B"H
Einer der wichtigsten Essenssegen im Judentum ist das "Birkat HaMazon - Benching - Grace after the Meal" nach dem Brotessen. Worum es bei den Essenssegen genau geht, habe ich schon in meiner Einführung vor einigen Tagen angedeutet. Und wie ich dort beschrieb, unterliegt gerade das "Brotessen" einer gewissen halachischen Prozedur. Zuerst kommt das rituelle Händewaschen und danach der Segen über das Brot.
Die verläuft alles recht "schnell" und "unkompliziert", doch stellen sich viele Leute immer wieder die Frage, warum das Dankesgebet nach dem Brotessen, das "Birkat HaMazon" so furchtbar lange dauert. Wer sich das Birkat HaMazon - Gebet anschaut, der sieht auf den ersten Blick einige Seiten Text und der Text scheint sich, oberflächlich betrachtet, aus mehreren Versen verschiedenen Inhaltes zusammenzusetzen.
Es liegt nicht in meiner Macht, das Birkat HaMazon zu verkürzen, doch möchte ich einige Regeln sowie Details dazu erklären.
Hat man eine Mahlzeit, bei der auch Brot gegessen bzw. vorher der Segen über das Brot gesprochen worden ist, erst einmal beendet, dann muß das Birkat HaMazon am Ende erfolgen. Normalerweise steht es in jedem Sidur (Gebetbuch), aber viele Leute haben kleine Bencher (Gebetbücher mit eben jenem Gebet) daheim.
Vor dem eigentlichen Birkat HaMazon wird das sogenannte MAYIM ACHARONIM gereicht. Etwas Wasser in einem kleinen Gefäß, mit dem man sich die Fingerspitzen beträufelt bzw. wäscht. Hierbei hat jeder seinen eigenen Brauch; der eine benutzt mehr Wasser, der andere weniger.
Zum MAYOM ACHARONIM (dem Wasser am Ende der Mahlzeit) sei noch kabbalistisch hinzugefügt, dass es sich hierbei um eine Idee handelt, der "anderen Seite" etwas zu geben. Ähnlich der Tempelopferung am Yom Kippur (Versöhnungstag), bei der ein Ziegenbock im Tempel geopfert wurde und der zweite zum Azalzel (zur schlechten negativen Seite, viele sagen auch Satan) gesandt wurde.
Wir sind nach der Mahlzeit gesättigt und sollen symbolisch auch etwas an die "andere Seite" abgeben. Darum waschen wir uns die Fingerspitzen. Natürlich gibt es auch anderweitige Erklärungen dafür und einen Disput, ob Frauen zum MAYIM ACHARONIM verpflichtet sind. Viele sagen JA und gewöhnlich benutzte ich persönlich das Mayim Acharonim auch.
Aber zurück zum Dankesgebet über das Brot nach Beendigung einer Mahlzeit.
Halachisch betrachtet braucht man nach dem Brotessen nur einen einzigen Segen zu beten; und zwar das Birkat HaMazon. Heißt, aß ich Brot und mehrere Speisen bzw. Getränke dazu (Beispiel: Brot, Suppe, Gemüse, Nudeln und Fleisch + Getränk Cola), dann bete ich nicht wie gewöhnlich für jede der Speisen bzw. Getränke einen einzelnen separaten Segen, sondern NUR das Birkat HaMazon, denn dieses Gebet schließt ALLE anderen Speisen / Getränke mit ein.
Anmerkung: Beim Segen über den Kuchen ist das anders, aber dazu viel später.
Warum ist das Birkat HaMazon nach dem Brotessen so wichtig ?
In der Thora (Deuteronomy 8:10) heißt es:
"Und Du sollst essen und Du sollst Dich sättigen und Du sollst G - tt Deinen Herrn preisen …"
Somit besteht ein biblische Verpflichtung nach dem Essen zu beten !
Insgesamt basiert das Birkat HaMazon auf drei biblischen Segen:
1. Die Segnung bzw. den Dank an G - tt. 2. Den Segen für das Land Israel und 3. den Segen für den Erbauer Jerusalems.
Unser heutiger Birkat HaMazon - Text beinhaltet einen vierten Vers: "Für denjenigen, der gut ist und Gutes tut".
Wenn drei oder mehr jüdische Männer zusammensitzen und gegessen haben, so erfolgt vor dem eigentlichen Birkat HaMazon der sogenannte "Birkat HaZimun". Der Birkat HaZimun ist eine symbolische Einladung an die Anwesenden zu beten, heißt das Birkat HaMazon zu sagen. Die Mischna im Talmud Traktat Berachot 45a legt fest, dass der Birkat HaZimun gebetet werden muß, sobald drei Männer zusammen Brot aßen (siehe auch den Schulchan Aruch - Code of Jewish Law 193:2 - 4).
Ist ein Cohen (Tempelpriester) anwesend, dann leitet gewöhnlich er das Birkat HaMazon - Gebet.
Heutzutage ist mit Cohen jemand gemeint, der offenschtlich zum ehemaligen Geschlecht der Tempelpriester gehört. Viele haben hierzu ein offizielles Abstammungszertifikat.
All das hört sich alles furchtbar kompliziert an und aus diesem Grund erkläre ich das Gebet nach dem Brotessen "Birkat HaMazon" in vielen kleinen Schritten. Allerdings sollte sich niemand davon total verwirren lassen, denn zu jedem einzelnen Punkt gibt es im Talmud Dispute, die ich hier auslasse, weil das zu weit führen täte. Auch wird von niemandem verlangt, alles sofort zu verstehen, auswendig zu wissen oder richtig zu machen.
Wer das Birkat HaMazon jedoch erst einmal vor sich hat, der wird feststellen, dass alles gar nicht so kompliziert ist. In der Regel ist alles gut beschildert; alles was man wochentags betet oder am Schabbat bzw. an Feiertagen mit einfügt. Die Halacha ist ewig lang und scheint unerschöpflich, die reguläre Praxis hingegen ist weniger verwirrend.
Posts mit dem Label Essen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Essen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Sonntag, Juni 29, 2008
Birkat HaMazon - Der Segen nach dem Brotessen - Teil 1
Labels:
Birkat HaMazon,
Essen,
Gebet,
Halacha,
Talmud
Sonntag, Juni 22, 2008
Einführung in die Segen - "Das Brotessen"
B"H
Im Judentum nehmen wie keine einzige Speise oder ein Getränk ohne einen vorherigen Segen (Bracha) zu uns. Natürlich gibt es Ausnahmen wie, zum Beispiel, die Medikamenteneinnahme, vor der kein Segen gesagt wird.
