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Dienstag, Oktober 02, 2012

Video: "Auf dem Lulav Markt in Jerusalem"

B"H

Das nachfolgende Video nahm ich am 28. September 2012 auf einer der vielen Jerusalemer LULAV Märkte auf. Und zwar auf dem Markt an der Jaffa Road / gegenüber dem Machane Yehudah Markt.

Viel Spass beim Ansehen !


Sonntag, September 30, 2012

SUKKOT in Kurzform


Gesehen in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke
B"H

Eines meiner liebsten jüdischen Feste beginnt heute abend und wird un seine gesamte Woche begleiten: Das Laubhüttenfest SUKKOT.

Was man in Israel am Sukkot eher selten sieht: Regen ! Zwar heisst es im Talmud, dass Regen an Sukkot (in Israel) kein besonders gutes Zeichen ist, doch hoffen wir dennoch auf ein wenig Positives. Unser Land braucht dringend Regen und mir reicht es langsam mit dem, in diesem Jahr, ewig andauernden Sommer. Gestern abend fing es an zu regnen und ich pflanzte mich auf den Balkon, denn es war das erste Mal, dass ich seit März oder April wieder einmal Regen zu Gesicht bekam.

Am vergangenen Donnerstag war ich bei der Einweihung einer neuen Thorarolle im hiesigen Chabad Haus in Rehavia / Jerusalem. In Jerusalem besitzt fast jeder Stadtteil sein eigenes Chabad (Lubawitsch) Haus und selbst bei mir in der Straße befindet sich eines. Dazu und zur neuen Thorarolle mehr ab Dienstag. Mit vielen Photos sowie einem Video !



Eine neue Thorarolle in Chabad Rehavia / Jerusalem





Photos: Miriam Woelke


Heute früh kaufte ich meinen Lulav samt dem dazugehörigen Etrog. Vom Lulav Markt stelle ich am Dienstag ein Video in den Blog.



Lulav, Hadassim, Aravot & der passenden Plastikhülle



Der Etrog (die Zitrusfrucht)

Photos: Miriam Woelke


Ab Dienstag werde ich von zahlreichen Sukkot – Simchat Beit Ha’Sho’eva Verantsaltungen berichten und ebenso Videos in die Blogs stellen. Bis dahin 

CHAG SAMEACH – Schöne Feiertage ! 



Sukkah in der Ben Yehudah Mall in Downtown Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

Donnerstag, September 27, 2012

LULAV Photos aus Jerusalem


 Auf dem LULAV Markt in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke
B"H 

Ich muss ihn mir dieser Tage auch noch kaufen. Den Lulav für Sukkot und einen dazugehörigen Etrog (die Zitrusfrucht). Beides wird an Sukkot in sämtliche Himmelsrichtungen geschüttelt, was für einen Juden (Frau und Mann) eine Mitzwah darstellt. 

Mittlerweile kriege ich langsam Panik, denn heute ist schon Donnerstag und bis spätestens zum Sonntag morgen will ich den Lulav gekauft haben. Außerdem werde ich aktuelle Photos von den Lulav – Märkten Jerusalems in die Blogs stellen. Photos & Videos. 

In wenigen Stunden feiert ein Chabad Haus in Downtown Jerusalem eine sogenannte HACHNASAT SEFER THORA, die feierliche Einweihung einer neuen Thorarolle. Ehrengast wird der aschkenazische Oberrabbiner Israels, Rabbi Jonah Metzger, sein. Ich nehme an dem Event teil und werde ebenfalls Photos und ein Video in den Blog stellen. 

Hier aber vorerst ein paar Lulav Bilder aus den vergangenen zwei Jahren:

Auf dem LULAV Markt, Teil 1

Auf dem LULAV Markt, Teil 2

LULAV Photos aus Jerusalem

Der LULAV


B"H
Der Lulav ist ein biblisches Gebot und setzt sich aus einem Palmenzweig, Myrtlezweige sowie Weidenzweige zusammen. All die Zweige werden zusammengebunden und ergeben den Lulav. Dazu gehören tut selbstverständlich auch der gelbe Etrog, eine Zitrusfrucht. Den Etrog hält man allerdings separat in der Hand und beim Schütteln selbst wird er an den Lulav gedrückt.


