Montag, Juli 06, 2009
Geburts - und Todestag eines Menschen
In der Gemara (rabbinische Diskussionen) des Talmud Traktat Yoma 9a sagt Rabbah bar bar Chanah im Namen des Rabbi Yochanan:
"G - ttesfurcht wird die Tage verlängern, aber die Jahre der Bösen werden verkürzt".
Die Gemara fährt fort:
Die Aussage "G - ttesfurcht wird die Tage verlängern" - ist ein Hinweis auf den Ersten Tempel, welcher 410 Jahre lang in Jerusalem stand (erbaut von König Salomon bis zur Zerstörung durch die Babylonier im Jahre 586 vor Beginn der Zeitrechnung). Während der 410 Jahre des Ersten Tempels dienten NUR 18 Hohepriester (Cohanim Gedolim) im Tempel.
Die Aussage "…, aber die Jahre der Bösen werden verkürzt" - ist ein Hinweis auf den Zweiten Tempel, der da 420 Jahre in Jerusalem stand und in welchem mehr als 300 Hohepriester (Cohanim Gedolim) dienten.
Von den 420 Jahren soll man noch 40 Jahre abziehen, denn in denen diente der Hohepriester (Cohen HaGadol) Schimon HaZaddik (Schimon der Gerechte), genauso wie zehn weitere Jahre der Amtszeit des Cohen HaGadol Yishmael ben Pabi und elf Jahre für Rabbi Elazar ben Charsom.
Somit lautet das Endresultat dass kein weiterer der nachfolgenden Hohepriester des Zweiten Tempels das erste Jahr seiner Dienstperiode überlebte.
Warum nicht ?
Das Wahlsystem des Hohepriesters wurde korrupt und man begann gegen genügend Cash auch jene zu ernennen, die von Geburt an gar nicht aus dem Hause Aharon abstammten; sie waren kein Cohen !
Und wer als Nicht - Cohen oder sonstigen korrupten Gründen den Yom - Kippur - Service (Versöhnungstag) leitet und traditionell ins Allerheiligste (Kodesch HaKedoschim) muss, um seinen Dienst zu verrichten, der hat Pech. Wer als "Fälschung" das Allerheiligste betritt, wird von G - tt mit dem sofortigen Tode bestraft.
Die damalige Prozedur lautete, dass bevor der Cohen HaGadol am Yom Kippur das Allerheiligste betrat, ihm ein Seil umgelegt wurde, damit man ihn im Notfall (hier im "Todesfall") hinausziehen kann, ohne selbst den "heiligen Boden" zu betreten. Derjenige, der den Boden betritt, um einen toten Hohepriester wieder hinauszuziehen, stirbt selbst gleich mit.
Daher war es von extremer Bedeutung, dass ein Cohen HaGadol ein reiner Cohen war und nichts Negatives im Schilde führte. Nur dann kam er an seinem einmaligen Yom - Kippur - Gang ins Allerheiligste unbeschadet davon.
Warum aber erkannten dies die "falschen korrupten Hohepriester" nicht ?
Weil jeder Einzelne von ihnen die Arroganz besaß und der Meinung war, er selber sei so heilig, dass ihm dieses Schicksal nicht wiederfährt. Ein Irrtum !
Der berühmte Talmudkommentator Maharsha (Rabbi Samuel Eidels, 1555 - 1631, aus Polen) sieht in der Aussage des Rabbah bar bar Chanah noch eine weitere Bedeutung:
Wird ein Mensch geboren, legt G - tt automatisch den Todestag des Neugeborenen fest. Allerdings ist ein gerechter Mensch (Zaddik) in der Lage, durch sein Verhalten sein Leben zu verlängern. Ein böser Mensch hingegen kann sein Leben verkürzen.
Dieser Kommentar mein allerdings NICHT, dass alle Menschen, die in einem hohen Alter sterben, alles nur Zaddikim sind. Genauso wenig wie Menschen, die jung sterben, ausgesprochene Bösewichte sein müssen. Dazu nämlich bestehen wieder andere, u.a., viele kabbalistische, Gründe.
Sonntag, Juli 05, 2009
Augenzeugenbericht aus Mea Shearim

B"H
Ich hätte mit dem nahenden Schabbatende etwas Nützlicheres anfangen sollen als mir ausgerechnet eine unnötige Demo anzutun. Den kommenden Schabbat verbringe ich voraussichtlich daheim in Tel Aviv; schon allein deswegen, um die dortige Freiheit zu geniessen.
Die Helikopter begannen schon ab ca. 19.00 Uhr über der Jerusalemer Innenstadt auf und ab zu fliegen. Die antizionistische Dachorganisation Edah HaCharedit aus Mea Shearim hatte für 17.30 Uhe einer weitere Demo angekündigt, obwohl der Schabbat noch am Laufen war.
Mit einer Freundin näherte ich mich aus der Richtung Machane Yehudah Markt der Mea Shearim Street. Das gesamte ultra - orthodoxe Gebiet um Ge'ulah sowie Mea Shearim zeigte sich belebt. Haredische Paare gingen mit ihren Kindern spazieren - alles wirkte so friedvoll. Gegen 20.00 Uhr gingen wir die Mea Shearim Street hinunter und meine Freundin beschwerte sich schon, dass wir anscheinend die gesamte "Action" verpasst hatten. Nichts zu spüren von einer wilden Demo.
