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Dienstag, Juli 17, 2012

Nach einer kleinen Verletzungspause

B"H

Noch kuriere ich meine Verletzungen aus, doch were ich wieder bloggen:

http://lebeninjerusalem.blogspot.co.il/2012/07/zuruck.html

Montag, Februar 27, 2012

Blick in einen KOSCHEREN Bus

B"H

Auf meiner Fahrt nach Jerusalem heute früh überholte unser UNKOSCHERER Egged Bus den KOSCHEREN Bus einer privaten Busgesellschaft. Im koscheren Bus befanden sich Haredim (ultra – orthodoxe Juden), wo die Frauen im hinteren Teil des Busses sassen und die Männer vorn. 

Meine Photos sind in der Eile nicht so toll gelungen, doch geniesst die kurze Szene.:-)


Frauen hinten.



Männer vorn.

Copyright / Photos: Miriam Woelke

Dienstag, Januar 24, 2012

Geschlechtertrennung in israelischen Bussen ? Problem gelöst !

Frauen oben, Männer unten. Eine tolle und witzige Photomontage.:-)

Dienstag, Januar 03, 2012

Der haredische (ultra – orthodoxe) Busfahrer


Jerusalemer Stadtbusse. Hier in der Agippas Street am Machane Yehudah Markt

Photo: Miriam Woelke
B”H 

Momentan ist die Relevanz des Thema wieder am Abflauen, denn die Zeitungen haben wieder einmal anderweitige Themen entdeckt. Trotzdem sind die Haredim (ultra – orthodoxe Juden) nach wie vor sauer, von den Medien zu etwas abgestempelt worden zu sein, was sie nicht sind. Und das in einem Atemzug, wobei sich niemand mehr die Mühe machte zu unterscheiden, welche haredischen Gruppen genau betroffen sind und wer sich überhaupt nicht am Streit beteiligt. Im Endeffekt zeigten die Angriffe säkulerer Juden, der linksgerichteten israelischen Presse sowie vieler israelischer Politiker die Wirkung, dass die Haredim auf einmal Einigkeit zeigten, wobei die hohe Anzahl verschiedener haredischer Richtungen sich doch sonst nicht gerade grün ist. Im Kampf gegen die masslosen Angriffe des Säkularismus wurde ungewohnte Einigkeit bewiesen. 

Auf meiner Rückfahrt von Jerusalem nach Tel Aviv am gestrigen abend war ich erstaunt einen haredischen Busfahrer auf der Route vorzufinden. Ausgerechnet im ansonsten hochsäkuleren Bus 405 vom Jerusalemer zum Tel Aviver Zentralen Busbahnhof. 

Die Buslinie 480 von Jerusalem zum Bahnhof in der Arlozorov Street von Tel Aviv wird dagegen häufig von Haredim benutzt und den ein oder anderen Busfahrer mit einer schwarzen Kipa gibt es auch. Die Arlozorov liegt an der Stadtgrenze nach Ramat Gan und von dort aus fahren viele Stadtbusse am haredischen Teil der Nachbarstadt Bnei Brak vorbei oder direkt hinein. 

Als unser Bus, die Linie 405 gegen 21.40 Uhr den Jerusalemer Busbahnhof verliess, waren wir recht wenige Fahrgäste. Normalerweise ist das Gegenteil der Fall, aber je weniger, desto besser. Die Fahrt nach Tel Aviv dauert ca. eine Stunde und die Mehrheit der Fahrgäste schläft eh unterwegs ein. Es dauerte nicht lange und unser junger haredische Busfahrer kam mit einem Fahrgast, der fast neben ihm sass, ins Gespräch. Natürlich ging es dabei auch um die aktuellen Anschuldigungen der Presse und der Haredi zog richtig ab. Dass unsere Presse sich nicht schäme, Reden von Rabbinern bruchstückhaft zu verwenden und zu zitieren. Aus dem Zusammenhang gegriffen und immer wieder gegen die haredische Gesellschaft verwendet. Seit mehr als einer Woche gehe das nun schon so, dass linksgerichtete Politgruppen haredische Busse stürmen wollen und Trouble machen. Erst vorgestern versuchte solch eine Gruppe in einen haredischen Bus einzusteigen, doch der Fahrer wollte die Linken nicht hineinlassen: “Bis jetzt gab es hier nie Probleme und jetzt kommt Ihr und macht welche !”, so der Busfahrer zu den Linken. Viele Haredim stiegen erst gar nicht mehr in den Bus und warteten lieber auf den nächsten. Das Resultat war, dass die Linken den koscheren Busse am Ende nicht kritisierten und plötzlich auch nichts mehr auszusetzen hatten; sie zogen von dannen. 

