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Sonntag, November 04, 2012

Parashat Vayera - פרשת וירא


Das Überbleibsel von Sodom (Sdom): Salz

B"H


Die Thoralesung für diesen Schabbat

Die ersten Worte der Thoraparasha beschreiben uns, wie Avraham in der Wüste vor seinem Zelt sitzt und nach vorbeikommenden Reisenden Ausschau hält, die er zum Essen einladen will. Avraham war die Verkörperung von "Chesed - Güte" und er schon zu seiner Zeit war er berühmt, dafür, wildfremde Menschen in sein Zelt zum Essen einzuladen. Persönlichen Dank verlangte er nie, sondern einzig und allein, daß die Gäste nach dem Mahl dem einzigen alleinigen G - tt danken. 

"Und G - tt erschien (Vayera) dem Avraham …" 

Raschi erklärt hierzu, daß G - tt den Avraham nach dessen Beschneidung "besuchen" wollte. Es handelte sich um den dritten Tag nach der Beschneidung und G - tt rief eine große Hitzewelle hervor, welche Reisende abhalten sollte, um so Avraham eine Ruhepause zu gönnen. Avraham dagegen hielt eifrig Ausschau und ließ sich selbst von den Schmerzen der Beschneidung nicht davon abhalten, Gäste bewirten zu wollen (Talmud Bava Metzia 86b). Schon aus den ersten Worten dieser Parasha lernen wir, wie wichtig Krankenbesuche sind, denn G - tt schaute "persönlich" bei Avraham vorbei. 

Kurz darauf stehen drei Fremde vor Avraham und dieser springt sogleich auf und lädt sie zum Essen ein, ohne allerdings zu ahnen, daß es sich bei ihnen um Engel handelt.
Danach beauftragt er seine Frau Sarah Essen zuzubereiten und kurz darauf hört Sarah einen der Engel sagen, daß sie demnächst einen Sohn zur Welt bringen wird. Sarah befand sich damals im stolzen Alter von 90 Jahren und lachte über die Bemerkung des Engels. Wenig später teilt G - tt Avraham von seiner Absicht mit, die Stadt Sodom sowie einige weitere Städte in der Gegend zerstören zu wollen und die Engel machen sie auf den Weg. 

Soweit die ersten Handlungen in der Parashat Vayera. 

Der Ramban (Nachmanides 1194 - 1270) bringt einen grandiosen Kommentar zu dem Geschehen und stützt sich dabei auf das Buch "Moreh Nevuchim - The Guide for the Perplexed " des Rambam (Maimonides, 1135 - 1204)). Die genaue Quellenangabe lautet: Moreh Nevuchim 2:41 - 42. 

Der Ramban stellt fest, daß wenn die Erklärungen des Rambam richtig sind, alle Handlungen (die drei Engel kommen zu Avraham, Sarah backt und lacht) niemals real stattgefunden haben (ebenso der Kommentar des Ohr HaChaim).
Wenn wir lesen "Vayera elav HaShem…" bedeutet dies, daß sich G - tt natürlich nicht in einer Form oder Gestalt dem Avraham zeigte (G - tt hat weder Form noch Gestalt), sondern, dss Er ihm (Avraham) in einer Vision erschien. 

Im zweiten Buch des "Guide for the Perplexed" beschreibt der Rambam ausführlich seine Meinungen zu jeglicher Art von Prophezeihung. Und nachdem Avraham beschnitten und somit einen Bund mit G - tt eingegangen war, unterlag er von nun an einer höheren Art von Prophezeihung als zuvor. Zuerst hatte Avraham "verschwommene" Visionen, welche mit einem Vorhang zu vergleichen sind. Wir sehen etwas, doch Einzelheiten bleiben mehr oder weniger verborgen. Nach der Beschneidung allerdings war Avraham auf einem wesentlich anderen Level und somit gab es für ihn klare Prophezeihungen. 

Eine interessante These, welche der Ramban da aufstellt. Oberflächlich betrachtet ist es unerheblich, ob Avraham die Handlungen nur in einer Vision erlebte oder ob sie tatsächlich real stattgefunden haben. Weitere Thorakommentatoren sehen die Handlungen als sehr real an. Allein schon aus dem Grund, daß als Sarah die Bemerkung des Engels hörte, sie werde trotz ihrer 90 Jahre demnächst einen Sohn (Yitzchak) gebären lachte, sie sarkastisch vor sich hin sagte, daß dieses ja wohl unmöglich sei, denn ihr Mann (Avraham) sei viel zu alt. 

Und nun achtet einmal alle auf den genauen Text in der Thora. 

Sie sagte, ihr Gatte sei zu alt. 

Als jedoch gleich darauf G - tt Avraham berichtet, daß Sarah lachte, sehen wir plötzlich eine ganz andere Wiedergabe des Geschehens. G - tt sagt nämlich zu Avraham: "Warum lachte Sarah und sagte - soll ich (Sarah) wirklich gebären, wo ich doch viel zu alt bin" ? 

Sarah aber sagte niemals, daß sie zu alt sei, sondern ihr Gatte. 

Die Frage ist: Wieso stellt G - tt den Inhalt von Sarahs Worten anders dar als er mit Avraham spricht ? 

Die Gemara im Talmud Bava Metzia 87a erklärt warum und stellt damit ein äußerst wichtiges und zugleich höchst kompliziertes Konzept im Judentum auf. Hätte G - tt dem Avraham die exakten Sätze Sarahs zitiert, dann hätte dies einen Streit zwischen Sarah und ihrem Gatten hervorrufen können. Um den Familienfrieden zu erhalten, benutzt G - tt sozusagen eine "Notlüge". 

Manchmal ist es wichtig, Familienmitgliedern oder guten Freunden nicht immer die direkte Wahrheit zu sagen, um keine Feindschaften zu schüren. Wann jedoch diese Fälle genau eintreten, ist sehr schwer zu erklären. Nicht jede "Notlüge" kann mit dem Konzept aus Bava Metzia gerechtfertigt werden. Kauft, zum Beispiel, eine Frau ein neues Kleid und der Gatte findet es total häßlich, dann sollte er seiner Frau nicht unbedingt direkt sagen, was sie denn da für einen häßlichen Fetzen gekauft habe. Um den Familienfrieden zu erhalten, sollte der Mann zurückhaltender sein, um die Gefühle der Frau nicht zu verletzen. 

Dieses komplizierte Konzept finden wir noch anderswo; nämlich bezüglich der "Laschon HaRah - des Gerüchteverbreitens und des Klatsches über andere". Ein berühmtes Beispiel finden wir im Buch Micha (Propheten), indem Yaakov EMET (Wahrheit) zugeschrieben wird. Aber sagte Yaakov wirklich immer die Wahrheit ?
Auch hier handelt es sich um komplizierte Zusammenhänge in Fällen, wo man eine Art von "Laschon HaRah" benutzen MUSS, um positive Ergebnisse zu verursachen. Aber wie gesagt, diese Konzepte sind höchst kompliziert und man sollte sich allgemein davor hüten, bestimmte Verhaltensweisen damit zu rechtfertigen. 

Die drei Männer, die Avraham erschienen, werden von den Kommentatoren als Engel dargestellt. Der Talmud Traktat Bava Metzia 86b nennt uns die Namen der drei Engel: Michael, Gabriel und Raphael. Und jeder der Drei hatte eine bestimmte Aufgabe in unserer Welt zu verrichten, denn niemals kommt ein Engel allein mit zwei Missionen (Midrash Rabbah). Jeder Engel führt seine individuelle Aufgabe aus und zieht sich danach zurück. So war es die Aufgabe Michaels, Sarah wissen zu lassen, daß sie ein Kind bekommen wird. Raphael kam, um Avraham zu heilen und Gabriel sollte Sodom zerstören. 

In der Midrash Rabbah fragt der Kommentator Etz Yosef, warum denn die Thora nicht die Namen der Engel nenne ? 

Laut dem berühmten talmudischen Rabbi Reish Lakish haben die Engel gar keine Namen. Der Etz Yosef fährt fort, daß die Namen gewisser Monate sowie Engel erst im babylonischen Exil entwickelt worden sind. So werden Michael und Gabriel im Buch des Daniel genannt und Raphael ist im Buch Tobi (Tovi) erwähnt. 

Noch heute verwenden wir den Ausdruck: "Wie Sodom und Gomorrha" ohne uns jedoch über die wahren Geschehnisse in der Gegend im klaren zu sein. Die Gegend am Toten Meer war damals keine Wüste, sondern ein blühendes fruchtbares Land. Auch das Tote Meer selbst gab es noch gar nicht, sondern es handelte sich geographisch um das Tal der Schedim, indem die Könige gegen Avraham kämpften (siehe die vorherige Parashat Lech Lecha). Erst nach der Zerstörung Sodoms wurde die Gegend eine Wüste in der nichts wächst. 

Die Bewohner Sodoms waren reich und wollte alles, nur keine armen Durchreisenden. Sie taten alles um zu verhindern, daß sich Leute unter ihrer Würde in der Stadt niederließen und brachten auch schonmal den ein oder anderen Reisenden um. Gastfreundschaft oder jegliches Mitleid waren gesetzlich verboten und so wurde eine Tochter Lot's, die einem Armen Essen reichte, zum Tode verurteilt. Sie wurde von oben bis unten mit Honig beschmiert und dann auf einem Dach plaziert. Unnötig zu erwähnen, daß sie von einem Bienenschwarm erstochen wurde (Talmud Sanhedrin 109b). G - tt hörte den Aufschrei der Frau und das Schicksal Sodoms war besiegelt. 

