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Mittwoch, September 26, 2012

Ein Jude besitzt ein First - Class - Ticket

B"H

Die gestrige Einleitung zum Yom Kippur, dem Kol Nidre Service, verbrachte ich bei Chabad (Lubawitsch). Der G – ttesdienst verlief super und mittendrin erzählte der Rabbiner immer wieder eine chassidische Story. Eine davon möchte ich hier mit Euch teilen, denn ich fand sie sehr inspirierend.


In Osteuropa lebte einmal ein armer Jude namens Moshke. Nur mit Not war er in der Lage, anhand seines Einkommens seine Familie zu ernähren, aber darüber hinaus war kein Geld für irgend etwas anderes vorhanden.

Um an seinen Arbeitsplatz zu gelangen, musste Moshke den Zug nehmen, doch der war zu teuer. Zum Laufen war es zu weit und so stieg Moshe jeden Tag in den Zug und versteckte sich unter einer Sitzbank im letzten Zugabteil, hoffend, dass ihn der Kontrolleur nicht erwischt.

Alles ging gut und eines Tages gewann Moshke eine riesige Summe in der Lotterie. Von nun an konnte er sich endlich das Zugticket leisten wie jeder andere Fahrgast auch. Er kaufte das Billet, stieg in den Zug, doch verkroch sich wie gewohnt, unter der letzten Sitzbank. Diesmal erwischte ihn der Kontrolleur, doch Moshke reichte ihm sofort das Ticket. Der Kontrolleur wiederum konnte es nicht fassen und sagte:

"Was machen Sie hier ? Das ist ein Erster – Klasse – Ticket und Sie sitzen hier unter einer Bank im letzten Abteil ?"


Was wir aus dieser Erzählung lernen ? 

Jeder Jude besitzt ein First – Class – Ticket und sollte sich daher niemals bücken und irgendwie klein in dieser Welt fühlen. Stattdessen wollten wir unser G – ttgegebenes Potenzial nutzen und uns aufrecht geben. Mit dem Verhalten "sich klein und unwichtig zu fühlen und vor G – tt als der ewige Sünder dastehen zu wollen" ziehen wir uns nur noch mehr in den Abgrund. Niemand sollte sich dermassen Down fühlen, dass er sein hohes Potenzial einfach ungenutzt und brach liegenläßt.

Dienstag, Juli 24, 2012

Geschlechtertrennung bei Sonderausstellung im Jerusalemer ISRAEL MUSEUM

B"H 

Im Jerusalemer ISRAEL MUSEUM findet momentan eine spezielle Ausstellung zum Thema CHASSIDIM statt. Ich selbst habe die Ausstellung noch nicht besucht, weil ich nicht unbedingt auf Gegenstände abfahre, sondern vielmehr auf chassidische Inhalte. Sprich auf Schriften aller möglichen chassidischen Rabbiner. Dabei ist es mir egal, wie lang ein chassidischer Mantel (Kaftan) ist oder wie viele Knöpfe sich an ihm befinden (einige chassidische Gruppen zeichnen sich damit aus, eine unterschiedliche Anzahl von Knöpfen an ihrem Kaftan zu tragen).

Es kommt mir auf die Inhalte an und wenn ich etwas lese, dann von Chassidim selber bzw. von einem Autor, der entweder selber Chassid (wie der Autor Yitzchak Alfassi) ist oder war. Von Professoren lese ich kaum einmal etwas, denn die wollen sich alle nur profilieren und irgendwelche Doktorante mit seltsamen Fachsimpeleien loswerden.

Das ISRAEL MUSEUM macht aktuell von sich reden, indem es bekanntgab, dass für die Ausstellung über die CHASSIDIM eine Geschlechtertrennung eingeführt wird. So nämlich wolle man viel mehr haredische (ultra – orthodoxe) Besucher in die Ausstellung locken. Das Museum sagte, dass die Geschlechtertrennung nur für den einen Ausstellungsraum gelte, alle anderen Museumsgebäude jedoch allen Besuchern gleichzeitig offenstehen. 

Ganz ehrlich gesagt: Die Chassidim, die ich kenne, gehen weder ins Israel Museum noch in die Ausstellung. Warum ? Weil es sie nicht interessiert ihr eigenes Leben im Museum zu besichtigen.

Donnerstag, April 19, 2012

Wie ultra - orthodoxe Juden den Holocaust sehen

B"H

Vor einiger Zeit verfasste ich einen längeren Artikel zum Thema und möchte dem Inhalt einige kurze Aspekte hinzufügen. 

Viele chassidische Gruppen reden bis heute nicht offen über den Holocaust, welcher so vielen Chassidim das Leben kostete. Ich kenne einen Belzer Chassid, der seinen Kindern nichts zum Thema "Holocaust" lehrt. Einmal davon abgesehen, dass der Holocaust des Dritten Reiches eine Katastophe für das jüdische Volk war; nichtsdestotrotz eine Katastrophe unter vielen innerhalb der Geschichte des Volkes. Allzu oft vergessen wir leider allein schon die Zeit der Inquisition und wieviele Juden von der Kirche des Mittelalters gefoltert und schlimmstenfalls hingerichtet worden sind. Der Holocaust des Dritten Reiches unterscheidet sich vielleicht durch seine durchorganisierte Ausführung, insgesamt jedoch steht er für eine Katastrophe unter vielen. 

