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Sonntag, November 07, 2010

Was ist Chassidut (Chassidismus) ?

B"H

Es gibt ja bekanntlich Leute, die sehen Chassidim in ihrer Kleidung. Pelzmütze (Streimel) auf dem Kopf (vorwiegend am Schabbat) und in langem Kaftan. Nicht selten ruft dies bei dem ein oder anderen "romantische" Gefühle hervor. Eine längst vergessen geglaubte Zeit scheint wiederaufzuerstehen. "Chassidismus" ? Hat das nicht irgendwas mit Mystik zu tun ? Geheimnisvolles aus der Kabbalah ?

Die Antwort darauf ist einfach. Grundsätzlich ist ein "Chassid" jemand, der über die eigentliche Halacha hinausgeht. Jemand der die Mitzwot detaillierter ausführt als von ihm verlangt. Ein Chassid nimmt sich mehr vor und legt sich zusätzliche Regeln auf.

Jacon Immanuel Schochet (in seinem Buch "Chassidic Dimensions") gibt eine kurz, aber aussagekräftige Definition zum Chassidismus:

Der Chassidismus beinhaltet die mystische Tradition der Thora.

Normalerweise lernen wir die offensichtlichen Lehren der Thora, doch die Thora besteht nicht nur aus dem, was da geschrieben, bzw. interpretiert wird. Die Thora besitzt einen inneren Kern und dieser bleibt uns teilweise verborgen, wenn wir uns nicht mit ihm beschäftigen. Tun wir dies, so erhalten die Halachot (Gesetze) und Erzählungen plötzlich ein Innenleben. Wir beginnen zu verstehen, warum wir verpflichtet sind, dieses und jenes zu tun und was uns die Berichte unserer Vorväter wirklich lehren sollen.

Die Thora kann auf einfacher Basis gelernt werden und daran ist nichts falsch. Jedem sollte allerdings klar sein, dass die Thora genauso verborgene Inhalte umfasst, welche uns in der Kabbalah sowohl als auch im Chassidismus nahegelegt werden.

Vielen Juden reicht die simple Aussage der Thora und die Ausführung der Halachot gänzlich aus. Andererseits sind wir ebenso verpflichtet, die inneren Werte und Aussagen der Thora zu lernen.

Sonntag, Juni 27, 2010

Chassidim on the Wall


Nachlaot / Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

Dienstag, April 13, 2010

Warum ich über den Chassidismus schreibe

B"H

Gestern hatte ich eine Diskussion mit einer akademischen Künstlerin. Sie hat Kunst studiert und sammelt entweder alles, was mit Kunst zu tun hat oder bereist die Welt, um Museen oder Ausstellungen zu besuchen.

Ich erzählte ihr, dass ich über das Judentum, die haredische (ultra - orthodoxe) Welt sowie den Chassidismus schreibe.

Warum, fragte sie ?

Weil ich auf der Suche nach mir selbst bin. Ich war einmal mitten in der chassidischen Welt und scheiterte aufgrund von zuviel selbstauferlegtem Druck. Nun versuche ich einige alte Fehler zu reparieren und eventuell in die Gesellschaft zurückzukehren. Darum schreibe ich meine relig. Blogs.

Befassen wir uns nicht alle mit speziellen Themen, um uns selbst darin zu finden, fragte sie. Ich, zum Beispiel, finde mich selbst in der Kunst wieder. Ein Gebiet, welchem ich mich aller Leidenschaft nachgehe. Jeder von uns hat seinen eigenen Weg, sich selbst zu finden.

Montag, April 12, 2010

Der Holocaust an den Chassidim

B"H

Bis vor wenigen Jahren war es in der chassidischen Gesellschaft unüblich, über seine persönlichen Erfahrungen im Holocaust zu berichten. Ich kenne sogar Chassidim, die es grundsätzlich ablehnten (und nach wie vor tun), irgendwelche Entschädigungsgelder aus Deutschland auch nur anzufassen. "Die Verwandten seien umgekommen und das deutsche Geld bringe niemanden mehr zurück", so die Reaktion auf meine Nachfrage. Eine Vergebung findet nicht statt.

Ich selber bin mit der chassidischen Gesellschaft mehr als verbandelt und beschäftige mich im allerhöchsten Maße mit ihr und an Gedenktagen auch mit der Holocaust - Geschichte der Chassidim. Nicht, dass heute mehr erzählt wird als zuvor, denn die chassidische Reaktion auf den Holocaust ist sehr schwer zu erklären und für den Leser noch viel komplizierten zu verstehen bzw. nachzuvollziehen. Der Holocaust wird in kabbalistische sowie chassidische Lehren transformiert und gerade diese Tatsache verkompliziert alles für den Außenstehenden. Andererseits finden die Chassidim auf diesem Wege Erklärungen, die anderen wiederum verborgen bleiben.

Zuerst einmal erwarteten die Rabbiner zur Zeit der Shoah keinen Holocaust. Man kann einwerfen, dass schon der Chafetz Chaim vor seinem Tode im Jahre 1933 eine unendliche Katastrophe vorhersagte, aber wer sieht einen Holocaust solchen Ausmasses kommen ?
Die Juden Osteuropas waren Pogrome gewöhnt. Immer gab es dort Judenhass und wen interessierte Hitlerdeutschland ? Wer rechnete mit einem Krieg ?

Bis zum Einmarsch der deutschen Truppen in die Ostgebiete, gingen die Chassidim ihrem gewohnten Alltag nach. Nichts deutete auf irgendetwas hin. Manche Chassidim machten Aliyah nach Israel, aber das hatte nicht unbedingt etwas mit dem Nazismus in Deutschland oder Österreich zu tun. Stattdessen wollte man im Heiligen Land gemäss der Thora leben. Zionismus was verpönt und wurde von den Chassidim grundwegs abgelehnt. Wer habe das Recht, einen eigenen Staat zu deklarieren, wenn dieser nicht nach der Thora regiert wird ?

Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Polen verliess kein chassidischer Rebbe seine Chassidim. Bei der Bildung von Ghettos waren es gerade die Rebben, welche ihren Anhängern sowie anderen Juden Kraft gaben. Die Gestapo und die SS konzentrierten Hass und Gewalt gerade gegen den Rebben einer Gruppe. Bei Übergriffen kam der Rebbe als erster an die Reihe. Der Ostrowtzer Rebbe wurde öffentlich erschossen, denn die SS wollte die Moral seiner Gemeinde brechen. Zwanzig seiner Anhänger wollten sich für den Ostrowtzer Rebben opfern. Die Deutschen akzeptierten den Deal, erschossen aber letztendlich die Chassidim samt dem Rebben.

Die Chassidim hingegen versuchten, das Leben ihres Rebben retten und so kam es zu internationalen Hilfsoperationen, um die Rebben in Sicherheit zu bringen. So geschehen bei Satmar, Gur, Belz, Bobov und Klausenburg. Einige dieser Rebben wurden hinterher kritisiert, ihre Chassidim im Stich gelassen zu haben; u.a. der Satmarer, der Gerrer (Gur) sowie der Belzer Rebbe.

Der chassidische Tisch mit dem Rebben am Schabbat wurde auch in den Ghettos fortgeführt, wie bei Karlin, Zichlin, Belz oder Dzikov. Und wer kennt nicht die Lehren des "Esh Kodesh - Rabbi Kalonymus Kalman Shapira", der da im Warschauer Ghetto schrieb, dass die Juden ihr Erbe bewahren müssen. Niemals darf G - tt aus dem jüdischen Leben ausgeschlossen werden. Rabbi Shapira wurde im Jahre 1889 in Polen geboren und im Jahre 1943 bei Lublin von den Deutschen ermordet.

Tzvi Rabinowicz schreibt in seinem Buch "The Encyclopedia of Hasidism", dass chassidische Melodien ausgerechnet in den Ghettos entstanden. Der Gerrer (Chassidut Gur) Chassid Shlomo Zelichovsky sang noch die Melodien als er zum Galgen geführt wurde. Dieser berühmte Vorfall veranlasste den Holocaust - Dichter Yitzchak Katzenelson eine Gedicht mit dem Titel "Dos Lied wegen Shlomo Zelichovsky" zu schreiben.

Egal, welchen Leiden die Chassidim ausgesetzt waren, stets hielten sie das Studium der Thora aufrecht. Der Schabbat sowie die Feiertage waren präsent und somit entstand enebso eine spirituelle Opposition gegenüber dem deutschen Feind. Andere beteiligten sich an den bewaffneten Aufständen gegen die SS und Wehrmacht.

Aus den eigenen Reihen kam gleichermassen Kritik. Der seinerzeit berühmte Rabbi Yissachar Shlomo Teichtal verfasste ein Buch, in welchem er die Juden Europas beschuldigt, tatenlos bei ihrer eigenen Ermordung zuzusehen und nicht nach Israel ausgewandert zu sein. "Esh Kodesh" hingegen betrachtet den Holocaust eher typisch chassidisch: Nämlich als einen Glaubenstest G - ttes.

Nach dem Krieg bauten die Rebben ihre alten Gemeinden wieder auf. Nicht mehr in Osteuropa, sondern in den USA oder Israel. Osteuropa besteht heutzutage aus Friedhöfen und Massengräbern.

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Quelle:

"The Encyclopedia of Hasidism"
von Tzvi M. Rabinowicz


Link:

Dienstag, Januar 26, 2010

Parashat HaMan (Manna)

B"H

Mehrere Leute zugleich sandten mir heute einen Link zur "Parashat HaMan (Manna)":

Segullah for Parnassah - Parshas HaMan


It is said over in the name of Rebbe Mendel of Riminov that saying Parshat HaMan  (Shneyim Mikroh V'Echod Targum) on Tuesday (heute) Parshas B'Shalach, is a Segulah for Parnasah.
(Tuesday Parshas B'Shalach is Today, Tuesday - January 26th)

Wer also heute die Thoralesung vom Manna (Man) zu Zeiten Moshes liest (siehe Buch Exodus - Schemot), dem wird, laut dem chassidischen Rebben Mendel von Rimanov, ein ausreichendes Einkommen beschert werden. 


Und hier der Link zur Parashat HaMan:

Montag, September 07, 2009

Geburtstage: Der BAAL SHEM TOV und der ALTER REBBE

B"H

Heute ist der 18. Elul und zwei wichtige chassidische Persönlichkeiten wurden an dem Tage geboren :


http://chassidicstories.blogspot.com/2009/09/der-baal-shem-tov-der-alter-rebbe.html

Freitag, Juli 24, 2009

Chassidischer Werbespot

Chassidischer Werbespot des israelischen Kabel - TV - Anbieters YES

Viel Spass !!!


Sonntag, Mai 24, 2009

Die innere Bedeutung von Schavuot


Photo: Zipiyah


B"H

Heute ist Rosh Chodesh Sivan, der Beginn des jüd. Monat Sivan, was uns gleichzeitig daran erinnert, dass Schavuot bzw. der Tag des Erhaltes der Thora (das Wochenfest) nicht mehr weit ist. Aus diesem Grund schreibe ich in diesen Tagen einige Erklärungen zu Schavuot und zusätzlich auch über die Veranstaltungen zum Fest in Jerusalem. Gerade Jerusalem nimmt an Schavuot ein wichtiges Spektrum ein, denn alles wird sich am Montag morgen zur Klagemauer (Kotel), zum Morgengebet Schacharit, aufmachen.

Donnerstag abend beginnt Schavuot, welches wir in Israel nur einen Tag lang feiern (bis Freitag abend). Im Ausland dagegen werden meist zwei Tage eingehalten.

