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Mittwoch, August 29, 2012

Bild des Tages


Gesehen vor einem Laden in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

Dienstag, August 28, 2012

Österreich: Ein Nichtjude und sein Hotel für ultra – orthodoxe Juden

B"H 

Man kann es direkt eine erfolgreiche START UP Idee nennen: Der österreichische Nichtjude Stefan Sommerbichler hatte die Idee, seinen als Familienbetrieb geführtes Hotel, in ein Hotel für Haredim (ultra – orthodoxe Juden) umzuwandeln. Nach der anfänglichen Skepsis der eigenen Familien und von Freunden entwickelte sich das Hotel jedoch zum Renner innerhalb der jüdisch – orthodoxen Welt. 

Insbesondere in den Sommermonaten trudeln alljährlich viele chassidische Rebben zwecks Sommerurlaub ein. Unter anderem der Toldot Aharon Rebbe aus Jerusalem und auch der kürzlich verstorbene Nadvorna Rebbe (aus Bnei Brak bei Tel Aviv) gehörte zu den Stammgästen. Darüber hinaus kommt der in der haredischen Welt bekannte Halacha - Experte Rabbi Wosner (ebenso aus Bnei Brak) vorbei und Stefan Sommerbichler merkt im Interview an, dass ihn ein besonders freundschaftliches Verhältnis mit dem Rabbi verbindet. 

Im Winter steht das Hotel auch nichtjüdischen Gästen zur Verfügung, doch gen Sommer wird die Hotelküche auf absolut koscher getrimmt. Das Hotel befindet sich im romantischen Örtchen Saalbach - Hinterglemm / Österreich. In all den Jahren lernte Sommerbichler eine Menge über das Judentum, denn ohne genauere Kenntnisse läuft nichts. Sogar ein paar Brocken Jiddisch schnappte er auf und auch die Schabbatgesetze sind ihm vertraut. Was einem Nichtjuden normalerweise nicht wiederfährt: Stefan Sommerbichler wurde von der chassidischen Gruppe Toldot Aharon zu ihrem Tisch in Mea Shearim / Jerusalem eingeladen. "Wann er denn zum Judentum übertreten wolle", werde er immer wieder gefragt, so Stefan Sommerbichler. Auf diese Frage aber gab er auch dem Interviewer des haredischen Wochenmagazines MISHPACHA keine Antwort.

In der englischen Ausgabe der vergangenen Woche veröffentlichte MISHPACHA den Bericht über Stefan Sommerbichler und sein Hotel. Hier findet Ihr den Artikel in Kurzform. Kurz deswegen, weil MISHPACHA will, dass die Leute das Magazin kaufen, so wie ich.:-)








Copyright: Mishpacha

Photos: Miriam Woelke

Montag, August 20, 2012

Bild des Tages


Photo: Miriam Woelke

Mittwoch, Juni 20, 2012

Haredischer (ultra - orthodoxer) Urlaub in Deutschland ?





B"H


Wer als religiöser Jude würde jemals in Erwägung ziehen, ausgerechnet in Deutschland zu URLAUBEN ? Insbesondere die haredische (ultra – orthodoxe) Welt Osteuropas verlor mehrere Hunderttausend Mitglieder im Holocaust und jetzt soll gerade Deutschland zum SPA – Erholungsziel werden ?

Zahlreiche Werbeposter sorgen in israelisch – haredischen Foren für eine kontroverse Diskussion, denn die Mehrheit kritisiert die Werbekampagne aufs Deftigste. Die Poster offerieren billige Urlaubsziele in deutschen Hotels in Berlin, Leipzig oder Dresden. Natürlich kommt dabei auch die Frage nach der Kaschrut (den Koschergesetzen) auf, denn sind deutsche Hotels überhaupt in der Lage, einen diversen Standard zu halten ? Dazu müssten allein die Hotelküchen vollkommen umgestellt werden und das kostet massig an Summen. Und wer soll die Kaschrut in der Hotelküche kontrollieren bzw. den Herd zum Kochen anzünden ? Etwa in Deutschland tätige Gemeinderabbiner, von denen einige keinen besonders ehrlichen Ruf geniessen ?

Nehmen wir einfach einmal an, das einige Haredim (ultra – orthodoxe Juden) sich auf den Trip einlassen: Was ist dann mit dem hohen Koscherstandard von Milchprodukten, denn im Ausland unüberwacht gemolkene Milch gilt als CHALAV NOCHRI und wird normalerweise nicht von ultra – orthodoxen konsumiert. Nicht, dass die Milch unkoscher ist, doch wird gerade in der haredischen Welt sehr viel Wert auf kabbalistische Schriften gelegt und hier sagt die Kabbalah, dass sich derlei Milch negativ auf die Seele auswirkt.

