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Montag, August 22, 2011

Das SCHOMRE'I EMUNIM Viertel in Mea Shearim

B"H

Es folgen ein paar Photos des SCHOMRE'I EMUNIM Viertels im Jerusalemer Stadtteil Mea Shearim. 
Mehr zu der chassidischen Gruppe Shomre'i Emunim erfahrt Ihr HIER !





Die Häuser im Hintergrund gehören zum Shomrei Emunim Viertel. Das frisch renovierte Gebäude ganz links ist die Beit Midrash (Synagoge und Lehrhaus) des Breslover Rabbis der Neureligiösen (Ba'alei Teschuva), Rabbi Shalom Arush.

Copyright / Photos: Miriam Woelke


Weitere Links:

Sonntag, Juli 06, 2008

Bnei Brak - Die andere chassidische Welt

B"H

Der letzte Schabbat beim Tisch der Chassidut Nadvorna in Bnei Brak. Ausserdem kleine Beschreibungen anderer chassidischer Gruppen wie Alexander, Schomrei Emunim, Gur, Biale oder Vishnitz.

http://chassidicstories.blogspot.com/2008/07/bnei-brak-die-andere-chassidische-welt.html

Donnerstag, Juni 12, 2008

Bnei Brak statt Mea Shearim

B"H

Es gibt doch tatsächlich Leute, die behaupten, dass es in der Stadt Bnei Brak (nahe Tel Aviv) mehr chassidische Gruppen gibt als im so berühmten Mea Shearim. Die Behauptung stimmt sogar, denn in Bnei Brak wohnen die Rebben der Gruppen Spinka, Slonim, Sadigura, Shomrei Emunim, Vishnitz, Gur (Ger) und Alexander. Außerdem leben dort die Gruppenmitglieder von Satmar (die Anhänger von Rebbe Aharon Teitelbaum), Skver, Zhvil, Nadvorna, Komarno, Modzitz oder Lelov. Und eine Neturei Karta – Synagoge fehlt natürlich auch nicht. Des Weiteren befindet sich in Bnei Brak der Hauptsitz der israelischen Anti – Missionsorganisation "Yad Le'Achim" wo ich mit einer Bekannten, die dort in einer Führungsposition arbeitet, über ihre Tätigkeit reden will.

Fast alle Schabbatot werde ich in den kommenden Monaten in Bnei Brak verbringen. Auch um verschiedene Leute und Gruppen kennen zulernen. Aber nicht nur Chassidim, sondern auch litvische Haredim (Ultra – Orthod.). Ich freue mich auf den Wechsel und vor allem auf die unterschiedlichen Mentalitäten im Gegensatz zu Mea Shearim und anderen Orten.

Für diejenigen, die am Schabbat in Tel Aviv bleiben: Die Breslover Na Nana laden Juden zu Schabbatfeiern ein.

Und jene Leutchen in Jerusalem:
Der Rebbe der Toldot Avraham Yitzchak ist in die Staaten gereist und wird auf längere Sicht keinen chassidischen Tisch geben. Ich schätze, dass der Rebbe der Toldot Aharon dem Beispiel folgen wird.

Links:

Yad Le'Achim

Litvische Juden

Breslover Na Nas

Montag, März 24, 2008

Die Chassidim an Purim

B"H

Jemand auf der Purim – Party von Rabbi Mordechai Machlis sagte mir gestern, dass dies das gelungenste Purim sei, das sie je gefeiert habe. Zuerst hielt ich diese Formulierung für übertrieben, doch im Nachhinein stimme ich ihr zu. Auch bei mir ist es so.
Gewöhnlich ging ich in jedem Jahr zu Megillah – Lesung (Buch Esther) zu Chabad in die Jüdische Altstadt. Dort jedoch war nie etwas Wirkliches geboten. Im Gegensatz zu den Chassidim in Mea Shearim weiß Chabad nicht zu feiern. Zumindest nicht in der Tzemach Zedek Synagoge im Cardo.

