Montag, November 09, 2009

Der KOSCHERE Bus



Der Vishnitzer Rebbe Israel Hager in Marienbad


Der Vishnitzer Rebbe Israel Hager (1860 - 1936)  auf Kur in Marienbad.


Rebbe Israel Hager war der dritte Vishnitzer Rebbe (genannt: "Ahavat Israel") und der Grossvater des jetzigen erkrankten Vishnitzer Rebben Moshe Yehoshua aus Bnei Brak (bei Tel Aviv). Rebbe Israel war ebenso der Urgrossvater der beiden Söhne von Rebbe Moshe Yehoshua, Rebbe Israel and Rebbe Menachem Mendel Hager, welche derzeit um die Machtposition kämpfen.

Auf dem obigen Photo sehen wir Rebbe Israel Hager in der Mitte und links hinter ihm (mit Bart) seinen Sohn Rabbi Chaim Me'ir Hager (genannt: "Imrei Chaim"). Rechts vom Rebben (mit Brille) sehen wir den Gabbai (jemand, der sich um die Synagoge kümmert).

Nirgendwo hingehen

B"H

Erst kürzlich berichtete mir eine Bekannte von einem israelischen Blog, in welchem eine chassidische Frau der Chassidut Gur davon erzählt, wie sie sich von ihrem Mann (einem Gerrer - Gur - Chassid) scheiden liess und die chassidische Gruppe verliess. Nicht nur, dass die junge Frau ihre Gefühle in Worte fasst, darüber hinaus gelingt es ihr, sämtliche Inhalte in einfache Worte zu kleiden. Sogar die Poetik benutzt sie und ein Satz gefiel mir darin besonders:

"Die Frauen von Gur gehen auf der Straße, jede hat ihr Ziel, doch insgeheim gehen sie nirgendwo hin".

Die Gerrer (Gur) Frauen täten dies vielleicht nicht immer aus solch einer trüben Perspektive sehen, dennoch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass besagte Frau Gur nicht verliess, weil sie dort alles hasste und ein furchtbares Leben hatte. Im Grunde genommen wollte sie nur einen Wechsel in ihrem Leben und nicht mehr religiös sein.

Nicht jeder ist dafür gemacht, Mitglied einer chassidischen Gruppe oder einer haredischen (ultra - orthodoxen) Richtung zu sein.
Bedeutet dies, nicht jeder für das relig. Leben gemacht ?
Ganz sicher nicht, denn bezogen auf die Religion und Mitzwoterfüllung besitzen wir alle ein individuelles Potential unser relig. Leben zu meistern und zu gestalten. Die Frage ist nur, inwieweit wir es tatsächlich nutzen.

Bild des Tages




Der Dushinsky Rebbe in Marienbad



Der Dushinsky Rebbe bei einem Spaziergang durch das Marienbad vor dem Zweiten Weltkrieg.

Wer kann die Personen auf dem Photo identifizieren ?

Sonntag, November 08, 2009

Gewalt in jüdisch religiösen Familien


B"H

Israelische religiöse orthodoxe Frauen, die zuhause misshandelt werden, finden hier Hilfe: BAT MELECH !

Gewalt in der Familie kommt in allen Gesellschaftsschichten vor und niemand sollte davor zurückschrecken, Hilfeleistungen in Anspruch zu nehmen. 

Nach dem Giur: Hochzeit unmöglich ?

B"H

Immer wieder höre ich Stories von Paaren, bei denen der eine Teil zum Judentum konvertierte und denen die Hochzeitserlaubnis verweigert wird.

Nicht immer bedeutet ein israelischer Giur (Konversion zum Judentum) auch alle gleichwertigen Rechte, die geborene (selbst säkulere) Juden empfangen. Will ein geborener Jude einen Konvertiten heiraten, gibt es nicht selten Probleme seitens des Oberrabbinates (Rabbanut).

Wer heiraten will, benötigt eine schriftliche Erlaubnis vom Rabbanut und das Amt dafür befindet sich für Jerusalem in der Chavazelet Street, gegenüber vom Zion Square in der Innenstadt. Fand der Giur bei einem fragwürdigen Rabbiner (R. Druckman oder der Yeshiva Nachalat Zvi) statt, so entstehen in der Regel Probleme.
Heiraten zwei Konvertiten, geht normalerweise alles glatt über die Bühne - zumindest wenn das Giurzertifikat stimmt. Kein R. Druckman oder so.

