Donnerstag, Januar 26, 2012

Die "Großen Synagoge" von Tel Aviv by Night

B”H 

Die dieswöchige Thoralesung “BO” werde ich aus Zeitgründen erst am Samstag abend in den Blog stellen. Dafür ein paar Photos von der Tel Aviver “Großen Synagoge”. Aufgenommen am heutigen Abend. 






Photos: Miriam Woelke

Warum bringen Juden heutzutage keine Tieropfer dar ?

B”H 

Seit einigen Jahren bin ich Mitglied in einem Forum, welches allerlei Fragen beantwortet. Jemand, der sich für das Judentum interessiert, stellte mir gestern die folgende Frage: 

wer kann mir sagen warum auch orthodoxe juden keine tieropfer mehr darbringen, wie es in der tora (4. buch mose) eigentlich vorgeschrieben ist. in anderen bereichen halten sich die strenggläubigen juden sehr genau an den wortlaut der bibel. 

Meine Antwort: 

Tieropfer wurden nur im Tempel erbracht ! Zur Zeit Moshes wurden Tiere im Mischkan (Tabernakel) geopfert. Später, zur Zeit des Ersten und Zweiten Tempels, wurden die Tiere im Tempel rituell geopfert. Die Opferungen fanden nur im Tempel zu Jerusalem statt und nicht irgendwo anders im Land ! Seit wir Juden derzeit keinen Tempel haben und immer noch auf den Meschiach und die Errichtung des Dritten Tempels warten, werden bis dahin keinerlei Tieropfer erbracht. 

Was symbolisch an den Tieropferdienst erinnert: Das Mussaf - Gebet beim Morgeng - ttesdienst am Schabbat. Verschiedene Gebete, welche dem regulären G - ttesdienstritus angehängt werden. 

Link: 

Juden und die täglichen Opferungen

Religiöser jüdischer Kalender

B”H 

Ein regulärer Kalender ist für einen relig. Juden unzureichend, denn nur religiöse Kalender zeigen sämtliche jüdischen Daten an. Wie, z.B., den “Yom Kippur Katan”  oder verschiedene Yahrzeiten (Todesgedenktage) wichtiger Rabbiner. 

Hier zwei Bilder von meinem Kalender. Ein kleines Heftchen, erhältlich in ultra – orthodoxen (haredischen) Buchhandlungen und ganz und gar nicht teuer. 




 Photos: Miriam Woelke

Wer herausfinden möchte, welches Datum des gregorianischen Kalenders für den Tag im jüdischen Kalender steht, hier ein Converter: 


Mittwoch, Januar 25, 2012

Der Knessetabgeordnete Israel Eichler wurde heute aus dem Sitzungssaal entfernt

B"H

Der Knessetabgeordnete Rabbi Israel Eichler (Mitglied der haredischen Partei "Yahadut HaTorah" sowie Mitglied der chassidischen Gruppe Belz) wurde heute nachmittag aus dem Sitzungssaal der Knesset entfernt. Der Grund war, dass er Oppositionsführerin Zipi Livni eine FEINDIN (der haredischen - ultra - orthodoxen Gesellschaft) nannte. 

Tatsächlich betreibt Zipi Livni in letzter Zeit wieder einmal rege Propaganda gegen Haredim, denn ihr Konkurrent, Hasser aller Ultra - Orthodoxen und Journalist, Ya'ir Lapid, gründet momentan seine eigene Partei und säkulere Wähler werden, aller Voraussicht nach, der Kadima davonlaufen und sich auf Lapid einlassen. Somit versucht Zipi Livni Ideologien Lapids aufzugreifen, um ihre eigene Wählerschaft bei Laune zu halten, anstatt sich nach den nächsten Knessetwahlen auf dem Arbeitsamt wiederzufinden.


Jerusalem - Opposition leader Tzipi Livni blasted Housing and Construction Minister Ariel Atias for refusing to give priority affordable housing to households where both partners work. "The housing minister's decision is an insult to those who went out to the streets (to protest)," she said, adding that the measure makes the benefit only accessible to the haredi sector. MK Yisrael Eichler (United Torah Judaism) responded by calling Livni "our enemy," prompting Knesset Speaker Reuven Rivlin to expel him from the session.

