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Donnerstag, Juni 16, 2011

Rabbi Yitzchak Ginzburgh zur Parashat SHLACH



 Rabbi Yitzchak Ginzburgh (Chabad) zur dieswöchigen Thoralesung SHLACH (SCHLACH).

Die Gemara (rabbinische Diskussion) im Talmud Traktat Sotah 35 lehrt uns, dass die Spione (Meraglim), welche Moshe in das Land Canaan entsandte, schon vor der Abreise keine guten Absichten hegten. Wer sich auf eine Reise begibt, um unterwegs nur das Negative zu suchen, der findet es auch.

Donnerstag, Juni 02, 2011

Rabbi Yitzchak Ginzburgh zur Thoralesung NASSO



Der Chabad (Lubawitscher) Rabbi Yitzchak Ginzburgh zur Thoralesung NASSO an diesem Schabbat.


Vokabeldefinition: TESCHUVA = UMKEHR ZU G - TT

Donnerstag, März 17, 2011

Donnerstag, März 10, 2011

Donnerstag, März 03, 2011

Donnerstag, Februar 24, 2011

Donnerstag, Februar 17, 2011

Rabbi Yitzchak Ginzburgh zur Parashat Ki Tisa

B"H

Der israelische Chabad Rabbiner und Kabbalist Yitzchak Ginzburgh zur Thoralesung an diesem Schabbat "KI TISA":

Samstag, Dezember 25, 2010

Mittwoch, Dezember 01, 2010

Das Orakel von Delphi

B"H

Rabbi Yitzchak Ginzburgh schreibt in seinem Buch"Turning Darkness into Light", dass säkulere Juden ihr Lebensziel folgendermassen definieren:

"Finde Dich selbst" oder "Ich bin auf dem Selbstfindungspfad, damit ich weiss, wer ich bin und ich somit mein Leben positiver ausleben kann".

Rabbi Ginzburgh erklärt, dass genau die Worte "Suche Dich selbst" ursprünglich in der Halle des "Orakel von Delphi" eingraviert waren.

Das jüdische Lebensziel hingegen definierte kein geringerer als David HaMelech (König David) als er kurz vor seinem Tode mit seinem Sohn Shlomo (Salomon) sprach:

"Kenne Deinen G - tt, Deinen Vater, und diene Ihm mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele".

Sei Dir darüber im Klaren, vor wem Du stehst !

Wir alle wurden von G - tt erschaffen und jeder von uns hat eine bestimmte Aufgabe im Leben, die es gilt, zu erfüllen. Unser aller gemeinsames Ziel jedoch ist es, uns bewusst zu machen, dass es einen G - tt gibt und zu wissen, dass Er der Erschaffer jeglicher Existenz ist. EIN ewiger unendlicher G - tt, der das Universum regiert. Jedes menschliche Wesen muss sich die unendliche Gegenwart G - ttes bewusst machen.

Ich persönlich habe mit der Vorstellung, mich ausschliesslich auf die Mitzwoterfüllung und auf nichts Weiteres im Leben als G - tt zu konzentrieren, Probleme. Es ist keine Frage, dass es einen G - tt gibt, doch ohne gross egoistisch klingen zu wollen: Jeder Mensch hat seine eigene individuelle Persönlichkeit. Nicht jeder kann in die Mitzwoterfüllung springen und alles andere um sich herum vergessen. Seine Individualität aufgeben und seinen menschlichen Willen zum Willen G - ttes machen. Seine eigenen Bedürfnisse beiseite schieben und ohne nachzudenken G - tt dienen. Im Buch TANYA der chassidischen Gruppe Chabad ist die "Self - nullification" (seinen Willen / Interessen aufgeben, um nur G - tt zu dienen) ein wichtiges und viel diskutiertes Thema.

Ist jemand daher schon als zu egoistisch einzustufen, wenn er sich selbst finden will, um ein glücklicheres Leben führen zu können ? Wobei sich an dieser Stelle die Frage auftut, ob ich wirklich so viel glücklicher bin, wenn ich mich kenne.

Montag, November 29, 2010

Rabbi Yitzchak Ginzburgh und die kabbalistischen Sinne eines Juden


Photo: Miriam Woelke

B"H

Rabbi Yitzchak Ginzburgh kam am 14. November 2010 zum Chabad Hostel ASCENT in Zfat (Safed) und mehr als zweihundert Leute trafen zu seinen zwei Vorträgen ein. Es wurde so richtig voll und wer Rabbi Ginzburgh hören will, der sollte sich in die vordersten Reihen setzen, denn der Rabbi spricht ausserordentlich leise.

