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Donnerstag, Januar 19, 2012

Parashat Va'era - פרשת וארא


 Gesehen in der Altstadt von Jerusalem

Photo: Miriam Woelke
B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Definition: Va'era = Ich erschien, Ich zeigte mich. 
G - tt spricht zu Moshe und sagt ihm, dass Er sich Avraham, Yitzchak und Yaakov mit Seinem Namen E - L SHAD - DAI zeigte, nicht jedoch mit dem Namen Y - H - V - H.


G – ttes Namen drücken IMMER eine bestimmte Eigenschaft oder Aktion von Ihm aus. Wie wird Er handeln ?

Der berühmte chassidische Rabbiner Elimelech von Lejansk schreibt in seinem Buch "Noam Elimelech", dass G – tt sich dem Menschen gemäss dessen individuellem Level zeigt. So auch im Falle des Moshe. Dies bedeutet wiederum NICHT, dass G – tt plötzlich ein anderer ist, nur weil Er unter anderem Namen erscheint. G – tt bleibt immer der Gleiche, nur handelt Er anders. Und der Level eines Menschen hängt in diesem Falle von der Erfüllung der Thoragebote ab.

Was aber genau unterscheidet den Namen E"l Shadda"i von dem Namen, der Moshe genannt wurde, Y – H – V – H ? 

Der Ramban (Nachmanides) vertrat die Ansicht, dass der Name E – l Shad – dai jenen G – tt beschreibt, welcher Wunder vollbringt. Jedoch nur solche Wunder, welche nicht den üblichen Verlauf der Natur beeinflussen. So jedenfalls nahmen unsere Vorväter Avraham, Yitzchak und Yaakov G – tt war. Wenn dieser ihnen in Zeiten der Hungersnot oder einer mehrheitlichen Überlegenheit der Feinde Sicherheit und Überleben gewährte. 

In seinen Kommentaren unterscheidet der Ramban sehr stark zwischen den einzelnen Wundern. Ob diese die Natur beeinträchtigen bzw. außer kraft setzten oder nicht. G – tt unter dem Namen E – l Shad – dai vollbrachte Wunder, die wir nicht unbedingt als solche wahrnehmen; und die jüdischen Vorväter genau so wenig. Moshe hingegen, dem sich G – tt unter dem höchsten Namen Y – H – V – H zeigte, erlebte da eine ganz andere Art von Wundern. Zu der Zeit nämlich veränderte G – tt die Natur, um Wunder stattfinden zu lassen. Wunder also, die für jedermann als Wunder galten und sich nicht mehr im verborgenen der Natur abspielten. 

Wir Menschen tendieren wohl damals genau so wie heute eher dazu, einzig jene Wunder wahrzunehmen, welche wir mit eigenen Augen sehen und die eben etwas Unfassbares ausdrücken. Ein richtiges tolles Wunder, was ist das für uns ? Ein Kranker wird plötzlich und für alle sichtbar geheilt. Die Sonne steht still, Regen fällt von unten nach oben; kurz gesagt, etwas Außergewöhnliches muss her. Etwas, das sonst nie passiert und unglaublich erscheint. Lässt G – tt etwas Derartiges geschehen, ja, dann ist das für uns ein Wunder. Dabei aber vergessen wir die kleinen Wunder des Alltags. Wer von uns fast es schon als Wunder auf, wenn er, trotz wenig Geld doch ausreichend zu Essen kaufen kann. Wen nein Mensch ohne ernsthafte Krankheiten durchs Leben geht. Wen nuns das näherkommende Auto doch noch ausweichen kann und wir nicht angefahren werden. Wer sieht all die kleinen Dinge im Leben als G – ttes Wunder ? Die Vorväter gaben sich damit zufrieden, aber die Frage ist: Tun wir das auch oder suchen wir ständig nur nach der Super Power. Dem Unfassbaren Gewaltigen, was uns zu beeindrucken in der Lage ist.  