Aber warum gerade Sodom ? Gab es nicht überall auf der Welt solche Vergehen ? 

Die Begründung liegt darin, daß Sodom sich im Heiligen Land befand und nicht außerhalb. Und für das heilige Land ist G - tt allein verantwortlich. 

Zum Schluß erfahren wir von der Akeidat Yitzchak - der Opferung des Yitzchak auf dem Tempelberg (Har Ha'Moriah). Sarah und Avraham hatten einen gemeinsamen Sohn, den Yitzchak. Den 13 Jahre älteren Sohn Ishmael hatte Avraham mit seiner Konkubine Hagar, einer ägyptischen Prinzessin. 

Das kabbalistische Buch Zohar lehrt, daß Ishmael vor der Beschneidung Avrahams geboren wurde und dieser schon in seiner Kindheit dem Götzendienst seiner Mutter Hagar folgte. Wie schon erwähnt erreichte Avraham erst nach seiner Beschneidung einen besonders hohen Level und G - ttes Anwesenheit (Schechinah) lag immer auf ihm. Kabbalistisch gesehen ist Yitzchak damit höher als Ishmael, denn Sarah ist seine Mutter und er wurde erst nach der Beschneidung geboren. Außerdem war sein Charakter anders als der des Ishmael und somit wurde Yitzchak zum von G - tt auserwählten Erbe Avrahams. Zu erwähnen bleibt, daß Ishmael wesentlich später in seinem Leben Teshuvah machte und zu G - tt zurückkehrte. 

Die berühmte Frage lautet, warum G - tt Avraham damit testete, seinen geliebten Sohn zu opfern. Hierzu hat Rabbi Kook einen erstaunlichen Kommentar:
Avraham führte den Monothoismus wieder ein und damit bekam der Götzendienst der Mitmenschen eine gegengesteuerte Kraft. Kann der Monothoismus die gleiche religiöse Euphorie hervorrufen wie der Götzendienst ? Mit seiner uneingeschränkten Bereitwilligkeit G - tt zu dienen, bewies Avraham das dem so ist.

Mittwoch, Februar 01, 2012

Die gesamte Thora ist der Name G - ttes


B"H

Der Ramban (Nachmanides, Rabbi Moshe ben Nachman Girondi, 1194 - 1270) lehrte: 

Die gesamte Thora ist der Name G - ttes. 

Bedeutet: In der Thora drückt G – tt Sein alles überragendes Wesen oder zumindest einen Teil bzw. Aspekt dessen, aus. Jenen Teil G – ttes, welcher offen gezeigt werden kann. Und das anhand der Welterschaffung. 

Wie wir wissen, gibt es in G – tt ebenso Seiten, welche Er nicht offen zeigen will oder kann. Somit müssen wir das annehmen, was Er uns von sich preisgibt. Sprich Seinen Willen in der Thora.

Torah = die konzentrierte Macht G – ttes, welche sich in Seinem Namen ausdrückt

Dienstag, Dezember 21, 2010

Die Herkunft des Herodes (Hordos)

B”H

Die wahre Herkunft des Herodes (hebr. Hordos) ist umstritten. Einerseits wird behauptet, Herodes stammte aus Edom und die Edomiter wurden zu einem bestimmten Zeitpunkt gezwungen, zum Judentum zu konvertieren. Auch die Familie des Herodes konvertierte, doch niemals wurde Herodes ein wirklicher Jude.

Die zweite Theorie der Herkunft des Herodes finden wir in der Gemara (rabbinische Diskussionen) des Talmud Bava Batra 3b. Dort heisst es, dass Herodes eigentlich ein Sklave der Hasmonäer war. 

Die Hasmonäer unter Yehudah Maccabi waren Cohanim (Tempelpriester) und wurden bekannt durch ihre Revolte gegen die syrisch – griechische Besatzung, in welcher der Zweite Tempel von den Juden zurückerobert worden war (siehe CHANUKKAH). Dies geschah im Jahre 165 vor Beginn der Zeitrechnung oder, nach dem jüdischen Kalender im Jahre 3597. Mehr als zwanzig Jahre später, im Jahre 140, ernannte der Sanhedrin den Hasmonäer Schimon (der letzte lebende Sohn des Mattiyahu HaMaccabi) zum “Prinz der Juden”. Die hasmonäische Dynastie regierte bis zum Jahre 36 vor Beginn der Zeitrechnung. Danach wurde sie von Herodes gestürzt.

Talmud Bava Batra beschreibt Herodes als im Haus der Hasmonäer arbeitenden Sklaven. Er warf einen Blick auf eine junge Verwandte der Hasmonäer im Haus, hatte jedoch niemals eine Chance, in eine jüdische Cohanim – Familie einzuheiraten. Die Gemara lehrt, dass Herodes eines Tages eine “himmlische Stimme” vernahm, die zu ihm sagte, dass jeder Skalve, der jetzt eine Revolte anzettelt, Erfolg haben wird. Der bekannte mittelalterliche Kommentator RAMBAN (Nachmanides) schreibt dazu: Die Hasmonäer wurden von G – tt bestraft, denn allein sie, die dazu gar nicht berechtigt waren, stellten einen König. Ein jüdischer König jedoch muss aus dem Hause Yehudah abstammen. Anstatt die rechtmässige Dynastie wieder einzurichten, schnappten sich die Hasmonäer sämtliche Posten selbst. 

Herodes folgte der himmlischen Stimme und tötete alle Mitglieder des Hauses der Hasmonäer. Nur das Leben seiner Angebeteten verschonte er. Er beabsichtigte sie zu heiraten, doch sie weigerte sich, stieg hinauf auf das Dach, rief aus, dass “Jeder der in Zukunft behauptet, er sei vom Haus der Hasmonäer, ein Lügner ist” und warf sich vom Dach in den Tod. 

Die Gemara in Bava Batra 3b lehrt, dass Herodes die Leiche des Mädchens Leiche sieben Jahre lang in Honig aufbewahrte. Einige Stimmen sagen, er habe sexuelle Perversionen an der Leiche ausgeführt; andere Stimmen sprechen sich dagegen aus.

Mittwoch, Oktober 20, 2010

Parashat Vayera - פרשת וירא


Das Überbleibsel von Sodom (Sdom): Salz

B"H


Die Thoralesung für diesen Schabbat

Die ersten Worte der Thoraparasha beschreiben uns, wie Avraham in der Wüste vor seinem Zelt sitzt und nach vorbeikommenden Reisenden Ausschau hält, die er zum Essen einladen will. Avraham war die Verkörperung von "Chesed - Güte" und er schon zu seiner Zeit war er berühmt, dafür, wildfremde Menschen in sein Zelt zum Essen einzuladen. Persönlichen Dank verlangte er nie, sondern einzig und allein, daß die Gäste nach dem Mahl dem einzigen alleinigen G - tt danken.


"Und G - tt erschien (Vayera) dem Avraham …"


Raschi erklärt hierzu, daß G - tt den Avraham nach dessen Beschneidung "besuchen" wollte. Es handelte sich um den dritten Tag nach der Beschneidung und G - tt rief eine große Hitzewelle hervor, welche Reisende abhalten sollte, um so Avraham eine Ruhepause zu gönnen. Avraham dagegen hielt eifrig Ausschau und ließ sich selbst von den Schmerzen der Beschneidung nicht davon abhalten, Gäste bewirten zu wollen (Talmud Bava Metzia 86b). Schon aus den ersten Worten dieser Parasha lernen wir, wie wichtig Krankenbesuche sind, denn G - tt schaute "persönlich" bei Avraham vorbei.


Kurz darauf stehen drei Fremde vor Avraham und dieser springt sogleich auf und lädt sie zum Essen ein, ohne allerdings zu ahnen, daß es sich bei ihnen um Engel handelt.
Danach beauftragt er seine Frau Sarah Essen zuzubereiten und kurz darauf hört Sarah einen der Engel sagen, daß sie demnächst einen Sohn zur Welt bringen wird. Sarah befand sich damals im stolzen Alter von 90 Jahren und lachte über die Bemerkung des Engels. Wenig später teilt G - tt Avraham von seiner Absicht mit, die Stadt Sodom sowie einige weitere Städte in der Gegend zerstören zu wollen und die Engel machen sie auf den Weg.


Soweit die ersten Handlungen in der Parashat Vayera.


Der Ramban (Nachmanides) hat einen grandiosen Kommentar zu dem Geschehen und stützt sich dabei auf das Buch "Moreh Nevuchim - The Guide of the Perplexed " des Rambam (Maimonides). Die genaue Quellenangabe lautet: Moreh Nevuchim 2:41 - 42.


Der Ramban stellt fest, daß wenn die Erklärungen des Rambam richtig sind, alle Handlungen (die drei Engel kommen zu Avraham, Sarah backt und lacht) niemals real stattgefunden haben (ebenso der Kommentar des Ohr HaChaim).
Wenn wir lesen "Vayera elav HaShem…" bedeutet dies, daß sich G - tt natürlich nicht in einer Form oder Gestalt dem Avraham zeigte (G - tt hat weder Form noch Gestalt), sondern daß Er ihm in einer Vision erschien.


Im zweiten Buch des "Guide for the Perplexed" beschreibt der Rambam ausführlich seine Meinungen zu jeglicher Art von Prophezeihung. Und nachdem Avraham beschnitten und somit einen Bund mit G - tt eingegangen war, unterlag er von nun an einer höheren Art von Prophezeihung als zuvor. Zuerst hatte Avraham "verschwommene" Visionen, welche mit einem Vorhang zu vergleichen sind. Wir sehen etwas, doch Einzelheiten bleiben mehr oder weniger verborgen. Nach der Beschneidung allerdings war Avraham auf einem wesentlich anderen Level und somit gab es für ihn klare Prophezeihungen.


