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Dienstag, Oktober 09, 2012

Leserfrage: "Ab wann tragen chassidische Jungen einen Streimel ?"


Ein junger Chassid mit seinem Streimel (traditionelle Pelzmütze)

Photo: Miriam Woelke
B"H

Leserfrage:

Hallo Miriam,

brauche bitte mal Deine Unterstützung: Weißt Du wann der jüdische Mann/Junge erstmal einen Shtreimel trägt? Bekommt er ihn von jemanden zu einem besonderen Anlass geschenkt oder kauft er sich ihn selbst? 

Mir hat mal jemand erzählt die Haredim würden mit ihrem Shtreimel auch beigesetzt werden. Ist das wahr? 

Vielen Dank für Deine Hilfe und weiterhin alles Gute.


Antwort:

Normalerweise wird lediglich in chassidischen Kreisen ein Streimel getragen, wenn es auch in Jerusalem diverse alteingesessene Yerushalmim gibt, die, obwohl sie sich alt litvische (litauische) Juden bezeichnen, am Schabbat dennoch eine Streimel tragen. Bestes Beispiel hierfür war der vor wenigen Monaten verstorbene geistige Führer der Litvischen, Rabbi Yosef Shalom Eliyashiv. 

Ein chassidischer Junge trägt ab seiner Bar Mitzwah einen Streimel. Bitte beachten, dass bei Chabad mittlerweile keine Streimel mehr getragen werden, sondern nur schwarze Hüte. Warum das so ist, darüber berichte ich noch in den Blogs ! 

Da die Streimel sehr teuer sein, bekommt ein Bar Mitzwah Junge oft nur einen gebrauchten Streimel. Heisst, von aelteren Brüdern, zum Beispiel. Der Streimel wird vorher gesäubert und der Streimelmacher trimmt ihn auf fast neu. Spätestens zur Hochzeit erhaelt der einstige Junge einen nagelneuen Streimel. Und zwar geschenkt von der Braut bzw. ihren Eltern. 

Niemand wird in seinem Streimel beigesetzt. Dies wäre auch gegen die Halacha, denn es bestehen genaue Vorschriften, wie jemand ins Grab gelegt wird. Nämlich im Totenhemd. In der Beziehung sind wir alle gleiche.:-)

Dienstag, Juli 26, 2011

Wo stammt der chassidische STREIMEL her ?



Normalerweise wird der chassidische Streimel am Schabbat sowie an Feiertagen getragen.

Mittwoch, April 13, 2011

Pessach kann kommen

B”H

Noch bin ich nicht durch mit dem Pessachputz und werde den verbliebenen Rest am Samstag abend (Mozzaei Schabbat) erledigen. Ein Kilo Reis muss auch noch irgendwie aufgegessen werden. Seltsamerweise halten wir aschkenazischen Juden immer noch den Pessachbrauch, keinen Reis zu essen, denn der Reis zählt, nach wie vor, zum Chametz (verbotenes Getreide sowie Getreideprodukte an Pessach). Nicht, dass Reis ein Getreide ist, doch wurden vor Hunderten von Jahren Säcke für Mehl und Reis benutzt und somit alles irgendwie zusammengemixt. 

Allgemein hört man ab und an die Meinung, dass es ja die sephardischen Juden besser haben, denn sie halten diesen aschkenazischen Reisbrauch nicht. Das stimmt allerdings nicht ganz, denn auch viele sephardischen Juden verzichten an Pessach auf Reis. Bei den Kurden jedoch gehört der Reis zum Essen bei der Pessach – Seder genauso wie die Kube (gefüllte Fleischtaschen).

Ein Paket der teureren “Mazza Shemura – Mazza, die von Beginn der Herstellung rabbinisch überwacht worden ist” habe ich am Montag in Jerusalem erstanden. An Pessach esse ich grundsätzlich nur Shemura Mazza und keine billige Mazza aus dem Riesenpaket. Ebenso halte ich den chassidischen Brauch kein GEBROCHTS (z.B. Mazzeknödel in Suppen) zu essen. Lediglich Shemurah Mazza oder handgemachte Mazza kommt auf den Tisch.

Ich gebe zu, dass das wesentlich teurer ist, aber es wird behauptet, diverse bessere Mazzaarten stehen für einen höheren Level und zweitens schmecken die Shemura Mazza einfach besser als das trockene Massenzeug aus dem Riesenpaket.

Am Montag abend sitzen alles zusammen und halten die Seder. Dann ist Familientag. Viele buchen ihre Seder in Hotels, damit sie daheim nicht die riesen Arbeit haben und ausspannen können. Der Sedertisch bedeutet einen Haufen Arbeit und viele wollen sich das ersparen. Andere wiederum lassen sich einladen.

Leider ist in Tel Aviv vom bevorstehenden Pessach noch nicht allzu viel zu spüren außer den allgemeinen “Chag Sameach – Schöne Feiertage” Wünschen. In Jerusalem ist das natürlich wesentlich anders. Innerhalb der vergangenen Jahre entwickelte sich Pessach zu einem riesigen Wirtschaftszweig. Dann nämlich ist Geschenkezeit und die Wirtschaft freut sich.

Freitag, Dezember 17, 2010

Der TOLDOT AHARON Rebbe David Kahn beim Mitzweh Tanz



B"H

Was ist ein Mitzweh Tanz ?

Der Mitzweh Tanz stellt das Ende einer chassidischen Hochzeit dar und normalerweise findet er gegen 2.00 Uhr nachts statt. Der Rebbe einer chassidischen Gruppe tanzt symbolisch mit seiner Tocher, wenn er diese verheiratet oder seiner neuen Schwiegertochter. Da aus Anstand kein Mann der Frau ins Gesicht sehen darf, ist das Gesicht der Frau mit einem Tuch (Schleier) bedeckt. 

Der Mitzweh Tanz ist ein chassidscher Brauch und toll anzusehen ! 

Dienstag, August 17, 2010

Warum eine KIPA tragen ?

B"H

Warum bedecken Juden ihren Kopf mit einer Kipa (auch "Yarmulka" genannt) ?

Hierzu eine kurze Interpretation aus dem chassidischen Chabad Zirkel:

Der Gründer des Lubawitscher Movement, Rabbi Schneur Zalman von Liadi, 1745 - 1813, schrieb in seiner Interpretation des "Schulchan Aruch - Code of Jewish Law", dass der Kopf ein Teil des Körpers ist. Normalerweise bedecken Juden ihre Körperteile und stellen nicht alles öffentlich zur Schau. Die Halacha besagt, dass man vor G - tt in unachtsamer Weise keine diversen Körperteile entblössen darf. Vor allem nicht beim Gebet.

Ein unbedeckter Kopf würde, lt. Rabbi Schneur Zalman, eben zu jener Kategorie gehören und deswegen wird der Kopf bedeckt.

In chassidischen Kreis jedoch wird der Kopf beim Gebet nicht "nur" mit einer Kipa bedeckt, sondern gleichsam mit einem Tallit (Gebetsmantel) oder einem Hut.

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Quelle:

"The Encyclopedia of Hasidism"
von Tzvi M. Rabinowicz