Die Haredim (Ultra - Orthodoxen) gedenken der Holocaustopfer am Halbfastentag 10. Tevet (fällt normalerweise fast immer in den Januar). Ein Trauertag mit Tradition und, u.a., wird an dem Tag jener toten Juden gedacht, deren Ort der Beerdigung / Ort des Grabes unbekannt ist. 

Die chassidische Gesellschaft, einschliesslich Chabad, ignoriert die Schoah keineswegs, aber was sie tut ist, grossen Wert auf religiöse Aspekte zu legen. Es werden keine Holocaust - Gedenkreden geschwungen, sondern es wird sich hingesetzt und Thora gelernt. Dies schon allein aus dem Grund, die Seelen der Toten zu erhöhen, wie die jüdische Tradition besagt. Religiöse Juden gedanken anders und nicht nur an einem einzigen Tag. 

Hunderttausende Mitglieder verloren die Chassidim im Holocaust. Danach herrschte allgemeines Entsetzen. Warum liess G - tt soetwas zu ? Hatten die Juden etwas falschgemacht ? Wozu diente der Holocaust und was sollen die Juden daraus lernen ?
Sehr intensive und eindringliche Fragen innerhalb des Kreises der relig. Juden.
War es die Assimilation ? Der aufkommende Zionismus ? Das Reformjudentum ? Was ? Warum mussten die Juden in der organisierten Todesfabrik Trelinka umkommen ? 

Bis heute wird die Tradition des Thoralernens aufrecht erhalten. Man konzentriert sich auf relig. Aspekte. Zu leugnen sei trotz allem nicht, dass besonders die haredische Gesellschaft nach dem Holocaust die verlorenen Generationen wettmachen wollte, indem man mehr Kinder gebar. 

Ein furchtbares Thema für chassidische Gruppen und bis heute gilt Deutschland teilweise als Abbild des Judenhassers "Amalek". Daran wird sich wenig ändern, denn vor 2000 Jahren sprach schon der Talmud davon (siehe Megillah 6b sowie Yoma 10).

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Weitere Links zum Thema:


- Rabbi Kalonymus Kalman Shapira

Mittwoch, März 21, 2012

Montag, Februar 13, 2012

A Life Apart: Chassidim in America

A 90-minute film, A Life Apart: Hasidism in America, is the first in-depth documentary about a distinctive, traditional Eastern European religious community. In an historic migration after World War II, Hasidism found it most vital center in America. Both challenging and embracing American values, Hasidim seek those things which many Americans find most precious: family, community, and a close relationship to God. Integrating critical and analytical scholarship with a portrait of the daily life, beliefs, and history of contemporary Hasidic Jews in New York City, the film focuses on the conflicts, burdens, and rewards of the Hasidic way of life. 


Samstag, Oktober 02, 2010

Der alte jüdische Yishuv von Tiberias

B"H

Das Sephardische Synagogen Center "Etz Chaim" an der Seepromenade von Tiberias. Rabbi Chaim Abulafia kam aus der Türkei und im Jahre 1740 liess er den einstigen berühmten jüdischen Yishuv von Tiberias wiederauferstehen.





Siehe unten - 
Neben der "Etz Chaim Synagoge":
Das Haus des Rabbi Menachem Mendel of Vitebsk, 1730 - 1788.
Heute ist das Haus ein Teil der chassidischen "Karlin - Stolin" Synagoge.










Photos: Miriam Woelke

Sonntag, Dezember 06, 2009

19. Kislev

B"H

Nach dem regulären Kalender haben wir heute den 6. Dezember, nach dem jüdischen jedoch den 19. Kislev. Und dieser 19. Kislev ist in der chassidischen Welt von immenser Bedeutung:

1. Begehen wir heute den 237. Todestag (Yahrzeit) des Baal Shem Tov Nachfolgers, des Maggid von Mezritch. Dazu im Laufe des Tages mehr auf meinem chassidischen Blog !


2. Meines Wissens nach unterzeichnen heute die Mitglieder der extremen chassidischen Gruppe Toldot Aharon ihre hauseigenen Gruppenregeln (Takanot). Einmal pro Jahr treffen sich alle israelischen Mitglieder in der Beit Midrasch in Mea Shearim (Jerusalem) zum Unterzeichnen vor dem Rebben (Rabbi David Kahn, links im Bild).



3. Chabad feiert den heutigen 19. Kislev ganz gross, denn es wird an die Freilassung des ersten Rebben Schneur Zalman von Liadi aus russischer Haft erinnert. Photos zum Chabad - Festival am 19. Kislev könnt Ihr HIER einsehen !

Dienstag, November 11, 2008

Was ist eigentlich Chassidismus (Chassidut) ?