Nichts dürfen wir verzehren, ohne vorher G - tt gedankt zu haben und so unterliegen diverse Speisen und Getränke unterschiedlichen Segen (Berachot). In der Gemara (rabbinische Diskussionen) des Talmud Traktates Berachot 35b heißt es dazu, dass jeder, der einen Nutzen (Essen und Trinken) aus dieser Welt zieht und G - tt vorher nicht für die Erschaffung dankt, als Dieb betrachtet wird. Er stiehlt von G - tt, dem eigentlichen Erschaffer der Welt, der Menschen sowie aller Nahrungsmittel. Einwenden kann man, dass jemand ja schließlich arbeitete, Geld verdiente und so seine Nahrung selbst finanzierte und kein anderer. Daraufhin kann man jedoch argumentieren, dass G - tt denjenigen erschuf, ihm überhaupt erst lebensfähig machte und ihm somit die Kraft zum Arbeiten verlieh.
Aber auch nach dem Essen werden Segen gesprochen. Vor dem Essen ist es grundweg einfach, denn man ist hungrig und sagt halt schnell einen Segen dahin. Ist man aber erst einmal gesättigt, dann kann es passieren, dass G - tt schnell vergessen ist. Man steht vom Tisch auf und geht seiner Wege.
Um, u.a., gewisse Disziplinen zu lernen, werden im Judentum weitere Danksegen nach dem Essen bzw. Trinken gesagt. Auch hier gibt es gewisse Unterschiede. Einer der Gravierensten ist sicherlich das Brotessen. Eine Mahlzeit, die Brot enthält, ist im Judentum immer etwas komplizierter als andere Lebensmittel und Mahlzeiten und so mancher schreckt nicht selten vor dem Brotessen zurück. Insbesondere dann, wenn er es eilig hat. Brot zu essen bedeutet, vorher seine Hände gemäß eines bestimmten Ritus rituell zu reinigen. Nach dem Händewaschen wird ein Segen gesprochen und gleich darauf nochmals vor dem eigentlichen Brotessen. So mancher nichtjüdische Gast ist nicht selten verärgert, wenn eine ganz bestimmte Prozedur stattfindet: das rituelle Händewaschen.
Aschkenazische Juden haben den Brauch, innerhalb der Zeit des Händewaschen und der Segnung des Brotes bzw. dem Essen des ersten Bissens nicht zu sprechen. Es gibt sephardische Juden, die diesen Brauch nicht haben und reden, aber ich gehe hier einmal nur von aschkenazischen Juden aus. Man schweigt und am Schabbat kann sich dies etwas in die Länge ziehen, da man auf mehrere Leutchen wartet und gemeinsam den Segen über das Brot hört, um dann zu essen. Viele Male erlebte ich es, dass ein nichtjüdischer Gast oder ein Jude, der von Religion absolut keine Ahnung hat, sich aufregt, wenn er redet und redet und keine Antwort bekommt. Jedenfalls nicht solange, bis der erste Brotbissen im Mund verschwindet. So mancher Unwissende nimmt dies als Frechheit auf und ist beleidigt. Daher empfiehlt es sich fast immer, die Gäste vorher auf diesen Brauch hinzuweisen.
Einen kleinen Vorteil hat das Brotessen aber dennoch. Zumindest auf die Segen bezogen. Wer den Segen über das Brot spricht, der braucht danach keinen anderen Segen mehr über diverse andere Lebensmittel zu sagen, denn der Brotsegen bezieht alles mit ein. Ab und zu höre ich es jedoch bei Nationalreligiösen, dass diese einen extra Segen vor dem Essen von Früchten aus dem Land Israel sagen.
Der Segen vor dem eigentlichen Brotessen lautet:
"Baruch ata HaShem, Elokenu Melech HaOlam, HaMotzi Lechem Min HaAretz".
(Aufgrund halachischer Regelungen habe ich den Segen etwas verändert und hier nur der Hinweis, dass dieser Segen im Original nicht so gebetet wird, wie hier aufgeführt, sondern die Namen G - ttes werden mit eingefügt).
Deutsche Übersetzung:
"Gesegnet sei G - tt ….., der das Brot aus der Erde hervorbrachte".
Und wie immer im Judentum tauchen wieder unendlich viele Fragen auf, die der Talmud sowie der Schulchan Aruch (Code of Jewish Law) genauer definieren bzw. Richtlinien setzen. So wird die Frage gestellt, wieviel Brot man denn essen muß, um die ganze Prozedur (Händewaschen und Segen über das Brot sprechen) vorher auszuführen. Offiziell heißt es, dass es sich bei der Menge des Brotes zumindest um eine "KeZait - Olivengröße" handeln muß.
Aber einige Vorsicht ist zusätzlich geboten:
Es gibt den Unterschied zwischen dem eigentlichen Essen von Brot sowie anderen Teigwaren wie Kekse, Nudeln oder Kuchen. Für Brot und allerlei andere Teigwaren gibt es zwei unterschiedliche Segen für vor und nach dem Essen. Auch findet bei den Teigwaren das rituelle Händewaschen nicht statt, sondern es wird nur der Segen gesprochen.
Vorsicht ist dann geboten, wenn man eine bestimmte Teigmenge überschreitet. Sagen wir, jemand ißt ein Stück Pizza. Demzufolge braucht er nur den Segen für die Teigwaren zu beten, ohne sich vorher rituell die Hände zu waschen. Ißt er jedoch mehr als drei Stücke Pizza oder plant eine ganze Pizza zu verzehren, so muß er sich dennoch die Hände waschen, den Segen für Brot sagen und hinterher, wie nach jedem Brotessen, folgt das "Birkat HaMazon - Gebet". Es kommt also immer auf die Menge an und hierzu sollte man im Schulchan Aruch - Orach Chaim 167 ff. nachschauen oder besser einen Rabbiner konsultieren, der sich auskennt.
Eine weitere kleine Ausnahme bilden die beliebten Bagel. In der Regel spricht man über ein Bagel den Brotsegen (incl. rituellem Händewaschen). Es gibt aber Leute, so wie mich, die über ein Bagel den regulären Segen der Teigwaren sagen, ohne sich rituell die Hände zu waschen. Aber auch hier kommt es wieder auf die Menge bzw. Anzahl der Bagel an.
Wer es zur Hand hat, der sollte es unbedingt tun:
Vor dem Brotessen sollte etwas Salz auf das Brot gestreut werden. Bevor man es sich in den Mund steckt. Zu Tempelzeiten wurde Salz auf den Altar gestreut und nach der Zerstörung des Zweiten Tempels (70 nach Beginn der Zeitrechnung durch die Römer) stellt der Eßtisch in unserem Haus einen Altar dar. Jedenfalls bis zum Eintreffen des Meschiach und der Errichtung des Dritten endgültigen Tempels.