Nach einigem Hin und Her hatte ich mich vor unserem Gang entschlossen, einen Rock anzuziehen. In der Hoffnung, dass die Haredim bei all dem Wirbel und den Emotionen keine Steine auf uns schmeissen. Dennoch fürchtete ich eventuelle wahllose Verhaftungen von Passanten. So jedenfalls trug es sich in der Vergangenheit des öfteren zu. Ehrlich gesagt hatte ich keine Lust auf eine Verhaftung und dann einem Richter meinen Rock erklären zu müssen.
Je näher wir der Kreuzung Shivtei Israel / Mea Shearim Street kamen, desto weniger Frauen waren zu sehen. Auf der Kreuzung selbst hatten sich mindestens 100 Haredim versammelt und wir waren die einzigen weiblichen Wesen, die versuchten zu passieren.
Am Straßenrand gegenüber standen unzählige Frauen und Mädels der chassidischen Gruppen Toldot Avraham Yitzchak sowie Breslov. Sogar eine Breslover Frau in Burka sichteten wir. Eine der Fanatikerinnen der Rabbanit Beruriah. Dabei handelt es sich um eine Gruppe Breslover Frauen sephardischer Herkunft, welche später im Leben relig. geworden sind und jetzt auf ausgeflippt fanatisch machen.
Hinter der Frauenschar vor einem Zaun befanden sich die Wohngebäude der Avraham Yitzchak; gleich gegenüber den Toldot Aharon und der Tankstelle. Als wir dabei waren, die Bushaltestelle in Richtung HaNevi'im Street zu passieren, stoppte mich ein junger Haredi und meinte, wir können da nicht weitergehen, denn die Polizei haben den Weg blockiert. "Aber mach was immer Du willst", sagte er und verschwand. Zwei Minuten später stand er mir wieder gegenüber und sagte alles nochmals auf. Meine Freundin und ich stellten uns zu den Avraham Yitzchak Frauen. Was an der Kreuzung Shivtei Israel / HaNevi'im Street vor sich ging, sahen wir nicht, obwohl die Entfernung nur 50 - 100m beträgt. Ab und an vernahmen wir aufgebrachte Schreie der Haredim und in dem Moment begannen sie in unsere Richtung zu laufen; nur um dann gleich wieder umzukehren, denn die Polizei war doch nicht, wie angenommen, hinter ihnen her.
Es war gräßlich 5, 6, 7, oder 8 Jahre alter Jungen bei der Demo zu sehen, die da Steine auf Polizisten warfen, während sich die erwachsenen Herren (z.B. Toldot Aharon) genau vor uns versammelten und nichts taten außer zu schauen und auf anwesend zu machen. Überhaupt wirkte die Szene wie ein Hollywood - Ersatz. In Mea Shearim gibt es weder TV noch Kino und manchmal wird aus Langerweile ein wenig Action angezettelt. Dann stehen die Leute draußen und schauen, was los ist. Das abendliche Entertainment und noch dazu kostenlos.
Wo aber waren die Eltern der steinewerfenden Kids ?
Wie kann da ein 5 - jähriger mitten in der Demonstration herumlaufen und Steine werfen, ohne dass ein Elternteil die Aufsicht hat ? Wo bleiben hier Erziehung und der Menschenverstand ?
Sobald der Schabbat vorüber war (20.30 Uhr) wurde die Shivtei Israel für den Autoverkehr freigegeben. Dies war eine Fehlentscheidung der Polizei, denn sobald die ersten zwei Fahrzeuge in Sicht waren, stürmten die Haredim auf sie zu und ich dachte, dass zumindest eines davon zu Bruch gehen wird. Steine flogen dann tatsächlich und der Taxifahrer des ersten Wagens machte sich sicher in die Hose. Man stürzte auf alles zu, was vorbeifuhr und ein Fahrer hielt entsetzt seine schwarze Kipa aus dem Fenster, um zu zeigen, dass er selber Haredi war. Plötzlich war er von seinen "eigenen Leuten" attackiert worden. Man hörte nur noch "Schabbes, Schabbes" - Schreie von überall her. Dabei war der Schabbat ja schon vorbei.
Die Polizisten bewegten sich in unsere Richtung. Wohl auch, um die Übergriffe auf die Autos zu verhindern. Ich bog um die nächste Ecke, denn ich hatte keine Lust auf Zoff; meine Freundin hingegen blieb auf ihrem Platz stehen und nannte mich "feige". Um die Ecke sah ich dann einen jungen Neturei Karta Typen, der mir schon Minuten vorher aufgefallen war. Stets hielt er sich im Hintergrund und schaute nur. Ich ging zurück zu all den Frauen und meine Freundin berichtete mir, dass die Polizei wieder in die HaNevi'im abgezogen war. Man hatte nur Warnungen durch einen Lautsprecher verkündet.
In dem Moment drehte sich eines der Mädchen, welches vor mir stand um und fragte, ob mir die Demo gefalle. "NEIN", sagte ich und zog damit die Aufmerksamkeit aller Umherstehenden auf mich. Was mir einfalle, da etwas zu kritisieren und ob ich ein Goi oder ein Spion der Polizei sei. Wahrscheinlich so ein Goi aus Tel Aviv, denn wer nicht so ist, wie Mea Shearim, ist nun einmal ein Goi. Jedenfalls für jene Teenager, die dort neben uns standen.