B"H

Nicht wenige Leute fühlen sich gerade zum Chassidismus ungemein hingezogen. Juden eher aus dem Grund, weil sie in der chassidischen Ideologie eine eigene Mystik zu erkennen meinen; eine Mystik, die vielleicht ihr eigenes Leben in andere Bahnen lenkt oder die einfach nur eine Hilfestellung verspricht. Hierzu sei gesagt, dass der Chassidismus oder die Kabbalah keienswegs eine Hilfeleistung für die persönlichen Probleme von Leuten sind. Beide Themen basieren auf der Thora und dem Judentum an sich, und wer etwas lernen will, der lerne Thora und komme nicht mit esotherischen Vorstellungen daher.

Viele Nichtjuden meinen sich ebenso zum Chassidismus hingezogen zu fühlen. Das Problem ist, dass die wenigsten unter ihnen überhaupt eine Ahnung vom chassidischen Leben und dessen Idealen haben. So manch einer mag Martin Buber lesen und meinen, er wisse jetzt alles über den Chassidismus. Doch Buber war und ist bei den Chassidim "out" und er selber kannte die Gesellschaft absolut nicht. Was also gibt es von Buber zu erlernen außer ein paar von ihm übersetzte Texte ? Und selbst die wurden aufgrund ihrer eher gefühllosen Sprache kritisiert.

Chassidismus muß man leben und nicht theorisieren ! Und dies tut man am Besten, indem man sich in der Gesellschaft bewegt. Damit meine ich nicht die Baalei Teshuva (später im Leben relig. gewordene Juden) Bewegung von Chabad oder das New - Age - Movement von Breslov, sondern ganz andere Gruppierungen wie Sassov, Biale, Satmar, Bobov, Kotsk, Lublin, Ruzhin, Boyan, Sadigura, Belz, Karlin und vor allem Vishnitz. In der Chassidut gilt der Ausspruch, dass fast alles von Vishnitz kommt. Bevor sich andere viele andere Gruppierungen bildeten, hing man oftmals irgendwie an Vishnitz oder ist mit ihnen verbandelt oder verwandt. Und wer einen genaueren Blick daruf nimmt, der stellt fest, das die nicht nur eine ehrgeizige Vishnitzer Behauptung seitens der Vishnitzer ist.

Was aber genau ist der Chassidismus (Hebr.: Chassidut) ?
Hier eine kleine kurze Einführung:

Die chassidische Bewegung unter dem Baal Shem Tov (Rabbi Israel ben Eliezer, auch als BESHT bekannt, ca. 1698 - 1760) war keineswegs eine neue Idee bzw. Ideologie. Das, was der Baal Shem Tov tat, war lediglich alte frühere Ideologien wieder zu aktualisieren. Den Begriff "Chassidim" und die damit verbundene Ideolgie bestanden schon mehr als Tausend Jahre, nur waren sie im Laufe der Zeit etwas in Vergessenheit geraten. Der israelische Chassidut - Autor Gedaliah Nigal erklärt, dass die Mehrheit der Researcher des Chassidismus sowie fast sämtliche an dem Thema Interessierten immer wieder den gleichen Fehler begehen: Sie versuchen anhand der Stories des Baal Shem Tov diesen selber zu analysieren, was nur schiefgehen kann. Der Baal Shem Tov verfasst seine Schriften nicht selbst, sondern dies tat fast ausschließlich sein Schüler Yaakov Yosef von Polonnoye (Polna). Nicht nur er, sondern ebenso weitere Anhänger. Daher sind die Stories und anderweitige Inhalte manchmal nicht gerade real oder übertrieben formuliert.
Rabbi Chaim von Volozhin (in Litauen), der bekannteste Schüler des Vilna Gaon, behauptete sogar, dass Rabbi Yaakov Yosef seine Berichte absichtlich übertrieb, um so den Baal Shem Tov heiliger zu machen als er in Wirklichkeit war. Aber wer glaubt nun wieder alles, was Rabbi Chaim von Volozhin sagte, denn gerade er und der Vilna Gaon waren DIE Kritiker der chassidischen Bewegung an sich.

Im Laufe der Jahrhunderte hatte sich das Judentum in zwei Gruppen gespalten: in das normale Fußvolk und in Rabbiner (Gelehrte). Der reguläre Jude ging in die Synagoge und hielt die ihm bekannten Mitzwot (Thoragesetze). Hatte er Fragen, wandte er sich an seinen Rabbiner. Alles bestand also aus dem Tun sowie dem Beten.
Gebetet wurde nach festgelegten Zeiten und des Betens Willen. Bis zum Aufkommen des Baal Shem Tov in der Mitte des 17. Jahrhunderts waren die Emotionen aus dem Gebet und der Mitzwoterfüllung größtenteils verschwunden. Eine rabbinische Elite herrschte und diese gab vor, was das Judentum ist und wer was zu tun hat. Rabbiner, die nicht Teil dieser Elite waren, gehörten halt zum Fußvolk.