Am 6. des jüdischen Monats Sivan erhielten die Israeliten am Berg Sinai von G - tt die Thora. In der Thora werden wir von G - tt mehrere Male darauf hingewiesen, dass sie für alle Ewigkeiten gültig sein und durch nichts anderes ersetzt werden wird. Für G - tt und die Thora existiert keine Zeit (siehe das chassidische Buch "Bnei Yissachar"). Beide sind zeitlos und unabhänging von ihr, im Gegensatz zu uns. Nach dem Vorfall mit Eva und Adam im Paradies (Gan Eden) änderte G - tt den menschlichen DNA und machte uns zeitabhängig und somit sterblich.

Was ist aber heute mit uns, die nicht beim Empfang der Thora am Berg Sinai live dabei waren ? Wie verhalten wir uns an jenem Feiertag ?

Zuerst einmal gibt es im Judentum das Konzept, dass alle jüdischen Seelen, die jemals erschaffen wurden und in Zukunft erschaffen werden, am Berg Sinai anwesend waren. Wir alle haben dort die Thora empfangen, auch die Konvertiten zum Judentum. Bevor die Thora an das jüdische Volk gegeben wurde, fragte G - tt alle anderen Völker, ob sie nicht die Thora haben wollen, doch die Völker lehnten ab, denn lt. Thora ist es verboten zu morden, zu stehlen, die Ehe zu brechen etc. Jene Angewohnheiten wollten die Völker nicht aufgeben (siehe Midrasch). Einzig und allein die Juden (Israeliten) sagten: "Na'aseh ve Nishma - Wir werden tun und hören". Die Juden waren von Anfang an bereit, die Thora einzuhalten ohne die genauen Bedingungen zu kennen (Midrasch).

Der Vilna Gaon kommentiert, dass G - tt nur die Oberhäupter der anderen Völker befragte und diese ablehnten. Innerhalb der Völker gab es dennoch einfache Leute, welche die Thora gerne empfangen haetten. Laut dem Vilna Gaon sind diese Seelen die heutigen Konvertiten zum Judentum.

Wie bereiten wir uns am besten auf Shavuot vor ?

Zuerst einmal sollten wir die Thora verinnerlichen und nicht davon ausgehen, dass es sich um irgendein Buch aus der Antike handelt, welches mir heutzutage nichts mehr zu sagen hat. Rabbi Me'ir Weiner sagte bei einem Schiur (relig. Vortrag), dass jeder einzelne die Thora so sehen muß als ob sie zu ihm spreche. Nur zu ihm selbst. Diese Auffassung macht es uns vielleicht leichter die Bedeutung des Shavuot in unserer Zeit zu verstehen. Jeder sollte sich spirituell auf Schavuot vorbereiten, denn es handelt sich um einen Feiertag, an dem wir sehr hohe spirituelle Level erreichen können. Weiterhin stellt Schavuot einen Chizuk, eine seelische Stärkung, für alle Generationen dar (siehe "Kuntres Dibrot Kodesh" der chassidischen Gruppe Toldot Avraham Yitzchak).

Für alle nachfolgenden Generationen (nach Moshe) besteht auf alle Ewigkeiten die Mitzwa des Thorastudiums (Bnei Yissachar). Im Judentum haben wir unterschiedliche Konzepte darüber, wie wir die Thora lernen. Angefangen vom Peschat, welches ein "oberflächliches" Lernen ohne tiefere Ergründung darstellt. Aber die Thora ist viel mehr als wir aus dem eigentlichen Text herauslesen. Unsere Aufgabe ist die tiefe Ergründung der Thora einschließlich ihrer Halachot (halachische Gesetze).

Während des Morgengebetes (Schacharit) an Schavuot (Montag früh) werden drei zusätzliche Lesungen eingefügt: Die Zehn Gebote, die wir stehend hören, das berühmte Gebet AKDAMOT von Rabbi Meir ben Yitzchak (11. Jahrh.) und die Megillat Ruth, das Buch Ruth.

Bei "Akdamot" handelt es sich um eine liturgische Poesie, die uns von G - ttes Erschaffung der Erde bis hin zur kommenden Welt (Olam HaBah) führt. Die Verse sind alphabetisch geordnet (nach dem hebrä. Alphabet) und geantwortet wird nach dem Satz mit dem Wort TA תא, welches aus den Buchstaben Tav ת und Aleph א besteht. Aleph א ist der erste und das Tav ת der letzte Buchstabe des hebräischen Alphabetes. Das Wort TA תא beinhaltet demnach die gesamte Thora mit all ihren Buchstaben und zeigt uns auf, dass das Thorastudium unendlich ist.

Das Buch Ruth wurde vom Propheten Samuel verfaßt (Talmud Bava Batra 14b sowie der Kommentator Raschi). Warum lesen wir ausgerechnet das Buch Ruth (Megillat Ruth) an Schavuot ?

Ruth war eine Vorfahrin König Davids und dieser wurde an Schavuot geboren und er verstarb an Schavuot. Es heißt, dass nur Zaddikim (Gerechte) an ihrem Geburtstag sterben.

Da wir mit Ruth eine der wichtigsten Konvertitinen zum Judentum haben, ist Schavuot gleichzeitig ein Tag der Konvertiten. Zeit seines Lebens wurde König David von vielen Leuten ausgelacht und verspottet, war er doch ein Nachfahre einer Moabiterin und keiner geborenen Jüdin.

Wir erinnern uns: Die Moabiter und die Ammoniter (heute Jordanien) gehen aus der fatalen Beziehung mit Lot und seinen beiden Töchtern hervor. Vor der Zerstörung Sodom und Gomorrhas flüchtete Lot mit seinen Töchtern, Lot betrank sich und hatte ein Verhältnis mit beiden Töchtern. Jede von ihnen bekam einen Sohn, von denen der eine Ammon und der andere Moav hieß.

Unserer mündlichen Gesetzesüberlieferung (der Mischna im Talmud – mündliche Gesetzesüberlieferung G- ttes an Moshe am Berg Sinai) zufolge, dürfen Juden keine männlichen Nachfahren der Ammoniter bzw. der Moabiter heiraten. Weibliche Nachfahren dagegen sind erlaubt (Talmud Yevamot 76b). Demzufolge gab es für die Juden keinen Grund König David als Bastard zu bezeichnen, denn für seinen Vorfahren Boaz war es gesetzlich in Ordnung, Ruth zu ehelichen. Dennoch litt König David Zeit seines Lebens unter dem Spott "kein richtiger Jude zu sein" und würde er heutzutage zum Rabbanut (Oberrabbinat) gehen, könnte es ihm durchaus passieren, hinausgeschmissen zu werden.

Aber eben aus jeder Beziehung von Ruth der Moabiterin und Boaz sehen wir, dass beide die Vorfahren des Meshiach sind. Hätten wir nicht eher angenommen, dass der Meschiach aus einer perfekten Verbindung kommen sollte ? Vielleicht ist es notwendig, dass auch ein Meschiach einige Leichen im Keller haben sollte, was ihn nur allzu menschlich macht.

Aber nicht nur König David starb an Schavuot, sondern auch der Begründer des Chassidismus, der große Baal Shem Tov. Dieser starb in der Nacht an Schavuot und viele chassidische Gemeinden feiern seine Yahrzeit (Todestag) mit speziellen Events. In der Chassidut überhaupt wird in der Nacht an Schavuot sehr großer Wert auf Tikkunim gelegt, Gebete, mit denen wir unsere Seelen (Neschamot) auf höhere Level bringen.

Weltweit werden Tausende von Juden die Nacht durchlernen. Vor allem in Jerusalem ist es ein beliebter Brauch, von Vortrag zu Vortrag zu gehen. Fast alle Synagogen oder relig. Programme bieten Vorträge aller Art an. Überwiegend mit dem Thema des Empfangs der Thora am Sinai und dessen heutige Bedeutung.

Seitenweise veröffentlichen die Tageszeitungen Listen mit Adressen, bei denen man lernen kann. Die Vorträge sind kostenlos und es werden Erfrischungen gereicht. Morgens gegen 4.00 Uhr machen sich die meisten Jerusalemer auf den Weg zur Klagemauer (Kotel). Es ist jedes Jahr ein herrliches Schauspiel wenn mitten im Morgengebet die glutrote Sonne über dem Tempelberg aufgeht.

Vorab schon einmal: Chag Sameach - einen schönen Feiertage !!!!


Weitere Erläuterungen zum Fest folgen noch !!!


Photo: Tzipiyah

Montag, Februar 23, 2009

Inniges Gebet an der Kotel


B"H

Dieses Photo, aufgeschnappt in einem israelisch - haredischen Forum, zeigt einen Chassid beim innigen Gebet an der Kotel (Klagemauer). Der Fotograph schreibt dazu, dass der Chassid 20 Minuten lang in dieser Position betete und sich nicht vom Fleck bewegte. Bewundernswert !

Mittwoch, Februar 18, 2009

Parashat Mischpatim - Schekalim

B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Dieser Schabbat ist nicht "nur" ein regulärer Schabbat, sondern zugleich "Schabbat Schekalim" und zusätzlich segnen wir morgens in den Synagogen den neuen Monat Adar.
Der Schabbat Schekalim leitet die vier speziellen Schabbatot vor dem Purim - Fest ein und wird entweder am letzten Schabbat des Monat Schevat oder gleich mit Beginn des Adar gefeiert.

In der vorherigen Parashat Yitro erhielten die Juden von G - tt die Zehn Gebote und in der dieswöchigen Parasha folgen weitere neue Zivilgesetze. Der Ramban sagt, dass diese neuen Gesetze ein Zusatz zu den Zehn Geboten sind.

Im Judentum gibt es keine Trennung von religiösen, privaten und geschäftlichen Belangen. Thora und Halacha regeln sogar wie ich mich im Beruf bzw. auf Geschäftsebene zu verhalten habe. Beispiel: "Ich bin kein religiöser Mensch, wenn ich als Kaufmann meine Kundschaft betrüge".

Parashat Mischpatim beginnt mit dem Gesetz für Sklaven.
Ein Sklave arbeitet sechs Jahre und wird im siebten Jahr freigelassen.
Nun könne wir die Thora etwas oberflächlicher (Pschat) lernen, wo die Erklärung dazu lautet, dass G - tt in sechs Tagen die Welt erschuf und am siebten Tag ruhte. Gehen wir dagegen tiefer in die Materie, so erzählen und die Kabbalah (Zohar) und die Chassidut (Beer Moshe und Degel Machane Ephraim) von Reinkarnationen. Laut dem "Buch Zohar" stehen diese sechs Jahre für sechs Reinkarnationen, welche die Seele durchmacht, um zu ihrer ursprünglichen Perfektion zurückzukehren. Heißt, zu der Zeit als sie von G - tt erschaffen wurde.
Sobald ein Jude sündigt, beschädigt er seine Seele und diese kommt nach dem Tod vor G - ttes Gericht. Eine der Strafen kann sein, dass die Seele als Reinkarnation wieder zurück in unsere Welt kommt. Der Mensch muss sein gesamtes Leben daran arbeiten, seine Seele zu perfektionieren (Beer Moshe). Dies sind etwas tiefgehendere Erklärungen der sechs Jahre Sklavenarbeit und der Freilassung im siebten Jahr.

Ein weltweit viel zitierter Satz aus Parashat Mishpatim ist: "Auge um Auge, Zahn um Zahn." In der Presse lesen wir den Satz häufig in Verbindung mit der israelischen Armee und den Palästinensern. Wer "Auge um Auge, Zahn um Zahn" als Rache interpretiert, der irrt gewaltig.
Vielmehr geht es um Schadenersatz. Wird jemandem ein Schaden zugefügt, bekommt er finanziellen Schadenausgleich. Im Talmud Traktat Bava Kamma 83b finden wir unzählige Beispiele dafür: Was ist der tatsächliche Schaden, wie stufen wir den erlittenen Schmerz ein, wie hoch ist der Verlust aufgrund von Arbeitsunfähigkeit etc.
"Auge um Auge, Zahn um Zahn" heißt also nicht, dass wer jemandem ein Auge ausgehackt wird, seines nun auch verliert. Aber was ist der Grund, dass dieser Satz so in der Thora steht ? Warum steht nicht einfach "Schadenersatz" dort ?
Weil vor G - tt im himmlischen Gericht wirklich so gerichtet wird und es keine finanziellen Regelungen gibt. G - ttes Gericht verläuft anders. Ferner lehrt Rabbi Samson Raphael Hirsch, dass "Auge um Auge, Zahn um Zahn" und Verantwortung im Leben lehren soll.

