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Donnerstag, Oktober 04, 2012

Chassidisches Judentum und warum es viele Konvertiten in den Chassidismus zieht




Kurz zum Videoinhalt:


Seit der Zerstörung des Zweiten Jerusalemer Tempels durch die Römer ist es einem Juden unmöglich, sämtliche 613 Gebote der Thora einzuhalten. Einerseits, weil sich viele der Gebote auf den Tempeldienst beziehen und da der Dritte Tempel noch nicht erbaut worden und der Meschiach noch nicht angekommen ist, gelten diesbezügliche Gesetze momentan nicht.

Zweitens kann ein Jude selbst mit dem Dritten Tempel und Meschiach nicht alle 613 Mitzwot erfüllen, denn vieles bezieht sich nur auf jüdische Männer oder die Cohanim (Tempelpriester und Nachfolger Aharons, welche, u.a., für die Tempelopferungen verantwortlich waren). Den Dienst der Cohanim darf kein anderer Jude ausführen. Unter 770 versteht man das Haus des letzten Lubawitscher (Chabad) Rebben Menachem Mendel Schneerson, welcher im Juni 1994 verstarb.


B"H

Ich selber wollte einmal Mitglied einer chassidischen Gruppe werden. Warum ? Weil ich auf einer Yeshiva (relig. Schule) lernte und in der chassidischen Ausrichtung des Judentums das perfekte Judentum an sich sah. Außerdem hatte (habe ich bis heute) viele Freunde in chassidischen Kreisen und eine Zeit lang wollte ich mein Leben genau so leben. Alles andere Weltliche erschien vollkommen unwichtig und mir machte es nichts aus, in alten Schuhen herumzulaufen oder nicht toll in den Urlaub fahren zu können.

Nach fast zwei Jahren in der Gesellschaft merkte ich, dass all das doch nicht mein Leben war und ich "stieg aus". Vielleicht gedanklich nie so ganz, doch heute führe ich ein anderes Leben. Dennoch spielen zahlreiche chassidische Richtlinien, Bräuche und Gedanken in meinem Leben eine starke Rolle und ich käme nie auf den Gedanken, mich dem nationalrelig. Judentum oder anderweitigen Ausrichtungen anzuschliessen.

In meiner Blogvergangenheit berichtete ich mehr als häufig von meiner Vergangenheit und den Erfahrungen, die ich machte. Weitaus nicht alles, doch dies ist momentan Thema eines Buches, an dem ich schreibe.

In den vergangenen Jahren machte ich in Jerusalem immer wieder die Erfahrung, dass es gerade Konvertiten zum Judentum zum chassidischen Judentum zieht. Nach ihrer offiziellen orthodoxen Konversion wollen sie chassidische Leben und einige Gruppen (u.a. Satmar, Toldot Avraham Yitzchak, Alexander) sind bereit, Konvertiten aufzunehmen. Nach einer längeren Probezeit, die in den meisten Fällen zwei oder drei Jahre dauert. Bei Chabad oder den Neureligiösen der Breslover Ausrichtungen (nicht zu verwechseln mit den original Breslover Chassidim aus Mea Shearim / Jerusalem, welche keine neuen Leute aufnehmen) braucht niemand auf eine Warteliste gesetzt zu werden, sondern man ist, in gewissem Maße, sofort Mitglied. Natürlich nicht im inneren Chabad Zirkel, denn der beinhaltet ausschliesslich gebürtige Chabadnikim. Man mag es kaum glauben, doch so offen, wie sich die Lubawitscher geben, sind sie nicht, denn auch bei ihnen herrschen strenge Hierarchien und ein Neurelig. hat, genau so wie in anderen Gruppen, weniger Chancen. Bedeutet, Neureligiöse sind innerhalb der Gruppe eingeschränkt und nie so akzeptiert, wie die gebürtigen Chassidim der Gruppe.

Wenn ich mir so ansehe, wie sich viele Konvertiten zum Judentum an die chassidischen Gruppen drängen, frage ich mich, ob da nicht eine gehörige Portion FASZINATION mitspielt. Die Leute scheinen allein von der chassidischen Kleidung fasziniert zu sein. Die Kleidung, die Tische mit dem chassidischen Rebben, die Musik, die Lieder, einfach alles. Da will man gerne mitmachen und man ist sich sicher, genau dieses Leben führen zu wollen.

Es gibt Konvertiten, die werden offiziell aufgenommen und führen ein Leben in der Gruppe. Andere scheitern an den hohen Anforderungen der Gruppe. Der chassidische Alltag jenseits der Tische und tollen Gesänge ist nicht einfach. Vor allem nicht für einen Neuling. Die Umgebung beobachtet und richtet einen und man selbst muss plötzlich auf viele Dinge im Leben verzichten. Zuerst mag man sich einreden, dass das halt am Anfang immer so ist und man lebe sich schon ein. Dies jedoch kann oft ein Trugschluss sein und es ist keine Schande aufzugeben. Der Chassidismus ist nicht für alle Juden und wer nicht nach den strengen Gruppenregeln leben kann, der hat die Möglichkeit, sich immer noch dem LIGHT CHASSIDISMUS wie den Carlebachern zuzuwenden. Nicht jeder muss unbedingt Mitglied irgendeiner Gruppe sein.

Ein Chassid sagte mir vor einiger Zeit, dass seine Gruppe RUDZHIN – BOYAN keine neuen Mitglieder aufnehme, eben weil die Gruppe schlechte Erfahrungen gemacht hat. Viele Interessierte verwechseln den chassidischen Alltag mit dem Glamour des chassidischen Tisches und der Kleidung. Seit einiger Zeit treibt sich ein holländischer Konvertit in Jerusalem herum, der von Gruppe zu Gruppe wechselt und niemand will ihn haben. Offiziell verkündet er, dass er Mitglied bei den Boyanern sei, was nicht stimmt. Mein Boyaner Bekannter erzählte mir, dass besagter Holländer noch nicht einmal zum Rebben vorgelassen worden ist, weil er keinen allzu normalen Eindruck mache. Laut eigenen Worten lernt der Holländer derweil in einer auf Neureligiöse ausgerichtete Yeshiva bei den Belzer Chassidim, aber ob er dort wirklich noch lernt, entzieht sich meiner Kenntnis. Ganz einfach, weil der Holländer sich jede Woche einer anderen Gruppe anschliessen will und bis heute allein dasteht.

Solche Fälle gibt es und wer einfach nur so eine Art HINGEZOGENHEIT verspührt ohne bereit ist, Opferungen zu erbringen, der scheitert am Ende. In meinem Fall besuche ich, nach wie vor, chassidische Synagogen, habe viele chassidische Freunde und Bekannte und lerne viel Chassidismus. Entweder mit einem Rabbiner in einer Gruppe der allein. Vielleicht bin ich deswegen kein so direkter Aussteiger, habe aber dennoch den Vorteil, dass ich mich nirgendwohin reinquetsche, wo ich nicht hingehöre und von daher die Leute viel lockerer Angehe. Und denen wiederum gefällt das, wohin gegen ihnen das Herumgeschleime und die Anbiederei der Neureligiösen auf den Keks geht.

