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Sonntag, August 19, 2012

Schabbateinladungen

B"H 

In der letzten Woche kam ich wieder einmal nicht dazu, die Thoralesung vorzubereiten. Ein paar Details dazu werden jedoch din dieser Woche noch nachgereicht. Am Donnerstag nachmittag machte ich mich zu einem Krankenbesuch auf und wir verplauderten uns im Krankenhaus. Am Ende kam ich erst spät heim und da ich am Schabbat häufiger Gäste einlade, mussten die Blogs etwas warten. 

Meine Freitage sind gewöhnlich mit den Schabbatvorbereitungen ausgebucht. Entweder bereite ich für mich das Essen vor oder, wie vorgestern, auch für ein paar Gäste. Früher folgte ich fast allen Einladungen zum Essen, heute ist das etwas anders. Ich nehme nur noch gelegentlich Einladungen wahr, denn ich relaxe lieber oder lese viel. Dafür koche ich mindestens einmal im Monat für ein paar eingeladene Freunde und wir machen es uns auf meinem Balkon gemütlich. Das gefällt mir wesentlich besser als die Herumrennerei von einer Einladung zur anderen. Außerdem bin ich der Meinung, dass Juden ab einem gewissen Alter ihre eigenen Schabbatot daheim vorbereiten sollten. Man kann sich ja nicht ständig woanders umsonst durchfressen und man selbst lädt niemanden ein.:-)

Freitag, August 19, 2011

Gedanken zur Parashat EKEV


Gibt G – tt uns wirklich alles was wir brauchen ? Die Shopping Mall "Dizengoff Center" in Tel Aviv.

Photo: Miriam Woelke

B"H

Parashat Ekev stellt grundsätzlich eine einzige Aufmunterung G – ttes an die Juden dar. Nach all den Drohungen “wenn wir dieses oder jenes nicht tun, wird G – tt uns strafen”, erfolgt die große Aufmunterung. Nämlich das G – tt stets mit den Juden geht und auf das Land Israel schaut. Mehr als auf alle anderen Länder der Erde.

Zu Beginn der Parashat EKEV listet G – tt die Wunder auf, welche die Juden in der Wüste erfuhren. An eben jene Wunder G – ttes sollen die Juden immer denken und sie ggf. als Ermunterung in ihrem eigenen Leben betrachten. Der RAMBAN (Nachmanides, 1194 – 1279) betrachtet die Tatsache, dass G – tt die Juden in der Wüste immer mit ausreichend Nahrung und sonstigen Bedürfnissen ausstattete als Beweis dafür, dass G – tt immer für uns sorgen wird.

Viele Male im Leben geschieht es, dass wir uns um ausreichend Geld für den Lebensunterhalt sorgen. Persönlich kenne ich nicht gerade wenige relig. Juden, die in allem, was sie tun, auf G – tt vertrauen. Machen wir den ersten Schritt (z.B. einen Job suchen), so wird G – tt uns auf dem Weg zu unserem Ziel aktiv begleiten und unterstützen. Nicht immer werden wir uns Seiner Hilfe bewusst und es wird genügend Hindernisse auf unseren Wegen geben. Dennoch, hinter den Kulissen zieht G – tt stets die Fäden. Selbst dann, wenn wir eine Niederlage im Leben hinnehmen müssen.

Da es Momente gibt, in denen sich jeder einzelne von uns schon sorgt, fällt es nicht immer leicht, diesem Konzept zu folgen. Einerseits weiss ich, dass es seiner Richtigkeit entspricht, wenn G – tt über allem steht. Andererseits jedoch ist das Leben in Israel alles andere als einfach. Mit G – ttvertrauen oder ohne, unzählige Familien haben nicht genug zu Essen im Kühlschrank und sind auf wohltätige Organisationen angewiesen. Verhungern tut niemand, aber loswerden tun wird unsere Sorgerei auch nicht gerade.

Heutzutage mag es zwar einen Mangel an absolutem G – ttvertrauen geben, doch vielleicht helfen uns gerade die Sorgen um den Lebensunterhalt, den ersten Schritt zu wagen, unsere Situation zu verbessern.

Freitag, Februar 25, 2011

Schabbat Schalom


Highway to Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

B”H

Gerne würde ich wieder einmal einen Schabbat in Jerusalem verbringen; geht allerdings nicht, denn ich beende meinen Arbeitstag am Freitag erst ein bis zwei Stunden vor dem Schabbat. Was bleibt einem also anderes übrig als es positive zu sehen: Mache ich mir halt einen tollen Schabbat in Tel Aviv !

“Schabbat Schalom” an alle Leser !

Samstag, Januar 29, 2011

“Mi she nichnas Adar” und die “Demonstrationen in Ägypten”



B"H

Der Schabbat war voll sportlicher Aktivitäten. Mehrheitlich davon Spaziergänge durch Tel Aviv. Sonnig warmes Wetter, ein paar neue Leute kennen gelernt und die Spiritualität kam auch nicht zu kurz, denn ich ging zum Schabbatg – ttesdienst in die Synagoge.

Kein Zweifel, Chabad investierte eine Menge Geld, um das Chabad - Haus nahe der Shenkin Street zu renovieren. Die Eingangstüren werden neuerdings von einem silbernen Metallbogen mit relig. Design umrahmt. Was ich vor dem Schabbat zu erwähnen vergass war, dass der gerade ausgeklungene Schabbat “Schabbat Mevarchin” war. Bedeutet, wir segneten den anstehenden neuen jüdischen Monat, denn an diesem Freitag sowie Schabbat feiern wir “Rosh Chodesh ADAR – den Beginn des neuen jüdischen Monat ADAR. Das derzeitige jüdische Jahr 5771 ist ein Schaltjahr und somit wird ein zweiter Monat Adar (Adar Beth oder Adar 2) an den regulären Monat Adar drangehängt.
Einer der Chabad Rabbiner in der Synagoge began seine Drasha (Thora Teaching) mit der Erwähnung der Demonstrationen in Ägypten. Israel befürchtet zurecht eine Machtergreifung radikaler islamischer Ausrichtungen. 
Muss es deswegen Angst haben ? Die Antwort lautet NEIN, denn, so der Rabbiner, wird unser Land zwar immer mehr von unseren Feinden umzingelt (siehe Beispiel LIBANON), doch sind all diese Geschehnisse ein Teil von G – ttes Plan und eine weiterer Schritt auf die baldige Ankunft des Meschiach.