Meine Freundin hatte den Fehler gemacht, Parfum anzulegen. Soetwas tut man in Mea Shearim nicht und die Anführerin des Grüppchens, eine ca. 13 - jährige namens Schoschana, meinte, dass dies ja eh nur die Doofen aus Tel Aviv machen. Ich sagte ihr, sie solle die Klappe halten, doch sie begann mir all ihre Freundinnen namentlich vorzustellen. Außerdem gab sie bekannt, dass sie sephardische Jüdin sei und keinen Tropfen aschkenazischen Blutes in sich habe.
Darauf sei sie stolz.
Und dann begann eine Diskussion mit Mädels im Alter von 13 - 17 über Tel Aviv und andere Juden, die nicht in Mea Shearim wohnten. Obwohl ich ihnen sagte, dass das, was sie treiben "Laschon HaRah - üble Nachrede" bzw. ein absoluter "Chillul HaShem - Verunglimpfung des Namen G - ttes" sei, lenkte niemand ein. Im Gegenteil, eine Gruppe Chabad - Mädels (angeblich aus Eilat) tauchte auf. Eine Chabadnikit entschuldigte sich hinterher, doch eine weitere, offensichtlich ebenso sephardisch, war dermassen gegen säkulere Juden eingestellt, dass ich ihr meine Meinung geigte. Das sei ja wohl kaum im Sinne des letzten Lubawitscher Rebben gewesen, was sie hier veranstalte. Noch niemals ist mir jemand von Chabad dermassen hasserfüllt aufgefallen.
Plötzlich legte mir jemand die Hand auf meine Schulter und es war ein Avraham Yitzchak Teenager, mit der ich schon vor Monaten einen sehr guten Kontakt aufgebaut hatte. Sie wollte die Situation schlichten, doch die pummelige Schoschana in ihrem rosa Kleid liess das nicht zu und keifte das Mädchen bei ihrem Nachnamen an.
Heute dann erfuhr ich, dass sämtlich Passanten von den Haredim als Goim, Schweine, Nazis oder Mischlinge (a la Hitler) beschimpft worden waren; die Polizei gleich mit dazu.
Ich wunderte mich nur, wo die Mütter abgeblieben waren. Ist das ein Verhalten, welches die Kinder in den Avraham Yitzchak Schulen lernen ? Und gerade bei den Avraham Yitzchak habe ich dies schon öfters beobachtet, wenn es um den Umgang mit anderen Leuten geht. So manche nationalrelig. Tischbesucher wurden schon einmal ziemlich angemacht und mussten sich mächtig erwehren. Ich bin mir sicher, dass der Rebbe davon nichts weiß. Leider !
Gestern abend war Mea Shearim nicht heilig und die Mädels waren keine der so verehrten Banot Israel, sondern gewöhnlich und vulgär. Man hatte das Gefühl von einer Streetgang in der Bronx, in Harlem oder im Jerusalemer Katamonim belagert zu werden.
Als wir uns alle wieder der Demo zuwandten, war diese schon gelaufen. Weiter weg brannte auf der Straße verstreuter Müll, doch das interessierte noch nicht einmal mehr die Presse.
In der kommenden Woche wird anscheinend kaum noch etwas stattfinden und man hat sich selbst ausgeschaltet. Bürgermeister Nir Barkat wird gewinnen und der Parkplatz Karta bleibt auch weiterhin Schabbat offen. So jedenfalls meine Prognose !
Augenzeugenbericht aus Mea Shearim
Im Laufe des Tages werde ich einen Bericht zu der gestern abend in Mea Shearim stattfindenden Demo verfassen, denn ich ging hin und machte mir selbst ein Bild.
Eine Freundin, die mich begleitete, fragte ich, was ich anziehen solle. Eine Hose, damit die Polizei mich für säkuler hält und mich nicht verhaftet oder einen Rock, damit ich nicht von den Haredim (Ultra - Orthodoxe) gesteinigt werde ? Normalerweise ist die Stimmung bei derlei Events aufgeheizt und man sollte mit allem rechnen.
Und eine der beiden Möglichkeit geschah dann fast, aber dazu mehr im Laufe des Tages !
Brief einer chassidischen Frau zu den Demonstrationen in Mea Shearim
Der nun folgende Brief wurde von einer chassidischen Frau aus Mea Shearim an die YESHIVA WORLD gesandt und dort veröffentlicht !
Ich belasse den Brief in der Originalsprache Englisch, da ich einfach nicht genügend Zeit habe, alles zu übersetzen.
The following letter was submitted to YWN, and was written by a Chasidish woman who resides next to Kikar Shabbos. This unedited letter (posted in its entirety) should be an eye-opener to all parents who have Bochrim learning in Eretz Yisroel.
NOTE: Quite a few “innocent” American Bochrim have been arrested in recent days for “innocently” standing by a Hafganah.
Dear YWN,
I write this with pain, not with any political agenda.
Some of you may know about the protests that are going on in Yerushalayim about the parking lot that is open on shabbos. What you may not know, and what you must know if your son is learning in the Holy Land, is what is happening on the streets.
On Shabbos the Eidah Chareidis had a kabbolas shabbos on Bar Ilan to protest the chillul shabbos.
