Montag, August 13, 2012
Buchempfehlung: AHAD HA'AM - Selected Essays
Montag, Mai 16, 2011
ACHAD HA'AM
Asher Ginsberg wuchs in einem chassidischen Elternhaus auf, kritisierte aber im späteren Verlauf seines Lebens das dogmatisch erscheinende orthodoxe Judentum. Er sagte sich von ihm los, blieb jedoch zeitlebens seiner Tradition, der Orthodoxie, treu. Laut Ginsberg sollte die zionistische Bewegung sich wieder auf die HEBRÄISCHE Sprache konzentrieren. Ganz im Gegensatz zu Theodor Herzl, der da die DEUTSCHE Sprache für einen zukünftigen Staat der Juden im Visier hatte. Weiterhin wollte der Achad Ha’Am einen JÜDISCHEN Staat und nicht nur einfach so einen STAAT FÜR DIE JUDEN, wie Herzl. Judentum, die jüdische Tradition und Geschichte, all das war für Asher Ginsberg enorm wichtig.
Der Achad Ha’Am verstarb im Jahre 1927 in Tel Aviv. Sein Grab fand ich heute auf dem berühmten Tel Aviver Trumpeldor Friedhof. Leider erlebte Asher Ginsberg die Gründung des Staates Israel im Mai 1948 nicht mehr, doch bleibt es fraglich, ob er diesen überhaupt gemocht hätte, denn bis heute ist Israel mehr ein Staat für die Juden als ein JÜDISCHER Staat.
Dienstag, Mai 10, 2011
Rabbi Shimon Rosenberg sagt "ERETZ ISRAEL"
Montag, Mai 09, 2011
"Tag der Knochen" - Die israelische Unabhängigkeit
Heute abend abend und morgen (Dienstag) feiert Israel seinen 63. Unabhängigkeitstag. Fast jeder Israeli geht dann hinaus ins Freie, grillt oder unternimmt Ausflüge in die Natur. Fast jeder Israeli, aber nicht alle !
Alljährlich kommen die üblichen Diskussionen auf, ob und warum zahlreiche Haredim in Jerusalems berühmten ultra - orthod. Stadtteil Mea Shearim, anderen haredischen Stadtteilen oder in Bnei Brak bei Tel Aviv den Unabhängigkeitstag ignorieren. Für viele haredische Richtungen ist es ganz einfach ein normaler Arbeitstag ohne Grund zum feiern. Vor allem Chabad, die Satmarer Chassidim sowie die Neturei Karta bezeichnen den Tag als "Tag der Knochen" und der Trauer. Die Bezeichnung "Tag der Knochen" ist ein hebräisches Wortspiel. Der Unabhängigkeitstag heißt übersetzt "Yom Ha'Azma'ut" und man hat ihn symbolisch in "Yom HaAzamot" umbenannt.
In Mea Shearim gibt es zwei große Gruppen, die den Staat Israel ablehnen: Die Neturei Karta sowie die Edah HaCharedit, eine Organisation bestehend vor allem aus Satmar, Toldot Aharon, Toldot Avraham Yitzchak, Spinka, Teilen Breslovs, Anhängern des Vilna Gaon sowie den Mischkenot HaRoim und Dushinsky. Die Neturei Karta in Mea Shearim besteht nur aus einigen wenigen Familien, welche meistens im und um Beit Hungarin (ein Hinterhof nahe Mea Shearim Street) leben. Ihre Blühtezeit erlebte sie in den fünfziger und sechziger Jahren zu Zeiten der Rabbis Amram Blau (Bloi) und Aharon Katzenellenbogen. Heute wie damals besitzt die Neturei Karta einiges an Einfluß auf die Edah. Nicht, dass sie dort selbst vertreten sind, sondern viel mehr durch die Satmarer Chassidim.
Israel könne nur wieder als eigenes Land gelten, wenn der Meschiach kommt, so die zwei Gruppen. Alles andere wie der heutige Staat Israel sei G - tteslästerung. Israel wird nicht mit weltlichen Gesetzen regiert, sondern folgend der Thora und der Halacha (dem jüd. Religionsgesetz). Außerdem werde nur im Israel des Meschiach die hebräische Sprache benutzt. Dies ist der Grund, warum heute viele chassidische Gruppen im Alltag fast nur auf Jiddisch kommunizieren.
Die Neturei Karta, Satmar, Toldot Aharon u.a. sind dafür bekannt, dass sie KEINE israel. Busse (Egged) benutzen. Sie verfügen über eigene Krankenkassen und VERWEIGERN die israel. Sozialhilfe. Finanziert werden sie vor allem von anderen Chassidim aus den USA.
Wer am Unabhängigkeitstag durch die Straßen Mea Shearims geht, der sieht keinerlei israel. Flaggen ausgehängt. Nichts deutet auf einen Feiertag hin. 200 Meter weiter, in der Jaffa Road, sind die Feiern in vollem Gange, doch am Kikar Schabbat, in Malchei Israel und Mea Shearim Street ist von all dem nichts zu spüren. Zahlreiche Geschäfte sind geöffnet und man sieht Schulkinder aus der Schule kommen.
Viele Jahre lang feierte ich den Unabhängigkeitstag fast genauso wie alle anderen Israelis auch. Mittlerweile aber hat sich das gelegt, was auf zwei Gründen basiert: Erstens lernte ich zwischenzeitlich eine Menge über die Gründe des Antizionismus und zweitens stellt man sich nicht selten die Frage, was eigentlich in unserem Land vorgeht und ob wir auf alles so stolz sein können. Statt vor dem Feiertag abends in die Große Jerusalemer Synagoge zu gehen, Hallel zu sagen (Psalmen 113 - 118), die Rede des aschkenazischen Oberrabbiners zu hören und dem Chor zu lauschen, beschränke ich mich auf einige wenige Kulturveranstaltungen. Dabei, unter anderem, den kostenlosen Besuch des Israel Museums sowie einige Theatervorstellungen unter freiem Himmel.
