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Dienstag, November 02, 2010

Den Intellekt gebrauchen

B"H

Das Judentum legt ausserordentlichen Wert auf den Gebrauch des menschlichen Intellekt. Und damit meine ich nicht nur die chassidische Gruppe Chabad (Lubawitsch), die da die kabbalistische "Weisheit - Chochmah" zum Teil ihres Namens (Ch = Weisheit, B = Binah = Verstehen, D = Da'at = Wissen) machte.

Im allgemeinen besitzt jeder Jude die Mitzwah, den eigenen Intellekt zu nutzen und G - tt zu ergründen. Wer ist der Erschaffen jeglicher Existenz ? Ferner soll intellektuell die Tatsache bewiesen werden, dass es einen G - tt gibt und wie Er sich uns zu erkennen gibt. Dass G - tt eine einzige Einheit ist und niemanden anderen neben sich hat. Keinen Vater, keinen Sohn und keine sonstige Verwandtschaft ! G - tt als einziges, unendliches, unergründbares Wesen, der da Seine unendliche Intelligenz nutzt, das Universum zu erschaffen und am Leben zu erhalten. Eine unendliche Intelligenz, von der wir noch nicht einmal begreifen, was sie darstellt oder bezweckt, denn allein mit dem Begriff "unendlich", hat der Mensch seine Probleme. Was ist "unendlich" und wie kann jemand (G - tt) zeitlos existieren ?

Im Judentum sind Fragen hoch willkommen und wer nicht nachfragt oder G - tt ergründet, den stuft der bekannte Rabbiner Bachya ben Josepf ibn Pekuda (11. Jahrhundert) als "schamvoll" ein. Wer als Jude G - tt nicht ergründet, der sei wie ein von einer Krankheit befallener Experte, der sich von einer zweiten Person behandeln lasse, anstatt sein eigenes Wissen auf dem Gebiet für seine Heilung zu nutzen. Oftmals geschehe derlei Ignoranz allein aus der eigenen Bequemlichkeit heraus. Siehe des Rabbis Buch "Duties of the Heart" !

Wir sind verpflichtet uns die Frage zu stellen, wer die gesamte Existenz, inclusive uns selbst, erschuf. Unsere von G - tt gegebene Intelligenz sollen wir nicht nur für die Wissenschaft oder das Berufsleben nutzen, sondern genauso für existenzielle Fragen. Schauen wir allein auf die perfekte Erschaffung unserer Welt. Unser Planet stattet uns mit allem aus, was wir zum Leben brauchen. Die Planeten unserer Milchstrasse haben ihre Funktion und sind so erschaffen (wie Sonne oder Mond), sodass sie für Menschen von Vorteil sind. Die Schutzschilder um die Erde herum beschützen uns vor tödlichen Strahleneinwirkungen aus dem All. Unser Planet besitzt Schwerkraft und Sauerstoff. Welcher andere Planet, ausser der Erde, stattet uns mit solchen lebensnotwendigen Bedingungen aus ? Jegliche Erschaffung ist an ihrem Platz, wie schon König Salomon (Shlomo HaMelech) feststellte. Von der Ameise bis zum Elephanten. Alles auf dieser Welt hat eine Aufgabe und irgendwie sollte sie ein jeder erfüllen.

Es gibt Leute, die sagen, die Welterschaffung sei nichts als ein Zufall. Irgendwann habe halt zufällig ein Urknall stattgefunden und danach habe sich alles von selbst ergeben. Eine erstaunliche Aussage, denn wenn wir uns die Perfektion unserer Welt betrachten, kommt die Frage auf, ob die Erschaffung nicht eine spezielle höhere Planung gehabt haben muss. Allein die Sonneneinstrahlung und der ausreichende Schutzschild der Erde. Kann das alles Zufall sein ? Menschliche Intelligenz und die Unterscheidung vom Tier ? Wer war der Designer von all dem ? 
Gevatter Zufall ?

Freitag, Februar 05, 2010

Schabbat Schalom


4. You have seen what I did to the Egyptians, and [how] I bore you on eagles' wings, and I brought you to Me.


B"H


Eigentlich wollte ich wieder einmal viel mehr schreiben, aber nix wars aufgrund von Zeitmangel.


Neulich berichtete von meinem Treffen Treffen mit dem Runaway der Chassidut Gur (aus Ashdod), Sarah Einfeld. Gleich darauf sendete der israelische Privatsender "Yes" einen Report über fünf Runaways der haredischen (ultra - orthodoxen) Gesellschaft mit dem Titel "Leaving the Fold". Eine der darin beschriebenen Personen ist eine junge Frau aus dem Hinterhof Mea Shearims "Batei Hungarin - Ungarische Haeuser". Als ich den Artikel zu Sarah Einfeld in meinen hebräischen Blog stellte, beschwerten sich einige Leser, dass sie lieber etwas über die junge Frau aus den Batei Hungarin lesen wollen. Die sei doch viel interessanter. Mea Shearim und so und keine Sarah aus Ashdod.

Ich kontaktierte die Filmemacher von "Leaving the Fold" und bekam prompte Antwort. Leider aber lehnte man es ab, mir den Namen der jungen Frau weiterzuleiten. Dies könne ich bei "Hillel" erfahren.

Bei "Hillel" handelt es sich um eine israelische Organisation, welche Runaways aus der haredischen Gesellschaft hilf (Unterkunft, Schulbildung, Job, Geld, etc.) 
Grundsätzlich aber bin ich gegen "Hillel", denn deren Agenda lautet, den frommen Juden in ein total säkuleres Gegenteil umzufunktionieren. Nicht jeder Runaway aber will die Religion verlassen, sondern nur seine Umgebung. Ausserdem ist die Kontaktaufrechterhaltung mit den Eltern sehr wichtig und bei der Stadt Jerusalem gibt es diesbezüglich hervorragende Sozialarbeiter.

Nichtsdestotrotz werde ich "Hillel" kontaktieren und schauen, was sich ergibt.

Die haredische Gesellschaft zu verlassen bedeutet nicht gleich die Religion aufzugeben und damit sind wir bei der Parasht Yitro angekommen. Es ist erstaunlich wie Moshe auf seinen Schwiegervater hoerte; und das mit G - ttes Zustimmung.

Rabbi Bachya ibn Pakuda schrieb in seinem Buch "The Duties of the Heart", dass wir G - tt mit GANZEM Herzen akzeptieren sollen. Nicht, dass sich unsere Taten von unseren Worten unterscheiden. Die wahre Akzeptanz G - ttes findet statt, wenn jemand das tut, was er predigt und nicht anderen Leuten überheblich "religiös" daherkommt bzw. sie rügt und sich selber verhält wie sonst etwas. 

"Schabbat Schalom - Gut Schabbes" allen Lesern !
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Kleine Anmerkung: Der Toldot Avraham Yitzchak Rebbe wird an diesem Schabbat seinen Tisch in Beit Shemesh abhalten und NICHT, wie gewohnt, in Jerusalem ! Dies ist besonders wichtig, denn in den Avraham Yitzchak gibt es "Scheva Berachot", da ein Enkel des Rebbe am Mittwoch heiratete.