Zum Chaos kommt es immer dann, wenn ein Konvertit einen geborenen Juden in Israel heiraten will. Dann nämlich muss der Konvertit aus seinem etwaigen Heimatland folgendes vorlegen:

  1.  Geburtsurkunde
  2.  Eventuelle Scheidungsurkunde
  3.  Bestätigung des Einwohnermeldeamtes im Heimatland, dass der Antragsteller nicht  anderweitig verheiratet ist.
  4.  Selbige Bestaetigung von der einstigen jüd. Gemeinde sowie Empfehlungsschreiben der Gemeinde / des Rabbiners.
  5. Konversionszertifikat (Te'udat Giur)

Darüber hinaus sollte der Partner des Konvertiten relig. sein oder zumindest diverse Miztwot einhalten. Es wird nachgeprüft und ist der zukünftige Partner als "säkuler" bekannt, wird die Hochzeit in vielen Fällen verweigert und das war's dann auch schon.

Ynet nennt hier nur ein kleines Beispiel, wobei Konversionen, die in der Armee stattfanden, in der Regel nicht akzeptiert werden.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3801184,00.html

Freitag, November 06, 2009

Schabbat Schalom

B"H

Fast brauche ich es nicht mehr zu erwähnen: Heute nachmittag fahre ich zurück nach Jerusalem, um den Schabbat dort zu verbringen. Eingeladen bei Freunden bzw. das ultra - orthodoxe Mea Shearim stehen auf dem Programm.

Der Schabbat im Sommer liegt mir mehr, denn er beginnt viel später und endet demnach später. Man hat viel mehr Zeit, den Ruhetag zu geniessen und es kommt keine solche Hetzerei auf wie beim kurzen Schabbat im Winter, wenn es früh dunkel wird.

Der Jerusalemer Markt Machane Yehudah wird im Winter zu einem Schlachtfeld, denn jeder will schnell schnell einkaufen. Noch dazu wo ca. zwei Stunden vor Schabbatbeginn drei oder mehr Chassidim auftauchen und die Geschäftsinhaber zum sofortigen Schliessen auffordert. Die relig. Anstandspolizei sozusagen, denn in Jerusalem herrschen andere Regeln als in Tel Aviv.
Die drei oder mehr Chassidim tauchen auf und blasen in ein Horn - das Zeichen, dass die Marktstände schliessen sollen. Natürlich wird dies von vielen ignoriert und der Trubel geht weiter. So manche Kundschaft trifft eh erst vor Verkaufsschluss ein, denn dann werden die Waren billiger.

Es gibt kein besseres Schauspiel vor dem Schabbateinbruch als den Machane Yehudah Markt mit seinem Chaos.
Jede Woche kommt schon beim Gang durch die Standreihen das Schabbatgefühl auf. Erst herumshasten und sich dann nach dem Kerzenzünden fallenzulassen.


"Schabbat Schalom" an alle Leser !

Seltene Photos: Kongress der Agudat Israel und die Ankunft des Imrei Emet

B"H

Photos, die man nicht mehr allzu oft zu Gesicht bekommt:
Vor dem Zweiten Weltkrieg war Marienbad DAS Kurzentrum und der Anlaufpunkt vieler chassidischer Rebben. Hier einige Photos aus einer Sammlung:






Der Imrei Chaim trifft zum oben gezeigten Kongress ein und die Menschen erwarten ihn. Der Imrei Chaim war einer DER grossen Rebben der Chassidut Gur. Sein ältester Sohn Me'ir Alter kam später in Treblinka um...





Quelle: Chipmunk

Donnerstag, November 05, 2009

Parashat Vayera - פרשת וירא


Das Überbleibsel von Sodom (Sdom): Salz

B"H


Die Thoralesung für diesen Schabbat


Die ersten Worte der Thoraparasha beschreiben uns, wie Avraham in der Wüste vor seinem Zelt sitzt und nach vorbeikommenden Reisenden Ausschau hält, die er zum Essen einladen will. Avraham war die Verkörperung von "Chesed - Güte" und er schon zu seiner Zeit war er berühmt, dafür, wildfremde Menschen in sein Zelt zum Essen einzuladen. Persönlichen Dank verlangte er nie, sondern einzig und allein, daß die Gäste nach dem Mahl dem einzigen alleinigen G - tt danken.


"Und G - tt erschien (Vayera) dem Avraham …"


Raschi erklärt hierzu, daß G - tt den Avraham nach dessen Beschneidung "besuchen" wollte. Es handelte sich um den dritten Tag nach der Beschneidung und G - tt rief eine große Hitzewelle hervor, welche Reisende abhalten sollte, um so Avraham eine Ruhepause zu gönnen. Avraham dagegen hielt eifrig Ausschau und ließ sich selbst von den Schmerzen der Beschneidung nicht davon abhalten, Gäste bewirten zu wollen (Talmud Bava Metzia 86b). Schon aus den ersten Worten dieser Parasha lernen wir, wie wichtig Krankenbesuche sind, denn G - tt schaute "persönlich" bei Avraham vorbei.