Nach ihrer Vertreibung aus Gush Katif weigerten sich sogar viele Nationalreligiöse die Unabhängigkeit zu feiern. Dann kam Olermt und alles wurde noch fraglicher. Korruption und Linke. Ist Israel ein Land, in dem sich ein relig. Jude wohlfühlt ? Nun haben wir Bibi Netanyahu und ich gebe zu, dass er das kleinere Übel gegenüber Zipi Livni ist.
In diesem Sinne bin ich wohl kein überragender israelischer Patriot, dennoch bin ich froh, dass Juden ihr eigenes Land besitzen. Schon allein des ewig steigenden Antisemtismus im Ausland, wo Israel den idealen Zuflcuhtsort bildet.
Bei einem gang durch den ultra - orthodoxen Stadtteil Ge'ulah in Jerusalem und las einen aktuellen Fakshivili (Mitteilungsposter der Haredim). Was dort zu lesen war, sprach mir direkt aus der Seele:
Wieder begehen die Zionisten ihren Unabhängigkeitstag.
Worauf sind die stolz ?
Darauf, dass Männer und Frauen zusammen wie wild in der
Innenstadt tanzen ? (Am Zion Square findet eine riesige Party statt)
Auf eine korrupte Regierung, die außerdem christlichen Missionaren immer mehr Grundstücke zuspricht ?
Auf Juden, die ins Ausland reisen und dort nichtjüdische Partner treffen und heiraten ? Und danach schlimmstenfalls mit nach Israel importieren.
Was für ein jüdisches Land soll das sein ?
Der Inhalt des Fakshivili hat Recht. Insbesondere die Netanyahu - Regierung nimmt immer mehr Spendengelder in Millionenhöhe von verschiedenen christlichen Gruppierungen (z.B. die fanatischen Evangelisten aus den Staaten - "Southern Baptist Convention") an. Ziel der Evangelisten ist es, sämtliche Juden nach Israel zu holen, sie dort zum Christentum zu bekehren und somit ein zweites Kommen des falschen Meschiach J. einzuleiten.
In Israel laufen unzählige nichtjüdische Kinder aus derlei gemischten Eheverhältnissen herum. Vater Jude, Mutter nicht. Ergo, das Kind ist kein Jude und der Vater als Jude steht plötzlich mit Nichtjuden da. In welchem Land leben wir eigentlich ? Ist es das, was G - tt von uns will ? Obwohl berühmte Rabbiner wie der Ramban (Nachmanides) es als eine Mitzwah betrachten, in Eretz Israel zu leben, gehören derlei Beziehungen alles andere als zu einer Mitzwah.
Dienstag, Juni 08, 2010
Der Antisemitismus machte uns zu Juden
Dienstag, November 10, 2009
Dr. Nathan Birnbaum
Nathan Birnbaum war Publizist und Begleiter Theodor Herzls:
http://de.wikipedia.org/wiki/Nathan_Birnbaum_(Schriftsteller)
Mittwoch, August 26, 2009
Wer ist der wahre Zionist ?
Neulich saß ich morgens mit unserem Bäckereimanager draußen beim Kaffee als ein sephardischer Haredi (Ultra - Orthodoxer) stoppte und den Manager überreden wollte, doch Teschuva (Umkehr zu G - tt) zu machen. Schließlich befinden wir uns im Monat Elul und das sei die Zeit der Umkehr vor dem Neujahrsfest Rosh HaShana (Mitte September).
Unser Manager ist alles andere als relig. und versuchte sich taub zu stellen. Dann reichte es ihm und er fuhr mit den uralten Klischees auf: Ob denn der Haredi nichts anderes zu tun habe als ihn vollzulabern ? Habe er keine Arbeit oder so ?
Der ständig lächelnde Haredi lachte noch mehr und meinte, er helfe seiner Frau im Haushalt und gehe dann in die Yeshiva lernen.
"Nee, richtige Arbeit. Hast Du eine ?" fragte der Manager nach.
Der Haredi wurde einen winzigen Moment lang ernst und meinte, er jobbe und mit Familie und Lernen sei es halt dennoch schwer, durchzukommen und sein Leben zu gestalten. Aber G - tt helfe halt.
"Was ist am Chet (der 8.) Elul ?" fragte der Manager provokativ weiter.
Der Haredi schaute mich fragend an und man sah, dass er in seinem Kopf sämtliche relig. Daten durchging. Er kam nicht drauf und der Manager sagte triuphierend, dass vor unzähligen Jahren am 8. Elul der erste Yishuv (Siedlung) namens Nahalal in Israel gegründet worden sei. Und der 8. Elul falle auf diese Woche Freitag.
Die Absicht des Managers war dem Haredi zu zeigen, dass es halt die säkuleren Zionisten a la Theodor Herzl waren, welche dieses Land aufbauten und nicht die relig. Juden.
Der Haredi allerdings ging nicht auf das Vorurteil ein, sondern konterte historisch richtig: Die wahren Zionisten seien die Haredim gewesen, die schon vor 200 Jahren nach Israel kamen und ihre Siedlungen bauten. Jene Anhänger des Rabbi Nachman von Breslov, des Vilna Gaon oder diverser chassidischer Gruppen. Was sei denn Tel Aviv noch nach Kriegszeiten gewesen ? Genau, voll Haredim, die hier ihre Gemeinden hatten. Dies geschah bevor alle nach Bnei Brak (nahe Tel Aviv) abwanderten. Das chassidisch oder haredische Tel Aviv ist heute fast in der Vergessenheit versunken.
Der Manager gab auf und der Haredi ging nicht ohne den Manager zu segnen. Freudig zog er von dannen und der Manager meinte, er bewundere den Elan und die Begeisterung des Haredi.