Die Beschreibung des Brotessens und seiner Prozedur ist sehr umfassend und umfangreich und vielleicht hätte ich mit den anderen Segen über reguläre Getränke außer Wein oder Traubensaft oder Essen wie Früchte, Süssigkeiten, Reis oder Gemüse beginnen sollen. Ist jedoch erst einmal der komplizierteste aller Segen verstanden, fallen alle weiteren gänzlich leichter. Jedoch nicht so leicht, dass alles total klar ist und man nie mehr nachfragen muß. In Yeshivot (relig. Schulen) bekommt jeder Schüler oft ein kleines Handbuch ausgehändigt, in dem alle nur erdenklichen Lebensmittel aufgelistet sind. Sie und die Segen, welche man vorher und nachher sagt. Im Zeitalter des Internets gibts dies natürlich auch im Net und wer sich schon etwas auskennt, der kann hier eine Liste finden:
Die Segenliste der ORTHODOX UNION
Allerdings wird man immer wieder neu überrascht, wenn man die Liste anschaut. Zuerst denkt man vielleicht, dass dieser oder jener Segen gesagt wird, aber hinterher stellt sich ganz etwas anderes heraus. Siehe den Fall POPCORN.
Die Segen vor und nach dem Essen sind im Judentum extrem wichtig und jeder Yeshivaschüler bzw. Konvertit zum Judentum kann sicher ein Lied davon singen. Der Optimalfall ist ganz klar, alle Segen und Ausnahmen von Geburt an zu lernen, doch nicht jedem ist dies gegeben.
Also werden wir uns in dieser Zeit etwas durch den Schulchan Aruch bzw. Talmud Berachot bewegen und einige Grundregeln zu den Segen lernen.
Im Judentum nehmen wie keine einzige Speise oder ein Getränk ohne einen vorherigen Segen (Bracha) zu uns. Natürlich gibt es Ausnahmen wie, zum Beispiel, die Medikamenteneinnahme, vor der kein Segen gesagt wird.
Nichts dürfen wir verzehren, ohne vorher G - tt gedankt zu haben und so unterliegen diverse Speisen und Getränke unterschiedlichen Segen (Berachot). In der Gemara (rabbinische Diskussionen) des Talmud Traktates Berachot 35b heißt es dazu, dass jeder, der einen Nutzen (Essen und Trinken) aus dieser Welt zieht und G - tt vorher nicht für die Erschaffung dankt, als Dieb betrachtet wird. Er stiehlt von G - tt, dem eigentlichen Erschaffer der Welt, der Menschen sowie aller Nahrungsmittel. Einwenden kann man, dass jemand ja schließlich arbeitete, Geld verdiente und so seine Nahrung selbst finanzierte und kein anderer. Daraufhin kann man jedoch argumentieren, dass G - tt denjenigen erschuf, ihm überhaupt erst lebensfähig machte und ihm somit die Kraft zum Arbeiten verlieh.
Aber auch nach dem Essen werden Segen gesprochen. Vor dem Essen ist es grundweg einfach, denn man ist hungrig und sagt halt schnell einen Segen dahin. Ist man aber erst einmal gesättigt, dann kann es passieren, dass G - tt schnell vergessen ist. Man steht vom Tisch auf und geht seiner Wege.
Um, u.a., gewisse Disziplinen zu lernen, werden im Judentum weitere Danksegen nach dem Essen bzw. Trinken gesagt. Auch hier gibt es gewisse Unterschiede. Einer der Gravierensten ist sicherlich das Brotessen. Eine Mahlzeit, die Brot enthält, ist im Judentum immer etwas komplizierter als andere Lebensmittel und Mahlzeiten und so mancher schreckt nicht selten vor dem Brotessen zurück. Insbesondere dann, wenn er es eilig hat. Brot zu essen bedeutet, vorher seine Hände gemäß eines bestimmten Ritus rituell zu reinigen. Nach dem Händewaschen wird ein Segen gesprochen und gleich darauf nochmals vor dem eigentlichen Brotessen. So mancher nichtjüdische Gast ist nicht selten verärgert, wenn eine ganz bestimmte Prozedur stattfindet: das rituelle Händewaschen.
Aschkenazische Juden haben den Brauch, innerhalb der Zeit des Händewaschen und der Segnung des Brotes bzw. dem Essen des ersten Bissens nicht zu sprechen. Es gibt sephardische Juden, die diesen Brauch nicht haben und reden, aber ich gehe hier einmal nur von aschkenazischen Juden aus. Man schweigt und am Schabbat kann sich dies etwas in die Länge ziehen, da man auf mehrere Leutchen wartet und gemeinsam den Segen über das Brot hört, um dann zu essen. Viele Male erlebte ich es, dass ein nichtjüdischer Gast oder ein Jude, der von Religion absolut keine Ahnung hat, sich aufregt, wenn er redet und redet und keine Antwort bekommt. Jedenfalls nicht solange, bis der erste Brotbissen im Mund verschwindet. So mancher Unwissende nimmt dies als Frechheit auf und ist beleidigt. Daher empfiehlt es sich fast immer, die Gäste vorher auf diesen Brauch hinzuweisen.
Einen kleinen Vorteil hat das Brotessen aber dennoch. Zumindest auf die Segen bezogen. Wer den Segen über das Brot spricht, der braucht danach keinen anderen Segen mehr über diverse andere Lebensmittel zu sagen, denn der Brotsegen bezieht alles mit ein. Ab und zu höre ich es jedoch bei Nationalreligiösen, dass diese einen extra Segen vor dem Essen von Früchten aus dem Land Israel sagen.
Der Segen vor dem eigentlichen Brotessen lautet:
"Baruch ata HaShem, Elokenu Melech HaOlam, HaMotzi Lechem Min HaAretz".
(Aufgrund halachischer Regelungen habe ich den Segen etwas verändert und hier nur der Hinweis, dass dieser Segen im Original nicht so gebetet wird, wie hier aufgeführt, sondern die Namen G - ttes werden mit eingefügt).
Deutsche Übersetzung:
"Gesegnet sei G - tt ….., der das Brot aus der Erde hervorbrachte".
Und wie immer im Judentum tauchen wieder unendlich viele Fragen auf, die der Talmud sowie der Schulchan Aruch (Code of Jewish Law) genauer definieren bzw. Richtlinien setzen. So wird die Frage gestellt, wieviel Brot man denn essen muß, um die ganze Prozedur (Händewaschen und Segen über das Brot sprechen) vorher auszuführen. Offiziell heißt es, dass es sich bei der Menge des Brotes zumindest um eine "KeZait - Olivengröße" handeln muß.