Rabbi Yitzchak Ginzburgh sprach an dem Abend in Ascent über die zwölf Sinne der Seele. Jeder einzelne Sinn steht in Verbindung mit den zwölf Monaten des jüdischen Kalender. Laut dem kabbalistischen Buch "Sefer Yetzirah - The Book of Creation" beinhaltet jeder jüdische Monat einen menschlichen Sinn, ein Sternzeichen, einen hebräischen Buchstaben, einen israelitischen Stamm oder eine Farbe. Was geht das uns Juden an und wie werden wir dadurch beeinflusst ?

Bei dem ersten Monat des jüdischen Kalenders ist der Nissan.
Anmerkung: Im Talmud existiert eine lange Diskussion, welcher Monat genau den Jahresbeginn vorgibt. Der Monat Tishrei mit dem Rosh HaShana, der Monat Nissan, und andere. Die Antwort lautet, dass alle drei oder vier sogenannte "Neujahre" bestimmte Beginne repräsentieren.

Der NISSAN fällt gewöhnlich in den April und ist der Monat, in welchem jüdische Könige gekrönt werden. Im kabbalistischen Sinne gemäss dem "Book of Creation" steht der Monat Nissan für den menschlichen Sinn SPRECHEN.
Das Sprechen oder die Sprache stellt eine Ausdrucksform dar. In den Worten liegt die Macht eines Königs und somit ist der israelitische Stamm des Nissan der Stamm YEHUDAH.

Die Ausdrucksweise eines Menschen deutet den Ausdruck seiner Seele an. Die Art, wie wir sprechen oder uns bewegen ist allein schon ein Ausdruck unserer Seele; achten tun wir kaum darauf und bei unserer Ausdrucksweise handelt es sich daher um tiefere Anzeichen unserer eigenen Seele.

Rachel, die zweite Frau von Yaakov repräsentiert den menschlichen Sinn SPRECHEN. Im Gegensatz zu ihrer Schwester Leah, denn die steht für den zweiten menschlichen Sinn: das DENKEN.

Das DENKEN ist der menschliche Sinn des Monats IYAR (Iyar folgt Nissan). Der israelitische Stamm des Iyar ist Yissachar und beim Stamm Yissachar handelte es sich um brilliante Denker. Yissacher war intelligent, rational und die Mitglieder des Stammes Yissachar hatten die Aufgabe, den jüdischen Kalender zu kalkulieren. Gerade der jüdische Kalender und dessen Festlegungen sind bis heute mit die größten Geheimnisse des Judentums und keine andere Religion hat den Code jemals geknackt.

Rachel steht für das SPRECHEN und Leah für das DENKEN. Wobei die zwei Sinne sich nicht gegenseitig ausschliessen oder einer besser ist als der andere. Leah dachte analytisch und Rachel handelte intuitiv. Zwei Eigenschaften, die uns heute allzu geläufig sind. Wir alle kennen Menschen, die analytisch und rational agieren und andere wiederum verlassen sich mehr auf ihre Intuition.

Woran sehen wir, dass Leah analytisch vorging und dachte ?
Die Thora sagt uns, dass Leahs Augen stets anders aussahen. Die Interpretation dazu lautet, dass Leah ständig weinte. Sie weinte, da sie wusste, dass sie als ältere Schwester ihren Verwandten Esav heiraten sollte. Rachel als jüngere Schwester sollte dem ebenso jüngeren Yaakov zugesprochen werden. Und was Leah über Esav hörte, was alles andere als positiv. Ein Dieb, ein Vergewaltiger, ein Mörder und somit war Leah nicht gerade erfreut, einmal dessen Frau zu werden. Rachel hingegen dachte nicht an die Zukunft und war der Meinung, dass G - tt schon alles richten werde. G - tt regelt die Welt, Er ist verantwortlich und darum brauchen wir uns keine Gedanken machen.
Die INTUITION stammt von der rechten Seite des Gehirns und bedeutet "Chochmah - Weisheit". Intuitive Menschen sollten sich eher künstlerische Aufgaben / Berufe suchen.