On the Thursday before that, the garbage bin outside my house was torched at about 7:30. The bochrim who set it on fire, and a crowd of close to 100, sang ‘bar yochai’ for a few minutes, and then left, the fun was over. While this clearly had nothing to do with shabbos, after all, the mayor does not live on my street, and was an act of destruction, I had to live with the smoke for the next several hours. The bochrim had their fun, but we, who live on the block were inhaling black smoke, and couldn’t call the fire dept. because it is a ‘chillul hashem’. I saw a man of about 60 going back and forth with his little girl, carrying pails of water to extinguish the flames. (He had to walk half a block and go up steps, refill water, come back…) He did this, at least for two hours. There are those that burn, and those that are left to put out the flames.
We did our best to help, but when we thought the fire was out, 3 hours after it started, a spark caught again and the whole bin was in flames again. I called my rebbitzin and got permission to call the fire department. I woke up the next morning with pain in my heart and a scratchy throat, that is all. My rebbitzin told me of men and women who had to be hospitalized because they’re allergic to smoke or because of excessive smoke inhalation. I got off lucky.
On Sunday, I was walking to my sister who lives on a quiet street. Two garbage bins were burning on her street, and a group of about 15 bochrim stood around, some threw in garbage, the other just laughed and cheered. Again, the rabbonim organized a mechoa on Shabbos, not on Sunday. And they said, even when they asked people to come to the protests, that one shouldn’t burn garbage.
Last night, Monday, I heard screaming and yelling from the street. I washed my dishes. At one point, at about 10:30, I heard something heavy being dragged. I looked out and saw a group of bochrim rolling out the garbage bin from our street, to the kikar a block away. Smoke was already rising at the kikar, from other garbage bins apparently. Other bochrim were rolling more garbage bins from other blocks, some of them metal, some plastic. It stabbed my heart, I was just standing there and shaking. I watched two bochrim carrying cardboard to kindle the flames. Like many of the rest, they were wearing hats and jackets and like a very large percentage, they were speaking English. My husband yelled down to one of them, ‘what are you doing here?’ They laughed. A bochur that lives next door to us pleaded with the ones that were pulling out our garbage. They ignored him.
For the next few hours, we kept hearing animalistic screaming from the street. We decided, my husband and I, that we couldn’t do anything anyways so we would just remain inside. We went to bed with difficulty. Just as the sounds would peter out, we heard inhuman screaming again. We heard things being thrown, and metal clattering against the street. I would later see that these brave warriors were pulling barricades that protect pedestrians on the narrow sidewalks, out of the cement.
At about 1:30, I was still unable to fall asleep. Suddenly our air-conditioner, which was on to block out the noise of the street, not to keep us cool, went off and our apartment went dark. It turns out that the electricity of the entire area, including even the street lamps, was blown, perhaps because of the fire. The screaming on the street increased. I got dressed and went out to the porch.
On the kikar a block away, the bochrim were very proud that they blew the electricity of all the families living in what I believe was a two to three block radius. After a few minutes of triumphant screaming, they began singing to the tune of Carlebach, ‘Ani avdecha ben amasecha…’
The irony was so painful, I cried loudly, on the porch. My husband, satmar geshtimt, chassid of the Eidah, didn’t try to stop me.
I could go on. There were horrible sights and sounds that night, finally petering out at 2:30.
The reason I am posting, my questions are:
1)What were these bochrim thinking??
2)Where was the tzelem elokim when I heard words and sounds that should not come out of any human being’s vocal chords, especially not that of yeshivaleit? Where was the basic compassion / thought for the neighbors? Where was any sort of restraint when barricades, which are extremely important by our narrow sidewalks for safety, were wrenched out with a lot of effort? How did they have the heart to watch a small old man carrying his garbage three blocks away because that was the first place the bin was still there?
3)R’ Avraham Yehoshua of Brisk said this week when one of his bochrim were arrested, “vos tut a bochur bei a mechoa?” - what is a bochur doing by a protest? (He was talking about a real mechoa, organized by the gedolim, and he is no Zionist.) What indeed? Even if he is ‘just’ watching, why risk arrest, make a great chillul hashem, be mechazek those that are being mazik, if he doesn’t have to ? If he cares about shabbos, how about being mekabel shabbos early, as we have began doing, for Yerusahalayim? None of the rabbonim said bochrim should go, and in general, all men should not go unless told to do so by their morah d’asra. There is too much of your own humanity at risk.
4)Where are you parents? Let me ask that again. Where are you parents? Do you realize the implication of no supervision in your son’s yeshiva? A choshuve bochur next door, the one who tried to stop the garbage bin from being rolled out, told my husband this morning, “Who’s in charge that I make it to shachris on time? I slept late because of what happened here, who’s worrying that I daven?” Do you realize your sons could be mazik tens of people and no one will do anything? Do you realize that if your sons drink or smoke or watch inappropriate videos, or meet with the other gender, (we have bochrim over for shabbos seudos and there are a lot of bochrim diros in our neighborhood - believe me, I’ve seen too much…) no one is stopping them? This is a much broader issue than just what happened last night. Do you know what your sons are doing? I know he is the best boy in the universe, but who’s to say he doesn’t have unfiltered Internet in his dirah? Who is to say he didn’t get caught up with a crowd and that he didn’t scream like a maniac in middle of a city, in middle of the night? Who is to say that he didn’t join a group of likewise English speakers, to do the holy act of pulling out barricades from the sidewalk? Who is to say that he makes it on time for shachris? Who is accountable for him? He himself? - “Al taamin b’atzmecha” these bochrim need higher supervision.