Wie schon beschrieben, ging ich mit einer Freundin zur ersten Lesung der Megillah zur Großen Synagoge der Breslover Chassidim in Mea Shearim. Ich kann die Synagoge nur weiterempfehlen; tolle Leute und ebenso tolle Gebete.

Gestern, an Purim Schuschan in Jerusalem, gingen wir zuerst zur Party in Rabbi Mordechai Machlises Haus. Es war gerammelt voll und wir befürchteten schon, keinen Platz mehr zu finden. Wider Erwarten gab es jedoch ausreichend Plätze. Das Essen war hervorragend, Dank Rebbitzen Henny Machlis und dem Küchenteam (den Machlis – Töchtern). Die zahlreichen Gäste waren so ziemlich voll, aber benahmen sich anständig.

Bei den Machlises







Gegen 19.00 Uhr machte ich mich mit zwei Freundinnen auf nach Mea Shearim. Eine davon begleitet mich eh ständig und die andere war noch nie mit dabei gewesen, aber ganz versessen darauf.

Ich glaube, dass die Leute außerhalb der haredischen Welt gar nicht mitbekamen, dass ausgerechnet gestern wilde Feiern in Mea Shearim abgehalten wurden. Obwohl Purim gegen 18.00 Uhr vorüber war, wurde noch bis mindestens 22.00 Uhr gefeiert. Die meisten Parties hatten um 17.00 Uhr (bei den Toldot Aharon) oder gegen 18.00 Uhr (bei den Avraham Yitzchak) begonnen.

Da niemand der üblichen auswärtigen Besucher anwesend war, hatten wir freie Bahn. Unser erstes Ziel waren die Toldot Aharon. Was soll ich sagen ? Es war übervoll.
Alle Frauen hatten längst die Plätze auf den Metallbänken in Beschlag genommen und es gab keinen freien Platz mehr. Das Einzige was wir vor uns sahen, waren Frauenbeine. Und so standen wir hinter einen kleinen weissen Metallabsperrung zwischen den Bänken.
Eine der Toldot Aharon Frauen paßte wachsam auf, dass an dieser Stelle sich nur weibliche Gruppenmitglieder hinter der Mechitzah (Trennwand zu den Männern) aufhalten. Stets schloß sie sorgsam das kleine weisse Tor.

Und plötzlich sprach sie mich an. Sie kenne mich vom Sehen und ich sei ja schon oft hier gewesen. Ob ich nicht passieren wolle, um mich hinter die Mechitzah zu stellen. Ich erwiderte, dass ich noch zwei Freundinnen dabei habe und ich nicht unbedingt näher rücken muß. Allerdings sagte ich ihr, dass wir jemanden dabei haben, die noch nie einen Tisch des Rebben gesehen hat. Am Ende winkte sie uns alle Drei durch. Sie gab uns ein paar Minuten und erklärte, dass alles mehr oder weniger abgesperrt sei, denn die Rebbitzen hätte ihre Familie da. Es vergingen ein paar Minuten und immer mehr Toldot Aharon Frauen strömten hinein. Mir wurde die Situation unangenehm, denn ich wollte anderen nicht den Platz wegnehmen und so beschlossen wir, zu gehen.

Ich weiß nicht, wer genau die Toldot Aharon Frau war, die uns einließ, aber ich möchte mich auf diesem Wege nochmals riesig bei ihr bedanken. Dies tat ich zwar schon persönlich, doch wollte sie davon nichts wissen.

Weiter ging es zu den Toldot Avraham Yitzchak.
Aber auch dort war es voll. Rebbitzen Channah saß genau vor uns und ich muß zugeben, dass sie es genoß, nach der unten spielenden Musik zu swingen. Die Band der Avraham Yitzchak war grandios und die Musik super. Überhaupt waren alle Gruppen gut drauf und die Musik war bei allen super.