Eine interessante These, welche der Ramban da aufstellt. Oberflächlich betrachtet ist es unerheblich, ob Avraham die Handlungen nur in einer Vision erlebte oder ob sie tatsächlich real stattgefunden haben. Weitere Thorakommentatoren sehen die Handlungen als sehr real an. Allein schon aus dem Grund, daß als Sarah die Bemerkung des Engels hörte, sie werde trotz ihrer 90 Jahre demnächst einen Sohn (Yitzchak) gebären lachte, sie sarkastisch vor sich hin sagte, daß dieses ja wohl unmöglich sei, denn ihr Mann (Avraham) sei viel zu alt.


Und nun achtet einmal alle auf den genauen Text in der Thora.


Sie sagte, ihr Gatte sei zu alt.


Als jedoch gleich darauf G - tt Avraham berichtet, daß Sarah lachte, sehen wir plötzlich eine ganz andere Wiedergabe des Geschehens. G - tt sagt nämlich zu Avraham: "Warum lachte Sarah und sagte - soll ich (Sarah) wirklich gebären, wo ich doch viel zu alt bin" ?


Sarah aber sagte niemals, daß sie zu alt sei, sondern ihr Gatte.


Die Frage ist: Wieso stellt G - tt den Inhalt von Sarahs Worten anders dar als er mit Avraham spricht ?


Die Gemara im Talmud Bava Metzia 87a erklärt warum und stellt damit ein äußerst wichtiges und zugleich höchst kompliziertes Konzept im Judentum auf. Hätte G - tt dem Avraham die exakten Sätze Sarahs zitiert, dann hätte dies einen Streit zwischen Sarah und ihrem Gatten hervorrufen können. Um den Familienfrieden zu erhalten, benutzt G - tt sozusagen eine "Notlüge".
Manchmal ist es wichtig, Familienmitgliedern oder guten Freunden nicht immer die direkte Wahrheit zu sagen, um keine Feindschaften zu schüren. Wann jedoch diese Fälle genau eintreten, ist sehr schwer zu erklären. Nicht jede "Notlüge" kann mit dem Konzept aus Bava Metzia gerechtfertigt werden.


Kauft, zum Beispiel, eine Frau ein neues Kleid und der Gatte findet es total häßlich, dann sollte er seiner Frau nicht unbedingt direkt sagen, was sie denn da für einen häßlichen Fetzen gekauft habe. Um den Familienfrieden zu erhalten, sollte der Mann zurückhaltender sein, um die Gefühle der Frau nicht zu verletzen.
Dieses komplizierte Konzept finden wir noch anderswo; nämlich bezüglich der "Laschon HaRah - des Gerüchteverbreitens und des Klatsches über andere". Ein berühmtes Beispiel finden wir im Buch Micha (Propheten), indem Yaakov EMET (Wahrheit) zugeschrieben wird. Aber sagte Yaakov wirklich immer die Wahrheit ?
Auch hier handelt es sich um komplizierte Zusammenhänge in Fällen, wo man eine Art von "Laschon HaRah" benutzen MUSS, um positive Ergebnisse zu verursachen. Aber wie gesagt, diese Konzepte sind höchst kompliziert und man sollte sich allgemein davor hüten, bestimmte Verhaltensweisen damit zu rechtfertigen.


Die drei Männer, die Avraham erschienen, werden von den Kommentatoren als Engel dargestellt. Der Talmud Traktat Bava Metzia 86b nennt uns die Namen der drei Engel: Michael, Gabriel und Raphael. Und jeder der Drei hatte eine bestimmte Aufgabe in unserer Welt zu verrichten, denn niemals kommt ein Engel allein mit zwei Missionen (Midrash Rabbah). Jeder Engel führt seine individuelle Aufgabe aus und zieht sich danach zurück. So war es die Aufgabe Michaels, Sarah wissen zu lassen, daß sie ein Kind bekommen wird. Raphael kam, um Avraham zu heilen und Gabriel sollte Sodom zerstören.


In der Midrash Rabbah fragt der Kommentator Etz Yosef, warum denn die Thora nicht die Namen der Engel nenne ?
Laut dem berühmten talmudischen Rabbi Reish Lakish haben die Engel gar keine Namen. Der Etz Yosef fährt fort, daß die Namen gewisser Monate sowie Engel erst im babylonischen Exil entwickelt worden sind. So werden Michael und Gabriel im Buch des Daniel genannt und Raphael ist im Buch Tobi (Tovi) erwähnt.


Noch heute verwenden wir den Ausdruck: "Wie Sodom und Gomorrha" ohne uns jedoch über die wahren Geschehnisse in der Gegend im klaren zu sein. Die Gegend am Toten Meer war damals keine Wüste, sondern ein blühendes fruchtbares Land. Auch das Tote Meer selbst gab es noch gar nicht, sondern es handelte sich geographisch um das Tal der Schedim, indem die Könige gegen Avraham kämpften (siehe die vorherige Parashat Lech Lecha). Erst nach der Zerstörung Sodoms wurde die Gegend eine Wüste in der nichts wächst.


Die Bewohner Sodoms waren reich und wollte alles, nur keine armen Durchreisenden. Sie taten alles um zu verhindern, daß sich Leute unter ihrer Würde in der Stadt niederließen und brachten auch schonmal den ein oder anderen Reisenden um. Gastfreundschaft oder jegliches Mitleid waren gesetzlich verboten und so wurde eine Tochter Lot's, die einem Armen Essen reichte, zum Tode verurteilt. Sie wurde von oben bis unten mit Honig beschmiert und dann auf einem Dach plaziert. Unnötig zu erwähnen, daß sie von einem Bienenschwarm erstochen wurde (Talmud Sanhedrin 109b). G - tt hörte den Aufschrei der Frau und das Schicksal Sodoms war besiegelt.


Aber warum gerade Sodom ? Gab es nicht überall auf der Welt solche Vergehen ?


Die Begründung liegt darin, daß Sodom sich im Heiligen Land befand und nicht außerhalb. Und für das heilige Land ist G - tt allein verantwortlich.


Zum Schluß erfahren wir von der Akeidat Yitzchak - der Opferung des Yitzchak auf dem Tempelberg (Har HaMoriah). Sarah und Avraham hatten einen gemeinsamen Sohn, den Yitzchak. Den 13 Jahre älteren Sohn Ishmael hatte Avraham mit seiner Konkubine Hagar, einer ägyptischen Prinzessin.


Das kabbalistische Buch Zohar lehrt, daß Ishmael vor der Beschneidung Avrahams geboren wurde und dieser schon in seiner Kindheit dem Götzendienst seiner Mutter Hagar folgte. Wie schon erwähnt erreichte Avraham erst nach seiner Beschneidung einen besonders hohen Level und G - ttes Anwesenheit (Schechinah) lag immer auf ihm. Kabbalistisch gesehen ist Yitzchak damit höher als Ishmael, denn Sarah ist seine Mutter und er wurde erst nach der Beschneidung geboren. Außerdem war sein Charakter anders als der des Ishmael und somit wurde Yitzchak zum von G - tt auserwählten Erbe Avrahams. Zu erwähnen bleibt, daß Ishmael wesentlich später in seinem Leben Teshuvah machte und zu G - tt zurückkehrte.


Die berühmte Frage lautet, warum G - tt Avraham damit testete, seinen geliebten Sohn zu opfern. Hierzu hat Rabbi Kook einen erstaunlichen Kommentar:
Avraham führte den Monothoismus wieder ein und damit bekam der Götzendienst der Mitmenschen eine gegengesteuerte Kraft. Kann der Monothoismus die gleiche religiöse Euphorie hervorrufen wie der Götzendienst ? Mit seiner uneingeschränkten Bereitwilligkeit G - tt zu dienen, bewies Avraham das dem so ist.


Schabbat Schalom

Montag, August 30, 2010

Der Ramban zum Götzendienst "Molech"

B"H

Der Ramban (Nachmanides, 1194 - 1270) verfasste einiges zum Götzendienst des Molech, welcher in Jerusalem zur Zeit des Ersten Tempels stattfand.

Die Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Traktat Yoma 9b nennt drei Gründe, warum G - tt die Zerstörung des Ersten Jerusalemer Tempels (die Babylonier besiegten Jerusalem) zuliess. Immerhin war der Tempel von König Salomon (Shlomo HaMelech) erbaut worden. Wieso hat also eine Zerstörung stattfinden müssen ?
Andere Frage: Warum nicht, denn der Prophet Yechezkel prophezeiht uns einen Dritten Tempel mit der Ankunft des Meschiach, worin die Cohanim (Tempelpriester) wieder eingesetzt werden und ebenso Tieropferungen stattfinden werden. Ergo mussten der Erste sowie Zweite Tempel musste zerstört werden, um die Ankunft des Meschiach in die Wege zu leiten bzw. die Aussage der Propheten zu erfüllen.

Sexuelle Perversionen, Mord sowie Götzendienst reichten G - tt aus, um den Ersten Tempel zerstören zu lassen. Die Babylonier waren lediglich Sein Werkzeug. Einer der bekanntesten Götzendienste zur Zeit des Ersten Jerusalemer Tempels war der Götzendienst des "Molech". Ausgeführt von Molechpriestern vor den Toren Jerusalems in der sogenannten "Tofet". Dort, wo heute das Sultan Pool bzw. Jerusalems Cinematheque (Kino gegenüber dem Jaffa Tor) zu finden sind.