"Naja, immerhin hast Du einen Segen bekommen", erwiederte ich.
Ein Motto der Chassidut Breslov: Be Happy, egal wie schlecht Du Dich fühlst. Auf dem obigen Bild sehen wir in der Mitte Rabbi Israel Odesser, das verstorbene spirituelle Oberhaupt der Breslover NANA - Bewegung.Photo: Baal HaGan
Dienstag, April 28, 2009
Wer darf seine Meinung kundtun ?
Ein aktueller haredischer Cartoon zur Geschlechtertrennung in öffentlichen Jerusalemer EGGED - Bussen. Betreffend allerdings nur solche Buslinien, die überwiegend von der haredischen Bevölkerungsgruppe benutzt werden.
Das Poster besagt, dass Geschlechtertrennungen bei Hochzeiten anscheinen anerkannt werden wohin gegen die geforderte getrennte Sitzordnung in Bussen abgelehnt wird. Die Schlange auf dem Dach steht für ein "Satanisches Orchester" und der Bus an sich repräsentiert die Jerusalemer Linie 2 von Har Nof zur Klagemauer (Kotel).
Sobald die säkulere israelische oder die nationalreligiöse Presse über die haredische Forderungen nach der Geschlechtertrennung in öffentlichen Bussen berichten, scheinen sie sich an dem Thema so richtig zu ergötzen und hochzuziehen. Ein Kommentarschreiber auf der Arutz 7 site meinte sogar, er befände sich wohl auf den "Kabul News". Dagegen wirkt mein Kommentar geradezu objektiv:
Nr. 8
As the Maharal in his commenatry on Pirkei Avot states: You are not
alone in this world and each of us has to deal with his environment.
Male Haredim should learn how to resist there Yetzer. However, I believe
that separate buses are also a political statement within haredi society.
Who is more powerful ?
The Agudah or the Edah !
Separate
sidewalks do exist in New Square / Monsey (chassidut Skver). Some groups have
been thinking about introducing them in Bnei Brak and Beit Shemesh.
Die von den Haredim eingeforderte getrennte Sitzordnung (Männer vorne, Frauen hinten) sorgt auch weiterhin für Wirbel, obwohl die Aussichten auf eine Realisierung fast gen Null gehen.
Ich sage nicht, dass ich für die Geschlechtertrennung bin, dennoch sollten sich alle mehr bemühen, die eigentlichen Gründe kennen zulernen. Nicht nur die Haredim wollen getrennt sitzen; auch andere Leute täten sich so wesentlich wohler fühlen.
Von dem leidigen Busthema einmal abgesehen: Besitzen jene Leute, die fast nichts mit der haredischen Gesellschaft zu tun haben geschweige denn etwas über sie wissen, ein Recht, sich dermassen aufzuregen und die Haredim madig zu machen ? Mit der Stereotype nur so um sich prahlend.
Und hat das nationalreligiöse Movement überhaupt ein Recht, in die Stereotype mit einzustimmen nach allem, was die Mizrachisten den Chassidim während des Zweiten Weltkrieges antaten ?
Links:
Rabbi Michael Dov Weissmandel
http://www.fantompowa.net/Flame/weissmandel_ten_questions.htm
http://www.fantompowa.net/Flame/weissmandel_lublin.htm
Sonntag, April 26, 2009
"Tag der Knochen" - Die israelische Unabhängigkeit
Am Dienstag abend und Mittwoch feiert Israel seinen 61. Unabhängigkeitstag. Fast jeder Israeli geht dann hinaus ins Freie, grillt oder unternimmt Ausflüge in die Natur. Fast jeder Israeli, aber nicht alle !
Alljährlich kommen die üblichen Diskussionen auf, ob und warum zahlreiche Haredim in Jerusalems berühmten ultra - orthod. Stadtteil Mea Shearim, anderen haredischen Stadtteilen oder in Bnei Brak bei Tel Aviv den Unabhängigkeitstag ignorieren. Für viele haredische Richtungen ist es ganz einfach ein normaler Arbeitstag ohne Grund zum feiern. Vor allem Chabad, die Satmarer Chassidim sowie die Neturei Karta bezeichnen den Tag als "Tag der Knochen" und der Trauer. Die Bezeichnung "Tag der Knochen" ist ein hebräisches Wortspiel. Der Unabhängigkeitstag heißt übersetzt "Yom HaAzma'ut" und man hat ihn symbolisch in "Yom HaAzamot" umbenannt.
In Mea Shearim gibt es zwei große Gruppen, die den Staat Israel ablehnen: Die Neturei Karta sowie die Edah HaCharedit, eine Organisation bestehend vor allem aus Satmar, Toldot Aharon, Toldot Avraham Yitzchak, Spinka, Teilen Breslovs, Anhängern des Vilna Gaon sowie den Mischkenot HaRoim und Dushinsky. Die Neturei Karta in Mea Shearim besteht nur aus einigen wenigen Familien, welche meistens im und um Beit Hungarin (ein Hinterhof nahe Mea Shearim Street) leben. Ihre Blühtezeit erlebte sie in den fünfziger und sechziger Jahren zu Zeiten der Rabbis Amram Blau (Bloi) und Aharon Katzenellenbogen. Heute wie damals besitzt die Neturei Karta einiges an Einfluß auf die Edah. Nicht, dass sie dort selbst vertreten sind, sondern viel mehr durch die Satmarer Chassidim.
Israel könne nur wieder als eigenes Land gelten, wenn der Meschiach kommt, so die zwei Gruppen. Alles andere wie der heutige Staat Israel sei G - tteslästerung. Israel wird nicht mit weltlichen Gesetzen regiert, sondern folgend der Thora und der Halacha (dem jüd. Religionsgesetz). Außerdem werde nur im Israel des Meschiach die hebräische Sprache benutzt. Dies ist der Grund, warum heute viele chassidische Gruppen im Alltag fast nur auf Jiddisch kommunizieren.