We decided we’re going to do something. My husband is coming home late for lunch because he is meeting with the mashgiach of Mir and Chevron. I am calling the Gaved of the Eidah, with the blessings of my Rebbe, and going to post what I saw wherever I can.
I didn’t take pictures last night, because I was so disgusted. It’s like an embarrassing episode that you’d rather erase from your mind. Now I regret it, I would have shown the pictures to the mashgichim of these yeshivos, shown them what their bochrim were doing. If five bochrim were kicked out of yeshiva, I bet all of these shenanigans would stop immediately.
Please don’t respond with stories about shabbos and pride marches and the gedolim of previous generations. This has got nothing to do with it.
If you’re a mother, know where your son is. If you’re a friend, make sure you never justify the unjustifiable. If you’re a fellow Jew, daven for these bochrim, but never commend their actions. Daven for peace in Yerushalayim, and never stand up for those who value fun (Midnight Mir party! I heard one of the bochrim scream last night) over self respect, over basic mentschlichkeit, over Kiddush HaShem.
Sha’alu Shalom Yerushalayim.
Freitag, Juli 03, 2009
Schabbat Schalom
B"HIch fahre am Nachmittag nach Jerusalem. Ganz und gar nicht wegen der Demo, sondern weil Jerusalem am Schabbat einfach angenehmer ist.
Allen Leser wünsche ich einen tollen Schabbat, Schabbat Schalom und ein geruhsames Wochenende !
Donnerstag, Juli 02, 2009
Parashat Balak - פרשת בלק
Photo: Parasha Blog
B"H
Die Thoralesung für diesen Schabbat
Die allererste Frage, die sich uns aufdrängt ist, warum diese Parasha ausgerechnet nach Balak benannt wurde. Balak, jemand, der die Israeliten verflucht wissen wollte, bekommt eine eigene Thoraparasha ?
Balak war der König der Moabiter (ein Volk, welches aus der inzestiösen Beziehung der Tochter Lots und ihrem Vater hervorging) und zugleich der Großvater von Eglon (siehe die Gemara im Talmud Traktat Sanhedrin 105a). Eglon wiederum war der Vater von Ruth, die später Boaz heiraten sollte und somit zu den Vorfahren König Davids gehört. Genau genommen wird einmal der Meschiach im weitesten Sinne von Balak abstammen. Rabbi Simcha Bunim von Peshis'cha war der Meinung, dass Bilam von größerem Judenhaß befallen war als sein Auftraggeber Balak, was nun keineswegs als Entschuldigung für Balak gelten soll. Vielmehr wurde Balaks Ansehen durch Ruth wiederhergestellt, denn sie erwies sich als Gerechte und konvertierte in aufrichtigem Sinne zum Judentum.
Die Parasha nennt ihn Balak ben Zipor, was übersetzt "Balak, der Sohn des Vogels" heißt. Der biologische Sohn eines Vogels war er jedoch nicht, sondern betrieb viel mehr seine Zaubereien anhand eines Vogels. Bilam war berühmt für seine wirksamen Flüche, doch Balak war der größere Magier von beiden. Er hatte einen Vogel so abgerichtet, dass dieser ihm alles Gesehene erzählte (Ohr HaChaim und das Buch Zohar) und so kam Balak zu seiner Allwissenheit.
Bilam war der größte nichtjüdische Prophet, der jemals gelebt hat. Er war theoretisch auf dem gleichen Level wie Moshe und hätte die nichtjüdischen Völker auf einen sehr hohen Level bringen können, wenn er nicht zu sehr auf sein eigenes Wohl ausgewesen und schließlich über seine Arroganz stolperte wäre.
Balak entsandt Boten zu Bilam, um diesen zu überzeugen, die Israeliten zu verfluchen, um so sein und andere Königreiche wie die Moabiter oder die Midianiter zu schützen. Die siegreichen Kriege der Israeliten hatten sich schnell herumgesprochen und Balak war unter Druck geraten. Einen militärischen Schlag gegen die Israeliten wagte er nicht, sondern wandte sich eher der Flüchen zu. Er wußte, dass G - tt die Juden beschützte und von daher sollte die Meinung G - ttes irgendwie geändert werden. Bilam war ein Meister der Flüche und kannte sich in Sternenkonstellationen aus (siehe Midrasch Yalkut Reuveni). Laut der Gemara in den Talmud Traktaten Avodah Zarah 4a und Berachot 7a, kannte Bilam den genauen Zeitpunkt, an dem G - tt "ärgerlich" ist. Die Beschreibung "ärgerlich" dient an dieser Stelle als Metaphor und meint vielmehr, dass G - tt zu diesem Zeitpunkt richtete. Wer auch immer den Zeitpunkt kennt, kann eventuell G - ttes Meinung beeinflußen. Außer Bilam ist und war seither niemand in der Lage, diese Zeit zu berechnen. Im Talmud, s.o., wird gefragt, wie lange denn dieser Zeitpunkt dauert. Einen Moment, so die Antwort. Und wie lange ist das, ein Moment ? Genau 1 / 58.888 einer Stunde, was genau 1 / 16 einer Sekunde entspricht.