Der Ramban schreibt in seinem Thorakommentar zur Parashat "Acharei Mot" (im Buch Leviticus / Vayikra) folgende These:

Bei "Molech" handelt es sich um einen Götzen mit dem Namen, welcher den Juden schon aus Ägypten bekannt war. Rabbi Avraham ibn Ezra schrieb, dass Molech wahrscheinlich mit "Milkom" der Ammoniter identisch sei.

Raschi beschrieb, wie genau der Götzendienst am Molech vor sich ging:

Ein Vater gab seinen Sohn einem Götzenpriester und dieser zündete zwei große Scheiterhaufen (sich gegenüberliegend) an. Das Kind musste mit den Füssen zwischen den beiden Haufen hindurchgehen.
Raschi stellt die Frage, ob der Vater des Kindes hier tatsächlich schuldig ist, Götzendienst betrieben zu haben, denn der Sohn geht lediglich zwischen den beiden Scheiterhaufen hindurch, ohne jedoch durch das Feuer zu treten. Und G - tt verbietet den Juden in der Thora, keines ihrer Kinder "Le Ha'avir LaMolech - an Molech weiterzugeben". "Le Ha'avir" wird in diesem Zusammenhang als "Gang durch das Feuer" ausgelegt und das Thoraverbot des "nicht weitergeben der Kinder" findet ebenso wenig statt, denn der Vater gibt den Sohn an den Götzendienstpriester und nicht direkt an Molech.

Der Ramban ist dagegen der Meinung, dass der Sohn nicht zwischen den zwei Scheiterhaufen entlang lief, sondern dass das Kind verbrannt wurde. Bedeutet: Der Sohn musste durch das Feuer gehen, bis er starb.
Ferner sagt der Ramban, dass die Götter der Sepharvaim (siehe Könige II, 17:31) mit Molech identisch sind, da ihre Namen "Adrammelech" sowie "Anammelech" lauten. Molech stammt offenbar vom hebräischen Wort "Melech", welches "König" bedeutet.

"Molech" und "Baal" waren die beiden beliebten Götzenkulte der Juden zu der Zeit. In manchen Fällen sind beide Götzen miteinander identisch.
Der Talmud Traktat Sanhedrin berichtet eine berühmte Begebenheit, nach welcher die Mutter des Chizkiyahu (Hezkiah) ihren Sohn vor dem Feuer mit Salamanderöl einrieb als ihr Gatte verkündete, er wolle den Sohn dem Feuer opfern. Dank seiner Mutter überlebte Chizkiyahu.

Aber nicht nur König Ahaz opferte seine Kinder dem Feuer. König Menasche tat es ihm gleich.



Link zum Thema:

Sonntag, Mai 30, 2010

Engel sind kein Medium G - ttes

B"H

Der Ramban (Nachmanides, 1194 - 1270) kommentiert zum Talmud Traktat Schabbat 12b:

Wer Engel als ein Medium zwischen G - tt und einem Betenden betrachtet, betreibt Götzendienst. Das Beten zu einem Engel ist absolut verboten. Wenn im Judentum gebetet wird, dann einzig und allein zu G - tt selbst !

Donnerstag, März 18, 2010

Parashat Vayikra - פרשת ויקרא


B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat


Was ? Wieso Tieropferungen ?

Tierquälerei und ein Brauch aus antiker Zeit. Was geht mich das heute an und überhaupt sind die Zeiten eh vorüber.

Fakt ist, dass sobald der Meschiach kommt und der Dritte Tempel steht, wir wieder Tieropferungen bringen werden. Kein Sündenopfer (Chatat), sondern wohl eher ein Dankesopfer an G - tt (Olah).


Die Opferungen waren / sind nicht dazu da, weil es um blutrünstige Befriedigung durch Opfer im eigentlichen Sinne geht. Im hebräischen Original wird ein Tempelopfer "Korban" genannt und eben jenes Wort beinhaltet die Buchstabenwurzel "Lehitkarev - näher kommen - להתקרב". Anhand des Opfer kommen wir demnach G - tt näher; dennoch nur dann, wenn wir aufrichtig bereuen und geloben, in Zukunft alles besser zumachen.


Details dazu HIER !



In der Parashat Vayikra verbietet G - tt den Juden ausdrücklich jeglichen Blutverzehr. Schon das Ablecken des Blutes von jemandem, der sich in den Finger schnitt, ist verboten. Rabbi Samson Raphael Hirsch hat dazu einen einzigartigen Kommentar:


Nur in der hebräischen Sprache erscheint die wahre Bedeutung des Wortes "Korban" zum Ausdruck gebracht, denn wer "Korban" im Deutschen lediglich als "Opfer" übersetzt, der hat die eigentliche Bedeutung nicht verstanden. Es wird nicht geopfert, sondern durch den Willen der Umkehr entsteht eine neue Beziehung zu G - tt und somit einen gewisse Nähe. Theoretisch könnte ich ein Opfer bringen und mir sagen "Naja, jetzt ist eh alles vergeben". G - ttes Erbarmen jedoch findet nur dann statt, wenn ich wirklich meine negativen Taten bereue und wenn dem nicht der Fall ist, kann ich soviele Opfer auf den Tempelaltar schmeissen, wie ich will; vergeben ist letztendlich nichts.


Rabbi Hirsch fährt fort:
Immer dort, wo in der Thora von den "Korbanot - Opferungen" die Rede ist, wird G - ttes Name Yud - Heh - Vav - Heh - י - ה - ו - ה verwendet. Der Name, welcher Gnade ausdrückt und nicht pures Gericht / Urteil wie der Name E - lo - h - i - m. G - tt lässt demnach keine harte Justiz walten, sondern Gnade. Jemand bekommt die Möglichkeit, seine vorherigen Fehler im Leben zu korrigieren. Eine spirituelle und moralische Wiederauferstehung sozusagen. Der Gewinn von neuer Stärke den Willen G - ttes, die Thora, zu erfüllen.


Der Ramban (Nachmanides), 1194 - 1270, merkt in seinem Thorakommentar an, dass die Tatsache, dass der Name Yud - Heh - Vav - Heh in Verbindung mit den Opferungen genannt wird, dies ein Zeichen der Widerlegung jeglicher christlicher Theorien darstellt, welche G - tt als Dreifaltigkeit proklamieren. G - tt besitzt nur EIN ewiges und zeitloses inneres Wesen und das ist Er selbst. Ohne Verwandte oder Geister.
Ferner weist der Ramban darauf hin, dass der G - ttesname Yud - Heh - Vav - Heh stets eine Vereinigung bedeutet. In Bezug auf die Korbanot also auf eine Vereinigung zwischen G - tt und Seinem Volk Israel (den Juden).


Ein Wunder ist der Kommentar des Ramban nicht, denn seinerzeit führte er mehrere Dispute mit Abgesandten der katholischen Kirche. Berühmt ist vor allem sein öffentliches Streitgespräch mit Pablo Christiani.


In der Thora heißt es, der Geruch der aufsteigenden Opferungen finde G - ttes Wohlgefallen.
Der "Geruch" ?
Wir wir bereits wissen, ist G - tt kein Wesen, welches nach Gerüchen aburteilt und so ist der Ausdruck vermenschlicht um zu verdeutlichen, wie sehr G - tt die Umkehr eines Menschen zu Ihm gefällt.


Die Kennzeichen eines Menschen sind seine Gedanken, seine Sprache (Ausdruck) sowie seine Taten. Anhand dieser Merkmale ist der Mensch jederzeit in der Lage, sein Leben zu ändern, denn G - tt gab uns eine Umkehr. Wir haben die Möglichkeit zu bereuen und ein besseres Leben zu geloben. Niemand wird sofort und gnadenlos verdammt, nur weil er einmal einen Fehler beging.



"Schabbat Schalom" an alle Leser !



Links:


Tierschächtungen im Judentum

Wie weiter ohne Tempel ? 

Donnerstag, Januar 28, 2010

Parashat Beschlach



B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat, 
an dem wir zugleich Tu be'Shevat feiern. Zusätzlich ist der Schabbat "Schabbat Schira", denn es wird der Song von Moshe "Az Yashir Moshe" gelesen. Moshe war von all den Wundern (der Durchquerung des Roten Meeres) dermassen überwältigt, dass er zu singen begann.

In dieser Parashat Beshalach kommen die Israeliten endlich frei und sie verlieren keine Zeit und ziehen sofort los. Die Mehrheit der Kommentatoren diskutiert nicht nur diese Tatsache, sondern befaßt sich ungewohnterweise ebenso mit der Psychologie.

Nach der Ankunft Yosefs und seines Vaters Yaakovs in Ägypten, waren mehr als 200 Jahre vergangen, was automatisch zur Folge hatte, dass neue Generationen geboren wurden. Und genau diese neuen Generationen kannten kein Leben in Freiheit geschweige denn, dass sie unabhängig denken konnten. Vielmehr hatten sie sich an ihr Sklavendasein gewöhnt und man mag sich vorstellen, mit welcher Mentalität sie Ägypten verliessen (siehe das kabbalistische Buch ZOHAR).

Eine neue große Zukunft stand für sie bereit, doch waren sie mental imstande, dieser entgegenzusehen ? Selbst G - tt hegte da so seine Zweifel und entschloß sich, die Israeliten nicht auf einmal zu überfordern.