Alle Jahre wieder kommt im Judentum die Idee auf, dass es einmal wieder Zeit für das Kommen des Meschiach ist. Und alle Jahre wieder wurde in der Vergangenheit ein Datum bekannt gegeben, welches das Eintreffen des Meschiach festlegt. Im Mittelalter geschah diese Prozedur unzählige Male. Schon allein deswegen, weil gerade im Mittelalter die große Zeit der Judenpogrome herrschte. Kreuzritter, Inquisitionen, die Verfolgungen durch die katholische Kirche sowie die des später aufkommenden extrem antisemitischen Martin Luther. Und gerade in diesem für Juden leidvollen Mittelalter sahen diese ihre einzige Chance der Erlösung aller Qualen durch das Eintreffen des Meschiach. Eine Ideologie, die sich genauso in den kabbalistischen Schriften der Zeit bemerkbar macht (Gershom Sholem berichtet sehr ausführlich darüber). Vielseits ist die Kabbalah aus jener Zeit mehr als apokalyptischen Inhalts und der Meschiach gilt als die einzige Lösung.

Der Chassidut - Autor Yitzchak Alfassi schreibt:
Als das Jahr "Tav Chet" (das Jahr 1648) nahte, riefen führende Rabbiner einmal wieder erneut ein messianisches Datum aus. Im Jahre 1648 glaubten selbst Nichtjuden den Juden, dass der Meschiach nicht mehr weit sei. Allerdings stellte sich heraus, dass das Jahr 1648 ein überaus katastrophales Jahr für die Juden Osteuropas war. Die Kosaken unter ihrem töteten mehrere Hunderttausend Juden (Chmielnizki Pogrome) und ganze Gemeinden wurden dem Erdboden gleichgemacht. Seither häuften sich die Judenpogrome immer mehr. Im Jahre 1661 gab es eines in Lvov (Lemberg) und weitere in Lublin und Krakau. Und in diesen depressiven Zeiten tauchte der Baal Shem Tov auf und verstand es auf eine wundersame Weise, die Juden näher an das Judentum heranzuführen; und das, indem sie Freude zeigten und keinen eintönigen Zwang wie bisher.

Zu der Frage, wer genau Rabbi Israel ben Eliezer ( Baal Shem Tov) war genauso wie über das Shabbtai Zvi Movement, sind separate Artikel in Planung. Die Literatur über diese ausgedehnten Themen ist zu vielfältig und ich möchte all das hier nicht in wenigen Sätzen abtun.

Der Baal Shem Tov also brachte dem einfachen jüdischen Volk ihr eigenes Judentum nahe, indem er ihnen vermittelte, dass ein jeder von ihnen eine direkte Verbindung zu G - tt aufbauen kann. Und zwar anhand der Mitzwoterfüllung durch Freude und einem enthusiastischen Gebet. Jeder hat die Chance und nicht nur nur die talmudlernende akademische Rabbinerelite. Natürlich unterlagen diese Ideen von Beginn an harscher Kritik eben jener Rabbinerelite. Man könne doch nicht nur freudig herumhampeln und die Mitzwot in den Hintergrund stellen. Bis heute wird der Chassidismus von vielen litvischen Juden (den Anhängern des Vilna Gaon) als eine Art esotherischer Kult betrachtet. Aber nicht von allen litvischen Haredim, denn viele von ihnen traf ich genauso bei den Tischen der chassidischen Rebben an.

Es besteht heute so mancherlei Zweifel darüber, was der Baal Shem Tov (oder kurz genannt "der BESHT") tatsächlich lehrte. Viele originale Inhalte mögen im Laufe der Zeit nach seinem Tode im Jahre 1760 von seinen Anhängern anderweitig interpretiert worden sein. So gab dies, u.a., sein Nachfolger Rabbi Dov Baer Friedman (der berühmte "Maggid von Mezritch" zu). Er habe halt die Ideologien des Besht weiterentwickelt bzw. seinerseits interpretiert. Ebenso tat dies Rabbi Shneur Zalman von Liadi, der Gründer der Chassidut Chabad (Lubawitsch). Hierzu ist anzumerken, dass Rabbi Shneur Zalman ein Schüler des Maggid von Mezritch war und den Baal Shem Tov selber nie kennen gelernt hatte.
Aber nicht nur diese beiden Rabbis, sondern auch andere fügten ihre persönlichen Interpretationen hinzu.

Viele chassidische Inhalte basieren auf der Lurianischen Kabbalah, welche der Baal Shem Tov (Besht) ausführlichst studierte. Und wie Rabbi Yitzchak Luria (1534 - 1572) betrachtete der Besht die Mikweh (das Ritualbad) als eine immens mystische Prozedur. Der Besht sagte von sich selber, dass er in der Mikweh seine Augen schliesse und so in höhere spirituelle Welten eindringe ("BaSadeh HaChassidut" von Yitzchak Alfassi).

Eine Formulierung des Baal Shem Tov gefällt mir persönlich besonders gut:

"Wo immer ein Mensch mit seinen Gedanken ist, da befindet sich er selbst".

