Posts mit dem Label Der Kuzari werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Der Kuzari werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, November 07, 2012

Aus dem Buch KUZARI: "Absicht und Handlung"

B"H 

Einmal in der Woche nehme ich an einem Online Unterricht teil. Das Thema ist das Buch DER KUZARI und der unterrichtende Rabbiner ist Rabbi Chaim Eisen. Ursprünglich aus New York, doch in Jerusalem lebend. 

Wer von Euch über ausreichende Englischkenntnisse verfügt und Lust hat, kann sich ebenso kostenlos einschreiben und teilnehmen. HIER eintragen. Umsonst und ohne Spam !

Rabbi Eisen selbst kenne ich seit einigen Jahren persönlich, denn ich nehme an einem weiteren Schiur (relig. Vortrag) von ihm teil. Ebenfalls einmal pro Woche, aber nicht online, sondern live bei der ORTHODOX UNION in Jerusalem.

Bei seinem letzten Vortrag zum SEFER HA’KUZARI sprach der Rabbi über die Intension (Absicht, Vorsatz) und die nachfolgende Handlung.

Vorsätze (die Absicht) ist wichtig, aber nicht genug. Das, was zählt, ist die ernsthafte Handlung.

Das Judentum ist eine Religion der HANDLUNG. An G – tt glauben allein reicht nicht, denn schliesslich gab G – tt uns in der Thora Seinen Willen kund und demnach sind Juden verpflichtet, gewisse Gebote zu erfüllen (Koscher, Schabbat, Beschneidung, Feiertage, usw.) Nicht zu vergessen die Wichtigkeit der zwischenmenschlichen Beziehungen. Wenn wir also handeln, so ist die vorherige Absicht enorm wichtig, denn sich einfach so hinstellen und handeln ist zwar nicht falsch, befindet sich jedoch in einem unteren Level. Beim Ausführen der Thoragesetze benötigen wir zuerst die Absicht, doch die Handlung muss ebenso konzentriert wie ernsthaft erfolgen


Rabbi Eisen nannte uns das Beispiel eines Yeshiva Studenten (Schüler einer relig. Schule), der abends seine Wecker stellt, um pünktlich zum Morgengebet Schacharit geweckt zu werden, doch in dem Moment als der Wecker klingelte, er diesen an die Wand warf und weiterschlief.

Die Frage ist: WIE EIGENTLICH SCHAUT EINE GUTE ABSICHT AUS ? Meiner Meinung nach kommt es hierbei auf den Individualfall sowie auf den Level eines Jeden an. Es gibt Zeiten, in denen die Absicht des Einzelnen höher sein könnte, denn er besitzt ein hohes Potenzial, welches er jedoch in dem Moment nicht ausnutzt.

Rabbi Eisen listete uns ein paar Personen aus dem Alten Testament (Thora, Propheten, Schriften) auf, deren Absichten durchaus positiv waren, doch die nachfolgende Handlung sich als völig falsch erwies. Da wäre zum einen der tragische Tod von Nadav und Avihu (den Söhnen Aharons), deren Absicht, Kräuter (Ketoret) zu verbrennen, absolut gutwillig gemeint war. Offenbar waren beide Brüder von all den Geschehnissen um sie herum überwältigt und sie wollten G – tt danken. Dennoch verstiessen sie damit gegen die Regeln G – ttes, denn dieser hatte Moshe und Aharon beauftragt, dass die Ketoret nur zu bestimmten Zeiten geopfert werden darf und nicht einfach so zwischendurch.

Ein weiteres Beispiel finden wir im EGEL (Goldened Kalb). Viele Juden schlossen sich der Tat mit dem Goldenen Kalb an, teilweise jedoch au seiner guten Absicht heraus, denn sie meinten, dass dies ein guter Weg sei, G – tt anzubeten. Sie sahen nicht das Kalb allein, sondern stand immer noch G – tt für sie im Vordergrund. Eine Handlung, die sich als fatal erwies.

Ein drittes Beispiel finden wir im DIVRE’I HA’YAMIM (Chroniken II), 26:16 – 23: 

König Uzziyahu (Uzziah), der sehr viel Positives erreicht hatte, beschloss, G – tt zu danken, indem er Ihm eine Ketoret (verbrannte Kräuter und Gewürze) darbrachte. Und das auf dem Altar (Mizbeach) des Tempels. Diese Aufgabe aber ist den Tempelpriestern (Cohanim) vorbehalten und niemandem sonst. Tut es dennoch jemand außer einem Cohen, unterliegt er einer g – ttlichen Bestrafung. 

Obwohl die Tempelpriester Uzziyahu warnten, die Ketoret nicht selbst zu verbrennen, liess sich der König von seinem Vorhaben nicht abbringen. Er wollte G – tt unbedingt danken, komme, was wolle. Und es kam: G – tt strafte Uzziyahu mit Za’arat (Aussatz) auf dessen Stirn. Das traurige Ergebnis war, dass Uzziyahu nicht mehr direkt in Jerusalem bleiben konnte, sondern ins Lager der Aussätzigen zog. Sohn Yotam wurde sein Nachfolger.
______________________________

1. Der biblische Aussatz war, medizinisch betrachtet, nicht jener, den wir heute kennen, sondern eine spezielle, uns unbekannte Art des Aussatzes. 