Links:


Es ist wichtig zu wissen, wo man steht

Doppelleben

Kleiderwechsel im Hauseingang

Mittwoch, September 12, 2012

Wenn Nichtjuden Juden kritisieren

B"H

Jeder Blogger kennt das nur zu gut: Hin und wieder kommen dämliche Kommentare und ich persönlich habe mir längst abgewöhnt, darauf zu reagieren und lösche derlei Geschreibsel. Sowohl auf meinem englischen als auch auf meinen deutschen Blogs kommt es ab und an vor, dass fanatische Christen mir vorwerfen, ich solle mich gefälligst weniger um christliche Missionare kümmern als darum, dass säkulere Juden den Schabbat nicht halten.

Dazu gebe ich hiermit eine kurze Antwort darauf:

Erstens bleiben Juden immer Juden, egal, ob sich sich an die Halachot (Thoragesetze) halten oder nicht. Kein Nichtjude kann sich besser darstellen a la "Er würde den Schabbat halten und ein Jude nicht !"

Der Talmud Schabbat legt fest, dass ein Nichtjude, der den Schabbat einhält schlimmer von G – tt bestraft wird als ein Jude, der den Schabbat nicht hält. Der Grund ist, dass ein Nichtjude mit einer kompletten Einhaltung eines Schabbat gegen G – ttes Regeln verstößt, da G – tt den Juden auftrug, den Schabbat einzuhalten und nicht den Nichtjuden. Dies ist auch der Grund dafür, warum Rabbiner die Konvertiten zum Judentum immer wieder darauf hinweisen, dass, solange die Konvertiten noch keine offiziellen Juden sind, sie am Schabbat mindestens ein Vergehen begehen müssen und bloß nicht den Schabbat zu 100% einhalten. Vielen wird ,u.a., gesagt, dass sie sich in die Ecke stellen und einen Streichholz anzünden sollen. 

Ein zweites Argument gegen Nichtjuden, die sich herausnehmen, Juden halachisch belehren zu wollen, kann ich mit einer anderen Halacha antworten. Laut der Halacha ist es einem Nichtjuden verboten, einen Juden religiös belehren zu wollen. Beispiel: Wenn ein Nichtjude einen Juden kritisiert, dass Letzterer den Schabbat nicht halt, nicht koscher ißt, etc.

Sonntag, Juli 22, 2012

Wer nicht will …

B"H 

Zum Ersten muss ich eingestehen, noch nicht alle Kommentare veröffentlicht zu haben bzw. viele e – mails ebenfalls unbeantwortet hintenangestellt zu haben. Innerhalb der nächsten Tage will ich den angestauten Haufen jedoch weggearbeitet haben. 

Nur so viel sei vorab gesagt: 

Wer eigentlich zum Judentum konvertieren will, doch persönliche Zweifel anmeldet, der sollte vorerst lieber nicht konvertieren. Konversionen sind nur für diejenigen gedacht, die auch vorhaben, die Thoragesetze einzuhalten. Wer jedoch meint, dass Judentum sei auf ihn angewiesen und er müsse deswegen alle verrückt machen, nur um Antworten zu erhalten und den Juden eventuell doch noch den "Gefallen" tun und konvertieren, der ist im Judentum garantiert falsch. Das Judentum war und ist auf niemanden angewiesen und wem eine Konversion zu viel ist, der kann jederzeit ein Noachide werden. Nicht jeder Nichtjude ist dazu bestimmt, zum Judentum zu konvertieren. Von Nichtjuden wird absolut keine Massenkonversion zum Judentum verlangt ! Vielmehr sollten sich Nichtjuden vermehrt mit den Noachidischen Gesetzen auseinandersetzen. Wobei hier auf deutschem Gebiet zur Vorsicht geraten sei, denn zu viele christliche Missionare machen sich in dem Feld breit. 

Wer ernsthaft Interesse zeigt, der kann sich sicher in den deutschen Chabad – Filialen professionellen Rat und gleichsam Adressen einholen. 

Link:

Montag, Juli 09, 2012

"Ihr Rabbiner seid schuld, dass ich noch an J. glaube !"

B"H 

Ein paar Mal ist es mir in Jerusalem passiert, dass ich irgendwo auf Konvertiten traf, die sich gerade in einem Konversionskurs befanden. Ich weiss gar nicht mehr, wo ich auf die Leute stiess, denn normalerweise kenne ich keine Leute, die momentan in solch einem Kurs lernen. Vielleicht kam bei irgendeinem Vortrag das Thema zur Sprache. 

Mehrere Male hörte ich besagte Konvertiten laut argumentieren, dass es Aufgabe der Rabbiner des Konversionskurses sei, die konversionswilligen Nichtjuden davon zu überzeugen, dass das Christentum nicht die richtige Religion sei und, ergo, J. nicht der Meschiach. Wenn die Rabbiner dazu nicht in der Lage seien, dann sind die Juden selber schuld, dass ich zwar konvertiere, aber immer noch an J. glaube. 

Das ist so ziemlich das Abartigste, was ich je vernommen habe. Wer zum Judentum konvertieren will, der sollte an keine christlichen Theologien mehr glauben und diesen voll und ganz entsagt haben. Wer immer noch am Christentum hängt, der sollte nicht zum Judentum konvertieren ! Die Aufgabe des Kurses bzw. der Rabbiner besteht nicht darin, ein paar geistig Verwirrte von ihrem vorherigen Glauben abzubringen, denn das muss man schon selbst tun.

Sonntag, Juni 03, 2012

Konvertiten zum Judentum und höhere jüdische Studien

Rabbi Moshe ben Maimon, der Rambam (1135 - 1204). Einer der größten jüdischen Philosophen und Kommentatoren.



B"H 

Längst habe ich es aufgegeben, irgendwelche Infos zum Giur (der Konversion zum Judentum) in Israel zu veröffentlichen. Zu kompliziert ist das Verfahren geworden und da lohnen sich kaum Erläuterungen, wenn sich nach einem Monat eh wieder die Gesetze ändern. Eines aber kann ich sagen: Der orthodoxe Giur in Israel ist alles andere als leicht. Spezielle Zulassungen vom Innenministerium bezüglich der Visafrage werden benötigt. Dazu weitere Zulassungen vom Oberrabbinat und dem einzelnen Konversionskurs. Weiter will ich mich zum Thema nicht auslassen. 

Warum ich an dieser Stelle zum Thema überhaupt noch Stellung nehme, hat einen ganz anderen Grund. Und zwar geht es um potentielle Konvertiten, die im Nachhinein irgendwie doch nicht konvertieren wollen, weil ihnen die Stellungnahmen des Rambam (Maimonides, 1135 – 1204) nicht passen. Und zwar würde der Rambam, u.a., gegen Nichtjuden hetzen. Ein paar Mails eines Betreffenden erreichten mich zum Thema und die Inhalte brachten mich auf den Gedanken, folgendes in den Blog zu stellen: 

Zuerst einmal sei gesagt, dass ein Neuling, der sich mit dem Judentum auseinandersetzt bzw. zu konvertieren plant oder bereits dabei ist, sich gewiss nicht mit hochakademischen Schriften wie denen des Rambam auseinandersetzen sollte. Das ist so als Beginne ich mein Physikstudium mit meiner eigenen Nominierung zum Nobelpreis. Wer sich mit dem Judentum beschäftigt und keinerlei Grundkenntnisse besitzt (die Segen zum Essen etc., warum man Schabbat hält und wie, wie ein Jude betet, wie wird koscher gegessen bzw. gekocht und warum gibt es nur einen G – tt) der sollte gemeinsam mit einem Rabbiner oder in einem Konversionskurs ein Fundament aufbauen. Dies geschieht im Regelfall allmählich, denn es geht nicht darum, im Hauruck – Verfahren die Einhaltung der Halachot eingekloppt zu bekommen, sondern die Konversion zum Judentum setzt eine Änderung der Lebenseinstellung voraus. 