Weiter stellt sich die Frage, ob die angereisten Haredim in der Lage sind, das Hotel zu verlassen und einfach so spazieren zu gehen. Dresden und Leipzig sind voller Neonazis und Berlin voll Moslems. Gerade in Berlin gab es in der Vergangenheit häufiger Zwischenfälle, wo relig. Juden auf offener Straße angegriffen worden sind.

Im Gegensatz zur Werbekampagne einiger weniger Haredim belegte der Rebbe der chassidischen Gruppe ERLOI (Jerusalem) deutsche Produkte mit einem Bann (Cherem).





Ich selber bin in Deutschland geboren und aufgewachen und, obwohl ich seit vielen Jahren nicht mehr dort war, höre immer wiederholt, dass ausgerechnet Deutschland immer mehr von radikalen Moslems bevölkert wird, die da die Scharia – Gesetze einführen wollen. Bleibt zu hoffen, dass die anreisenden Haredim einen Bodyguard im Reisegepäck haben und sich außerhalb des Hotels nicht gerade mit dem Streimel (chassidische Pelzmütze) auf dem Kopf zeigen.

Mittwoch, April 04, 2012

Pessach - Essenspakete für die Bedürftigen

B"H

Pessach in Jerusalem: Haredische (ultra - orthodoxe) Wohltätigkeitsorganisationen händigen Essenspakete an Bedürftige aus.




Alle Photos HIER !

Montag, April 02, 2012

Mazza - Backen ohne Geschlechtertrennung

B"H 

Das Backen der Mazzot ist eine Mitzwah für jeden Juden und der mittelalterliche Kabbalist, Rabbi Yitzchak Luria, betrachtet das Backen der Pessach – Mazzot sogar als Tikun (Seelenkorrektur). 

Das Photo zeigt eine Mazze – Bäckerei in Israel. Hier arbeiten Männer und Frauen zusammen und niemand schreit nach Geschlechtertrennung.


Montag, Februar 27, 2012

Blick in einen KOSCHEREN Bus

B"H

Auf meiner Fahrt nach Jerusalem heute früh überholte unser UNKOSCHERER Egged Bus den KOSCHEREN Bus einer privaten Busgesellschaft. Im koscheren Bus befanden sich Haredim (ultra – orthodoxe Juden), wo die Frauen im hinteren Teil des Busses sassen und die Männer vorn. 

Meine Photos sind in der Eile nicht so toll gelungen, doch geniesst die kurze Szene.:-)


Frauen hinten.



Männer vorn.

Copyright / Photos: Miriam Woelke

Mittwoch, Januar 25, 2012

Der Knessetabgeordnete Israel Eichler wurde heute aus dem Sitzungssaal entfernt

B"H

Der Knessetabgeordnete Rabbi Israel Eichler (Mitglied der haredischen Partei "Yahadut HaTorah" sowie Mitglied der chassidischen Gruppe Belz) wurde heute nachmittag aus dem Sitzungssaal der Knesset entfernt. Der Grund war, dass er Oppositionsführerin Zipi Livni eine FEINDIN (der haredischen - ultra - orthodoxen Gesellschaft) nannte. 

Tatsächlich betreibt Zipi Livni in letzter Zeit wieder einmal rege Propaganda gegen Haredim, denn ihr Konkurrent, Hasser aller Ultra - Orthodoxen und Journalist, Ya'ir Lapid, gründet momentan seine eigene Partei und säkulere Wähler werden, aller Voraussicht nach, der Kadima davonlaufen und sich auf Lapid einlassen. Somit versucht Zipi Livni Ideologien Lapids aufzugreifen, um ihre eigene Wählerschaft bei Laune zu halten, anstatt sich nach den nächsten Knessetwahlen auf dem Arbeitsamt wiederzufinden.


Jerusalem - Opposition leader Tzipi Livni blasted Housing and Construction Minister Ariel Atias for refusing to give priority affordable housing to households where both partners work. "The housing minister's decision is an insult to those who went out to the streets (to protest)," she said, adding that the measure makes the benefit only accessible to the haredi sector. MK Yisrael Eichler (United Torah Judaism) responded by calling Livni "our enemy," prompting Knesset Speaker Reuven Rivlin to expel him from the session.

Dienstag, Januar 24, 2012

Geschlechtertrennung in israelischen Bussen ? Problem gelöst !