Kein Vergehen wird so häufig in der Thora erwähnt wie der Götzendienst. Das schlimmste Vergehen überhaupt. Wer andere Götter anbetet, der erkennt G - ttes Einzigartigkeit und Seine Erschaffung der Welt nicht an. Die Thora verbietet uns die Namen fremder Götter auch nur auszusprechen (Exodus 23:14). Der Talmud geht noch weiter und verbietet sogar die Erwähnung deren Feiertage.

Eines der Gesetze, welches mir persönlich sehr wichtig ist, ist das die Juden dreimal im Jahr (an Pessach, Shavuot und Sukkot - Laubhüttenfest) vor G - tt erscheinen sollen. Zu Zeiten der zwei Tempel kamen die Juden an diesen Feiertagen (Schalosh Regalim) nach Jerusalem in den Tempel um Opferungen darzubringen und zu feiern. An Sukkot taten das auch viele Nichtjuden.

In der kommenden Woche beginnt der jüdische Monat Adar. Somit fallen die Gebete in den Synagogen etwas länger aus. Am Schabbat vor Adar ist traditionell "Schabbat Schekalim". Somit wird die Thorarolle ausgewechselt und der Maftir wird aus Parashat Ki Tisa (Parashat Schekalim) (Exodus 30:11 - 16) gelesen.
Darin beauftragte G - tt Moshe eine Volkszählung unter den Israeliten in der Wüste durchzuführen. Jeder über 20 Jahre gab einen halben Schekel, nicht mehr und nicht weniger. Egal, ob arm oder reich. Dieses lehrt uns, dass jeder Mensch vor G - tt gleich ist.

Die Haftarah wird aus Könige II, 12:17 gelesen. Sephardische Juden beginnen sie bei 11:17.

Schabbat Schalom
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Degel Machane Ephraim: Rabbi Moshe Chaim Ephraim, Enkel des Baal Shem Tov

Ramban: Rabbi Moshe ben Nachman (Nachmanides). 1194 - 1270, halachische Authorität. Seit 1267 lebte er in Israel und liess die jüdische Gemeinde von Jerusalem wieder aufleben.

Beer Moshe: Rabbi Moshe Elyakim Beriah
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Da die Arbeitsjahre eines jüd. Skalven ebenso für unterschiedliche Reinkarnationen stehen, hier passend dazu eine chassidische Geschichte vom Baal Shem Tov aus dessen Parashat Mischpatim:

VERBORGENE SEELEN - Eine Geschichte vom Baal Shem Tov (ca. 1700 - 1760)

Der Maggid von Mezritch, Rabbi Dov Baer Friedman, bat den Baal Shem Tov ihm den Vers "Und dies sind die Urteile, welche Ich euch gebe" aus dem kabbalistischen Buch Zohar zu erklären. Der Baal Shem Tov sagte dem Maggid, dass er in den Wald gehen solle, sich dort einige Stunden unter einen Baum nahe eines Baches setze und später zu ihm zurückkehre. Der Maggid tat wie ihm aufgetragen.

Als der Maggid unter dem Baum saß, sah er einen Reiter kommen. Der Reiter stieg vom Pferd, setzte sich, aß und trank und setzte seinen Weg fort. Allerdings bemerkte er nicht, dass er seine Brieftasche verloren hatte.

Danach kam ein zweiter Mann, der sehr bedürftig ausschaute. Er fand die Brieftasche des Reiters, nahm sie an sich und ging.

Danach kam ein dritter Mann, der ebenfalls arm ausschaute. Er trank aus dem nahegelegenen Bach, legte sich hin und schlief ein. Da kam der Reiter zurück, denn in der Zwischenzeit hatte er den Verlust seiner Brieftasche bemerkt und fragte den dritten Mann, ob er diese gesehen habe. Der Mann wußte nicht, von was der Reiter sprach. Daraufhin erschlug ihn der Reiter, weil er glaubte, der Mann belüge ihn.

Der Maggid kehrte zum Hause des Baal Shem Tov zurück und berichtete ihm, was er gesehen hatte. Der Baal Shem Tov erklärte ihm Folgendes:

Diese drei Personen waren allesamt Reinkarnationen aus einem früheren Leben.

Der Reiter schuldete dem zweiten Mann Geld. Genau die Summe, welche sich in der Brieftasche befand. Der dritte Mann war der Richter, der ein Fehlurteil sprach als er dem Reiter Recht gab, die Schuld nicht an den zweiten Mann zahlen zu müssen.

In diesem Leben zahlte der Reiter seine Schuld, der Richter bekam seine Strafe und der zweite Mann bekam sein Geld.
Und das ist, was der Zohar meint mit "Und dies sind die Urteile, welche Ich euch gebe".

Montag, Februar 09, 2009

Falschinterpretationen in der "Jüdischen Allgemeinen"

B"H

Ich beziehe mich an dieser Stelle auf zwei Artikel der "Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung" vom Dezember 2008. Nicht, dass die Zeitung zu meiner regelmässigen Lektüre gehört, doch wenn ich sie ab und an in die Finger bekomme, blättere ich halt darin herum. Insgesamt jedoch ist mir die "Jüdische Allgemeine" zu unbedarft und für einen Israeli klingen die Beiträge furchtbar nach Diasporaabklatsch. Besonders in den Beschreibungen bezüglich Israels.

In einer der Dezemberausgaben wird auf der Titelseite Stellung gegen israelische Siedler bezogen. Unbedarft wie eh und je, denn es ist augenscheinlich, dass sich die Autorin mit dem Thema nur einseitig befasste, ohne den ideologischen Hintergrund überhaupt zu erahnen.

Ein Wladimir Struminski versuchte sich daran, die Dispute chassidischer Gruppen untereinander sowie den Fall "Porush und die Chassidut Gur" zu beschreiben. Damit ging der Ofen dann auch ganz aus. Auf den Photos zum Artikel wurden ggf. Karliner oder Toldot Aharon Chassidim zu Gerrer (Gur) Chassidim und ebenso wurde die Karliner Jugend (der Kleidung nach könnte es auch die Satmarer Jugend gewesen sein) zu Belzer Chassidim. Die Inhalte des Artikels waren zu 80 % falsch dargestellt. Angebrachter wäre das Wort "Fehlinformation". Fakten wurden durcheinandergewürfelt und wer niemals bei Chassidim war bzw. sich jahrelang mit dem Thema beschäftigt, der sollte die Finger von derlei krächzenden Versuchen lassen, die chassidische Welt darzustellen.

Tatsächlich eskaliert der Streit zwischen Gur und Me'ir Porush seit den frühen 80iger Jahren immer wieder einmal. Belz und Gur sind nicht verfeindet, sondern Rivalen um den Machtkampf. Nicht unbedingt der der "Yahadut HaTorah" Partei, denn Belz war länger nicht mehr vertreten und wartete erst wieder vor ca. sechs Wochen auf Listenplatz Nr. 6 der Partei auf.

Wenn diverse chassidische Gruppen an den Knessetwahlen teilnehmen, bedeutet das noch lange nicht, dass sie für den Staat Israel stehen. Meist sogar das Gegenteil, doch legen sie Wert auf eine Partei, die für die Rechte der haredischen Gesellschaft eintritt und darüber hinaus meinen sie, den säkuleren Staat mit ihrer Knessetanwesenheit doch noch positiv beeinflussen zu können.

Weiterhin nehmen die Karliner nicht an jeder Knessetwahl teil, sondern immer wieder neu entscheidet darüber deren Rebbe. Chassidut Sadigura ist ein Spezialfall, an dem ich mir nicht die Finger verbrennen will, denn allgemein ist die Gruppe antizionistisch eingestellt.

Bei den morgen stattfindenden Knessetwahlen werden sicherlich viele aschkenazische Haredim die sephardische SHASS - Partei wählen. Und das, obwohl sich der Belzer Rebbe nun doch für die "Yahadut HaTorah" stark machte. Wieso auch nicht, stellt doch der Belzer Chassid Israel Eichler den sechsten Platz auf der Parteiliste.

Soweit nur ein paar kleine Erläuterungen zum Struminski - Artikel. Schade nur, dass die Leser der Zeitung solcherlei Informationen für bare Münze nehmen, ohne zu ahnen, dass sie der Falschinformation aufgesessen sind.

Dienstag, Januar 27, 2009

Synagogen & Drumherum

B"H

"In wieviele Synagogen soll ein Jude gehen ?"
Diese Frage ist für viele Juden in deutschen Landen aber auch anderswo komplett irrelevant, denn meist befindet sich nur eine Synagoge im Ort. Bestenfalls gibt es zwei Synagogen, wovon oft eine reform und die zweite orthodox ist. Andernorts kann es da schon mitunter vielfältiger zugehen, dennoch findet man normalerweise findet jeder irgendwo seine Stammsynagoge. Aschkenazische, sephardische oder jeminitische Juden, jeder hat sein Plätzchen. Rabbi Mordechai Machlis gibt ab und zu am Schabbat die Anregung, dass wir alle zumindest einmal pro Monat am Schabbat eine andere Synagoge aufsuchen sollen um so eine jüdische Einheit zu bewahren.

Wie ich eingangs sagte, wird dies dem ein oder anderen aus dem Mangel an Synagogen heraus nicht möglich sein, doch wer in der Lage ist, der sollte einfach zur Abwechselung einmal eine sephardische Synagoge gehen.

Wunderbar gesagt, doch ich selber tue dies so gut wie nie.
Zum Beispiel war ich in meinem ganzen Leben bisher nur ein einziges Mal in einer jemenitischen Synagoge und muss zugeben, kaum ein Wort verstanden zu haben. Jemeniten und sephardische Juden sprechen ihre Gebete in noch schlimmeren Akzenten, in denen sie alltags über zu reden pflegen (klingt das aschkenazisch hochmütig ???). Auch liegt mir das Hören sephardischer Musik bzw. Melodien gänzlich fern. Trotzdem bin ich das, was man einen "Synagogen – Hopper" nennt und ich liebe es, mich auch anderswo umzusehen. Überwiegend in chassidischen Synagogen und hoffentlich breche ich damit die von Rabbi Machlis betonte Einheit nicht allzu sehr. Zu Breslov, Chabad, Karlin – Stolin, Stropkov oder den Toldot Aharon gehe ich recht häufig.

Ich bin in der glücklichen Lage nach wie vor halb (neben Tel Aviv) in Jerusalem zu weilen und so kommt insbesondere am Schabbat nie Langeweile auf. Es kann sogar passieren, dass ich mit Freunden durch die Mea Shearim Street gehe und wir uns nicht entscheiden können, in welche Synagoge wir nun gehen sollen. In solchen Momenten landen wir meist bei Karlin oder den Toldot Aharon. Bei den Chassidim herrscht die Tradition, am Schabbat die eigene Synagoge auszusuchen. Jeder scheint irgendwie seinen Platz zu haben und an manchen Sitzen prangen sogar kleine Namensschildchen. Außer bei der Chassidut Belz in Jerusalem, wo die Sitze auf Lebenszeit verkauft werden, sind die Sitzplätze eigentlich nur an den hohen Feiertagen reserviert.