“Dass sei doch allen ein abgekatertes Spiel der Linken”, so der Busfahrer weiter, Die Insassen stimmten ihm zu und wenig später war wieder Ruhe, denn bis Tel Aviv wurde der Rest des Weges durchgeschlafen.

Donnerstag, August 25, 2011

Warnschild im israelischen EGGED Bus



Auf meiner Fahrt nach Jerusalem (Linie 405 vom Tel Aviver Zentralen Busbahnhof) vor ein paar Tagen fiel mir an der Glaswand hinter dem Busfahrer ein kleines EGGED Poster mit dem folgenden Inhalt auf:

Gemäss einem Urteil ausgesprochen vom Obersten Gerichtshof darf in diesem Bus jeder Fahrgast seinen Sitzplatz selbst aussuchen. Er hat also die freie Wahl und darf sitzen, wo er will. Sollte jemand von einem anderen Fahrgast diesbezüglich angegriffen werden, betrachtet EGGED dies als kriminelle Handlung.

Allgemein benutzen eben jene ultra – orthodoxen Juden (Haredim), welche nach einer Geschlechtertrennung in Bussen schreien, die staatlichen EGGED Busse eh nicht, da sie vom zionistischen Staat geleitet werden. Weiterhin handelt es sich bei den Krawallmachern lediglich um eine handvoll Fanatiker, die selbst der haredischen Gesellschaft das Leben schwermachen und nerven. Wer immer noch getrennt sitzen will: Mittlerweile fahren private Busse, in denen getrennt wird. 

Link:

Dienstag, Februar 08, 2011

Wie liberale Juden und nichtjüdische Journalisten die Orthodoxie verdrehen können


Haredim (ultra - orthodoxe Juden): Im Hassblickwinkel vieler Reformjuden sowie der deutschsprachigen nichtjüdischen Presse.

Photo: Miriam Woelke

B”H
Früher berichtete ich ausgiebig zum Thema “Religiöse Juden, welche die religiöse Welt verlassen und entweder säkuler oder weiterhin relig. leben". 

Religiös, aber in einer offeneren Umgebung. Ich selbst bin davon betroffen und nicht immer bedeutet der Ausstieg aus der haredischen (ultra – orthodoxen) Gesellschaft einen kompletten Ausstieg. Vielmehr kann der Ausstieg auf vielerlei Arten erfolgen und muss nicht immer im “Ausstieg” enden. 

Das Thema an sich ist in der deutschsprachigen Welt vielleicht weniger bekannt als in London, Manchester, Antwerpen, Paris, New York, Jerusalem oder Bnei Brak ? Es ist überaus schwierig, die Problematik einem Außenstehenden zu erklären. Wo anfangen, wenn derjenige noch nie mit der haredischen Gesellschaft richtig in Kontakt trat und das damit verbundene Leben gar nicht kennt. Man mag die Bücher der (nicht ultra - orthodoxen) Naomi Ragen lesen, meine Berichte oder durch das Net surfen; was aber dabei herauskommt sind meist oberflächliche Details und zusammengeformte eigene Schlussfolgerungen. Schlimm wird es, wenn Reformjuden oder nichtjüdische Journalisten an dem Thema zu basteln beginnen. Allein aus diesem Grund, der fast nur Schund hervorruft, vermied ich es, mich weiterhin zum Thema “Ausstieg” oder selbst zu den nach Geschlechtern Bussen zu äußern; damit mir keine Inhalte entzogen und negativ verwertet werden. Wobei die Bus - Problematik gar nicht mehr öffentlich diskutiert wird, denn diejenigen wenigen Haredim (Ultra – Orthodoxen), welche tatsächlich derlei Busse in bestimmten Orten Israels fordern, hat sich selbst erledigt. Eben jene Gruppe organisierte ihre eigenen privaten Busse und wer sich heute als Nichtjude oder liberaler Jude zum Thema auslassen will, tut dies, um seinen Leseranteil zu steigern und / oder ggf. Hass gegen orthodoxe Juden hervorzurufen. Mit der aktuellen Realität jedoch hat das Thema nichts mehr zu tun. 
In meinem englischen Blog hingegen werden derlei Themen regelmässig besprochen; besonders weil die Texte von den Haredim selbst gelesen und kommentiert werden. Hier ein interessanter Link dazu !