Aber einige Vorsicht ist zusätzlich geboten:
Es gibt den Unterschied zwischen dem eigentlichen Essen von Brot sowie anderen Teigwaren wie Kekse, Nudeln oder Kuchen. Für Brot und allerlei andere Teigwaren gibt es zwei unterschiedliche Segen für vor und nach dem Essen. Auch findet bei den Teigwaren das rituelle Händewaschen nicht statt, sondern es wird nur der Segen gesprochen.
Vorsicht ist dann geboten, wenn man eine bestimmte Teigmenge überschreitet. Sagen wir, jemand ißt ein Stück Pizza. Demzufolge braucht er nur den Segen für die Teigwaren zu beten, ohne sich vorher rituell die Hände zu waschen. Ißt er jedoch mehr als drei Stücke Pizza oder plant eine ganze Pizza zu verzehren, so muß er sich dennoch die Hände waschen, den Segen für Brot sagen und hinterher, wie nach jedem Brotessen, folgt das "Birkat HaMazon - Gebet". Es kommt also immer auf die Menge an und hierzu sollte man im Schulchan Aruch - Orach Chaim 167 ff. nachschauen oder besser einen Rabbiner konsultieren, der sich auskennt.
Eine weitere kleine Ausnahme bilden die beliebten Bagel. In der Regel spricht man über ein Bagel den Brotsegen (incl. rituellem Händewaschen). Es gibt aber Leute, so wie mich, die über ein Bagel den regulären Segen der Teigwaren sagen, ohne sich rituell die Hände zu waschen. Aber auch hier kommt es wieder auf die Menge bzw. Anzahl der Bagel an.
Wer es zur Hand hat, der sollte es unbedingt tun:
Vor dem Brotessen sollte etwas Salz auf das Brot gestreut werden. Bevor man es sich in den Mund steckt. Zu Tempelzeiten wurde Salz auf den Altar gestreut und nach der Zerstörung des Zweiten Tempels (70 nach Beginn der Zeitrechnung durch die Römer) stellt der Eßtisch in unserem Haus einen Altar dar. Jedenfalls bis zum Eintreffen des Meschiach und der Errichtung des Dritten endgültigen Tempels.
Die Beschreibung des Brotessens und seiner Prozedur ist sehr umfassend und umfangreich und vielleicht hätte ich mit den anderen Segen über reguläre Getränke außer Wein oder Traubensaft oder Essen wie Früchte, Süssigkeiten, Reis oder Gemüse beginnen sollen. Ist jedoch erst einmal der komplizierteste aller Segen verstanden, fallen alle weiteren gänzlich leichter. Jedoch nicht so leicht, dass alles total klar ist und man nie mehr nachfragen muß. In Yeshivot (relig. Schulen) bekommt jeder Schüler oft ein kleines Handbuch ausgehändigt, in dem alle nur erdenklichen Lebensmittel aufgelistet sind. Sie und die Segen, welche man vorher und nachher sagt. Im Zeitalter des Internets gibts dies natürlich auch im Net und wer sich schon etwas auskennt, der kann hier eine Liste finden:
Die Segenliste der ORTHODOX UNION
Allerdings wird man immer wieder neu überrascht, wenn man die Liste anschaut. Zuerst denkt man vielleicht, dass dieser oder jener Segen gesagt wird, aber hinterher stellt sich ganz etwas anderes heraus. Siehe den Fall POPCORN.
Die Segen vor und nach dem Essen sind im Judentum extrem wichtig und jeder Yeshivaschüler bzw. Konvertit zum Judentum kann sicher ein Lied davon singen. Der Optimalfall ist ganz klar, alle Segen und Ausnahmen von Geburt an zu lernen, doch nicht jedem ist dies gegeben.
Also werden wir uns in dieser Zeit etwas durch den Schulchan Aruch bzw. Talmud Berachot bewegen und einige Grundregeln zu den Segen lernen.
Labels:
Birkat HaMazon,
Essen,
Halacha,
Segen
Montag, Juni 16, 2008
Die Sau ist los ....
B"H
Seit der Gründung des Staates Israel (1948) und sogar viele Jahre vorher, war das Land immer mehrheitlich in säkulerer Hand. Ganz zu schweigen von den Regierungen. Dennoch gab es immer irgendwo eine Grenze, wieweit der Säkularismus tatsächlich gehen darf. Meistens lag die Grenze beim "Yom Kippur - dem Versöhnungstag", an dem die Mehrheit der israel. Juden fastete. Etwas anderes stand gar nicht zur Debatte. Obwohl nicht immer religiös, wurden doch jüdische Traditionen und Riten eingehalten. Bei den vor und nach der Staatsgründung eingewanderten deutschen Juden vielleicht weniger als bei ihren Gegenparts aus Rußland, Ungarn oder Polen.
Vor allem in den osteuropäischen Staaten zeigte man sich noch traditionsverwachsener als im deutschen Reformjudentum. Dem wurde teilweise noch eins draufgesetzt als die jemenitischen Juden einwanderten. Ganz zu schweigen von den marokkanischen, iranischen, irakischen oder kurdischen Juden. Bis heute sind gerade diese sephardischen Juden viel traditionsbewußter als die aschkenazischen Juden. Selbst dann, wenn es sich um säkulere sephardische Juden handelt, denn auch bei ihnen liegt die Schmerzgrenze oftmals viel niedriger als bei ihren aschkenazischen säkuleren Gegenparts. Unter anderem will eine "richtige" sephardische Mutter ihren Sohn nun einmal mit einer Jüdin verheiratet sehen. Und auf Kaschrut wird in vielen Fällen auch wert gelegt. Nicht immer muß die Küche super koscher sein, doch bestehen auch hier einige Grundregeln, die gehalten werden.
Seit der Ausbreitung des Videos, DVD oder des Internet hat sich einige verändert und da wird am Yom Kippur nicht selten ein Film eingeworfen. Sonst sei es halt zu langweilig. Fasten - JA, auf Filme verzichten - NEIN.
Und seit der Masseneinwanderung der Russen aus den GUS - Staaten haben besonders unkoschere Läden absolute Hochkonjunktur. Nicht, dass es solche Läden zuvor im Lande nicht gab. Es gab sie und selbst ein Kibbutz hatte sich schon vor Ewigkeiten auf die Schweinezucht und somit die Herstellung von Schweinefleisch spezialisiert. Was vor ca. 20 Jahren noch hinter vorgehaltener Hand erzählt bzw. gegessen wurde, findet nun ungeniert in aller Öffentlichkeit statt.