Was macht eine gute Synagoge aus ?
Für mich stehen dabei nicht nur das Gebet oder der Rabbiner im Vordergrund. Wobei man nicht unbedingt Rabbiner sein muss, um den Service zu leiten. Jeder, der sich mit dem G – ttesdienst auskennt, darf dies tun (als Vorbeter).

Selbst wenn man irgendwo fremd ist, sollte man das Gefühl haben, willkommen zu sein. Der Wohlfühlfaktor spielt mit eine wichtige Rolle, denn was nützt es mir das beste Gebet zu haben, wenn mich die Anwesenden giftig anschauen ?
In den Synagogen Mea Shearims passiert es mir immer wieder, dass die anwesende betenden Frauen neugierig werden und man schnell ins Gespräch kommt, sobald diese merken, dass man ein wenig von der bzw. chassidischen Gruppen versteht.

Sicher geht man in Deutschland manchmal nicht nur so in die Synagoge, sondern wird an der Türe gefragt, wer man ist. In diesen Zeiten wahrscheinlich noch mehr, denn die Terrorgefahr auf jüdische Einrichtungen in der Diaspora ist enorm angestiegen. Für Nichtjuden erweist sich ein Synagogenbesuch vielleicht als noch komplizierter und ich las in Foren, dass man sich bei diversen Gemeinden erst anmelden muss.



Das Innere der "Großen Synagoge" in Jerusalem.
Die Synagoge ist riesig, verfügt über einen grandiosen Chor, doch ist mir zu touristenmässig. Da das Sheraton - Hotel gleich gegenüber liegt, besuchen sehr viele amerikanische jüd. Touristen die G - ttesdienste. Außerdem strömen manchmal zuviele nichtjüd. Touristen herein, die dann schnell gelangweilt erscheinen, weil sie wohl kaum in Betracht zogen, dass der G - ttesdienst in hebräischer Sprache abgehalten wird..




Die "Große Synagoge" von außen.




Das Innere der "Ohr HaChaim" - Synagoge. Im Vordergrund die "Bima", auf welche die Thorarolle während der Lesung gelegt wird. Im Hintergrund der "Aron HaKodesch - Thoraschrein" mit dem traditionellen Vorhang davor.




Die italienische Synagoge in Jerusalem.




Eine Thorahülle der sephardischen Juden.




Thorarolle



Ein aschkenazischer Thoramantel, mit welchem die Thora verdeckt bleibt, bis sie zur Lesung benutzt verwendet.




Der berühmteste Platz des Gebetes in Jerusalem ist natürlich die Klagemauer (Kotel). Dort findet jeder Platz und wer rechtzeitig kommt, auch eine Minyan (10 jüd. Männer) zum Gebet.

Montag, November 24, 2008

Der Chassidismus einst und heute

B"H

Frage von Ronen:

Was hat der zeitgenössische Chassidismus mit dem ursprünglichen Chassidismus zu tun? Wenn ich an Chassidismus denke, dann sehe ich den Baal Shem Tov vor mir, der den materiell armen und deswegen spirituell armen Jiddelechs den rechten Weg zugänglich und weisen wollte - und dann sehe ich die Chabadniks vor mir, die den spirituell armen Jiddelechs von heute unter die Arme greifen wollen ... ist verständlich, was ich meine? Was einst revolutionär war, ist heute reaktionär ... wer ist dem Urchassidismus am nächsten? Wieviel hat noch mir Baal Shem Tov zu tun? Wieviel Interesse hat ein Durchschnitts-Chasid an seinem jüdischen Nächsten, der nicht auf seiner Linie ist?



Kleine Betrachtung:

Ich weiß, was Du meinst mit dem "nicht auf einer Linie liegen".
Beliebtes Beispiel: CHABAD
Zuerst bemerkt man es nicht oder weniger, aber wer bei Chabad ist, der sollte auf strenger Linie liegen und nicht mit auch noch so einer winzigen Idee gegen den Strom schwimmen. Wobei oftmals gegen den Strom schwimmen schon mit einem intensiveren Interesse an anderen chassidischen Gruppen beginnt oder plötzlich nicht "nur" der Baal Shem Tov, dessen Nachfolger - der Maggid von Mezritch - oder wiederum dessen Schüler Rabbi Schneur Zalman von Liadi bzw. anderweitige Chabad - Rebben zitiert werden. Bei Chabad sind grundsätzlich andere chassidische Aspekte unerwünscht ! Und wer nicht spurt, der kann auch schonmal hinausfliegen. So einfach ist das dann.

Was der heutige Chabadnik mit dem ursprünglichen Chassidismus zu tun hat ?
Kommt darauf an, wen Du meinst; einen "alten" Chabadnik, der schon seit mehreren Generationen mit Chabad verankert ist oder einen neu hinzu Gekommenen. Viele "Alte" von ihnen regen sich auf, dass gerade die Neurelig. + Neu - Chabadler mit einem "Gelaber" daherkommen, was die originalen Chabadnikim nervt. "Keinen Rebben gesehen, aber große Töne spucken", so die Meinungen einiger Chabanikim auf meinem engl. Blog.

Und was haben weitere "Durchschnitts – Chassidim" mit ihren "Nächsten"zu tun, die da eventuell nicht auf Linie liegen ? Insgesamt kommt es darauf an, wen man fragt oder besser, wen man trifft. Nicht jeder Chassid lehnt einen anderen wegen einer unterschiedlichen Ideologie ab. Und so mancher säkulerer Jude mag sich wundern, wie freundlich er oftmals in chassidischen Kreisen als Gast behandelt wird. Zum Beispiel schrieben mir zahlreiche Leser meines engl. Blogs was sie für einen tollen Schabbat bei den extremen Satmarer Chassidim in New York verbrachten. Genauso geht es mir oftmals in der haredischen / chassidischen Gesellschaft. Kaum jemand hackt auf mir herum.

Untereinander gehen die Chassidim manchmal nicht gerade zimperlich miteinander um und es kommt nicht selten zu Schlägerein. Hierbei geht es jedoch weniger um die Ideologie als um interne Politik zwischen den Gruppen. Übrigens sind derlei Vorfälle nicht neu, denn es gab sie schon fast gleichzeitig mit dem Aufkommen des Chassidismus. Besser gesagt entstanden die ersten ernsthaften Rivalitäten sofort nach dem Tode des Baal Shem Tov, wobei es um Führungspositionen.

Aber was genau ist eigentlich die richtige originale Chassidut des Baal Shem Tov und was seine Lehren ? Wie hier schon erwähnt, kann man dies heutzutage oft nicht einmal mehr genau definieren. Bei Chabad ganz besonders nicht, denn zuviel wurde vom Maggid von Mezritch (Rabbi Dov Baer Friedman, 1704 - 1772) und insbesondere vom Chabad - Gründer Rabbi Schneur Zalman von Liadi (1747 - 1812) eigeninterpretiert; bedeutet die Ideologie des Baal Shem Tov individuell interpretiert und deren ursprüngliche Bedeutung erweitert oder verfremdet. Wobei das Wort "verfremdet" vielleicht nicht unbedingt zu angebracht erscheinen mag. Vielmehr könnte man genauso sagen, dass Rabbi Schneur Zalman der Chassidut eine neue Zentralität und somit neue Inhalte gab.
Dabei kann man ebenso behaupten, dass andere chassidische Rabbis diverse Baal Shem Tov - Ideologien weiter ausbauten. Dies geschah jedoch nicht auf eine einzige Gruppe wie Chabad bezogen, sondern meistens auf eine chassidischen Yeshiva (einen chassidischen Rebben), aus welcher unzählige Rabbis verschiedener Gruppierungen hervorgingen. Beispiel: Aus der Schule des Seher von Lublin, Rabbi Yaakov Yitzchak Horowitz (1745 - 1815), gingen u.a. die Gruppen Satmar, Lelov, Ropschitz oder Belz hervor. Hierbei wird der Unterschied deutlich. Nicht nur eine chassidische Auslegung sollte untermauert werden wie bei Chabad, sondern ein Rabbiner lehrte und dessen Schüler, die später selber Rabbiner wurden, gründeten vielfach chassidische Dynastien. Und zahlreiche dieser Dynastien arbeiteten zusammen. In der Vergangenheit oftmals mehr als dies heute der Fall sein mag, aber insgesamt kapselte sich ideologiemässig kaum jemand so ab wie Chabad. Und dies ist wiederum nicht auf den Meschiach bezogen, denn viele meinen, der Meschiach habe bei Chabad schon immer eine Rolle gespielt. Zumindest so wie heute mit dem teilweise stattfindenden "Schneerson - Kult".
Im Ursprung unterscheidete sich Chabad als lithauische Chassidut von ihren ukrainischen, polnischen oder ungarischen Gegenparts in der Art und Weise, dass z.B. die Rolle des Rebben als eher leitend angesehen wurde. In Lithauen nahm der Rebbe niemals die hohe Position ein wie in Ungarn etc. Weniger ein Zaddik (Gerechter) war er, aber stattdessen ein Lehrer und Unterweiser. Eine Verehrung wie in den südlicheren Gefilden Osteuropas gab es im Norden nicht oder wenn, dann weniger.

Ganz klar verwandelte sich der eigentliche Chassidismus im Laufe der Zeit. Aus den ehemaligen einzelnen Rabbiner wurden ganze Dynastien. Kleinere und große und fast alle Rabbis gaben ihre Kommentare ab und legten Bestimmungen für die jeweilige Ausrichtung oder Gruppe fest. Viele, so auch ich, sagen, dass in der Vergangenheit einmal alles besser war. Da gab es noch herausragende Rebben, Emunah (Glaube), Spiritualität und irgendwie doch noch eine als heil geltende chassidische Welt. All das im Hintergrund russischer Pogrome und Landbesitzverschiebungen. Ganz zu schweigen vom späteren Holocaust und somit der Vernichtung bzw. der Vertreibung der Chassidim.

Was hat sich heute allgemein verändert ?
Sicher, die Basisideologien des Baal Shem Tov werden beibehalten. Bei Chabad hingegen kommt mir mittlerweile alles nur noch zu Chabad vor. Der Alter Rebbe (Rabbi Schneur Zalman) hier, der letzte Rebbe dort. Ansonsten gibt es die Kabbalah einschließlich des ZOHAR als Chabadkost mit eigener Auslegung. Demnach wissen heute einige der originalen Chabadnikim noch einiges von anderweitigen chassidischen Gruppen. Die neurelig. Szene dagegen kann nichts mehr bestimmen und meint, Chabad sei alles und genug. Ohne zu wissen, worum es in der Chassidut eigentlich geht und was die Gruppen, Rebbes, Ideologien ausmachen. Die heutige Chabad Szene der Neureligiösen täte ich auf alle Fälle als Gehirnwäsche bezeichnen. Womit ich nicht unbedingt den kleinen Lubawitscher (Chabad) – Vortrag um die Ecke meine, sondern jene, die sich dazu entschliessen, aktiv bei Chabad mitzuwirken bzw. Mitglied zu werden. Wer auf so jemanden trifft, der sollte sich bewusst sein, dass derjenige keine Ahnung von anderweitigen chassidischen Auslegungen besitzt. Falls doch, dann nur in ganz seltenen Fällen.

Die heutigen Gruppen exstieren auf unterschiedlicher Basis. Insgesamt mussten sich alle nach dem Holocaust neu formieren, was insbesondere in den USA (hierbei New York) nicht einfach und garantiert nicht billig war. Man stelle sich vor, dass die Mehrzahl der Chassidim umgekommen war und kein oder kaum noch Bares vorhanden war. Was also geschah ? Die Rebbes fanden wohlhabende Spender und mit ihrer Hilfe bauten sie ihre Chassidut wieder auf. Damit kommt die Frage auf, inwieweit die Gruppen sich von den Spendern abhängig machen bzw. inwieweit die Spender, auch wenn sie selbst nie in Erscheinung treten, auf die Gruppe Einfluß nehmen / können. Hinzu kommt, ob der Rebbe tatsächlich noch der große Boss ist oder sein gruppeneigenes Beit Din (rabbinisches Gericht) die Richtlinien festlegt und der Rebbe somit zur Exekutive anstatt zur Legislative wird.