In der Chassidut wird der Slavenmentalität noch weitere Bedeutung begemessen und Hinterherjagen Pharaos nach den Israeliten als eine Metapher gesehen. Der große chassidische Rabbiner, Rabbi Simcha Bunim Bonhart von Peshis'cha (1765 - 1827) kommentiert, dass die Verfolgung Pharaos gleichkommt mit der Yetzer HaRah, der schlechten Seite in uns. Sein Kommentar basiert übrigens auf dem Kommentar von keinem anderen als dem Baal Shem Tov selber. Immer wieder wird ein jeder von uns von seiner eigenen Yetzer heimgesucht, die ihn dazu überreden will, Negatives zu tun.

Metaphorisch betrachtet wurden sie nicht vom physischen Pharao verfolgt, sondern die Israeliten nahmen ihre eigene Yetzer HaRah mit im Gepäck. Ziel eines jeden von uns ist es, seine eigene Yetzer zu überwinden und in etwas Gutes umzuwandeln.

In der Kabbalah ist häufig die Sprache von einem inneren seelischen Reinigungsprozeß, den sie Israeliten durchlaufen mußten. Die 40 Jahre in der Wüste werden als 40 Jahre der spirituellen Reinigung gesehen. Die ursprüngliche Absicht G - ttes war zuvor eine ganz andere; die Israeliten sollten nämlich direkt nach ihrem Auszug zum Berg Sinai geführt werden, dort die Thora erhalten und gleich anschliessend war der Einzug nach Israel geplant. Durch den Bau des Goldenen Kalbes aber wurde alles zunichte gemacht und stattdessen dauerte die Wanderung 40 Jahre. Somit hatte die individuelle Yetzer gesiegt. G - tt selber greift kaum ein, denn schliesslich haben die Menschen ihren freien Willen und müssen allein zu der richtigen Erkenntnis kommen.

Der Ramban (Nachmanides, 1194 - 1270) stellt in seinem Thorakommentar die Frage, warum die Israeliten immer wieder aufschrien und sich beschwerten, andererseits jedoch ihr G - ttvertrauen bewahrten. Schon Rabbeinu Bachya (ben Ascher ibn Halawa) aus Saragossa (verstorben im Jahre 1340) und der Ramban nahm dessen Frage sowie Antwort mit in seinen Kommentar auf.

Rabbeinu Bachya und der Ramban sind der Meinung, dass es im Lager der Israeliten unterschiedliche Gruppen gab. Diese Gruppen vertraten verschiedene Interessen und so ergaben sich immer wieder neue Konflikte. Einmal wollte das eine Lager nach Ägypten zurückkehren, dann wieder wollten sie essen und dann ein Goldenes Kalb bauen. Moshes grandiose Aufgabe bestand darin, der Anführer aller zu sein und ich stelle mir häufig die Frage, wie er das bloss schaffte.

Trotz all der alltäglichen Wunder rebellierten immer wieder neu einige der Interessenlager. Ist uns das so furchtbar fremd ? Sind wir nicht heute genauso ? Man schaue sich nur eine "normale" jüdische Gemeinde an !

Schabbat Schalom + Happy Tu be'Shevat !

Dienstag, Januar 19, 2010

Wunder

B"H

Insbesondere die haredische (ultra - orthodoxe) Gesellschaft ist stark involviert in dem Glauben an "Wunder". Oft heißt es, dass sephardische Juden wesentlich mehr dazu neigen als die so rationalen aschkenasischen Juden. Nichtsdestotrotz, bei Haredim spielen die Wunder eine große Rolle, die ab und zu sogar stereotype Formen annehmen kann: "G - tt liess uns ein Wunder zukommen, indem er unsere Stadtteile vor Terrorangriffen verschonte, denn wir halten die Thoramitzwot".

G - tt erschuf das Universum in Form von Wundern; abseits bzw. über den Naturgesetzen. Einer Natur, wie wir sie heute verstehen. Der Rambam (Maimonides, 1135 - 1204) leugnet keinesfalls die Existenz von Wundern und wie viele unter der Leserschaft sicherlich wissen, besass der Ramban (Nachmanides, 1194 - 1270) einen ausgeprägten, manchmal sogar mystischen, Hang zu Wundern. Er war es auch, der die Worte des Propheten Jesaja (Yeshayahu, 11:6)) im wörtlichen Sinne interpretiert. Ja, in der Zeit des Meschiach wird es Veränderungen im Tierreich geben. Andere Kommentatoren wiederum betrachten die Worte des Jesaja als rein metaphorisch. Nicht die Tiere seien hier gemeint, sondern sie Völker leben im Einklang mit den Juden. Es werde Frieden herrschen.

Im Chassidismus besitzt der Zaddik (Gerechte) die Macht, Wunder auszuführen. Was aber sind Wunder und was Natur ? Verwechseln wir nicht manchmal das eine mit dem anderen ? Wir werden Zeuge einer Begebenheit uns zeigen und dermassen überwältigt, dass wir sofort der Meinung sind, einem Wunder beigewohnt zu haben. Eben weil das Geschehen sich außergewöhnlich jenseits der Natur abspielte.

Ich glaube, es war der Rambam, der sagte dass als G - tt die Welt erschuf, Er einzigartige übernatürliche Verhaltensweisen in Dinge integrierte. Beispiel: Als G - tt das Wasser erschuf, gab er diesem das Potential sich zu spalten. Das Ergebnissen dessen sahen wir bei dem Auszug der Israeliten aus Ägypten (siehe die Thora Parasha der nächsten Woche "Beschlach").

Zahlreiche Wunder ereignen sich nur ein einziges Mal im Laufe der Geschichte. Nach dem Geschehen, ist das Wunder vorüber, alles kehrt zurück zu den Regeln der Natur und das Geschehen wird sich nicht noch einmal wiederholen.

Der Talmud Traktat Pesachim 54a lehrt uns, dass G - tt am Abend des allerersten Schabbat zehn Dinge erschuf. Darunter waren das Man (Manna), das Maul von Bilams Esel oder das Erdloch, welches Korach verschluckte. Bedeutet, dass diese Begebenheiten nicht einfach ein spontanes Wunder darstellen, sondern bereits zur Zeit der Welterschaffung geplant waren. Von G - tt in die Erschaffung eingewoben und nur auf den bestimmten Augenblick wartend, an welchem das Wunder zum Tragen kommen sollte. "Es gibt nichts Neues unter der Sonne" (Kohelet - Ecclesiastes) - weist darauf hin, dass G - tt jede einzelne Begebenheit im voraus plante.

Es heiß, dass Wunder stattfinden, aber sich die Frage stellt, wie wir damit umgehen. Nehmen wir alles ausgesprochen wörtlich und leben die Ekstase oder sind wir ebenso in der Lage verborgene Wunder, in die Natur eingewoben, zu erfassen ?

Donnerstag, Dezember 10, 2009

Parashat Vayeschev


B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

"Vayeschev Yaakov be'Eretz Megurej aviv be'Eretz Canaan - Und Yaakov siedelte, lebte im Land seiner Väter, im Lande Canaan".
So lautet der erste Satz der dieswöchigen Thoralesung Vayeschev.

Die Frage ist, warum der Text hier besagt "Vayeschev" und nicht "Gar". Was ist der Unterschied zwischen den beiden Verben, die eigentlich beide "wohnen" andeuten ?
Rabbi Samson Raphael Hirsch aus Frankfurt beantwortete diese Frage wie folgt: "Lagur - Gar" deutet ein Wohnen an einem Ort an, an welchem einem das Land nicht gehört. "Vayeschev" hingegen bezieht sich auf ein Wohnen in einem Land, welches einem tatsächlich als Eigentümer zusteht. Und das Land Canaan gehört Avraham sowie den Nachfahren Yitzchaks; sprich, den JUDEN.

Bei "Vayeschev" und dessen Bedeutung fallen mir ebenso die heutigen Siedler ein, welche in der säkuleren israelischen Presse stets "Mitnachalim" genannt werden und nicht, wie eigentlich grammatikalisch richtig "Mityaschvim". Mityaschvim insoweit wie den Juden das Land tatsächlich gehört.

Schon von Beginn an tat sich ein riesiger Graben zwischen Yosef und seinen Brüdern auf. Yosef war des Vaters Darling und gab sich arrogant. Seine Brüder sahen ihn als eingebildeten Popanz, der sich die Augen schminkte und sein Haar hin und herstylte (siehe u.a. Ramban - Nachmanides). Meist gab sich Yosef lediglich mit den Kindern Bilhas ab, denn diese wurden als Konkubinenkinder von den Söhnen Leas verspottet. Benachteiligte tun sich gewöhnlich zusammen und so geschah dies auch im Falle Yosefs.

Andererseits gab Yosef sich auch nicht gerade als Unschuldslamm, denn er verpetzte seine Brüder beim Vater wo es nur ging. Kein Wunder, dass die so richtig sauer auf ihn waren und ihn als Querulanten ansahen. Warum aber retteten die Söhne Bilhas Yosef nicht vor dem Verkauf an die Ishmaeliten ? Hier vertritt die Midrasch Rabbah die Ansicht, dass Yosef über all seine Brüder beim Vater herzog.

Zu antiken Zeit genauso wie heute noch in der Beduinengesellschaft hüten die Schwächsten einer Familie die Schafherden. Die Dummies, sozusagen. Bei den Beduinen sind es heute fast immer die Frauen, die da als Hirten schuften. Yosef wurde als Dummie gesehen und er war es, der mit den Kindern der Konkubinen Bilhah und Silpah die Viehherden hütete. Auch den späteren König David kennen wir als Hirten, denn seine Brüder meinten, etwas Besseres zu sein und machten sich nicht gerne die Hände schmutzig.