Die russischen Einwanderer liessen von Beginn an verlauten, dass sie halt nicht auf ihr Schweinefleisch verzichten wollen. Alles solle so sein wie in Rußland. So ein Quark, denn ich aus Bayern kommend, mache hier auch keinen Leberkäs - Handel auf. Dennoch nutzten nicht wenige Russen ihr jüdisches Aliyah - Geld, um Läden mit Schweinefleisch zu eröffnen. Zuerst waren viele Israelis außer sich, und in dem Falle nicht nur die Religiösen. Mittlerweile haut all dies aber niemanden mehr vom Hocker. Gab es vor wenigen Jahren noch wilde Demos gegen russ. Schweinefleischläden in Beit Schemesch, so hat sich die Lage weitgehend beruhigt. Wobei Beit Schemesch eine Ausnahme bildet, denn man nimmt an, dass die Stadt in einigen Jahren eh fast vollkommen haredisch (ultra - orthod.) sein wird, und somit die Russen eh abwandern oder abgewandert werden.
Auch in der nordisrael. Stadt Kiryat Schemona gab es Proteste gegen russ. unkoschere Läden und vor wenigen Jahren nahm ich mehr oder weniger an einer haredischen Demo gegen einen neueröffneten unkoscheren Laden in der Jerusalemer Agrippas Street teil. Ausgerechnet dieser Laden jedoch leitete auch in Jerusalem einen neuen Trend ein. Unkoschere Läden wurden nun auch vermehrt von Israelis eröffnet und nicht nur von den Russen. Und immer mehr säkulere Israelis fragten nach unkoscheren Produkten nach. Man sah die "tollen" Fressalien im Auslandsurlaub und wollte auf soetwas daheim halt nicht verzichten. Und so deckt unter anderem die Lebensmittelkette "Tiv Ta'am" den Bedarf nach Schwein und Sonstigem. Als "Tiv Ta'am" vor einem Jahr vor der Krise stand, waren es jedoch wieder einmal die Russen, die sich aufregten und weiterhin auf unkoschere "Spezialitäten" drängten.
In Jerusalem weniger, in Tel Aviv hingegen umso mehr. In bestimmten Stadtteilen Tel Avivs hat "die Sau" Hochkonjunktur. Insbesondere die Gegend um den Zentralen Busbahnhof ist "Schweineland". Ich nenne hier nur einen größeren Laden gegenüber des alten Busbahnhofes "The Kingdom of Pork Factory", in welchem die Belegschaft aus Russen besteht. Auf dem Ladenschild findet sich die Aufschrift in Russisch, Englisch und Thailändisch. Gemäß der Gegend dürfte die Kundschaft mehrheitlich aus Russen, Thailändern und Philippinos bestehen.
Nicht jeder muß in Mea Shearim oder Bnei Brak wohnen und super koscher leben. Andererseits ist Israel nicht irgendein Land und die Bewohner sollten schon einen gewissen Respekt G - tt gegenüber zeigen. Traurigerweise haben sich die haredischen Demos fast vollkommen aufgelöst. Entweder gab man auf oder eine Demo passte gerade politisch nicht ins Konzept. Im Judentum haben wir das Konzept des "Sieges über die eigene Yetzer HaRah - die schlechte Seite in einem jedem von uns". Und wie könnten wir diese Mitzwah erfüllen und somit einen Tikun (Reparatur der Seele) ausführen, wenn wir keine freie Wahl hätten ?
Nur wenn wir vor einem Schweinefleischtresen und einem Tresen mit koscherem Fleisch stehen, können wir unsere innere Größe zeigen, indem wir uns für das koschere Essen entscheiden.
Wenn wir einmal nach dem Tode vor G - tt treten, dann wird es uns nicht unbedingt hoch angerechnet werden, wenn wir in zeitlebens in Bnei Brak elebt haben und gar keine andere Wahl hatte als koscher zu essen.
Ich will hier keineswegs für die Einführung unkoscheren Essens plädieren, nur, damit wir unsere Yetzer besiegen können. Aber aufgrund der vielen unkoscheren Läden versuche ich halt, dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen und gleichzeitig einen positiven Zweck zu erkennen. Ansonsten bin ich jedoch absolut gegen unkoscheres Essen in Israel.
Seit der Gründung des Staates Israel (1948) und sogar viele Jahre vorher, war das Land immer mehrheitlich in säkulerer Hand. Ganz zu schweigen von den Regierungen. Dennoch gab es immer irgendwo eine Grenze, wieweit der Säkularismus tatsächlich gehen darf. Meistens lag die Grenze beim "Yom Kippur - dem Versöhnungstag", an dem die Mehrheit der israel. Juden fastete. Etwas anderes stand gar nicht zur Debatte. Obwohl nicht immer religiös, wurden doch jüdische Traditionen und Riten eingehalten. Bei den vor und nach der Staatsgründung eingewanderten deutschen Juden vielleicht weniger als bei ihren Gegenparts aus Rußland, Ungarn oder Polen.
Vor allem in den osteuropäischen Staaten zeigte man sich noch traditionsverwachsener als im deutschen Reformjudentum. Dem wurde teilweise noch eins draufgesetzt als die jemenitischen Juden einwanderten. Ganz zu schweigen von den marokkanischen, iranischen, irakischen oder kurdischen Juden. Bis heute sind gerade diese sephardischen Juden viel traditionsbewußter als die aschkenazischen Juden. Selbst dann, wenn es sich um säkulere sephardische Juden handelt, denn auch bei ihnen liegt die Schmerzgrenze oftmals viel niedriger als bei ihren aschkenazischen säkuleren Gegenparts. Unter anderem will eine "richtige" sephardische Mutter ihren Sohn nun einmal mit einer Jüdin verheiratet sehen. Und auf Kaschrut wird in vielen Fällen auch wert gelegt. Nicht immer muß die Küche super koscher sein, doch bestehen auch hier einige Grundregeln, die gehalten werden.
Seit der Ausbreitung des Videos, DVD oder des Internet hat sich einige verändert und da wird am Yom Kippur nicht selten ein Film eingeworfen. Sonst sei es halt zu langweilig. Fasten - JA, auf Filme verzichten - NEIN.
Und seit der Masseneinwanderung der Russen aus den GUS - Staaten haben besonders unkoschere Läden absolute Hochkonjunktur. Nicht, dass es solche Läden zuvor im Lande nicht gab. Es gab sie und selbst ein Kibbutz hatte sich schon vor Ewigkeiten auf die Schweinezucht und somit die Herstellung von Schweinefleisch spezialisiert. Was vor ca. 20 Jahren noch hinter vorgehaltener Hand erzählt bzw. gegessen wurde, findet nun ungeniert in aller Öffentlichkeit statt.