Leah steht für das rationale Denken. Sie ist die Mutter der Spiritualität und der Meditation. Ihr analytisches Denken kommt von der linken Gehirnseite und repräsentiert "Bina – Verstehen". Menschen mit diesen Eigenschaften machen gute Wissenschaftler aus.

Zum Beispiel betrachten die Rabbiner der Babylonischen Talmud als analytisch wohin gegen der Talmud Yerushalmi und sein Inhalt als eher intuitiv gelten.

Der auf den Iyar folgende Monat ist der Sivan (Mai / Juni) und der Sivan beinhaltet das GEHEN. Bedeutet für die im Sivan Geborenen: Trete niemals auf der Stelle, gehe immer vorwärts im Leben. Ein Jude muss sich spirituell nach vorne bewegen und kann die Zeit besiegen.

Danach folgt der Monat Tammuz (Juni / Juli) mit seinem Sinn SEHEN. Beobachten, weas einem ins Auge fällt.

Das HÖREN ist der menschliche Sinn des Monat Av (Ende Juli / August) und Menschen, welche im Av geboren worden sind absorbieren und versuchen, ihre Spiritualität zu integrieren.

Es folgt der Sinn des REPARIERENS und damit sind wir im Monat Elul (August) angelangt. Die im Elul Geborenen heilen und reparieren. Der Monat Elul ist der Monat vor dem jüdischen Neujahrsfest Rosh HaShana und da G - tt an den beiden Rosh HaShana Feiertagen richtet, sind wir dazu angehalten, im Monat zuvor unsere Vergehen zu reparieren.

Am 1. Tishrei beginnt Rosh HaShana und der Yom Kippur sowie Sukkot finden ebenso im Monat Tishrei statt. Das ANFASSEN ist der Sinn des MOnats. Ephraim ist der israelitische Stamm und in dem Monat geborene Menschen besitzen die intuitive Eigenschaft der Auswahl.

Der Monat Cheshvan (Okt. / November) ist der Monat des menschlichen GERUCHSsinnes. Jene Menschen sind sensibel. Sich und auch den Mitmenschen gegenüber.

Kislev, der Monat, in dem wir uns gerade befinden, beinhaltet den SCHLAF. Stabilität der eigenen Seele. Vertrauen in G - tt, dass Er alles richten wird und folglich alles zum Guten wendet.

Allgemein wird zwischen einer passiven Form von Vertrauen und einer aktiven Form von Vertrauen unterschieden. Die aktive Form des G - ttvertrauens zeigen und die Hasmonäer (Chashmonaim) an Chanukkah. Nicht nur, dass man auf G - tt vertraut, sondern gleichzeitig agiert wie Yehudah HaMakkabi gegen die Griechen und deren Götzendienst.

Tevet (Dez. / Januar) ist der Monat des ÄRGERS. Menschen, die im Tevet geboren wurden sehen Ungerechtigkeiten und reagieren dementsprechend. Somit handelt es sich um positiven Ärger, ebenso wie an Chanukkah und der Aufstand der Makkabim, um Israel vom griechischen Joch zu befreien. Chanukkah ist der einzige Feiertag, durch zwei jüdische Monate verläuft: KISLEV und TEVET.
Tevet, wenn wir Ungerechtigkeiten sehen und gegen sie ankämpfen.

Ich wurde im Shevat (Februar) geboren und habe daher den Sinn des ESSENS. Der israelitische Stamm des Shevat ist Ascher. Shevat symbolisiert den Geschmack, Sensitivität, die Integration von Freude, das sich um andere kümmern sowie das Denken.

Bleibt uns noch der Monat Adar (März) mit dem Sinn des LACHENS. Naftali ist der israelitische Stamm des Adar und wir sind dazu angehalten, uns auf Meshiach zu freuen und zu lachen. In diesem Jahr haben wir ein Schaltjahr und daher wird ein zusätzlicher Monat angehängt: Der Adar 2 oder im Hebräischen "Adar Beth" genannt. Doppelte Freude also !



Bücher wurden an dem Abend auch verkauft. 