Nicht nur wegen der Drasha, sondern ebenso wegen des intensive Gebetsservices muss ich sagen, dass mir der G – ttesdienst sehr gefallen hat.

Freitag, Dezember 17, 2010

Schabbat Schalom


Der Berg Tabor in Nordisrael.

Photo: Miriam Woelke


B"H

Morgen werde ich mich zum Schabbat etwas auf Reisen geben und nach Jerusalem fahren. Zum Schabbat bin ich im ultra - orthodoxen Stadtteil Mea Shearim eingeladen. Dort bei Freunden essen und eventuell einmal wieder zu einem chassidischen Tisch eines Rebben gehen.

Gleich nach dem Schabbat kehre ich wieder heim nach Tiberias.

"Schabbat Schalom" an alle Leser !

Donnerstag, Oktober 28, 2010

Schabbat Schalom


Gesehen in Jerusalem.

Photo: Miriam Woelke


B"H

"Baruch HaShem - G - tt sei Dank", meine Erkaeltung ist fast vorüber, nachdem ich mehr als eine Woche nur herumkeuchte. In Israel geht einmal wieder ein Grippevirus um und zwangsläufig ertönt aus jeder Ecke ein "Haptschi".

Heute in Tiberias am See Genezareth (Kinneret) und morgen zum Schabbat in Jerusalem - so die Bilanz dieser Tage.

Vielleicht weiss ja jemand Antwort. In jedem Fall will ich morgen einmal Rabbi Mordechai Machlis zum Thema befragen und präsentiere dann die Antwort am Sonnatg im Blog:

Wie schaut es mit der Kaschrut und dem Kaffee aus ?
Wenn mir ein Nichtjude einen Kaffee macht, ist der dann koscher oder nicht ?
Der Gedanke kam mir als ich heute morgen am Busbahnhof von Afula eine Tasse Kaffee, gemacht von einer Araberin, trank. Ferner tue ich das im Jerusalemer Cafe Aroma fast immer und dort schaut sogar der Maschgiach (Koscherexperte) des Oberrabbinates zu. Im AROMA am Machane Yehudah Markt arbeiten fast nur Araber.
Vielleicht hat ja jemand eine Idee oder Anregung !

"Schabbat Schalom" an alle Leser !

Freitag, Juli 23, 2010

Schabbat Schalom


Landschaft um Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

B"H

Professionelle Blogger haben das, was der Rest von uns nicht hat: Zeit für aufwendige Artikel. Alle anderen, auch ich, müssen arbeiten, um Geld zu verdienen und so bleibt leider so manches beim Bloggen auf der Strecke. Zum Beispiel, die Yahrzeit (Todesgedenktag) des berühmten Kabbalisten Rabbi Yitzchak Luria aus dem 16. Jahrhundert. Verfassen werde ich aber doch noch etwas und es in meinen Kabbalah - Blog stellen.

Das Täschchen ist wieder einmal gepackt und ich bin fast schon auf dem Sprung nach Jerusalem. Hoffentlich funktioniert der Bus, denn auf der Fahrt nach Jerusalem am Dienstag versagte der Motor wieder einmal und kurz vor Jerusalem mussten wir den Bus wechseln.

Ansonsten mein herzliches Beileid an alle, die diesen Schabbat in Tel Aviv verbringen. Die Luftfeuchtigkeit ist unerträglich und selbst zweimal duschen am Tag reicht nicht aus. Alles klebt, verschwitzte Klamotten und bewegen sill man sich auch nicht mehr. Jerusalem hingegen liegt in den Bergen Judaeas und da ist es wesentlich angenehmer.

"Schabbat Schalom" an alle Leser und einen kühlen relaxten Schabbat !

Freitag, Juli 16, 2010

Schabbat Schalom


Photo: Miriam Woelke



B"H

Tel Aviv schmilzt fast davon vor Hitze. Feucht, klebrig und ständig voll triefendem Schweiss. Heute nachmittag fahre ich nach Jerusalem und gerade Jerusalem ist bekannt für seine erfrischenden Windzug, da es in den Bergen liegt.

Die chassidischen Rebbes befinden sich überwiegend im Urlaub und danach, bis ca. Ende August, auf Spendentour in den USA oder England. Geld für die jeweilige Gruppe einsammeln. All das gibt mir Zeit, einmal andere Themen anzuschneiden. Momentan tue ich dies auf meinem englischen Shearim sowie auf "Leben in Jerusalem".
Judentum und die israelische Gesellschaft am aktuellen Beispiel von Tel Aviv und seinen Tausenden illegalen afrikanischen und philippinischen Gastarbeitern. In der nächsten Woche stelle ich Photos in die o.g. Blogs, um einmal aufzuzeigen, inwieweit sich Tel Aviv - Süd zum zweiten Afrika entwickelt. Ein fruchtbares Thema, was leider oft viel zu wenig wahrgenommen wird. Mit Judentum at es deswegen zu tun, weil es eben um unseren jüdischen Staat Israel geht und wir hier keine Afrokatastrophe haben wollen.

Die zweite Katastrophe der Woche:
Chelsea Clinton heiratet einen Banker - Juden. Oder besser gesagt: Wieder einmal heiratet ein Jude eine Nichtjüdin und eine gesamte jüdische Generation geht verloren, da die Kinder Nichtjuden sein werden !

Und damit hat die Thora wieder einmal Recht: In der Zeit vor Meschiach sind derlei Katastrophen vorherprophezeiht.

Die gute Nachricht:
Mein englischer Blog SHEARIM bekam eine Auszeichnung und befindet sich unter den besten fünfzig jüdischen Blogs der Welt.