Der Lulav wird an allen Tagen des Sukkot - Festes, außer am Schabbat, in alle sechs Himmelrichtungen geschüttelt, was zugleich G - ttes Präsenz symbolisiert. Kommentatoren räumen dem Lulav unterschiedliche Bedeutungen ein und insbesondere in der Kabbalah spielt er eine gravierende Rolle.

Noch am selben Abend des Yom Kippur Ausgangs ist es Tradition, den Bau der Sukkah (Laubhütte) zu beginnen. Es ist jedesmal ein großartiges Erlebnis, in eine Sukkah zu gehen. Der Eine hat es gerne traditionell und hängt Bilder von Jerusalem oder berühmten Rabbis in der Sukkah auf und der andere besteht auf Luxus. Ganz nach Belieben. Bunte Girlanden sind heutzutage schon fast ein Muss und sie werden überall angeboten. Teure, billige, was das Herz begehrt. Am besten gefallen mir immer noch jene Selbstgebastelten der Kinder. 

Überall wird gehämmert und gewerkelt. Der Sukkahbau wird bis ins kleinste Detail geplant, muss doch eine Laubhütte auch koscher sein. Eine bestimmte Höhe, eine bestimmte Anzahl von Wänden, etc. Bis Mittwoch werden Tausende israelische Haushalte ihre Wohnungseinrichtung in die Sukkah tragen und sie stolz den Besuchern präsentieren. Wer keinen eigenen Balkon hat, auf den er die Sukkah plazieren kann, der baut sie draussen im Hof vor oder hinter dem Haus auf. Nicht jeder besitzt sein eigenes Haus und so wird im Gemeinschaftshof zusammengerückt. Sukkah neben Sukkah und es leben die Nachbarn, die jegliche Gespräche in der Sukkah nebenan absichtlich oder unabsichtlich mit anhören. 

Eine ganz besonderen Bedeutung kommt dem Lulav zu. In Jerusalem gibt es momentan fast an jeder Ecke Lulav - Märkte, wo für jeden Geldbeutel etwas dabei ist. Auch hier müssen ein Lulav und der dazugehörige Etrog koscher sein. Und damit man nur das Beste für sein Geld bekommt, wird schon einmal mit der mitgebrachten Lupe nach Rissen in den Blättern gesucht. Besonders berühmt sind die Lulav - Märkte im ultra - orthod. Mea Shearim. Vom grossen Supnik - Platz vor der Knabenschule der chassidischen Gruppe Dushinsky bis hin zu einem Platz an der Bar Ilan Strasse liegen die Märkte verstreut. Auf dem Supnik allerdings gelten eigene Regeln, denn dort dürfen nur Mitglieder der antizionistischen Dachvereinigung "Edah HaCharedit" ihren Lulav kaufen gehen. Eintritt nur nach Vorzeigen des Edah - Ausweises ! 

Emsig suchen die Haredim (ultra - orthod. Juden) mit Lupen die Blätter und den Etrog (Zitrus) ab. Ein ganz besonderes Schauspiel, bei dem Frauen nicht zugelassen sind. Jedenfalls nicht auf den Märkten der Ultra - Orthodoxen. Sogar Verbotsschilder hängen aus, welche Frauen den Zutritt ausdrücklich untersagen. Übrigens darf eine Frau den Lulav an Sukkot genauso schütteln und hierbei gibt es keinerlei Beschränkungen. Nur kaufen darf sie ihn nicht, jedenfalls nicht auf Haredi - Märkten. 

Einmal bei solch einem Markt angekommen, schaue ich dem Treiben gern aus der Ferne zu. Es wird inspiziert, gefeilscht und diskutiert. Nur keinen unkoscheren Lulav kaufen, denn sonst ist die Mitzwah (Ausführung des Thoragebotes) dahin. Um den allerbesten Etrog zu bekommen, kommt es nicht selten vor das schon einmal mehrere Hundert Dollar über den Ladentisch gehen. Wer also an Sukkot Männer mit seltsamen langen durchsichtigen Plastiktaschen durch die Wohnviertel laufen sieht, der braucht sich nicht zu wundern. 