Im kabbalistischen Buch ZOHAR lesen wir, dass G – tt anhand Seines höchsten Namens Y – H – V - H die Welt erschuf. Außerdem zeigte sich G – tt den Vorvätern in Seinen Prophezeihungen nur des nachts (Ibn Ezra) und nicht zu jeder Tageszeit wie dem Moshe. Seit Moshe gab es nie wieder einen Menschen, der mit G – tt von "Angesicht zu Angesicht" sprach und sich auf solch höchstem Level der Prophezeihung befand. Von "Angesicht zu Angesicht" deutet symbolisch auf einen extrem hohen Level hin. Ferner war G - tt für Moshe IMMER ansprechbar bzw. zugänglich. Die hier gezeigte Symbolik darf keinesfalls wörtlich genommen werden, denn niemand sieht G –tt auch nur annähernd. Vielmehr wird uns hier eine Metapher in vermenschlichter Sprache gegeben, zu der unser begrenztes Fassungsvermögen einen Zugang haben kann.

Der erste aschkenazische Oberrabbiner, Rabbi Avraham Yitzchak HaCohen Kook (Kuk), kommentierte, dass sich G – tt nun mit Seinem höchsten Namen präsentieren konnte, denn Israel war auf einem hohen Level, da sie in Ägypten zu einer Nation herangewachsen waren. Unsere Vorväter hatten gar keinen Bedarf für diesen hohen Namen Y – H – V – H, da ihnen keine offenen Wunder, welche die Natur verändern sollten, wiederfuhren. Bei den Israeliten aber sollte dies anders sein, denn G – tt vollbrachte für sie offene Wunder; zuerst beim Auszug aus Ägypten und später in der Wüste (Ramban sowie Sforno). Des weiteren vertrauten die Vorväter ganz einfach auf G – tt und fragten nie nach oder beschwerten sich. Moshe hingegen war nur auf eine schnelle Lösung aus a la:
"Ich war bei Pharao, der tut nichts, also G – tt tu was".

Aufgrund ihres blinden G – ttvertrauens benötigten die Vorväter niemals den Namen Y – H – V – H (der chassidische Kommentator Kli Yakar). Dies wiederum aber bedeutet nicht, dass sie den Namen nicht kannten. Laut dem Ramban wußten die Vorväter sehr wohl von dem Namen, gaben sich aber dennoch mit E'l Shadda'i zufrieden.

Der derzeitige Rebbe der chassidischen Gruppe Slonim in Jerusalem, Rabbi Bozorowsky, verfasste meiner Meinung nach brilliante Thorakommentare und auch an dieser Stelle halt er eine exzellente Meinung bereit: Die Israeliten hatten in der äyptischen Diaspora schweren spirituellen Schaden erlitten und waren dabei, G – tt zu vergessen. Sie hatten andere Probleme als die Religion und waren vom täglichen Arbeitspensum so müde, dass sie abends heimkamen, aßen und sich schlafen legten. Wen interessierte da groß G – tt ? Die Diaspora in Ägypten jedoch war, laut Kabbalah, eine Diaspora des "Wissens - Da'at", was voraussetzte, dass alle G – tt kennen mußten. Deswegen benutzte G – tt Seinen höchsten Namen, denn nach all den Jahren besassen die Israeliten nicht mehr das Wissen ihrer Vorväter, das da EIN G – tt ist, der die Welt erschuf.


Die "Zehn Plagen"

Was mich bei der Aufzählung der "Zehn Plagen - עשר מכות - Esser Makkot" immer störte war, wenn es da in der Thora heißt, dass G – tt Pharaos Herz erhärtete. Was genau soll das bedeuten ? War es nicht Pharaos Entscheidung, die Israeliten gehen zu lassen ? Was hat G – tt mit dessen Entscheidung zu tun ? 

An dieser Stelle stellt sich einmal wieder mehr die Frage, inwieweit die Menschen einen "Freien Willen" haben und inwieweit G – tt alles beeinflußt. Es heißt, dass Pharao bis zur fünften Plage über einen freien Willen verfügte und danach nicht mehr. Ab der sechsten Plage sorgte G – tt dafür, dass Pharao keinerlei freie Entscheidungen mehr treffen konnte und dementsprechend die Israeliten nicht gehen liess. 

