedankenlos Namen dahinsagen; vielmehr ist es wichtig, auch zu verstehen, worum es geht. Genauso wie beim Thorastudium.

Hier vorerst der "alte" Artikel und ab morgen geht es dann in einem separaten Artikel um die Namensdarstellung im KUZARI.


Nicht nur einmal kam ein christlicher Missionar auf mich zu und verkündete stolz sein angebliches Wissen über die jüdische Religion. Sich brüstend wollte er die für ihn richtige Interpretationen in der Thora erkannt haben.

Hier nur zwei Beispiele:

Was bedeutet es, wenn die Thora sagt, dass G - tt den Menschen in Seinem Ebenbild erschuf ?

Der Rambam im Moreh Nevuchim (Guide of the Perplexed), Rabbi Chaim von Volozhin (Buch: Nefesch Chaim) und viele andere geben darüber in bemerkenswerter Weise Auskunft.
Zu Unrecht stellen wir Menschen uns einen menschlichen G - tt vor, denn unser begrenzter Verstand ist nur in der Lage, Dinge gedanklich zu erfassen und zu begreifen, die menschlich vorstellbar sind. Leider haben viele Leute Probleme mit dem eigentlichen G - tt, der keinerlei menschliche Eigenschaften oder Form besitzt und unendlich ist.

"In Seinem Ebenbild heißt", dass G - tt uns mit einem Verstand, Intellekt und Gewissen ausgestattet hat. Es heißt
keinesfalls, dass G - tt menschlich ist und wir genauso ausschauen wie er.

Nur wir Menschen allein haben die Eigenschaft, dass wir Ihm näher kommen können und Seine Mitzwot (Gesetze) erfüllen.
Eine andere Fehlinterpretation ist einer der Namen G - ttes: E - LOHIM

Die
Fehlinterpretation liegt darin, dass Leute meinen, E - LOHIM sei in der Mehrzahl geschrieben und folglich gibt es mehrere Götter. Christliche Missionare sehen sich das in ihrer Behauptung bestärkt, dass J., G - tt und der so genannte
Heilige Geist ein und dieselbe Person seien.

Falsch, denn E - LOHIM ist tatsächlich im Plural geschrieben, bezieht sich jedoch nur auf den EINEN unendlichen G - tt, der alles erschuf.

Woran sehen wir das ?

Zuerst einmal scheinen Missionare oder andere, die diese Missinformation unterstützen, keinerlei Hebräischkenntnisse zu besitzen, sonst wuerden sie sehen, dass nach E - LOHIM das folgende Verb IMMER im Singular steht.

Beispiel:

E - LOHIM tut etwas, E - LOHIM erschuf die Welt und Er
schuf die Menschen. Wer den Satz zuende liest, der bemerkt, dass es sich im hebräischen Original um den Singular handelt.

Warum steht E - LOHIM also überhaupt im Plural ?

Laut den Kommentatoren Ibn Ezra, Ohr HaChaim,
Rabbi Chaim von Volozhin, Rabbeinu Bachya und vielen vielen anderen bezieht sich die Mehrzahl auf die unterschiedlichen Kräfte G - ttes. Jene Kräfte führt uns
die Kabbalah als die sogenannten Sefirot (Charaktereigenschaften) vor Augen.

Beispiel:

Wie reagiert G - tt ? Mit Güte oder mit einem strengen
Gericht ? Wie erschafft Er etwas ? Mit Weisheit und Verstehen ?

Die Kräfte (Sefirot) G - ttes sind teilweise in der Thora erwähnt, werden jedoch ausführlich im Talmud erklärt, was aber nicht heißt, dass G - tt auf jene zehn Kräfte limitiert ist. Keineswegs, denn als unendliches Wesen ohne Form besitzt
Er viele zusätzliche Kräfte, die wir Menschen gar nicht imstande sind zu erfassen geschweige denn zu definieren.

Die Synagoge des Rabbi Natan Kopschitz

B"H

Dieses Photo eines "Hachnasat Sefer Thora - Empfang einer neugeschriebenen Thorarolle" erhielt ich heute per e - mail. Hierbei handelt es sich um die Synagoge des litvischen Rabbi Natan Kopschitz in Beit Shemesh, in welcher am Sonntag eine neue Thorarolle eingeweiht worden ist.