Frauen oben, Männer unten. Eine tolle und witzige Photomontage.:-)

Mittwoch, Januar 18, 2012

Die Frau, die Haredit werden wollte


 Gesehen in Bnei Brak (bei Tel Aviv)

Photo: Miriam Woelke
B"H

Heute kann ich mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, wo genau ich die Frau traf. Die alleinerziehende Mutter einer kleinen Tochter. Anfang Vierzig vielleicht. Eine Frau, die eines Tages in ein Jerusalemer Café ging, um dort ganz normal eine Tasse Kaffee zu trinken. Am Nachbartisch saß ein Haredi (ultra – orthodoxer Jude) und es dauerte nicht lange, bis beide miteinander ins Gespräch.

Sobald ein Mitglied der haredischen (ultra – orthodoxen) Gesellschaft eine derartige Story hört, kommen Kommentare wie: "Nun ja, der Typ sei bestimmt gar nicht religiös gewesen”. Oder “Der war bestimmt pervers oder geistig daneben”. “Garantiert stimmte mit dem etwas nicht”. In der haredischen Gesellschaft ist es mehr als unüblich, dass ein Mann eine fremde Frau so mir nichts, dir nichts, anspricht. Im umgekehrten Falle ebenso wenig.

Als ich die Frau auf diese Tatsache aufmerksam machte, gab sie zurück, dass sich der Mann im Nachhinein als sehr normal und ehrlich entpuppt hatte. Offenbar war er ehrlichen Herzens an ihr interessiert und wollte sie heiraten und die Tochter anerkennen. Eine Bedingung an die Frau gab es jedoch: Sie, die eigentlich säkulere Israelin war, sollte Haredit, sprich zur haredischen Frau, werden. Diesen gravierenden Schritt sollte sie unter keinen Umständen von heute auf morgen vollbringen, sondern ganz langsam und in ihrem individuellen Tempo. Nicht dass sie heute noch in einem unkoscheren Mac Donald’s essen geht und morgen beim Kaffeekränzchen der Frauen aus dem ultra – orthodoxen Stadtteil Mea Shearim sitzt. Dennoch hatte sie der Mann gefragt, ob sie denn solch einen Wandel vollziehen könne. Röcke tragen, lange Ärmel usw.

Ich fragte sie, ob sie wisse, worauf sie sich da einlassen. 
Nein, wusste sie nicht, denn bisher hatte sie keinerlei Kontakte zur haredischen Gesellschaft gepflegt.

"Aber willst Du denn?", fragte ich weiter.

"Ja", antwortete sie und ich sah in dem Moment ein Leuchten in ihren Augen erstrahlen. Kein Zweifel, sie war so richtig verliebt.

Nach diesem einen Treffen bin ich ihr nie wieder begegnet, doch hoffe ich, dass sich für sie alles zum Guten wendete.

Dienstag, Januar 10, 2012

Leser - Run auf die haredische Welt

B”H 

Da, ohne Zweifel, eine riesige Menge an Zugriffen auf meine Artikel zur haredischen (ultra – orthodoxen) Welt erfolgen, würde mich interessieren, was genau die Leser zu diesem Thema zieht. Ist es lediglich die Berichterstattung der linksgerichteten israelischen Presse oder besteht ein weiteres Interesse zum Thema ?

Samstag, Januar 07, 2012

Deutsche bei den Haredim

B"H

"Deutsche bei den Haredim" - Warum stellte ich den Artikel nicht auf diesen Blog, wo er doch eigentlich hingehört ? Dies geschah aus Absicht, um auch einmal Lesern, die nicht "nur" an der Religion sowie dem Hamantaschen - Blog interessiert sind, einen kleinen Einblick in die gelebte haredische (ultra - orthodoxe) Wirklichkeit zu vermitteln.

Dienstag, Januar 03, 2012

Der haredische (ultra – orthodoxe) Busfahrer


Jerusalemer Stadtbusse. Hier in der Agippas Street am Machane Yehudah Markt

Photo: Miriam Woelke
B”H 

Momentan ist die Relevanz des Thema wieder am Abflauen, denn die Zeitungen haben wieder einmal anderweitige Themen entdeckt. Trotzdem sind die Haredim (ultra – orthodoxe Juden) nach wie vor sauer, von den Medien zu etwas abgestempelt worden zu sein, was sie nicht sind. Und das in einem Atemzug, wobei sich niemand mehr die Mühe machte zu unterscheiden, welche haredischen Gruppen genau betroffen sind und wer sich überhaupt nicht am Streit beteiligt. Im Endeffekt zeigten die Angriffe säkulerer Juden, der linksgerichteten israelischen Presse sowie vieler israelischer Politiker die Wirkung, dass die Haredim auf einmal Einigkeit zeigten, wobei die hohe Anzahl verschiedener haredischer Richtungen sich doch sonst nicht gerade grün ist. Im Kampf gegen die masslosen Angriffe des Säkularismus wurde ungewohnte Einigkeit bewiesen. 