Wieso tat G – tt das ?
Der Ramban sowie Ibn Ezra geben eine einfache kurze Antwort, welche genauer definiert werden muß: G – tt wollte verhindern, dass Pharao Teschuva macht. Teschuva bedeutet eine Umkehr zu G – tt. Wenn jemand sündigt bzw. etwas Falsches tut, dann läßt G – tt normalerweise Gnade walten, wenn derjenige Reue zeigt und Besserung verspricht. 

Laut dem Rambam (Maimonides) und seiner Mischna Thora – Hilchot Teshuva 5:6, kann G – tt einem Menschen die Teshuva bzw. Gnade verweigern, selbst wenn dieser Reue zeigen täte.
In diesem Fall gibt G – tt dem Sünder vorher unzählige Zeichen, die auf eine eventuelle Reue hindeuten sollen. Erkennt derjenige G – ttes Signale nicht und fährt mit seinem Verhalten fort, richtet G – tt es ein, dass derjenige sein Leben genauso verendet und mit seinen Vergehen stirbt. Bestes Beispiel ist, wenn Hitler plötzlich Reue gezeigt und sich entschuldigt hätte. Ab einem gewissen Zeitpunkt war der Zeitpunkt der Reue für Hitler absolut unmöglich und die Kabbalah könnte mit einbringen, dass nach dessen Tode sogar dessen Seele zerstört wurde. 

Nicht in allen Fällen dürfen wir uns immer auf G – ttes Gnade verlassen und sollten daher zusehen, es nie zu weit kommen zu lassen. Aber nicht alle sind Pharao oder Hitler und von daher ist Otto Normalverbraucher nicht unbedingt in irgendeiner Gefahr. Die Worte des Rambams sind immer kurz und präzise und bilden für das Verhalten Pharaos eine ausreichende Erklärung. 

Schon in der vorherigen Parasha rechtfertigte sich Moshe damit, dass er Probleme beim Sprechen habe. Kommentatoren sagen, dass Moshe gestottert hat. Auch Rabbi Machlis aus Jerusalem fragte einmal, warum G – tt gerade jemanden, der stottert, zur Rettung des Volkes Israel auserkoren hatte. Hätte er nicht jemanden finden können, der gut spricht und ein Charisma hat ? Anscheinend soll hier gelehrt werden, dass es manchmal Menschen gibt, die in unseren Augen als unwichtig sind oder wir meinen, dass sie auf einem niedrigen Stand sind und eh keine Chancen haben. Das genaue Gegenteil aber beweist uns Moshe, der trotz seiner Behinderung zum größten Propheten aufstieg. 

Schabbat Schalom

Sonntag, Mai 01, 2011

"Sha'arei Ora" von Rabbi Joseph Gikatilla


Die 72 Namen G - ttes


B”H

Das kabbalistische Buch “Sha’arei Ora” vom spanischen Rabbi Joseph Gikatilla (1248 – ca. 1305) diskutiert die Namen G – ttes in aller Ausführlichkeit. Zwar enthalte die Thora “lediglich” neun Namen, doch G – tt weist, besonders in kabbalistischer Literatur, viele weitere Namen auf. Wobei diese Namen schon vorher bestanden und keine reine Erfindung mittelalterlicher Kabbalisten sind. Außerdem sollte jedem klar sein, dass G – tt als unendliches und immer existierendes Wesen gar keinen Namen hat oder braucht. Vielmehr liess Er uns in der Thora einige Namen als reine Symbolik wissen. Damit wir sterblichen Wesen einen Bezug zu Ihm aufbauen können und nicht vor einem “Superwesen” stehen, von dem wir wissen, dass es G – tt ist, doc him Grunde genommen finden wir keinen Bezug. Menschen benötigen Namen, etwas zum Anfassen, etwas, was offensichtlich ist. G – tt ist all das nicht, aber dafür verfasste Er die Thora in vermenschlichter Sprache.