Auf das wir uns wenigstens am Schabbat auf Positiveres konzentrieren und nicht dem Siff der Welt folgen.

"Schabbat Schalom" an alle Leser !

Freitag, Juli 02, 2010

Schabbat Schalom


Israelische Weine

Photo: Miriam Woelke


B"H

Dieser Tage überlege ich mir, wie ich es fertigbringe, in ultra - orthodoxen Stadtteilen wie Mea Shearim oder Ge'ulah (beide in Jerusalem) zu photographieren. Trotz anständiger Klamotte und Judesein ist das alles nicht so einfach. Sogar in säkuleren Jerusalemer Stadtteilen bereiten die Leute manchmal Probleme, wenn sie geknippst werden. Einige wollten allen Ernstes ein Honorar von mir. In Tel Aviv hingegen ist das alles noch wesentlich einfacher.

In Tel Aviv herrscht eine kaum zu ertragende Luftfeuchtigkeit und selbst die Dusche hilft nicht mehr. In ein paar Stunden fahre ich nach Jerusalem und dort ist es etwas kühler. Luft aus den Bergen; trocken und weniger treibhausmässig. Heute abend bin ich im ultra - orthodoxen Mea Shearim zum Essen. Die Sommerferien sind eingezogen und mal schauen, welche chassidischen Rebbes anwesend sind und einen Tisch geben.

Auf der Tel Aviver Veranstaltung "Laila Lavan - White Night" gabe es gestern vor dem "Bimah - Theater" / Ecke Rothschild eine "Kopfhörerparty". Für mich war das neu, all die, meist jüngeren, Leute mit Kopfhörer zu sehen und für sich allein zu tanzen. Jeder machte sein eigenes Ding, was irgendwie nach "Zeichen der Zeit" aussah. Im Facebook Zeitalter macht wohl eher jeder sein eigenes Ding und stellt sich nebenbei selbst dar. Per Fan Page oder gleich ganz auf Youtube.

An diesem Wochenende finden alle möglichen WM - Spiele statt und es gewiss nicht einfach, religiöser Jude zu sein. Zur Not könnte das TV - Gerät mit einem Schabbattimer an und ausgestellt werden, aber wer will schon mitten im Schabbatessen seine Zeit mit der WM vergeuden ? Obwohl, Deutschland - Argentinien und Holland - Brasilien sind ja eigentlich schon WM - Finale.

"Schabbat Schalom" an alle Leser !

Freitag, März 19, 2010

Schabbat Shalom

B"H

Pessach rückt immer näher und insgesamt sind es nur noch zehn Tage bis zum Sederabend. Insbesondere in Jerusalem haben die Händler wieder einmal das Feiertagsbusiness entdeckt und selbst die Stände im Jerusalemer Machane Yehudah Markt, die normalerweise anderweitige Waren führen, verkaufen dieser Tage von neuem Geschirr für Pessach bis hin zu neuen Plastikmülleimern. Alles funkelnagelneu und kascher le'Pessach. Die Hausfrauen daheim schrubben sogar die weissen Wohnungswände ab.

Bisher findet in Jerusalem mehr aufkommendes Pessach Feeling statt als in Tel Aviv. Wenn alles vorerst auch noch recht kommerziell sein mag. Trotzdem werde ich die Mehrheit der Pessach Tage in Tel Aviv sowie an der Küste verbringen. Ein Kurztrip in den Norden nach Tiberias und Safed sollte zeitlich drin sein.

An den Zwischenfeiertagen von Pessach und Sukkot (Chol HaMoed) ist es aschkenazischer Brauch keine Friedhöfe zu besuchen. Sephardische Juden hingegen tun das gerade zu der Zeit sehr ausgiebig und es wird nur so zu den Gräbern der Zaddikim (Gerechten) gependelt. Wenn ich denn aber schon einmal im Norden sein sollte, werde ich wenigstens das Grab des mittelalterlichen Kabbalisten Yitzchak Luria in Safed sowie das des Rambam (Maimonides) in Tiberias besuchen.
Mal sehen, ob das Wetter mitspiel …

Derzeit ist es recht kalt in Tel Aviv. Nur vierzehn Grad Celsius erwarten uns am Schabbat und damit ist es zu kalt für die Jahreszeit. In wenigen Stunden fahre ich nach Jerusalem, um den Schabbat dort zu verbringen. Noch ohne viel Motivation und ich bin platt vor der Arbeit in der Woche. In solchen Momenten sehne ich mir manchmal die "deutsche Gemütlichkeit" zurück, die zumindest ich hatte. Acht oder neun Stunden auf der Arbeit und danach Feierabend. In Israel verläuft mein Leben vollkommen gegensätzlich. Ich habe viel mehr zu tun und komme wenig zum Ausruhen oder einfach nur dazusitzen.

Man könnte meinen, dass auch die Arbeit in der Bäckerei immer weniger wird, denn die Leute kaufen weniger Chametz (verbotenes Getreide / Produkte aus Hafer, Weizen, Spelt, Roggen oder Gerste), denn daheim wird ja groß reinegemacht und nicht mehr durch die Wohnung gebröselt. Aber nichts da, die Leute kaufen nach wie vor ihren Kuchen und ihr frisches Brot. Außerdem kommen wir endlich einmal dazu das zu tun, wofür wir innerhalb des Jahres kaum kommen. Wir zerlegen und putzen Maschinen, Wände und hängen die riesigen Fenster zum schrubben aus. Soviel Arbeitsstunden wie in diesem Monat hatte ich schon Ewigkeiten nicht mehr. Zwischenzeitlich machen wir uns gegenseitig Mut, denn in wenigen Tagen beginnt Pessach und somit der Feiertagsurlaub. Bis dahin aber werden wir sicher auf allen Vieren herumkriechen.:-)

"Schabbat Shalom" an alle Leser !