Auf meiner Rückfahrt von Jerusalem nach Tel Aviv am gestrigen abend war ich erstaunt einen haredischen Busfahrer auf der Route vorzufinden. Ausgerechnet im ansonsten hochsäkuleren Bus 405 vom Jerusalemer zum Tel Aviver Zentralen Busbahnhof. 

Die Buslinie 480 von Jerusalem zum Bahnhof in der Arlozorov Street von Tel Aviv wird dagegen häufig von Haredim benutzt und den ein oder anderen Busfahrer mit einer schwarzen Kipa gibt es auch. Die Arlozorov liegt an der Stadtgrenze nach Ramat Gan und von dort aus fahren viele Stadtbusse am haredischen Teil der Nachbarstadt Bnei Brak vorbei oder direkt hinein. 

Als unser Bus, die Linie 405 gegen 21.40 Uhr den Jerusalemer Busbahnhof verliess, waren wir recht wenige Fahrgäste. Normalerweise ist das Gegenteil der Fall, aber je weniger, desto besser. Die Fahrt nach Tel Aviv dauert ca. eine Stunde und die Mehrheit der Fahrgäste schläft eh unterwegs ein. Es dauerte nicht lange und unser junger haredische Busfahrer kam mit einem Fahrgast, der fast neben ihm sass, ins Gespräch. Natürlich ging es dabei auch um die aktuellen Anschuldigungen der Presse und der Haredi zog richtig ab. Dass unsere Presse sich nicht schäme, Reden von Rabbinern bruchstückhaft zu verwenden und zu zitieren. Aus dem Zusammenhang gegriffen und immer wieder gegen die haredische Gesellschaft verwendet. Seit mehr als einer Woche gehe das nun schon so, dass linksgerichtete Politgruppen haredische Busse stürmen wollen und Trouble machen. Erst vorgestern versuchte solch eine Gruppe in einen haredischen Bus einzusteigen, doch der Fahrer wollte die Linken nicht hineinlassen: “Bis jetzt gab es hier nie Probleme und jetzt kommt Ihr und macht welche !”, so der Busfahrer zu den Linken. Viele Haredim stiegen erst gar nicht mehr in den Bus und warteten lieber auf den nächsten. Das Resultat war, dass die Linken den koscheren Busse am Ende nicht kritisierten und plötzlich auch nichts mehr auszusetzen hatten; sie zogen von dannen. 

“Dass sei doch allen ein abgekatertes Spiel der Linken”, so der Busfahrer weiter, Die Insassen stimmten ihm zu und wenig später war wieder Ruhe, denn bis Tel Aviv wurde der Rest des Weges durchgeschlafen.

Montag, Januar 02, 2012

Haredische Demonstranten suchten Aufmerksamkeit …

und bekamen sie. Tja, ganz schön hereingefallen, liebe Blogger und Berichterstatter !


Zwar gefallen wir mir die Bilder der Kinder mit den Davidsternen auch nicht gerade, doch war mir der Sinn und Zweck der gestrigen Demo schon klar. Die Judensterne sollte schocken und die Massen zum Nachdenken bewegen. Gesagt, getan. Heute gab es im Jerusalemer Nobelhotel “Mezudat David” eine erregte Podiumsdiskussion mit Politikern (Oppositionsführerin Zipi Livni) sowie Vertretern der haredischen sowohl als auch der säkuleren Presse. 

Donnerstag, Dezember 29, 2011

Im Zwielicht ... die säkulere israelische Presse und ihr endloser Kampf gegen orthodoxe Juden


Die haredische (ultra - orthodoxe) Presse beklagt diese Woche das zwielichtige Verhalten der säkuleren Medien Israels.

Dienstag, Dezember 27, 2011

Gute und schlechte Haredim (ultra - orthodoxe Juden)


Photo: Miriam Woelke
B”H 

Akiva hat Recht. Zu wenig haredische (ultra – orthodoxe) israelische Rabbiner widersetzen sich den fanatischen Sikarikim, die da eine ganze Gesellschaft herumkommandieren wollen. Es wird Zeit, dass haredische Rabbiner aufstehen und mit der Faust auf den Tisch hauen, denn die gesamte haredische Gesellschaft wird beschuldigt und von der säkuleren Presse durch den Schmutz gezogen. Ein normaler Zeitungsleser, der wenig bis gar keine Ahnung vom Judentum hat, ist gar nicht mehr in der Lage zu unterscheiden, wer hier eigentlich gegen wen demonstriert. Und wie der sephardisch – haredische SHASS – Politiker Chaim Amlanz gestern sagte geht es nicht um einen Krieg zwischen religiösen und säkuleren Juden, sondern um den Kampf aller gegen die Sikarikim. 