Die russischen Einwanderer liessen von Beginn an verlauten, dass sie halt nicht auf ihr Schweinefleisch verzichten wollen. Alles solle so sein wie in Rußland. So ein Quark, denn ich aus Bayern kommend, mache hier auch keinen Leberkäs - Handel auf. Dennoch nutzten nicht wenige Russen ihr jüdisches Aliyah - Geld, um Läden mit Schweinefleisch zu eröffnen. Zuerst waren viele Israelis außer sich, und in dem Falle nicht nur die Religiösen. Mittlerweile haut all dies aber niemanden mehr vom Hocker. Gab es vor wenigen Jahren noch wilde Demos gegen russ. Schweinefleischläden in Beit Schemesch, so hat sich die Lage weitgehend beruhigt. Wobei Beit Schemesch eine Ausnahme bildet, denn man nimmt an, dass die Stadt in einigen Jahren eh fast vollkommen haredisch (ultra - orthod.) sein wird, und somit die Russen eh abwandern oder abgewandert werden.
Auch in der nordisrael. Stadt Kiryat Schemona gab es Proteste gegen russ. unkoschere Läden und vor wenigen Jahren nahm ich mehr oder weniger an einer haredischen Demo gegen einen neueröffneten unkoscheren Laden in der Jerusalemer Agrippas Street teil. Ausgerechnet dieser Laden jedoch leitete auch in Jerusalem einen neuen Trend ein. Unkoschere Läden wurden nun auch vermehrt von Israelis eröffnet und nicht nur von den Russen. Und immer mehr säkulere Israelis fragten nach unkoscheren Produkten nach. Man sah die "tollen" Fressalien im Auslandsurlaub und wollte auf soetwas daheim halt nicht verzichten. Und so deckt unter anderem die Lebensmittelkette "Tiv Ta'am" den Bedarf nach Schwein und Sonstigem. Als "Tiv Ta'am" vor einem Jahr vor der Krise stand, waren es jedoch wieder einmal die Russen, die sich aufregten und weiterhin auf unkoschere "Spezialitäten" drängten.
In Jerusalem weniger, in Tel Aviv hingegen umso mehr. In bestimmten Stadtteilen Tel Avivs hat "die Sau" Hochkonjunktur. Insbesondere die Gegend um den Zentralen Busbahnhof ist "Schweineland". Ich nenne hier nur einen größeren Laden gegenüber des alten Busbahnhofes "The Kingdom of Pork Factory", in welchem die Belegschaft aus Russen besteht. Auf dem Ladenschild findet sich die Aufschrift in Russisch, Englisch und Thailändisch. Gemäß der Gegend dürfte die Kundschaft mehrheitlich aus Russen, Thailändern und Philippinos bestehen.
Nicht jeder muß in Mea Shearim oder Bnei Brak wohnen und super koscher leben. Andererseits ist Israel nicht irgendein Land und die Bewohner sollten schon einen gewissen Respekt G - tt gegenüber zeigen. Traurigerweise haben sich die haredischen Demos fast vollkommen aufgelöst. Entweder gab man auf oder eine Demo passte gerade politisch nicht ins Konzept. Im Judentum haben wir das Konzept des "Sieges über die eigene Yetzer HaRah - die schlechte Seite in einem jedem von uns". Und wie könnten wir diese Mitzwah erfüllen und somit einen Tikun (Reparatur der Seele) ausführen, wenn wir keine freie Wahl hätten ?
Nur wenn wir vor einem Schweinefleischtresen und einem Tresen mit koscherem Fleisch stehen, können wir unsere innere Größe zeigen, indem wir uns für das koschere Essen entscheiden.
Wenn wir einmal nach dem Tode vor G - tt treten, dann wird es uns nicht unbedingt hoch angerechnet werden, wenn wir in zeitlebens in Bnei Brak elebt haben und gar keine andere Wahl hatte als koscher zu essen.
Ich will hier keineswegs für die Einführung unkoscheren Essens plädieren, nur, damit wir unsere Yetzer besiegen können. Aber aufgrund der vielen unkoscheren Läden versuche ich halt, dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen und gleichzeitig einen positiven Zweck zu erkennen. Ansonsten bin ich jedoch absolut gegen unkoscheres Essen in Israel.
Mittwoch, Juni 04, 2008
Fische

B"H
Neulich erklärte ich die talmudische Story von dem Fuchs, der die Fische dazu überreden wollte, an Land zu ziehen, weil sie dann kein Fischer finden täte und sie somit am Leben bleiben.
Und um den nachfolgenden Text zu verstehen, sollte nochmals die Erzählung aus dem Traktat Berachot nachgelesen werden:
DER FUCHS UND DIE FISCHE
Im Talmud Traktat Uktzin (Mischna 8) finden wir einen interessanten Hinweis zu eben jener talmudischen Story aus dem Talmud Traktat Berachot.
Bei Fischen sollte man immer davon ausgehen, dass sie nie unkoscher (trefe) werden können. Sobald es sich um einen koscheren Fisch (mit Flossen und Schuppen) handelt und dieser gefangen wird, bliebt er dennoch koscher. Er stirbt einfach, ohne das man auf andere Kaschrut (Koscher) - Merkmale achten muß. Wird dagegen ein Huhn oder eine Kuh geschächtet, so müssen verschiedene Innereien wie die Lungen untersucht werden. In diversen Organen dürfen keinerlei Risse, Löcher oder Verfärbungen, die auf eine Krankheit hindeuten, enthalten sein (siehe Talmud Traktat Chullin). Dann wird auch ein halachisch einwandfrei geschächtetes Tier unkoscher. Bei einem koscheren Fisch ist das anders. Er wird gefangen, stirbt und kein einziges Organ wird untersucht. Sogar sein Blut ist zum Genuß freigegeben und muß nicht erst umständlich entfernt werden.
Im Talmud Ukzin, Mischna 8, wird die interessante Frage aufgeworfen, wann denn ein Fisch unrein werden kann. Die talmudischen Rabbiner geben darauf brilliante Antworten, die es wert sind, Erwähnung zu finden:
1. Beit Schammai (das Haus Schammai) sagt: "Nachdem die Fische gefangen wurden, sind sie unrein".
2. Beit Hillel (das Haus Hillel) sagt: "Erst nach ihrem Tode werden sie unrein".
3. Rabbi Akiva sagt: "Es kommt darauf an, ob sie immer noch lebensfähig sind. Wie ein Ast, welcher vom Baum abgerissen wurde, doch immer noch etwas am Stamm befestigt ist".
Kommentatoren beziehen diese Mischna nicht unbedingt auf ihren wörtlichen Inhalt, sondern sehen die Aussagen als Metaphern:
Zu 1: Nachdem ein Jude (Fisch) von Missionaren einer anderen Religion eingefangen wurde, ist er unrein.