Der Ramban ist ebenso der Ansicht, dass Yosef über die Söhne der Zweitfrauen von Yaakov bei seinem Vater ablästerte und deswegen hassten Dan, Naphtali, Gad und Asher ihn leidenschaftlich. Als die Söhne Leas sahen, wie sehr Yaakov den Yosef liebte und verzog, wurden sie neidisch. Yaakov liebte den Yosef, da er der Sohn seiner geliebten Rachel war. Andere Kommentare besagen, dass sich Yosef und Yaakov sehr ähnlich sahen.

Was auch immer Yaakov von seinen Vorfahren Schem (Sohn Noachs) und Ever (Sohn von Schem) gelernt hatte, lehrte er nun dem Yosef. Sämtliche Weisheiten und Geheimnisse der Thora.
Thora ?
Kam die Thora nicht erst später ins Spiel ?
Ja, schon, aber unsere Weisen lehren uns, dass die Vorväter schon vorab viele Gesetze der Thora einhielten, bevor diese überhaupt erst gegeben wurde.

Als Yosef dann auch noch den Traum hatte, in welchem sich seine Brüder vor ihm verneigen, war der Ofen ganz aus und ihr Hass kannte kaum mehr Grenzen. Nein, Yosef solle niemals irgendein König werde und über sie herrschen.

Yosef traf auf seine Brüder in Dotan, denn sein Vater hatte ihm aufgetragen, diese zu suchen. Zuerst wollten sie ihm umbringen, doch Ruven hielt sie zurück. Sie beschlossen, ihn in eine Grube zu werfen, um sich nicht ganz so schuldig an seinem direkten Tod zu machen. Der Ramban erwähnt an dieser Stelle, wie so oft, den Raschikommentar, der da besagt, dass die Thora ausdrücklich hervorhebt, die Grube sei LEER gewesen. Was interessiert es uns, ob die Grube leer war oder irgendwo eine kleine Wasserpfütze darin stand ?
LEER bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich nichts in die Grube wagte, denn diese war von Schlangen und Skorpionen bevölkert. Der erste aschkenasische Oberrabbiner Israels, Rabbi Kook (Kuk) sieht die Grube, in die Yosef geworfen wurde als Metapher für die Diaspora. Rabbi Kook vergleicht eine dunkle Grube mit derlei Getier mit der Diaspora. Gerade dort werden die Juden mit allen nur erdenklichen äußeren Einflüssen konfrontiert und ausgerechnet Yosef zeigt uns den Weg, wie wir dennoch unsere jüdische Identität und unsere Werte beibehalten. Yosef war der Meinung, dass wir uns den anderen Völkern mehr entgegenstrecken sollen. Mit anderen Worten, wir können uns nicht in abkapseln, sondern müssen genauso mit ihnen Leben. Zum Beispiel in der Geschäftswelt oder im Freundeskreis. Eine Öffnung bedeutet jedoch nicht "Mischehen - Juden heiraten Nichtjuden" einzugehen oder ihr Wertesystem zu übernehmen, denn auch für Yosef gab es eine Grenze der Offenheit. Die Thora und ihre Inhalte dürfen nie ad acta gelegt werden.

Yosefs Bruder Yehudah dagegen war mehr für die absolute Aufrechterhaltung der Heiligkeit (Keduscha) und der Separation. Rabbi Kook vergleicht beide Charaktäre mit dem Kampf der Makkabäer gegen die Griechen. Da die Parashat Vayeshev immer in die Chanukkah - Zeit fällt, suchen wir natürlich nach Zusammenhängen zwischen ihr und Chanukkah. Gerade zur Zeit der griechischen Besatzung verschrieben sich viele Juden dem Hellenismus. Man wollte so sein wie alle anderen Völker auch, nur G - tt spielte bei dem Spiel nicht mit. Das gleiche Schicksal wird auch uns irgendwann wiederfahren, wenn wir uns nicht an die Thora halten und meinen selbst entscheiden zu können was wir brauchen und was nicht.

Die Brüder sahen eine Karawane vorbeiziehen und Yehudah beschloss, denn Yosef einfach zu verkaufen. Wie konnten seine Brüder nur so grausam sein und Yosef in die Sklaverei
verkaufen ? Hätte G - tt sie nicht unbarmherzig bestrafen müssen ? Und wieso rächte sich Yosef nicht später als er dazu imstande war ? Nebenbei erwähnt, Yosef erzählte später seinem Vater NIE, was die Brüder ihm angetan hatten. Die Thora gibt uns in den folgenden Parashot keinerlei Auskunft darüber. Als sein Vater Yaakov nach Ägypten zog, wohnten dieser und sein Sohn Yosef recht weit auseinander. Ein Kommentator ist der Ansicht, dass Yosef mit Absicht seinen Vater auf Distanz hielt, um so eventullen Detailfragen zu entkommen.

Der Arizal (der große mittelalterlich Kabbalist Rabbi Yitzchak Luria) ist der Ansicht, dass G - tt die Juden für den Verkauf des Yosef bestrafte. Und zwar zu der Zeit der römischen Besatzung vor 2000 Jahren als nach und nach berühmte Rabbiner wie Rabbi Akiva oder Rabbi Gamliel hingerichtet wurden. Die damaligen 10 Märtyrer repräsentieren die 10 Brüder. Dennoch kommt der Arizal genauso wie andere Kommentatoren noch zu einem ganz anderen Ergebnis. Die Brüder Yosefs sahen in ihrem Verhalten absolut nichts Unrechtes. In den vorherigen Generationen war es immer so der Fall gewesen, dass einer aus der Familie das schwarze Schaf war. So hatte Avraham einen Ishmael, der zuerst schlechten Charakters war (bis er zu G - tt zurückkehrte, siehe Talmud Traktat Bava Batra 16b) oder Yitzchak hatte einen Esav. Automatisch kamen die Söhne Yaakovs zu der Erkenntnis, dass auch ein ihrer Familie ein schwarzes Schaf umgeht; nämlich Yosef.

Aber können wir wirklich nur den Brüdern die Schuld in die Schuhe schieben ? Die Gemara im Talmud Traktat Schabbat 10b lehrt, dass ein Elternteil niemals ein Kind besonders bevorzugen soll. Dies rufe den Neid der Geschwister hervor. Und wenn unsere Vorväter auf solch einem hohen geistigen Level waren, wieso hielten sich sich nicht an diese einfache Regel ?
Yosef musste zwangsläufig in der Diaspora (Galut) landen, denn G - tt hatte vorbestimmt, dass die Juden in die ägyptische Diaspora gehen. Alles in unserem Leben ist vorbestimmt durch G - ttes Pläne und an dieser Stelle sind wir wieder zurück beim Thema des "Freien Willen". Wieviel "Freien Willen" haben wir wirklich in unserem Leben und was sieht G - tt für uns vor ?
Anscheinend müssen wir schwere Zeiten erleiden oder im Leben immer wieder Umwege gehen, um ans eigentliche Ziel zu kommen. Wenn wir sauer sind, diesen oder jenen Job nicht bekommen zu haben, dann sind wir enttäuscht vom Leben, weil wir glauben, gerade der Job sei das Richtige für uns gewesen ? Wäre er das wirklich ? Vielleicht hätte sich hinterher das genaue Gegenteil herausgestellt oder unser Leben wäre schlimmer geworden als zuvor. Nicht alles, was wir wollen, muss immer gut für uns sein und manchmal kommt es vor, dass G - tt uns vor zu schnellen Fehlern bewahren will. Das Problem ist nur, dass wir es in dem Moment nicht verstehen.

Der chassidische Kommentator Shem MiShmuel misst daher der Geschichte des Yosef ganz anderen Wert bei. Der Verkauf des Yosef musste erfolgen, um die Juden in die Diaspora nach Ägypten zu bringen. Und der ebenso große chassidische Rabbiner, der Chozeh (Seher) von Lublin, Rabbi Yaakov Yitzchak Horowitz, fügt noch einen weiteren philosophischen Gedanken hinzu. Sollen wir das Wort "Neid" immer nur negativ betrachten ? Nein, meint der, denn Neid kann durchaus positiv sein. Nämlich in dem Moment, indem ich andere Menschen um deren gute Eigenschaften beneide. Dies wiederum ruft eine innere Veränderung in mir hervor, die mich zum positiven bewegt. Bei den Brüdern hingegen war der Neid nur negativ.

Aber es gibt noch eine andere Verbindung zwischen dieser Thoralesung und dem am Freitag abend (11. Dez.) beginnenden Chanukkah - Fest. Yosef und die Makkabäer zeigen uns, dass es immer Hoffnung im Leben gibt. Und sei alles auch noch so trist, niemals sollten wir uns hängenlassen und aufgeben, denn schnell kommen auch wieder andere Zeiten.


Schabbat Schalom und vorab Chanukkah Sameach !

Donnerstag, Dezember 03, 2009

Parashat Vayishlach - פרשת וישלך





B"H


Die Thoralesung für diesen Schabbat


Und Yaakov sandte (Yishlach - wird senden, Lischloach - senden) Engel / Boten aus, die seinen Bruder Esav treffen sollten. Mit diesem Inhalt beginnt die dieswöchige Thoralesung. Wörtlich bedeuten die "Malachim - מלאכים", die hier im Text genannt werden "Engel"; viele Kommentatoren hingegen übersetzen "Malachim" aber auch als "Boten" (u.a. Rabbi Samson Raphael Hirsch). Raschi hingegen sagt in seinem Thorakommentar, dass an dieser Stelle tatsächlich auch ENGEL gemeint sind. Wenn dem so ist, wie genau haben wir uns das vorzustellen ?