Photo: Miriam Woelke


Mehr Details zum Thema auf Rabbi Ginzburgh's Website:

Montag, November 15, 2010

Zum gestrigen Vortrag des Rabbi Yitzchak Ginzburgh in Zfat (Safed)

B"H

Leider bin ich heute noch nicht dazu gekommen, die Inhalte der gestrigen Rede des Chabad Rabbiners Yitzchak Ginzburgh zusammen zu stellen. 
Wie berichtet, hielt der Kabbalist einen Shiur (relig. Vortrag) im nordisraelischen Zfat. Genauer sagt im Chabad - Hostel "Ascent". Inhalt des fast zweistuendigen Vortrages waren die 12 Sinne der Seele, welche im kabbalistischen Buch "Sefer Yetzirah - Book of Creation" beschrieben sind. Jeder jued. Monat hat einen besonderen und gleichzeitig verborgenen Einfluss auf die juedische Seele (Neshama). Wie also wirken sich die Monate aus und was bedeutet es fuer mich, wenn ich in diesem oder jenen Monat geboren worden bin ? Darum ging es in dem Vortrag und nicht um Anti - Araber - Reden. 

Den Gesamtinhalt werde ich morgen in den Blog setzen. 
Zum "Sefer Yetzirah": Viele jued. Rabbiner sind der Ansicht, dass der eigentliche Verfasser des Buches Avraham gewesen sein. Nicht, dass er sich hinsetzte und das Buch verfasste, sondern dass er seine Lehren an die nachfolgenden Generationen weitergab und die Inhalte letztendlich in ein Buch zusammen gefasst worden sind. Andere Rabbiner vertreten den Standpunkt, dass es der talmudische Rabbi Akivah war, dessen kabbalistisches Wissen im "Sefer Yetzirah" niedergeschrieben wurde.

Wer an dem Buch interessiert ist, dem empfehle ich "Sefer Yetzirah" von Rabbi Aryeh Kaplan. Wobei das Buch alles andere als einfach zu verstehen ist. Es geht um hebraeische Buchstaben, und deren Zusammensetzungen. Rabbi Ginzburgh bezog sich gestern eher auf die Ausdrucksweise eines Menschen. Die Art, wie sich ein Mensch ausdrueckt, selbst wenn er nur mit dem Fuss wippt, zeigen das Innerste seiner Seele. Und zwar in einer Art und Weise, die selbst uns verborgen ist. 

Dazu morgen mehr !
Wer beim Vortrag gestern abend nicht dabei war hat nichts verpasst, denn in wenigen Tagen soll eine Live - Aufnahme auf Facebook sowie auf Rabbi Ginzburghs Website erscheinen.

Mittwoch, Dezember 23, 2009

Die hebräischen Buchstaben im Erschaffungsprozess


B"H

In der vorangegangenen Parashat Vayigash brachte ich die Sprache auf die verschiedenen Bedeutungen der Buchstaben des hebräischen Alphabetes. Unter anderem ist dort vom einstigen Bediensteten Avrahams, nämlich dem Eliezer, die Rede, dessen Name den Zahlenwert 318 ergibt. Wie das ?
Jeder hebräische Buchstabe besitzt seinen eigenen Zahlenwert und so lassen sich Zahlen mit einem Wort ausdrücken. Jedes Wort besitzt demnach seinen Zahlenwert und wenn wir Worte mit demselben Zahlenwert miteinander vergleichen, ergibt sich meist eine innere verborgene Verbindung.

In Israel nennen wir daher den ersten Wochentag (Sonntag) "Yom Rischon - erster Tag" aber genauso kann man auch YOM ALEPH sagen. Der erste Buchstabe des Alphabetes, das ALEPH, steht für die 1 und wer YOM ALEPH sagt, der meint den Sonntag. YOM BETH ist der Montag (Yom Scheni - zweiter Tag), YOM GIMMEL ist der Dienstag (Yom Schlischi - dritter Tag), YOM DALED = Mittwoch (Yom Revi'I - vierter Tag), YOM HEH = Donnerstag (YOM CHAMISCHI - fünfter Tag), YOM VAV = Freitag (YOM SCHISCHI - sechster Tag) und nur der Schabbat trägt als Wochentag einen richtigen Namen.
Die Wochentage werden vielerseits bei Öffnungszeiten der Banken, von Geschäften oder Institutionen verwendet.