Kurz darauf stehen drei Fremde vor Avraham und dieser springt sogleich auf und lädt sie zum Essen ein, ohne allerdings zu ahnen, daß es sich bei ihnen um Engel handelt.
Danach beauftragt er seine Frau Sarah Essen zuzubereiten und kurz darauf hört Sarah einen der Engel sagen, daß sie demnächst einen Sohn zur Welt bringen wird. Sarah befand sich damals im stolzen Alter von 90 Jahren und lachte über die Bemerkung des Engels. Wenig später teilt G - tt Avraham von seiner Absicht mit, die Stadt Sodom sowie einige weitere Städte in der Gegend zerstören zu wollen und die Engel machen sie auf den Weg.


Soweit die ersten Handlungen in der Parashat Vayera.


Der Ramban (Nachmanides) hat einen grandiosen Kommentar zu dem Geschehen und stützt sich dabei auf das Buch "Moreh Nevuchim - The Guide of the Perplexed " des Rambam (Maimonides). Die genaue Quellenangabe lautet: Moreh Nevuchim 2:41 - 42.


Der Ramban stellt fest, daß wenn die Erklärungen des Rambam richtig sind, alle Handlungen (die drei Engel kommen zu Avraham, Sarah backt und lacht) niemals real stattgefunden haben (ebenso der Kommentar des Ohr HaChaim).
Wenn wir lesen "Vayera elav HaShem…" bedeutet dies, daß sich G - tt natürlich nicht in einer Form oder Gestalt dem Avraham zeigte (G - tt hat weder Form noch Gestalt), sondern daß Er ihm in einer Vision erschien.


Im zweiten Buch des "Guide for the Perplexed" beschreibt der Rambam ausführlich seine Meinungen zu jeglicher Art von Prophezeihung. Und nachdem Avraham beschnitten und somit einen Bund mit G - tt eingegangen war, unterlag er von nun an einer höheren Art von Prophezeihung als zuvor. Zuerst hatte Avraham "verschwommene" Visionen, welche mit einem Vorhang zu vergleichen sind. Wir sehen etwas, doch Einzelheiten bleiben mehr oder weniger verborgen. Nach der Beschneidung allerdings war Avraham auf einem wesentlich anderen Level und somit gab es für ihn klare Prophezeihungen.


Eine interessante These, welche der Ramban da aufstellt. Oberflächlich betrachtet ist es unerheblich, ob Avraham die Handlungen nur in einer Vision erlebte oder ob sie tatsächlich real stattgefunden haben. Weitere Thorakommentatoren sehen die Handlungen als sehr real an. Allein schon aus dem Grund, daß als Sarah die Bemerkung des Engels hörte, sie werde trotz ihrer 90 Jahre demnächst einen Sohn (Yitzchak) gebären lachte, sie sarkastisch vor sich hin sagte, daß dieses ja wohl unmöglich sei, denn ihr Mann (Avraham) sei viel zu alt.


Und nun achtet einmal alle auf den genauen Text in der Thora.


Sie sagte, ihr Gatte sei zu alt.


Als jedoch gleich darauf G - tt Avraham berichtet, daß Sarah lachte, sehen wir plötzlich eine ganz andere Wiedergabe des Geschehens. G - tt sagt nämlich zu Avraham: "Warum lachte Sarah und sagte - soll ich (Sarah) wirklich gebären, wo ich doch viel zu alt bin" ?


Sarah aber sagte niemals, daß sie zu alt sei, sondern ihr Gatte.


Die Frage ist: Wieso stellt G - tt den Inhalt von Sarahs Worten anders dar als er mit Avraham spricht ?


Die Gemara im Talmud Bava Metzia 87a erklärt warum und stellt damit ein äußerst wichtiges und zugleich höchst kompliziertes Konzept im Judentum auf. Hätte G - tt dem Avraham die exakten Sätze Sarahs zitiert, dann hätte dies einen Streit zwischen Sarah und ihrem Gatten hervorrufen können. Um den Familienfrieden zu erhalten, benutzt G - tt sozusagen eine "Notlüge".
Manchmal ist es wichtig, Familienmitgliedern oder guten Freunden nicht immer die direkte Wahrheit zu sagen, um keine Feindschaften zu schüren. Wann jedoch diese Fälle genau eintreten, ist sehr schwer zu erklären. Nicht jede "Notlüge" kann mit dem Konzept aus Bava Metzia gerechtfertigt werden.