2. Laut der Thora darf ein Jude, versehen mit einem biblischen Aussatz, nicht in der Mitte anderer Juden leben, sondern nur fernab. Wir sehen dies, u.a., bei der Miriam als sie mit Aussatz versehen wurde und außerhalb des Lagers der Israeliten leben musste.  

Sonntag, Oktober 21, 2012

Warum wurde DER KUZARI in arabischer Sprache verfasst ?

B"H

Ich kann an dieser Stelle nur für Israel sprechen und nicht für europäisch – jüdische Lehrangebote. Zumindest an israelischen Yeshivot (jüd. Lerninstitute) genau so wie in unzähligen orthodoxen landesweiten Kursen nimmt das Buch DER KUZARI von Rabbi Yehudah HaLevi ein weites Spektrum ein.

Der große spanische Rabbiner und Philosoph Yehudah HaLevi, welcher ca. 1075 geboren und gegen 1141 nahe Jerusalem ermordet wurde, verfasste sein Buch in arabischer Sprache. Einige Jahre später wurde der Inhalt von Yehudah ibn Tivon ins Hebräische übersetzt. Eine Übersetzung, welche Wort für Wort erfolgte und nicht mit eigenen Interpretationen gespickt ist, wie dies bei anderen Übersetzungen der Fall ist. 



Meine, von Ibn Tivon, übersetzte KUZARI Ausgabe

Photo: Miriam Woelke
 

Warum jedoch schrieb Rabbi Yehudah HaLevi sein Buch gerade in arabischer Sprache ? Womit er übrigens nicht allein stand, denn der spanische Rabbiner Maimonides, Rabbi Moshe ben Maimon (auch bekannt unter der Abkürzung RAMBAM), 1135 – 1204, verfasste seine Schriften in arabischer Sprache. Beide Rabbiner jedoch zitierten die Gemara (rabbinische Diskussionen des Talmud) in der Originalsprache Hebräisch. 

Das Spanien des frühen Mittelalters war muslimisch und somit war auch die Landessprache arabisch. DER KUZARI besteht vorweglich aus den Fragen des Königs der Khazaren an einen Moslem, einen Juden, einem Christen und einen Philosophen. Wer von ihnen ist in der Lage, seine Religion / Weltanschauung am glaubhaftesten darzulegen. Am Ende gewinnt der Jude und das Volk der Khazaren konvertiert zum Judentum. Eine offenbar reale historische Begebenheit, doch die im KUZARI beschriebene Diskussion wurde wahrscheinlich von Rabbi Yehudah HaLevi frei erfunden. 

Insbesondere diente der Buchinhalt dem Zweck, dem spanischen Judentum Fragen in Bezug auf das eigene Judentum zu erläutern. Gerade zu der Zeit befassten sich viele spanische Juden mit der griechischen sowie arabischen Philosophie und Rabbi Yehudahs Absicht lag darin, spanischen Juden klarzumachen, dass die so logisch klingenden philosophischen Darstellungen nicht unbedingt mit dem Judentum vereinbar sind. Einige Zeit später stellte auch der Rambam die Philosophie des Aristoteles denen des Judentum gegenüber, wobei Rambam aus seiner teilweise Verehrung des Aristoteles nicht immer einen Hehl machte, diesem jedoch oftmals immense widersprach. DER KUZARI richtete sich also an die spanischen Juden des 12. Jahrhunderts und deswegen wurde das Buch in der damaligen Landessprache geschrieben.

Mittwoch, Juni 27, 2012

Die Schwierigkeit, ein religiöses Buch zu schreiben

B"H 

Seit Jahren sitze ich intensiv über einem bestimmten Thema der Thora. Fast jede Talmudpassage, fast jede Midrasch, Aggadah oder fast jeden Kommentar sowie die Kabbalah habe ich zum Thema umgekrempelt. Und obwohl viele von mir ein Buch über die israelischen Haredim (ultra – orthodoxe Juden) erwarten, so beschränke ich mich vorerst auf eine Stelle in der Thora, die, meiner Meinung nach, viel zu wenig Beachtung erlangte, aber die mich schon immer interessierte. 

All das gesammelte Material zusammenzufassen ist nicht einfach. Noch dazu, wo immer weitere Fragen auftauchen. In meinem Buch geht es im Wesentlichen um Teile aus dem 1. Buch Moses (Bereschit – Genesis). Insbesondere um die Thoralesungen BERESCHIT (Genesis) und Noach. Weil es in einem Kapitel eigentlich nur kurz um "Dämonen (Schedim)" im Judentum geht, stecke ich einmal wieder so richtig fest und muss Rabbiner befragen. Die vielfältige talmudische und anderweitige relig. Literatur gibt keine eindeutige Auskunft, wobei ich das auch gar nicht erwarte. Jeder Rabbiner bzw. Kommentator hat so seine eigenen Auslegungen zum Thema und ferner scheint es darauf anzukommen, in welchem Zusammenhang die Dämonen in Erscheinung treten. Manchmal scheint es sie zu geben, in einem anderen Bezug dagegen finden sie lediglich als Symbol für etwas anderes Erwähnung. 