Weitere Links:

Säkulere Israelinnen befürworten nach Geschlechtern getrennte Busse

Donnerstag, November 18, 2010

Säkulere Israelinnen befürworten einen KOSCHEREN Bus


B"H

Das Thema "koschere Busse" ist in Israel schon fast bis zum Erbrechen ausdiskutiert. Einige ultra - orthodoxe (Haredim) Juden hatten sie gefordert und es gab ab und an Zoff mit dem staatlichen Busunternehmen EGGED. Mehrere Male berichtete ich, doch insgesamt dient die Diskussion einiger weniger Haredim, die da eine nach Geschlechtern getrennte Sitzordnung in einigen Bussen Jerusalems fordern, einer internen Politik der Stärke. Wer gegen wen in der haredischen Gesellschaft und wer besitzt die grösste Power. Nicht immer geht es nur um den Anstand, sondern um seine eigene kleine Machtposition. Doch ich will hier die Leser weniger mit den internen Reibereien aus der ultra - orthodoxen Szene traktieren.

Es gibt Haredim, welche nach Geschlechtern getrennte Busse fordern, die Mehrheit von ihnen tut dies jedoch nicht und ist absolut dagegen. Die als immer so liberal eingestuften nationalreligiösen Juden sind genauso pro und con zu dem Thema. Wobei es hier vorwiegend nationalrelig. Frauen, sind, die lieber von den Männer getrennt sitzen.

Bisher hiess es ständig, Israels säkulere Bevölkerung lehne die koscheren "Mehadrin Busse" ab, doch auch hier tut sich jetzt ein Riss auf. Die haredische Site "Kikar Schabbat" berichtet, dass viele säkulere Frauen sich in einem nach Geschlechtern getrennten Bus wohler fühlen. Ein hämischer Kommentar von einem Haredi lautet: "Haredim lehnen die Trennung in den Bussen ab und jetzt kommen die Säkuleren daher und befürworten sie. Haha".

Abgesehen von den Machtspielen einiger haredischer Rabbiner, zahlreiche Frauen fordern einen koscheren Bus. Ganz einfach, weil sie von den Männer getrennt sitzen wollen, um nicht ständig angegafft oder angemacht zu werden. Und bei der Begründung kommt es nicht darauf an, ob die Frau religiös oder säkuler ist.

Sonntag, Februar 22, 2009

Getrennte Sitzplätze

B"H

Einige Haredim Mea Shearims demonstrierten und attackierten dabei Jerusalemer EGGED Busse auf ihrer Route durch den Stadtteil. So geschehen in der vergangenen Woche, doch der Kampf um die "koscheren" Busse, in denen Männlein und Weiblein nach Geschlechtern getrennt sitzen sollen, dauert schon jahrelang an.
Die amerikanisch - israelische Schriftstellerin Naomi Ragen betrachtet die Angelegenheit als rein rassistisch den Frauen gegenüber. Wieso sollen Frauen im hinteren Teil des Buses sitzen und kuschen ?
Vor ein paar Tagen sagte mit eine Arbeitskollegin, dass die Haredim (Ultra - Orthod.) ihre Busse gefälligst im Iran bestellen sollen und damit hat es sich dann.