Kauft, zum Beispiel, eine Frau ein neues Kleid und der Gatte findet es total häßlich, dann sollte er seiner Frau nicht unbedingt direkt sagen, was sie denn da für einen häßlichen Fetzen gekauft habe. Um den Familienfrieden zu erhalten, sollte der Mann zurückhaltender sein, um die Gefühle der Frau nicht zu verletzen.
Dieses komplizierte Konzept finden wir noch anderswo; nämlich bezüglich der "Laschon HaRah - des Gerüchteverbreitens und des Klatsches über andere". Ein berühmtes Beispiel finden wir im Buch Micha (Propheten), indem Yaakov EMET (Wahrheit) zugeschrieben wird. Aber sagte Yaakov wirklich immer die Wahrheit ?
Auch hier handelt es sich um komplizierte Zusammenhänge in Fällen, wo man eine Art von "Laschon HaRah" benutzen MUSS, um positive Ergebnisse zu verursachen. Aber wie gesagt, diese Konzepte sind höchst kompliziert und man sollte sich allgemein davor hüten, bestimmte Verhaltensweisen damit zu rechtfertigen.


Die drei Männer, die Avraham erschienen, werden von den Kommentatoren als Engel dargestellt. Der Talmud Traktat Bava Metzia 86b nennt uns die Namen der drei Engel: Michael, Gabriel und Raphael. Und jeder der Drei hatte eine bestimmte Aufgabe in unserer Welt zu verrichten, denn niemals kommt ein Engel allein mit zwei Missionen (Midrash Rabbah). Jeder Engel führt seine individuelle Aufgabe aus und zieht sich danach zurück. So war es die Aufgabe Michaels, Sarah wissen zu lassen, daß sie ein Kind bekommen wird. Raphael kam, um Avraham zu heilen und Gabriel sollte Sodom zerstören.


In der Midrash Rabbah fragt der Kommentator Etz Yosef, warum denn die Thora nicht die Namen der Engel nenne ?
Laut dem berühmten talmudischen Rabbi Reish Lakish haben die Engel gar keine Namen. Der Etz Yosef fährt fort, daß die Namen gewisser Monate sowie Engel erst im babylonischen Exil entwickelt worden sind. So werden Michael und Gabriel im Buch des Daniel genannt und Raphael ist im Buch Tobi (Tovi) erwähnt.


Noch heute verwenden wir den Ausdruck: "Wie Sodom und Gomorrha" ohne uns jedoch über die wahren Geschehnisse in der Gegend im klaren zu sein. Die Gegend am Toten Meer war damals keine Wüste, sondern ein blühendes fruchtbares Land. Auch das Tote Meer selbst gab es noch gar nicht, sondern es handelte sich geographisch um das Tal der Schedim, indem die Könige gegen Avraham kämpften (siehe die vorherige Parashat Lech Lecha). Erst nach der Zerstörung Sodoms wurde die Gegend eine Wüste in der nichts wächst.


Die Bewohner Sodoms waren reich und wollte alles, nur keine armen Durchreisenden. Sie taten alles um zu verhindern, daß sich Leute unter ihrer Würde in der Stadt niederließen und brachten auch schonmal den ein oder anderen Reisenden um. Gastfreundschaft oder jegliches Mitleid waren gesetzlich verboten und so wurde eine Tochter Lot's, die einem Armen Essen reichte, zum Tode verurteilt. Sie wurde von oben bis unten mit Honig beschmiert und dann auf einem Dach plaziert. Unnötig zu erwähnen, daß sie von einem Bienenschwarm erstochen wurde (Talmud Sanhedrin 109b). G - tt hörte den Aufschrei der Frau und das Schicksal Sodoms war besiegelt.


Aber warum gerade Sodom ? Gab es nicht überall auf der Welt solche Vergehen ?


Die Begründung liegt darin, daß Sodom sich im Heiligen Land befand und nicht außerhalb. Und für das heilige Land ist G - tt allein verantwortlich.


Zum Schluß erfahren wir von der Akeidat Yitzchak - der Opferung des Yitzchak auf dem Tempelberg (Har HaMoriah). Sarah und Avraham hatten einen gemeinsamen Sohn, den Yitzchak. Den 13 Jahre älteren Sohn Ishmael hatte Avraham mit seiner Konkubine Hagar, einer ägyptischen Prinzessin.


Das kabbalistische Buch Zohar lehrt, daß Ishmael vor der Beschneidung Avrahams geboren wurde und dieser schon in seiner Kindheit dem Götzendienst seiner Mutter Hagar folgte. Wie schon erwähnt erreichte Avraham erst nach seiner Beschneidung einen besonders hohen Level und G - ttes Anwesenheit (Schechinah) lag immer auf ihm. Kabbalistisch gesehen ist Yitzchak damit höher als Ishmael, denn Sarah ist seine Mutter und er wurde erst nach der Beschneidung geboren. Außerdem war sein Charakter anders als der des Ishmael und somit wurde Yitzchak zum von G - tt auserwählten Erbe Avrahams. Zu erwähnen bleibt, daß Ishmael wesentlich später in seinem Leben Teshuvah machte und zu G - tt zurückkehrte.