Nach einer halben Stunde zogen wir ab, denn wir brauchten frische Luft. Eine Außentemperatur von 33 Grad und die fehlende Klimaanlage innen taten ihr Übriges. Wenigstens bei Toldot Aharon gibt es eine Klimaanlage.

Nach wenigen Minuten erreichten wir die große Synagoge der Neturei Karta. Auch dort wurde Musik gemacht und getanzt und wir beschlossen hineinzuschauen. Leichter gesagt als getan, denn der ausgeschilderte Fraueneingang führt lediglich in einen Speisesaal. Meine Freundinnen nutzten die Gelegenheit zum Toilettengang. Typisch.

Ich wartete und plötzlich tauchte ein Teenager vor mir auf. Den fragte ich sogleich nach dem Fraueneingang der Synagoge.
Aus Anstand sprach er nicht mit mir, zeigte mir jedoch schweigend den Eingang.

Unterdessen strömten meine Freudinnen aus dem "stillen Örtchen" und wir stiegen durch ein Treppenhaus. Allerdings fanden wir dort die richtige Tür nicht, und eine der Freundinnen ging ganz verloren. Dann kamen auch noch Männer durchs Treppenhaus, aber am Ende ging alles recht gut aus. Auch die zweite Freundin fand ihren Weg wieder und so gingen wir hinaus. Demnächst wollen wir nochmals hingehen und auch die richtige Tür finden.

Die "Schomrei Emunim" waren zwecks Party in eine große Halle umgezogen und wir verspürten keine große Suchlust.

Nächste Station: Die mehr oder weniger geheime Gruppe Mea Shearims, die "Mischkenot HaRoim". Es ist außerordentlich schwer, zu ihnen zu gelangen geschweige denn Photos zu machen, doch gestern hatten wir Glück.

Die Mishkenot HaRoim am gestrigen Purim Schuschan







Bei den Mischkenot HaRoim war Partytime und es war toll mit anzusehen, wie sie tanzten. Die Mechitzah besteht aus Glas und so konnten wir alles überblicken. Ausgerechnet sie wurden gestern Abend zu meiner Party Nummer Eins.

Kurz darauf gingen wir zu den Stropkover Chassidim in deren kleine Synagoge. Die Frauenempore bei Stropkov erinnerte mich fast an ein Wohnzimmer und dementsprechend war auch die Atmosphäre. Auf dem Wege dorthin sahen wir einen total betrunkenen Chassid auf dem Gehsteig liegen und die zweite Freundin, eine Ärztin, machte sich Sorgen. Andere Chassidim jedoch versicherten ihr, dass dies schon okay sei. Der Chassid habe halt an Purim nur zuviel gekippt.

Auch bei Stropkov war es übervoll und wir sahen nur wenig. Zwei Photos gelangen durch die Mechitzah, aber es ist kaum etwas zu erkennen.





Nächste Station: Karlin – Stolin.
Dort hatte man draußen extra ein Zelt aufgebaut und es war alles einzusehen.

Eigentlich wollten wir noch zu den Satmarer Chassidim, zu Kretchnif sowie zu Dushinsky. Allerdings beschlossen wir spontan, bei den chassidischen Gruppen Sadigora, Kaliv und Chernobyl vorbeizuschauen. Leider lief bei den letzten drei Gruppen nichts bzw. die Feierlichkeiten waren schon vorüber.

Wir jedenfalls hatten eine tolle Zeit und ich befinde mich nach wie vor im Tischrausch sowohl als auch in der ganzen Atmosphäre und suche noch die Normalität wieder.

Samstag, September 15, 2007

Sechs chassidische Tische

B"H

Die Feiertage habe ich, wider Erwarten, recht familiaer verbracht. Dennoch war ich natuerlich mit Freunden einige Male bei Rabbi Mordechai Machlis zum Essen, wo dermassen viel aufgetischt wurde, dass viele bei der naechsten Mahlzeit aussetzen mussten.