Besonders der "Aron HaKodesch - Thoraschrein" ist sehr schön anzuschauen.



Montag, August 03, 2009

Tu Be' Av - 15. des Monat Av


B"H

Morgen abend (Dienstag) + Mittwoch feiern wir Tu Be' Av, den 15. des jüdischen Monat Av.


Tu Be' Av ist der sogenannte "Tag der Liebe" und in der heutigen Zeit vergleichbar mit dem Valentinstag. Obwohl der Valentinstag auch in Israel gefeiert wird, hat der talmudische Tu Be' Av immer einen ganz besonderen Touch; schon allein aufgrund seines Ursprungs zu Tempelzeiten und seinen Bräuchen.

An jenem Tag pflegten die jüdischen Singles in die Felder zu gehen und nach einer Braut bzw. einem Bräutigam Ausschau zu halten. Der Talmud erklärt uns die genaue Prozedur und vergleicht den Tu Be' Av mit Yom Kippur. In der Mischna im Traktat Taanit 26b sowie in der Gemara in Taanit 30b und Bava Batra 121a heißt es, dass Israel keine so freudenreiche Tage wie den Tu Be' Av und Yom Kippur hat.

Was hat ausgerechnet der Yom Kippur, an dem wir 25 Stunden lang fasten und um G – ttes Vergebung bitten, mit dem Tu Be' Av zu tun ?
Erstens sind beide Tage festliche Tage, denn am Yom Kippur vergibt uns G – tt und wir sind frei von jeglicher Schuld. Des weiteren gingen die Singles auch am Yom Kippur aus, um einen passenden Partner zu finden. Und das vor allem am Nachmittag.

Weiterhin lehren uns die o.g. Talmud Traktate, dass die weiblichen Singles sich ganz in Weiss kleideten. Jeder zog das gleiche an, und es war nicht ersichtlich, wer aus wohlhabendem Hause und wer aus armen Verhältnissen kam. Jeder sollte die gleichen Chancen haben. Um das noch weiter zu unterstreichen, musste die weisse Kleidung ausgeliehen und vor dem Tragen in die Mikweh (Ritualbad) getaucht werden. Raschi führt die Mikweh darauf zurück, dass derjenige, der die Kleidung ausleiht, niemals sicher sein konnte, dass die Kleidung nicht zuvor von jemandem getragen worden war, der die bestimmten Rituale der Familienreinheit nicht einhielt (Taharat HaMishpacha).
In den Felder trafen die weiblichen auf die männlichen Singles und jeder suchte sich sein "Match" aus.

Nicht, dass heutzutage alle weiblichen Singles in die Felder laufen, doch hat der Tu Be' Av immer etwas Besonderes. Schon allein deshalb, weil sich die Israelis plötzlich auf Bräuche aus der Tempelzeit zurückbesinnen. Sie kaufen Blumensträusse und viele Singles oder Paare kochen abends ein besonderes Menu.

Ich wünsche allen einen tollen Tu Be' Av und viel Erfolg beim Suchen.

Sonntag, August 02, 2009

"Mein Name ist groß unter den Völkern" - Malachi 1:11

B"H

Eine Leserfrage lautete was der folgende Vers aus dem Buch des Propheten Malachi 1:11 bedeutet:


"Vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang wird Mein Name groß unter den Völkern sein - Und überall wird man Mir Opferungen darbringen, und auch ein reines Mincha (Nachmittagsopfer im Tempel)".

In seinen ersten Kapiteln geht der Prophet Malachi, welcher anscheinend zur Zeit des Zweiten Tempels lebte, erbarmungslos mit den Juden um und weist sie auf alle ihre Verfehlungen hin.
Darunter fällt ironischerweise auch die Aussage aus 1:11, in welchem der prophet den Cohanim (Tempelpriestern) vorwirft, dass selbst die anderen (nichtjüdischen) Völker glaubwürdigere Opfer darbringen als sie (die Cohanim). Später, im letzten Kapitel des Buches Malachi, erweist sich der Prophet als "versöhnlicher" und er sagt den Juden, wie sie alltäglich Meschiach herbeisehnen sollen. Eine Gebrauchsanleitung für das jüdische Überleben sozusagen.

"Vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang" bezieht sich symbolisch auf "überall auf der Welt".