Zu 2: Erst nachdem der Jude (Fisch) zu einer anderen Religion konvertiert (tot ist) ist, wird er unrein.
Zu 3: Ein Jude kann zwar zu einer anderen Religion missioniert worden sein, doch solange noch die Hoffnung besteht, dass er zum Judentum zurückfindet, ist er nicht unrein.
Mittwoch, April 16, 2008
Verräter ?
B"H
Bin ich nun ein Verräter oder nicht ?
Neulich berichtete ich über den Boykott der Haredim (Ultra - Orthodoxen). Seit geraumer Zeit boykottieren sie den ansonsten bei ihnen so beliebten und billigen "Schefa - Markt (Schuk)". Wie berichtet, ist der Eigentümer von Schefa ebenso Herr über weitere Ladenketten und eine davon ist "AM:PM". Obwohl vor knapp einer Woche in Mea Shearim sowie Ge'ulah Plakate aushingen, dass es eine angebliche Einigung zwischen Rabbi Yosef Schalom Eliyaschiv sowie der Dor Alon Gruppe (Eigentümer von Schefa) gegeben hätte, herrscht weiterhin einiges an Unklarheit. Offiziell soll der Boykott erst einmal bis auf weiteres verschoben worden sein.
Zuerst wurde der haredischen Bevölkerung auf den Postern mitgeteilt, dass Schefa nicht mehr boykottiert wird; letzten Sonntag hingegen kam es in der Schefa - Filiale in Bnei Brak bei Tel Aviv zu wilden Demos.
Anstatt weiterhin auf die boykottierende haredische Kundschaft zu warten und Verluste einzufahren, kam Schefa nun auf eine neue Idee. Man ließ nämlich die säkulere Kundschaft zu Hauf einfallen. Das wiederum brachte die Haredim auf die Palme, die vor der Filiale mit einer Demo begannen.
Der Schefa - Markt gehört ansonsten zu jenen haredischen Läden, in denen sich die Kundschaft vor dem Eintreten gefälligst anständig anzuziehen hat. Wer als Frau in Hose auftaucht, muß entweder vor der Tür umkehren oder erklärt sich bereit einen langen Rock, welchen Schefa am Eingang zur Verfügung stellt, überzustreifen. Keine Frau in Hose kommt in den Schefa - Markt, zu Vishnitz oder in den Aleph hinein. Einkauf mit Anstand und ohne erotische Reize. Wer sich weigert, der bleibt halt draußen. Den Männern ergeht es genauso, wenn sie keine Kopfbedeckung tragen oder in Shorts erscheinen.
Die erfolgreiche Tel Aviver Ladenkette AM:PM hat 24 Stunden am Tag geöffnet. Auch am Schabbat und da ist ja bekanntlich der Ausgangspunkt für den haredischen Boykott (siehe hier). Vor ein paar Tagen begab ich mich einmal in eine der AM:PM - Filialen in Tel Aviv und plante sogar, etwas zu kaufen. Alle anderen Läden hatten nämlich schon geschlossen. Soweit zu meiner Verteidigung.
Nach zwei Minuten war ich jedoch wieder draußen, denn bei den Preisen fiel es mir schwer, nicht ohnmächtig zu werden. Ich frage mich wirklich, wer da bei AM:PM zu den gepfefferten Preisen einkauft. Und man mag es kaum glauben, bei ihnen läuft das Geschäft super und die Läden sind fast immer voll.
Heute nun bekam ich auf der Arbeit die in Israel so berühmten Einkaufsgutscheine. Viele Arbeitgeber geben die Gutscheine an ihre Angestellten weiter und auch mich traf es heute.
Und wo darf ich einkaufen gehen ?
Im boykottierten Schefa - Markt.
Was jetzt ? Soll ich loyal sein und mitboykottieren oder auf materiell machen und meinen Einkäufe tätigen ?
Ich habe mich für das Letztere entschieden und begebe mich heute Abend in eine der Schefa - Filialen. Man muß ja auch an die Zukunft der Belegschaft denken, die da aufgrund des Boykottes um ihre Arbeitsplätze fürchtet. Aber Arbeitsplätze sind auch nicht mein Grund, denn ich denke materiell und will halt nur meine Gutscheine verprassen. Und Mazzot brauche ich auch noch.
Den aktuellen Boykott - Stand der Dinge kenne ich nicht genau; werde ich heute Abend von den Haredim beschimpft, wenn ich den den Schefa gehe ? Ja oder Nein ? Wir werden sehen.
Bin ich nun ein Verräter oder nicht ?
Neulich berichtete ich über den Boykott der Haredim (Ultra - Orthodoxen). Seit geraumer Zeit boykottieren sie den ansonsten bei ihnen so beliebten und billigen "Schefa - Markt (Schuk)". Wie berichtet, ist der Eigentümer von Schefa ebenso Herr über weitere Ladenketten und eine davon ist "AM:PM". Obwohl vor knapp einer Woche in Mea Shearim sowie Ge'ulah Plakate aushingen, dass es eine angebliche Einigung zwischen Rabbi Yosef Schalom Eliyaschiv sowie der Dor Alon Gruppe (Eigentümer von Schefa) gegeben hätte, herrscht weiterhin einiges an Unklarheit. Offiziell soll der Boykott erst einmal bis auf weiteres verschoben worden sein.
Zuerst wurde der haredischen Bevölkerung auf den Postern mitgeteilt, dass Schefa nicht mehr boykottiert wird; letzten Sonntag hingegen kam es in der Schefa - Filiale in Bnei Brak bei Tel Aviv zu wilden Demos.
Anstatt weiterhin auf die boykottierende haredische Kundschaft zu warten und Verluste einzufahren, kam Schefa nun auf eine neue Idee. Man ließ nämlich die säkulere Kundschaft zu Hauf einfallen. Das wiederum brachte die Haredim auf die Palme, die vor der Filiale mit einer Demo begannen.
Der Schefa - Markt gehört ansonsten zu jenen haredischen Läden, in denen sich die Kundschaft vor dem Eintreten gefälligst anständig anzuziehen hat. Wer als Frau in Hose auftaucht, muß entweder vor der Tür umkehren oder erklärt sich bereit einen langen Rock, welchen Schefa am Eingang zur Verfügung stellt, überzustreifen. Keine Frau in Hose kommt in den Schefa - Markt, zu Vishnitz oder in den Aleph hinein. Einkauf mit Anstand und ohne erotische Reize. Wer sich weigert, der bleibt halt draußen. Den Männern ergeht es genauso, wenn sie keine Kopfbedeckung tragen oder in Shorts erscheinen.