Weiterhin bin ich auch noch gezwungen, dass Thema ENGEL anzusprechen und wer hätte gedacht, wie viele rabbinische Auslegungen es hierzu gibt. In der Kabbalah, im Talmud, im Chassidismus und vom KUZARI (Buch des Rabbiners Yehudah HaLevi) oder dem RAMBAM (Guide for the Perplexed - Moreh Nevuchim) ganz zu schweigen. Das beginnt schon allein damit, dass der Rambam (Maimonides) im Moreh Nevuchim unzählige philosophische Statements des Aristoteles diskutiert und diese mit dem Judentum vergleicht. Zur Zeit des Rambam und sogar noch vorher (im 11. – 13. Jahrhundert) nahmen sich viele bekannte Rabbiner des Themas an, da immer mehr Juden die Lehren der griechischen und arabischen Philosophen für logisch und glaubwürdig hielten. Dies geschah in solch einem Ausmaß, dass zahlreiche Rabbiner Schriften verfassten, welche den Juden die wesentlichen Grundzüge des Judentums erklären sollten. Alles im direkten Vergleich mit philosophischen Ideologien und das selbst ein Aristoteles nicht auf dem Pfad des Judentums liegt. 

Und so stecke ich einmal wieder fest und versuche, Antworten zu finden. Auch um weiterzukommen und das Thema zu einem Ende zu bringen. Eindeutige Antworten aber werde auch ich nicht liefern können, denn die gibt es nicht.

Donnerstag, Juni 21, 2012

Parashat KORACH


 Sephardische Synagoge im Jerusalemer Stadtteil Nachlaot

Photo: Miriam Woelke
B"H 

Die Thoralesung für diesen Schabbat 


"Vayikach Korach … - Und Korach nahm"
Was genau Korach nahm, gibt uns die Thora nicht an und dies rief natürlich viele unterschiedliche jüdische Thorakommentatoren zu ebenso zahlreichen unterschiedlichen Interpretationen auf. In meiner englischen ARTSCROLL Stone Edition Thoraausgabe wird "nahm" mit "Korach entfernte sich" übersetzt. Korach entfernte sich von seinen eigenem jüdischem Volk und G – tt, um seine persönlichen Ambitionen durchzusetzen. 

Vielerseits erleben wir dies bis heute, wenn sich Juden dazu auserwählt sehen, durch das Judentum Karriere zu machen, dabei aber G – tt hinter sich lassen. Wenn Juden wie Korach argumentieren und die Thora dazu hernehmen um zu beweisen, dass diese und jene Gesetze gar nicht so, sondern anders auszulegen sind. Wenn Juden gegen angesehen Rabbiner hetzen oder, wie vielerseits üblich, eine wahre Hetze gegen die jüdische Orthodoxie stattfindet. Mit plumpen Eigenauslegungen zu argumentieren, ohne die üblichen Kommentare bzw. den Talmud zu deuten, dann haben wir auch heute wieder den Korach von damals. 

Der mittelalterliche Kabbalist, Rabbi Yitzchak Luria, bringt in seinem Kommentar "Sha’ar HaPesukim" einen hervorragenden Kommentar. Wie so oft, geht es bei Rabbi Luria um Reinkarnationen der Seelen. An vielen Stellen macht der Kabbalist klar, dass Moshe eine Reinkarnation des Schet (dritter Sohn von Adam und Eva) sowie des Hevel (Abel) war. Moshes Aufgabe bestand darin, die notwendigen Seelenkorrekturen an Schets und Abels Seelen auszuführen. Korach hingegen beinhaltete eine Reinkarnation des Kain. In dem Konflikt zwischen Moshe und Korach erleben wir demnach einen weiteren Zwist wie den zwischen Kain und Abel (Hevel). 

Thorakommentatoren und verschiedene Midraschim nennen uns zahlreiche Gründe, warum Kain den Hevel letztendlich tötete. Weil Hevels Opfer an G – tt von G – tt angenommen worden war, während Kains Opfer nicht ganz so perfekt angenommen wurde. Ein anderer Kommentar meint, dass die Beiden um die Herrschaft über den späteren Tempelberg (Har HaMoriah) stritten. Adam, Eva samt Söhne lebten damals in der Umgebung des Tempelberges und wussten um dessen Bedeutung in der Zukunft. 

Rabbi Yehudah HaLevi, der Autor des KUZARI, dagegen ist der Ansicht, dass Kain und Hevel sehr wohl um die Bedeutung des Land Israel wussten und deswegen stritten. Jeder von ihnen wollte das Land besitzen. Die gesamte Diskussion im KUZARI (2:14) bewegt sich darum, was der Ausdruck "Lifne Hashem – Vor G – tt" bedeutet. Rabbi Yehudah HaLevi interpretiert "Lifne Hashem als Eretz Israel". Eretz Israel bedeutet nicht, wie die westliche Presse es lakonisch nennt, “Großisrael”, sondern die in der Thora festgelegten Grenzen des Landes Israel. Für die Zeit, wenn das Land sein zukünftiges Potential erfüllt. Der entsprechende Abschnitt im KUZARI handelt eigentlich von der Bedeutung des Landes Israel und der Prophezeihungen, doch will ich an dieser Stelle lediglich auf den ursprünglichen Zwist zwischen Hevel und Kain hinweisen. Ein Streit, der später abermals in der Wüste ausgetragen worden ist. Nämlich zwischen den besagten Reinkarnationen. 