Die Neturei Karta, Satmar, Toldot Aharon u.a. sind dafür bekannt, dass sie KEINE israel. Busse (Egged) benutzen. Sie verfügen über eigene Krankenkassen und VERWEIGERN die israel. Sozialhilfe. Finanziert werden sie vor allem von anderen Chassidim aus den USA.
Wer am Unabhängigkeitstag durch die Straßen Mea Shearims geht, der sieht keinerlei israel. Flaggen ausgehängt. Nichts deutet auf einen Feiertag hin. 200 Meter weiter, in der Jaffa Road, sind die Feiern in vollem Gange, doch am Kikar Schabbat, in Malchei Israel und Mea Shearim Street ist von all dem nichts zu spüren. Die Geschäfte sind geöffnet und man sieht Schulkinder aus der Schule kommen.
Viele Jahre lang feierte ich den Unabhängigkeitstag fast genauso wie alle anderen Israelis auch. Mittlerweile aber hat sich das gelegt, was auf zwei Gründen basiert: Erstens lernte ich zwischenzeitlich eine Menge über die Gründe des Antizionismus und zweitens stellt man sich nicht selten die Frage, was eigentlich in unserem Land vorgeht und ob wir auf alles so stolz sein können. Statt vor dem Feiertag abends in die Große Jerusalemer Synagoge zu gehen, Hallel zu sagen (Psalmen 113 - 118), die Rede des aschkenazischen Oberrabbiners zu hören und dem Chor zu lauschen, beschränke ich mich auf einige wenige Kulturveranstaltungen. Dabei, unter anderem, den kostenlosen Besuch des Israel Museums sowie einige Theatervorstellungen unter freiem Himmel.
Nach ihrer Vertreibung aus Gush Katif weigerten sich sogar viele Nationalreligiöse die Unabhängigkeit zu feiern. Dann kam Olermt und alles wurde noch fraglicher. Korruption und Linke. Ist Israel ein Land, in dem sich ein relig. Jude wohlfühlt ? Nun haben wir Bibi Netanyahu und ich gebe zu, dass er das kleinere Übel gegenüber Zipi Livni ist.
In diesem Sinne bin ich wohl kein überragender israelischer Patriot, dennoch bin ich froh, dass Juden ihr eigenes Land besitzen. Schon allein des ewig steigenden Antisemtismus im Ausland, wo Israel den idealen Zuflcuhtsort bildet.
Gestern nachmittag ging ich durch den ultra - orthodoxen Stadtteil Ge'ulah in Jerusalem und las einen aktuellen Fakshivili (Mitteilungsposter der Haredim). Was dort zu lesen war, sprach mir direkt aus der Seele:
Wieder begehen die Zionisten ihren Unabhängigkeitstag.
Worauf sind die stolz ?
Darauf, dass Männer und Frauen zusammen wie wild in der
Innenstadt tanzen ? (Am Zion Square findet eine riesige Party statt)
Auf eine korrupte Regierung, die außerdem christlichen Missionaren immer mehr Grundstücke zuspricht ?
Auf Juden, die ins Ausland reisen und dort nichtjüdische Partner treffen und heiraten ? Und danach schlimmstenfalls mit nach Israel importieren.
Was für ein jüdisches Land soll das sein ?
Der Inhalt des Fakshivili hat Recht. Insbesondere die Netanyahu - Regierung nimmt immer mehr Spendengelder in Millionenhöhe von verschiedenen christlichen Gruppierungen (z.B. die fanatischen Evangelisten aus den Staaten - "Southern Baptist Convention") an. Ziel der Evangelisten ist es, sämtliche Juden nach Israel zu holen, sie dort zum Christentum zu bekehren und somit ein zweites Kommen des falschen Meschiach J. einzuleiten.
Heutzutage werden christliche Prominente geradezu hofiert. Ein Ding der Unmöglichkeit noch zu
Zeiten der Regierung eines Menachem Begin. Im nächsten Monat kommt der Papst auf
Besuch und einige Rabbiner des Oberrabbinates (Rabbanut) scheinen sich darum zu drängeln, wer dem ehemaligen Hitlerjungen und Kriegshelfer die Hand schütteln darf. G - tt sei Dank lassen sich weder Rabbi Eliyashiv noch irgendwelche chassidischen Rebbes auf derlei widerliche Aktionen ein.
Tausende junger Israel reisen alljährlich in den Fernen Osten, nach Europa oder Südamerika.
Unterwegs treffen sich nichtjüdische Freundinnen, die sie heiraten und schlimmstenfalls mit nach Israel importieren. Deutsche, Inderinnen, Chinesinnen, Russinen, Südamerikanerinnen, mitterweile läuft hier im Land alles herum und meint auch noch, Forderungen stellen zu können. Gehören solche "eingeheirateten" Nichtjuden nach Israel ? Anstatt dass sich viele Juden im eigenen Land und in
der eigenen Religion umschauen, suchen sie woanders und wenn es dann passiert,
ist der Aufschrei der Eltern groß. Instead of checking out they should start checking into Judaism.
In Israel laufen unzählige nichtjüdische Kinder aus derlei gemischten Eheverhältnissen herum. Vater Jude, Mutter nicht. Ergo, das Kind ist kein Jude und der Vater als Jude steht plötzlich mitNichtjuden da. In welchem Land leben wir eigentlich ? Ist es das, was G - tt von uns will ?
Obwohl berühmte Rabbiner wie der Ramban (Nachmanides) es als eine Mitzwah betrachten, in Eretz Israel zu leben, gehören derlei Beziehungen alles andere als zu einer Mitzwah. Ganz im Gegenteil, denn sie zerstören das jüdische Volk und in dieser Hinsicht mag ich nicht so recht an den Unabhängigkeitstag glauben. Neben einem Nichtjuden stehen und Flagge halten ?