Damit der Lulav an den Feiertagen nicht beschädigt wird, wird er nach dem Schüttel während des Morgengebetes Shacharit in eben jene Plastikhüllen gesteckt. Für den Etrog (Zitrus) gibt es eine extra Schachtel.

Mittwoch, September 19, 2012

Rosh Hashana ist vorbei ... wie geht es jetzt weiter ?

B"H


Heute morgen im ultra - orthodoxen Stadtteil Mea Shearim / Jerusalem: Zahlreiche relig. Juden haben bereits mit dem Bau ihrer Sukkah (Laubhütte) begonnen. Normalerweise wird erst in ca. einer Woche (gleich nach dem Ausklang des Yom Kippur) damit begonnen. In diesem Jahr jedoch sieht man schon jetzt fast fertige Sukkot (Laubhütten) in Jerusalem. Und das nicht nur in Mea Shearim !

Das Photo zeigt eine fast fertige Sukkah auf einem Balkon, was durchaus nicht unüblich ist. Eher im Gegenteil, denn viele Juden bauen ihre Sukkah nicht nur auf dem Boden, sondern genau auf dem Balkon oder dem Hausdach. Allerdings muss eine Sukkak koscher sein und dementsprechend gibt es, u.a. im Talmud, präzise Vorschriften. Dazu aber schreibe ich nach dem Yom Kippur mehr. 

Photo: Miriam Woelke


Ein besonders tolles Rosh Hashana gab es bei mir in diesem Jahr nicht, denn ich war fast die ganze Zeit über ans Haus gebunden und kam nirgendwo hin. Einen Tag vor dem Fest hatte mich eine Grippe voll erwischt und ich lag mit Husten und Fieber darnieder. Gestern nachmittag kamen Freunde vorbei, die mir weitere Medikamente mitbrachten und danach ging es einigermassen. Heute stellte sich auch noch der Schnupfen ein, aber es geht schon wieder. 

Somit fiel dann Rosh Hashana ins Wasser und ich konzentriere mich jetzt voll und ganz auf den Yom Kippur, welcher am kommenden Dienstag abend beginnt. Ein 25 – Stunden langer Fastentag, der nur von Juden eingehalten werden muss. An dem Tag fällt G – tt Sein endgültiges Urteil über jeden einzelnen Juden und entscheidet dessen Schicksal auf ein weiteres Jahr. Ein ernster Tag mit unendlich langen Gebeten und Bekenntnissen der Schuld (Vidui) und dem Versprechen, in Zukunft zu versuchen, alles besser zu machen. 

Heute begehen wir den Halbfastentag (das Fasten findet lediglich von morgens bis abends statt) ZOM GEDALYIAH. Darüber hinaus befinden wir uns seit gestern abend in den "ASERET YAME’I TESCHUVA – DEN ZEHN TAGEN DER UMKEHR ZU G – TT". Einfach ausgedrückt bedeutet dies, dass viele Juden immer noch nicht endgültig gerichtet worden sind und ihr Urteil noch bis zum Yom Kippur auf die positive Seite ziehen können. Deswegen kommt vieles auf unser Verhalten innerhalb dieser Zehn Tage an. 

Wie bereits berichtet, richtet G – tt die Juden endgültig am Yom Kippur und die Nichtjuden ausschliesslich am Rosh Hashana. Wer von den Juden in dem ausgeklangenen Jahr genau soviele gute wie schlechte Taten beging und somit in der Schwebe hängt, hat dieser Tage die Möglichkeit, G – tt davon zu überzeugen, dass er (der Jude) ja gar nicht so schlecht ist. Gewöhnlich strengt man sich etwas mehr an, netter zu den Mitmenschen zu sein. Nicht zu allen, aber auf den Versuch kommt es an.:-)))

Außerdem gibt man sich hilfsbereit oder spendet Geld. 

Mit dem Ausklang dieser Zehn Tage beginnt am Dienstag abend, 25. September 2012, der höchste jüdische Feiertag, der YOM KIPPUR (Versöhnungstag). Enden tut der Feier – und Fastentag am Abend des 26. September 2012. 