In der jüdischen Kabbalah besitzen die Formen der hebräischen Buchstaben ebenso eine mystische Bedeutung. Zu dem Thema möchte ich zwei sehr gute englische Bücher empfehlen. Zum einen "The Hebrew Letters" vom Chabad Rabbiner Yitzchak Ginzburgh, welcher hier die Buchstaben eher mystisch angeht und deren Formen definiert. Zum anderen brachte ARTSCROLL MESORAH ein sehr gutes, leicht verständliches Buch "The Wisdom in the Hebrew Alphabet" heraus. Der Autor ist Rabbi (Yechiel Aryeh) Michael L. Munk, dessen Vater, Rabbi Ezriel Munk, einst der Rabbiner der Adas Israel Gemeinde zu Berlin war. Im Jahre 1938 flüchtete Rabbi Michael Munk nach England und im Jahre 1941 kam er nach Boston und entging so dem Holocaust in Europa.

Der israelische Chabad - Rabbiner Yitzchak Ginzburgh dürfte ein Begriff sein. Nicht nur wegen seiner rechten politischen Äußerungen, sondern insbesondere aufgrund seiner kabbalistischen Vorträge, Bücher sowie seiner Website "Inner.Org".

G - tt erschuf unser Universum so, dass alles Kreierte seinen eigenen alleinigen Auftrag hat, etwas zu vollfüllen. Für jegliche Existenz hat G - tt einen Plan und wir alle wurden so erschaffen, dass wir in der Lage sind, diesen zu erfüllen. Jedes Tier, jeder Berg, alles wurde aus einem Grund erschaffen und es hat ebenso einen Grund, warum der Berg gerade da steht und nicht woanders. Oder warum wir diesen Eltern geboren worden sind und nicht anderen.

Nicht nur das jegliche Erschaffung eine physikalische Einheit bzw. sichtbar ist. Jeder noch so kleine Teil der Erschaffung besitzt darüber hinaus eine Seele, die wir nicht zu sehen in der Lage sind. Sei es der Mensch, das Tier, die Pflanze, ein Gegenstand, ein Stein oder was auch immer. ALLES besitzt eine Seele !
Die Kabbalah mag zwischen unterschiedlichen Seelenleveln unterscheiden und nur wir Menschen sind in der Lage unseren Level höher hinaus zu bringen. Ein Tier oder Gegenstand bleibt stets auf dem gleichen Level, denn eine Kuh verspürt sicherlich keinen Drang danach, sich spirituell (anhand von Thoramitzwot) auf einen höheren Level zu bewegen. Dazu wurde eine Kuh andererseits auch gar nicht erschaffen. Wir Menschen aber müssen sehen, dass wir unser Dasein nicht nur allein auf einen tierischen Instinkt (Level) gründen. Unsere Aufgabe besteht darin, uns vom Tier zu unterscheiden. Ansonsten hätten wir gleich alle als Tiere erschaffen werden können.

G - tt erschuf die Welt anhand von 10 Aussagen ("Und es werde Licht" …). Nicht, dass G - tt dastand und all diese Sätze ausrief. Vielmehr gibt uns die Thora gleich zu Beginn unzählige Metaphern zur Welterschaffung, welche der Interpretation bedürfen. Seine Aussagen während des Erschaffungsprozesses bezeugen den g - ttlichen Willen, wobei wir diesen wiederum nicht definieren können, denn das kann nur G - tt selber.
Was verstehen wir Menschen vom Willen G - ttes ?

Das hebräische Alphabet beinhaltet 22 Buchstaben und im Chassidismus besitzt jeder der Buchstaben seine eigene Energie (Koach), sein Eigenleben (Chayiot) sowie sein Licht (Or). In der Kabbalah sowie dem Chassidismus hängt alles immer irgendwie an einem Licht (Denken bzw. der Seele) und einer bestimmten individuellen damit verbundenen Funktion. Und so auch bei den hebräischen Buchstaben, die sozusagen mit den zehn Aussagen von G - tt ihre Existenz erlangten. Die Buchstaben wurden so zum "Rohmaterial" der Erschaffung unseres Universums. G - tt formte die Buchstaben zu einem Wort und kabbalistisch betrachtet kam dadurch Sein Wille in die Realität. Alle Buchstaben ergeben unendliche Variationen bzw. Kombinationen, wenn man sie vermischt. Das kabbalistische Buch "Sefer Yetzirah - The Book of Creation), welches Avraham als Autor zugeordnet wird, beschreibt, wie die Buchstaben bei der Welterschaffung benutzt bzw. welche Bedeutung sie gespielt haben. Hierbei zeigen die Buchstaben spirituelle Kräfte auf. Weiterhin bilden die hebräischen Buchstaben den Kern, die innere Bedeutung, eines Wortes. Oder deutlicher gesagt: Sie geben den DNA und geben den Charakter eines Objektes oder Lebewesens an.