Nicht, dass sich der Neuling hochakademische Studien "reinzieht" und bei jeder Gelegenheit wahllos aus dem Talmud oder vom Rambam zitiert. Inhalte, die er gar nicht zu deuten versteht und lediglich mit seinem falschen Wissen anzugeben versucht. Kenntnisse im Judentum werden sich innerhalb vieler Jahre angeeignet und sich einfach so hinzusetzen und Bücher zu lesen, ohne Rabbiner ohne Kurs ohne Yeshiva (relig. Schule) grenzt an Arroganz. "Ich lese das, verstehe es und was soll ich da mit einem Rabbiner ? Ist doch alles klar, oder ?" 

Der Eine konvertiert und gibt sich hinterher mit einem gewissen Quentchen an Grundwissen zufrieden. Ab und an geht er zu einem relig. Vortrag und das reicht ihm. Andere hingegen melden sich nach dem Giur zu weiteren höheren Studien bei Yeshivot oder Seminaren an, um dort ein Jahr oder länger zu verbringen. Aber selbst dort steht der Rambam noch nicht sofort auf dem Programm. Wie also kann da ein Anfänger einfach so die Schriften des Rambam lesen, noch dazu in einer Fremdsprache und nicht im hebräischen bzw. im arabischen Original ? 

Grundsätzlich sei angemerkt, dass ein Studium des Rambams allein ebenso mehrere Jahre voraussetzt und nicht eben mal so ein kurzes Durchschmökern und dann "passt mir nicht". Leider muss ich sagen, dass sich viele dieser Leute keines Besseren belehren lassen und es vorziehen, mit ihren einsamen falschen Studien fortzufahren. 

All jene, die ernsthaft am Rambam interessiert sind: Rabbi Chaim Eisen aus Jerusalem bietet kostenlose online Vorträge an: 

http://yeshivathsharashim.org/

Donnerstag, Februar 09, 2012

Parashat Yitro - פרשת יתרו




ד. אַתֶּם רְאִיתֶם אֲשֶׁר עָשִׂיתִי לְמִצְרָיִם וָאֶשָּׂא אֶתְכֶם עַל כַּנְפֵי נְשָׁרִים וָאָבִא אֶתְכֶם אֵלָי:

4. You have seen what I did to the Egyptians, and [how] I bore you on eagles' wings, and I brought you to Me.


B"H
Die Thoralesung für diesen Schabbat

In der dieswöchigen Thoralesung konvertieren Moshes Schwiegervater Yitro sowie die Israeliten. Die Israeliten deshalb, weil sie sich nun verpflichten, die Thora einzuhalten (der Talmudkommentator Maharscha). 

Die Thora hält sich nicht immer unbedingt an die chronologischen Ereignisse und daher gibt es gleich über die ersten Sätze in Parashat Yitro vollkommen unterschiedliche Interpretationen. Was genau hörte Yitro und wann kam er zu Moshe ? Laut Raschi hörte Yitro vom Auszug aus Ägypten und dem siegreichen Krieg gegen Amalek. Die Mechilta andererseits lehrt, dass Yitro vom Krieg gegen Amalek und den "Zehn Geboten" hörte. Demnach wäre Yitro nach den "Zehn Geboten" zu den Israeliten gekommen und nicht vorher. 

Die Konversion Yitros ging relativ leicht von statten. Er bekannte sich zu dem EINEN alles beherrschenden G - tt und damit wurde sein vorheriger Name Yeter in Yitro verwandelt, indem ein Vav am Schluß angehängt wurde (Raschi und Moshe Alshich). 

Am 1. des jüdischen Monats Sivan erreichten die Israeliten Har Sinai (den Berg Sinai). Am darauffolgenden Schabbat sollte G - tt ihnen die "Zehn Gebote" geben (Talmud Traktat Schabbat 86b). Die Midrasch Rabbah und der Talmud Traktat Avodah Zarah (Götzendienst) 2b lehren, dass bevor G - tt die "Zehn Gebote" bzw. die Thora gab, Er alle anderen Völker befragte, ob sie nicht die Thora haben wollen. Als die Völker hörten, dass Diebstahl, Mord oder Götzendienst verboten waren, lehnten sie die Thora ab. Nur das Volk Israel sagte "Na'aseh ve nishma" (wir werden tun und hören). Heißt, wir wollen nicht erst aufgelistet bekommen, was in den "Zehn Geboten" steht, sondern wir tun es, weil Du unser G - tt bist. Die Israeliten wogen bei ihrer Zustimmung keine Vor - und Nachteile ab. 

Der Vilna Gaon kommentiert, dass G - tt nur die Oberhäupter der Völker befragte und nicht jeden einzelnen. Innerhalb der Nationen gab es jedoch schon den ein oder anderen, der die Thora akzeptiert hätte. Eben jene Leute betrachtet der Vilna Gaon als die heutigen Gerim (Konvertiten). Damals hatten sie keine Chance, die Thora zu bekommen, was sie heute nachholen. 

Die Gemara im Talmud Traktat Schabbat 87b lehrt, dass die Israeliten einige Mitzwot (Gesetze) aus der Thora schon auf einer ihrer allerersten Stationen in Marah bekamen. Nämlich die Schabbatgesetze, die Gesetze für die Rote Kuh (Parah Adumah) und das Zivilrecht (Raschi). Laut Rabbi Hirsch gehörten dazu auch die Gesetze für die Beschneidung (Brit Milah). 

Es heißt, dass als G - tt begann, den Israeliten die Gebote vorzutragen, deren Seelen (Neschamot) sie vor Überwältigung verliessen. Im selben Augenblick wurden sie von G - tt wiederbelebt (Talmud Schabbat 88b). Überhaupt lernen wir an dieser Stelle sehr viel über Seelen. Die Israeliten bekamen in jenem Moment vor dem Berg Sinai den höchsten Seelen - Level, welche sie kurz darauf aufgrund des Vergehens mit dem Goldenen Kalb verloren. Diesen hohen Seelen - Level nennt, unter anderem, der Baal Shem Tov, "Neshama Yeterah - Zusätzliche Seele". Genau diesen Zustand erhalten wir mit dem Eintreffen des Meschiach zurück. In der Zwischenzeit bekommen die Juden jeden Schabbat eine zusätzliche Seele, welche auch Neshama Yeterah genannt wird. Diese zusätzliche Seele erhalten wir jeden Freitag und verlieren sie am Mozzaei Schabbat. Daher sind wir am Schabbat spiritueller und mehr mit G - tt verbunden. Gemäß einigen Kommentatoren zufolge, erhalten wir die zusätzliche Seele schon am Mittwoch. 