Nationalrelig. und die christlichen Spenden
THANK YOU
Donnerstag, Januar 08, 2009
Krieg & Armee
Israel befindet sich wieder einmal im Krieg. Seit seiner Existenz war der junge Staat Israel immer wieder gezwungen, genau um diese Existenz zu kämpfen. Einige Juden mögen auf ihre antizionistischen Ideologien pochen und sagen, dass Juden keinerlei Anpruch auf das Land haben, solange der Meschiach noch nicht erschienen ist. Andere, wie ich wiederum, welche in Israel leben, denken da wesentlich anders. Für mich ist Israel meine Heimat und dabei ist es mir egal, ob der derzeitige Staat religiös ist oder nicht.
Okay, im Besitz eines Landes, in welchem das Thoragesetz gilt, haben wir noch nicht. Dies geschieht erst nach dem Eintreffen des Meschiach; damit kann ich leben. Immerhin sind Juden zum ersten Mal seit fast 2000 Jahren wieder im Besitz ihres eigenen Landes. Ein Land, in dem wir uns nicht rechtfertigen brauchen, der jüdischen Religion anzugehören. Wir sind in der Lage, frei in einer Demokratie zu leben, haben koscheres Essen (wenn wir nur wollen) und an fast jeder Ecke ist eine Synagoge zu finden. Ich brauche keinem Boss die jüdischen Feiertage wie Rosh HaShana oder Pessach zu erklären, um an diesen Tagen Urlaub genehmigt zu bekommen.
Hier sind wir alle Juden, egal, ob relig. oder säkuler und ein jeder kennt zumindest gewisse Grundbegriffe wie Synagoge, Yom Kippur oder Schabbat. Es ist ein tolles Gefühl unter Juden in einem eigenen Land zu leben. Und da ja bekannterweise alles von G - tt abhängt und somit nach Seinem Willen abläuft - warum also sollte der jetzige Staat Israel kein Vorläufer für den Meschiach und das Leben nach dessen Ankunft sein ?
Vor einigen Jahren bewarb ich mich sogar bei der Armee, doch da ich schon 30 Jahre alt war, wurde ich als "zu alt" abgelehnt. Die Armee schlug mir jedoch vor, an einem der Checkpoints um Jerusalem herum zu volontieren. Nicht, dass ich so furchtbar verrückt war, unbedingt in die Armee zu wollen, dennoch war ich der Meinung, dass es meine Pflicht sei. Ich bin froh in Israel zu sein und wollte einen Beitrag an mein Land geben. Leider war ich zum beitragen schon zu alt. Man sollte schon zehn Jahre jünger sein als ich damals.
Frauen in der Armee ?
Den meisten Religiösen, sogar den Nationalreligiõsen, ist das zu unanständig sowie überflüssig. Seien wir einmal ehrlich, was kann eine weibliche Person in der Armee schon grosses erreichen ? Gab es jemals einen weiblichen General ? Nein.
Nationalreligiöse Eltern schicken ihre Töchter zum sozialen Zivileinsatz (Scherut Leumit) und die haredischen Töchter heiraten eh blutjung. Nichtsdestotrotz sind die nationalrelig. jungen Männer euphorisch dabei, wenn es um die Armeeteilnahme geht. Haredim hingegen halten sich zurück, obwohl es auch hier innerhalb der letzten Jahre einige Wandlungen gab, da die Armee eine haredische Einheit (Nachal HaCharedi) einrichtete. Dennoch bleiben die meisten haredischen Männer aus vielerlei Gründen fern. Sobald jemand in eine Yeshiva eingeschrieben ist, gilt er als freizustellen. Dieses "Tal Gesetz - Chok Tal" wurde schon zu Zeiten David Ben Gurions eingerichtet.
Besonders jetzt in diesen Tagen schaue ich auf die jungen Soldaten in den Strassen. Da stehen sie und auf der anderen Seite die Haredim. In Kriegszeiten schaut das Land auf zu Helden und diese werden momentan von den Soldaten gestellt. Soldaten, die unsere Existenz und Sicherheit verteidigen.
Sicherheit ?
Ist es nicht G - tt allein, der unsere Existenz incl. unser Land verteidigt.
Ja, und wir benötigen definitiv relig. Juden, die zu jeder Zeit beten. Nichtsdestotrotz benötigen wir ebenso aktive Handlungen; handeln (in dem Falle "kämpfen") und nicht den ganzen Tag sitzen und auf G - ttes Hilfe warten bzw. vertrauen. Selbst G - tt will Handlungen sehen und in dem Moment wird Er auch helfen. So hielten es schon König David und sein Sohn Salomon.
Junge Soldaten fallen und ihre Eltern tun mir unbeschreiblich leid. Gerade sie opfern ihre Söhne für unser Land. Auf der anderen Seite sehe ich die Haredim beten, was, ohne Frage, notwendig ist. Allerdings wünschte ich dennoch, dass sie in der Armee wären. Zumindest in Kriegszeiten. Etwas tun und nicht nur neugierig die News oder das Armee Equipment anstarren, wenn sie durch die Strassen gehen.
Avraham zog aus in den Krieg, Yaakov bereitete sich darauf vor kurz bevor er auf seinen Bruder Esav traf, Moshe zog in den Krieg, und so taten es die späteren Könige Israels, die Rebellen im Warschauer Ghetto sowie viele weitere im Verlauf der Geschichte. Und wo steht Ihr, die Haredim, heute ?
Montag, Dezember 15, 2008
Die Geldpolitik von Nefesh BeNefesh
Ich habe leider keine genaue Bestätigung, doch hörte ich mehrfach, dass Nefesh BeNefesh Aliyahwillige großzügig honoriert. Insbesondere Anglos.