"Mein Name ist groß (wird gepriesen) unter den Völkern":

Die Kommentatoren Raschi, Ibn Ezra sowie der Metzudat David sind sich einig: "Obwohl die Völker andere Götter anbeten, so wissen sie doch, dass es den EINEN G - tt gibt, der alles erschuf.
Raschi verwendet in seiner Kommentarsanführung das Wort "Afilu - Sogar". Sogar die Nichtjuden (Akum) kennen den Einen G - tt.
Der Metzudat David (Thorakommentar von Rabbi David Altschuler, Galizien, 18. Jahrhundert) schreibt, dass eben jene Nichtjuden Opfer darbringen und dabei ein reines Mincha (Nachmittagsopfer bestehend aus Mehl, Öl sowie einem bestimmten Baumaroma. Gebraten in einer Pfanne wird es nachher vom Cohen Hagadol - Hohepriester und dessen Söhnen verzehrt).

Die Gemara (rabbinische Diskussion) des Talmud Traktates Menachot 110a hat jedoch noch einen ganz anderen Inhalt parat:

G - ttes Name sei groß unter den Völkern, doch der Rest des Paragraphen beziehe sich auf Thoraschüler. Hierauf geht auch Raschi ein und listet es in seinem Kommentar auf.
Demnach bringen ehrwürdige jüd. Thoraschüler überall auf der Welt ein Opfer. Selbst dort, wo G - tt es gar nicht befahl.
Das Opfer wird hier anhand des Thorastudiums gebracht.

Zusätzliche Infos gibt es hier in englischer Sprache:

http://koltorah.org/halachah/three-pronged-message-chagai-zechariah-and-malachi-part-4

Die richtige Antwort auf christliche Missionare

B"H

"Jews for Judaism" bietet einen kostenlosen deutschen Download zum Thema "Mit welchen Antworten Juden christlichen Missionaren gegenübertreten sollten".

http://jewsforjudaism.org/index.php?option=com_remository&Itemid=447&func=startdown&id=2





Vom 23. August an, wird Rabbi Tuvia Singer wieder einige Sonntage lang im Jerusalemer "Israel Center" (Orthodox Union) zu finden sein. Dann gehts um die Propheten und wie christliche Missionare jüdische Schriften gezielt verdrehen, damit ihr falscher "Messias" J. hineinpasst.



Hier die vorherigen Tuvia Singer Vorträge:

1. Das Christentum: Eine auf Lügen basierende Religion

2. Fälschungsdelikte: Wie die Kirche die Thora verfälscht

3. Juden kommen in die Hölle

Bild des Tages

Schwimmen gegangen ?

Photo: Chadrei HaCharedim

Klüngelschaften bei "Jewish Israel"

B"H

Eine neue Anti - Missionssite ist immer von Vorteil, so dachte ich mir. Egal, ob die jüdischen Bekämpfer der christlichen Mission von "Yad Le'Achim" oder von "Jews for Judaism" kommen oder ob sie Rabbi Tuvia Singer heißen. Alles, nur gegen die Judenmission sollte es schon sein.

Nach den letzten Jerusalemer Kommunalwahlen im November 2008 trat die für ihre Missionsbekämpfung bekannte Mina Fenton in den offiziellen Ruhestand. Zuvor war die Mina Fenton eine langjährige Stadtratsabgeordnete für die nationalreligiöse Partei (jetzt "Beit HaYehudi" genannt) gewesen.


Nicht, dass Mina Fenton nun ihren Ruhestand sorglos geniessen wollte. Eine eigene Website war geplant und man plante, christliche Missionsumtriebe in Israel aufzudecken und zu dokumentieren. Zusätzlich sprangen auch noch Ellen Horowitz sowie Pnina Taylor auf den Zug auf. Aber war das so eine gute Idee, wie es auf den ersten Blick erscheint ?

Ellen Horowitz wohnt im Golan und schreibt für dem nationalrelig. Online - Magazin "Arutz 7". Meist Anti - Missionstexte. Nur gibt es bei Arutz 7 einen kleinen Haken, der da lautet, dass ausgerechnet diese "relig." Site offenbar reichlich christliche Spendengelder erhält und aufgrunddessen so manche christlich - missionarische Untat lieber verschweigt. Auch sonst gibt man sich bei Arutz 7 den Evangelikalen Christen und anderen fanatischen Christensekten gegenüber zu unbedarft und freundlich. Kein Wunder, denn die christlichen Spenden fliessen ja. Aus diesem Grunde traue ich nicht immer den Leuten, welche für das Magazin tätig sind. Inwieweit also geht Ellen Horowitz tatsächlich radikal gegen christliche Missionare vor bzw. wieweit schweigt sie, denn genau genommen geht es um ihren Job bei Arutz 7 ?