Am Berg Sinai bekamen die Israeliten die Thora, welche in alle Ewigkeiten (Deuteronomy 13:1, 13:2-4, 29:28) gilt. Alle jüdischen Generationen sind zu ihrer Einhaltung verpflichtet. Die Gemara im Talmud Shavuot 39a und Schabbat 146a stellt die Frage, ob denn die kommenden Generationen und Konvertiten vor dem Berg Sinai auch einen Bund mit G - tt eingegangen sind. 

Die Gemara und Kommentatoren antworten, dass alle jüdischen Seelen vor dem Berg Sinai standen (Rokeach). Alle Seelen der folgenden Generationen wurden zu Moshe gebracht (Maharscha). Wir alle haben am Berg Sinai gestanden, bewußt oder unbewußt. In anderen Schriften heißt es, dass seit dem Berg Sinai keine neuen jüdischen Seelen mehr erschaffen worden sind, sondern wir alle Reinkarnationen der 600.000 Israeliten sind, die damals die Thora erhielten. Jede Seele schwörte damals G - tt, die Thora zu akzeptieren. Wir sind einen direkten Bund mit G - tt eingegangen und benötigen kein Medium, wie Engel etc., zwischen Ihm und uns (Rabbi Samson Raphael Hirsch). 

Die Gemara im Talmud Traktat Schabbat 89a lehrt, dass Sinai (סיני) eigentlich "Haß" heißt. Die Erklärung in der Gemara ist simpel: Am Berg Sinai haßte G - tt die Götzenanbeter. Der Iyun Yaakov und der Rambam vertreten eine andere Ansicht: Am Berg Sinai begann der eigentlich Antisemitismus. Die Juden bekamen die Thora und andere Völker waren neidisch. Daher ist der Sinai die Wurzel des Antisemitismus. 

Als all die Israeliten zu Moshe kamen und ihn um Rat fragten, war Yitro geschockt und schlug die Ernennung von Richtern vor. Damals kamen die Leute zu Moshe und wollten den Rat G - ttes zu allen möglichen Lebensbelangen. Dieses lehrt uns, dass wir heute wie damals G - tt um Rat fragen sollen (Rabbi Hirsch). G - tt ist ein Teil unseres alltäglichen Lebens und nicht nur einmal pro Woche in der Synagoge präsent. Mit der Anerkennung, dass G - tt der Erschaffer jeglicher Existenz ist, gelingt es uns vielleicht zu der Einsicht zu gelangen, dass nichts im Leben selbstverständlich ist. 

In den Synagogen werden die "Zehn Gebote" dreimal pro Jahr gelesen: In den Parashot Yitro, Vaetchanan und an Shavuot. 

Die Richter, die Moshe einsetzte, wurden in späteren Generationen, zu Tempelzeiten, durch die Mitglieder der Sanhedrin ersetzt. Einmal war ich bei einem interessanten Schiur (Vortrag), bei dem es allwöchentlich um die Frage geht, wieviele Wahrheiten es gibt. 

Da ist zum einen der realistische Vorgang - Wie ist etwas geschehen ?
Zum anderen aber ist nicht das, was wir sehen und bezeugen immer die halachische Wahrheit. Die Richter bzw. die Sanhedrin können andere Beweggründe mit einbringen und wenn ein Zeuge glaubwürdig ist, selbst wenn er lügt, dann kann es zu einem unerwarteten Urteil kommen, was ich akzeptieren muß. 

Genauso steht es, zum Beispiel, mit dem Festlegen des Kalenders. Entscheidet der Sanhedrin, dass an diesem und jenen Tag der neue Monat beginnt, so muß ich das akzeptieren, selbst wenn sich der Sanhedrin unabsichtigerweise irrt. Angemerkt sei, dass es sich beim Sanhedrin um geistige relig. Rabbinergrößen handelte und nicht um jene manchmal korrupten Systeme, die wir leider heute nur allzu gut kennen. 

Die Thora wurde von G - tt an uns auf der Erde gegeben und wir müssen sie auslegen und erfüllen. Deswegen lesen wir nicht selten im Talmud von Entscheidungen des Sanhedrin, welche kritisiert wurden und G - tt um Hilfe gebeten wurde. Er solle alles richtig stellen und den Sanhedrin einmal die Meinung geigen. G - ttes Antwort lautete jedoch, dass Er Sich bei diesen Urteilen den Sanhedrin beugt, denn die Thora sei für die irdische Welt (terrestrial world). Halachische Detailentscheidungen habe Er in die Hände der Richter bzw. des Sanhedrin gegeben. Wir haben die Pflicht, die Anweisungen des Sanhedrin zu befolgen. 

Im Schiur kam gleichzeitig die Frage auf, was denn heute sei ?
Rabbeinu Nissim (der RAN) sagte, dass wir in Zeiten ohne einen Sanhedrin auf die größten respektiertesten Rabbiner unserer Zeit hören sollen. 

Aber wer genau sind heute diese Rabbiner ?
Definitiv nicht jene, die sich groß in der Politik bewegen. Solche Leuten dürften nur halachische Entscheidungen fällen und sollten ausschließlich mit der Religion befassen. Mir fällt dazu nur der in den 80iger Jahren verstorbene Rabbiner Moshe Feinstein ein. 

Allerdings tauchen noch ganz andere Probleme auf.
Wer ist schon in der Lage, solche Geistesgrößen zu bestimmen und zu ernennen. Der letzte, wenn auch umstrittene, Ernannte war der Autor des Schulchan Aruch, Rabbi Yosef Karo aus Safed. Es kann sich nicht einfach so ein Grüppchen zusammentun und behaupten, sie seien jetzt der neue Sanhedrin. Vor einigen Jahren geschah genau das in Israel unter dem Vorsitz des Chabad - Rabbis Adin Steinsaltz. Dieser selbsternannte Sanhedrin verfügt über keinerlei Autorität !!!

Die Frage ist, ob wir selber einen Sanhedrin einsetzen sollen, wenn der Meschiach noch nicht da ist ? Und brauchen wir überhaupt einen Sanhedrin ? Klar ist, dass ein Sanhedrin bzw. dessen halachische Urteil von ALLEN Juden anerkannt werden müssen und ist das heute der Fall ? Gibt es die beschworene Einheit ? Nein.

Viele Juden sagen, dass, wenn der Meschiach erst einmal da ist, alles gelöst werden wird. Momentan haben wir keine Antworten, aber lasset ihn nur erstmal kommen. Dann wird alles anders. 

Die Frage ist, und ich habe das schon oft vernommen, ob wir wirklich erst auf den Meschiach warten müssen ? Warum sollen wir nicht einfach Taten vorziehen und aufgrunddessen kommt der Meschiach ? Wer von uns wartet denn wirklich auf ihn ? Und nicht vergessen, dass erste, was wir nach dessen Eintreffen gefragt werden ist, wie wir uns vorbereitet haben (siehe Talmud Sanhedrin 97 ff.). Und was wird da jeder Einzelne von uns antworten ? Haben wir uns vorbereitet ? Im gleichen Traktat steht genauso, dass Meschiach unerwartet kommen wird. Demnach sind wir gezwungen, uns täglich neu vorzubereiten, denn man weiß ja nie. Warum sich von daher nicht einmal mehr vorbereiten und Taten vorziehen ?