Bild des Tages: "An der Klagemauer (Kotel)"


Talmud Ta’anit 25: “Das Brotwunder”


 Photo: Miriam Woelke
B”H 

Jüdische Kommentatoren, insbesondere der Ramban (Nachmanides), diskutieren das Thema “Wunder” immer und immer wieder. Welche Wunder sind als Wunder zu betrachten und welche Geschehnisse sind lediglich außerordentliche Reaktionen der Natur ? 

Der Talmud Traktat Ta’anit 25 berichtet die bekannte Story des “Brotwunders”: 

Die Gattin des talmudischen Rabbiners Chaninah ben Dosa (ca. 1. Jahrhundert nach Beginn der Zeitrechnung) platzierte jeden Freitag abend etwas in ihrem Ofen, um so aufsteigenden Rauch aus dem Schornstein zu erzeugen. Die Nachbarn sollten denken, sie backe die Schabbatbrote (Challot). In Wirklichkeit jedoch hatte die Familie gar kein Geld für Nahrungsmittel und lebte in bitterer Armut. 

Eines abends betrat eine wohlhabende Nachbarin das Haus des Rabbi Chaninah ben Dosa und wunderte sich über das angebliche Backen der Hausfrau. Wusste die Nachbarin doch, dass die Rabbinerfamilie gar kein Geld besass. Als die Nachbarin jedoch einen neugierigen Blick in den Ofen warf, sah sie diesen voller backender Brote. Somit blieb der Frau des Rabbi Chaninah ben Dosa die Scham vor der Nachbarin erspart. Der Rabbi selbst war bekannt für seine hohe G – ttesfurcht. Darüber hinaus fanden mehrere Wunder in seiner näheren Umgebung statt, an denen er selbst beteiligt war.

Dienstag, Januar 24, 2012

Geschlechtertrennung in israelischen Bussen ? Problem gelöst !

Frauen oben, Männer unten. Eine tolle und witzige Photomontage.:-)

Rosh Chodesh SHEVAT (שבט)


Photo: Miriam Woelke

B"H

Heute abend und morgen (Mittwoch, 25. Januar) feiern wir "Rosh Chodesh", denn es beginnt der neue jüdische Monat Shevat. Der Shevat vermittelt uns schon einen ersten kleinen Hauch von Frühling, was die Stimmung gleich ein wenig mehr anhebt. Oder zumindest anheben sollte, denn das Wetter ist alles andere als frühlingshaft. Regen und Kälte haben uns bis mindestens zum Schabbat voll im Griff. 

Shevat für mich bedeutet ebenso wieder ein Jahr älter zu werden, sprich, ich habe in dem Monat Geburtstag. Wobei ich in meinem Alter nicht weiß, ob ich mich darüber freuen soll oder nicht. Und für alle, die in diesen Tagen bzw. im Monat Shevat auch ihren Geburtstag feiern sollten: Im Judentum ist nicht unbedingt die Rolle des Geburtstages definiert. In der Thora ist der Tag nur einmal erwähnt, nämlich als Pharao Geburtstag hatte. Dennoch heißt es, dass jeder an seinem Geburtstag etwas von G - tt erbitten solle, denn gerade an diesem Tag verfügt ein jeder von uns über spezielle "Kräfte".

Rosh Chodesh (der Monatsbeginn) ist das erste Gebot (Mitzwah) welches das jüdische Volk als eine Nation erhielt. Ein neuer Monat bedeutet jedesmal auch die Zeit für eine persönliche Erneuerung im Leben. Shevat ist der 11. Monat im jüdischen Kalender und hat 30 Tage. An eben jenem 1. Shevat begann Moshe dem Volk Israel das Buch Deutoronomy (Sefer Devarim) vorzulesen. Sein letztes Vermächtnis bevor er im Monat Adar (im Monat nach Shevat) starb.

Dem Sefer Yetzirah (Book of Creation) zufolge symbolisiert jeder Monat einen hebräischen Buchstaben, eine Farbe, ein Organ, einen Stamm und ein Sternzeichen: Die Farbe des Shevat ist blau - grün, der Buchstabe ist Zaddik (צ), der Stamm ist Asher, das Organ ist der Magen und das Sternzeichen ist Wassermann - Dli (Eimer) auf Hebräisch. Außerdem symbolisiert Shevat die Sinne Essen und Geschmack. Es heißt, dass ein Gerechter (Zaddik) ißt, um seine Seele zu befriedigen. Er ißt nur soviel wie er zum Überleben benötigt.