Wenn ein Mensch an etwas denkt, dann befindet er sich an Ort und Stelle; selbst dann, wenn dies nur spirituell geschieht.
Falls also jemand einmal einen Ortswechsel vornimmt, um diesem oder jenem zu entkommen bzw. um nicht mehr mit etwas konfrontiert zu werden, dann ist es schlecht für seine Seele, wenn er noch an Vergangenes denkt. Örtlich mag man zwar Abstand genommen haben, doch ist man immer noch mit den Gedanken so tief dabei, dass der Ortswechsel doch noch nicht richtig vollzogen ist.

Hier aber dennoch die wichtigsten Punkte des Baal Shem Tov:

1. Alle Juden haben das Recht, in die spirituellen Welten einzudringen.

2. Der Baal Shem Tov lehnte Askese vollkommen ab, sein Urenkel Rabbi Nachman von Breslo sagte von sich das Gegenteil. Nicht wenige chassidische Rabbis sahen eine besondere Spiritualität im Fasten. Der Besht erklärte jedoch, dass nur ein gestärkter Körper G - tt dienen kann.

3. Wir sollten jegliche Traurigkeit überkommen und uns selber zur Freude stimulieren.

4. Es gibt nichts Böses auf der Welt, sondern alles beinhaltet einen guten Kern, den wir nur ausfindig machen müssen.
(Dieser Punkt bedarf vieler weiterer Erklärungen, denn es ist nicht leicht zu verstehen, was genau damit gemeint ist. Außerdem war es gerade diese Aussage, welche den Baal Shem Tov und seine Bewegung in den Verdacht brachten, geheime Anhänger der Shabbtai Zvi Ideologie zu sein. Schon der Shabbtai Zvi hatte diesen Inhalt vertreten, um seine Konversion zum Islam zu rechtfertigen).

5. Versinke niemals in Depressionen.

6. Das "Zaddik - Konzept".
(Das Zaddik - Konzept bedarf ebenso weiterer Erklärungen.
Ein ZADDIK ist ein GERECHTER, dem die Masse folgen solle. Das Konzept des Baal Shem Tov unterscheidet sich wesentlich vom späteren ausgebauten Zaddik - Konzept des Rabbi Elimelech von Lejansk genauso wie das von Chabad, dem Seher (Chozeh) von Lublin oder dem Peshis'cha Movement. Aber dazu gibt es einen separaten Beitrag, da das Thema zu kompakt ist).


7. G - tt ist überall; in allem was wir auf Erden sehen. In jedem Gegenstand, in jedem Menschen oder in jeder anderen Schöpfungsart.

8. Thorastudium und Gebet sind extrem wichtig, aber sollte all das nicht zu einer täglichen Routine mutieren. Jeder Tag sollte neu gelebt werden und wer heute so betet, wie er gestern betete, der hat heute noch nicht gebetet. Bedeutet, jeder Tag sollte eine neue G - ttesliebe bzw. Euphorie hervorrufen.

9. Was auch immer geschieht, alles kommt von G - tt und ein jeder sollte sich daran machen, dass alles was mir persönlich geschieht, von G - tt kommt und es gut ist. Selbst dann, wenn wir es nicht begreifen können.

10. Der Besht lehrte, dass eine Person absolut eins sein kann mit G - tt, selbst dann, wenn die Person gerade anderweitig beschäftigt ist. Zum Beispiel mit Arbeit.

11. Es ist die Aufgabe eines JEDEN Juden, die verstreuten Netzizot (Funken) des Erschaffungsprozesses spirituell an deren Ausgangsort zurückzuführen. Wie ? Durch Mitzwot und Gebet.

12. DEVEKUT - Nähe zu G - tt:
Totale Liebe zu G - tt.
Wie erreicht man Devekut ?
Man kann mit G - tt im Gebet eins werden oder eine besondere intensive Nähe verspüren. Dies geschieht häufig anhand von akstasischen Gebeten. Devekut bedeutet nicht nur "gedanklich", sondern zeichnet sich durch Liebe Hinwendung aus.

13. Nicht kann von G - tt jemals getrennt werden.

14. Selbst beim Essen können wir G - tt dienen, indem wir vor und nach dem Essen Segen sagen.
Siehe hierzu die jüdischen Segen !

All diese Punkte sind keinesfalls alle Inhalte, sondern es gibt viele Zusätze, bei denen jedoch ein hohes kabbalistisches Wissen die Voraussetzung ist, die Inhalte zu verstehen. Deswegen möchte ich jetzt nicht vorweg etwas in die Runde schmeissen, was hinterher falsch interpretiert werden kann.
Insgesamt gibt es unvorstellbar viel zu dem Thema zu sagen, was ich auch in Zukunft weiter tun werde. Dies war vorerst nur einmal ein kleiner Einblick in die Materie.

Außerdem seid Ihr gerne zu Fragen eingeladen, wenn etwas unklar sein sollte. Dies gilt übrigens für sämtliche Themen und nicht nur an dieser Stelle.