Die berühmte Frage lautet, warum G - tt Avraham damit testete, seinen geliebten Sohn zu opfern. Hierzu hat Rabbi Kook einen erstaunlichen Kommentar:
Avraham führte den Monothoismus wieder ein und damit bekam der Götzendienst der Mitmenschen eine gegengesteuerte Kraft. Kann der Monothoismus die gleiche religiöse Euphorie hervorrufen wie der Götzendienst ? Mit seiner uneingeschränkten Bereitwilligkeit G - tt zu dienen, bewies Avraham das dem so ist.


Schabbat Schalom

Deutsche und die Erforschung der jüdischen Vergangenheit

B"H

Manchmal mag der Eindruck entstehen, dass ich zuviel auf Deutschland herumhacke und nichts Positives zu berichten habe. Dem ist nicht so und es gibt sehr wohl viel Positives:

Eine erstaunliche Anzahl von Deutschen macht sich auf, um die jüdische Geschichte im eigenen Land, Ort oder von Friedhöfen zu erkunden.

SORRY, DAS VORHERIGE PHOTO WURDE VON MIR GELÖSCHT, DA NOCH KEIN COPYRIGHT VORLIEGT !


Eine längst vergangene meist osteuropäische Geschichte wird hier historisch aufgearbeitet.
In anderen Fällen sind es Otto - Normalverbraucher - Deutsche, die da die jüdische Geschichte in ihren Heimatorten erkunden und zugleich vor dem neu aufkommenden Faschismus warnen. Neulich gab es eine Dokumentation über solch eine Frau im "Spiegel Online" zu lesen, deren Link ich leider nicht mehr auffinden konnte.

Wer weiss, welche Photo - Dokumentenschätze sich in so manchem Privathaushalt befinden. Eine Online - Vernetzung wäre da von Vorteil. Schon allein aus dem Grund, da Juden aus dem Ausland an diesen Bilder hohes Interesse haben.

Den wohl bekannsten Fall einer solchen Aufklärungsarbeit bereitet uns die Stadt Passau mit Anna Rosmus. Ihre Lebensgeschichte wurde hier verfilmt !

Yahrzeiten von Rabbi Me'ir Kahane und Rabbi Shlomo Carlebach


Kahane - Gedenkveranstaltung heute in Jerusalem

B"H

Heute (Donnerstag) ist die Yahrzeit (Sterbegedenkttag) von Rabbi Me'ir Kahane. Rabbi Kahane war zu Lebzeiten ein äusserst umstrittener Rabbiner, der er wollte die Palästinenser nach Jordanien abschieben.
Man kann über Kahane sagen, was man will: Wer sich tiefer mit ihm beschäftigt, wird feststellen, dass der Rabbi in seinen Prophezeihungen Recht behielt.
Mag man es nun gerne hören oder nicht !

Rabbi Shlomo Carlebach (dessen Yahrzeit ebenso dieser Tage begangen wird) war das Gegenteil zu Kahane. Beide kannten sich und hatten ein recht gutes Verhältnis. Und beide Rabbis sind heute beliebter als noch zu Lebzeiten, wobei das Carlebach Movement sich stetig erweitert. In Israel ist es heute oft als Hippiekultur bekannt. Man schaue auf den Carlebach Moschav "Modi'in" sowie auf Jerusalems Stadtteil Nachlaot und die Carlebach Synagoge "Kol Rina".

Von haredischen Kreisen wird Carlebach vollkommen abgelehnt.

Link:

Rabbi Shlomo Carlebach

Mittwoch, November 04, 2009

Die modernen Schnorrer

B"H


In Israel ansässige orthodoxe Einrichtungen, hierbei vor allem haredische (ultra - orthodoxe) Ausrichtungen, sind nicht selten auf Spenden angewiesen. Fast alle haredischen Rabbiner (einschliesslich der chassidischen) benötigen Unmengen von Geldern, um die Yeshivot und andere Lerninstitute aufrecht zu erhalten. Hinzu kommt der finanzielle Unterhalt der Synagogen, aber auch die Einsatzbereitschaft sozialer Dienste wie das Essen der Schüler, die Unterstützung armer Familien oder die Einrichtung einer Suppenküche für die Gemeinschaft.
Dies alles wird vielfach von Spenden finanziert, denn so manche , wen auch wenige, Gruppierungen verweigern die finanziellen Zuwendungen des Staates Israel und unterhalten sich ausschliesslich von privaten Spenden.