Der Wassermann symbolisiert das Wasser, welches wiederum oftmals eine Metaphor für Thora ist. Ohne Wasser und Thora können wir nicht existieren. Somit ist Shevat auch ein neues Jahr zum Thoralernen. Der Wassermann ist ein "air sign". Diejenigen, welche in diesem Sternzeichen geboren wurden, stehen für Rebellion, Veränderungen und spontane Entschlüsse. Sie befinden sich ständig auf der Identitätssuche, sind offen für neue Ideen und sind alles andere als angepasst. Sie hassen Eintönigkeit und sind sehr kommunikativ.

Im Monat Shevat starben zahlreiche berühmte Rabbiner, an deren Yahrzeiten (Sterbedaten) wir bis heute erinnern.

4 Shevat: Rabbi Israel Abuchatzeira, der Baba Sali, 1890 - 1984

5 Shevat: Rabbi Aryeh Yehudah Leib von Ger, 1847 - 1905, der Sefat Emet und Gründer der Chassidut Gur (Ger)

10 Shevat: Rabbi Yosef Yitzchak Schneersohn, der sechste Lubawitscher Rebbe und Schwiegervater des siebten Lubawitscher Rebben Menachem Mendel Schneerson.

14 Shevat: Rabbi Aryeh Kaplan, 1935 - 1983

22 Shevat: Rabbi Menachem Mendel von Kotzk, 1787 - 1859

25 Shevat: Rabbi Israel Salanter

29: Rabbi Nosson Zvi Finkel, der Alter von Slobodka, 1849 - 1927

Des Weiteren starben führende Rebbes der chassidischen Gruppen Zanz und Lelov.

Halacha: Einfügen des Yaale ve Yavo - Gebetes in der Amidah und dem Birkat HaMazon.
Es ist Brauch, dass Frauen am Rosh Chodesh keine Hausarbeiten verrichten.

Chodesh Tov - Einen guten,gesunden und erfolgreichen Monat an alle !

Warum KOSCHER ?

B"H 

Warum sollen Juden koschere Speisen zu sich nehmen ?

Zuerst einmal weil es die Thora so verlangt. Obwohl auch immer wieder gesundheitliche Gründe angegeben werden, nennt uns die Kabbalah ein weiteres wichtiges Argument: Koschere Speisen beeinflussen die Seele (Neschama) in einer positiven Art und Weise. 

Fische müssen koscher sein


 Fisch gebacken in Kokosnussmilch


B”H 

Im 3. Buch Moses (Leviticus – Sefer Vayikra) gibt G – tt den Juden die Kaschrutgesetze, denn Er will, dass Sein Volk nur koscheres Essen zu sich nimmt. In Vayikra (Leviticus) 11:9 heisst es, dass alle Fische, die Schuppen und Flossen besitzen, koscher sind und wir sie verzehren dürfen. Weiter heisst es in  Vayikra 11:10, dass jene Meereslebewesen, die weder Flossen noch Schuppen besitzen, nicht koscher und somit nicht gegessen werden dürfen. 

Was aber ist, wenn ein Fisch entweder nur Flossen oder nur Schuppen besitzt ? Ist er dann trotzdem koscher oder doch nicht ? 

Die Mischna (G – ttes mündliche Gesetzesüberlieferung am Berg Sinai) im Talmud Traktat Chullin 66 legt fest, dass ein Fisch Schuppen UND Flossen haben muss, um als koscher zu gelten. Rabbinische Zusatzkommentare diskutieren, u.a., die Bedeutung der Schuppen. Beispiel: Vor dem Verzehr sollten die Schuppen mit einem Messer entfernt werden. Gesetz dem Fall, dass die Schuppen Bestandteil des Körpers sind und sich somit nicht mit einem Messer abkratzen lassen, ist es fraglich, ob diese Schuppen dann wirklich als Schuppen gelten und der Fisch damit nicht doch in die Kategorie “unkoscher” fällt. Normalerweise jedoch lassen sich jene Fische mit Schuppen und Flossen, die wir auf den Märkten kaufen, leicht mit dem Messer herunterkratzen. 