Anstatt einen Kompromiss auszuarbeiten, pochte Kain (in Person des Korach) wieder nur auf Vorherrschaft und Macht und führte deswegen keine Seelenkorrektur seiner Reinkarnation durch. Moshe hingegen versuchte zu schlichten und der Hevel in ihm ging dieses Mal als Sieger hervor. Korach und seine Gesinnungsgenossen erhielten ihre Strafe, denn sie griffen nach etwas, was ihnen seitens G – tt nicht zustand. 

Der berühmte irakische Rabbiner und Kabbalist, Rabbi Yoseph Chaim (bekannter unter dem Namen BEN ISH CHAI), 1832 – 1909, stellt in seinem Kommentar die Frage, was es denn bedeute, wenn und Thora und Talmud lehren, dass Korach niemals starb. Die Antwort liegt vielleicht in uns selbst, denn die späteren Generationen nahmen sich alle ein Fünkchen der Rebellion von Korach. Heisst, dass später immer wieder Juden gegen gelehrte Rabbiner rebellierten, diese nicht anerkennen wollten, mit dem Ziel selbst in die Berühmtheit aufzusteigen. Doch auch hier gilt wieder der Grundsatz: Wen G – tt nicht für bestimmte Aufgaben vorsieht und wer sich aber dennoch hineinzwengt, der wird am Ende immer scheitern. Deswegen ist es besser, bei dem zu bleiben, was wir haben und uns nicht Aufgaben anzumassen, denen wir eigentlich nicht gewachsen sind. 

Schabbat Schalom an alle Leser !

Dienstag, April 17, 2012

Der KUZARI und die griechische Philosophie


Buch KUZARI - Sefer HA'KUZARI von Rabbi Yehudah HaLevi

Photo: Miriam Woelke
B"H

Der bis heute berühmte jüdische Poet und Philosoph, Rabbi Yehudah HaLevi, lebte einst im Spanien der intellektuellen Blütezeit. Zu einer Zeit als das Land von den Moslems beherrscht wurde, die zur damaligen Zeit des frühen Mittelalters intellektuelle Studien förderten. Im Gegensatz zu den christlichen Kirchenfürsten im nördlichen Teil Europas, wo Wissen unterdrückt wurde und das Landvolk ungebildet bleiben sollte.

Es war Rabbi Yehudah HaLevi, welcher im 12. Jahrhundert das bekannte Buch DER KUZARI verfasste. Grundsätzlich geht es in dem Werk um den König der Khazaren (ein real existierendes Volk), der sich für eine Religion für sein Volk entscheiden will und so einen Christen, einen Moslem, einen Juden und ein einem Philosophen vorlud, um zu erforschen, wer von den Vieren die besseren Argumente vorbringt. Am Ende gewann der Jude und die Khazaren konvertierten zum Judentum. Historiker betrachten den Vorfall größtenteils als Legende, welche Rabbi Yehudah in seinem Buch zu neuen Dimensionen verhalf. Fest steht jedoch, dass die Khazaren tatsächlich zum Judentum konvertierten; allerdings aus etwas anderen Beweggründen. 

Rabbi Yehudah HaLevi sah sein Werk als dringend erforderlich an, denn zu der Zeit kursierten die Werke der einstigen griechischen Philosophen Plato, Sokrates und Aristoteles durch die akademische Welt Spaniens. Des Rabbis Absicht bestand darin, den Juden Spaniens jüdische Glaubensgrundsätze klarzumachen, damit sie nicht auf die griechischen Philosophielehren hereinfielen. 

Die griechische Philosophie unterscheidet sich in einigen wesentlichen Punkten vom Judentum. Unter anderem in der Welterschaffung, denn die Griechen sahen das Universum als vorher schon existent an. Laut dem Judentum jedoch erschuf G – tt ALLES aus dem Nichts heraus. Ferner stand für die Griechen der Intellekt im Vordergrund und nur mit ihm war es möglich, eine Verbindung zum Schöpfer aufzubauen. Eine Ideologie, die der Rambam (Maimonides) kurze Zeit später in seinem "Führer der Unschlüssigen – Moreh Nevuchim" diskutierte. Wie Rabbi Yehudah HaLevi, so besteht auch der "Moreh Nevuchim" des Rambam größtenteils aus philosophischen Diskussionen. Ganz besonders im Hinblick auf die Philosophie des Aristoteles. 

DER KUZARI ist die jüdische Antwort auf die griechischen Philosophielehren sowie auf die Ideen der Karaiten (jene, welche nur an die geschriebene Thora glauben und nicht an die mündlichen Lehren). Die Karaiten waren besonders im frühen Mittelalter sehr weit verbreitet. Zum Beispiel glaubten sie, dass, wenn am Schabbat kein Feuer / Licht gezündet werden darf, man halt im Dunkeln sitzt. Kein Licht zünden aber bedeutet, dass man dies vor dem Schabbat tun kann und es bis Schabbatende durchbrennen läßt. Ferner haben die Karaiten Probleme mit verschiedenen jüdischen Glaubensgrundsätzen wie der Kommenden Welt des Meschiach oder dem Leben nach dem Tod. Die Karaiten folgten einer falschen Lehre, doch fand ihre Ideologie im frühen Mittelalter sehr viel Zulauf. Später kamen die griechischen Philosophielehren der intellektuellen Welt hinzu und die Rabbiner sahen Handlungsbedürfnis. 