Montag, November 03, 2008

Argumente für und gegen religiöse zionistische Aktivitäten

B"H


Quelle:
Unter anderem Rabbi Yitzchak Alfassi
Rabbi Yitzchak Alfassi ist einer der berühmtesten und anerkanntesten israelischen Chassidismus - Autoren.
Da Alfassi selbst aus einer chassidischen Familie stammt (Chassidut Gur), später aber an der Tel Aviv University oder an der Bar Ilan University zu lehren begann, macht ihn dennoch seine chassidische Abstammung und sein religiöses Einfühlungsvermögen auch für haredische Leser akzeptabel. Ansonsten lehnen Haredim jegliche von Uniprofessoren oder anderweitigen Researchern verfasste Literatur über ihre eigene Gesellschaft grundsätzlich ab. Rabbi Yitzchak Alfassi bildet in Israel die ganz große Ausnahme.
Yitzchak Alfassi wurde im Jahre 1929 in Tel Aviv geboren, diente in der israelischen Armee und ist der Autor von fast 80 Büchern, in denen er größtenteils chassidische Themen behandelt.
Alfassi lebt nach wie vor in Tel Aviv.



Die Zeit der Ankunft des Meschiach muß auf einem ganz natürlichen Wege beginnen und erst im weiteren Verlauf geht alles in einen übernatürlichen Ablauf über.


Die erneute Besiedlung des Landes Israels (oder in der Vergangenheit "Palästina" genannt) folgte aus dieser Ideologie heraus. Nur wenn die Juden in ihr von G - tt gegebenes Land zurückkehren, besiedeln und die Thoramitzwot befolgen, wird das Zeitalter des Meschiach eingeleitet werden. In den oberen spirituellen Welten wird erst "aufgewacht" werden, wenn wir in unserer materiellen Welt handeln. Erst wenn wir Juden handeln, handelt auch G - tt.


Diese Idee wird ständig aufs Neue von ihren Entwicklern wie Rabbi Zvi Hirsch Kalisher, Rabbi Eliyahu Guttmacher sowie Rabbi Yehuda Chai Alkalai vorgebracht. Und tatsächlich war dies auch die Ansicht der Chassidim sowie der nach Israel auswandernden Anhänger des Vilna Gaon. "Die Aliyah (nach Israel) leitet das Kommen des Meschiach ein", so einer der Begründer des Chassidismus, Rabbi Meshulam Feivish aus Zabarz. "Und es versteht sich von selbst, dass G - tt selber uns diese Gedanken der Eile in den Kopf setzte, denn der Moment ist nahe".


Als im 18. Jahrhundert die erste Aliyah einsetzte, um den Meschiach zu bringen, gab es die interessante Idee, dass die Neueinwanderer Hebräisch sprechen müssen. All diese Ideen der Einwanderung bzw. Rückkehr in das Land Israel waren nicht neu und es gab sie schon immer. Allerdings gerieten sie irgendwann in Vergessenheit und die Zionisten belebten alles wieder auf. "Der Beginn des Zeitsalters des Meschiach wird das Resultat der natürlichen Handlung der Menschen sein", so Rabbi Zvi Hirsch Kalisher. "Wenn die Juden alle Anforderungen erfüllen (die Thoramitzwot einhalten), wird dies den Meschiach bringen. Selbst dann, wenn das Jüdische Volk als Ganzes es gar nicht verdient hat" so Rabbi Eliyahu Guttmacher. Überhaupt verpflichten uns die Thora sowie unser Intellekt unser Bestes zu geben, damit der Meschiach auf natürlichem Wege gesandt werden kann.


Und, wie könnte es anders sein, gab es selbstverständlich auch viele Gegenargumente zu dieser zionistisch Idee:


All die vorherigen Generationen folgten der Ideologie, der Meschiach komme auf übernatürliche Weise. Die Leute begannen erst dann "falschen Messiassen" zu folgen, nachdem jene irgendwelche Wunder zu vollbringen begannen. Immerhin konnten die falschen Messisasse schnell überführt werden, denn ihre angeblichen Wunder entpuppten sich als etwas ganz Natürliches oder Fälschungen. So geschah es im laufe der Jahrtausende und schon zur Zeit des Zweiten Tempel mit dem von den Christen immer noch verehrten J. Von den Juden schnell als Fälschung überführt, wurden andere Völker zum Glauben an J. gewonnen.


Rabbi Avraham Yaakov von Sadigura, ein Zeitgenosse der neuen Zionisten, sagte: "Wir hoffen, dass der Meschiach auf eine wundersame Weise kommt; er uns allein um G - ttes Willen gesandt wird und nicht wegen Leuten aus Fleisch und Blut. Das Zeitalter des Meschiach wird aufgrund von Teshuva (Rückkehr zu G - tt) in einer übernatürlichen Art und Weise erfolgen. Die Rückkehr der Juden in ihr Land liegt einzig und allein in der Hand G - ttes. Nur G - tt bringt die Juden nach Israel und nicht die plumpe Art der Aliyah wie es sich die Zionisten vorstellen. Die Tannaim (die Mischna Gelehrten) sowie den Amoraim (Talmud Gelehrten) das messianische Zeitalter nicht durch irgendwelche materiellen Tricks zeitlich zu verlegen. Heißt zu beschleunigen oder auf später zu verschieben. Der Meschiach kommt, wenn G - tt es will und nicht, weil wir Ihn mit gewissen Tatsachen konfrontieren, welche G - tt zwingen, zu reagieren. Er entscheidet und nicht wir.