Die Sikarikim sind eine handvoll Haredim, welche sich zu Fanatikern aufgeschwungen haben und alle anderen Haredim bedrohen. 

Sehr lesenswert: “Mystical Path” von Reb Akiva 

Montag, Dezember 26, 2011

ISRAEL: Die Rolle der Geschlechtertrennung

B”H 

Die Nachrichten überschlagen sich und Israels Presse berichtet mehr von Bussen und Anstandsschildern als zur politischen Lage der Nation. Nichts spielt mehr eine Rolle, denn man befindet sich im Krieg gegen das ultra – orthodoxe Judentum. Dabei stellte ein haredischer (ultra – orthodoxer) Forenkommentar fest, dass die Presse anscheinend übersieht, dass selbst die nationalreligiöse Na’ama Margolis auf eine Mädchenschule geht und Jungen sind dort aus Anstandsgründen ebenso wenig erlaubt. Anstatt Chanukkah richtig zu feiern, agieren Presse und zahlreiche andere Gruppierungen wie die Axt im Wald dagegen. Alles konzentriert sich auf Negativschlagzeilen, denn das bringt Umsatz. Und Profite sind dringend notwendig, denn das kostenlose Massenblatt “Israel Hayom” stiehlt der einst alles überragenden “Yediot Acharonot” die Kundschaft. 

Die Rolle der Frau scheint in Gefahr, denn im orthodoxen Judentum herrschen strikte Geschlechtertrennungen. Von der Synagoge angefangen bis hin bei relig. Schulen. Warum pocht die ultra – orthodoxe Männerwelt so sehr auf die Trennung von Männlein und Weiblein ? Der Grund scheint banal, ist es aber nicht. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich ihm manchmal ein gewisses Quentchen an Absurdität beifüge. “Männer sind von Natur aus in der Lage, sich weniger zu beherrschen al seine Frau. Angefangen bei sexuellen Dingen bis hin zur Bewältigung aller möglichen Triebe. Und aus diesem Grund muss die Frau den Mann vor dem Aufkommen negative Triebe bewahren. Wie ? Indem sie getrennt vom Mann sitzt. 

Beispiel SYNAGOGE: 
Auch hier wird getrennt gesessen, denn man soll sich auf das Gebet konzentrieren und nicht fremde Geschlechter anstarren. In der Synagoge kann ich das verstehen und habe keinerlei Probleme damit, von der Männerwelt getrennt zu sitzen. Im Bus wäre mir eine komplette Trennung zu extrem und meiner Meinung nach reicht es völlig aus, wenn zwei Männer oder zwei Frauen nebeneinandersitzen, doch nicht gleich der gesamte Bus in Frauen – und Männerriege getrennt wird. 

Was das Chaos in Beit Shemesh angeht: Vor ein paar Jahren war ich bei chassidischen Freunden zum Schabbat eingeladen und merkte, wie angespannt die Situation zwischen den Nationalreligiösen und den Haredim jenseits der Brücke ist. Beit Shemesh ist nicht gerade zu vergleichen mit Jerusalem oder Bnei Brak. Das Problem ist mitten in der haredischen Gesellschaft zu suchen, wo sich einige wenige Extremisten profilieren und ihre Machtposition ausbauen bzw. stärken wollen. Sie, die Sikarikim, versetzen andere Haredim in Angst und Schrecken, wenn sie diese bedrohen oder ihre Geschäfte abfackeln. Siehe, u.a., den Fall der Buchhandlung “Or HaChaim” in Mea Shearim.

Nur nebenbei gesagt, die “Süddeutsche Zeitung” brachte vor wenigen Tagen einen Artikel, in dem der Autor den gesamten Konflikt um die “Or HaChaim” Buchhandlung absolut missverstand und falsch darstellte !!! Es waren die Sikarikim, nicht die Haredim, welche die Buchhandlung bedrohten und der Fall an sich ist mehr als kompliziert. Übrigens gehört die Buchhandlungen selbst den Haredim. Chassidim aus der Chassidut GUR, um genau zu sein. Derlei Müll und falsche Informationen kommen heraus, wenn ein Journalist ohne Ahnung vom Fach, einen Artikel schreibt. Da sträuben sich einem nur noch die Haare. 