DER KUZARI ist ein einzigartiges Werk und wer sich etwas in der griechischen Philosophie auskennt, weiss die Kritik des Judentums zu schätzen. Dass es eben nicht ausreicht, nur intellektuell dazusitzen, sondern im Judentum ist gleichzeitig vom Tun die Rede. Ein Jude muss Thoramitzwot erfüllen um eine Verbindung zu G – tt aufzubauen. 

Man liest den KUZARI eben nicht mal so, sondern lernt das Buch von vorn bis hinten. Manchmal jahrelang. Ich tue das, wenn ich Zeit habe, was leider oft viel zu selten vorkommt. Wer den KUZARI verstehen will, der kommt allerdings nicht um die griechische Philosophie drumherum.

Sonntag, Mai 23, 2010

Auszüge aus dem Buch DER KUZARI

B"H

Vielleicht sollte man dies nicht gerade tun: Ein Buch öffnen und aus den jeweiligen Seiten etwas herauspicken. Dennoch habe ich es getan und die nachfolgenden kurzen Inhalte sind das Ergebnis !

Meine Quelle war DER KUZARI von Rabbi Yehudah HaLevi. DER KUZARI wurde über einen Zeitraum von zwanzig Jahren verfasst und im Jahre 1140 veröffentlicht. Wenige Zeit später machte sich Rabbi Yehudah HaLevi von Spanien nach Jerusalem auf, um dort seine neue Heimta zu finden und wie wir wissen, kam er dabei auf tragische Weise ums Leben.

DER KUZARI 1:115.3

… Ein Konvertit (zum Judentum) it einem gebürtigen Juden keinesfalls gleichgestellt, denn nur geborene Juden sind in der Lage, Prophezeihungen zu erhalten. Konvertiten dagegen können (das Wort G - ttes) durch die Propheten akzeptieren und weise und heilig werden, doch Propheten werden sie nicht.

Ein mehr als kontroverses Statement, denn war nicht der Prophet Ovadiah ein Konvertit zum Judentum (siehe hierzu den Talmud Sanhedrin 39b) ?

Antwort: Ovadiah sei eine Ausnahme gewesen, da man anscheinend einen Edomiter brauchte, um eben den Untergang der Edomiter vorauszusagen. In der Regel aber sind Konvertiten nicht in der Lage, Propheten zu werden.

Der Rambam (Maimonides, 1135 - 1204) hält in seinem "Moreh Nevuchim - Führer der Unschlüssigen" swie in seiner "Iggeret Teiman - Epistel an die Juden im Jemen" vollkommen dagegen und schreibt, dass selbst Nichtjuden in der Lage seien, Propheten zu werden. Der Rambam nennt dazu als Beweis Hiob, Tzofar, Bildad, Elifaz und Elihu (allesamt aus dem Buch Hiob (Iyov).


1:115.7

… Der Garten von Eden (das Paradies, Gan Eden) bezieht sich auf einen spirituellen Level, welcher extra für den Menschen erschaffen worden war. (Nicht einen speziellen ORT, sondern einen Seelenzustand !) Hätte der Mensch (z.B. Adam und Chava), nicht gesündigt, wäre er (der Mensch) auch heute noch dort.

Mittwoch, August 05, 2009

Der KUZARI zu den Namen G - ttes, Teil 2

B"H

Nicht, dass ein jeder inmitten eines Gebetes angestrengt darüber nachdenken soll, was nun dieser oder jener Name G - ttes bedeutet bzw. welche Absicht G - tt damit erfüllt. Beten wir nun gerade zu einem richtenden oder zu einem gütigen G - tt ? Oder vielleicht zu einem G - tt, der gleichzeitig beide Charaktereigenschaften vertritt: gütig sowohl als auch richtend ?

Bestes Beispiel hierfür sind recht viele Gebete am Yom Kippur (Versöhnungstag), wenn wir, ich glaube es ist im letzten, im Ne'ilah Service, laut ausrufen: "Hu A - do - nai, Hu Ha - E - lohim !" Ein Ausruf zum gütigen als auch zum richtenden G - tt.

Bevor ich zum Buch "Der Kuzari" von Rabbi Yehudah HaLevi (1075 - 1141) komme, eines vorweg: Der Name "A - do - nai" steht allgemein für einen gütigen und der Name "E - lohim" für einen richtenden G - tt. In der Thora sehen wir jedoch genügend Beispiel, in denen beide Namen zusammen genannt werden.