Schabbat Schalom

Mittwoch, Februar 01, 2012

Jüdische Orthodoxie: "Ohr Sameach" und "Machon Me’ir"

B"H 

Worin unterscheidet sich die jüdische Orthodoxie ? Muss man im ultra – orthodoxen Mea Shearim leben, um als ORTHODOX zu gelten ? Nein, sicher nicht und darüber hinaus gibt es unzählige Auslegungen des jüdisch – orthodoxen Lebens. Allerdings braucht deswegen noch lange nicht jeder Mann einen schwarzen Hut aufzusetzen oder eine Frau lange Röcke zu tragen. Es ist wichtig zu verstehen, dass sich die Orthodoxie recht facettenreich präsentiert, was gerade in Jerusalem besonders deutlich wird. Dort nämlich drängen sich streng Orthodoxe dicht an dicht mit traditionellen Juden, nationalreligiösen – zionistischen Juden, den Modern – Orthodox oder den super Modern – Orthodox Shlomo Carlebach Anhängern. 

Da mich jemand aus der Leserschaft fragte, was genau die einzelnen Richtungen innerhalb der jüdischen Orthodoxie bedeuten und wie diese zum liberalen Judentum stehen, hier eine kleine Serie zum besseren Verständnis. Wobei ich gerade das Verständnis nicht garantieren kann, denn vor allem in Deutschland werden Juden, die noch niemals in Israel an relig. Einrichtungen (sprich YESHIVOT oder SEMINAREN) studierten, sich schwer tun, nachzuvollziehen, von was genau ich rede. Das Problem sind die unterschiedlichen Mentalitäten und gerade in Deutschland werden viele Richtungen der Orthodoxie sofort als fanatisch, irre, total daneben oder nicht mehr zeitgemäss, abgehakt. Wer sich hingegen entschliesst, für mindestens ein halbes Jahr nach Israel zu kommen und an einer relig. Einrichtung zu lernen, der wird hinterher Probleme haben, sich wieder in eine deutsche Gemeinde einzuleben. In Israel laufen die Uhren anders und wer das verstehen will, der muss seine deutsche Mentalität erst einmal ad acta legen. 

Am besten zeigt sich, wer wer ist, wenn wir mit den unterschiedlichen Lernprogrammen einzelner orthodoxer Auslegungen beginnen. Zahlreiche Leser fragen regelmässig nach, wo sie was lernen können. Mit zwei, in Jerusalem, sehr bekannten Programmen will ich beginnen. Bitte beachtet, dass diese beiden Programme nur für männliche Bewerber offen stehen und keinesfalls für Frauen !!! 

Wer auf der nationalrelig. Yeshiva “Machon Me’ir” lernen will, muss Jude sein. Entweder jüdisch geboren oder halachisch orthodox konvertiert. Schummeln empfiehlt sich nicht, denn es werden Empfehlungsschreiben verschiedener Rabbiner verlangt. “Machon Me’ir” unterscheidet sich von meiner zweiten Beschreibung der haredisch (ultra – orthodox) – litvischen Yeshiva darin, dass das Machon Konversionskurse zum Judentum anbietet. Auch hier gilt: Ausschliesslich für männliche Bewerber !!! 

Beide Institutionen befinden sich in Jerusalem, wobei “Ohr Sameach” ebenso Niederlassungen im Ausland unterhält. Unter anderem in den USA. Die nationalreligiöse Yeshiva “Machon Me’ir” im gleichfalls nationalrelig. Stadtteil Jerusalems, Kiryat Moshe, vermittelt sehr viel Wissen zum relig. Zionismus. Wie wichtig das Land Israel ist. Im Sinne der Thora sowie der jüdischen Vorväter. Ferner werden jüdische Gesetze (Halacha) gelehrt oder auch Philosophie. Das Machon unterhält mehrere Zweige: Es lernen dort Neureligiöse jeglicher Herkunft. Ob Franzosen, Israelis, Anglos, etc. Von den Konversionskursen habe ich verhältnismässig viel Negativstories vernommen. Von Leuten, die dort lernten. Zum einen seien die Dormitories zu vollgestopft. Mit vier bis fünf Leuten in einem kleinen Zimmer. Außerdem werde bei den Konvertiten untereinander geklaut und, wie im russischen Konversionskurs, gesoffen. 

Kurse aller Art werden in hebräischer, französischer, russischer , spanischer oder englischer Sprache angeboten. 

Bei “Ohr Sameach” im Jerusalemer Stadtteil Ma’a lot Dafna schauen die Lernprogramme wesentlich anders aus. Hier setzt man auf das Talmudstudium. Selbst für Juden, die sich im Judentum kaum auskennen und erst einmal kleine Schritte in Richtung ihrer eigenen Religion unternehmen. Talmud deswegen, da man den Studenten etwas bieten will. Sozusagen, damit diese sagen, sie lernen “Talmud”. “Ohr Sameach” wird gerne mit der ebenso haredisch – litvischen Yeshiva “Aish HaTorah” in der jüdischen Altstadt Jerusalems verglichen. Beide Institutionen unterscheiden sich jedoch bei den Lerninhalten sowie der Mentalität ihrer Studenten. Insgeheim gilt “Ohr Sameach” als intellektueller. Andererseits hörte ich, dass AISH mit besserem Essen aufwartet. 

“Ohr Sameach” bietet keine Konversionskurse an, doch gibt es dort einen Rabbiner, welcher sich um Konversionswillige kümmert und seinen eigenen Kurs unterhält. Unabhängig von “Ohr Sameach”. Wer Näheres dazu wissen will, kann einen Kommentar hinterlassen oder mir schreiben ! 

Hier ein paar Video – Eindrücke und morgen werde ich mit den Beschreibungen fortfahren ! 

Falls jemand fragt, ob er als deutscher Jude an den Programmen teilnehmen kann: Ja, kann er. Vorausgesetzt er ist der englischen Sprache mächtig. 

Und die Kosten ? “Machon Me’ir” wird teilweise auch von der Jewish Agency gesponsort und bietet Kurse sowie Wohngelegenheiten in den Dormitories günstig an. Die aktuelle Preisliste kenne ich nicht, doch dürften sie sich um ca. 200 – 300 Euro / Monat bewegen. Inklusive Lernen, Essen und Unterkunft. 

“Ohr Sameach” ist da wesentlich teurer, doch werden Stipendien angeboten. Vor einiger Zeit war es noch so, dass man das erste Studienjahr umsonst bekam. Ob dem noch so ist, muss ich erst erfragen.     


OHR SAMEACH




Machon Me'ir 

Samstag, Januar 07, 2012

Deutsche bei den Haredim

B"H

"Deutsche bei den Haredim" - Warum stellte ich den Artikel nicht auf diesen Blog, wo er doch eigentlich hingehört ? Dies geschah aus Absicht, um auch einmal Lesern, die nicht "nur" an der Religion sowie dem Hamantaschen - Blog interessiert sind, einen kleinen Einblick in die gelebte haredische (ultra - orthodoxe) Wirklichkeit zu vermitteln.

Samstag, Oktober 29, 2011

Vorsicht, Konversionsfalle !

B”H 

Aufgrund einer Leseranfrage: 

Ich lege denjenigen, die ernsthaft orthodox zum Judentum konvertieren wollen, den dringenden Rat ans Herz: Erkundigt Euch vorher eingehend, welcher Konversionskurs anerkannt ist. Entweder bei der Orthodoxen Rabbinerkonferenz in Deutschland  genau so wie an offizieller orthodoxer Stelle in Österreich und der Schweiz ! 