Zu Beginn nennt das Buch “Sha’arei Ora” neun G – ttesnamen, die wir in der Thora finden. Diese Namen sind der Schlüssel zu allem, was ein Mensch braucht. Ferner hängt die gesamte Thora sowie die Thoramitzwot (Gesetze) an eben jenen Namen.

Wenn G – tt in der Thora unter verschiedenen Namen auftritt, so geschieht dies, weil Er unterschiedlich agiert. Einmal als der gütige, der richtende oder der erschaffende G – tt, zum Beispiel. Obwohl missionarische Christen behaupten, G – tt erscheine in diversen Namen als Plural, so ist dies grundlegend falsch. G – tt tritt niemals im Plural. Es gibt genügend berühmte Rabbiner, die diese dumme Behauptung widerlegen.

Sonntag, Dezember 27, 2009

Der hebräische Buchstabe ALEPH

B"H
  
Wie ich bereits HIER sagte, besteht das hebräische Alphabet mit seinen 22 Buchstaben nicht einfach nur so aus Zeichen oder Konsonanten; jeder einzelne Buchstabe steht gleichzeitig für eine Zahl und die Form des Buchstabens für eine kabbalistische tiefere innere Bedeutung.

Schauen wir uns nur den ersten Buchstaben, das ALEPH an.
 
Hier in Druckschrift




Und hier in Schreibschrift




Das ALEPH steht für eine 1 und die Mystik sagt uns, dass der Buchstabe eigentlich aus zwei Yud (der zehnte Buchstabe des Alphabets) geformt ist.




Das YUD


 

Das YUD im Wort " chai - leben" 


Die Zehn Gebote, welche die Israeliten am Berg Sinai erhielten, begannen mit dem Buchstaben ALEPH:

"Ani HaShem …"


Ani = ICH


Und an dieser Stelle sagt G - tt "ICH".


Das ALEPH, die 1, symbolisiert den ewigen alleinigen EINEN G - tt. Das Aleph ist das Symbol G - ttes als Erschaffer sowie als Herrscher über das gesamte Universum. Das Aleph ist etwas Ganzes / Komplettes, denn die Kabbalah besagt, dass die beiden Yud die unteren Wasser sowie das obere Firmament darstellen. Eine Verbindung der oberen mit der unteren Welt sozusagen, was im Grunde genommen nur G - tt sein kann. G - tt ist EINS besagt der Monotheismus. Er ist der Alleinherrscher auf ewig und vollkommen zeitlos. G - tt unterliegt keinerlei Veränderungen. Bei Ihm handelt es sich um eine einzige vollkommen perfekte Einheit, weit von unserem Vorstellungsvermögen. Obwohl wir G - tt aus der Thora mit unterschiedlichen Charaktereigenschaften wie einen "zornigen" oder "gütigen" G - tt kennen, beschreiben diese Darstellungen keineswegs Seine "Launen", sondern um Handlungsweisen, welche wir lediglich in einer vermenschlichten Sprache in der Lage sind, zu erfassen. Rabbi Munk gibt hier das Beispiel des Rabbi Gedaliah Schorr, welcher genau dieses Konzept mit den Sonnenstrahlen vergleicht, die durch ein Prisma gesehen werden. Wir sehen nichts Genaues, sondern unser Auge erfasst etwas, was wir dann zu interpretieren versuchen, es jedoch nie genau können.