Die haredische Gesellschaft ist gespalten und es ist kaum möglich sie DIE haredische Gesellschaft zu nennen. Was sind Haredim, wer gehört dazu und für welche Ideologie stehen die mehr als 100 internen Richtungen ? 

Solange mein Leben nicht durch irgendeine Trennung eingeschränkt wird, ist es mir egal, was diverse extremistische Haredim in Beit Shemesh treiben. Nur tut mir die Mehrheit der Haredim leid, denn sie selber wird von eben jenen Extremisten drangsaliert. Nach all dem Hickhack um Frauen, Männer und Trennungen, wie sieht es eigentlich innerhalb der säkuleren Welt Israels aus ? Apropos, auch die Nationalreligiösen trennen Männlein und Weiblein sehr wohl. 

Insgesamt sind Frauen in Israel benachteiligt. Im Job, bei den Karrierechancen sowie beim Gehalt. Ein Mann verdient mehr und wird bevorzugt eingestellt. Wer als Frau eine Firma leitet, der darf sich nicht selten die Frage gefallen lassen, wo denn der Gatte sei. Denn Mister Gatte ist ja offenbar der wahre Boss des Unternehmens. 

Ein weiterer Gedanke: Wer fragt eigentlich die haredischen Frauen was sie denken ? Fühlen sie sich wirklich so benachteiligt oder ist es lediglich der weltliche Liberalismus, der sie als Opfer abstempelt ?

Anstandskrieg in Beit Shemesh

B”H 

”Unterschätze niemals Deine Leser”, so lautet ein Bloggermotto von mir. Dennoch gibt es Momente, da bin ich mir wirklich nicht sicher, ob ich in der Lage bin, den genauen Knackpunkt einer Situation in einem Artikel zum Leser zu bringen. Gerade beim Thema “Frauen im ultra – orthodoxen Judentum”. 

Warum ? 

Erstens, weil fast jeder in der Diaspora lebende Juden unterschiedliche Vorstellungen von ultra – orthodoxen Juden in Israel hat. Nichtjuden sind gar noch mehr verwirrt. Hinzu kommt, dass die Medien eine oft ziemlich bizarre Wirklichkeit wiedergeben. Noch dazu, wenn es sich um deutsche Medien handelt, welche absolut keine Ahnung vom Judentum haben und jeden Haredi grundsätzlich mit einem nationalreligiösen Siedler gleichsetzen. 

Trotzdem will ich das Thema in meinen deutschsprachigen Blogs nicht auslassen, sonst kommen deutsche Medien auf den Plan und ziehen die jüdische Religion wieder einmal durch den Schmutz. 

Zum Thema “Geschlechtertrennung in israelischen Busse” berichtete ich zu aktuellen Gegebenheiten bereits hier: 

Warum benutzte Tanya Rosenblit einen Mehadrin Bus ?

Die Wahrheit über Tanya Rosenblit

Nachdem sich die Lage wieder beruhigt hatte, kam es vor wenigen Tagen erneut zum Knall, denn einige Haredim hatten im relig. Teil der Stadt Beit Shemesh (ca. 15km westlich von Jerusalem) ein 8 – jähriges nationalreligiöses Mädchen namens Na’ama Margolis angegriffen. Heisst, beschimpft, denn das Mädchen sei nicht anständig genug gekleidet gewesen und ihr Verhalten habe zu wünschen übrig gelassen. Die israelische Presse sowie die Nationalreligiösen stürzten sich auf den Fall und seither wird “Klein Na’ama” ständig vor die Kamera gezerrt. Es ist geradezu in Mode gekommen, die gesamte haredische Gesellschaft anzuklagen und selbst auf Facebook laufen Groups gegen Haredim. 

Als Hintergrundinformation muss man jedoch einiges wissen: Der haredische Stadtteil sowie der nationalrelig. Stadtteil liegen in Beit Shemesh eng beieinander und sind lediglich durch eine Brücke getrennt. Seit Jahren gibt es Zoff zwischen beiden Gesellschaftsgruppen und ich selbst habe erlebt, wie Nationalrelig. die Haredim beschimpfen und herausfordern. 

Warum ? 
Zuerst einmal geht der Zwist auf das Verhalten des relig. – zionistischen MIZRACHI Movements im Holocaust zurück. Darüber werde ich noch berichten. 