All diesen Thesen kann ich Dir nicht beantworten, denn das variiert von Gruppe zu Gruppe und die Gruppen werden diese Infos kaum nach außen tragen. Es kann sogar vorkommen, dass der Rebbe selber nur als seine Art Marionette fungiert und in Wirklichkeit ganz andere Leute aus der Gruppe die Fäden ziehen. So behaupten viele Chassidim hinter vorgehaltener Hand, dass in der Chassidut Gur der hauseigene Knessetabgeordneter Yaakov Litzmann das große Sagen hat.

Tatsache ist, dass es meist so ist, dass der älteste Sohn eines Rebben (nicht immer, aber oft) die Nachfolge übernimmt. Was aber, wenn der Sohn alles andere als so weise wie sein Vater ist ? Was, wenn kein anderer zur Nachfolge ansteht und die Chassidut nun einen Trottel (den Sohn) bekommt und dieser kaum in der Lage ist, etwas von sich zu geben ? Soll man ihn trotzdem verehren und halt lieber keine Bücher verfassen lassen ? Gilt hier die Familienehre der Rebben vor der Weisheit ?
Mancherorts ist das wirklich so, andernorts auch wieder nicht.
Es gibt chassidische Gruppen von denen bekannt ist, dass ihr Rebbe nicht gerade ein "Talmid Chacham – weiser Gelehrter" is, sondern ein einfacher Mensch ohne tolle Fähigkeiten. Wie man das bestimmen kann, gestand mir ein älterer Chassid: "Du must schauen, wieviele Leute bei einem Rebben anstehen, um ihn um Rat zu fragen. Steht niemand an oder wollen die Leute nur einen Segen, na, dann weißt Du, dass der Rebbe keine Geistesgröße ist".
Und meines Erachtens nach erleben wir gerade das heute viel zu oft. Selbst in den bekannten chassidischen Gruppen. Das wiederum liegt am System, wenn der Sohn oder ein Cousin das Ruder übernimmt und nicht der Weiseste aus der Gruppe.

Diejenigen, die mit den Schriften des Rabbi Yehoshua Heschel von Apta (1748 – 1825) vertraut sind, wissen, wie der Rabbi einen Zaddik (Gerechten) definiert. In seinem Buch "Ohev Israel" schreibt er, dass ein Zaddik sich diese hohe Position nicht alleine aussucht, sondern sie ihm vom Himmel gegeben wird.
Aber was ist mit all den chassidischen Rebben heute ? Haben sie wirklich ihre Position vom Himmel bekommen ?
Einerseits schon, denn schließlich geschieht nichts auf der Welt ohne G – tt.

Viele der chassidischen Rebbes tun sicherlich großartige Dinge und halten die Mitzwot (Gesetze), aber sind sie deshalb automatisch Zaddikim ? Obwohl Rabbi Nachman von Breslov sich selbst als "Zaddik HaDor – Als der Gerechte seiner Generation" proklamierte, predigte er dennoch einen weiteren Gedanken: Im Grunde genommen hat jeder das Zeug zum Zaddik. Er muß nur daran arbeiten.

Für mich ist ein chassidischer Rebbe eher eine Authorität und eine Respektperson. Er kann eine herausragende Figur mit hervorragenden relig. Kenntnissen sein, was ihn jedoch für mich nicht unbedingt zu einem "Heiligen" macht. Eine Person mit großem Charisma, das ist alles. Ist das so schlimm ? Warum sollte er automatisch ein Zaddik sein ?

Heutzutage muß der gewöhnliche Chassid sowie der Rebbe der Gruppe mit ganz anderen äußeren Einflüssen kämpfen. Mit weltlichen Angelegenheiten genauso wie mit finanziellen. Der Rebbe ist auf Spenden angewiesen und fast jeder Rebbe reist ein paar Mal pro Jahr herum, um Geld einzusammeln.
Der einfache Chassid hingegen nimmt seine angeborene Zugehörigkeit zu oft als selbstverständlich hin. Viele Male ohne Enthusiasmus, sondern einfach nur so, weil er halt hineingeboren worden ist.

Die einstigen chassidischen Ideale sind mit der Zeit vielerorts verloren gegangen und heute wird zuviel Wert auf Weltliches gelegt. Eingeschlossen Materielles und anderweitiger Besitz.
Chassidim, die real eingestellt sind, geben dies umunwunden zu und es ist gewiß kein Geheimnis. Und leider haben wir derzeit keinen so richtig großen und weisen chassidischen Rebben wie Rabbi Elimelech von Lejansk oder Rabbi Simcha Bunim von Peshis'cha (Przysucha).
Kurz gesagt, es fehlt an Charaktären, was sehr bedauerlich ist.

Dienstag, November 11, 2008

Was ist eigentlich Chassidismus (Chassidut) ?

B"H

Nicht wenige Leute fühlen sich gerade zum Chassidismus ungemein hingezogen. Juden eher aus dem Grund, weil sie in der chassidischen Ideologie eine eigene Mystik zu erkennen meinen; eine Mystik, die vielleicht ihr eigenes Leben in andere Bahnen lenkt oder die einfach nur eine Hilfestellung verspricht. Hierzu sei gesagt, dass der Chassidismus oder die Kabbalah keienswegs eine Hilfeleistung für die persönlichen Probleme von Leuten sind. Beide Themen basieren auf der Thora und dem Judentum an sich, und wer etwas lernen will, der lerne Thora und komme nicht mit esotherischen Vorstellungen daher.

Viele Nichtjuden meinen sich ebenso zum Chassidismus hingezogen zu fühlen. Das Problem ist, dass die wenigsten unter ihnen überhaupt eine Ahnung vom chassidischen Leben und dessen Idealen haben. So manch einer mag Martin Buber lesen und meinen, er wisse jetzt alles über den Chassidismus. Doch Buber war und ist bei den Chassidim "out" und er selber kannte die Gesellschaft absolut nicht. Was also gibt es von Buber zu erlernen außer ein paar von ihm übersetzte Texte ? Und selbst die wurden aufgrund ihrer eher gefühllosen Sprache kritisiert.

Chassidismus muß man leben und nicht theorisieren ! Und dies tut man am Besten, indem man sich in der Gesellschaft bewegt. Damit meine ich nicht die Baalei Teshuva (später im Leben relig. gewordene Juden) Bewegung von Chabad oder das New - Age - Movement von Breslov, sondern ganz andere Gruppierungen wie Sassov, Biale, Satmar, Bobov, Kotsk, Lublin, Ruzhin, Boyan, Sadigura, Belz, Karlin und vor allem Vishnitz. In der Chassidut gilt der Ausspruch, dass fast alles von Vishnitz kommt. Bevor sich andere viele andere Gruppierungen bildeten, hing man oftmals irgendwie an Vishnitz oder ist mit ihnen verbandelt oder verwandt. Und wer einen genaueren Blick daruf nimmt, der stellt fest, das die nicht nur eine ehrgeizige Vishnitzer Behauptung seitens der Vishnitzer ist.

Was aber genau ist der Chassidismus (Hebr.: Chassidut) ?
Hier eine kleine kurze Einführung:

Die chassidische Bewegung unter dem Baal Shem Tov (Rabbi Israel ben Eliezer, auch als BESHT bekannt, ca. 1698 - 1760) war keineswegs eine neue Idee bzw. Ideologie. Das, was der Baal Shem Tov tat, war lediglich alte frühere Ideologien wieder zu aktualisieren. Den Begriff "Chassidim" und die damit verbundene Ideolgie bestanden schon mehr als Tausend Jahre, nur waren sie im Laufe der Zeit etwas in Vergessenheit geraten. Der israelische Chassidut - Autor Gedaliah Nigal erklärt, dass die Mehrheit der Researcher des Chassidismus sowie fast sämtliche an dem Thema Interessierten immer wieder den gleichen Fehler begehen: Sie versuchen anhand der Stories des Baal Shem Tov diesen selber zu analysieren, was nur schiefgehen kann. Der Baal Shem Tov verfasst seine Schriften nicht selbst, sondern dies tat fast ausschließlich sein Schüler Yaakov Yosef von Polonnoye (Polna). Nicht nur er, sondern ebenso weitere Anhänger. Daher sind die Stories und anderweitige Inhalte manchmal nicht gerade real oder übertrieben formuliert.
Rabbi Chaim von Volozhin (in Litauen), der bekannteste Schüler des Vilna Gaon, behauptete sogar, dass Rabbi Yaakov Yosef seine Berichte absichtlich übertrieb, um so den Baal Shem Tov heiliger zu machen als er in Wirklichkeit war. Aber wer glaubt nun wieder alles, was Rabbi Chaim von Volozhin sagte, denn gerade er und der Vilna Gaon waren DIE Kritiker der chassidischen Bewegung an sich.

Im Laufe der Jahrhunderte hatte sich das Judentum in zwei Gruppen gespalten: in das normale Fußvolk und in Rabbiner (Gelehrte). Der reguläre Jude ging in die Synagoge und hielt die ihm bekannten Mitzwot (Thoragesetze). Hatte er Fragen, wandte er sich an seinen Rabbiner. Alles bestand also aus dem Tun sowie dem Beten.
Gebetet wurde nach festgelegten Zeiten und des Betens Willen. Bis zum Aufkommen des Baal Shem Tov in der Mitte des 17. Jahrhunderts waren die Emotionen aus dem Gebet und der Mitzwoterfüllung größtenteils verschwunden. Eine rabbinische Elite herrschte und diese gab vor, was das Judentum ist und wer was zu tun hat. Rabbiner, die nicht Teil dieser Elite waren, gehörten halt zum Fußvolk.

Alle Jahre wieder kommt im Judentum die Idee auf, dass es einmal wieder Zeit für das Kommen des Meschiach ist. Und alle Jahre wieder wurde in der Vergangenheit ein Datum bekannt gegeben, welches das Eintreffen des Meschiach festlegt. Im Mittelalter geschah diese Prozedur unzählige Male. Schon allein deswegen, weil gerade im Mittelalter die große Zeit der Judenpogrome herrschte. Kreuzritter, Inquisitionen, die Verfolgungen durch die katholische Kirche sowie die des später aufkommenden extrem antisemitischen Martin Luther. Und gerade in diesem für Juden leidvollen Mittelalter sahen diese ihre einzige Chance der Erlösung aller Qualen durch das Eintreffen des Meschiach. Eine Ideologie, die sich genauso in den kabbalistischen Schriften der Zeit bemerkbar macht (Gershom Sholem berichtet sehr ausführlich darüber). Vielseits ist die Kabbalah aus jener Zeit mehr als apokalyptischen Inhalts und der Meschiach gilt als die einzige Lösung.

Der Chassidut - Autor Yitzchak Alfassi schreibt:
Als das Jahr "Tav Chet" (das Jahr 1648) nahte, riefen führende Rabbiner einmal wieder erneut ein messianisches Datum aus. Im Jahre 1648 glaubten selbst Nichtjuden den Juden, dass der Meschiach nicht mehr weit sei. Allerdings stellte sich heraus, dass das Jahr 1648 ein überaus katastrophales Jahr für die Juden Osteuropas war. Die Kosaken unter ihrem töteten mehrere Hunderttausend Juden (Chmielnizki Pogrome) und ganze Gemeinden wurden dem Erdboden gleichgemacht. Seither häuften sich die Judenpogrome immer mehr. Im Jahre 1661 gab es eines in Lvov (Lemberg) und weitere in Lublin und Krakau. Und in diesen depressiven Zeiten tauchte der Baal Shem Tov auf und verstand es auf eine wundersame Weise, die Juden näher an das Judentum heranzuführen; und das, indem sie Freude zeigten und keinen eintönigen Zwang wie bisher.