In mir kommt da wieder einer der Momente auf, in denen meine bescheidene menschliche Vorstellungskraft versagt. Obwohl das kabbalistische Buch Zohar auch eher die Engelversion annimmt, bleibt die kabbalistische Erklärung vollkommen in einer Metapher gefasst. Rabbi Eleazar, der Sohn des großen talmudischen Rabbis Schimon bar Yochai, interpretiert den Thoravers folgendermassen: Seitdem Yaakov Lavan verliess, wurde er von der Schechinah (Gegenwart) G - ttes begleitet.


Yaakov trug den Engeln / Boten auf, seinem Bruder Esav, welcher der Logik zufolge nach all den Jahren immer noch sauer auf Yaakov zu sein schien, auf auszurichten, dass er (Yaakov) als Fremder bei Lavan "gewohnt" habe. Als "Fremder" ? Waren Yaakov und Lavan nicht Neffe und Onkel ? Wieso also "Fremder" ? Und warum "gewohnt (garti-  גרתי)" und nicht "gelebt" ?


Raschi rechnet die hebräischen Buchstaben des Wortes "garti - gewohnt" - zusammen: Gimmel = 3, Resch = 200, Tav = 400, Yud = 10 und sieht im Ergebnis die 613 Mitzwot.


Bedeutet: Esav sollte aus der Satzstellung heraus erkennen, dass Yaakov immer noch der alte Yaakov war. Jener, der den Weg des einen ewigen G - ttes ging und keiner, der sich den schlechten Pfaden und dem Götzendienst angeschlossen hatte. "Seht her, ich wohnte zwar bei dem miesen Lavan, aber richtig gelebt habe ich dort niemals !"


Überhaupt macht uns diese Parasha klar, dass Yaakov sich nicht nur allein auf seine gerechtes Leben / Benehmen verliess und meinte, G - tt werde schon irgendwie alles richten. Stattdessen hatte er furchtbare angst, seinem Bruder zu begegnen, der er wusste nicht, wie dieser reagiert. Der Ramban (Nachmanides) sieht in dieser Textestelle einen Hinweis an die zukünftigen jüdischen Generationen: Alles was unseren Vorvätern passierte, wird uns genauso erreichen !


Esavs Generationen werden ebenso konstant den Juden begegnen und auch wir sollten uns daher mit jenen drei Dingen auf die Begegnung vorbereiten, wie Yaakov es tat: 1. Anhand des Gebetes, 2. Anhand vom Entsenden von Geschenken und 3. auf den Krieg, um zu fliehen und in Sicherheit zu gelangen.


Das antike Rom wurde als nachfolgende Generation des Esav bezeichnet. Heute streiten sich die Geister darum. Es gibt Leute, die sagen, die Deutschen seien Esav oder dessen Nachfahre Amalek (siehe Holocaust) und andere sagen ganz Westeuropa sei heute Esav einschließlich den USA. Die damaligen Römer zumindest waren es und der Ramban sieht die Schuld am Fall der Hasmonäer (Yehudah Maccabi und seine Familie) darin, dass sie einen heimlichen Bund mit Rom eingingen. Da wir am Freitag, dem 11. Dezember die erste Chanukkahkerze zünden, sind natürlich hier die Hasmonäer (Chashmona'im) von besonderer Bedeutung. Andererseits riefen die Hasmonäer ihren eigenen Fall ebenso herbei, da sie keinen rechtmässigen König einsetzten und sich lieber selbst zur Macht aufschwangen.


Rabbi Yehudah erklärt im Zohar, dass als Yaakov allein verblieb (siehe Genesis - Bereschit 32:25), er sich absichtlich einer Gefahr aussetzte und die beschützenden Engel ihn verliessen.
Der Talmud lehrt uns, dass wir nicht unbedingt an jedem Ort allein bleiben sollen. Vor allem nicht immer im Dunkeln oder in Ruinen.


Und schon wurde Yaakov von seiner eigenen Yetzer HaRah (der negativen Seite in uns) überfallen. Alles Weitere zu Yaakovs Kampf mit dem Engel HIER:


http://hamantaschen.blogspot.com/2008/12/parashat-vayishlach.html


Am Ende der Parasha erhalten wir eine ausführliche Liste der Nachkommen des Esav. In Genesis 36:34 wird "Magdiel" genannt. Raschi kommentiert hierzu, dass damit Rom gemeint sei. Weiterhin sieht Raschi in der gesamten Auflistung eine Prophezeihung. Der Ramban kommentiert dagegen und sieht in den hier genannten Generationen Esavs lediglich jene lebenden Generationen bis Moshe die Thora erhielt.


Eines war das Leben von Yaakov nicht: Er hatte es nie leicht.
Erst die Sache mit dem Recht des Erstgeborenen, dann die Flucht nach Haran zu Lavan (im heutigen Syrien), der "Betrug" bei der Hochzeit mit Lea, die Rückkehr ins Heilige Land, seine 12 Söhne und zu guter Letzt noch das Verschwinden des Yosef. Es heißt, dass Yaakov die einzigen guten Jahre seines Lebens in Ägypten, nach der Wiedervereinigung mit Yosef, erlebte bevor er starb.


Alles, was unsere Vorväter durchlebten, müssen auch wir erleiden. Nicht immer in genau derselben Art und Weise, dennoch gibt es im Thoratext versteckte Andeutungen. Die Diaspora, zum Beispiel, in welcher Yaakov in Haran lebte. Danach kam die Rückkehr nach Israel, welche für die Juden spätestens dann erfolgt, sobald der Meschiach eintrifft.


Wenn wir allein auf das Verhalten Yaakovs schauen, so lernen wir gerade aus dieser Parasha eine ganze Menge. Auch für unser Leben in der heutigen Zeit.


Schabbat Schalom

Donnerstag, November 26, 2009

Parashat Vayetze




B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

In der vorherigen Parashat Toldot (aus der vergangenen Woche) stellt der Thorakommentator Ohr HaChaim eine mehr als interessante Frage:
Warum sandte Yitzchak seinen Sohn Yaakov nach Haran, um eine Frau zu finden ? Warum ausgerechnet bei seinem üblem Schwager Lavan, den Sohn Betuels ? Wenn unsere Vorväter ihren Söhnen keine kaanitischen Ehefrauen verabreichen wollten, konnte es dann nicht jemand anderes sein ? Wieso die eigene Verwandtschaft und wieso der damals berühmt und berüchtigte Zauberer Lavan ?

Wer den Ohr HaChaim kennt, der weiß, dass dessen Antworten in vielen Fällen kabbalistisch ausfallen. Und so auch hier.
Betuel und sein Sohn Lavan unterschieden sich in ihrer Schlechtigkeit und Gier kaum voneinander. Rivka (Rebekka), die Gattin Yitzchaks, wusste genau, zu wem Yaakov da geraten wird. Trotzdem hatte Lavan eine rechtschaffene Tochter, die Rachel, hervorgebracht. Genauso wie Betuel die Rivka.

Und da soll nochmals jemand sagen, dass die Kinder von üblen Menschen genauso schlecht wie ihre Eltern sein müssen. Falsch, denn Kinder sind oftmals das Gegenteil und Rachel sowie Lea sahen, was bei Lavan ablief und worauf er aus war.

Die Kabbalah als auch die Chassidut sagen uns, das in den tiefsten Spähren des Bösen ein guter Funke ist und es gilt, diesen zu suchen und auch zu finden. So dachten anscheinend unsere Vorväter.
Alles wurde von G - tt erschaffen; Gut und Böse !
Heißt, der Mensch hat die Wahl, wie er sein Leben gestalten will. Positiv oder negativ.

Rivka, Rachel und Lea waren die positiven Seiten der Familie Betuels und Lavans. Aus diesem Grund heirateten unsere Vorväter deren Töchter, denn diese drei Frauen stellten eine "Keduscha - Heiligkeit dar". Ebenso handelte es sich bei ihnen um Prophetinnen.
Bei den kaanitischen Frauen war selbst der gute Funke nicht vorhanden. In Bereschit (Genesis, Parashat Noach) 9:20 lesen wir, dass Kaanan verflucht war. Und wer will schon solch jemanden in der Familie haben ?

Bis heute sammeln wir die kabbalistisch symbolischen "Funken - Nitzoze'i Kedusha" ein. Ein kabbalistisches Konzept, welches vom Arizal (Rabbi Yitzchak Luria) eingebracht worden war. Je mehr Funken wir einsammeln und diese an ihren eigentlichen Platz in den oberen spirituellen Welten zurückführen, je eher kommt der Meschiach.

Wie aber sammeln wir diese Funken ein ?
Indem wir selbst die Welt verbessern. Nicht die ganze Welt, doch zuerst einmal uns. Die Welt kann warten, denn wenn wir uns nicht zum positiven verändern, wie soll dies dann erst die Welt tun. Daheim in unserem privaten Kämmerlein sollten wir mit dem Verbessern beginnen. Bei uns selbst und nicht anderen vorschreiben, was sie zu tun haben.

Gleich zu Beginn der Parashat Vayetze lesen wir von "Jakobs Leiter - Sulam Yaakov". Eine der bekanntesten Erzählungen der Thora überhaupt. Der Traum selbst war eine einzige Prophezeihung. G - tt zeigte Yaakov, dass sich sein Schicksal nicht in den Händen der Engel befindet, sondern er direkt unter G - ttes Einfluss steht. Und nicht nur Yaakov, sondern das gesamte jüdische Volk; damals, jetzt und bis in alle Ewigkeiten - so der Thorakommentator Nachmanides (Ramban). Weder die Griechen noch die Babylonier, die Perser oder die heutige Diaspora (Esav) können uns etwas anhaben. Das jüdische Volk wird überleben, egal, was kommt, denn wir befinden uns unter G - ttes schützender "Hand".