Synagoge, Essen, Synagoge, Essen, so vergingen die Feiertage.
Am ersten Tag von Rosh HaShana ging ich die ganze Sache etwas kraftlos an und in der Synagoge fand ich Null Konzentration. Ich befuerchtete schon, dass das Neujahr einfach so an mir vorbeifliesst und sprach sogar gestern frueh mit einer Freundin darueber. Sie meinte, dass ich nicht die einzige sei, denn sie haette die Meinung auch schon anderweitig vernommen.

Allerdigs kam gestern frueh gleichzeitig der grosse Umbruch und Rosh HaShana wurde doch noch sehr spirituell. Vielleicht brauchte ich ganz einfach nur einen Anlauf.
Was wir alle nicht oder weniger bedacht hatten war, nach dem ersten Feiertag voellig ausgebrannt zu sein. Schnell stellte sich die Muedigkeit ein.
Wundersamer Weise wendete sich das Blatt und die Energien kamen zurueck. Energien, die wir alle gut gebrauchen konnten, denn am gestrigen Freitag Abend war vor allem in Mea Shearim (ultra - orthod. Stadtteil) regelrechtes High Life. Fast alle chassidischen Rebbes sind noch bis Ende des anstehenden Laubhuettenfestes Sukkot anwesend und dieses Angebot muss man natuerlich nutzen, keine Frage.

Schon als wir zu den Machlises kamen, rannte ein Slonimer - Chassid auf mich zu: "Heute gibt es ueberall Tische".
Diese Ankuendigung machte eine junge haredische Frau auf mich aufmerksam. Sie kam auf mich zu und erzaehlte mir von saemtlichen Tischen. Selbst in ihrem Stadtteil Sanhedria (nahe Bar Ilan Street) solle es ein Konzert mit einem bekannten Saenger der Vishnitzer Chassidim geben.

Die Auswahl fiel schwer und wir entschlossen uns, die Chassidut Dushinsky auszulassen und stattdessen zu Karlin zu gehen. Es war eine warme Sommernacht und kurz nach Mitternacht. Hunderte von Menschen waren in den engen Strassen und Gassen Mea Shearims unterwegs.




Als wir schliesslich bei der chassidischen Gruppe Karlin ankamen, mussten wir zu unserem Bedauern feststellen, dass der Tisch schon vorueber war. Leider, leider...

Lange mussten wir jedoch nicht ueberlegen, denn wir konnten aus dem Vollen schoepfen.
Die Chassidut Toldot Avraham Yitzchak stand als naechstes auf dem Plan.

Seit Wochen wird an dem Gebaeude von Avraham Yitzchak gebaut; die gesamte Frauenempore im ersten Stock wird komplett erneuert und wer gedacht haette, dass bis Rosh HaShana alles fertig gestellt sei, wurde eines Besseren belehrt.
Das Gebaeude befindet sich im Markt von Mea Shearim und die Schwierigkeiten begannen gleich nach unserer Ankunft. Der Fraueneingang befindet sich nun auf der anderen Seite des Gebaeudes.
Eingang ? Was heisst Eingang ? Wir kletterten ein paar nagelneue Stufen hinauf. Schlecht befestigt, Wasser tropfte von oben und alles roch nach frischem Beton. In anderen Worten, das ganze Gebaeude gleicht einer Baustelle.

Oben angekommen draengten sich ueber Hundert Frauen an die Fensterscheiben und verfolgten das Geschehen im Erdgeschoss. Bei den Maennern samt Rebbe ging es hoch her, denn Rebbe Yaakov Shmuel Kahn war in perfekter Stimmung. Es wurden maechtig Lieder angestimmt und die Stimmung war phaenomenal.