Bei Pnina Taylor liegt der Fall anders:
Während ihrer Teenagerzeit konvertierte die Jüdin zum Christentum. Mit all dem Stuss der "Widergeburt" als Christ und Blabla. Danach zog sie ihre Eltern und Geschwister ins Christentum und offenbar einige weitere Personen. Missionarin und Predigerin, so lautete ihre neue Devise bis dass sie auf einen Rabbi stiess und dieser sie und ihren Mann zu "Jews for Judaism" schickte und so eine Rückkehr ins Judentum stattfand. Pninas christlicher Gatte konvertierte zum Judentum.
Seit einiger Zeit leitet Pnina Taylor die Jerusalemer Zweigstelle der "Jews for Judaism". Wer sie reden hört, der wird jedoch den Eindruck nicht los, dass es sich nach wie vor um eine christliche Predigerin handelt, denn ihr Tonfall und Gehabe ist nach wie vor zu sehr auf Christentum eingestellt. Eine ehemalige "Christin" schon nach zwei oder drei Jahren relig. Programme zum Judentum aufstellen zu lassen, sehe ich als Fehler von "Jews for Judaism". P. Taylor sollte lieber erst einmal Judentum lernen anstatt das Erfolgszugpferd der Organisation zu werden und als Aushängeschild zu dienen.

Worin unterscheiden sich nun "Jews for Judaism" von den israelischen Kollegen von "Yad Le'Achim" ?

Yad Le'Achim macht auf Action und greift rigoros in missionarische Machenschaften ein. Man demonstriert und veranlasst die Behörden zu handeln, denn gewisse Arten der Judenmission sind in Israel gesetzlich verboten. Jews for Judaism, sprich Pnina Taylor, gibt sich ruhig und meint, Juden mit frühzeitiger Aufklärung warnen zu können. Ein Jude, der seine eigene Religion kennt, der rennt keinen christlichen Lehren hinterher.

Mina Fenton gründete die Website "Jewish Israel" und Pnina Taylor sowie Ellen Horowitz sprangen mit auf. "Toll" dachten wir alle und sahen der Entwicklung mit Spannung entgegen. Was sich aber entwickelte, war einzig und allein eine Cliquenwirtschaft zwischen Horowitz und Taylor. Nur diese Beiden bestimmen die Site und das Einzige, worauf sie vom Publikum Wert legen, ist das Erhalten von Informationen. Jeder kann Infos einsenden, welche dann auf die Site gestellt werden. Allerdings unter dem Namen Taylors oder dem der Ellen Horowitz.
Erst neulich sammelte jemand, der ebenso in der Gegenmission organisiert ist, eine erhebliche Menge an Fakten und Tatsachen, reichte diese an Jewish Israel weiter und dort erschien alles unter dem Namen von Pnina Taylor. Ganz so als ob sie es war, die sämtliche Tatsachen allein aufdeckte. Der Einsender wurde mit keinem Wort erwähnt.

Was also ist das Ziel der Jewish Israel - Site ?
Aufdeckung missionarischer Umtriebe in Israel ? Keine Frage: JA !
Doch die Site allein ist eine Taylor - Horowitz - Klüngelschaft und jeder Weitere darf draußen bleiben.

Jewish Israel war sicher eine hervorragende Idee, doch mittlerweile entwickelte sie sich eher zum privaten Sumpf zweier Personen. Somit bleiben die eigentlichen Inhalte manchmal außen vor. Und für viele Inhalte gehört anderen Leuten die Hochachtung und nicht Jewish Israel, welche private Ermittlungen Dritter einfach nur klaute.

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Die Site der Jews for Judaism in Jerusalem war nicht mehr aufzutreiben. Stattdessen erschien beim Googlen lediglich die Privatsite der Pnina Taylor.
Hat "Jews for Judaism" die Zweigstelle in Jerusalem sowie die Pnina Taylor aufgegeben ?