Als die Boten das erste Mal zu Bilam kamen, lehnte dieser ab. G - tt sprach zu ihm in der Nacht und verweigerte ihm die Reise zu Balak. Als Bilam den Boten seine Ablehnung verkündete, zeigte er seinen wahren Charakter. Auch wenn Balak ihm Gold und Silber biete, könne er nicht reisen.
Was sagt uns Bilams Andeutung von Gold und Silber ?
Er war ein großer Prophet und auf einem äußerst hohen Level, doch überfiel ihn die Gier. Er sah, dass Balak von ihm abhing und so überwältigt von seiner Wichtigkeit war, dass schnell eine Arroganz aufkam (Sefat Emet). Als ihn G - tt später anwies, doch noch zu Balak zu reisen, war Bilam so von sich eingenommen, dass er meinte, er sei imstande, G - ttes Meinung bezüglich der Israeliten noch ändern zu können (Rabbi Samson Raphael Hirsch). Aber jemand, der G - tt so nahe ist und seine Fähigkeiten in destruktiver Art und Weise nutzt, begibt sich automatisch in den freien Fall. Negative und destruktive Charaktäre können keine Devekut (Nähe zu G - tt) mehr erhoffen und ihre Taten rufen eine Entfernung von G - tt hervor (Rabbi Yaakov Yosef von Polonoye - Schüler des Baal Shem Tov).
Nach G - ttes Anweisung machte sich Bilam gleich morgens auf den Weg. Schnell sattelte er seine Eselin selbst, ohne seinen Bediensteten dafür Zeit zu lassen (Raschi). Allerdings hatte er weniger seinen Sattel vor Augen als Ansehen und Gold. Ein tiefer Fall folgte schnell. Als seine Eselin den Engel sah und ihm jedesmal neu auswich, schlug Bilam auf die Eselin ein. Sie war die Einzige der beiden, die fähig war, den Esel zu sehen. Er glaubte die Gabe zu haben, G - ttes Pläne noch zu kippen, doch sah noch nicht einmal den Engel (Rabbi Samson Raphael Hirsch). G - tt hatte ihm zwar aufgetragen zu Balak zu gehen und genau die Worte zu sagen, welche G - tt ihm in den Mund legte, doch Bilam wollte der Größte werden. Das Ereignis mit der Eselin und dem Engel hätte ihm ein Zeichen sein müssen, doch Bilam war total besessen von seiner Idee des Fluches. Die Gemara im Talmud Traktat Sanhedrin 106b klärt uns auf, dass Bilam zu dem Zeitpunkt ca. 33 Jahre alt war. Sein späteres Schicksal ist ungewiß, denn darüber gibt es viele unterschiedliche Meinungen im Talmud. Pinchas habe ihn umgebracht oder jemand anderes.
Im alltäglichen Leben erleben wir viele Menschen, die aufgrund ihrer Fähigkeiten von Arroganz befallen werden. Jeder von uns ist nur ein Mensch und die sogenannte Yetzer HaRah (schlechte Seite) macht sich bei jedem breit. Unsere Aufgabe ist es, sie zu bewältigen und positive Dinge zu tun. Bei Bilam ging alles schief. Er befand sich unter den weisesten Leuten der damaligen Zeit, doch wollte er die Wahrheit einfach nicht wissen (Rabbi Yaakov Yitzchak Horowitz - der Seher von Lublin). Er beharrte auf seiner Meinung wider aller Zeichen und Ratschläge.
Der Ishbitzer Rebbe, Rabbi Mordechai Yosef Leiner, bringt diesbezüglich einen interessanten Gedanken auf.
In unzähligen Quellen heißt es, dass wir gegen unsere Yetzer HaRah (negative Seite in uns) ankämpfen und auf diese Weise unseren freien Willen zum Ausdruck bringen können. Im Judentum ist das Konzept des freien Willens in unserem Leben ein vieldiskutiertes Thema ohne endgültige Antwort. Wieviel freien Willen besitzen wir wirklich und inwieweit entscheidet G - tt über uns ? Es heißt weiter, dass alles in G - ttes Hand liegt außer ob wir religiöse oder säkulere Menschen werden. Alles andere sei uns mit in die Wiege gelegt worden.
Der Ishbitzer Rebbe vertritt eine ganz andere Meinung. Er sieht den freien Willen als eine einzige Illusion. Alles sei von G - tt verbestimmt und wir haben keinen Einfluß. Meiner Meinung ist das eine umstrittene Meinung, denn es fällt schwer zu glauben, dass wir alle unsere Taten auf G - tt schieben können. So manch einer könnte das ausnutzen. Allerdings muss ich zugeben, dass der Ishbitzer nicht ganz unrecht haben könnte. Vielleicht fällt uns diese Meinung deshalb so schwer zu akzeptieren, weil sie uns theoretisch zu Marionetten abstempeln täte.
In wieweit besaß Bilam also einen freien Willen das Richtige oder Falsche zu tun ? Ich vertrete immer noch die Auffassung, dass er seine Yetzer hätte zum Positiven wenden und G - ttes Willen akzeptieren müssen.