Danach ging es weiter zu Abspaltung, der Chassidut Toldot Aharon. Das erste, was wir dort sahen, waren hinausstuermende Frauen. Israelinnen, die der Gruppe einen Besuch abstatten wollten. Ich fragte, was denn los sei und jemand meinte, dass wir das schon sehen werden.

"Sehen" war das Stichwort. Wir sahen NICHTS. Toldot Aharon hat eine neue Mechitza eingebaut und man kann durch diese vergitterte Trennwand die Maenner und den Rebben im Erdgeschoss kaum sehen. Das kann ja heiter werden am Laubhuettenfest Sukkot, denn wir planen, das Fest bei den Chassidim zu verbringen. Toldot Aharon wird nachgesagt, die besten Sukkotfeiern zu haben, die weltweit existieren.
Enttaeuscht blieben wir nur kurz. Auf der Strasse sprach ich mit einigen Mitgliedern von Toldot Aharon und sie meinten, dass die neue Mechitza nur befristet angeschraubt worden sei. Dadurch, dass an den G - ttesdiensten alle Lichter brennen, koennen die Maenner durch die regulaere Glasmechitza zu den Frauen hinaufschauen. Daher die neue Trennwand.

Des Weiteren habe ich schon einige Male zuvor erwaehnt, dass die Gruppen Avraham Yitzchak und Toldot Aharon seit ihrer Spaltung im Jahre 1996 nicht besonders gute Freundschaften pflegen. Vielerlei Leute aus Mea Shearim hatten mir das sozusagen "gesteckt".
Gestern nun fragte ich bei den draussen stehenden Mitglieder nach, da sich ein sehr gutes Gespraech entwickelt hatte. Nein, bestaetigte man mir, dass sei nicht unbedingt der Fall und man sei durchaus befreundet. Es gebe sogar Ehen, wo der Mann Mitglied bei Avraham Yitzchak und seine Ehefrau Mitglied bei Toldot Aharon sei.
Ich hatte mit mehreren weiblichen Mitgliedern ein sehr gutes Gespraech, was wir fortsetzen wollen.

Nach Toldot Aharon ging es zur Chassidut Slonim. Wir stiegen die Treppe hinauf, sahen die Menschenmasse an der Mechitza kleben und fluechteten. Es war ein Ding der Unmoeglichkeit etwas zu sehen.

Weiter zur Chassidut Shomrei Emunim. Wieder stiegen wir die wackelige Treppe im Hinterhof hinauf. Doch auch dort teilte man uns mit, dass der Tisch schon vorueber sei.

Kein Problem, denn fuer alle Faelle gibt es immer Kretchnif. Auf zu Kretchnif nahe der Karliner Gruppe.
Bei Kretchnif ist man voll und ganz in Feiertagsstimmung und war in einen anderen Raum umgezogen. Der Tisch des Rebben ging dem Ende zu, aber irgendwie konnte sich der Rebbe nicht so ganz von seinen Chassidim trennen und wurde nicht muede, immer neue Lieder anzustimmen.

http://video.google.com/videoplay?docid=-4967758554062247749

Danach gingen wir nochmals zurueck zur Gruppe Avraham Yitzchak. Ich kann nur sagen, dass es bei denen gestern unbeschreiblich zuging. Wow, was fuer eine Atmosphaere.

Heute traf ich unverhofft auf jene Toldot Aharon Mitglieder von gestern Abend. Ob ich auch an Sukkot ja vorbeischaue.
Ich fragte nach Yom Kippur und fuer alle, die es interessiert: Der Yom Kippur - G - ttesdienst bei Toldot Aharon wird nicht oeffentlich sein !!!
Man musste Sitzplatzkarten im voraus bestellen und es ist alles restlos ausgebucht.

An Sukkot darf jeder wieder kommen, aber es wird hoffnungslos ueberfuellt sein. Ganz zu schweigen von der undurchdringbaren Mechitza.

Jedenfalls hatten wir eine tolle Tisch - Nacht !!!