Was dagegen nicht koscher und somit im Judentum verboten ist, ist der Verzehr von Muscheln, Shrimps, Krabben, Tintenfisch, Krebse, Aale oder Garnelen. 

Links:


Wo sind die Skelette der Toten von Noahs Flut ?

Montag, Januar 23, 2012

Ein klein wenig GUR (Ger) Propaganda

B"H 

Chassidut GUR (Jiddisch: GER) ist die größte chassidische Gruppe Israels. Jedoch nicht die größte chassidische Gruppe der Welt, denn das sind die Satmarer Chassidim. Der Gerrer Rebbe wohnt im haredischen (ultra – orthodoxen) Teil der Stadt Bnei Brak (bei Tel Aviv), doch die größte Gerrer Beit Midrasch (Lehrhaus) samt Synagoge befindet sich in Jerusalem. Spricht man mit einem Gerrer Chassid über die Belzer Chassidim, dann kommt sofort das Konkurrenzgehabe auf: Weder ein Belzer noch ein Vishnitzer Chassidi seien so wichtig wie die Chassidut Gur” in Israel.:-) 

Gur ist eine streng geführte chassidische Gruppe mit ebenso strengen internen Regeln. Allzu viele Außenstehende begehen stets den Fehler nur auf die Toldot Aharon, Satmar oder sonstige Mitglieder der in Mea Shearim (Jerusalem) ansässigen antizionistischen Dachvereinigung “Edah HaCharedit” zu schielen. Dass seien dann ja wohl die Radikalsten”. Falsch gedacht, denn die Chassidim von Gur stehen all dem nicht nach. Nur vielleicht nicht so offensichtlich, denn sie sind durch einen ihrer Chassidim namens Yaakov Litzmann in der Knesset vertreten. 

Die besten Bücher über Gur verfasste der Gerrer Chassid Yitzchak Alfassi, der auch an der Tel Aviv University lehrte. Die wichtigsten Rebbes der Gerrer sind der einstige große Talmudkommentator “Chiddushei HaRim” sowie der Thorakommentator “Sefat Emet”.

Gur ist eine absolut geschlossene Gesellschaft und niemand von außen wird in die Innenwelt der Gerrer vordringen. Selbst den Gerrer Frauen ist es untereinander untersagt, sich über ihren Ehen zu unterhalten.

Vor einigen Jahren lernte ich einen deutschen aus meiner Heimatstadt Nürnberg stammenden Gerrer kennen, der zum Judentum konvertiert worden war und sich der Chassidut Gur angeschlossen hatte.

Mehr Details zu GUR:


http://chassidicstories.blogspot.com/search/label/Chassidut%20Gur



Die Gur Mädchenschule "Beit Yaakov" in Bnei Brak





Photos: Miriam Woelke

Chassidim im Holocaust und die deutsche Berichterstattung

B”H 

Da sich der "Internationale Holocaust – Gedenktag" am 27. Januar nähert, berichtet die deutsche Presse vermehrt zum von den Deutschen geplanten Massenmord an den Juden im Dritten Reich. Was mich dazu nur wundert ist, wie viele deutsche Presseorgane einerseits so verurteilend, u.a., über die "Wannsee – Konferenz" berichten, andererseits jedoch genau so antisemitisch gegen religiöse Juden hetzen wie einst "Der Stürmer". 

Chassidim im Holocaust

Rambam: "G – tt kennen"

B"H 

Der Rambam (Maimonides, Rabbi Moshe ben Maimon, 1135 – 1204) nennt in seiner “Mishna Thora” mehrere Grundsätze des jüdischen Glaubens. Gleich zu Beginn, im ersten Kapital des Mishna Thora Traktates “Sefer Mada”, macht der Rambam deutlich, dass der fundamentale Grundsatz ist, G – tt zu kennen. Wörtlich heisst es: 

“Zu wissen, dass es einen G – tt gibt. Zu wissen, dass G – tt vor Seiner Erschaffung des Universums und jeglicher Existenz, allein jegliche Existenz ausmachte. Niemand und nichts außer G – tt allein existierte". 