Noch ein Zusatz dem Thema "Prophezeihungen" aus dem Buch "Moreh Nevuchim – Führer der Unschlüssigen 2:42" des Rambam (Maimonides, 1135 - 1204):
Der Rambam geht davon aus, dass wann immer es irgendwo heißt, ein Prophet habe einen Engel gesehen, dies nur in einer Vision bzw. einem Traum stattfand. Auch sehen wir dies im Falle Yaakovs, der, laut Thora, mit einem Engel kämpfte. Dieser Kampf fand nur in einem Traum statt, aber niemals real. Andererseits gibt es Meinungen, welche den Engel für eine einzige Metapher halten und dieser ursprünglich für ganz etwas anderes steht.
Allerdings streitet der Rambam Avrahams zweite Frau Hagar das Recht ab, als Prophetin zu gelten. Obwohl sie einen Engel sah, war sie keinesfalls eine Prophetin. Hagar habe "nur" eine Stimme vernommen, die zu ihr sprach. Diese Art Stimmen zu vernehmen betrifft Leute, welche nicht für eine Prophezeihung bereit sind.
Schabbat Schalom
Das "PUAH Institute"
B"H
Kinderlose israelische Paare können sich an das Jerusalemer "Machon Puah - Puah Institut" wenden, um sich bezüglich künstlicher Befruchtungen etc. zu informieren. Alles in halachischem Sinne wohlgemerkt.
PUAH INSTITUT
Die nationalrelig. Zeitung "BeSheva" berichtete nach dem Tode des erst kürzlich verstorbenen Rabbiners der Jerusalemer Edah HaCharedit (antizionistische Dachorganisation verschiedener Gruppierungen in Mea Shearim), Rabbi Me'ir Brandsdorfer, dass auch er mit dem Institut in halachischen Fragen zusammenarbeitete.
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Thank you for the posting. Regarding Rav Mordechai Eliyahu, it was at his request that the Puah Institute was founded. He still maintains a high level of involvement with Puah and is consulted on a regular basis. As Miriam noted, at the Puah Institute couples receive free-of-charge counseling, helping them find the right doctor while also following halacha.
We should all be blessed with smachot.
Yosef Sukenik
Public Relations
Puah Institute
Puah on Facebook
Seforim - Bücher Online Lesen
Eine sehr empfehlenswerte Site jüdisch - relig. Bücher. Auch wenn fast alle Bücher nur in hebräischer Sprache zu lesen sind.
http://www.seforimonline.org/seforim.html
Wer die hebräische Sprache beherrscht, der findet hier einen regelrechten Schatz !
Mittwoch, Juli 01, 2009
Soll ein Baal Teschuva den Kontakt zu seinen Eltern abbrechen ?
Soll ein Baal Teschuva den Kontakt mit seinen Eltern sowie zu seiner Vergangenheit abbrechen ?
Eine nicht ganz leicht zu beantwortende Frage, die hier erörtert wird.
Dienstag, Juni 30, 2009
Oberster Gerichtshof erklärt messianischen "Juden ?" für koscher
Es ist keine Frage, dass der von den Christen als Meschiach betrachtete Jude J. seinerzeit koscher aß und sich an die Halacha seines Glaubens hielt. Er selbst gründete keine eigene Relgion, sondern versuchte seine Reformen bei Juden durchzusetzen.
Laut der Halacha ist Essen, was von einem Nichtjuden gekocht / gebacken wurde dann unkoscher, wenn kein Juden den Ofen anstellte oder zumindest einmal im Topf rührte. Hinzu kommt, dass selbstverständlich einwandfreie koschere Zutaten beim Kochen verwendet werden. Bereitet, zum Beispiel, ein Nichtjude allein das Essen vor (wobei es sich um eine gekochtes oder gebackene Mahlzeit handelt), so ist das Essen für einen Juden unkoscher.
Die Halacha erweist sich in Kaschrutfragen extrem kompliziert, ganz zu schweigen von dem Geschirr, was gleichfalls koscher sein muss !
Der Oberste israelische Gerichtshof, der eh als politisch links sowie anti - religiös eingestuft wird, entschied nun, dass ein Lebensmittelbetrieb, welcher von einem messianischen "Juden ?" geleitet wird, ein Anrecht auf ein Koscherzertifikat (Hechscher) vom Rabbinat (Rabbanut) hat.
Nun ist es jedoch so, dass messianische "Juden ?" (ich setzte ein Fragezeichen hinter der Bezeichnung "Jude", denn in dem Moment ist es fraglich, ob sie tatsächlich jüdisch sind) laut Halacha Götzendiener sind. Unter anderem wird ein männlicher Jude, der ein Messianic ist, in keiner rechtmässigen Synagoge mehr zur Thora aufgerufen, sondern erst wieder dann, wenn er sich voll und ganz auf die Thora und das eigentliche Judentum zurückbesinnt (Teschuva macht).
Ob das Rabbanut bei der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes mitspielt, bleibt mehr als fraglich, denn demnach würde es sich selbst disqualifizieren. Wie kann ein messianischer Jude, den die Halacha als Götzendiener einstuft, einen Herd bzw. Backofen anstellen und somit einen Kochprozess einleiten, wenn genau das als unkoscher gilt ?
Ich bin gespannt, wie es halachisch in der Angelegenheit weitergeht. Wahrscheinlich gar nicht, denn ein Oberster Gerichtshof versteht nichts von halachischen Fragen und ist somit komplett irrelevant.
Oder, es wird ein Verantwortlciher abgestellt, der die gesamte Küche überwacht und Herde anstellt.