Freitag, März 12, 2010

Schabbat Schalom


B"H

Als ich gestern abend heim nach Tel Aviv kam, benötige ich eine kleine emotionale und visuelle Eingewöhnungsphase. Nach einer Woche mit vielen haredischen (ultra - orthodoxen) Kontakten in Jerusalem und einigen Aufenthalten in Mea Shearim war ich die teilweise leicht bekleideten Tel Avivim nicht mehr gewohnt. Mein Glück, dass ich sogleich ins Kino rannte, um "Shutter Island" mit Leo DiCaprio anzuschauen. Das holte mich dann endgültig zurück ins "diese" Welt.:-)

Heute aber geht es schon wieder zurück nach Jerusalem und auch nach Mea Shearim. Das Wetter ist nach wie vor sommerlich, was einem sogeich bessere Laune verpasst.
In den letzten Wochen habe ich viel zuviel Zeit auf der Arbeit verbracht; auch in der Bäckerei und nach Pessach will ich mehr Freizeit und vor allem "Leben" einplanen. Und so plane ich einen meiner Tage, an denen ich unterrichte, aufzugeben. Mehr Geld haben ist auch nicht immer das Wahre, wenn alles andere darunter leidet.

"Schabbat Schalom - Gut Schabbes" an alle Leser !

Freitag, Februar 05, 2010

Schabbat Schalom


4. You have seen what I did to the Egyptians, and [how] I bore you on eagles' wings, and I brought you to Me.


B"H


Eigentlich wollte ich wieder einmal viel mehr schreiben, aber nix wars aufgrund von Zeitmangel.


Neulich berichtete von meinem Treffen Treffen mit dem Runaway der Chassidut Gur (aus Ashdod), Sarah Einfeld. Gleich darauf sendete der israelische Privatsender "Yes" einen Report über fünf Runaways der haredischen (ultra - orthodoxen) Gesellschaft mit dem Titel "Leaving the Fold". Eine der darin beschriebenen Personen ist eine junge Frau aus dem Hinterhof Mea Shearims "Batei Hungarin - Ungarische Haeuser". Als ich den Artikel zu Sarah Einfeld in meinen hebräischen Blog stellte, beschwerten sich einige Leser, dass sie lieber etwas über die junge Frau aus den Batei Hungarin lesen wollen. Die sei doch viel interessanter. Mea Shearim und so und keine Sarah aus Ashdod.

Ich kontaktierte die Filmemacher von "Leaving the Fold" und bekam prompte Antwort. Leider aber lehnte man es ab, mir den Namen der jungen Frau weiterzuleiten. Dies könne ich bei "Hillel" erfahren.

Bei "Hillel" handelt es sich um eine israelische Organisation, welche Runaways aus der haredischen Gesellschaft hilf (Unterkunft, Schulbildung, Job, Geld, etc.) 
Grundsätzlich aber bin ich gegen "Hillel", denn deren Agenda lautet, den frommen Juden in ein total säkuleres Gegenteil umzufunktionieren. Nicht jeder Runaway aber will die Religion verlassen, sondern nur seine Umgebung. Ausserdem ist die Kontaktaufrechterhaltung mit den Eltern sehr wichtig und bei der Stadt Jerusalem gibt es diesbezüglich hervorragende Sozialarbeiter.

Nichtsdestotrotz werde ich "Hillel" kontaktieren und schauen, was sich ergibt.

Die haredische Gesellschaft zu verlassen bedeutet nicht gleich die Religion aufzugeben und damit sind wir bei der Parasht Yitro angekommen. Es ist erstaunlich wie Moshe auf seinen Schwiegervater hoerte; und das mit G - ttes Zustimmung.

Rabbi Bachya ibn Pakuda schrieb in seinem Buch "The Duties of the Heart", dass wir G - tt mit GANZEM Herzen akzeptieren sollen. Nicht, dass sich unsere Taten von unseren Worten unterscheiden. Die wahre Akzeptanz G - ttes findet statt, wenn jemand das tut, was er predigt und nicht anderen Leuten überheblich "religiös" daherkommt bzw. sie rügt und sich selber verhält wie sonst etwas. 

"Schabbat Schalom - Gut Schabbes" allen Lesern !
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Kleine Anmerkung: Der Toldot Avraham Yitzchak Rebbe wird an diesem Schabbat seinen Tisch in Beit Shemesh abhalten und NICHT, wie gewohnt, in Jerusalem ! Dies ist besonders wichtig, denn in den Avraham Yitzchak gibt es "Scheva Berachot", da ein Enkel des Rebbe am Mittwoch heiratete.

Freitag, Januar 29, 2010

Schabbat Schalom


B"H

Der Rambam (Nachmanides, 1194 - 1270) stellt in seinem Thorakommentar zur dieswöchigen Thoralesung (Beschlach) die Frage, warum die Israeliten immer wieder gegen G - tt rebellierten, obwohl sie doch im Minutentakt Zeugen der Wunder waren, die G - tt vor ihren Augen stattfinden liess.

Meine Frage lautet, ob wir nicht ganz einfach dazu tendieren, Wunder zu vergessen bzw. uns an sie zu gewöhnen, sobald wir sie täglich erleben ? G - tt "wanderte" vor den Israeliten in einer Art Säule,die einer Wolke ähnelte. Damit waren die Israeliten absolut unschlagbar, denn G - ttes Anwesenheit war, für jedermann sichtbar, mit ihnen. Sie wachten morgens auf und die Wolke war da. "So, what ?" Gewöhnt man sich nicht an den Anblick ? G - tt ist da, na und ? Geht es mir deswegen besser und was will der von mir ? in Ägypten ging es mir besser. Da brauchte ich nicht heimatlos durch die Wüste rennen, sondern hatte mein kleines Zuhause.

Geht es uns in Israel Lebenden nicht ebenso ? Wissen die Bewohner Jerusalems, welches Glück sie haben, in der Stadt zu leben ? Oder stehen sie ebenfalls morgens auf, gähnen und gehen dann gedankenlos ihrem Alltag nach ?

Diese Frage sollten wir uns vielleicht an diesem Schabbat einmal stellen. "Bin ich soviel besser wie die damaligen Rebellen in der Wüste ?"