Aus diesem Grund reisen besonders chassidische Rabbiner mehrmals im Jahr ins Ausland. Nach England, in die USA, nach Kanada, Australien, Österreich oder in die Schweiz. Dorthin, wo das Kapital sitzt; vorweglich das jüdische. Ich erinnere hier nur an die wohlhabende, im wahrsten Sinne des Wortes, Familie Reichmann aus (Kanada ?), die da vielen chassidischen Rebben finanziell zur Seite steht.


Das Ausland ist immer gut zum Geldmachen, das haben schon diverse Rabbiner vor Jahren entdeckt, deswegen unternehmen sie als Privatperson mit ihrem selbstverfassten und "gerade erschienen" Buch unter dem Arm eine Art Promotiontour durch verschiedene amerikanische Gemeinden oder auch in England. Es kommt immer darauf an, welcher Sprache man mächtig ist und wo Beziehungen aufgebaut worden sind. Vielfach durch Freunde oder Bekannte, die schon im Vorfeld kräftig die Werbetrommel erschallen lassen.


Bisher galt, dass die englische Sprache führend ist. Wer ein Buch schreibt und es einträglich verkaufen will, der muss etwas auf Englisch vorweisen. Wer im Ausland soll das sonst auch lesen ?


Der deutschsprachige Markt wurde dabei oft ausgelassen, doch das soll nun anders werden. Immerhin sitzen reiche Juden in der Schweiz, in Österreich und ggf. auch in Deutschland. Und derlei Wohlhabende haben vielleicht einmal das Bedürfnis einen Vortrag eines Rabbiners aus Israel zu lauschen.
Vortrag ?
Das kann ja nie schaden dahinzugehen, denn selbst wenn mich der Inhalt nicht interessiert, ein soziales Networking ist immer vorhanden.







Nicht alle im Ausland referierenden Rabbiner sind so anerkannt wie Rabbi Adin Steinsaltz. Zuviele schwarze Schafe versuchen ihr Business Glück im Ausland, denn in Israel ist der Markt gesättigt.

Photo: Steinsaltz



Sind Gemeinden, die soetwas veranstalten, sich immer darüber im Klaren, wer da so als Rabbiner antanzt ?
Vortrag, schön und gut, doch hinterher sammelt der Rabbi eventuell Spenden (Schecks) ein und will sein Buch anpreisen.


Manche deutschsprachige Gemeinden mögen in der Hinsicht unbedarft sein. Man hört den Namen eines Rabbiners, der irgendwie in Israel bekannt ist; doch wird nicht näher nachgeforscht, in welcher Hinsicht so manch einer bekannt ist ? Informiert sich die Gemeinde darüber, was andere haredische Gruppierungen in Israel von der besagten Person halten ?
Wie sieht es letztendlich tatsächlich mit dem so offenbar fabelhaften Ruf aus ? Wo genau fliessen die Spenden hin und was soll mir als "Kunde" so ein Buch jetzt sagen ? Ein Buch relig. verfasst mit allem Drum und Dran, aber ich habe eigentlich gar keine Ahnung von dem Inhalt. Um was geht es da jetzt genau ?


Die Frage für den Staat Israel, sprich der Fiskus, bleibt stets, ob diese modernen Schnorrer auf ihre Profite Steuern zahlen oder nicht.
Wahrscheinlich nicht.


Was ich den Gemeinden damit sagen will ist:
Alles ganz toll, Rabbiner aus Israel bei sich zu haben und einmal einen Vortrag halten zu lassen. Trotz aller Euphorie sollte jedoch der Verstand siegen und ich rate jedem, sich eingehend zu erkundigen, wen er sich da ins Haus holt. Dies sind die Gemeindevorsitzenden ihren Mitglieder schuldig.

"Teaching Sucks"


Einfach auf das Photo klicken, um es zu vergrössern !

Konversion zum Judentum versus Konversion zum Islam

B"H

Über Konversionen zum Judentum haben wir in diesem Blog schon mehr als ausführlich diskutiert oder berichtet. Was ich mich aber frage ist, warum Leute zum Islam konvertieren.
Mit "Leute" meine ich den europäischen Otto Normalverbraucher.

Was zieht die Menschen am Islam an ? Ist es das orientalische Bewusstsein ? Die Eigenheit, anders sein zu wollen und das Bedürfnis, sich von der christlichen Masse herausheben zu wollen ?

Was bewegt viele Menschen unserer Zeit, ihr Heil im Islam zu suchen ?