Zweitens fühlen sich zahlreiche Nationalreligiöse mit eigenen Komplexen behaftet, wenn sie Haredim sehen. Eine Art Neid kommt auf, denn die Haredim sind wohl relig. als es die nationalrelig. Gesellschaft zustande bringt. Dann ist jeder Grund Recht, den Haredim eines auszuwischen, um sich selber erhabener zu fühlen. Beit Shemesh war schon immer ein Pulverfass und beide Gesellschaftsrichtungen liegen dort so richtig im Clinch.



Na'ama Margolis

Photo: Kikar Shabbat

In einem nachfolgenden Artikel werde ich ausführlich auf die Situation eingehen und hier nur eine kurze Zusammenfassung der aktuellen Ereignisse: 

Die Stadtverwaltung Beit Shemesh, Bürgermeister Moshe Abutbul und die lokale Polizei entschieden, dass von nun an ca. 400 Videokameras in den Straßen aufgehängt werden, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. Auch an der nationalrelig. Schule “Orot Banot”, in die Na’ama Margolis geht.

Seit mehreren Jahren hängen eine handvoll Fanatiker, die im Sprachgebrauch “Sikarikim” genannt werden, Anstandsschilder auf. Geschlechtertrennungen auf den Gehsteigen oder, wie in diesem angesprochenen Fall, Frauen sollen sich nicht vor einem bestimmten Lehrhaus versammeln, sondern die gegenüberliegende Straßenseite benutzen. 

Gestern sandte die Stadtverwaltung Beit Shemesh Ordnungshüter aus, um die Schilder zu entfernen. Wohlgemerkt, die Schilder hingen bereits einige Jahre herum, doch die Mehrheit der Haredim hielt sich eh nie an die Anordnungen, denn die Sikarikim gelten als idiotische Fanatiker, mit denen niemand etwas zu tun haben will. Gestern kamen die Schilder und in der darauffolgenden Nacht wurden sie von zahlreichen Haredim wieder aufgehängt. 

Die Mehrheit der Haredim macht bei dem Krieg gar nicht mit, sondern sagt, dass lediglich ein paar Fanatiker ständig ausflippen und sich aufspielen wollen. Belästigt jedoch fühlen sie sich von den israelischen TV – Stationen, die seit Tagen durch Beit Shemesh kreuzen, um alles aufzunehmen, was vor die Linse kommt. Die Kameras wirken provozierend und nun begann ein Krieg zwischen der Presse und den Nationalreligiösen auf der einen, sowie den Haredim auf der anderen Seite. 

Mittlerweile traf sich eine Gruppe Haredim mit Na’ama Margolis, um sich für ein paar ausrastende Fanatiker zu entschuldigen. 

Fazit: Die haredische Gesellschaft ist, wie immer, gespalten und einige Fanatiker wollen unbedingt mehr macht ausüben. Allerdings geht dies alles auf Kosten der gesamten haredischen Gesellschaft. 

Hier ein paar aktuelle Photos von dem Lehrhaus (Beit Midrasch) der chassidischen Gruppe Toldot Avraham Yitzchak und einem Anstandsschild vor dem Gebäude. Das Schild fordert Frauen auf, die gegenüberliegende Straßenseite zu benutzen.







Die Beit Midrash der Chassidut Toldot Avraham Yitzchak in Beit Shemesh



Das Anstandsschild vor der Beit Midrash.

Ehrlich gesagt überraschte es mich, dass das Schild ausgerechnet dort angebracht ist. Unzählige Male berichtete ich über die Toldot Avraham Yitzchak und habe Freunde, die dort Mitglied sind. War es nun die Gruppe, die das Schild anbrachte oder doch die Sikarikim ?



Alle Photos gibt es HIER !

Montag, September 19, 2011

The Battle for Israel's Soul oder "Die Richtigstellung einiger falscher TV - Darstellungen"

B”H 

Einfach sämtliche Informationen durcheinanderzuwürfeln, wie das in den folgenden drei Videoteilen der Fall ist, kann keine detaillierte Aufklärung bedeuten. Sehen sich Leute, die nicht mit all der Problematik vertraut sind, den Dokumentarfilm an, erhalten sie viele Falschinformationen. Allein zu jedem angesprochenen Thema im Film könnte ich seitenweise Berichte verfassen. Trotzdem stelle ich das Video in den Blog, will aber vorher einiges korrigieren. 

Dass die Armee von den meisten Haredim (ultra – orthodoxen Juden) abgelehnt wird, hat mehrere Gründe. Das Thorastudium ist kein entscheidender Grund, wie im Video fälschlich angegeben. Auch nicht immer der Antizionismus. Vielmehr ist es die Tatsache, dass die Armee den Haredim keine besondere Umgebung gewährleistet. Natürlich gibt es die “Nachal HaHaredi”, eine haredische Militäreinheit, doch dort sind heutzutage kaum Haredim zu finden, sondern die Nationalreligiösen. Beide relig. Gruppierungen in eine Einheit zu verlegen wäre ein Fehler. Schon allein, da die Haredim strengere Koscherlevels einhalten als die Nationalrelig. 