Wenige Tage danach, am Sonntag, 30. September 2012, beginnt das Laubhüttenfest SUKKOT. In Israel endet Sukkot am 8. Oktober 2012, in der Diaspora dagegen erst einen Tag später. 

Die Bedeutung der hohen Feiertage und wie sie besonders hier in Jerusalem gefeiert werden, dazu erfahrt Ihr dieser Tage viel mehr Einzelheiten. Hinzu stele ich viele viele aktuelle Photos in den Blog.

Samstag, Oktober 15, 2011

Auf dem LULAV Markt, Teil 2

B"H 

Den ersten Teil könnt Ihr hier einsehen: 







 Simchat Torah Vorbereitungen mit der kleinen Thorarolle zum Tanzen für die Kinder


  Kikar Schabbat - Die Grenze zwischen Ge'ulah und Mea Shearim / Jerusalem


Sukkah Dekorationen


Sukkas auf den Balkonen



Photos: Miriam Woelke

Montag, Oktober 10, 2011

Auf dem LULAV Markt, Teil 1

B”H

Alles redet von Sukkot (Laubhüttenfest) und bereitet sich auf den Beginn am Mittwoch abend vor. Die Einen bauen ihre Sukkah (Laubhütte), die anderen weniger bis gar nicht. Entweder wird im Garten, im Hof oder auf dem Balkon gebaut. Sei da glücklich, wer einen Balkon bzw. eine Terrasse zur Verfügung hat. Beim Balkon ist jedoch immer Vorsicht geboten, denn befindet sich direkt darüber der Balkon des Nachbarn von oben, so kann die Sukkah nicht koscher sein.

Und das macht eine Sukkah gerade aus: Daß sie nämlich lt. der Halacha, festgelegt im Talmud Traktat Sukkah, koscher sein muss. Bedeckt der Balkon des Nachbarn von oben mein Sukkahdach, das sogenannte S’chach, ist die ganze Sukkah koschermässig dahin. Das Dach einer Sukkah muss den Himmel erkennen lassen und darf nie komplett verschlossen sein. In Israel werden für das Dach Palmenzweige ode rein kleiner Bastbespann verwendet. Das Dach muss durchsichtig sein und wenn sich der Balkon meines Nachbarn genau über meinem Sukkahdach befindet, wird die Sukkah unkoscher.

An Sukkot (außer am Schabbat) wird der LULAV geschüttelt. Ein biblisches Gebot aus der Thora und aus der Kabbalah nicht wegzudenken. Wer in Israel keinen eigenen Lulav samt Etrog (der Zitrusfrucht) besitzt, der kann den Lulav insbesondere bei Chabad schütteln gehen. Die Chabadnikim stehen an vielen öffentlichen Plätzen wie dem Jerusalemer Zion Square, vor dem Kaufhaus Hamashbir oder im Jüdischen Altstadtviertel am Cardo, und bieten das Lulavschütteln jedem Juden an. Frauen dürfen den Lulav genau so schütteln wie Männer auch.

Gestern war ging ich mit einer Freundin zu drei verschiedenen Lulav – Märkten in Jerusalem. Nur zu einem wurde uns der Eintritt gewährt. Beim zweiten Markt log uns der sephardische Wächter etwas vor von wegen “Frauen dürfen nicht hinein”. Das, was ihn störte, war meine Jeans. Ansonsten waren Frauen nämlich zugelassen. Auf dem dritten Markt am Kikar Supnik im haredischen (ultra – orthodoxen) Viertel von Ge’ulah (neben Mea Shearim) mussten wir tatsächlich aus dem Grund draußen bleiben, weil keine Frauen zugelassen waren. Genau genommen sind dort nur männliche Mitglieder der antizionistischen Edah HaCharedit aus Mea Shearim zum Kauf berechtigt. Immerhin stellte man sich dort weniger an als der sephardische Jude zuvor und liess uns photographieren.

Warum nur Männer ? Weil mal wieder befürchtet wird, dass es im Gedränge zu “Unanständigkeiten” kommen kann und Männlein und Weiblein sich zu nahe kommen.
 