Und noch eines:

Laut der Halacha ist das Aussprechen der Namen G - ttes, es sei denn im Gebet, beim Thorastudium oder während eines relig. Unterrichtes verboten. Zum Beispiel sagt man ansonsten "Elokim" anstatt E - lohim" oder "HaShem - Der Name" anstatt "A - donai".
Außerdem müssen Schriften, welche den Namen G - ttes enthalten, in einer vorgeschriebenen Art und Weise vernichtet werden. Entweder verbrannt, in der Erde "beerdigt" oder man gibt die Schriften in eine "Genizah - relig. jüd. Einrichtung zu eben jenem bestimmten Zweck". Einfach so in den Müll schmeisst man nicht, auf dem sich der vollständige Name G - ttes befindet und deswegen schreibe ich Seine Namen hier in einer Weise aus, welches keines der Gesetze verletzt und selbst wer sich diesen Artikel ausdruckt, kann ihn hinterher, falls notwendig, ohne Genizah etc. entsorgen.

Fast zu guter Letzt:

Details und Hintergrund zum "Kuzari" gibt es im weiteren Verlauf. Ebenso dazu, wer die Khazaren waren und warum, z.B., viele Moslems behaupten, die Juden seien keine richtigen Juden, sondern vielmehr handele es sich um die Nachfolger der Khazaren.
Ursprünglich handelte es sich bei den Khazaren um Türken, welche sich in der Gegend des Kaukasus niedergelassen hatten.

Benutzte Quellen: "Der Kuzari" - Übersetzung vom arabischen Original ins Hebräische von Rabbi Yosef Kapach (einem ehemaligen führenden jeminitischen Rabbiner) sowie "The Kuzari" ins Englische übertragen von N. Daniel Korobkin.

Im "Kuzari" geht es allgemein darum, dass der König der Khazaren mit jeweils einem moslemischen, jüdischen sowie christlichen Gelehrten spricht und Fragen stellt, um so die richtige Religion herauszufinden. Der Jude gwinnt und die Khazaren traten allesamt zum Judentum über.
Die Konversion der Khazaren ist eine historische Tatsache, welche sich vor mehr als 1000 Jahren ereignete.

"DER KUZARI" - Kapitel 4

Der jüdische Gelehrte erklärte dem König der Khazaren den G - ttesnamen "E - lohim". Hierbei handele es sich um den Namen eines Herrschers sowie eines Richters. In der Thora wird der Name mehrere Male auch als "Herrscher über das Universum" verwendet. Ein Herrscher über die Planeten genauso wie über die Natur.

All dieses wurde von G - tt erschaffen und wieso sollte Er es nicht vollkommen beherrschen ?
Der Name E - lohim steht in der Pluralform, da die einstigen götzendienerischen Völker ihre Statuen aufstellten und hinterher glaubten, dass jede dieser Statuen eine bestimmte spirituelle Energie von den Sternenkonstellationen sowie anderweitigen Kräften erhalte. Jede dieser einzelnen Kräfte wurde "E - loah" genannt und der Plural davon war "E - lohim". Zum Beispiel glaubten die Menschen, dass Sonne und Mond über sie und die Erde herrschen.
Allerdings scheiterten die Völker daran, die einzige wahre Quelle der Schöpfung zu erkennen. Eine Kraft, welche sämtliche anderen Kräfte beinhaltet. Die Generation des Enosch (Enosch war ein Enkel von Adam HaRishon - dem ersten Menschen) verfiel dem Irrtum, dass G - tt zwar alles erschuf, doch Er sich nachher anderen Dingen zuwandte und die Sternenkonstellationen uns und die gesamte Erde beherrschen liess.

Der einzige wahre Name G - ttes, welcher ebenso die Wurzel aller anderen Namen darstellt, ist "Yud - Heh - Vav - Heh", der Name "Havayah". Da wir nicht wissen, wie genau der Name ausgesprochen wird, sagen wir im Gebet "A - donai" und ansonsten "HaShem" (wie oben angegeben). Dieser Name beschreibt als einziger G - ttes Wesen, wobei wir nicht wissen, was das eigentlich ist: "G - ttes Wesen".
"Wie kann ich jemanden erkennen, dessen Wesen unerfassbar, unbegreifbar und unendlich ist ? Dessen inneres Dasein nur durch seine Taten erkannt werden ?"
Genau um ein solches Wesen handelt es sich bei G - tt.

Fortsetzung folgt !________________________
Die Bedeutung der Namen G - ttes im "Schema Israel" - Gebet

Die Maske G - ttes

Dienstag, August 04, 2009

Der KUZARI zu den Namen G - ttes, Teil 1

B"H

In etwas mehr als zwei Wochen beginnt der jüdische Monat ELUL. Der Elul hat ganz bestimmte Bedeutungen; unter anderem beginnt mit ihm die Zeit der Teschuva (Umkehr zu G - tt). Vor dem jüd. Neujahrsfest Rosh HaShana soll ein jeder sich darauf besinnen, was er in diesem, bald ausklingenden Jahr falsch machte, und gleichzeitig darüber nachdenken, wie es im Neuen Jahr besser laufen kann. Zumindest vom relig. Standpunkt her betrachtet.

Im Chassidismus besteht das Konzept "HaMelech baSadeh - der König ist im Feld". Bedeutet: In keinem anderen Monat ist G - tt so nahe und zugänglich wie im Monat Elul (in diesem Jahr beginnend am 20. August).