Meinerseits bin ich absolut gegen die strikte Trennung von Mann und Frau in öffentlichen Jerusalemer Bussen. Ich habe nichts dagegen, wenn jene Busse, die ausschließlich vom haredischen Bevölkerungsteil genutzt werden, nach Geschlechtern getrennte Sitze haben, doch sollte nicht ganz Jerusalem in einen sogenannten "koscheren" Bus gezwungen werden. Warum muss ich im hinteren Teil eines Busses verschwinden, nur weil sich einige Männer nicht beherrschen können und beim Anblick einer Frau sofort an wer weiß was denken ? Ist das dann etwa meine Schuld ? Solche Männer, welche dann von unreinen Gedanken ereilt werden, brauchen keine getrennten Sitzplätze, sondern die Hilfe eines Psychologen.

Allerdings sind da auch nicht wenige haredische Frauen, die getrennte Sitze bevorzugen. Unter anderem auch weil eben einige männliche Haredim ihre Yetzer HaRah (negative Charakterschwächen in einem selbst) nicht in der Lage sind zu überkommen und pausenlos andere Frauen angaffen müssen. Egal, ob die Frau augenscheinlich verheiratet ist oder nicht.

(Verheiratete relig. Frauen bedecken ihre Haare mit einer speziellen Kopfbedeckung oder eine Perücke).

Vor einiger Zeit fuhr ich in der Linie 15 vom Stadtteil Ge'ulah nach Givat Shaul und sämtliche Fahrgäste bekamen die Szene mit als eine junge verheiratete haredische Frau einen Haredi bat, doch Abstand zu nehmen. Der Typ hatte sich ihr zu dicht aufgedrängt und nach ihrem Ausruf tat er es ungeniert ein zweites Mal. Manche Frauen sind nicht gerade in der Stimmung, wenn fast immer ein Mann im Bus dabei ist, der sie mit seinen Blicken auszieht. Insbesondere für religiöse Faruen ist das beschämend und sie sind allzu oft peinlich berührt, anstatt ihre Meinung laut kundzutun wie im oben angesprochenen Fallbeispiel.

Die ganze Diskussion hat also zweierlei Seiten, dennoch tendiere ich mehr gegen derlei Busse. Frauen sind keine zweite Klasse oder Abfall, die man ebenso mal schnell irgendwo hinten parkt. Manchmal kommt es mir so vor als werden Frauen tatsächlich als aussätzig oder sonst irgendwie krank betrachtet. Alles zum Wohle des Mannes, der da unbescholten im vorderen Teil des Busses seine Kleinausgabe des Talmud lernen kann.


Was hätten wohl unsere Vormütter Sarah, Rivka (Rebekka), Lea Und Rachel dazu zu sagen ? Oder Beruriah, die selbstbewusste Gattin des talmudischen Rabbi Me'ir, die Prophetin Devorah oder die Töchter des berühmten Kommentator Rabbi aus dem frühen Mittelalter, denen nachgesagt wird, den gesamten Talmudkommentar des Traktates Nedarim verfasst zu haben.

Sonntag, Februar 15, 2009

Der koschere SUPERBUS rollt


Sind Jerusalems EGGED - Busse nicht mehr koscher genug ?


B"H

Seit kurzer Zeit ist es nun soweit und hoffentlich hat so endlich die liebe Seele Ruhe. Seit Jahren demonstrierten die Haredim (Ultra - Orthodoxen) für die Einführung koscherer Busse. Öffentliche staatliche EGGED - Busse, in denen Männlein und Weiblein getrennt voneinander sitzen. In der Regel sitzen die Männer im vorderen Bereich und die Frauen im hinteren.

EGGED weigerte sich, da das Unternehmen besonders Jerusalems säkuleren Fahrgästen keine haredischen Schlingen um den Hals legen wollte. Jerusalems Busse seien für alle da und jeder darf sitzen, wo er will. Bei ausschließlich haredischen Busse könne auf inoffizieller Basis hier und da schon einmal eine Ausnahme gemacht werden, doch ansonsten sitzt man / frau gemischt.

Nun setzten die Haredim dem ganzen Geplänkel einen Schlusstrich und setzen ihre eigenen koscheren Busse mit Geschlechtertrennung ein. SUPERBUS heißt das Unternehmen, welches jedoch kein haredisches Busunternehmen ist, sondern diese nur befördert. Und zwar koscher und sogar billiger als EGGED.