Das Aleph symbolisiert die unendlichkeit Natur G - ttes. Die zwei Yud sind in der Mitte miteinander verbunden und bilden somit ein Aleph.
Jeder hebräische Buchstabe dient als ein "Verbindungskanal" zwischen Himmel und Erde. Die Menschen kommunizieren mit G - tt anhand von Gebet sowie der Erfüllung der Mitzwot (Juden die 613 Mitzwot) und Nichtjuden (anhand der Sieben Noachidischen Gesetze).
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Quellen:

- "The Hebrew Letters" von Rabbi Yitzchak Ginsburgh

- "The Wisdom of the Hebrew Alphabet" von Rabbi Michael L. Munk

Mittwoch, August 05, 2009

Der KUZARI zu den Namen G - ttes, Teil 2

B"H

Nicht, dass ein jeder inmitten eines Gebetes angestrengt darüber nachdenken soll, was nun dieser oder jener Name G - ttes bedeutet bzw. welche Absicht G - tt damit erfüllt. Beten wir nun gerade zu einem richtenden oder zu einem gütigen G - tt ? Oder vielleicht zu einem G - tt, der gleichzeitig beide Charaktereigenschaften vertritt: gütig sowohl als auch richtend ?

Bestes Beispiel hierfür sind recht viele Gebete am Yom Kippur (Versöhnungstag), wenn wir, ich glaube es ist im letzten, im Ne'ilah Service, laut ausrufen: "Hu A - do - nai, Hu Ha - E - lohim !" Ein Ausruf zum gütigen als auch zum richtenden G - tt.

Bevor ich zum Buch "Der Kuzari" von Rabbi Yehudah HaLevi (1075 - 1141) komme, eines vorweg: Der Name "A - do - nai" steht allgemein für einen gütigen und der Name "E - lohim" für einen richtenden G - tt. In der Thora sehen wir jedoch genügend Beispiel, in denen beide Namen zusammen genannt werden.

Und noch eines:

Laut der Halacha ist das Aussprechen der Namen G - ttes, es sei denn im Gebet, beim Thorastudium oder während eines relig. Unterrichtes verboten. Zum Beispiel sagt man ansonsten "Elokim" anstatt E - lohim" oder "HaShem - Der Name" anstatt "A - donai".
Außerdem müssen Schriften, welche den Namen G - ttes enthalten, in einer vorgeschriebenen Art und Weise vernichtet werden. Entweder verbrannt, in der Erde "beerdigt" oder man gibt die Schriften in eine "Genizah - relig. jüd. Einrichtung zu eben jenem bestimmten Zweck". Einfach so in den Müll schmeisst man nicht, auf dem sich der vollständige Name G - ttes befindet und deswegen schreibe ich Seine Namen hier in einer Weise aus, welches keines der Gesetze verletzt und selbst wer sich diesen Artikel ausdruckt, kann ihn hinterher, falls notwendig, ohne Genizah etc. entsorgen.

Fast zu guter Letzt:

Details und Hintergrund zum "Kuzari" gibt es im weiteren Verlauf. Ebenso dazu, wer die Khazaren waren und warum, z.B., viele Moslems behaupten, die Juden seien keine richtigen Juden, sondern vielmehr handele es sich um die Nachfolger der Khazaren.
Ursprünglich handelte es sich bei den Khazaren um Türken, welche sich in der Gegend des Kaukasus niedergelassen hatten.

Benutzte Quellen: "Der Kuzari" - Übersetzung vom arabischen Original ins Hebräische von Rabbi Yosef Kapach (einem ehemaligen führenden jeminitischen Rabbiner) sowie "The Kuzari" ins Englische übertragen von N. Daniel Korobkin.

Im "Kuzari" geht es allgemein darum, dass der König der Khazaren mit jeweils einem moslemischen, jüdischen sowie christlichen Gelehrten spricht und Fragen stellt, um so die richtige Religion herauszufinden. Der Jude gwinnt und die Khazaren traten allesamt zum Judentum über.
Die Konversion der Khazaren ist eine historische Tatsache, welche sich vor mehr als 1000 Jahren ereignete.

"DER KUZARI" - Kapitel 4

Der jüdische Gelehrte erklärte dem König der Khazaren den G - ttesnamen "E - lohim". Hierbei handele es sich um den Namen eines Herrschers sowie eines Richters. In der Thora wird der Name mehrere Male auch als "Herrscher über das Universum" verwendet. Ein Herrscher über die Planeten genauso wie über die Natur.