Die Kabbalah erzählt uns von Gebeten und die Zusammenführung unserer materiellen mit den oberen spirituellen Welten, wenn wir nur genügend Einsicht und Umkehr zeigen. Unendlich wichtig im Gebet sowie in der gesamten Thora sind allerdings die sogenannten Namen G - ttes. Nicht, dass ich hier auf alle 70 davon eingehe, stattdessen nenne ich nur einige wenige als Beispiel. Wer die Namen G - ttes und deren Sinn versteht, der versteht Thora und Gebete viel besser und kann G - tt näher sein.

Vor einiger Zeit schrieb ich schon einmal einen Artikel zum G - ttesnamen E - LOHIM, der da so oft von christlichen Missionaren falsch interpretiert bzw. ausgenutzt wird. Im Buch "DER KUZARI" (von Rabbi Yehudah HaLevi) fand ich einige zusätzliche Erläuterungen zu den bekanntesten Namen G - ttes und genau darauf werde ich ab morgen etwas tiefer eingehen. Nicht, dass wir stets mit dem Sidur in der Hand beten und diverse etwas gedankenlos Namen dahinsagen; vielmehr ist es wichtig, auch zu verstehen, worum es geht. Genauso wie beim Thorastudium.

Hier vorerst der "alte" Artikel und ab morgen geht es dann in einem separaten Artikel um die Namensdarstellung im KUZARI.


Nicht nur einmal kam ein christlicher Missionar auf mich zu und verkündete stolz sein angebliches Wissen über die jüdische Religion. Sich brüstend wollte er die für ihn richtige Interpretationen in der Thora erkannt haben.

Hier nur zwei Beispiele:

Was bedeutet es, wenn die Thora sagt, dass G - tt den Menschen in Seinem Ebenbild erschuf ?

Der Rambam im Moreh Nevuchim (Guide of the Perplexed), Rabbi Chaim von Volozhin (Buch: Nefesch Chaim) und viele andere geben darüber in bemerkenswerter Weise Auskunft.
Zu Unrecht stellen wir Menschen uns einen menschlichen G - tt vor, denn unser begrenzter Verstand ist nur in der Lage, Dinge gedanklich zu erfassen und zu begreifen, die menschlich vorstellbar sind. Leider haben viele Leute Probleme mit dem eigentlichen G - tt, der keinerlei menschliche Eigenschaften oder Form besitzt und unendlich ist.

"In Seinem Ebenbild heißt", dass G - tt uns mit einem Verstand, Intellekt und Gewissen ausgestattet hat. Es heißt
keinesfalls, dass G - tt menschlich ist und wir genauso ausschauen wie er.

Nur wir Menschen allein haben die Eigenschaft, dass wir Ihm näher kommen können und Seine Mitzwot (Gesetze) erfüllen.
Eine andere Fehlinterpretation ist einer der Namen G - ttes: E - LOHIM

Die
Fehlinterpretation liegt darin, dass Leute meinen, E - LOHIM sei in der Mehrzahl geschrieben und folglich gibt es mehrere Götter. Christliche Missionare sehen sich das in ihrer Behauptung bestärkt, dass J., G - tt und der so genannte
Heilige Geist ein und dieselbe Person seien.

Falsch, denn E - LOHIM ist tatsächlich im Plural geschrieben, bezieht sich jedoch nur auf den EINEN unendlichen G - tt, der alles erschuf.

Woran sehen wir das ?

Zuerst einmal scheinen Missionare oder andere, die diese Missinformation unterstützen, keinerlei Hebräischkenntnisse zu besitzen, sonst wuerden sie sehen, dass nach E - LOHIM das folgende Verb IMMER im Singular steht.

Beispiel:

E - LOHIM tut etwas, E - LOHIM erschuf die Welt und Er
schuf die Menschen. Wer den Satz zuende liest, der bemerkt, dass es sich im hebräischen Original um den Singular handelt.

Warum steht E - LOHIM also überhaupt im Plural ?

Laut den Kommentatoren Ibn Ezra, Ohr HaChaim,
Rabbi Chaim von Volozhin, Rabbeinu Bachya und vielen vielen anderen bezieht sich die Mehrzahl auf die unterschiedlichen Kräfte G - ttes. Jene Kräfte führt uns
die Kabbalah als die sogenannten Sefirot (Charaktereigenschaften) vor Augen.

Beispiel:

Wie reagiert G - tt ? Mit Güte oder mit einem strengen
Gericht ? Wie erschafft Er etwas ? Mit Weisheit und Verstehen ?

Die Kräfte (Sefirot) G - ttes sind teilweise in der Thora erwähnt, werden jedoch ausführlich im Talmud erklärt, was aber nicht heißt, dass G - tt auf jene zehn Kräfte limitiert ist. Keineswegs, denn als unendliches Wesen ohne Form besitzt
Er viele zusätzliche Kräfte, die wir Menschen gar nicht imstande sind zu erfassen geschweige denn zu definieren.

Sonntag, Mai 31, 2009

Rabbi Yehudah HaLevi

B"H

Rabbi Yehudah ben Samuel HaLevi wurde um 1075 (manche sagen um 1080) in Toledo / Spanien geboren. Während seiner Jugendzeit ging er nach Lucena, wo er den Talmud in der Schule des berühmten Rabbi Yitzchak Alfassi (Talmudkommentator bekannt unter dem Namen RIF) lernte.