Für israelische Kurse gilt derselbe Rat und hier könnt Ihr entsprechende anerkannte Kurse beim Oberrabbinat in Jerusalem erfragen. In Israel gilt eine orthdoxe Konversion dann nicht, wenn diese nicht von einem anerkannten Kurs des Oberrabbinats gehandhabt worden ist. 

Lasst Euch bloß nicht von irgendwelchen Rabbinern privat vollschwatzen und zahlt, um Himmels Willen, kein Geld !!! 

Konversion zum Judentum in Israel:
ITIM nennt die Voraussetzungen und anderweitige Tipps

Sonntag, Oktober 23, 2011

Rabbi Israel Me’ir Lau: Ehen zwischen Juden und Nichtjuden helfen den Nazis

B”H    

YNET berichtet von einem Vortrag, welchen der ehemalige aschkenazische Oberrabbiners Israels und jetziger Oberrabbiner von Tel Aviv, Rabbi Israel Me’ir Lau, gab. Unter anderem kam zur Sprache, dass der Rabbi die Meinung vertrete, Ehen zwischen Juden und Nichtjuden helfen den Nazis. 

Warum ? Weil schon eine dieser Mischehen eine Gefährdung für das gesamte Judentum darstellt. 

Im Laufe der Jahrhunderte kam es immer wieder zu Ehen zwischen Juden und Nichtjuden. Ehen, die eigentlich laut der Thora verboten sind. G – tt selber untersagt den Juden, sich mit Nichtjuden zu verheiraten. "Ehen", die im orthodoxen Judentum eh nicht als solche anerkannt werden. 

Zu diesem Thema fällt mir stets ein ziemlich abstruses persönliches Beispiel ein: 

Eine Deutsche, die zum Judentum konvertiert war und sich mir gegenüber auf einem Berlintrip vollkommen übertrieben und unecht religiös gab, heiratete wenige Jahre später einen deutschen Nichtjuden. Erst standesamtlich und kurz darauf versuchte besagte Frau den Typen in einen israelisch - orthodoxen Konversionskurs einzuschleusen. Das geschah mit holprigen Lügen, denn im Kurs durfte ja niemand erfahren, dass die Frau den Nichtjuden in Deutschland geheiratet hatte. Ansonsten wäre ihr Konversionszertifikat so ziemlich in Schieflage oder sogar Gefahr geraten. Konvertiert und heiratet hinterher einen Nichtjuden. 

Am Ende wurde beim Kursinterview gelogen, dass sich die Balken bogen. Von wegen, der Typ wäre nur ein Bekannter, der sich für das Judentum interessiere. Im Kurs wusste man schon Bescheid, denn jemand anderes hatte geplaudert und so flogen die beiden Scheinheiligen sofort hinaus. Heute leben beide in Deutschland und da sind sie besser aufgehoben als in Israel. 

Vielleicht sollte man sich insgesamt euf eines einigen: Ehen zwischen Juden und Nichtjuden sind lt. der Thora verboten. Juden und Nichtjuden besitzen unterschiedliche Seelen und beide Gruppen sollten ebenso ihre G - ttgegebenen unterschiedlichen Aufgaben im Leben verfolgen. Juden für sich und Nichtjuden für sich. 

Hinzu kommt, dass, sobald Kinder da sind, es ein ganzes Wirrwarr von Identitätsproblemen geben wird. Wer als Jude eine nichtjüdische Frau heiratet, muss sich darüber im Klaren sein, dass seine Kinder keine Juden mehr sind. Siehe das bekannte Beispiel “Michael Wolffsohn”.

Mittwoch, August 17, 2011

Anerkannt oder nicht anerkannt ?

B”H

Was mir bei diversen deutschen Blogkommentaren auffiel war, dass einige Konvertiten zum Judentum immer wieder an sich selbst zweifeln. Ob sie denn nun von der Umgebung, jüdisch sowohl als auch nichtjüdisch, als Juden anerkannt werden.

Eine eher seltsame Ansicht, denn in Israel spielt die Konversion im Alltag keine Rolle. So sie denn orthodox und daher halachisch einwandfrei durchgeführt wurde. Im Nachhinein fragt niemand, wer der andere ist und vielleicht ergeben sich derlei persönliche Gesprächsinhalte beim Freundschaften schliessen. Natürlich darf das Thema bei anstehenden Partnerschaften nicht verschwiegen werden, doch gehe ich einmal vom gelebten Alltag aus.

Wer als Fremder eine Synagoge betritt, kann befragt werden. Allerdings wird nicht erwartet, dass er seine gesamte Biographie haarklein breittritt. Ein paar Worte reichen, auch ohne direkt persönlich zu werden.

Im normalen Alltag erlebe ich so gut wie niemanden, der sich beim ersten Kennen lernen als Konvertit ausgibt. Und wer das tut, der scheint eine gewisse Aufmerksamkeit nötig zu haben. Eine Verlangen nach Aufmerksamkeit, die dem israelischen Gegenüber ziemlich schnell auf den Geist gehen wird.

Warum sich nicht einfach ganz normal verhalten ?

Dienstag, August 02, 2011

Darf ein Konvertit zum Judentum eine "Bat Cohen - Tochter eines Cohen" heiraten ?

B”H

Cohanim, dabei handelt es sich um die Nachkommen des Hauses Aharon (Bruder des Moshe) und sie waren es, die von G - tt zum Tempeldienst berufen worden sind. Opferungen ausführen und eben fast alles, was mit den beiden Tempeln zu tun hatte. In der messianischen Zeit, wenn es erneut einen Tempel, den Dritten Tempel, geben wird, kommen die Cohanim erneut zum Einsatz.

Wer genau heute noch ein wahrer Nachkomme Aharons ist, läßt sich nicht immer mit Bestimmtheit sagen. In der Regel besitzen die Cohanim Dokumente. Und das über Generationen hinweg. Ferner besteht die Halacha, dass ein Cohen (Tempelpriester) nur gewisse Frauen heiraten darf. Zum Beispiel darf er keine Frau heiraten, die zum Judentum konvertiert ist, sondern lediglich geborene Jüdinnen.
Wie aber sieht es bei der Tochter eines Cohen aus ? Darf sie einen Konvertiten zum Judentum heiraten ?

Die Antwort lautet JA, aber …

Eine Gemara (rabbinische Diskussion) im Talmud Traktat Pesachim 49 wirft die Frage auf, ob es denn so gut sei, wenn eine Jude, der nicht unbedingt die Thoragesetze einhält, die Tochter eines Cohen heiraten solle. Die Antwort darauf lautet, wie zu erwarten, NEIN. Wenn, dann sollte ein Nicht - Cohen zumindest ein weiser gelehrter Jude sein, der die Tochter eines Cohen ehelichen.

Was ist nun aber mit dem Konvertiten ?

Ich kann nur von der heutigen Zeit sprechen und vor ein paar Jahren heiratete ein Konvertit, den ich damals ab und an bei diversen Schabbatfeiern sah, die Tochter eines Cohen. Er kam aus Polen, sie aus Südafrika. Die Ehe ging nach drei Monaten zu Bruch, aber nicht, weil sie die Tochter eines Cohen war.