Hier ein kleiner Bericht zur Konversion zum Islam in englischer Sprache:

http://knowledgecity.blogsome.com/2009/11/03/submission-to-islam/


Dies soll gewiss keine Werbung für den Islam sein, sondern vielmehr interessiert es mich, warum die Konvertiten dorthin den einfachen Weg der Konversion bevorzugen. Schliesslich unterliegt ein Moslem nicht sovielen Mitzwot (Regeln) wie im Judentum.

Dienstag, November 03, 2009

Launen

B"H

Generell bin ich alles andere als ein launischer Mensch. Wenn es jedoch um das Judentum oder jüdische Themen geht, kann schon einmal eine Laune ihren Lauf nehmen. Einige Zeit lang konzentriere ich mich auf den Talmud, dann wieder auf die jüdische Philosophie, dann auf die Thora, und und und. Langweilig wird es demnach nie.

Was aber ist, wenn ich heute absolut religiös bin und morgen einen Durchhänger habe ?
Keinen "freien Fall", sondern halt einen Tag, an dem alles nicht so läuft und man gerade so die Segen zum Essen und Trinken hinter sich bringt.
Die Breslover Chassidim sagen, dass man in dem Falle bloß nicht verzagen, sondern fröhlich sein soll. Und diese Fröhlichkeit führe einen dann tatsächlich nach einiger Zeit auf den richtigen Pfad zurück.
Wie auch immer, das Breslover Konzept kommt nicht immer bei mir an und dann gibt es halt solche Tage, wo man einfach nur das Bedürfnis hat, in Ruhe gelassen zu werden. Es gibt kaum Schlimmeres als jemanden Ungeduldiges neben sich zu haben, der einen dauernd mit der Frage nervt, ob man denn jetzt schon gebetet habe.

Das kommt in den besten Familien vor und in solchen Situationen nehme ich mir stets eine kleine "Auszeit" und konzentriere mich auf Anderweitiges. Auf den puren Alltag oder die Lust am Leben. Leider vergisst man Letzteres zu oft, wenn man sich ausschliesslich mit der Religion beschäftigt. Wann schaut man sich da schon einmal die Natur näher an ? Einfach Dinge tun, die ansonsten irgendwo hinten anstehen.

Hat man ein paar Stunden oder einen Tag "freigehabt", geht man zumindest positiver an den relig. Alltag heran als sich selbst zu etwas zu zwingen, wozu einem gerade der Sinn fehlt.

Zeit zum Relaxen zu nehmen ist sinnvoller als sich durchzunörgeln.

Der CHAZON ISH zur "Rettung"

B"H


Der "Chazon Ish" ist in der halachischen Welt ein nicht wegzudenkender Name. Rabbi Avraham Yeshaya Karelitz wurde im Jahre 1878 in Weissrussland geboren und liess sich im Jahre 1933 in Bnei Brak (bei Tel Aviv) nieder. Schnell wurde sein Haus zum Anlaufpunkt derer, die halachischen Rat suchten.

Im Alter von 75 Jahren verstarb der "Chazon Ish" in Bnei Brak.


In der letzten Wochenausgabe der antizionistischen Dachorganisation "Edah HaCharedit" fand ich, u.a., jene Aussage des Chazon Ish:





הצלה

כמובן בזמן הזה הצלת ילד לחינוך ישראלי הוא לא פחות ההצלה מטביעה בנהר

Rettung

Selbstverständlich ist zu unserer Zeit die Rettung eines Kindes zur israelischen (jüdischen) Erziehung nicht weniger wichtig als die Rettung vor dem Ertrinken in einem Fluss.

Mein Deutsch mag etwas rostig klingen, doch was uns das Statement sagen will, ist dass ein jüdisches Kind jüdisch erzogen werden muss. Eine jüdische Identität genauso wie die Thorawerte gehören dazu.

Der haredischen sowie auch der nationalrelig. Gesellschaft ist eine jüdische Erziehung, angefangen vom Kindergarten bis zur Schule, extrem wichtig. Bis zu einem bestimmten Alter werden die Kinder in einem spezifischen Rahmen gehalten, damit eine Festigung der eigenen Werte entsteht. Die Eltern leben nicht selten in der Angst, ihre Kinder durch zuviel äußere Einflüsse verlieren zu können. Sprich, dass die Kinder aus derjenigen Gesellschaft abwandern.

Montag, November 02, 2009

Darf der Sohn aus einer "Mischehe" bei seiner Bar Mitzwah aus der Thora lesen ?

B"H


Rabbi Moshe Feinstein (1895 - 1986) war weltbekannt für seine halachischen Entscheidungen. Er war der "Posek HaDor - der Halachaexperte der Generation" und mir ist niemand bekannt, der an seinen Entscheidungen zu rütteln wagte. In Weissrussland geboren, zog Rabbi Feinstein im Jahre 1936 nach New York und lebte dort bis zu seinem Tode.