All dieses wurde von G - tt erschaffen und wieso sollte Er es nicht vollkommen beherrschen ?
Der Name E - lohim steht in der Pluralform, da die einstigen götzendienerischen Völker ihre Statuen aufstellten und hinterher glaubten, dass jede dieser Statuen eine bestimmte spirituelle Energie von den Sternenkonstellationen sowie anderweitigen Kräften erhalte. Jede dieser einzelnen Kräfte wurde "E - loah" genannt und der Plural davon war "E - lohim". Zum Beispiel glaubten die Menschen, dass Sonne und Mond über sie und die Erde herrschen.
Allerdings scheiterten die Völker daran, die einzige wahre Quelle der Schöpfung zu erkennen. Eine Kraft, welche sämtliche anderen Kräfte beinhaltet. Die Generation des Enosch (Enosch war ein Enkel von Adam HaRishon - dem ersten Menschen) verfiel dem Irrtum, dass G - tt zwar alles erschuf, doch Er sich nachher anderen Dingen zuwandte und die Sternenkonstellationen uns und die gesamte Erde beherrschen liess.

Der einzige wahre Name G - ttes, welcher ebenso die Wurzel aller anderen Namen darstellt, ist "Yud - Heh - Vav - Heh", der Name "Havayah". Da wir nicht wissen, wie genau der Name ausgesprochen wird, sagen wir im Gebet "A - donai" und ansonsten "HaShem" (wie oben angegeben). Dieser Name beschreibt als einziger G - ttes Wesen, wobei wir nicht wissen, was das eigentlich ist: "G - ttes Wesen".
"Wie kann ich jemanden erkennen, dessen Wesen unerfassbar, unbegreifbar und unendlich ist ? Dessen inneres Dasein nur durch seine Taten erkannt werden ?"
Genau um ein solches Wesen handelt es sich bei G - tt.

Fortsetzung folgt !________________________
Die Bedeutung der Namen G - ttes im "Schema Israel" - Gebet

Die Maske G - ttes

Dienstag, August 04, 2009

Der KUZARI zu den Namen G - ttes, Teil 1

B"H

In etwas mehr als zwei Wochen beginnt der jüdische Monat ELUL. Der Elul hat ganz bestimmte Bedeutungen; unter anderem beginnt mit ihm die Zeit der Teschuva (Umkehr zu G - tt). Vor dem jüd. Neujahrsfest Rosh HaShana soll ein jeder sich darauf besinnen, was er in diesem, bald ausklingenden Jahr falsch machte, und gleichzeitig darüber nachdenken, wie es im Neuen Jahr besser laufen kann. Zumindest vom relig. Standpunkt her betrachtet.

Im Chassidismus besteht das Konzept "HaMelech baSadeh - der König ist im Feld". Bedeutet: In keinem anderen Monat ist G - tt so nahe und zugänglich wie im Monat Elul (in diesem Jahr beginnend am 20. August).

Die Kabbalah erzählt uns von Gebeten und die Zusammenführung unserer materiellen mit den oberen spirituellen Welten, wenn wir nur genügend Einsicht und Umkehr zeigen. Unendlich wichtig im Gebet sowie in der gesamten Thora sind allerdings die sogenannten Namen G - ttes. Nicht, dass ich hier auf alle 70 davon eingehe, stattdessen nenne ich nur einige wenige als Beispiel. Wer die Namen G - ttes und deren Sinn versteht, der versteht Thora und Gebete viel besser und kann G - tt näher sein.

Vor einiger Zeit schrieb ich schon einmal einen Artikel zum G - ttesnamen E - LOHIM, der da so oft von christlichen Missionaren falsch interpretiert bzw. ausgenutzt wird. Im Buch "DER KUZARI" (von Rabbi Yehudah HaLevi) fand ich einige zusätzliche Erläuterungen zu den bekanntesten Namen G - ttes und genau darauf werde ich ab morgen etwas tiefer eingehen. Nicht, dass wir stets mit dem Sidur in der Hand beten und diverse etwas gedankenlos Namen dahinsagen; vielmehr ist es wichtig, auch zu verstehen, worum es geht. Genauso wie beim Thorastudium.