Das Gerücht besagt, dass Neueinwanderer einige Tausend Dollar erhalten, um sich ein Haus und alles Notwendige kaufen zu können. Heute las ich in einer israelischen Tageszeitung, dass Anglo - Neueinwanderer, die bereit sind, sich im Norden Israelis niederzulassen, einen 100.000 Schekel (20.000 Euro) teuren Wagen erhalten. Limitiert auf zwei Jahre, aber immerhin.
Deswegen ist es kein Wunder, wenn sich immer mehr Neueinwanderer aus anderer Länder sowie all jene Immigranten, welche in den 40igern, 50iger, etc. nach Israel kamen, aufregen. Keineswegs aus Neid, sondern weil besagte Amerikaner hier mit ihrem Geld herumschmeissen und sich Israelis gegenüber überheblich aufführen.
Tatsächlich führen sich nicht wenige Amerikaner überheblich auf. Egal, ob Yeshiva - Studenten, die auf Touristenbasis hier sind oder halt besagte Neueinwanderer. Der meist zitierte Satz dürfte sein: "In den Staaten ist es so oder halt so …". Wen in Israel interessiert das groß ? Stattdessen sollte sich der Neueinwanderer darauf konzentrieren, sich einzuleben und in die Gesellschaft einzufügen. Und hierzu gehört ebenso das Erlernen der hebräischen Sprache.
Normalerweise werden die Nefesh BeNefesh Einwanderer nach Beit Shemesh oder Modi'in verfrachtet, damit sie sich dort ansiedeln. Amerikaner pflegen die Tradition und siedeln sich gern in Cliquen an. Deswegen entstehen immer mehr Anglo - Stadtteile oder in anderen Worten: Ghettos. Ich traf auf einige dieser Neueinwanderer und nicht wenige zeigten sich verärgert, da Nefesh BeNefesh ihnen anscheinend falsche Infos über das Leben in Israel gegeben hatte. Die Folge war, dass sie aus Enttäuschung in ihre Heimatländer zurückkehrten.
All das Geld macht eine Klitah (Eingliederung) natürlich einfacher, doch wielange kann man von dem Geld leben ? Geht es einmal aus, dann lernt man den israelischen Alltag richtig kennen. Und Israel bedeutet vielfach einen täglichen Existenskampf. Jene, die aus ideologischen Gründen wie Zionismus einwanderten, schaffen es noch am ehesten.
Nur einfach die Leute zur Aliyah zahlen … Ich frage mich, was das für leute sind, die dieses Geld annehmen. Es scheint ganz so als sei der reale Traum des Zionismus ausgeträumt und stattdessen wedelt Nefesh BeNefesh lieber mit Dollarnoten.
Montag, November 03, 2008
Argumente für und gegen religiöse zionistische Aktivitäten
Quelle:
Unter anderem Rabbi Yitzchak Alfassi
Rabbi Yitzchak Alfassi ist einer der berühmtesten und anerkanntesten israelischen Chassidismus - Autoren.
Da Alfassi selbst aus einer chassidischen Familie stammt (Chassidut Gur), später aber an der Tel Aviv University oder an der Bar Ilan University zu lehren begann, macht ihn dennoch seine chassidische Abstammung und sein religiöses Einfühlungsvermögen auch für haredische Leser akzeptabel. Ansonsten lehnen Haredim jegliche von Uniprofessoren oder anderweitigen Researchern verfasste Literatur über ihre eigene Gesellschaft grundsätzlich ab. Rabbi Yitzchak Alfassi bildet in Israel die ganz große Ausnahme.
Yitzchak Alfassi wurde im Jahre 1929 in Tel Aviv geboren, diente in der israelischen Armee und ist der Autor von fast 80 Büchern, in denen er größtenteils chassidische Themen behandelt.
Alfassi lebt nach wie vor in Tel Aviv.
Die Zeit der Ankunft des Meschiach muß auf einem ganz natürlichen Wege beginnen und erst im weiteren Verlauf geht alles in einen übernatürlichen Ablauf über.
Die erneute Besiedlung des Landes Israels (oder in der Vergangenheit "Palästina" genannt) folgte aus dieser Ideologie heraus. Nur wenn die Juden in ihr von G - tt gegebenes Land zurückkehren, besiedeln und die Thoramitzwot befolgen, wird das Zeitalter des Meschiach eingeleitet werden. In den oberen spirituellen Welten wird erst "aufgewacht" werden, wenn wir in unserer materiellen Welt handeln. Erst wenn wir Juden handeln, handelt auch G - tt.
Diese Idee wird ständig aufs Neue von ihren Entwicklern wie Rabbi Zvi Hirsch Kalisher, Rabbi Eliyahu Guttmacher sowie Rabbi Yehuda Chai Alkalai vorgebracht. Und tatsächlich war dies auch die Ansicht der Chassidim sowie der nach Israel auswandernden Anhänger des Vilna Gaon. "Die Aliyah (nach Israel) leitet das Kommen des Meschiach ein", so einer der Begründer des Chassidismus, Rabbi Meshulam Feivish aus Zabarz. "Und es versteht sich von selbst, dass G - tt selber uns diese Gedanken der Eile in den Kopf setzte, denn der Moment ist nahe".
Als im 18. Jahrhundert die erste Aliyah einsetzte, um den Meschiach zu bringen, gab es die interessante Idee, dass die Neueinwanderer Hebräisch sprechen müssen. All diese Ideen der Einwanderung bzw. Rückkehr in das Land Israel waren nicht neu und es gab sie schon immer. Allerdings gerieten sie irgendwann in Vergessenheit und die Zionisten belebten alles wieder auf. "Der Beginn des Zeitsalters des Meschiach wird das Resultat der natürlichen Handlung der Menschen sein", so Rabbi Zvi Hirsch Kalisher. "Wenn die Juden alle Anforderungen erfüllen (die Thoramitzwot einhalten), wird dies den Meschiach bringen. Selbst dann, wenn das Jüdische Volk als Ganzes es gar nicht verdient hat" so Rabbi Eliyahu Guttmacher. Überhaupt verpflichten uns die Thora sowie unser Intellekt unser Bestes zu geben, damit der Meschiach auf natürlichem Wege gesandt werden kann.