Seine Sammlung halachischer Entscheidungen ist in dem Buchband "Iggerot Moshe" einzusehen.
Hier ein kleiner Auszug daraus, in welchem es um die Frage geht, ob ein Sohn aus einer "Mischehe", in dem Fall ist eine Jüdin mit einem nichtjüdischen Mann verheiratet, an seiner Bar Mitzwah aus der Thora lesen darf.
Die halachische Entscheidung Rabbi Moshe Feinsteins dazu ist im Paragraphen (Siman) 73 zu finden.

Rabbi Moshe Feinstein:
Ich wurde von einem Rabbiner gefragt, ob der Sohn einer Jüdin, die mit einem Nichtjuden verheiratet ist, auf seiner Bar Mitzwah aus der Thora lesen darf.

Anmerkung: Es ist allgemein üblich, dass ein Bar Mitzwah - Junge (bei Vollendung des 13. Lebensjahres) bei der Feier zur Thora aufgerufen wird und einen bestimmten Abschnitt daraus liest.

Der Sohn einer Jüdin ist einwandfrei Jude, selbst wenn der Vater Nichtjude sein sollte. Daher hat er bei seiner Bar Mitzwah die Aufgabe, aus der Thora vorzulesen. In diesem Falle aber ist die Mutter noch mit dem Nichtjuden verheiratet, und somit besteht eine andere Regelung für den Jungen. Solange die Eltern in einer Mischehe leben und sich die Mutter noch nicht von dem nichtjüdischen Gatten getrennt hat, darf der Sohn, selbst wenn er Jude ist, bei seiner Bar Mitzwah - Feier NICHT zur Thora aufgerufen werden.
Begründung: Es könnte bei solch einer Feier Freude aufkommen und diese ist in dem Fall kaum gegeben, solange die Mutter noch in einem solch zweifelhaften Verhältnis lebt. Außerdem wäre ein Thoraaufruf kein gutes Beispiel für andere jüdische Kinder, die entweder auch Bar Mitzwah feiern oder aus anderem Grund anwesend sind.

Biblische und rabbinische Gesetzgebung

B"H

Die jüdische Gesetzgebung besteht aus dem schriftlichen biblischen Gesetz und aus der mündlichen Überlieferung, der Mischna. Zusammen mit der Gemara (den rabbinischen Diskussionen zur Mischna) ergibt die Mischna den Talmud.

Wozu brauchen wir überhaupt eine mündliche Interpretation (von G - tt an Moshe weitergegeben) ? Reichen die Gesetze der Thora nicht aus ?

Eben nicht, denn viele Gesetze wie Tefillin, Ehevertrag oder Tieropfer werden in der Thora nicht eindeutig beschrieben: "Wie, wann und wo mache ich das genau ?"

Der allgemeine Unterschied zwischen den rabbinischen Richtlinien und dem biblischen Gesetz besteht darin, dass ersteres wesentlich milder richtet als die Thora. Es kommt vor, dass sich beide Gesetzgebungen in ihren Entscheidungen / Urteilen total voneinander unterscheiden.
Beispiel: Die Thoragesetzgebung betrachtet den Gewinn aus Glücksspielen nicht als "Gezel - Diebstahl". Das rabbinische Gericht hingegen besagt, dass die Glücksspieleinnahmen sehr wohl Diebstahl sind, denn der Gewinner hat dafür nicht arbeiten müssen.

Wann wurde das talmudische Gesetz schriftlich verfasst, nachdem es über Generationen hinweg stets mündlich überliefert worden war ?

Hier gehen die Meinungen weit auseinander; die weitverbreiteste Meinung jedoch lautet, dass Rabbi Yehudah HaNasi Teile der Mischna aufschrieb. Später wurde dies von seinen Schülern fortgesetzt.
"Die Thora ist vom Himmel, aber nicht im Himmel !" - Siehe dazu den Talmud Traktat Bava Metziah 59a/b. Der Ursprung der Halacha ist im Himmel, doch deren Reichweite, Leben und Entwicklung erfolgt auf Erden. 
__________________

Quelle:


"Jewish Law" (History, Sources, Principles), Volume I, von Menachem Elon

Ein Blick in das sephardische Koscherzertifikat "Badatz Beit Yosef"


B"H

Wer der englischen Sprache mächtig ist, der sollte unbedingt diesen Artikel zum sephardischen Koscherzertifikat (Hechscher) "Badatz Beit Yosef" lesen !

Das sephardische Hechscher ist nicht überall (u.a. in Jerusalem) anerkannt, was ich vor allem von den Belzer Chassidim (Badatz Belz) weiss.

http://www.jerusalemkoshernews.com/2009/10/a-look-at-badatz-beit-yosef/#more-1476