Am Nachmittag fahre ich nach Jerusalem und, trotz einiger Leute, die ich treffen werde, folgt genauso der Schlaf. Im Grunde genommen nehme ich meine dortige Anwesenheit als selbstverständlich. Zumindest aber rebelliere ich nicht, oder doch ? :-)

"Schabbat Schalom - Gut Schabbes" an alle Leser !

Freitag, Januar 22, 2010

Schabbat Schalom



Auf der Suche


B"H

Die Dunkelheit (Choshech) ist eine der Zehn Plagen in der dieswöchigen Thoraparasha. Und wie wir wissen, will uns die Thora hiermit ebenso etwas Verborgenes mitteilen. Nämlich dass wir uns heute ebenfalls in der Dunkelheit befinden. Jeder Einzelne von uns kennt die Zeiten, in denen es ihm mies geht und eine "spirituelle" Dunkelheit über ihn hereinbricht. Depression, Schicksalsschläge, Zweifel … Nicht immer geht es einem Menschen so toll, auch wenn wir, lt. G - tt, nicht in Depressionen verfallen sollten.

Eine Patentlösung hat niemand auf Erden, doch das was wir tun sollten, ist stets ein wenig Freude in unserem Leben zu halten und nicht ganz absinken. Diese Freude ist es letztendlich, die einen wieder hochzieht. Freude und Sinn. Wie oft sind wir danach auf der Suche. Noch in Deutschland war ich mit Freunden stets im Fürther Stadtpark auf Sinnsuche. Im Nachhinein stellte ich fest, dass es nichts zu suchen gab, denn insgeheim hatte ich meinen Lebenssinn schon gefunden. War also die ganze Mühe umsonst ?
Jemand sagte mir einmal, dass das Schönste an der Sinnsuche die Suche selbst sei. Und das kann ich hiermit bestätigen. Wie langweilig, wenn man alles gefunden hat ! :-)

"Schabbat Schalom - Gut Schabbes" an alle Leser !

Freitag, Januar 15, 2010

Schabbat Schalom





Shaarei Chesed Nachbarschaft in Jerusalem

B"H

Selbst das relig. Hosroskop, wenn man es denn so nennen kann, besagt, dass Leute, die im Monat Shevat (Ende Jan. bis Mitte Feb.) geboren wurden, gerne rebellieren; Unabhängigkeit ausströmen und die Eintönigkeit hassen. Dies trifft genau auf mich zu und G - tt platzierte mich nicht ohne Grund in diesen Monat. Meines Erachtens haben Wassermänner (wie ich) und Zwillinge die ereignisreichsten Sternzeichen.

Ferner heißt es, dass im Monat Shevat geborene auf der konstanten Suche nach ihrer Identität sind. Dies allerdings kann manchmal recht erschöpfend sein, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Den Schabbat verbringe ich in Jerusalem, obwohl ich lieber in Tel Aviv geblieben wäre. Schon allein der Identitätssuche wegen.:-)


"Schabbat Schalom - Gut Schabbes + Chodesh Tov - einen guten neuen Monat" an alle Leser !
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Es sind einige Kommentare aufgelaufen, die ich jedoch erst nach Schabbat beantworten werde !!!

Parashat Va'era


Welchen Pfad in Bezug auf G - tt und Thora einzuschlagen, ist nicht immer eine leichte Entscheidung.

 Photo: A Simple Jew

B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Am Ende der letzten Parashat Schmot beschwerte sich Moshe bei G – tt, dass es zwar bei Pharao gewesen sei und ihm gesagt habe, er solle die Israeliten freilassen, aber sich hinterall alles als umsonst herausgestellt habe. Im Gegenteil, Pharao war nicht gerade angetan und halste den Israeliten gleich noch mehr Arbeit auf (Talmud Sanhedrin 111a). Wozu das ganze also ?

In dieser Parasha gab G – tt Seine Antwort auf den sich beschwerenden Moshe und sagte ihm die Meinung. Den Vorvätern Avraham, Yitzchak und Yaakov sei Er nur unter dem Namen E"l Shadda"i erschienen und ihm (Moshe) immerhin unter G – ttes höchstem Namen Y – H – V – H. Sprich, noch nicht einmal die Vorväter sahen eine verdeckte Seite G – ttes, die Moshe jetzt sieht.

Die recht einfach erscheinenden Worte zu Beginn der Parashat Va'era haben unendlich viele Kommentare erzeugt und ich will einige wichtige davon nennen. Vorab erst einmal die Frage, was genau G – ttes Namen für eine Bedeutung haben und wieso Er sich unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Namen präsentiert.

G – ttes Namen drücken IMMER eine bestimmte Eigenschaft von Ihm aus. Wie wird er handeln ?
Der berühmte chassidische Rabbiner Elimelech von Lejansk schreibt in seinem Buch "Noam Elimelech", dass G – tt sich dem Menschen gemäss dessen individuellem Level zeigt. So auch im Falle des Moshe. Dies bedeutet wiederum NICHT, dass G – tt plötzlich ein anderer ist, nur weil Er unter anderem Namen erscheint. G – tt bleibt immer der Gleiche, nur handelt Er anders. Und der Level eines Menschen hängt in diesem Falle von der Erfüllung der Thoragebote ab.

Was aber genau unterscheidet den Namen E"l Shadda"i von dem Namen, der Moshe genannt wurde, Y – H – V – H ?

Im kabbalistischen Buch Zohar lesen wir, dass G – tt anhand Seines höchsten Namens Y – H – V - H die Welt erschuf. Außerdem zeigte sich G – tt den Vorvätern in Seinen Prophezeihungen nur des nachts (Ibn Ezra) und nicht zu jeder Tageszeit wie dem Moshe. Seit Moshe gab es nie wieder einen Menschen, der mit G – tt von "Angesicht zu Angesicht" sprach und sich auf solch höchstem Level der Prophezeihung befand.
Von Angesicht zu Angesicht darf keinesfalls wörtlich genommen werden, denn niemand sieht G –tt auch nur annähernd. Vielmehr wird uns hier eine Metapher in vermenschlichter Sprache gegeben, zu der unser begrenztes Fassungsvermögen einen Zugang haben kann.