Es stellt sich die Frage, warum der Rambam nicht ganz einfach sagt, der Mensch solle an G – tt glauben. Stattdessen benutzt der Rambam in der Mishna Thora Aussage das Wort “YADA – wissen, kennen”. 

Zuerst muss der Mensch akzeptieren, dass es da einen G – tt gibt. Ferner muss der Mensch verinnerlichen, dass G – tt als höchstes, für unseren Verstand unfassbares, Wesen die Welt sowie jegliche Existenz erschuf. 

Sobald ein Mensch diese Tatsache weiss und akzeptiert, kann er fortfahren und an G – tt glauben. Der erste Schritt jedoch ist, zu wissen, dass G – tt existiert. Allein der Glaube ist im Judentum keine Bedingung, sondern das Eingeständnis, dass G – tt vorhanden ist. Jemand kann also akzeptieren, dass G – tt existiert, doch der Glaube ist keine Bedingung.

Samstag, Januar 21, 2012

"Ich bin Jude"

B"H 

Ein grossartiges Video, dass jeder Jude, welcher der englischen Sprache mächtig ist, anschauen sollte . Ob man das Video mag oder nicht, der Monologinhalt stattet den Zuhörer mit einem unbeschreiblichen Boost eigener jüdischer Identität aus. 

Schidduch Anruf

B”H 

Wortdefinition: 

Schidduch: Innerhalb der jüdisch – religiösen Gesellschaft, haredisch (ultra – orthodox) sowohl als auch nationalreligiös, lernen sich Heiratswillige nicht mal eben so kennen. Weder im Café noch im Bus oder auf Parties. Seriöse Eheanbahnungen werden zumeist von Heiratsvermittlern (Schadchanim) organisiert. Nebenher aber arrangieren auch Familien sowie Freunde ebenso diverse Treffen zwischen potentiellen Ehepaaren. Der Verlauf der vorherigen Treffen, sogenannte BLIND DATES, sind unterschiedlicher Natur und ich werde in diesen Wochen ein paar Fallbeispiele geben, damit die Leser sich besser in die Situationen hineinversetzen können. 

Hier ein kurzer Beginn: 

Während ich mich noch in der haredischen (ultra – orthodoxen) Gesellschaft bewegte und anstrengte, ein gutes Mitglied zu sein, unternahmen Freunde und Bekannte schon einige weitere Vorausplanungen. Wie sich das gehört, sollte ein passender Mann arrangiert werden. Zwecks Hochzeit und Kinder, versteht sich. Ohne dem funktioniert in der haredischen Gesellschaft nun einmal nichts. Allerdings befand ich mich noch nicht allzu lange in der Gesellschaft und fand daher, dass ich zuerst meinen eigenen Weg finden müsse, anstatt mir noch das Gejammer von jemand anderem anzuhören. Ich selber hatte damals mit mir allein genug zu tun und wollte mich nicht noch um eine weitere Person kümmern, die da auch irgendwie ihren Gesellschaftweg sucht. Und auf diese Weise entkam ich recht erfolgreich den “Schidduch – Eheanbahnungs” – Versuchen meiner Umwelt. 

Einige Zeit lang wohnte ich in einer WG von zwei und manchmal auch drei relig. Mitbewohnerinnen, die allesamt auf Schidduschsuche waren und alle möglichen relig. Heiratsvermittlerbüros abklapperten. Eines abends, ich war allein daheim, klingelte das Telefon und am Apparat war irgend so ein Typ, der unsere Telefonnummer vom Schadchan erhalten hatte. 

Normalerweise ruft ein Interessent immer die Frau zuerst an und nicht umgekehrt. Und hier war er nun: Ein Typ auf Brautsuche und der Heiratsvermittler hatte ihm eine weitere Telefonnummer gegeben. Mit einer meiner Mitbewohnerinnen wollte er sprechen und ob die daheim sein. 