Haredische Orte wie Beitar Illit oder Kiryat Sefer sind ohne den SUPERBUS gar nicht mehr zu erreichen und EGGED strich die Gegenden vom Fahrplan. Wer dorthin will, fügt sich entweder der Geschlechtertrennung oder aber er bleibt draußen und zahlt ein Taxi.

Alles hat seine Vor - und Nachteile und so auch diese strikte Geschlechtertrennung im Bus. Einige haredische Frauen sagten mir, dass sie sich keineswegs diskriminiert fühlen, sondern sogar sicherer und frei von allen nervigen Männerblicken. Andere wiederum betrachten die Geschlechtertrennung als Wahn und sonst nichts. Selbst nicht wenige männliche Haredim sprechen sich dagegen aus, aber was kann man machen, wenn führende haredische Rabbiner so entscheiden ?

"Geschlechtertrennung in der haredischen Gesellschaft" - Ein Thema, was uns noch weiter beschäftigen wird, denn selbst in Geschäften wie Bnei Brak oder Mea Shearim ist das alles keine Seltenheit mehr.

Dienstag, Mai 06, 2008

Die Gefahr der unrichtigen Darstellung (Teil 1)

B"H

Mein ursprüngliches sowie aktuelles Anliegen dieses Blogs ist die Aufklärung über das ultra - orthodoxe Judentum.

Nun versteht man in anderen Sprachen, außer Hebräisch, unter orthodoxem Judentum vielerlei Arten.

In Israel hingegen gibt es den Begriff "ultra - orthodox" gar nicht, sondern hier unterscheidet sich die Gesellschaft ganz einfach in "säkuler und religiös". Bei den Religiösen gibt es die Nationalreligiösen, die litvischen Haredim sowie die Chassidim.

Besonders gegen die haredische (litvische sowie die chassidische) Welt bestehen von außen her eine Menge Vorurteile. Da sieht man Leute, die sich dem Anschein nach komisch anziehen. Immer schwarze Anzüge, weisses Hemd, ggf. lange Kaftane und am Schabbat oder Feiertag einen Streimel (Pelzmütze) auf dem Kopf. Mit einem reden tun sie auch nicht und scheinen eher höchst beflissen ihrer eigenen Wege zu gehen. Dazu sind sie wohl auch noch weltfremd und leben irgendwo hinter dem Mond. Radikale Fundamentalisten, die mit ihrer Männerwelt die Frauen beherrschen und alle Säkuleren drangsalieren.

Wer genauso denkt, dem darf ich mitteilen, dass er vom realen Leben der Haredim keinen blassen Schimmer hat.

Mein grosses Problem besteht darin, gegen eine von jeglicher Presse verbreiteten stereotypen Meinungen anzukämpfen. Derjenige, der die Welt der Haredim kennt, regt sich jedesmal furchtbar über den Dilettantismus der Außenstehenden auf. Mittlerweile macht mir das weniger zu schaffen, denn ich habe mich wie andere Religöse daran gewöhnt, keine Artikel solcher Journalisten zu lesen, welche ganz offensichtlich keine Ahnung haben. Laßt sie doch ihren Müll verfassen.

Andererseits jedoch bekommt so die Öffentlichkeit einen falschen Eindruck und dies könnte vermieden werden, wenn mehr Aufklärung herrsche. Aber da lassen Zeitungen lieber Journalisten los, die keine Ahnung vom Fach haben und wenn es sein muß, sich schnell einmal eben durchgoogeln.

Neulich ist mir erst wieder ein Artikel in der "Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung" aufgefallen. Ich glaube, es war in einer der Aprilausgaben, in der ein Artikel zu den sogenannten "koscheren Bussen" in Jerusalem zu finden war.

Zuerst einmal vermittelte das Photo zum Artikel einen völlig falschen Eindruck. Nach dem Lesen des Artikels und dem Anschauen des Photos bekam man den Eindruck, sämtliche Jerusalemer Busse seien von den Haredim besetzt und die Frauen müssen alle draußen bleiben. Dazu wurde die amerik. - israel. Schriftstellerin Naomi Ragen ebenso wie eine Frau, welche in einem Bus von Haredim angegriffen worden war, zitiert. Beide Zitaten schienen gegoogelt. Und nur nebenbei bemerkt, Naomi Ragen schrieb zwar Bücher über die haredische Gesellschaft, doch sind ihre Starlett - Zeiten längst vorbei. Ab und zu versucht sie Aufmerksamkeit zu erregen, was ihr jedoch kaum noch gelingt. Dazu ist sie keine Haredit, sondern nationalrelig.