Rabbi Yehudah HaLevi entwickelte eine enge Freundschaft zum Thorakommentator Rabbi Avraham ibn Ezra (1089 - 1164). Rabbi Yehudah war einer der wichtigsten jüdischen Rabbiner, Dichter und Philosophen. Recht wohlhabend hatte er jedoch nur eine Tochter und keinerlei Söhne als Nachkommen. Die Tochter heiratete Rabbi Avraham ibn Ezra, den großen Thorakommentator.

HaLevi schrieb unzählig viele Gedichte und ca. 800 davon sind uns heute noch bekannt. Zwanzig Jahre lang arbeitete er an seinem berühmtesten Werk, dem "KUZARI", welcher bis heute noch in vielen jüdischen Instituten gelehrt wird. Ursprünglich wurde der "KUZARI" in arabischer Sprache verfasst und erschien im Original unter dem Titel "Kitab al - Hujja waal - Dahl fi Nasr al - Din al Dhalil - The Book of Argument and Proof in Defense of the Despised Faith". Im Jahre 1167 wurde das Buch von Rabbi Yehudah ibn Tibon in die hebräische Sprache übersetzt.

Als Rabbi Yehudah HaLevi älter wurde, beschloss er, nach Israel zu reisen. In das Land, welches er ausgiebig liebte und es stets in seinen Gedichten lobpreiste. Am 24. des jüdischen Monat Elul (8. September 1140) erreichte er zusammen mit Yitzchak, dem Sohn Rabbi Avraham ibn Ezras, die Stadt Alexandria.

Über den Tod Rabbi Yehudahs ranken sich mehrere Versionen und nichts ist bewiesen. Eine Version lautet, dass er Israel niemals erreichte und in Alexandria begraben liegt. Die berühmteste Version dagegen lautet, dass er Jeusalem erreichte und dort von einem arabischen Reiter zu Tode getrampelt worden ist.

Bis heute ist Rabbi Yehudah HaLevi einer DER bekanntesten Rabbiner; auch deswegen, weil er zu Lebzeiten nie Kompromisse einging. Er beschrieb das Judentum so wie er es sah - ob es den Zuhörern in den Kram passte oder nicht. Bekannt ist der KUZARI insbesondere durch die Eindringlichkeit, mit welcher die jüdische Religion erklärt wird. Islam und Christentum werden als "irrational" beschrieben und Rabbi Yehudah sah, u.a., seine Aufgabe darin, Juden vor den Missionsfängen der Kirche zu bewahren.

Der KUZARI sowie die Geschichte der Khazaren bildet einen wichtigen Teil jüdischer Geschichte sowie Glaubensinhalte und es wird auf diesem Blog noch einiges darüber zu lesen geben.
___________________

Quellen:

- "Book of Kuzari" ins Englische übersetzt von Hartwig Hirschfeld (1905)

- "The Kuzari" von Rabbi Yehudah HaLevi, übersetzt und Quellenangaben von N. Daniel Korobkin

Samstag, Mai 30, 2009

"Der Kuzari" & die Haschmatot

B"H

Irgendwann ist für fast alles das erste Mal. So passierte es mir am letzten Mittwoch als ich bei Bekannten auf das Buch "Der Kuzari" stiess.
Nun ist "Der Kuzari" von Rabbi Yehudah HaLevi nichts Ungewöhnliches, doch stand auf dem Buchcover der hebräischen Ausgabe der Vermerk, dass es sich um den vollständigen "Kuzari" inclusive "Haschmatot" handelt.

"Haschmatot" sind Textstellen, welche Juden aus dem Talmud, Gebetbücher sowie sonstigen relig. Schriften entweder entfernen mussten oder selbst herausnahmen. Dies geschah überwiegend im Mittelalter und die katholische Kirche legte sehr hohen Wert darauf, dass diverse Stellen aus dem Talmud etc. verschwanden. Und wie erwähnt, geschah dies entweder aufgrund von Zwang oder Juden hielten es für besser, eventuelle "beleidigend" wirkende Stellen aus ihren Texten zu entfernen, damit keine neuen Pogrome hervorgerufen werden.

Heutzutage sind jene Textstellen wieder eingefügt oder befinden sich in "Haschmatot" - Sammlungen. Dass aus dem "Kuzari" Textstellen entfernt worden waren, war mir bisher unbekannt und ich werde versuchen, in dieser Woche einige der besagten Texte zu finden und in den Blog zu stellen.


Laut dem Buch "Jewish Philosophers" von Steven T. Katz nannte der mittelalterliche jüdische Rabbiner Yehudah HaLevi in seinem "Kuzari" das Christentum sowohl als auch den Islam irrational. Beide Religionen basieren auf keiner historischen Offenbarung, welche jenen 600,000 Israeliten zuteil wurde, die am Berg Sinai standen und die Thora empfangen haben.

Rabbi Yehudah HaLevi schrieb zwanzig Jahre lang am "Kuzari", welches in arabischer Sprache "Al Khazari" heißt. Verfasst wurde es aufgrund von Missionsversuchen seitens der Kirche an den Juden und weiterhin sollte es unter den Juden ein erneutes Verlangen nach der Ge'ulah (dem Kommen des Meschiach) aufkommen lassen.