Bevor die Hochzeit überhaupt stattfinden konnte, untersuchte das Rabbanut (Oberrabbinat) jede noch so kleine Einzelheit. Wo war der Typ konvertiert ? Führt er ein relig. Leben ? War er tatsächlich in seinem nichtjüdischen Leben niemals verheiratet gewesen und falls ja, gab e seine rechtmässige Scheidung ? Diese Frage wird auch anderweitigen Konvertiten zum Judentum gestellt, die einen geborenen Juden heiraten wollen und hier heisst es, Dokumente aus dem Heimatland vorzulegen. Zum Beispiel eine Bescheinigung vom Standesamt daheim, welche Auskunft über den Personenstatus gibt. Falls notwending, ggf. auch die Scheidungsurkunde.

Der Konvertit wurde auf Herz und Niere geprüft und immer ein wenig mehr als andere, bevor er die Cohentochter heiraten konnte. Von Anfang an aber wollten ihn die Eltern der Braut nicht in der Familie und daran ist letztendlich die Ehe gescheitert.

Mittwoch, Juli 20, 2011

A Pastor's Journey to Judaism

B"H

Once an evangelical pastor, Yaakov Parisi shares the fascinating story of his lifelong journey to becoming Jewish. Recorded at Chabad of Oxford University.

Montag, Juli 18, 2011

Konversionen zum Judentum in Israel

B”H

Einige Leser googelten nach diversen Giur (Konversion zum Judentum) Adressen und ich schaute einmal nach. Recht bekannt unter Giur – Kandidaten ist die Organisation ITIM in Jerusalem. Wobei es sich bei ITIM lediglich um ein winziges Office handelt, wie mir zugetragen wurde. Ferner ist der Direktor Seth Farber gegen alles Ultra – Orthodoxe und neulich sah ich einen Hassartikel gegen Haredim (ultra – orthodoxe Juden) von ihm in der “Jerusalem Post”. Soviel also zur Qualität von ITIM. Darüber hinaus nutzt Farber jede noch so kleine Gelegenheit, um sich selbst in die Schlagzeilen zu quetschen. Seitdem eine wichtige Mitarbeiterin ITIM vor wenigen Jahren verliess, scheint es allerdings ziemlich bergab zu gehen.

Immerhin liefert die Site ein paar wichtige offizielle Schritte auf dem Weg der Konversion: 

Mittwoch, Juli 13, 2011

Leserfrage: Konvertieren zu Chabad

B”H

Ein Blogleser googelte die Frage, wie man denn bei Chabad zum Judentum konvertiere.
Soviel wie mir bekannt ist, kann man weder in Deutschland noch in Israel bei Chabad selbst zum Judentum konvertieren. Giurkurse, bedeutet Konversionskurse zum Judentum, werden in der israelischen Orthodoxie ausschliesslich von Stellen vorgenommen, welche vom israelischen Oberrabbinat (Rabbanut) offiziell anerkannt sind. Im Klartext heißt das, dass niemand sich einfach so irgendeinem Kurs anschliessen kann, wenn dieser nicht vom Rabbanut anerkannt ist.

Eine kleine Ausnahme mag es geben und dabei handelt es sich um den Giurkurs des haredischen (ultra – orthodoxen) Rabbiners Nissim Karelitz aus Bnei Brak. Zwar sind die Konvertiten des Rabbi Karelitz in der orthodoxen Welt sehr anerkannt, doch tut sich bei einer eventuellen Aliyah nach Israel das Innenministerium schwer, die Konvertiten des Rabbis anzuerkennen. Wer dazu mehr weissen will, dem kann ich die e – mail Adresse von einem Betroffenen geben.

Wer unbedingt zum Judentum konvertieren und der chassidischen Gruppe Chabad beitreten will, dem rate ich Folgendes:
Einen regulären orthodoxen Giur zu unterlaufen und sich erst danach Chabad anzuschliessen. Allgemein, und ich sage hier ALLGEMEIN, ohne mich genau festzulegen, sieht es das Oberrabbinat nicht gern, wenn ein Konversionskandidat während seiner Konversion mit Chabad liebäugelt. Dafür gibt es Gründe und diese haben weniger damit zu tun, dass einige Chabad – Ausrichtungen in ihrem letzten Rebben den Meschiach sehen. Vielmehr ist das Rabbanut, u.a, der Ansicht, dass ein potentieller Kandidat zum Judentum erst einmal Halachot lernt, Mitzwot einhält, sich ein jüdisches Leben aufbaut und sich erst nach einer längeren Eingewöhnungsphase auf eine eventuelle chassidische Richtung festlegt.

Ein kleiner Tipp nebenbei: Wieso gleich immer auf Chabad festlegen und nicht auch weitere chassidische Gruppen aufsuchen und sich dort umschauen ? Die chassidische Welt besteht gewiss nicht nur aus Breslov und Chabad !

Montag, Juli 04, 2011

Leserfragen: Chabad, Shabtai Zvi, Giur, Jüdischer Kalender und Koscheres Geschirr

B”H

So einige Anfragen wurden wieder einmal gegoogelt und leider ist es nicht immer ersichtlich, was genau die Leute wissen wollen. In der Beantwortung einiger Fragen gehe ich einmal der Reihe nach vor:

- Der zweite Monat des jüdischen Kalenders ? Kommt drauf an, von welchem Neujahr man zu zählen beginnt, denn im Judentum gibt es lt.d dem Talmud mehrere Neujahre. Wenn wir allerdings davon ausgehen, dass das Rosh HaShana Fest im Monat Tischrei (ca. September) gefeiert wird, dann lautet der zweite Monat im Kalender “Mar Cheshvan”.

- Einen Schnelldurchlauf in einem Giur (Konversion zum Judentum) gibt es nicht. Zumindest nicht in orthodoxen Kreisen. Vorausgesetzt, die besagten orthodoxen Rabbiner bewegen sich in der Seriosität. In Israel gilt, so glaube ich, ein Jahr als Minimum. Bedeutet, ein Jahr in einem Giurkurs lernen. Im Land selber ist es äußerst schwer geworden, denn selbst nach einem Jahr ist gar nichts sicher. Erstens muss einmal der Kurs entscheiden, ob der entsprechende Kandidat zum Beit Din (rabbinischem Gericht) vorgelassen wird. Falls ja, wird erst ein Termin ausgemacht. Zweitens hängt alles von einem Kommittee des Innenministerium ab. Wer wann konvertiert und ob derjenige Aliyah zugesagt bekommt.

- Schwul und konvertieren ? Warum sollte jemand zum Judentum konvertieren, wenn er von vornherein schon gegen die Thora verstößt ? Ergibt das etwa einen Sinn ?

- Koscheres Geschirr ? Hierbei kenne ich die genaue Frage nicht, doch muss diverses Geschirr, welches nicht in Israel hergestellt worden ist, vor Gebrauch in die Mikweh (in ein Ritualbad).