Und, wie könnte es anders sein, gab es selbstverständlich auch viele Gegenargumente zu dieser zionistisch Idee:
All die vorherigen Generationen folgten der Ideologie, der Meschiach komme auf übernatürliche Weise. Die Leute begannen erst dann "falschen Messiassen" zu folgen, nachdem jene irgendwelche Wunder zu vollbringen begannen. Immerhin konnten die falschen Messisasse schnell überführt werden, denn ihre angeblichen Wunder entpuppten sich als etwas ganz Natürliches oder Fälschungen. So geschah es im laufe der Jahrtausende und schon zur Zeit des Zweiten Tempel mit dem von den Christen immer noch verehrten J. Von den Juden schnell als Fälschung überführt, wurden andere Völker zum Glauben an J. gewonnen.
Rabbi Avraham Yaakov von Sadigura, ein Zeitgenosse der neuen Zionisten, sagte: "Wir hoffen, dass der Meschiach auf eine wundersame Weise kommt; er uns allein um G - ttes Willen gesandt wird und nicht wegen Leuten aus Fleisch und Blut. Das Zeitalter des Meschiach wird aufgrund von Teshuva (Rückkehr zu G - tt) in einer übernatürlichen Art und Weise erfolgen. Die Rückkehr der Juden in ihr Land liegt einzig und allein in der Hand G - ttes. Nur G - tt bringt die Juden nach Israel und nicht die plumpe Art der Aliyah wie es sich die Zionisten vorstellen. Die Tannaim (die Mischna Gelehrten) sowie den Amoraim (Talmud Gelehrten) das messianische Zeitalter nicht durch irgendwelche materiellen Tricks zeitlich zu verlegen. Heißt zu beschleunigen oder auf später zu verschieben. Der Meschiach kommt, wenn G - tt es will und nicht, weil wir Ihn mit gewissen Tatsachen konfrontieren, welche G - tt zwingen, zu reagieren. Er entscheidet und nicht wir.
Selbst wenn die religiösen Zionisten in Israel relig. leben, macht dies keinen Unterschied, da sie dennoch G - tteslästerer sind, indem sie die Festlegung der Tannaim und Amoraim ignorieren und die messianische Zeit vor ihrer eigentlichen Bestimmung einleiten wollen. Dies aber ist nicht der wahre Weg für das Kommen des Meschiach und nicht die Weise, die G - ttes Engel und die wahren Propheten von uns erwarten. Das wahre Wesen des Zionismus ist eine Verleugnung der Prinzipien des "Belohnung und Strafe" sowie des erwarteten messianischen Zeitalters.
Das jüdische Konzept "Belohnung und Strafe" besagt, dass, wenn wir Juden die Thoragesetze einhalten und danach leben, wir automatisch von G - tt belohnt werden. Aber nicht nur die Gesetze allein spielen hierbei eine Rolle; selbstverständlich kommt es auch darauf an, wie wir mit uns selber und unseren Mitmenschen umgehen (Bejn Adam Le'Chavero).
All diese Argumente wurden von Rabbi Mordechai Eliasberg, Rabbi Nachum Greenhaus, Rabbi Joseph Yaffe und Rabbi Shmuel David Feinberg widerlegt. Der Ramban (Nachmanides), der Thorakommentator Ohr HaChaim, viele Rishonim (frühe Kommentatoren) und Acharonim (spätere Kommentatoren) lehrten, dass das messianische Zeitalter auf natürlichem Wege allmählich eingeleitet, und nur das Ende mit Wundern verbunden sein wird. Rabbi Zvi Hirsch Friedlander, der Rebbe von Liska, vertrat eine interessante Meinung. Er selbst lehnte den relig. organisierten Zionismus grundsätzlich ab, doch sah er keinen Widerspruch darin, relig. Juden nach Israel zu senden und diese gemäß der Thoragesetzte dort leben. Alles organisiert von einer eigenen Institution, die mit dem zionistischen Movement nichts zu tun hat.
All diese Ideologien teilten die jüdischen Gemeinden in Deutschland und in Ungarn. Kann es möglich sein, dass die Säkuleren (Deutschland) das messianische Zeitalter einleiten ?
Der Autor des Buches "Da'at HaRabbanim" stellt die Frage, ob selbst wenn das messianische Zeitalter in einem natürlichen Wege erfolgen sollte, dies anhand von Leuten geschehen könne, die öffentlich den Schabbat brechen und von Leuten, die unkoscher (trefe) essen sowie jenen, die keine Tefillin (Gebetsriemen) anlegen ?
Und er argumentiert: "In der Vergangenheit verloren wir aufgrund dieser Sünden unser Land. Wäre es daher nicht möglich, dass derlei Sünder und Kriminelle uns ebenso zurückführen ?
Rabbi Simcha Rosenfeld, der Rabbi von Piotrekov, hält dagegen:
"Wie groß sind doch der Wahnsinn und die Dummheit dieser Leute, die Oberhäupter und Führer von Organisationen, schlechten Leuten und Sündern, die einfach die Thora und ihre Mitzwot fortswerfen wollen; der Wahnsinn zu glauben, dass Juden, die trefe essen das Volk Israel (die Juden) ins Gelobte Land zurückführen könnten. Diese Leute brachten uns zum Lachen. Zu einem schmerzvollen und seelenverletzenden Lachen.
Viele Rabbiner befürworteten die Besiedlungs Israels, doch nur dann, wenn dies außerhalb des zionistischen Rahmens von statten ging. Rabbi Moshe Teitelbaum (Autor des "Yismach Moshe") und Gründer der Sighet - Satmar Dynasty schrieb schon: "Für mich ist es klarer als die Sonne, dass, falls ich gehen sollte, mein Verlust meinen Gewinn übersteigt. Und jeder, der dennoch gehen will, sollte darauf achten, wie er es tut. Alles sollte mit der richtigen Intension durchgeführt werden, denn es ist unbestreitbar, dass es ein Gebot gibt, welches uns zur Besiedlung des Landes verpflichtet".