Hier ein paar Eindrücke von gestern:






Sämtliche Zweige des Lulav einschliesslich dem Etrog werden eingehend auf Schäden untersucht, denn ansonsten ist der Lulav nicht koscher. Bei gebrochenen Palmenzweigen, zum Beispiel oder wenn der Etrog eingerissen ist. Deswegen wird vor dem Kauf alles eingehend unter die Lupe genommen. Im wahrsten Sinne des Wortes.







Verkauf von Palmenzweigen für das Dach S'chach. Die Zweige selbst sind nicht billig und kosten schon mal 20 Schekel (4 Euro) oder mehr pro Stück. 


Der Etrog wird mit der Lupe nach Rissen untersucht. Gesehen in Mea Shearim.



Hier haben Frauen keinen Zutritt !






Von oben ist der Einblick in den markt ebenso abgeschirmt. Im Hintergrund befindet sich das Schulgebäude der chassidischen Gruppe Dushinsky.




Nicht auf dem Markt, sondern bei einem Etrog - Händler nebenan.

Copyright aller Photos: Miriam Woelke

HIER die Photos vom vergangenen Sukkot (2010 / 5771)


Sonntag, Oktober 09, 2011

Lulav Checking in Jerusalem

B"H 

Der traditionelle Lulav für Sukkot muss koscher sein und die Einzelteile unterliegen genau festgelegten Kriterien. 



Copyright / Photo: Miriam Woelke

Der LULAV


B"H
Der Lulav ist ein biblisches Gebot und setzt sich aus einem Palmenzweig, Myrtlezweige sowie Weidenzweige zusammen. All die Zweige werden zusammengebunden und ergeben den Lulav. Dazu gehören tut selbstverständlich auch der gelbe Etrog, eine Zitrusfrucht. Den Etrog hält man allerdings separat in der Hand und beim Schütteln selbst wird er an den Lulav gedrückt.


Der Lulav wird an allen Tagen des Sukkot - Festes, außer am Schabbat, in alle sechs Himmelrichtungen geschüttelt, was zugleich G - ttes Präsenz symbolisiert. Kommentatoren räumen dem Lulav unterschiedliche Bedeutungen ein und insbesondere in der Kabbalah spielt er eine gravierende Rolle.

Noch am selben Abend des Yom Kippur Ausgangs ist es Tradition, den Bau der Sukkah (Laubhütte) zu beginnen. Es ist jedesmal ein großartiges Erlebnis, in eine Sukkah zu gehen. Der Eine hat es gerne traditionell und hängt Bilder von Jerusalem oder berühmten Rabbis in der Sukkah auf und der andere besteht auf Luxus. Ganz nach Belieben. Bunte Girlanden sind heutzutage schon fast ein Muss und sie werden überall angeboten. Teure, billige, was das Herz begehrt. Am besten gefallen mir immer noch jene Selbstgebastelten der Kinder.

Überall wird gehämmert und gewerkelt. Der Sukkahbau wird bis ins kleinste Detail geplant, muss doch eine Laubhütte auch koscher sein. Eine bestimmte Höhe, eine bestimmte Anzahl von Wänden, etc. Bis Mittwoch werden Tausende israelische Haushalte ihre Wohnungseinrichtung in die Sukkah tragen und sie stolz den Besuchern präsentieren. Wer keinen eigenen Balkon hat, auf den er die Sukkah plazieren kann, der baut sie draussen im Hof vor oder hinter dem Haus auf. Nicht jeder besitzt sein eigenes Haus und so wird im Gemeinschaftshof zusammengerückt. Sukkah neben Sukkah und es leben die Nachbarn, die jegliche Gespräche in der Sukkah nebenan absichtlich oder unabsichtlich mit anhören.