Samstag, September 08, 2007

Erev Shabbat in Mea Shearim

B"H

Der ultra - orthod. Stadtteil Mea Shearim war gestern Abend komplett ueberfuellt. Menschen suchten nach chassidischen Tischen und wurden schnell fuendig, denn ausgerechnet an Tischen herrschte am letzten Shabbat in diesem Jahr kein Mangel.

Zuerst waren wir, wie gewoehnlich, bei Toldot Aharon. Es waren Hunderte von Maennern anwesend und alle draengelten sich auf den Stehplaetzen. Auf der Frauenempore war etwas mehr Luft, denn die Sitztribuenen waren wegen Rosh HaShana entfernt worden. Statt der Tribuenen werden Sitzbaenke fuer den Rosh HaShana - Gottesdienst montiert.

Also wurde gestern bei den Frauen nur gestanden. Toldot Aharon Frauen waren kaum anwesend und so draengelten sich Gaeste an die Mechitza (die Trennungswand zur Maennerseite, bei Toldot Aharon besteht die Mechitza aus grossen Fenstern).
Ich sprach eine der wenigen Toldot Aharon Frauen auf spezielle Braeuche (Minhagim) fuer das kommende Neujahsfest an. Nein, meinte sie, die Gruppe hat keine besonderen Minhagim zum Fest, ausser das der Synagogeng - ttesdienst etwas anders ist.

Die Toldot Aharon haben ihr eigenes Sidur (Gebetbuch). Das rotfarbige "Beracha u'Tehillah" enthaelt, wie andere chassidische Sidurim auch, Zusaetze aus der Kabbalah. An bestimmten Feiertagen benutzen wir im Judentum anstatt des Sidur ein Machzor. Allerdings fuegen chassidische Gruppen vielerlei Gebete zum regulaeren G - ttesdienst hinzu. So auch Toldot Aharon.

Nach etwas mehr als einer Stunde suchten wir noch einen weiteren Tisch auf. Der Tisch fand in einer winzigen Synagoge statt, in der wir schon zuvor einmal waren, doch nie ein Tisch stattfand. Gemeint sind die Shomrei Emunim, eine Abspaltung der Toldot Aharon.

Wer durch Mea Shearim geht, der wird ganz selten auf jemanden stossen, der die Shomrei Emunim naeher kennt und so waren wir auch die einzigen Gaeste dort am gestrigen Abend. Schon von draussen hoerten wir laute Gesaenge und kletterten ueber wackelige Treppen im Hinterhof der Synagoge hinauf in die Frauenempore.
Dort ist man keine Gaeste gewoehnt und wir wurden erst einmal begutachtet. Dauern tat dies nicht lange, der im Erdgeschoss begann der Rebbe zu singen.

Trotz seiner 84 Jahre hat Rebbe Avraham Chaim Roth eine kraeftige laute Stimme. Seine Chassidim, einschliesslich der Frauen, waren mucksmaeuschenstill und alle lauschten ihm.
Im Erdgeschoss war es voll bis auf den letzten Platz. Nicht nur die wenigen Mitglieder der eigenen Gruppe waren anwesend, sondern man sah Mitglieder saemtlicher anderer chassidischer Gruppen.

Rebbe Avraham Chaim Roth wohnt in Bnei Brak und kommt nur manchmal nach Jerusalem, um einen Tisch zu geben. Und genau diese Chance nutzten alle um dabei zu sein. Zu den Feiertagen befinden sich fast alle Rebben in Jerusalem.

Leider ist die Mechitza bei den Shomrei Emunim fast ganz geschlossen. Ineinander verschlungene Metallstaebe verbergen die Sicht und wir mussten uns schon sehr anstrengen, um einen Blick auf den Rebben werfen zu koennen. Aber es lohnte sich und wir hatten eine tolle Zeit.


Der Rebbe der Shomrei Emunim, Rabbi Avraham Chaim Roth