Nein, war sie nicht und ich sagte ihm, er solle später nochmal anrufen. Der Typ liess jedoch nicht locker und fing, Fragen zu stellen wie: “Ob die Mitbewohnerin denn dick oder dünn sei, groß oder klein und was ich von ihr halte”. Ich dagegen wollte den nervigen Typen loswerden und verwies ihn auf einen späteren Anruf. Auch das beeindruckte ihn nicht, denn er meinte: “Naja, bist Du vielleicht auch auf der Suche, denn dann können wir uns ja treffen. Du klingst interessant”. 

Das Gebaggere ging mir nun vollends auf die Nerven und ich legte auf. Der entsprechenden Mitbewohnerin erzählte ich nichts von dem Typen, mit dem sie sich später traf. Erfolgreich verlief das Treffen eh nicht. 

Mich erstaunte eigentlich lediglich die unglaubliche Frechheit, die der Typ an den Tag legte. Wollte so religiös wirken, doch benahm sich total daneben. Vielleich hätte ich ihn ja fragen sollen, ob er dick der dünn ist. Eines jedoch kann ich mit Sicherheit sagen: Er war ziemlich bescheuert.

Freitag, Januar 20, 2012

Christliche Missionare verfolgen ultra – orthodoxe Juden

B”H 

Es erstaunt immer wieder neu, wie dummdreist christliche Missionare jüdische Ideologien zu ihren eigenen Zwecken umdrehen, nur damit sie irgendwie im Recht bleiben. 

Aktuell planen die Missionare ein neues Center in Flatbush / New York und ein Mitglied der chassidischen Gruppe Chabad (Lubawitsch) meinte zu mir, es würde niemanden verwundern, wenn die Missionare auch noch das neue Buch des Shmuel Boteach beim Missionieren verwenden. 

In israelisch – haredischen (ultra – orthodoxen) Kreisen hat Boteach eh seinen neuen Rufnamen weg: “Der Priester”. 

Donnerstag, Januar 19, 2012

Parashat Va'era - פרשת וארא


 Gesehen in der Altstadt von Jerusalem

Photo: Miriam Woelke
B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Definition: Va'era = Ich erschien, Ich zeigte mich. 
G - tt spricht zu Moshe und sagt ihm, dass Er sich Avraham, Yitzchak und Yaakov mit Seinem Namen E - L SHAD - DAI zeigte, nicht jedoch mit dem Namen Y - H - V - H.


G – ttes Namen drücken IMMER eine bestimmte Eigenschaft oder Aktion von Ihm aus. Wie wird Er handeln ?

Der berühmte chassidische Rabbiner Elimelech von Lejansk schreibt in seinem Buch "Noam Elimelech", dass G – tt sich dem Menschen gemäss dessen individuellem Level zeigt. So auch im Falle des Moshe. Dies bedeutet wiederum NICHT, dass G – tt plötzlich ein anderer ist, nur weil Er unter anderem Namen erscheint. G – tt bleibt immer der Gleiche, nur handelt Er anders. Und der Level eines Menschen hängt in diesem Falle von der Erfüllung der Thoragebote ab.

Was aber genau unterscheidet den Namen E"l Shadda"i von dem Namen, der Moshe genannt wurde, Y – H – V – H ? 

Der Ramban (Nachmanides) vertrat die Ansicht, dass der Name E – l Shad – dai jenen G – tt beschreibt, welcher Wunder vollbringt. Jedoch nur solche Wunder, welche nicht den üblichen Verlauf der Natur beeinflussen. So jedenfalls nahmen unsere Vorväter Avraham, Yitzchak und Yaakov G – tt war. Wenn dieser ihnen in Zeiten der Hungersnot oder einer mehrheitlichen Überlegenheit der Feinde Sicherheit und Überleben gewährte. 

In seinen Kommentaren unterscheidet der Ramban sehr stark zwischen den einzelnen Wundern. Ob diese die Natur beeinträchtigen bzw. außer kraft setzten oder nicht. G – tt unter dem Namen E – l Shad – dai vollbrachte Wunder, die wir nicht unbedingt als solche wahrnehmen; und die jüdischen Vorväter genau so wenig. Moshe hingegen, dem sich G – tt unter dem höchsten Namen Y – H – V – H zeigte, erlebte da eine ganz andere Art von Wundern. Zu der Zeit nämlich veränderte G – tt die Natur, um Wunder stattfinden zu lassen. Wunder also, die für jedermann als Wunder galten und sich nicht mehr im verborgenen der Natur abspielten. 