Link zum aktuellen Urteil des Gerichtshofes:
Jerusalem Post
Details zum TALMUD
Immer wieder zitiere ich aus dem Talmud, dabei mag es einigen Lesern weniger klar sein, worum es sich beim Talmud eigentlich handelt. Hier eine kleine Zusammenfassung:
Talmud ? Was ist das eigentlich ?
Die Kirche und der Talmud
Eine Seite aus dem Talmudtraktat Berachot (Segen).Der eigentliche Talmudtext befindet sich in der Mitte und rechts und links finden wir die Kommentare. Unter anderem von Raschi (1040 - 1105). Weiterhin finden wir die Quellenangaben aus der Thora, dem Schulchan Aruch, sowie weiteren wichtigen halachischen Werken.
Montag, Juni 29, 2009
Das Zudrücken der Augen eines Toten
Yael fragte neulich, ob ich nicht etwas zur "Sterbehilfe im Judentum" verfassen könne. Das Thema ist hochinteressant, aber genauso hochbrisant. Es bestehen unterschiedliche rabbinische Entscheidungen, wobei stets der Individualfall beeinflussend ist.
Im Talmud Traktat Schabbat 151b heißt es in der Mischna, dass derjenige, der die Augen eines Sterbenden zudrückt, ein Mörder ist.
Die Mischna meint mit ihrer vielleicht harsch klingenden Aussage, dass es sich hierbei um jemanden handelt, der einer gerade sterbenden Person die Augen zudrückt. In einigen Fällen mag der Sterbende noch gar nicht tot sein, doch seine Augen sind schon zu. Und derjenige, der dies vorzeitig unternimmt, wird als Mörder gesehen.
Der große Thora - und Talmudkommentator Raschi kommentierte seinerzeit, dass im Moment des Todes die allerkleinste Bewegung den Tod beschleunigen kann. Womit auch das Augenzudrücken gemeint sei. Wer einen Sterbenden vor sich hat und es mit demjenigen tatsächlich zuende geht, der sollte eine bestimmte Zeit nach dem Tode warten und dann der Leiche die Augen zudrücken (siehe den Rambam - Maimonides in seiner "Mischna Thora - Hilchot Aveil 4:5).
Die anschliessende Gemara (rabbinische Diskussionen) folgend der Mischna vergleicht den Fall mit einer flackernden Kerze. Obwohl die Kerze gleich ausgeht, besteht in ihr immer noch ein kleines Quentchen an Leben. Genauso sei es bei einem Sterbenden. Drückt man mit dem Finger die flackernde Kerze vorzeitig aus, so erlischt das Leben und auch hier sind Parallelen zum Sterbenden auszuweisen.
Allerdings bestehen unterschiedliche Interpretationen darüber, ob besagte Person in solch einem Fall wirklich als Mörder gilt und vor Gericht zu stellen ist. Einige Rabbiner sagen JA, andere wie der Radvaz, vertreten die Ansicht, dass die Mischna hier nicht wörtlich zu nehmen sei.
Warum aber finden wir diese Thema gerade im Talmud Traktat Schabbat und nicht woanders, wo es um den Tod geht ?
Im Talmud Schabbat (Seite 151b) geht es um die Frage, ob jemand am Schabbat einem gerade Verstorbenen die Augen zudrücken darf und die Mischna antwortet hier mit NEIN. Der Schulchan Aruch (Code of Jewish Law) - Yoreh Deah 352:4 legt fest, dass die Augen eines Verstorbenen vor der Beerdigung geschlossen werden.
Nur nebenbei bemerkt: Im Judentum finden Beerdigungen meist noch am selben Tage, an dem die Person verstarb, statt.
Raschi nennt den Grund, warum einem Verstorbenen am Schabbat die Augen nicht zugedrückt werden dürfen:
"Einen Körperteil eines Verstorbenen am Schabbat zu bewegen, kommt der "Mukzeh" gleich".
Bei der "Mukzeh - Weglegen, beiseite geschafft" handelt es sich um gewisse Gegenstände, die ein Jude am Schabbat nicht benutzen darf. Zum Beispiel elektronische Geräte, Stifte, aber auch ein Haustier gehört in diese Kategorie.
Die Frage nach der Sterbehilfe im Judentum kann niemand so detailliert beantworten, doch vielleicht gab dieser Talmudausflug dem ein oder anderen eine Vorstellung davon, wie ernst der Tod im Judentum genommen wird. Auch heißt es an anderer Stelle, dass ein Mensch niemals die Hoffnung aufgeben darf. Selbst dann nicht, wenn ihm jemand ein Messer an den Hals setzt.
Wie sich christliche Missionare in Israel einschleusen
Ein neuer / alter Trick, wie Missionare nach Israel gelangen, und das sogar ganz legal, ist zum Judentum zu konvertieren. Nach der Konversion wird den falschen Konvertiten die Aliyah bewilligt und einmal hier angekommen, laufen sie als erstes den Kirchen die Bude ein. Wenn nicht den Offiziellen, dann doch den messianischen Gruppen.
Wer sich etwas mit dem Thema befasst, der erkennt schnell an der Art, wie diese Konvertiten kommunizieren, dass die Inhalte nach wie vor christlicher Natur sind.
Des Weiteren flog das Ehepaar Roy und Mary Kendall als aktive Missionare auf. ARUTZ 7 sowie "Jewish Israel" berichten Details:
http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/132092







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