Der erste Mensch Adam HaRishon besass vor seinem Vergehen im Paradies den allerhöchsten Seelenlevel, den ein Mensch jemals erlangen kann. Er wusste alles und war unsterblich. Zumindest solange, bis er und Chawa (Eva) ihre kleinen Sünden begingen und sich aufgrunddessen diverse hohe Seelenlevel verflüchtigten und die beiden, u.a., sterblich wurden. Es wird gesagt, dass Adam jedem einzelnen Tier im Paradies einen Namen gab. Den Namen der Rasse und keinen Privatnamen. Er sah ein Tier und nannte die Rasse gemäss seines inneren Charakters.

Die Chassidut Chabad sieht in jedem Lebewesen einen Funken des zukünftigen Meschiach. Einem Funken (in der Seele), der seine Aufgabe vollbringt und somit die Ge'ulah (Zeitalter des Meschiach) näher bringt. In der jüdischen Seele sei der Funke aktiv, denn anhand von Thoramitzwot bringen Juden das Zeitalter des Meschiach näher. Bei allen anderen Lebewesen sei der Funke eher in passiver Form zu finden, doch dennoch vorhanden.

Wir wissen, dass Adam Buchstabenkombinationen konstruierte und auf diese Weise den Tierarten ihre Namen gab. Aber auch Betzalel (zu Zeiten Moshes) war dieser Befähigung der Buchstabenkombinationen mächtig. Als er das Tabernakel (Mischkan) sowie sämtliche dafür erforderlichen Gegenstände baute, verwand er zu diesem Zweck geheime Buchstabenkombinationen. Er besass die Fähigkeit, Realität anhand eines Namen zu kennen. Ferner besassen König Salomon oder der Prophet Ezra die Fähigkeit dieser besonderen Buchstabenkombinationen. Salomon wurde zu G - ttes Partner in der Erschaffung als er den Ersten Tempel baute. Ezra gleichfalls als er den Zweiten Tempel aus den Ruinen des Ersten erstehen liess.

Buchstabenkombinationen werden in der Kabbalah allgemein "Zirufim" genannt und stehen für die spirituellen Kräfte, welcher G - tt im Erschaffungsprozess verwandte.

Die hebräischen Buchstaben zeugen also nicht nur von einer sprachlichen, sondern ebenso von einer spirituellen Bedeutung. Einem inneren spirituellen Charakter. In materieller Form bieten die Buchstaben eine Kommunikation, denn in dem Moment, in dem wir sie zu einem Wort verbinden, sind wir in der Lage mit anderen sowie mit G - tt zu kommunizieren. Jeder Buchstabe besitzt eine individuelle Form, eine Nummer sowie einen Namen.

In der hebräischen Sprache haben wir zwei Artikel:

HA = der, die, das

sowie

ET (ETT)

Für ET gibt es keinerlei Übersetzung, denn das Wort allein hat keine Bedeutung. Was es tut ist, einen bestimmten Gegenstand / Person auszuweisen und mehr nicht. ET zeigt etwas Bestimmtes an und nicht nur den Gegenstand oder die Person.
Ich glaube, es war David Ben Gurion, der sich weigerte, das Wort ET überhaupt zu verwenden. Er benutze keine Wörter, die nichts bedeuten.
Die Torah hingegen ist voll mit dem Wort ET:

"Bereshit bara E - lo - him ET HaShamayim ve ET HaAretz".
"Am Anfang (mit Weisheit) erschuf G - tt DEN Himmel und DIE Erde".

Wie wir sehen ist hier etwas ganz Bestimmtes gemeint bzw. es wird hervorgehoben. G - tt erschuf den Himmel (es gibt ja nur einen) sowie die Erde. Eine Midrasch besagt, dass das Wort ET für etwas Komplettes, Vollkommenes steht, denn es beinhaltet sämtliche 22 Buchstaben des hebräischen Alphabetes. Das Aleph (den ersten Buchstaben) sowie das Tav (den letzten Buchstaben).

Der Baal Shem Tov und sein Nachfolger, der Maggid von Mezritch (Rabbi Dov Baer Friedman) kommentierten ihrerzeit (im 18. Jahrhundert): "Wir alle suchen unsere Erschaffer, der sich da inmitten seiner Erschaffung verbirgt".