Wir Menschen tendieren wohl damals genau so wie heute eher dazu, einzig jene Wunder wahrzunehmen, welche wir mit eigenen Augen sehen und die eben etwas Unfassbares ausdrücken. Ein richtiges tolles Wunder, was ist das für uns ? Ein Kranker wird plötzlich und für alle sichtbar geheilt. Die Sonne steht still, Regen fällt von unten nach oben; kurz gesagt, etwas Außergewöhnliches muss her. Etwas, das sonst nie passiert und unglaublich erscheint. Lässt G – tt etwas Derartiges geschehen, ja, dann ist das für uns ein Wunder. Dabei aber vergessen wir die kleinen Wunder des Alltags. Wer von uns fast es schon als Wunder auf, wenn er, trotz wenig Geld doch ausreichend zu Essen kaufen kann. Wen nein Mensch ohne ernsthafte Krankheiten durchs Leben geht. Wen nuns das näherkommende Auto doch noch ausweichen kann und wir nicht angefahren werden. Wer sieht all die kleinen Dinge im Leben als G – ttes Wunder ? Die Vorväter gaben sich damit zufrieden, aber die Frage ist: Tun wir das auch oder suchen wir ständig nur nach der Super Power. Dem Unfassbaren Gewaltigen, was uns zu beeindrucken in der Lage ist.  

Im kabbalistischen Buch ZOHAR lesen wir, dass G – tt anhand Seines höchsten Namens Y – H – V - H die Welt erschuf. Außerdem zeigte sich G – tt den Vorvätern in Seinen Prophezeihungen nur des nachts (Ibn Ezra) und nicht zu jeder Tageszeit wie dem Moshe. Seit Moshe gab es nie wieder einen Menschen, der mit G – tt von "Angesicht zu Angesicht" sprach und sich auf solch höchstem Level der Prophezeihung befand. Von "Angesicht zu Angesicht" deutet symbolisch auf einen extrem hohen Level hin. Ferner war G - tt für Moshe IMMER ansprechbar bzw. zugänglich. Die hier gezeigte Symbolik darf keinesfalls wörtlich genommen werden, denn niemand sieht G –tt auch nur annähernd. Vielmehr wird uns hier eine Metapher in vermenschlichter Sprache gegeben, zu der unser begrenztes Fassungsvermögen einen Zugang haben kann.

Der erste aschkenazische Oberrabbiner, Rabbi Avraham Yitzchak HaCohen Kook (Kuk), kommentierte, dass sich G – tt nun mit Seinem höchsten Namen präsentieren konnte, denn Israel war auf einem hohen Level, da sie in Ägypten zu einer Nation herangewachsen waren. Unsere Vorväter hatten gar keinen Bedarf für diesen hohen Namen Y – H – V – H, da ihnen keine offenen Wunder, welche die Natur verändern sollten, wiederfuhren. Bei den Israeliten aber sollte dies anders sein, denn G – tt vollbrachte für sie offene Wunder; zuerst beim Auszug aus Ägypten und später in der Wüste (Ramban sowie Sforno). Des weiteren vertrauten die Vorväter ganz einfach auf G – tt und fragten nie nach oder beschwerten sich. Moshe hingegen war nur auf eine schnelle Lösung aus a la:
"Ich war bei Pharao, der tut nichts, also G – tt tu was".

Aufgrund ihres blinden G – ttvertrauens benötigten die Vorväter niemals den Namen Y – H – V – H (der chassidische Kommentator Kli Yakar). Dies wiederum aber bedeutet nicht, dass sie den Namen nicht kannten. Laut dem Ramban wußten die Vorväter sehr wohl von dem Namen, gaben sich aber dennoch mit E'l Shadda'i zufrieden.