Zu der Frage, wer genau Rabbi Israel ben Eliezer ( Baal Shem Tov) war genauso wie über das Shabbtai Zvi Movement, sind separate Artikel in Planung. Die Literatur über diese ausgedehnten Themen ist zu vielfältig und ich möchte all das hier nicht in wenigen Sätzen abtun.

Der Baal Shem Tov also brachte dem einfachen jüdischen Volk ihr eigenes Judentum nahe, indem er ihnen vermittelte, dass ein jeder von ihnen eine direkte Verbindung zu G - tt aufbauen kann. Und zwar anhand der Mitzwoterfüllung durch Freude und einem enthusiastischen Gebet. Jeder hat die Chance und nicht nur nur die talmudlernende akademische Rabbinerelite. Natürlich unterlagen diese Ideen von Beginn an harscher Kritik eben jener Rabbinerelite. Man könne doch nicht nur freudig herumhampeln und die Mitzwot in den Hintergrund stellen. Bis heute wird der Chassidismus von vielen litvischen Juden (den Anhängern des Vilna Gaon) als eine Art esotherischer Kult betrachtet. Aber nicht von allen litvischen Haredim, denn viele von ihnen traf ich genauso bei den Tischen der chassidischen Rebben an.

Es besteht heute so mancherlei Zweifel darüber, was der Baal Shem Tov (oder kurz genannt "der BESHT") tatsächlich lehrte. Viele originale Inhalte mögen im Laufe der Zeit nach seinem Tode im Jahre 1760 von seinen Anhängern anderweitig interpretiert worden sein. So gab dies, u.a., sein Nachfolger Rabbi Dov Baer Friedman (der berühmte "Maggid von Mezritch" zu). Er habe halt die Ideologien des Besht weiterentwickelt bzw. seinerseits interpretiert. Ebenso tat dies Rabbi Shneur Zalman von Liadi, der Gründer der Chassidut Chabad (Lubawitsch). Hierzu ist anzumerken, dass Rabbi Shneur Zalman ein Schüler des Maggid von Mezritch war und den Baal Shem Tov selber nie kennen gelernt hatte.
Aber nicht nur diese beiden Rabbis, sondern auch andere fügten ihre persönlichen Interpretationen hinzu.

Viele chassidische Inhalte basieren auf der Lurianischen Kabbalah, welche der Baal Shem Tov (Besht) ausführlichst studierte. Und wie Rabbi Yitzchak Luria (1534 - 1572) betrachtete der Besht die Mikweh (das Ritualbad) als eine immens mystische Prozedur. Der Besht sagte von sich selber, dass er in der Mikweh seine Augen schliesse und so in höhere spirituelle Welten eindringe ("BaSadeh HaChassidut" von Yitzchak Alfassi).

Eine Formulierung des Baal Shem Tov gefällt mir persönlich besonders gut:

"Wo immer ein Mensch mit seinen Gedanken ist, da befindet sich er selbst".

Wenn ein Mensch an etwas denkt, dann befindet er sich an Ort und Stelle; selbst dann, wenn dies nur spirituell geschieht.
Falls also jemand einmal einen Ortswechsel vornimmt, um diesem oder jenem zu entkommen bzw. um nicht mehr mit etwas konfrontiert zu werden, dann ist es schlecht für seine Seele, wenn er noch an Vergangenes denkt. Örtlich mag man zwar Abstand genommen haben, doch ist man immer noch mit den Gedanken so tief dabei, dass der Ortswechsel doch noch nicht richtig vollzogen ist.

Hier aber dennoch die wichtigsten Punkte des Baal Shem Tov:

1. Alle Juden haben das Recht, in die spirituellen Welten einzudringen.

2. Der Baal Shem Tov lehnte Askese vollkommen ab, sein Urenkel Rabbi Nachman von Breslo sagte von sich das Gegenteil. Nicht wenige chassidische Rabbis sahen eine besondere Spiritualität im Fasten. Der Besht erklärte jedoch, dass nur ein gestärkter Körper G - tt dienen kann.

3. Wir sollten jegliche Traurigkeit überkommen und uns selber zur Freude stimulieren.

4. Es gibt nichts Böses auf der Welt, sondern alles beinhaltet einen guten Kern, den wir nur ausfindig machen müssen.
(Dieser Punkt bedarf vieler weiterer Erklärungen, denn es ist nicht leicht zu verstehen, was genau damit gemeint ist. Außerdem war es gerade diese Aussage, welche den Baal Shem Tov und seine Bewegung in den Verdacht brachten, geheime Anhänger der Shabbtai Zvi Ideologie zu sein. Schon der Shabbtai Zvi hatte diesen Inhalt vertreten, um seine Konversion zum Islam zu rechtfertigen).

5. Versinke niemals in Depressionen.

6. Das "Zaddik - Konzept".
(Das Zaddik - Konzept bedarf ebenso weiterer Erklärungen.
Ein ZADDIK ist ein GERECHTER, dem die Masse folgen solle. Das Konzept des Baal Shem Tov unterscheidet sich wesentlich vom späteren ausgebauten Zaddik - Konzept des Rabbi Elimelech von Lejansk genauso wie das von Chabad, dem Seher (Chozeh) von Lublin oder dem Peshis'cha Movement. Aber dazu gibt es einen separaten Beitrag, da das Thema zu kompakt ist).


7. G - tt ist überall; in allem was wir auf Erden sehen. In jedem Gegenstand, in jedem Menschen oder in jeder anderen Schöpfungsart.

8. Thorastudium und Gebet sind extrem wichtig, aber sollte all das nicht zu einer täglichen Routine mutieren. Jeder Tag sollte neu gelebt werden und wer heute so betet, wie er gestern betete, der hat heute noch nicht gebetet. Bedeutet, jeder Tag sollte eine neue G - ttesliebe bzw. Euphorie hervorrufen.

9. Was auch immer geschieht, alles kommt von G - tt und ein jeder sollte sich daran machen, dass alles was mir persönlich geschieht, von G - tt kommt und es gut ist. Selbst dann, wenn wir es nicht begreifen können.

10. Der Besht lehrte, dass eine Person absolut eins sein kann mit G - tt, selbst dann, wenn die Person gerade anderweitig beschäftigt ist. Zum Beispiel mit Arbeit.

11. Es ist die Aufgabe eines JEDEN Juden, die verstreuten Netzizot (Funken) des Erschaffungsprozesses spirituell an deren Ausgangsort zurückzuführen. Wie ? Durch Mitzwot und Gebet.

12. DEVEKUT - Nähe zu G - tt:
Totale Liebe zu G - tt.
Wie erreicht man Devekut ?
Man kann mit G - tt im Gebet eins werden oder eine besondere intensive Nähe verspüren. Dies geschieht häufig anhand von akstasischen Gebeten. Devekut bedeutet nicht nur "gedanklich", sondern zeichnet sich durch Liebe Hinwendung aus.

13. Nicht kann von G - tt jemals getrennt werden.

14. Selbst beim Essen können wir G - tt dienen, indem wir vor und nach dem Essen Segen sagen.
Siehe hierzu die jüdischen Segen !

All diese Punkte sind keinesfalls alle Inhalte, sondern es gibt viele Zusätze, bei denen jedoch ein hohes kabbalistisches Wissen die Voraussetzung ist, die Inhalte zu verstehen. Deswegen möchte ich jetzt nicht vorweg etwas in die Runde schmeissen, was hinterher falsch interpretiert werden kann.
Insgesamt gibt es unvorstellbar viel zu dem Thema zu sagen, was ich auch in Zukunft weiter tun werde. Dies war vorerst nur einmal ein kleiner Einblick in die Materie.

Außerdem seid Ihr gerne zu Fragen eingeladen, wenn etwas unklar sein sollte. Dies gilt übrigens für sämtliche Themen und nicht nur an dieser Stelle.

Dienstag, Oktober 28, 2008

Die ungarischen Juden und der "Kastner Zug"



B"H

Obwohl in Deutschland geboren, fühlte ich mich nie besonders zum Schicksal der deutschen Juden während des Holocaustes hingezogen. In der Schule sowohl als auch privat lernte ich unendlich viel über den Holocaust. All das jedoch geriet in den Hintergrund bzw. verschwand fast ganz aus meinem Leben, da ich mit dem Lernen auf verschiedenen Yeshivot (relig. Schulen) begann. Das Thema "Holocaust" hatte sich sozusagen abgenutzt und stattdessen lernte ich die jüdische Religion.

Aber selbst in der Religion stößt man unweigerlich auf den Holocaust, denn nicht selten kommen Fragen auf wie "Wo war G - tt?" , "Warum hat er sein Volk umkommen lassen und nichts getan ?"
Wer sich ausgiebig mit der jüdischen Religion auseinandersetzt, der hört ganz unterschiedliche Meinungen hierzu. Die Kabbalah hält zusätzlich sämtliche Seelenerklärungen bereit und der Chassidismus legt ganz besonderen Wert auf das "Meschiach - Konzept".
Leitet ein kollektives jüdisches Leiden die Ankunft des Meschiach ein, wobei das Leiden selber als Tikun (Reparatur) der eigenen Seele dient ?

Die Konzepte sind vielfältig und kompliziert, aber zurück zum Ausgangspunkt.

Da ich mich seit Jahren mit dem Chassidismus eingehend auseinandersetzte (meine Blogs sind voll von chassidischen Themen), bin ich seit jeher an dem Schicksal der Juden in Osteuropa interessiert. Wie reagierte die Chassidut auf den Holocaust und wie sieht sie ihn heute ? Hunderttausende Chassidim kamen um, was heute leider nur allzu selten Erwähnung findet. Deutsche setzten sich vorwiegend mit dem Schicksal des eigenen Judentums auseinander und vergessen dabei häufig die chassidische Bevölkerung Osteuropas oder Osteuropa als Ganzes.

Eine Auseinandersetzung mit der chassidischen Geschichte bedeutet unweigerlich auch eine Auseinandersetzung mit dem Holocaust, und aufgrund vieler Blogartikel bekam ich vor allem aus den USA viele Hinweise, doch einmal genauer über Rudolf Kastner sowie seinen Zug zu berichten. All die Zeit zuvor hatte ich mich weder mit Kastner noch dessen Prozeß in Israel auseinandergesetzt. Klar, kennen wir alle Oskar Schindler oder Raoul Wallenberg, aber was ist mit Kastner oder einer Hannah Senes ? Wer befasst sich mit diesen Leuten, wenn er nicht gerade ein professioneller Historiker ist ?

In Israel ist Rudolf Kasztner (Kastner) nach wie vor ein Begriff und seinem negativen oder positiven Mythos wurde nie ein Ende gesetzt. In Israel wegen Nazikollaboration verurteilt und im Jahre 1957 aus einem angeblichen Racheakt heraus erschossen, ist es nie gelungen, den "Fall Kastner" tatsächlich zu klären. Kastner, selbst ungarischer Jude, der einen "Pakt mit dem Teufel Eichmann" einging, um ca. 1700 ungarische Juden in die Schweiz zu befördern. Die Juden auf dem Kastner Zug wurden gerettet, doch warum wurden all die anderen (ca. 450.000 ungarischen Juden) nicht oder kaum gewarnt ? Wieso zahlten Reiche Geld und Diamanten, um ihre Freiheit zu erkaufen und der Rest wurde in die Gaskammern von Auschwitz deportiert ?

War Kastner ein Held wie Schindler oder ging es ihm einzig und allein um Geld und Macht ?
Welche Rolle spielte das Judentum selber und ist nicht stetig die Rede von den religiösen Zionisten, die sich da selbst in Sicherheit brachten und die Chassidim zurückliessen ? Welche Rolle spielten die chassidischen Rebbes und was ist dran an den bis heute anhaltenden Behauptungen ?