Selbst wenn die religiösen Zionisten in Israel relig. leben, macht dies keinen Unterschied, da sie dennoch G - tteslästerer sind, indem sie die Festlegung der Tannaim und Amoraim ignorieren und die messianische Zeit vor ihrer eigentlichen Bestimmung einleiten wollen. Dies aber ist nicht der wahre Weg für das Kommen des Meschiach und nicht die Weise, die G - ttes Engel und die wahren Propheten von uns erwarten. Das wahre Wesen des Zionismus ist eine Verleugnung der Prinzipien des "Belohnung und Strafe" sowie des erwarteten messianischen Zeitalters.
Das jüdische Konzept "Belohnung und Strafe" besagt, dass, wenn wir Juden die Thoragesetze einhalten und danach leben, wir automatisch von G - tt belohnt werden. Aber nicht nur die Gesetze allein spielen hierbei eine Rolle; selbstverständlich kommt es auch darauf an, wie wir mit uns selber und unseren Mitmenschen umgehen (Bejn Adam Le'Chavero).




All diese Argumente wurden von Rabbi Mordechai Eliasberg, Rabbi Nachum Greenhaus, Rabbi Joseph Yaffe und Rabbi Shmuel David Feinberg widerlegt. Der Ramban (Nachmanides), der Thorakommentator Ohr HaChaim, viele Rishonim (frühe Kommentatoren) und Acharonim (spätere Kommentatoren) lehrten, dass das messianische Zeitalter auf natürlichem Wege allmählich eingeleitet, und nur das Ende mit Wundern verbunden sein wird. Rabbi Zvi Hirsch Friedlander, der Rebbe von Liska, vertrat eine interessante Meinung. Er selbst lehnte den relig. organisierten Zionismus grundsätzlich ab, doch sah er keinen Widerspruch darin, relig. Juden nach Israel zu senden und diese gemäß der Thoragesetzte dort leben. Alles organisiert von einer eigenen Institution, die mit dem zionistischen Movement nichts zu tun hat.


All diese Ideologien teilten die jüdischen Gemeinden in Deutschland und in Ungarn. Kann es möglich sein, dass die Säkuleren (Deutschland) das messianische Zeitalter einleiten ?
Der Autor des Buches "Da'at HaRabbanim" stellt die Frage, ob selbst wenn das messianische Zeitalter in einem natürlichen Wege erfolgen sollte, dies anhand von Leuten geschehen könne, die öffentlich den Schabbat brechen und von Leuten, die unkoscher (trefe) essen sowie jenen, die keine Tefillin (Gebetsriemen) anlegen ?
Und er argumentiert: "In der Vergangenheit verloren wir aufgrund dieser Sünden unser Land. Wäre es daher nicht möglich, dass derlei Sünder und Kriminelle uns ebenso zurückführen ?
Rabbi Simcha Rosenfeld, der Rabbi von Piotrekov, hält dagegen:
"Wie groß sind doch der Wahnsinn und die Dummheit dieser Leute, die Oberhäupter und Führer von Organisationen, schlechten Leuten und Sündern, die einfach die Thora und ihre Mitzwot fortswerfen wollen; der Wahnsinn zu glauben, dass Juden, die trefe essen das Volk Israel (die Juden) ins Gelobte Land zurückführen könnten. Diese Leute brachten uns zum Lachen. Zu einem schmerzvollen und seelenverletzenden Lachen.


Viele Rabbiner befürworteten die Besiedlungs Israels, doch nur dann, wenn dies außerhalb des zionistischen Rahmens von statten ging. Rabbi Moshe Teitelbaum (Autor des "Yismach Moshe") und Gründer der Sighet - Satmar Dynasty schrieb schon: "Für mich ist es klarer als die Sonne, dass, falls ich gehen sollte, mein Verlust meinen Gewinn übersteigt. Und jeder, der dennoch gehen will, sollte darauf achten, wie er es tut. Alles sollte mit der richtigen Intension durchgeführt werden, denn es ist unbestreitbar, dass es ein Gebot gibt, welches uns zur Besiedlung des Landes verpflichtet".