Ein weiterer Grund für das Fernbleiben von der Armee ist das Verbot einiger führender Rabbiner und da sich kein junger haredischer Student sein Leben ruinieren will, hält er sich an die rabbinischen Erlasse, obwohl er vielleicht anders denkt. 

Weiterhin kommt im Video einmal wieder das Thema “Geld vom Staat” auf. Hierzu sei gesagt, dass viele haredische Gruppen keinerlei Geld vom Staat annehmen, sondern sich vorwiegend von Spenden der eigenen Leute aus den USA oder Kanada finanzieren. 

Die gezeigte chassidische Gruppe Belz, über die ich in diesem Blog mehrfach berichtete, nimmt Geld vom Staat, geht aber nicht zur Armee. Nebenbei sind die Belzer reich. Nicht alle, dennoch viele. Vor allem jene, die im Ausland wie in Antwerpen oder London leben. 

Fälschlicherweise würfelt das Video aschkenazische und sephardische Juden wahllos durcheinander. So wird von Belz zum beiden Neturei Karta – Führer in Mea Shearim geschwenkt. Zu Yoelish Kroisz und Israel Hirsch. Beides Konkurrenten und beide absolute Outlaws im Stadtteil. Sie werden als “Meschuggene” gesehen und verachtet. Besonders Israel Hirsch, der garantiert keine 5000 Anhänger hat. Noch nicht einmal 50, denn seine Synagoge besteht aus seinem Wohnzimmer. 

Wenige Meter weiter im Markt von Mea Shearim finden wir die Synagoge des Yoelish Kroisz, in der ich selbst einige Male weilte. Kroisz selber ist innerhalb der jüdischen Welt völlig unbedeutend und um auf sich aufmerksam zu machen, verbrennt er hier und da mal eine israelische Flagge. Wobei er aber vorher die zionistische Presse informiert, damit auch ja alles in die Zeitung kommt. 

Ich denke, dass man bei Interviews vorsichtig sein sollte, denn es gehört eine Portion Hintergrundwissen dazu. Wer steht auf welcher Seite, welche haredische Gruppe verfolgt welche Politik und warum macht wer was und wer ist mit wem verfeindet ? 

Am Schluss wird die nationalrelig. Gruppe des Baruch Marzel gezeigt, wie sie durch den palästinensischen Ort Silwan (nahe der Klagemauer) läuft. Dies geschah NICHT weil Juden den Tempelberg stürmen wollte. Hier ist der Filmemacher voll und ganz auf die palästinensische Propaganda hereingefallen, die da schon seit Jahren behauptet, die Juden wollen die Al Aksa Moschee stürmen. Das ist falsch und die Propaganda dient eigentlich dazu, die UNO auf seine Seite zu bekommen und Israel ein Recht auf den Tempelberg abzusprechen. Immerhin behaupten die Palästinenser fleissig, es habe nie irgendwelche Tempel in Jerusalem gegeben und alles gehöre dem Islam. Zusätzlich wird im Video verschwiegen, dass es im Dorf Silwan immer wieder zu palästinensischen Ausschreitungen kommt, was nichts mit dem Marsch des Baruch Marzel zu tun hat. Dabei vergessen sollte nicht werden, dass Silwan lediglich seine in paar Jahrzehnten existiert und nicht seit Hunderten von Jahren, wie die Palästinenser gerne behaupten. 


Donnerstag, Juli 28, 2011

Darf mit CROCS an den Füssen gebetet werden ?

B"H

Die halachische Frage, ob es erlaut ist zu beten, wenn man CROCS trägt, erscheint mir sehr wichtig. Ich selber bin ein großer CROCS Fan und trage die Schuhe in unterschiedlichen Variationen.

KIKAR SHABBAT wirft die Frage auf, ob ein Jude in CROCS beten darf und die Antwort darauf lautet JA. Allerdings sollte man seine Füsse nicht barfuss in die CROCS stecken, sondern schon Socken tragen.

Besonders im haredischen (ultra – orthodoxen) Judentum wird Wert darauf gelegt, nicht barfuss herumzulaufen. Auch nicht während des Gebetes. Wer Sandalen trägt oder CROCS, der sollte stets Socken anziehen und nicht seine bloßen Füsse zeigen.