Der "Fall Kastner" ist mehr als hintergründig, denn in Israel führte er während des besagten Prozesses auch zu einem Politikum. Das Jerusalemer Holocaust Museum "Yad VaShem" befasst sich bis heute noch mit Kastner, das Haifaer Folmfestival bietet demnächst einen Film über die Ermordung Kastners an etc. Und auch ich werde auch viele Quellen bezüglich des ungarischen, des chassidischen Judentums sowie auf Kastner eingehen. Noch sammele ich viele Informationen zusammen und erhielt dabei einige Mithilfe von Chassidim sowie einem Kommentator auf meinem engl. Blog SHEARIM.

Wer noch mehr Informationen beisteuern kann, ist dazu eingeladen. Vornehmlich über Kastner, das ungarische Judentum, religiöse Zionisten sowie unter anderem über die Rabbiner Chaim Michael Dov Weissmandl oder Rabbi Yissachar Teichtal.

Eines jedoch sollte ganz klar herausgestellt werden:

Weder Rudolf Kastner noch das Judentum trifft die Schuld am Holocaust. Es darf niemals übersehen werden, dass einzig und allein Deutschland (inclusive seiner hilfreichen Verbündeten und das angeschlossene Österreich) für die Ausrottung von sechs Millionen Juden verantwortlich ist. Wie die Berichte auch immer ausfallen mögen, einen Freispruch für Deutschland wird es niemals geben !


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Meine Berichte werde ich von meinem chassidischen Blog aus auf Hamantaschen verlinken. Ebenso wird alles in Englisch einzusehen sein.


Links:

"Rebbe Teitelbaum und der Kastner Transport"

"Rebbe Teitelbaum and the Kastner Transport"
In englischer Sprache, doch beachte man die interessanten Kommentare des Mikey, der sich da als Pro - Kastner erweist.

"Der Sinneswandel des Rabbi Yissachar Shlomo Teichtal"

Die kontroverse Unantastbarkeit

Die chassidische Reaktion auf den Holocaust

Das "Yad Vashem" in deutscher Sprache

Zur Hilfe von Spuren - Infosuche gründete ich auf FACEBOOK eine Gruppe: "Hungarian Jewry and the Kastner Train".


Und wer sich nicht gerade besonders für den Chassidismus interessiert, der kann immerhin so einiges über das einstige ungarische Judentum lernen.

Samstag, Oktober 25, 2008

Chassidische Kleidung

B"H

Ein Leser bat mich, etwas mehr auf die chassidische Kleidung einzugehen und wer mehr darüber erfahren will, der kann dies hier

http://chassidicstories.blogspot.com/2008/10/einiges-zur-geschichte-der.html

tun.

Allerdings sind dies längst nicht alle Angaben und es werden noch viel mehr Details folgen.



Satmarer Chassidim und ihre Kleidung
(Mitte: Der ehemalige Satmarer Rebbe Moshe Teitelbaum)

Dienstag, Juli 22, 2008

Bedingungslose Intelligenz

B"H

Ein jeder hat beim Erlernen des Judentums so seine persönlichen Präferenzen. Meine liegen breit gefächert aus und ich kann nicht genau sagen, wenn ich jetzt am liebsten mag. Welchen Kommentatoren oder welche biblische Gestalt. Welches Konzept oder welche Halacha. Im Grunde beschäftige ich mich mit allem und einer der herausragenden Gestalten ist selbstverständlich der Rambam (Maimonides), 1135 - 1204.

Seine Herangehensweisen in seinen Schriften ist ausgesprochen logisch und rational. Eigentlich fast nur, denn für ihn gab es kein kabbalistisches Herumschweben, sondern pure Rationalität. Er blieb selbst auf dem Boden als darüber diskutiert wurde, wie denn das Leben bzw. die Welt nach dem Kommen des Meschiach aussehen wird. Der Rambam kommentierte, dass sich gar nichts ändere. Wir seien nach wie vor gewöhnliche Sterbliche, die arbeiten und ein normales Leben führen. Wunder der Natur würden von daher ausbleiben.

Die einzige Stelle innerhalb seiner Schriften, in denen der Rambam so richtig kabbalistisch wird, ist das erste Kapitel der Mischna Thora. Und zwar gleich zu Beginn auf den ersten Seiten des Traktates "Hilchot Yesodei HaThora . Dort nämlich wird er in der Beschreibung unseres Sonnensystem mystisch. Ansonsten überragt das Rationale.

Besonders in seinem "philosophischen" Werk "Moreh Nevuchim - Der Führer der Unschlüssigen" vertritt der Rambam unzählige Male die Ansicht, dass nur ein Mensch ausgestattet mit einer besonderen Intelligenz G - tt näherkommen kann. Wenn man seinen Intellekt bis dahin noch nicht entwickelt hat, dann ist hier der Zeitpunkt gekommen oder es gibt keine Beziehung zu G - tt.
Und somit kommt der Rambam zu der Schlußfolgerung, dass zum Beispiel behinderte Menschen keine Beziehung zu G - tt eingehen können. Gesetz des Falles sie sind geistig behindert und daher nicht in der Lage ihren Intellekt zu nutzen oder zu erweitern.

Und genau unzählige Male fragen wir uns, wie der Rambam zu dieser Schlußfolgerung kommen kann. Er, ein relig. Jude, der doch da eigentlich Toleranz G - ttes Schöpfung gegenüber zeigen sollte. Geistig behinderte Menschen haben sich ja schließlich ihr Schicksal nicht selbst ausgesucht. In der Kabbalah heißt es, dass diese Menschen zwar abwesend wirken, ihre Seele (Neschama) hingegen keinesfalls krank, sondern genauso intakt ist wie bei jedem gesunden Menschen. Das, was wir also sehen, beschränkt sich auf die Äußerlichkeiten und hat nichts mit dem inneren Wesen der Seele zu tun. Der Körper ist krank, die Seele nicht.

Und weiter lautet das Konzept im Judentum, insbesondere in der Chassidut, dass alles Erschaffene oder jeder erschaffene Mensch einen bestimmten einzigartigen Zweck in dieser Welt ausübt. Welchen Zweck ? Dies ist unsere private Aufgabe herauszufinden.
Demnach jedoch haben auch behinderte bzw. geistig behinderte Menschen ihren Zweck in dieser Welt, denn gemäß des Chassidismus ist niemand umsonst oder überflüssig. Und alles von G - tt Erschaffene muß von daher automatisch in der Lage sein, eine Verbindung bzw. Beziehung zu G - tt aufzubauen, wenn er diese nur will. Bei einem geistig behinderten Menschen stellt sich hier natürlich die Frage nach dem Willen und inwieweit er sich dessen bewußt ist. Aber selbst falls nicht, so hat er definitiv eine Beziehung zu G - tt.

Weiterhin heißt es in der Kabbalah sowie dem Chassisdimus, dass wir Menschen eine bestimmte Funktion in unserer Selle haben, die uns mit G - tt verbindet. Das Erschaffene mit dem Erschaffer.
Im chassidischen Buch TANYA der Gruppe Chabad lesen wir, dass der Alter Rebbe (Rabbi Schneur Zalman von Liadi) einen speziellen Funken G - ttes in der jüdischen Neschama (Seele) sah. Juden haben demnach eine "Neschama Elokit", eine Seele, die auf besondere Weise mit G - tt verbunden ist und die uns unserer besonderer Aufgabe in dieser Welt, nämlich der Einhaltung der Thora, bewußt werden läßt. Anhand der Thora sollen wir den anderen Nationen als Beispiel dienen.
Viele, genauso wie ich, haben deswegen mit dem Rambam einige Probleme. Nicht seiner anderen Inhalte wegen, aber dieser eine Inhalt der übermäßigen Intelligenz erscheint kaum gerechtfertigt. Ein nachfolgender jüdischer Philosoph namens Chasdai Cresces kam zu der Überzeugung, dass der Rambam an dieser Stelle irrte, weil er sich zu sehr auf die Philosophie des Aristoteles konzentrierte. Und dies viel zu unvorbehalten.

Freitag, Juni 27, 2008

Rabbiner dringend gesucht …

B"H

G - tt ? Wer ist G - tt ?

Okay, Er ist da und regiert die Welt. Andererseits ist Er aber auch weit weg und das ist gut so. Soll Er nur weit weg bleiben, denn wir haben hier auf der Welt andere Prioritäten, die da Macht, Geld und Ansehen heißen.
G - tt, wenn wir Dich brauchen, dann melden wir uns. See you later und bis denne".

Nein, ich rede hier nicht von total säkuleren Juden, die so denken, sondern von Rabbinern. Rabbiner, die eigentlich diesen Beruf ergreifen sollten, um G - tt etwas zu vertreten, die Religion auszuüben und andere dazu inspirieren, mitziehen oder wie man es auch immer ausdrücken will. Anscheinend ist dies heute eine absolute Idealvorstellung und Illusion.

Die jüdische Lehre besagt, dass mit jeder neuen Generation immer mehr an Weisheit verloren geht. Jedenfalls zum zum Eintreffen des Meschiach.
Gab es zu talmudischer Zeit noch einen Rabbi Akiva oder Rabbi Gamliel, irgendwann viel später den Rambam, Rabbi Gerschom, die spanischen Kabbalisten, den Maharal von Prag, die Chassidim, den Gaon von Vilna, Rabbi Samson Raphael Hirsch bis hin zu Rabbi Moshe Feinstein; was aber ist heute geblieben ?

Natürlich haben wir auch heute große Rabbiner, aber geben wir es doch zu: Irgendwie ist alles nicht mehr so wie früher. Heutzutage leben viele Rabbiner, insbesondere chassidische Rebben, von dem Ruf ihrer Vorfahren. Sie selber müssen keine relig. geistigen Größen mehr sein. Es reicht, wenn man in die Familien der Rebben und einstigen Schüler hineingeboren ist. Aber dies ist ein anderes Thema, zu dem ich mich zu einem späteren Zeitpunkt auslasse.

Nicht nur die chassidische Welt hat teilweise Probleme, nein, insbesondere die litvisch - haredische Welt leidet. Der Vilna Gaon und Rabbi Moshe Feinstein sind lange verstorben und mit Wehmut denkt man an sie zurück und wünscht sie sich sehnsüchtig herbei. Heutzutage wird die israelische litvische Welt von einem beherrscht, und das nennt sich Politik. Rabbi Eliyashiv, der geistige Führer der "Litvaks" ist das beste Beispiel dafür. Vor ein paar Jahre sorgte er zum Beispiel dafür, dass "Rabbi" Jonah Metzger neuer israelisch - aschkenazischer Oberrabbiner wurde. Metzger war nur allzu sehr umstritten, denn handelte es sich bei ihm um keinen geeigneten Kandidaten. Halachisch nicht gut drauf und auch sonst hapert es mit dem relig. Wissen. Stattdessen beherrscht Metzger es perfekt, sich durch Kompromisse und Schmeicheleien in hohe Positionen zu katapultieren. Dies kann Rabbi Eliyashiv nur recht sein, hat er doch so Zugriff auf den Oberrabbiner.

Mit Metzgers Vorgänger, Rabbi Israel Lau, verhielt es sich kaum anders. Bei Lau hat man immer das Gefühl, dass alle ihn bemitleiden, weil er im KZ Buchenwald inhaftiert war und er so ergreifend die Story von seiner Rettung durch seinen älteren Bruder erzählt. Halachisch war und ist Rabbi Lau keine Größe, was jedoch egal ist, wenn man die richtigen Verbindungen hat. Politisch und nicht zu G - tt.