Die Chassidim starteten eine eigens organisierte Aliyah gleich nach der Balfour Declaration: Chassidim aus Koznitz, Yablona, Gur und das führte zugleich zu Streitpunkten zwischen ihnen, den Mitnagdim des Vilna Gaon und denjenigen, die nach Israel auswanderten. In unseren Tage gebe / gelte kein Gebot der Besiedlung Israels, sondern nur das des Thorastudiums. Die Gründung des Staates Israels veranlasste viele zum Umdenken, doch nicht den Satmarer Rebben (Rabbi Yoel Teitelbaum) und seine Anhänger. Die zionistischen Rabbiner wollten von solchen Argumenten nichts hören. Rabbi Israel Morgenstern aus Pilov sagte: Laut dem Ramban (Nachmanides) besteht ein positives Gebot im Lande Israel zu leben und von daher hat jeder Jude die Pflicht, sich dort niederzulassen, sobald die erlaubt ist. Heißt, eine Regierung die Einreise ermöglicht. Dieses Gebot gilt selbst für diejenigen, die nach Israel ziehen, aber nicht beabsichtigen, die Thoragesetze einzuhalten. Rabbi Avraham aus Sochatchov, der Autor der Bücher “Avnei Nezer” und “Eglei Tal”, sagte, dass die Juden außerhalb Israels die Pflicht haben, Besitz in Israel zu erlangen, denn es gibt keine Ende einer Belohnung für die Unterstützung des Landes Israel (hier ist das Land gemeint und nicht der heutige Staat).


Auch Rabbi Tzadok HaCohen aus Lublin war der Meinung:
"Es gibt keine Debatte darüber, ob es von besonderem Vorteil ist, das Land Israel auch in unseren Tagen zu besiedeln … niemand sollte diese Gelegenheit der wundervollen Mitzwah verpassen". In seinem Buch “Zimrat HaAretz”, schreibt Rabbi Moshe Zvi Fogel:
"Es besteht kein Zweifel daran, dass das Gesetz besagt, dass jemand seinen gesamten Haushalt zwingen kann, ins Land Israel bzw. nach Jerusalem zu ziehen".


Rabbi Joseph Dov Soloveitchik aus Brisk und Rabbi Eliyahu Chaim Meisel aus Lodz unterstützten die Übersiedlung nach Israel und die landwirtschaftliche Bewirtschaftung des Landes. Nichtsdestotrotz lehnten sie den Zionismus ab. Selbst die "Machzikei HaDa'at" (gegründet von der Chassidut Belz) unterstützten die Idee, Israel wiederaufzubauen. Allerdings sahen sie damit kein verbundenes eintreffendes messianisches Zeitalter.


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Bis heute hat sich an den intensiven Diskussionen nichts geändert. Die eine Seite betrachtet eine Besiedlung des Landes Israel als einen Vorläufer (Korridor) für das messianische Zeitalter. Wenn wir nur in Israel leben, geschieht der Rest von allein. Mitzwoterfüllung ja, aber falls nicht, auch nicht so schlimm, dennimmerhin leben Juden wieder in Israel, was auch ein Zeichen sein kann. Die Gegenseite gibt sich antizionistisch und lehnt den heutigen säkuleren Staat ab. Wer sich die Geschichte des Staatsaufbau seit 1948 anschaut, kann dem sogar viele Male zustimmen. Vor allem, wer sich die Aktivitäten eines ehemaligen Premiers namens David Ben Gurion anschaut, der zwar zionistisch eingestellt war, jedoch absolute übertriebene linke Weltanschauungen vertrat.


Und heute vertritt die nationalrelig. Partei MAVDAL längst nicht mehr ihre alten Ideale, sondern fügt sich willig in die opportunistische Parteienlandschaft. Der einzige Teil von ihr, der das nicht tut und daher mehr und mehr aneckt, ist die Siedlerbewegung. Ein Jude hat das Recht, sich in das ihm von G – tt gegebene Land niederzulassen woe s ihm beliebt. Das Land gehört uns und es gibt keinerlei Zugeständnisse. Auch nicht um des lieben Pseudo – Friedens wegen.


Die antizionistische Bewegung setzt sich weitgehend aus zwei Teilen zusammen. Aus jenen, die den Staat rigoros und ohne "Wenn und Aber" ablehnen und jener Teil der zwar in Israel lebt, aber dies nur, um ein Leben nach der Thora zu führen. Und wo kann man das besser als in Israel, in welchem ein Jude viel mehr Mitzwot einhalten kann als in der Diaspora (z.B. Schmittah oder leichter von G – tt akzeptierte Gebete). Der ehemalige Satmarer Rebbe Yoel Teitelbaum war zwar bis zum Schluß ein glühender Antizionist; dennoch verbat er seinen Chassidim niemals den Umzug nach Israel. Der Antizionismus kann auch im Lande Israel gelebt werden, indem ein Jude nach der Thora lebt, die Staatsbürgerschaft bekommt (denn irgendwie muß man ja reisen), aber meist die sozialen Zusicherungen, wie Gelder vom Staat, ablehnt. Das Leben eines Antizionisten in Israel kommt nicht automatisch einer Annahme sozialer Gelder gleich. Zusätzlich nimmt nicht jeder Antizionist die Staatsbürgerschaft an, sondern behält seine bisherige bei.


Prinzipien, die einem Zionisten unverständlich sind.
Meiner Meinung nach sollte sich ein jeder mit dem Antizionismus gründlichst auseinandersetzten, bevor es zu falschen Argumenten kommt.




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