Der erste aschkenazische Oberrabbiner, Rabbi Avraham Yitzchak HaCohen Kook (Kuk), kommentierte, dass sich G – tt nun mit Seinem höchsten Namen präsentieren konnte, denn Israel war auf einem hohen Level, da sie in Ägypten zu einer Nation herangewachsen waren. Unsere Vorväter hatten gar keinen Bedarf für diesen hohen Namen Y – H – V – H, da ihnen keine offenen Wunder, welche die Natur verändern sollten, wiederfuhren. Bei den Israeliten aber sollte dies anders sein, denn G – tt vollbrachte für sie offene Wunder; zuerst beim Auszug aus Ägypten und später in der Wüste (Ramban sowie Sforno).
Des weiteren vertrauten die Vorväter ganz einfach auf G – tt und fragten nie nach oder beschwerten sich. Moshe hingegen war nur auf eine schnelle Lösung aus a la: Ich war bei Pharao, der tut nichts, also G – tt tu was. Aufgrund ihres blinden G – ttvertrauens benötigten die Vorväter niemals den Namen Y – H – V – H (der chassidische Kommentator Kli Yakar). Dies wiederum aber bedeutet nicht, dass sie den Namen nicht kannten. Laut dem Ramban wußten die Vorväter sehr wohl von dem Namen, gaben sich aber dennoch mit E"l Shadda"i zufrieden.

Der derzeitige Rebbe der chassidischen Gruppe Slonim in Jerusalem, Rabbi Bozorowsky, verfasste meiner Meinung nach brilliante Thorakommentare und auch an dieser Stelle halt er eine exzellente Meinung bereit: Die Israeliten hatten in der äyptischen Diaspora schweren spirituellen Schaden erlitten und waren dabei, G – tt zu vergessen. Sie hatten andere Probleme als die Religion und waren vom täglichen Arbeitspensum so müde, dass sie abends heimkamen, aßen und sich schlafen legten. Wen interessierte da groß G – tt ?
Die Diaspora in Ägypten jedoch war eine Diaspora des "Wissens", was voraussetzte, dass alle G – tt kennen mußten. Deswegen benutzte G – tt Seinen höchsten Namen, denn nach all den Jahren besassen die Israeliten nicht mehr das Wissen ihrer Vorväter, das da EIN G – tt ist, der die Welt erschuf.

Was mich bei der Aufzählung der Zehn Plagen immer störte war, wenn es da in der Thora heißt, dass G – tt Pharaos Herz erhärtete. Was genau soll das bedeuten ? War es nicht Pharaos Entscheidung, die Israeliten gehen zu lassen ? Was hat G – tt mit dessen Entscheidung zu tun ?

An dieser Stelle stellt sich einmal wieder mehr die Frage, inwieweit die Menschen einen freien Willen haben und inwieweit G – tt alles beeinflußt. Es heißt, dass Pharao bis zur fünften Plage über einen freien Willen verfügte und danach nicht mehr. Ab der sechsten Plage sorgte G – tt dafür, dass Pharao keinerlei freie Entscheidungen mehr treffen konnte und dementsprechend die Israeliten nicht gehen liess.

Wieso tat G – tt das ?

Der Ramban sowie Ibn Ezra geben eine einfache kurze Antwort, welche genauer definiert werden muß: G – tt wollte verhindern, dass Pharao Teschuva macht. Teschuva bedeutet eine Umkehr zu G – tt. Wenn jemand sündigt bzw. etwas Falsches tut, dann läßt G – tt normalerweise Gnade walten, wenn derjenige Reue zeigt und Besserung verspricht.

Laut dem Rambam (Maimonides) und seiner Mishna Thora – Hilchot Teschuva 5:6, kann G – tt einem Menschen die Teschuva bzw. Gnade verweigern, selbst wenn dieser Reue zeigen täte. In diesem Fall gibt G – tt dem Sünder vorher unzählige Zeichen, die auf eine eventuelle Reue hindeuten sollen. Erkennt derjenige G – ttes Signale nicht und fährt mit seinem Verhalten fort, richtet G – tt es ein, dass derjenige sein Leben genauso verendet und mit seinen Vergehen stirbt. Bestes Beispiel ist, wenn Hitler plötzlich Reue gezeigt und sich entschuldigt hätte. Ab einem gewissen Zeitpunkt war der Zeitpunkt der Reue für Hitler absolut unmöglich und die Kabbalah könnte mit einbringen, dass nach dessen Tode sogar die Seele zerstört wurde.

Nicht in allen Fällen dürfen wir un simmer auf G – ttes Gnade verlassen und sollten daher zusehen, es nie zu weit kommen zu lassen. Aber nicht alle sind Pharao oder Hitler und von daher ist Otto Normalverbraucher nicht unbedingt in irgendeiner Gefahr. Die Worte des Rambams sind immer kurz und präzise und bilden für das Verhalten Pharaos eine ausreichende Erklärung.

Schon in der vorherigen Parasha rechtfertigte sich Moshe damit, dass er Probleme beim Sprechen habe. Kommentatoren sagen, dass Moshe gestottert hat. Auch am letzten Schabbat fragte Rabbi Machlis, warum G – tt gerade jemanden, der stottert, zur Rettung des Volkes Israel auserkoren hatte. Hätte er nicht jemanden finden können, der gut spricht und ein Charisma hat ?

Anscheinend soll hier gelehrt werden, dass es manchmal Menschen gibt, die in unseren Augen als unwichtig sind oder wir meinen, dass sie auf einem niedrigen Stand sind und eh keine Chancen haben. Das genaue Gegenteil aber beweist uns Moshe, der trotz seiner Behinderung zum größten Propheten aufstieg.

Schabbat Schalom

Sonntag, Januar 03, 2010

Bekanntheitsgrad schützt nicht vor Einsamkeit

B"H

Wenn ich wahre Geschichten zu lesen / hören bekomme, dann interessiert es mich nach einiger Zeit brennend, was eigentlich aus den Leuten von "damals" geworden ist. Haben sie erreicht, was sie sich erhofften ? Wie ist alles ausgegangen oder wie geht es weiter ?