Der derzeitige Rebbe der chassidischen Gruppe Slonim in Jerusalem, Rabbi Bozorowsky, verfasste meiner Meinung nach brilliante Thorakommentare und auch an dieser Stelle halt er eine exzellente Meinung bereit: Die Israeliten hatten in der äyptischen Diaspora schweren spirituellen Schaden erlitten und waren dabei, G – tt zu vergessen. Sie hatten andere Probleme als die Religion und waren vom täglichen Arbeitspensum so müde, dass sie abends heimkamen, aßen und sich schlafen legten. Wen interessierte da groß G – tt ? Die Diaspora in Ägypten jedoch war, laut Kabbalah, eine Diaspora des "Wissens - Da'at", was voraussetzte, dass alle G – tt kennen mußten. Deswegen benutzte G – tt Seinen höchsten Namen, denn nach all den Jahren besassen die Israeliten nicht mehr das Wissen ihrer Vorväter, das da EIN G – tt ist, der die Welt erschuf.


Die "Zehn Plagen"

Was mich bei der Aufzählung der "Zehn Plagen - עשר מכות - Esser Makkot" immer störte war, wenn es da in der Thora heißt, dass G – tt Pharaos Herz erhärtete. Was genau soll das bedeuten ? War es nicht Pharaos Entscheidung, die Israeliten gehen zu lassen ? Was hat G – tt mit dessen Entscheidung zu tun ? 

An dieser Stelle stellt sich einmal wieder mehr die Frage, inwieweit die Menschen einen "Freien Willen" haben und inwieweit G – tt alles beeinflußt. Es heißt, dass Pharao bis zur fünften Plage über einen freien Willen verfügte und danach nicht mehr. Ab der sechsten Plage sorgte G – tt dafür, dass Pharao keinerlei freie Entscheidungen mehr treffen konnte und dementsprechend die Israeliten nicht gehen liess. 

Wieso tat G – tt das ?
Der Ramban sowie Ibn Ezra geben eine einfache kurze Antwort, welche genauer definiert werden muß: G – tt wollte verhindern, dass Pharao Teschuva macht. Teschuva bedeutet eine Umkehr zu G – tt. Wenn jemand sündigt bzw. etwas Falsches tut, dann läßt G – tt normalerweise Gnade walten, wenn derjenige Reue zeigt und Besserung verspricht. 

Laut dem Rambam (Maimonides) und seiner Mischna Thora – Hilchot Teshuva 5:6, kann G – tt einem Menschen die Teshuva bzw. Gnade verweigern, selbst wenn dieser Reue zeigen täte.
In diesem Fall gibt G – tt dem Sünder vorher unzählige Zeichen, die auf eine eventuelle Reue hindeuten sollen. Erkennt derjenige G – ttes Signale nicht und fährt mit seinem Verhalten fort, richtet G – tt es ein, dass derjenige sein Leben genauso verendet und mit seinen Vergehen stirbt. Bestes Beispiel ist, wenn Hitler plötzlich Reue gezeigt und sich entschuldigt hätte. Ab einem gewissen Zeitpunkt war der Zeitpunkt der Reue für Hitler absolut unmöglich und die Kabbalah könnte mit einbringen, dass nach dessen Tode sogar dessen Seele zerstört wurde. 

Nicht in allen Fällen dürfen wir uns immer auf G – ttes Gnade verlassen und sollten daher zusehen, es nie zu weit kommen zu lassen. Aber nicht alle sind Pharao oder Hitler und von daher ist Otto Normalverbraucher nicht unbedingt in irgendeiner Gefahr. Die Worte des Rambams sind immer kurz und präzise und bilden für das Verhalten Pharaos eine ausreichende Erklärung. 

Schon in der vorherigen Parasha rechtfertigte sich Moshe damit, dass er Probleme beim Sprechen habe. Kommentatoren sagen, dass Moshe gestottert hat. Auch Rabbi Machlis aus Jerusalem fragte einmal, warum G – tt gerade jemanden, der stottert, zur Rettung des Volkes Israel auserkoren hatte. Hätte er nicht jemanden finden können, der gut spricht und ein Charisma hat ? Anscheinend soll hier gelehrt werden, dass es manchmal Menschen gibt, die in unseren Augen als unwichtig sind oder wir meinen, dass sie auf einem niedrigen Stand sind und eh keine Chancen haben. Das genaue Gegenteil aber beweist uns Moshe, der trotz seiner Behinderung zum größten Propheten aufstieg. 

Schabbat Schalom

Häagen - Dazs Eis nicht mehr koscher


Chassidische Tanz