Die Chassidim starteten eine eigens organisierte Aliyah gleich nach der Balfour Declaration: Chassidim aus Koznitz, Yablona, Gur und das führte zugleich zu Streitpunkten zwischen ihnen, den Mitnagdim des Vilna Gaon und denjenigen, die nach Israel auswanderten. In unseren Tage gebe / gelte kein Gebot der Besiedlung Israels, sondern nur das des Thorastudiums. Die Gründung des Staates Israels veranlasste viele zum Umdenken, doch nicht den Satmarer Rebben (Rabbi Yoel Teitelbaum) und seine Anhänger. Die zionistischen Rabbiner wollten von solchen Argumenten nichts hören. Rabbi Israel Morgenstern aus Pilov sagte: Laut dem Ramban (Nachmanides) besteht ein positives Gebot im Lande Israel zu leben und von daher hat jeder Jude die Pflicht, sich dort niederzulassen, sobald die erlaubt ist. Heißt, eine Regierung die Einreise ermöglicht. Dieses Gebot gilt selbst für diejenigen, die nach Israel ziehen, aber nicht beabsichtigen, die Thoragesetze einzuhalten. Rabbi Avraham aus Sochatchov, der Autor der Bücher “Avnei Nezer” und “Eglei Tal”, sagte, dass die Juden außerhalb Israels die Pflicht haben, Besitz in Israel zu erlangen, denn es gibt keine Ende einer Belohnung für die Unterstützung des Landes Israel (hier ist das Land gemeint und nicht der heutige Staat).
Auch Rabbi Tzadok HaCohen aus Lublin war der Meinung:
"Es gibt keine Debatte darüber, ob es von besonderem Vorteil ist, das Land Israel auch in unseren Tagen zu besiedeln … niemand sollte diese Gelegenheit der wundervollen Mitzwah verpassen". In seinem Buch “Zimrat HaAretz”, schreibt Rabbi Moshe Zvi Fogel:
"Es besteht kein Zweifel daran, dass das Gesetz besagt, dass jemand seinen gesamten Haushalt zwingen kann, ins Land Israel bzw. nach Jerusalem zu ziehen".
Rabbi Joseph Dov Soloveitchik aus Brisk und Rabbi Eliyahu Chaim Meisel aus Lodz unterstützten die Übersiedlung nach Israel und die landwirtschaftliche Bewirtschaftung des Landes. Nichtsdestotrotz lehnten sie den Zionismus ab. Selbst die "Machzikei HaDa'at" (gegründet von der Chassidut Belz) unterstützten die Idee, Israel wiederaufzubauen. Allerdings sahen sie damit kein verbundenes eintreffendes messianisches Zeitalter.
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Bis heute hat sich an den intensiven Diskussionen nichts geändert. Die eine Seite betrachtet eine Besiedlung des Landes Israel als einen Vorläufer (Korridor) für das messianische Zeitalter. Wenn wir nur in Israel leben, geschieht der Rest von allein. Mitzwoterfüllung ja, aber falls nicht, auch nicht so schlimm, dennimmerhin leben Juden wieder in Israel, was auch ein Zeichen sein kann. Die Gegenseite gibt sich antizionistisch und lehnt den heutigen säkuleren Staat ab. Wer sich die Geschichte des Staatsaufbau seit 1948 anschaut, kann dem sogar viele Male zustimmen. Vor allem, wer sich die Aktivitäten eines ehemaligen Premiers namens David Ben Gurion anschaut, der zwar zionistisch eingestellt war, jedoch absolute übertriebene linke Weltanschauungen vertrat.
Und heute vertritt die nationalrelig. Partei MAVDAL längst nicht mehr ihre alten Ideale, sondern fügt sich willig in die opportunistische Parteienlandschaft. Der einzige Teil von ihr, der das nicht tut und daher mehr und mehr aneckt, ist die Siedlerbewegung. Ein Jude hat das Recht, sich in das ihm von G – tt gegebene Land niederzulassen woe s ihm beliebt. Das Land gehört uns und es gibt keinerlei Zugeständnisse. Auch nicht um des lieben Pseudo – Friedens wegen.
Die antizionistische Bewegung setzt sich weitgehend aus zwei Teilen zusammen. Aus jenen, die den Staat rigoros und ohne "Wenn und Aber" ablehnen und jener Teil der zwar in Israel lebt, aber dies nur, um ein Leben nach der Thora zu führen. Und wo kann man das besser als in Israel, in welchem ein Jude viel mehr Mitzwot einhalten kann als in der Diaspora (z.B. Schmittah oder leichter von G – tt akzeptierte Gebete). Der ehemalige Satmarer Rebbe Yoel Teitelbaum war zwar bis zum Schluß ein glühender Antizionist; dennoch verbat er seinen Chassidim niemals den Umzug nach Israel. Der Antizionismus kann auch im Lande Israel gelebt werden, indem ein Jude nach der Thora lebt, die Staatsbürgerschaft bekommt (denn irgendwie muß man ja reisen), aber meist die sozialen Zusicherungen, wie Gelder vom Staat, ablehnt. Das Leben eines Antizionisten in Israel kommt nicht automatisch einer Annahme sozialer Gelder gleich. Zusätzlich nimmt nicht jeder Antizionist die Staatsbürgerschaft an, sondern behält seine bisherige bei.
Prinzipien, die einem Zionisten unverständlich sind.
Meiner Meinung nach sollte sich ein jeder mit dem Antizionismus gründlichst auseinandersetzten, bevor es zu falschen Argumenten kommt.
Links zum "Antizionismus"








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