Ich selber berichte unendlich viel über Leute und Geschehnisse und sobald ich etwas Neues höre, versuche ich ein "Follow  Up" zu konstruieren. In den meisten Fällen hört man selber kaum mehr etwas, denn die Presse ist an derlei "Updates" nicht interessiert, es sei denn, ein deftiger medienreicher Skandal ist im Anmarsch. Ansonsten wird eine Story in Schlagzeilen ausgeschlachtet und das war es dann.

Erst kürzlich berichtete ich über eine junge Frau, welche eine chassidische Gruppe verliess und es gelang mir über Umwege, sie zu kontaktieren. Seither haben wir einen regen e - mail Verkehr und wollen telefonieren bzw. uns treffen. Persönlich finde ich es sehr wichtig, den Werdegang der Frau weiterzuverfolgen; insbesondere deswegen, da sie es in der säkuleren Welt ungemein schwer hat, Ansprechpartner zu finden. Die Menschen hören zu "Aha, Okay", aber begreifen sie die Problematik ? Nein, und das ist nicht deren Schuld !
Man sollte schon das gleiche irgendwie erlebt haben. Zugegeben, als ich die haredische (ultra - orthodoxe) Welt mehr oder weniger hinter mir liess, hatte ich es wesentlich einfacher als diese Frau. Sie hat zwei kleine Kinder und war in der chassidischen Gruppe aufgewachsen, heißt, erhielt deren Erziehung und Schulsystem.

Das erinnert mich jedesmal an ein Teaching von Rabbi Mordechai Machlis aus Jerusalem:

Es kommt vor, dass einem Leute begegnen, die auf den ersten Blick absolut "messudar - etabliert" erscheinen. Manche mögen sogar bekannt, wenn nicht berühmt sein. Täte da jemand von uns auf die Idee kommen, diese Leute für einsam zu halten ? Wer würde sich die Frage erlauben, sie zum Schabbat zum Essen einzuladen ?

"Nee, diese Person ist bekannt und hat soviele Freunde. Da frage ich lieber erst gar nicht, denn derjenige kann sich sicher vor Einladungen gar nicht retten ?"

Ach, tatsächlich ? Haben wir es einmal probiert und trotzdem eine Einladung ausgesprochen ?

Rabbi Machlis tat dies und ein eigentlich bekannter Herr gestand ihm, dass er all die Jahre am Schabbat allein daheim sass. Die Mitmenschen waren ganz einfach der Meinung, der Mann habe soviel zu tun und kenne unendlich viele Persönlichkeiten, da benötige er gewiss keine Einladung von Otto Normalverbraucher. Ein Irrtum und deswegen sollten wir vor Updates nicht zurückschrecken. Einmal schauen, was außerhalb der allzu künstlichen Presse / Menschenfassade vor sich geht.

Freitag, November 27, 2009

Schabbat Schalom




B"H

Nach Jahren des religiösen Studiums gewöhnte ich mich an den Umgang mit relig. Büchern aller Art. Die Raschi - Schrift ist mir genauso vertraut geworden wie die regulären hebräischen Buchstaben.
Schon immer waren Bücher für mich das A und O im Leben. Romane, Geschichte, Wissenschaft und Politik, so lauteten meine allgemeinen Themen. Dann kam die Religion und insbesondere die weltlichen Romane kamen in den Hintergrund. Daran hat sich bis heute kaum etwas geändert, wenn man einmal vom "Da Vinci Code" absieht. Kein gerade jüdisches Buch, doch interessant dargestellt.



Raschi - Schrift


Aber nicht, dass ich nur auf heilige Bücher stehe und den Rest der Welt links liegen lasse. Im Gegensatz zu vielen relig. Juden lese ich sehr wohl weltliche Bücher wie nach wie vor Politik (vorwiegend zum israelisch - arabischen Konflikt). Gerade kaufte ich ein tolles Buch zur Geschichte des Bürgerkrieges im Libanon. Bücher zur israelischen Armee stehen bei mir, wie vielen anderen Israelis auch, ganz hoch im Kurs. Die Astronomie nicht zu vergessen, wobei es in Israel selbst hierzu nicht gerade die riesige Auswahl an wissenschaftlichen Instituten gibt. Mit Sternwarte und so ist nur etwas in Mitzpe Ramon (Negev), nahe Modi'in oder halt an der Tel Aviv University.

Romane hingegen langweilen mich meist und ich lese lieber Informatives.
Bücher waren für Juden schon immer wie die eigentliche Nahrung selbst. Ohne Literatur geht nichts. Selbst nicht in der heutigen Zeit der e - books oder anderweitiger PC - Literatur. Ein richtiges Buch in der Hand zu halten und es sich, gerade auch am Schabbat, daheim gemütlich zu machen, ist schon etwas. Neben all den Schabbatot, an denen soviele Leute teilnehmen, kommt das Gefühl auf, allein zu sein und ein Buch zur Hand zu nehmen.

Freunde von mir suchen am Schabbat immer nach Action. Von einer Synagoge in die nächste. Hier essen, da essen, zu Schiurim (Vorträgen) rennen. Wer Jerusalem kennt, der weiß, dass es an Vorträgen gewiss nie mangelt. Mich nerven diese Zwänge; immer das irgendwohin gehen zu müssen. Und das liegt nicht gerade am Alter, denn einige meiner Bekannten sind wesentlich älter als ich. Der Ausgehtyp bin ich eh nicht; gerade jetzt nicht, wo der Schabbat nur kurz andauert. Man gewinnt kaum Zeit, von der Woche Abstand zu gewinnen, prompt ist die neue Woche schon angekommen. Von daher werde ich den Schabbat zwar in Jerusalem, doch richtig ruhig verbringen.

Einen ruhigen Schabbat an alle Leser und das sich jeder einmal hinsetze und für sich etwas Nutzvolles tue anstatt von einem Event zum anderen zu japsen.

"Schabbat Schalom - Gut Schabbes !"