- Der Vergleich CHABAD mit SHABTAI ZVI: Obwohl es im Judentum immer wieder messianische Phasen gab und wahrscheinlich immer noch gibt, sehe ich keine direkte Verbindung des letzten Lubawitscher Rebben mit Shabtai Zvi. Nicht nur, dass die Zeiten anders lagen, denn Shabtai Zvi lebte im 17. Jahrhundert. Auch sonst unterschieden sich Rebbe Menachem Mendel Schneerson und der in Izmir (Türkei) geborene Shabtai Zvi grundsätzlich. Letzterer schrie es geradezu hinaus, er sei der Meschiach. Am Ende konvertierte Zvi zum Islam (im Jahre 1666), weil er Angst vor dem ottomanischen Sultan, dass dieser ihn einen Kopf kürzer mache. Unglaublich, dass viele jüdische Gefolgsleute Shabtais mit ihm konvertierten. Im Nachhinein rechtfertigte Shabtai Zvi sich so, dass in allem Negativen etwas Gute stecke und er zum Islam konvertierte, da er in die tiefsten Abgründe sinken will, um das Gute hervorzuholen.

Viele meinen immer, Shabtai Zvi wäre ein Idiot, Spinner und heruntergekommenes psychopathisches Subjekt gewesen. Das Gegenteil ist der Fall, denn Zvi war in der Thora sehr bewandert und strahlte ein extremes Charisma aus. Rebbe Menachem Mendel Schneerson dagegen wusste nach dem Tod seines Schwiegervaters im Jahre 1950, die Rebbeposition für sich einzunehmen und auszubauen. Begonnen hat er den verstärkten Messianismus bei den Chabad – Chassidim jedoch nicht, denn das war bereits der fünfte Lubawitscher Rebbe, Rabbi Shalom Dov Ber Schneersohn (1860 – 1920). Bei Rebbe Menachem Mendel Schneerson handelte es sich um den siebten Lubawitscher Rebben. Sein Vorgänger, Rebbe Yosef Yitzchak Schneersohn, war folglich der sechste Rebbe und sein Schwiegervater sowie der Sohn des fünften Rebben.

Dienstag, Mai 31, 2011

Why I became Jewish

B"H

Ein interessanter Bericht zum Thema GIUR - KONVERSION UM JUDENTUM !


 Leider gibt es solche Videos nicht in deutscher Sprache.

Freitag, Februar 25, 2011

Ein Konvertit zum Judentum, der weiß, dass er sündigen wird

B”H

Zufällig fand ich diese Gemara (rabbinische Diskussion) im Talmud Traktat Bechorot 30. Die Gemara an dieser Stelle bestimmt, dass ein Konvertit zum Judentum ALLE auf ihn zutreffenden Mitzwot (Thoragesetze) bereit sein muss, anzunehmen. Ohne jegliche Ausnahme.

“Mitzwot auf ihn zutreffend” deswegen, weil kaum ein Jude imstande ist, alle 613 Thoramitzwot zu erfüllen. Nicht, dass er dazu nicht in der Lage ist oder ein Gesetz ablehnt, sondern weil viele der Mitzwot lediglich auf Cohanim (Tempelpriester) zu treffen oder nur dann ausgeführt werden können, wenn der Dritte Tempel steht.
Was sagt die Halacha dazu, wenn ein Konvertit die Mitzwot auf sich nimmt, doch in seinem tieferen Inneren weiß, dass er bei gewissen Gesetzen scheitern wird ? Ist die Konversion zum Judentum in dem Falle immer noch gültig ?

Der “Achi’ezer” legt fest, dass die Konversion dann gültig ist, wenn der Konvertit bereit war, die Mitzwot auszuführen, doch sich darüber im Klaren ist, dass er manchmal verleitet wird, zu scheitern. Die Basis der Thora muss er einhalten, doch sobald er im Vorfeld plant, Thoragesetze zu brechen (wie den Schabbat oder die Koschergesetzte), wird dies nicht als volle Akzeptanz der Thora angesehen und die Konversion ist ungültig.

Der Rambam kommentierte zum Thoravers (Deuteronomy 27:26) “Verflucht sei der, welcher die Thora nicht einhält”: Wenn eine Person die Gültigkeit der Thora in Frage stellt bzw. anzweifelt, ist er verflucht.

Der “Devar Avraham” sieht die Angelegenheit wesentlich strenger und sagt, dass ein Konvertit zum Judentum, der im voraus weiß, dass er die Thora nicht ganz halten wird / kann, eine ungültige Konversion hinter sich bringt.

Zumindest ein Leser googelte auf diesem Blog mehrfach die Frage, ob Homosexuelle zum Judentum konvertieren können. Auch hier lautet die Antwort, dass eine derartige Konversion ungültig ist, sobald der Homosexuelle seine sexuellen Aktivitäten nach der Konversion wieder aufnimmt, denn Homosexualität unter Männern ist, lt. der Thora, verboten.

Mittwoch, Februar 23, 2011

Die Edah HaCharedit gegen falsche Konvertiten zum Judentum



B"H

Die dieswöchige Ausgabe der Zeitung der antizionistischen Edah HaCharedit "HaEdah" trägt die Schlagzeile: Das Haredische (Ultra - Orthodoxe) Judentum wird den Kampf gegen falsche Konversionen fortsetzen.   Den Hintergrund zur Schlagzeile findet Ihr HIER !

Die letzte News war, dass der ehemalige sephardische Oberrabbiner Ovadiah Yosef einen Deal mit der Regierung Netanyahu machte, er werde Armeekonversionen anerkennen. Die Entscheidung fiel eher aus politischen als aufgrund religiöser Gründe, denn Rabbi Yosef ist das Oberhaupt der sephardischen Knessetpartei SHASS und Koalitionspartner Netanyahus. 


Auf die Konversionsentscheidung hin hagelte es mehr als ausreichende Kritik seitens der aschkenazisch - haredischen (ultra – orthodoxen) Welt. Nicht nur von der Edah HaCharedit, sondern ebenso vom geistigen Führer der litvischen Haredim, Rabbi Yosef Shalom Eliyashiv. Die Edah samt Rabbi Eliyashiv planten sogar eine Demonstration gegen Rabbi Yosef, doch zu Beginn dieser Woche lenkte Rabbi Ovadiah Yosef ein und gab bekannt: Konvertiten zum Judentum innerhalb der israelischen Armee (meistens eingewanderte Russen), die zum Zeitpunkt der Konversion nicht die feste Absicht hatten, die Thoragesetze (Mitzwot) einzuhalten und ein jüdisches Leben zu führen, sind keine Juden trotz einem Konversionszertifikat !


Nur um es einmal klarzustellen: Ein Konversionszertifikat allein macht noch keinen Juden, sondern die Einhaltung der Mitzwot sowie ein aufrichtiges jüdisches Leben. Laut Talmud ist der Zeitpunkt der Konversion wichtig, denn dann muss die aufrichtige und ernsthafte Absicht bestanden haben, die Thoragesetze einzuhalten. Log sich der Konvertit durch das Beit Din (Rabbinisches Gericht) und behielt, u.a., seinen christlichen Glauben insgeheim bei, so ist die Konversion von vornherein ungültig trotz Zertifikat. Viele Konvertiten wollen entweder nur in Israel leben, praktizieren weiterhin ihr Christentum oder beides zusammen. Keiner von ihnen ist durch die Konversion richtiger Jude geworden, denn die Absicht war falsch und erlogen. Sie mögen ein Beit Din täuschen, doch G – tt läßt sich nicht belügen.

 

Links:


Halachisches zur Konversion zum Judentum

Was, wenn die Konversion zum Judentum anulliert wird ?


Warum immer gleich zum Judentum konvertieren ?

Dienstag, Februar 15, 2011