Eine ganz besonderen Bedeutung kommt dem Lulav zu. In Jerusalem gibt es momentan fast an jeder Ecke Lulav - Märkte, wo für jeden Geldbeutel etwas dabei ist. Auch hier müssen ein Lulav und der dazugehörige Etrog koscher sein. Und damit man nur das Beste für sein Geld bekommt, wird schon einmal mit der mitgebrachten Lupe nach Rissen in den Blättern gesucht. Besonders berühmt sind die Lulav - Märkte im ultra - orthod. Mea Shearim. Vom grossen Supnik - Platz vor der Knabenschule der chassidischen Gruppe Dushinsky bis hin zu einem Platz an der Bar Ilan Strasse liegen die Märkte verstreut. Auf dem Supnik allerdings gelten eigene Regeln, denn dort dürfen nur Mitglieder der antizionistischen Dachvereinigung "Edah HaCharedit" ihren Lulav kaufen gehen. Eintritt nur nach Vorzeigen des Edah - Ausweises !

Emsig suchen die Haredim (ultra - orthod. Juden) mit Lupen die Blätter und den Etrog (Zitrus) ab. Ein ganz besonderes Schauspiel, bei dem Frauen nicht zugelassen sind. Jedenfalls nicht auf den Märkten der Ultra - Orthodoxen. Sogar Verbotsschilder hängen aus, welche Frauen den Zutritt ausdrücklich untersagen. Übrigens darf eine Frau den Lulav an Sukkot genauso schütteln und hierbei gibt es keinerlei Beschränkungen. Nur kaufen darf sie ihn nicht, jedenfalls nicht auf Haredi - Märkten.

Einmal bei solch einem Markt angekommen, schaue ich dem Treiben gern aus der Ferne zu. Es wird inspiziert, gefeilscht und diskutiert. Nur keinen unkoscheren Lulav kaufen, denn sonst ist die Mitzwah (Ausführung des Thoragebotes) dahin. Um den allerbesten Etrog zu bekommen, kommt es nicht selten vor das schon einmal mehrere Hundert Dollar über den Ladentisch gehen. Wer also an Sukkot Männer mit seltsamen langen durchsichtigen Plastiktaschen durch die Wohnviertel laufen sieht, der braucht sich nicht zu wundern. Damit der Lulav an den Feiertagen nicht beschädigt wird, wird er nach dem Schüttel während des Morgengebetes Shacharit in eben jene Plastikhüllen gesteckt. Für den Etrog (Zitrus) gibt es eine extra Schachtel. Wenn der Mann einmal unpässlich sein sollte, darf auch eine Frau das Lulav - Täschchen halten. Sogar bei den ultra - orthod. Haredim.

Mittwoch, September 22, 2010

Lulav Photos aus Jerusalem

B"H


Heute abend beginnt SUKKOT und ich habe mein eigenes LULAV Set erstanden. Völlig unerwartet, doch letztendlich bin ich stolzer Besitzer meines eigenen Lulav. Ab morgen darf dann munter geschüttelt werden. Ganz kabbalistisch und in sämtliche Richtungen, um die Präsenz G - ttes in allen Teilen des Universums auszudrücken.


Hier eine kleine Lulav Photoserie:




Mein Lulav Set (noch nicht zusammengebunden).







Der Lulav Markt in der Jaffa Road / gegenüber dem Machane Yehudah Markt.




Das Kaufen der ARAVOT für den Lulav. Jeder einzelne Stengel wird geprüft. Wenn es sein muss, mit der Lupe, denn alles muss koscher sein !



















Photos: Miriam Woelke

Montag, September 20, 2010

Der LULAV

B"H




Der Lulav ist ein biblisches Gebot und setzt sich aus einem Palmenzweig, Myrtlezweige sowie Weidenzweige zusammen. All die Zweige werden zusammengebunden und ergeben den Lulav. Dazu gehören tut selbstverständlich auch der gelbe Etrog, eine Zitrusfrucht. Den Etrog hält man allerdings separat in der Hand und beum Schütteln selbst wird er an den Lulav gedrückt.


Der Lulav wird an allen Tagen des Sukkot - Festes, außer am Schabbat, in alle sechs Himmelrichtungen geschüttelt, was zugleich G - ttes Präsenz symbolisiert. Kommentatoren räumen dem Lulav unterschiedliche Bedeutungen ein und insbesondere in der Kabbalah spielt er eine immense Rolle.