Freitag, November 20, 2009

Schabbat Schalom




B"H

"Totmüde" - so lautet mein derzeitiger Gemütszustand. Der Wetterwechsel, zu lange im Internet gesurft, keinen ausreichenden Schlaf, all das macht einen fertig. Der November ist eh ein trister Monat. Immerhin hat der jüdische Monat Kislev begonnen, was uns jedesmal einen Hauch von Chanukkah, Sieg sowie Spiritualität übermittelt.
Zumindest dann, wenn ich wach bin bzw. wenn mir nicht die Augen zuklappen.

Was wir von der dieswöchigen Thora Parasha Toldot lernen ist, nicht aufzugeben. Unsere Vormütter waren unfruchtbar und gebaren erst nach langer Zeit Kinder. Eine Zeit, in der unendlich viel gebetet worden ist und sie nie aufgaben.
"Hoffnung" so lautet das Stichwort nicht nur in Bezug auf Chanukkah und den Sieg über die Hellenisten. Der Talmud lehrt uns, dass wir selbst dann nicht die Hoffnung aufgeben dürfen, wenn uns der Feind die Schwertklinge an den Hals hält. Immer kann sich alles zum Guten wenden. Was wäre der Mensch ohne die Gabe der Hoffnung ?

Allerdings besinnen sich die meisten Leute immer nur auf G - tt, wenn es ihnen gerade einmal wieder miserabel geht. Aber um das Licht am Ende des Tunnels zu finden, suchen viele die falschen Richtungen. Ich will hier nicht wie ein Prediger klingen, doch sollten wir uns nicht stets auf den Ursprung konzentrieren ? Darauf, wer uns erschuf und warum.
Auf denjenigen, den wir als "G - tt" betiteln.

Stehen die Zeiten schlecht, sind wir schnell dabei, uns an Ihn zu erinnern und nach Hilfe zu rufen. Jeder kann es ruhig zugeben: Man kann noch so säkuler oder atheistisch sein, befindet man sich in Schwierigkeiten und ist hilflos, denkt ein jeder schnell an G - tt.
In guten Zeiten hingegen vergessen wir Ihn schnell wieder.
"Wozu G - tt und wozu beten ?"

Dabei lehrt uns der Talmud, dass wir G - tt für alles Positive sowohl als auch für alles NEGATIVE, was uns wiederfährt, danken sollen.
Man stelle sich selbst als winzigen kleinen Punkt in einem unendlichen Universum vor. Noch so klein, sind wir dennoch alle Teil eines Ganzen; eines g - ttlichen Planes. Deswegen mache sich niemand kleiner als er ist.

"Shabbat Shalom - Gut Schabbes" an alle Leser !

Freitag, Oktober 30, 2009

Schabbat Schalom

B"H

Tel Aviv sah vor wenigen Minuten noch geflutet aus, doch wunderbarerweise verschwanden Tonnen von Regenwasser in den wenigen vorhandenen Gullis.
Israelische Autofahrer wissen kaum mit herabschüttenden Wassermassen umzugehen und als es vor ein paar Minuten noch aus allen Eimern schüttete, erlag teilweise der Verkehr. Aus dieser Erfahrung heraus mache ich mich heute noch eher auf den Weg nach Jerusalem. Vor dem früh beginnenden Schabbat (gegen 16.30 Uhr) ist Hektik angesagt, denn alles soll irgendwie noch schnell erledigt werden, bevor der Busverkehr eingestellt wird und die Geschäfte schliessen.

Israels Sommer besteht aus Monaten der Hitze und der Regen bleibt aus. Seit Jahren regnete es auch während der Winterperiode nicht mehr ausreichend und letztenendes wollte Israel sogar Wasser aus der Türkei importieren. Um den See Genezareth (Kinneret) wieder einigermassen zu füllen, müsste es den Winter über theoretisch jeden Tag schütten, so schlimm schaut die Lage aus.

In wenigen Stunden kehre ich nach Jerusalem zurück und eventuell muss ich meine Schabbatpläne umstellen. Es soll weiter regnen und das bedeutet, dass ich nicht gerade weite Strecken laufen kann. Am Schabbat dürfen wir, laut Halacha, mit keinem aufgespannten Schirm herumlaufen, da diese "Arbeit" unter eines der 39 Verbote am Schabbat fällt: nämlich in die Kategorie "Bauen". Spanne ich einen Schirm auf, baue ich sozusagen ein Dach.

Meine Freunde in Deutschland fanden das beste Verbot das Nictsabtreten der Schuhe am Schabbat, da dies in die Kategorie "Pflügen" fällt.
Die "Lamed Tet Melachot - 39 Arten des Arbeitsverbotes" entnehmen wir dem Aufbau des Mischkan (Tabernakels) in der Wüste. Alles, was mit dessen Aufbau verbunden war, ist am Schabbat verboten und ich werde die 39 Arten der Arbeit in der kommenden Woche einmal aufzählen und etwas erklären. Den Schirm nicht aufspannen, etc. sind sozusagen die rabbinisch - halachischen Untergruppen der 39 Hauptarten. Wobei im Ausland ebenso das Tragen eines Schirmes an sich verboten ist. In Israel dürfen wir diesen Tragen, doch nicht aufspannen. Tragen deswegen, weil um jüdische Orte ein ERUV gespannt ist. Laut der Thora dürfen wir am Schabbat nur innerhalb einer bestimmten vorgeschriebenen Domäne tragen, doch wenn diese Domäne zu unserer Wohnung gehört, ist das Tragen erlaubt. Und ein ERUV (ein Draht) wird deshalb von Rabbiner um einen ort gespannt, damit alles unserem Wohnzimmer gleicht und das erlaubte Gebiet eingegrenzt wird. Ebenso bestehen Eruvim in jüd. - relig. Teilen New Yorks. Aber auch zu dem Thema später noch mehr.

Was man am Schabbat also tun kann ist, sich ein Regencape (Ostfriesennerz) überzuwerfen.
Aber es geht über ein wenig melancholische Stimmung, in der man ein gutes Buch lesen kann.


"Schabbat Schalom" an alle Leser !