Hier vorerst der "alte" Artikel und ab morgen geht es dann in einem separaten Artikel um die Namensdarstellung im KUZARI.


Nicht nur einmal kam ein christlicher Missionar auf mich zu und verkündete stolz sein angebliches Wissen über die jüdische Religion. Sich brüstend wollte er die für ihn richtige Interpretationen in der Thora erkannt haben.

Hier nur zwei Beispiele:

Was bedeutet es, wenn die Thora sagt, dass G - tt den Menschen in Seinem Ebenbild erschuf ?

Der Rambam im Moreh Nevuchim (Guide of the Perplexed), Rabbi Chaim von Volozhin (Buch: Nefesch Chaim) und viele andere geben darüber in bemerkenswerter Weise Auskunft.
Zu Unrecht stellen wir Menschen uns einen menschlichen G - tt vor, denn unser begrenzter Verstand ist nur in der Lage, Dinge gedanklich zu erfassen und zu begreifen, die menschlich vorstellbar sind. Leider haben viele Leute Probleme mit dem eigentlichen G - tt, der keinerlei menschliche Eigenschaften oder Form besitzt und unendlich ist.

"In Seinem Ebenbild heißt", dass G - tt uns mit einem Verstand, Intellekt und Gewissen ausgestattet hat. Es heißt
keinesfalls, dass G - tt menschlich ist und wir genauso ausschauen wie er.

Nur wir Menschen allein haben die Eigenschaft, dass wir Ihm näher kommen können und Seine Mitzwot (Gesetze) erfüllen.
Eine andere Fehlinterpretation ist einer der Namen G - ttes: E - LOHIM

Die
Fehlinterpretation liegt darin, dass Leute meinen, E - LOHIM sei in der Mehrzahl geschrieben und folglich gibt es mehrere Götter. Christliche Missionare sehen sich das in ihrer Behauptung bestärkt, dass J., G - tt und der so genannte
Heilige Geist ein und dieselbe Person seien.

Falsch, denn E - LOHIM ist tatsächlich im Plural geschrieben, bezieht sich jedoch nur auf den EINEN unendlichen G - tt, der alles erschuf.

Woran sehen wir das ?

Zuerst einmal scheinen Missionare oder andere, die diese Missinformation unterstützen, keinerlei Hebräischkenntnisse zu besitzen, sonst wuerden sie sehen, dass nach E - LOHIM das folgende Verb IMMER im Singular steht.

Beispiel:

E - LOHIM tut etwas, E - LOHIM erschuf die Welt und Er
schuf die Menschen. Wer den Satz zuende liest, der bemerkt, dass es sich im hebräischen Original um den Singular handelt.

Warum steht E - LOHIM also überhaupt im Plural ?

Laut den Kommentatoren Ibn Ezra, Ohr HaChaim,
Rabbi Chaim von Volozhin, Rabbeinu Bachya und vielen vielen anderen bezieht sich die Mehrzahl auf die unterschiedlichen Kräfte G - ttes. Jene Kräfte führt uns
die Kabbalah als die sogenannten Sefirot (Charaktereigenschaften) vor Augen.

Beispiel:

Wie reagiert G - tt ? Mit Güte oder mit einem strengen
Gericht ? Wie erschafft Er etwas ? Mit Weisheit und Verstehen ?

Die Kräfte (Sefirot) G - ttes sind teilweise in der Thora erwähnt, werden jedoch ausführlich im Talmud erklärt, was aber nicht heißt, dass G - tt auf jene zehn Kräfte limitiert ist. Keineswegs, denn als unendliches Wesen ohne Form besitzt
Er viele zusätzliche Kräfte, die wir Menschen gar nicht imstande sind zu erfassen geschweige denn zu definieren.