Noch am selben Abend des Yom Kippur Ausgangs ist es Tradition, den Bau der Sukkah (Laubhütte) zu beginnen. Es ist jedesmal ein großartiges Erlebnis, in eine Sukkah zu gehen. Der Eine hat es gerne traditionell und hängt Bilder von Jerusalem oder berühmten Rabbis in der Sukkah auf und der andere besteht auf Luxus. Ganz nach Belieben. Bunte Girlanden sind heutzutage schon fast ein Muss und sie werden überall angeboten. Teure, billige, was das Herz begehrt. Am besten gefallen mir immer noch jene Selbstgebastelten der Kinder.


Überall wird gehämmert und gewerkelt. Der Sukkahbau wird bis ins kleinste Detail geplant, muss doch eine Laubhütte auch koscher sein. Eine bestimmte Höhe, eine bestimmte Anzahl von Wänden, etc. Bis Mittwoch werden Tausende israelische Haushalte ihre Wohnungseinrichtung in die Sukkah tragen und sie stolz den Besuchern präsentieren. Wer keinen eigenen Balkon hat, auf den er die Sukkah plazieren kann, der baut sie draussen im Hof vor oder hinter dem Haus auf. Nicht jeder besitzt sein eigenes Haus und so wird im Gemeinschaftshof zusammengerückt. Sukkah neben Sukkah und es leben die Nachbarn, die jegliche Gespräche in der Sukkah nebenan absichtlich oder unabsichtlich mit anhören.


Eine ganz besonderen Bedeutung kommt dem Lulav zu. In Jerusalem gibt es momentan fast an jeder Ecke Lulav - Märkte, wo für jeden Geldbeutel etwas dabei ist. Auch hier müssen ein Lulav und der dazugehörige Etrog koscher sein. Und damit man nur das Beste für sein Geld bekommt, wird schon einmal mit der mitgebrachten Lupe nach Rissen in den Blättern gesucht. Besonders berühmt sind die Lulav - Märkte im ultra - orthod. Mea Shearim. Vom grossen Supnik - Platz vor der Knabenschule der chassidischen Gruppe Dushinsky bis hin zu einem Platz an der Bar Ilan Strasse liegen die Märkte verstreut. Auf dem Supnik allerdings gelten eigene Regeln, denn dort dürfen nur Mitglieder der antizionistischen Dachvereinigung "Edah HaCharedit" ihren Lulav kaufen gehen. Eintritt nur nach Vorzeigen des Edah - Ausweises !


Emsig suchen die Haredim (ultra - orthod. Juden) mit Lupen die Blätter und den Etrog (Zitrus) ab. Ein ganz besonderes Schauspiel, bei dem Frauen nicht zugelassen sind. Jedenfalls nicht auf den Märkten der Ultra - Orthodoxen. Sogar Verbotsschilder hängen aus, welche Frauen den Zutritt ausdrücklich untersagen. Übrigens darf eine Frau den Lulav an Sukkot genauso schütteln und hierbei gibt es keinerlei Beschränkungen. Nur kaufen darf sie ihn nicht, jedenfalls nicht auf Haredi - Märkten.


Einmal bei solch einem Markt angekommen, schaue ich dem Treiben gern aus der Ferne zu. Es wird inspiziert, gefeilscht und diskutiert. Nur keinen unkoscheren Lulav kaufen, denn sonst ist die Mitzwah (Ausführung des Thoragebotes) dahin. Um den allerbesten Etrog zu bekommen, kommt es nicht selten vor das schon einmal mehrere Hundert Dollar über den Ladentisch gehen. Wer also an Sukkot Männer mit seltsamen langen durchsichtigen Plastiktaschen durch die Wohnviertel laufen sieht, der braucht sich nicht zu wundern. Damit der Lulav an den Feiertagen nicht beschädigt wird, wird er nach dem Schüttel während des Morgengebetes Shacharit in eben jene Plastikhüllen gesteckt. Für den Etrog (Zitrus) gibt es eine extra Schachtel. Wenn der Mann einmal unpässlich sein sollte, darf auch eine Frau das Lulav - Täschchen halten. Sogar bei den ultra - orthod. Haredim.




Der Lulav mit dem Etrog (der Zitrusfrucht)








Sämtliche Photos vom Lulav - Markt am Supnik Square HIER !