Yaakov nannte den Ort, an welchem er geträumt hatte, "Beit E - lo - him - Haus G - ttes" und bezeichnete ihn weiter als "Shaar HaShamaim - Himmelstor". Von dort aus steigen die Gebete und Tieropfer in den Himmel hinauf (Ramban). Den Ort kennen wir heute unter dem Namen "Tempelberg - Har HaBeit" in Jerusalem. Dort, wo schon Adam HaRishon (der erste Mensch) sein Opfer darbrachte und Avraham seinen Sohn Yitzchak zu opfern bereit war.

Yaakov gelangte an einen Brunnen (Beer), an welchem die Hirten ihre Herden tränkten. Der Ramban sieht diesen Brunnen metaphorisch als Hinweis auf den Jerusalemer Tempel. Von dort aus nämlich geht die Thora hinaus in die Welt (Ki MiZion teze Thora - Jesaja 2:3).
Überhaupt lernten unsere Vorväter ihre Gattinen viemals an Brunnen kennen. Wer also jemanden sucht, stelle sich an einen Brunnen.
Thora wird mit dem Wasser verglichen, denn ohne Thora oder Wasser sind wir nicht lebensfähig. Beides ist zum Überleben notwendig.

Rachel nahm die Götzenstatuen ihres Vaters Lavan an sich, weil sie ihn vor dem Götzendienst bewahren wollte (siehe hierzu auch den Kommentator Raschi). Angeblich dienten die Statuen (Terafim) dem Lavan dazu, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Wie gesagt, war Lavan für seine magischen Kräfte mehr als bekannt. Die Magie kam allerdings von der dunklen (negativen) Seite. Alles Gute hat immer einen schlechten, negativen, Gegenpart, so sagt uns die Kabbalah.

Was wir aus all den Erzählungen der Parasha unter anderem lernen ist, dass ein Jude auch in der Fremde stets seine Glaubensideologie und Wertevorstellungen aufrecht erhalten muss, wie dies einst Yaakov tat. Jahrelang lebte er im Haushalt des miesen Lavan und liess sich nicht von essen Methoden beeinflussen. Yaakov stand zu G - tt und bestand den Test in der Diaspora. Zugleich hatte Yaakov alles andere als ein leichtes Leben. Erst die Zeit mit seinem Bruder Esav, dann Lavan und in der kommenden Woche werden wir sehen, wie chaotisch es weitergeht.

Wir alle haben unser Päcklein im Leben zu tragen und unsere Vorväter blieben davon keineswegs verschont.

"Schabbat Schalom - Gut Schabbes" an alle Leser !

Freitag, November 13, 2009

Parashat Chaye Sarah



Die obige Skizze zeigt die Machpelah, welche Avraham von Ephron kaufte, um seine Frau Sarah dort zu beerdigen. Der Midrasch nach liegen dort ebenso die ersten Menschen Adam und Eva (Chava) begraben.


Die Gräber die wir in dem Gebäude sehen, sind nicht die wahren Gräber, sondern diese befinden sich unterhalb des Gebäudes.



B"H 

Die Thoraparasha für diesen Schabbat

Tausende Juden werden diesen Schabbat in der Stadt Hebron verbringen, denn gleich zu Beginn der Thoraparasha "Chaye Sarah" geht es um den Tod Sarahs, der Frau Avrahams. Viele Kommentare (unter anderem der des "Ohr HaChaim") besagen, dass Sarah in dem Moment verstarb, in welchem sie erfuhr, dass ihr Gatte sich aufgemacht hatte, um den geliebten Sohn Yitzchak zu opfern. Obwohl dies nicht geschah, sondern nur ein Test G - ttes an Avraham war, sah Sarah schwarz und bekam einen Schock, der sie letztenendes tötete.

Avraham war zutiefst erschüttert und weitere Kommentare sehen in ihm den Verfasser von "Eschet Chayil". Bei "Eschet Chayil" handelt es sich um ein Lied, welches wir an jedem Freitag abend nach dem "Schalom Aleichem" und vor dem Kiddusch (Segnung des Weines) singen. In ihm gedenken wir der immens wichtigen Rolle der Hausfrau und Mutter.

Avraham und Sarah waren stets Fremde im Lande Canaan geblieben, denn sie passten sich den Gepflogenheiten der Einheimischen nicht an. Die Canaaniter waren alles andere als ein angenehmes Volk. Unter anderem behielten sie den Kopf verstorbener Verwandten und stellten ihn sich ins Wohnzimmer.

Um Sarah zu begraben, wollte Avraham Land kaufen; eine Höhle, die heutige Ma'arat HaMachpelah in Hebron" und ein wenig Land darum. Eine Begräbnisstätte für Sarah war ihm ungemein wichtig. Er scheute keine Mühen und Kosten und machte sich auf zu Ephron und dessen Hittiter - Volk. Die Hittiter waren ein canaaitischer Stamm. Canaan, ein Nachfahre Hams des Sohn Noachs, gebar Zidon und Chet. "Bnei Chet - Söhne von Chet", so werden die Hittiter in der Thora genannt.

Obwohl Ephron auf freundlich und fürsorgend machte, zog er Avraham dennoch über den Tisch. Vierhundert Schekel verlangte er für die Machpelah und das Land drumherum. Ein Wucherpreis zur damaligen Zeit. Avraham aber vermied jedes Feilschen, denn er befand sich in Trauer und er zahlte lieber, um seine Ruhe zu haben.

Ist es nicht ein Irrwitz, dass Avraham die Ma'arat HaMachpelah in Hebron KAUFTE ? Zeugen waren die "Bnei Chet" und wenn wir dies heute sagen, so werden wir Juden als Rassisten abgestempelt. Dabei erstand Avraham das Land rechtmässig von den Hittitern und selbst die wären heute buff, wenn da irgendwelche Palästinenser daherkommen und das Gebiet für sich beanspruchen. Avraham kaufte seiner Frau Sarah ein Grab und Hagar, die Mutter Ischmaels, hat damit nichts zu tun. Sie und ihre Kinder waren nie mit einbezogen, wie wir am Ende der Parasha sehen werden !

Der Ramban (Nachmanides) sieht in dem Landkauf einen Hinweis darauf, wie wichtig es für einen Juden ist, in Israel begraben zu werden.
Ferner lehrt uns der Talmud Traktat Ketubot 110, dass Diasporajuden so anzusehen sind als hätten sie keinen G - tt. Wobei hiermit gemeint ist, dass die in der Diaspora lebenden Juden anfälliger für die Religionen und Bräuche andere Völker sind.

Avraham entschloss sich, für seinen Sohn Yitzchak eine passende Frau zu suchen. Der war immerhin schon vierzig Jahre alt und sollte endlich unter die Haube. Eine Caaniterin sollte es jedenfalls nicht sein, sondern eine g - ttesfürchtige Frau. Die Frage ist nur: Wo soll man die hernehmen, wenn man doch inmitten einem götzendienerischen Volk nimmt ?

Deswegen entsandte Avraham seinen Diener Eliezer zu den Verwandten. Sein Bruder Nachor hatte einen Sohn namens Betuel und der wiederum hatte einen Sohn namens Lavan und eine Tochter namens Rivka (Rebekka). Jemand aus der Verwandtschaft sollte auserkoren werden, Yitzchak zu ehelichen, denn immerhin kennt man sich in der Familie und es geht weniger schief. Obwohl Rivka innerhalb einer götzendienerischen Familie aufwuchs, so erkannte sie G - tt als alleinigen Schöpfer an und war auch sonst nicht so mies drauf, wir ihr Vater oder ihr Bruder.

Eliezer kommt in das Land von Avrahams Vorfahren und trifft an einem Brunnen die Rivka. Das gesamte Kapitel 24 nennt unzählige Male den "Kad - Wasserkrug), mit dem Rivka die Kamele Eliezers tränkt. Im Hebräischen wird "Kad" mit Chaf und Daled buchstabiert. Beide Buchstaben ergeben zusammen die Zahl 24 und das Kapitel in Genesis (Bereschit) ist ebenso 24.

Details zum Treffen zwischen Rivka (Rebekka) und Yitzchak.
Warum Rivka hier ihre Haare bedeckte:
Nach dem Tode Sarahs lässt uns die Thora wissen, dass Avraham sich eine zweite Ehefrau namens "Keturah" nahm. Laut der jüdischen Tradition handelte es sich dabei eigentlich um Hagar, welche eine ägyptische Prinzessin war.

Warum aber heiratete Avraham keine andere Frau aus seiner Familie ? Bei Yitzchak entsandte er noch eifrig den Eliezer und er selbst heiratete eine Frau aus einem anderen Volk ?

Der Ramban (Nachmanides) kommetiert, dass Avraham keine Frau suchte, deren Kinder später ein Vorvater des jüdischen Volkes werden sollten. Diese Rolle war nur Yitzchak zugedacht und Avraham konnte dementsprechende heiraten, wen er wollte.
Mit Keturah gebar er noch weitere Söhne, die er jedoch alle in den Fernen Osten entsandte, denn Yitzchak allein sollte das Erbe annehmen.
Manche kommentieren heute, dass einige fernöstliche Völker ab und an jüdische Bräuche haben, von denen keiner mehr sagen kann, woher diese stammen. Anscheinend stammen sie aber von jenen Kindern, die Avraham fortsandte.

Am Ende der Parasha erfahren wir vom Tode Avrahams im Alter von 175 Jahren. Ischmael kommt zur Beerdigung und macht Teschuva (Umkehr zu G - tt).


Schabbat Schalom an alle Leser !