Es ist unbestreitbar, dass es vor Monaten einige Fälle gab, in denen Frauen von männlichen Haredim in Bussen angemacht worden waren. Sie sollen sich doch gefälligst in den hinteren Teil des Busses setzen, der im allgemeinen als "Frauenabteil" gilt. Vor mehr als einem Jahr gab es sogar einen tätlichen Angriff auf eine Frau. Der letzte angeblich tätliche Angriff in Beit Shemesh ist nicht unbedingt offiziell bestätigt worden. In der israel. Presse gab es wilde Berichte, doch im Endeffekt wurde nichts bewiesen.

Grundsätzlich darf jede Frau in Jerusalem Bus fahren und sie darf sitzen, wo sie will !!!

Unterschiede werden von EGGED nicht gemacht. Allerdings ist es in bestimmten Buslinien üblich, dass die Frauen hinten und die Männer vorne sitzen (z.B. Linie 35, 36, 15, 1, 2, 16). Üblich bedeutet jedoch keinesfalls Gesetz !!!

Zum Beispiel benutzte ich in der Vergangenheit über mehrere Monate hinweg die Linie 35 von Ramot und hatte nie Probleme. Selbst dann nicht als ich es wagte, die Sitzregeln zu brechen. Und ich brach sie ständig.

Niemand sagte je etwas zu mir. Auch in den anderen Linien sitze ich, wo ich will. Nie hörte ich Beschwerden der männlichen Haredim.

Es kann vorkommen, dass Linie 1 eine Ausnahme ist. Das Problem liegt hier bei EGGED. Wie kann man einen Bus einsetzen, der den Busbahnhof in Richtung Kotel (Klagemauer) verläßt ? Klar, steigen hier auch mal leicht bekleidete Touristinnen ein und die Haredim regen sich auf. Wie kann ich einen "fast Touristenbus" zur Kotel schicken und mittendrin alle haredischen Gebiete abklappern ?

Frauen müssen nicht draußen bleiben, wie in dem Artikel behauptet wurde. Und EGGED wird einer anderen Regelung in der Zukunft nicht zustimmen. Dies schon allein aus wirtschaftlichen Gründen.

Andererseits benutzen viele chassidische Gruppen überhaupt keine EGGED - Busse, wie, zum Beispiel, die Mitglieder der anti - zionistischen Dachorganisation "Edah HaCharedit" (Satmar, Dushinsky, Brisk, Spinka, Toldot Aharon oder Toldot Avraham Yitzchak). Diese Gruppen haben ihre eigenen Privatbusse.

Und wer in den EGGED - Bus von Jerusalem nach Bnei Brak steigt, der weiß von vornherein, was ihn erwartet. Die Linie 402 wird fast ausschließlich von Haredim genutzt und bei haredischen Frauen kommt erst gar nicht die Diskussion auf, wo sie sich jetzt hinsetzen soll. Automatisch setzt sich die Frau nach hinten und denkt nicht an weibliche Diskriminierung.

Es sollte allerdings nicht verborgen bleiben, dass es bezüglich der "koscheren Busse" bzw. der nach Geschlechter getrennten Sitzordnung, ebenso viel Kritik aus den eigenen Reihen, sprich der haredischen Gesellschaft, gibt. In einigen jüd. – relig. Blogs wird zum Thema kräftig abgelästert.

Trotz allen Aufruhrs sollte man sich dennoch einmal fragen, warum die Haredim so reagieren ? Vielleicht wäre es keine schlechte Idee, einmal die andere Seite zu betrachten und sich versuchen, dort hineinzuversetzen. Und um dies zu ermöglichen, sollte ein Journalist eine längere intensive Studie vor Ort betreiben und die haredische Gesellschaft kennen lernen. Ansonsten werden falsche Informationen verbreitet und dadurch zusätzlicher Haß geschürt.

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Miriam Woelke, mehrjährige nationalrelig. + litvisch - haredische Yeshivavergangenheit.