Die heutige Ausgabe der Zeitung "MAARIV" beschuldigt "Rabbi" Jonah Metzger auch nun noch der sexuellen Belästigung. Im Jahre 2006 habe es mehrere Beschwerden über ihn gegeben. Frauen, kleine Jungen, bei Metzger sei schon alles egal. Die sephardische Rabbinerriege war absolut gegen eine Ernennung Metzgers zum aschkenasischen Oberrabbiner, waren doch seine sexuellen Ausfälle reichlich bekannt. Letztendlich aber stimmte der ehemalige sephardische Oberrabbiner Ovadiah Yosef der Ernennung zu, da er es sich nicht mit dem litvischen Oberhaupt Eliyashiv verderben wollte.

Und was bleibt uns als "normaler Jude" übrig ? An wen können wir uns eigentlich noch wenden, ohne irgendwelche Machenschaften in Betracht ziehen zu müssen ? Chassidische Rabbiner erkennen die Oberrabbinität eines staatlich ernannten Oberrabbiners wie Lau oder Metzger eh nicht an. Gut so, denn seit Jahren werden Leute auf diesen Posten gehievt, die politisch korrekt sind, aber halachisch keine Ahnung haben.

Wo sind all die großen Rabbiner hin ?
Es scheint als müßten wir sie heute privat irgendwo mit der Lupe suchen. Aber selbst wenn man glaubt, einen glaubwürdigen Rabbi gefunden zu haben, kann dennoch alles im Desaster enden. Plötzlich stellt man fest, dass da doch diverse Machenschaften stattfinden und Mr. Rabbi selbst mit im Sumpf steckt. "Landesrabbiner" Netanel Wurmser aus Stuttgart ist hierfür das berühmte deutsche Beispiel.

Aber wen kümmert das heute noch groß ? Sind wir überrascht ?

Nein, denn hat nicht schon der Vilna Gaon vorausgesehen, dass in der Zeit vor der Ankunft des Meschiach die Mehrheit der Rabbiner korrupt sein wird (Erev Rav). Leider müssen wir erst auf den Meschiach warten, um wieder eine glaubwürdige Rabbinermehrheit zu bekommen.

Aber nicht alles ist gleich verloren. Es gibt noch Rabbiner, die es verdient haben, so genannt zu werden. Und hierunter fallen alle Sparten: ob nationalrelig., chassidisch oder litvisch.

Darunter sind aber auch jene der antizionistischen Dachorganisation "Edah HaCharedit". Vielerlei zu extrem, aber halachisch absolut glaubwürdig.

Einen Rabbiner, den ich besonders schätze ist der Rebbe der chassidischen Gruppe Dushinsky, Rabbi Yosef Zvi Dushinsky, zu dessen Tisch ich heute abend gehen werde.

Donnerstag, April 10, 2008

Parashat Metzorah - פרשת מצורע

B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Die vorherige Paraschat Tazriah lehrte unter anderem, wie sich ein Jude das Tza'arah (Lepra) einhandeln kann. Der berühmte Auslöser hierfür ist "Laschon HaRah - üble Nachrede" und wer sich dessen in biblischen sowie Tempelzeiten schuldig machte, der wurde aus dem inneren Zirkel der Juden verbannt und war gezwungen, außerhalb einer Ortschaft zu leben. Jedenfalls solange, bis es zu einem vorgeschriebenen Reinigungsprozeß kam und die "Tza'arah" wieder verschwand.

Das biblische "Lepra" ist jedoch keinesfalls gleichzusetzen mit jenem Lepra, welches wir heutzutage kennen. Bei der Tza'arah handelte es vielmehr um ein Hautausschlag, der fast auschließlich die Verunreinigung (Tumah) der eigenen Seele (Neschama) zum Ausdruck brachte. Ein Vergehen gegen die Thora, und in diesem Falle das Sprechen von Laschon HaRah, kann nur durch Teschuva (Umkehr zu G - tt) und diverse Opferungen wieder gutgemacht werden. Es reicht nicht, wenn versucht wird, den Hautausschlag zu heilen; die Ursache dafür liegt viel tiefer und der Mensch sollte in sich kehren und sich zu besseren Wegen entschließen.

Der große chassidische Gelehrte Rabbi Elimelech von Lejanks schreibt in seinem Buch "Noam Elimelech", dass wir uns in unseren Zeiten insbesondere durch das Thorastudium sowie der Umkehr zu G - tt, "Teschuva" reinigen. Je mehr Thora wir sprechen, desto besser. Nicht nur, weil deren Inhalte heilig sind, sondern weil wir ebenso die heiligen hebräischen Buchstaben positiv verwenden so und sie zurück an ihren Ursprungsort, nämlich die oberen spirituellen Welten führen.

Die Erklärung für dieses äußerst wichtige chassidische Konzept, würde wohl besser in meinen Kabbalah - Blog passen, aber ich will es einmal hier versuchen.

G - tt erschuf die Welt mit zehn Aussagen: "Es werde Licht", etc.
Somit sprach G - tt und verwendete hierbei die hebräischen Buchstaben. Vor allem in der Kabbalah spielen diese Buchstaben eine ganz besondere Rolle und es gibt unzählige Buchbände zum Thema "Die hebräischen Buchstaben und deren Bedeutung".

Nur kurz nebenbei bemerkt: G - tt sprach nur metaphorisch betrachtet und Er tat dies keineswegs real. Die Sprache der Thora ist symbolisch und wir müssen uns genauer mit der Materie auseinandersetzen, um den eigentlichen Sinn zu verstehen und nicht einfach drauflos lesen und alles wörtlich nehmen.

Als G - tt Adam und Eva (Chava) erschuf, war alles ganz anders geplant gewesen. Die Beiden sollten eine einzige Mitzwah (Gebot) einhalten; nämlich nicht vom "Baum der Erkenntnis - Etz HaDa'at" zu essen. Aber wie das nun einmal so ist, die Aufgabe mißlang und alles kam anders. Adam und Chava fielen von ihrem fast perfekten Level herab und wurden sterblich. Des Weiteren verloren sie einen gehörigen Teil ihrer absoluten Weisheit (Chochmah), die ihnen von G - tt gegeben worden war. Spätere Vergehen, wie die Generation Noachs oder der Turm von Bavel, liessen die Menschen in immer tiefere Level fallen. Die spirituelle Weisheit nahm ab und ich will gar nicht davon beginnen, wo wir uns heute befinden. Unsere Aufgabe ich jedoch anch wie vor, alles wieder in den Ursprung (vor Adam und Chavas Vergehen) in eine Perfektion zurückzuführen.
Wenn wir also Vergehen begehen, dann reparieren wie die oberen spirituellen Welten mit unserer Umkehr zu G - tt (Teschuva). Zu Tempelzeiten taten wir dies zusätzlich anhand unserer Opferungen und wie uns der Talmud berichtet, gab es zur Zeit des Mischkan (Tabernakels) sowie des Ersten Tempels eine direkte Verbindung vom Altar und dem Himmel. Der Rauch der Tieropferungen stieg in einer Linie direkt in den Himmel auf. Dies war eines der vielen Wunder, welches mit der Zerstörung des Ersten Tempels verloren ging.

Teschuva sowohl als auch die Tieropferung (welche wir derzeit ohne Tempel nicht haben, sie aber jedoch nach dem Kommen des Meschiach sowie dem Bau des Dritten Tempels wieder einführen werden) müssen von einem wichtigen Faktor geprägt sein: nämlich der vollkommenen Absicht. Die Intension und der Wille des Einzelnen muß stimmen und es sollte deswegen nicht nur halbherzig gehandelt werden. Ohne hundertprozentige Intension wird das Opfer von G - tt nicht angenommen und die Teschuva schlägt fehl (u.a. Rabbi Samson Raphael Hirsch). Ferner muß die eigentliche Opferung auf dem Tempelaltar wie vorgeschrieben durchgeführt werden. Fehlt auch nur die kleinste Zutat, ist die Opferung umsonst (siehe Talmud Traktat Menachot 27a).
Wenn alles stimmt, ist der Opferbringer in der Lage, seinen vorherigen Level bzw. seinen Reinheitsstatus (Tahor) wiederzuerlangen.

Andererseits heißt es im Talmud Traktat Nedarim 35b, dass es jedoch im Falle bezüglich der Opferung der Wiedererlangung des Reinheitsstatuses sehr wohl Ausnahmen gibt. Diese sei die einzige Opferung, welche auch ohne besondere Intension angenommen wird und sie kann sogar von einem Dritten im Auftrage der betreffenden Person ausgeführt werden. Rabbi Samson Raphael Hirsch gibt hierzu die Erklärung ab, dass die Unreinheit einer Person uns alle angeht, denn alles, was er anfasst, wird unrein. Wohin gegen die regulären Opferungen den Individualfall und dessen Vergehen betreffen.

Einmal hörte ich an einem Rosch HaSchana (jüd. Neujahrsfest) einen Schiur (Vortrag), bei dem der Rabbi Folgendes zu bedenken gab:
Wer sich gerade auf einem bestimmten relig. Level befindet und ein Vergehen begeht, der fällt erst einmal.

Übrigens nenne ich jedesmal mit Absicht das Wort "Vergehen" und nicht "Sünde". Das Wort "Sünde" gibt es im Judentum nicht. Leider übersetzen viele das hebräische Wort "Chet - חטא" mit Sünde, was falsch ist. Chet (חטא) bedeutet lediglich, dass jemand sein Ziel verfehlt hat.

Wer also laut des Rabbis sein Ziel verfehlt, der rutscht hinunter von seinem bisherigen Level. Besinnt er sich eines Besseren und begeht Teschuva, so steigt er automatisch wieder auf. Und zwar höher als sein vorheriger Level. Niemals im Leben befinden wir uns nur auf ein und demselben Level.

Bedeutet diese Aussage also, dass es theoretisch besser wäre, einmal sein Ziel zu verfehlen, dann Teschuva zu machen und folglich auf einem höheren Level zu sein als zuvor. Sicher nicht, denn ich kann nicht das Eine mit dem Anderen aufbauen.
Im chassidischen Buch "Degel Machane Ephraim" heißt es, dass wir unsere eigene Kelipah (negative Schale um die Seele) durch Teschuva ausschalten sollen, um diese in der Ursprungslevel der "Keduscha - Heiligkeit" zurückzubringen. Die "Kelipah" ist ein Konzept aus der Kabbalah genauso wie aus der Chassidut. Leute, die bei Chabad den "Tanya" lernen, kenne sich vielleicht einigermassen mit dem Thema aus. Aber ich will hier nicht zu sehr auf das Chabad - Konzept der g - ttlichen und der tierischen Seele in uns eingehen.

Die Aufgabe einer "Kelipah - Schale" besteht darin, Negatives in uns zu bewirken. Ähnlich wie die Yetzer HaRah - die schlechte Seite in uns. Die Kelipah will uns also immer dazu bewegen, das Ziel zu verfehlen. Zum Beispiel enthält die sogenannte "Kelipah Nogah" Gutes und Böses und unsere Aufgabe wiederum ist es, das Gute siegen zu lassen. Diese Vorgänge samt Kelipah spielen sich einzig und allein in unsere Seele (Neschama) ab. So schrieb der chassidische Rabbiner Avraham Yehoschua Heschel von Apta (1748 -1825) in seinem Buch "Ohev Israel", dass die Israeliten deshalb vierzig Jahre durch die Wüste wandern mußten, um ihre negativen inneren Kelipot zu besiegen und in etwas Gutes umzuwandeln.

Vielleicht gelingt es uns ja auch immer häufiger, unsere negativen Verlangen zu besiegen und sie damit in etws Positives umzuwandeln. Auf diesem Wege reparieren wir gleichsam die oberen Welten und bringen den Meschiach näher.

Schabbat Schalom an alle Leser und ich hoffe, dass diese Parascha nicht zu chassidisch / kabbalistisch ausgefallen ist.