Die erfolgreiche Tel Aviver Ladenkette AM:PM hat 24 Stunden am Tag geöffnet. Auch am Schabbat und da ist ja bekanntlich der Ausgangspunkt für den haredischen Boykott (siehe hier). Vor ein paar Tagen begab ich mich einmal in eine der AM:PM - Filialen in Tel Aviv und plante sogar, etwas zu kaufen. Alle anderen Läden hatten nämlich schon geschlossen. Soweit zu meiner Verteidigung.
Nach zwei Minuten war ich jedoch wieder draußen, denn bei den Preisen fiel es mir schwer, nicht ohnmächtig zu werden. Ich frage mich wirklich, wer da bei AM:PM zu den gepfefferten Preisen einkauft. Und man mag es kaum glauben, bei ihnen läuft das Geschäft super und die Läden sind fast immer voll.
Heute nun bekam ich auf der Arbeit die in Israel so berühmten Einkaufsgutscheine. Viele Arbeitgeber geben die Gutscheine an ihre Angestellten weiter und auch mich traf es heute.
Und wo darf ich einkaufen gehen ?
Im boykottierten Schefa - Markt.
Was jetzt ? Soll ich loyal sein und mitboykottieren oder auf materiell machen und meinen Einkäufe tätigen ?
Ich habe mich für das Letztere entschieden und begebe mich heute Abend in eine der Schefa - Filialen. Man muß ja auch an die Zukunft der Belegschaft denken, die da aufgrund des Boykottes um ihre Arbeitsplätze fürchtet. Aber Arbeitsplätze sind auch nicht mein Grund, denn ich denke materiell und will halt nur meine Gutscheine verprassen. Und Mazzot brauche ich auch noch.
Den aktuellen Boykott - Stand der Dinge kenne ich nicht genau; werde ich heute Abend von den Haredim beschimpft, wenn ich den den Schefa gehe ? Ja oder Nein ? Wir werden sehen.
Labels:
Essen,
Haredische Gesellschaft,
Kaschrut,
Pessach
Dienstag, April 15, 2008
Faszination Pessach
B"H
Näher auf das am Mozzaei Schabbat (Samstag abend nach Schabbatausklang) beginnende Pessach will ich in diesem Blog nicht. Wer dazu ausführliche Infos sucht, der muß sich an Chabad oder Aish HaTorah wenden.
Allgemein gehört Pessach nicht gerade zu meinen bevorzugten Feiertagen; nicht nur des fehlenden Essens wegen. Insgesamt haben aschkenazische Juden eine weitaus eingeschränktere Speisekarte als die Sepharadim. Aus mittelalterlichen Tradition heraus ist uns Aschkenazim der Verzehr von Reis untersagt, denn gemäß unserem Brauch gilt dies als "Chametz - an Pessach verbotene Getreideprodukte". Aber Moment, Reis ist doch nicht gleichzusetzen mit Weizen, Hafer, Roggen oder Gerste.
Die Tradition der Aschkenazim, an Pessach keinen Reis zu essen, beruht auf einem mittelalterlichen Brauch (erstmals im 10. Jahrhundert erwähnt), nachdem selbst der geringste Verdacht verhindert werden soll, Reis versehentlich mit Chametz (Getreideprodukten) zu vermischen. Wenn ich den sephardischen Juden aus Kurdistan, dem Irak oder dem Iran von diesem Brauch erzähle, meinen sie, wir Aschkenazim haben sie nicht alle. Den gleichen Fall erfahren wir mit den "Kidniot - diversen Hülsenfrüchten". Bohnen, Erbsen, etc. sind uns Aschkenazim ebenso verboten. Wobei ich noch erwähnen sollte, dass die marokkanischen Juden übrigens auch keinen Reis an Pessach verzehren.
Was bleibt uns also zum Essen übrig ?
Mazza, Mazza, Mazza.

Aber wieviel kann man davon essen, wenn viele behaupten, dass die Mazza eine wahre Kalorienbombe sei ?
Nur Mazza zu sagen wäre auch wieder übertrieben, denn schließlich haben wir ja auch noch Fisch, Fleisch, Eier, Kartoffeln, Brokkoli, Salate und Suppen. Bei den Suppen kann ich die Omelettsuppe wärmstens empfehlen. Hühnersuppe mit in kleine dünn geschnittene Streifen Eieromelett darin.
Sephardische Freunde laden mich alle Jahre wieder zu ihrer Pessach - Seder ein. Dort gibt es Essen zu Hauf, denn den Sepharden geht nichts über das Essen. Reis, Kube (Fleischbällchen in Teig), Gebratenes. Da läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Bei unserer Seder hingegen leben wir von Gefillte Fisch, Eieromelettsuppe, Kartoffeln und diversem Gemüse. Satt werden wir dennoch, obwohl ich auf meine sephardischen Freunde neidisch bin.
Kuchen und Kekse gibt es aber dennoch; überwiegend gebacken aus Kartoffelmehl. Aber auch hier gilt wieder, dass nichts über die frischen sephardischen Nußkekse geht, die es jetzt schon auf dem Machane Yehudah Markt zu kaufen gibt. Heute Abend werde ich mit ein paar davon gönnen. Nur an Pessach selbst ist wieder alles anders, denn dann sind uns Aschkenazim auch die Nußkekse verboten. Grund: Kidniot.
Einen ganz chaotischen Brauch pflegen bis heute die Vishnitzer Chassidim. Sie leiten aus dem Mittelalter ab, dass der Fischverzehr eigentlich verboten sei. Im frühen Mittelalter wurde Fisch zusammen mit Chametz verpackt.
Ein total übertriebenes Brauch ?
Ein Vishnitzer Chassid berichtete mir, dass dieser Brauch in der letzten Zeit innerhalb der chassidischen Gruppe immer weniger beachtet wird und die Vishnitzer begonnen haben, an Pessach Fisch zu essen.
Manche Leute lieben es, die Seder in die Länge zu ziehen und die Pessach - Haggadah eingehend zu lesen. Ich bin in diese Situation gezwungen, denn alljährlich verbringe ich Pessach chassidisch. Und bei den Chassidim ist es absolut keine Seltenheit, wenn die Seder erst um 2.30 Uhr morgens endet (Beginn ca. 20.00 Uhr). Persönlich wäre mir eine schnelle Seder viel lieber. Manche Leute sind schon nach zwei Stunden fertig. Mit Kindern kann man eh nicht alles so in die Länge ziehen.
Wenigstens haben wir vor der Seder einen Schabbat, an dem man sich vorher gut ausschlafen kann. Vielleicht bleibe ich ja dann endlich einmal bis zum Sederende wach, ohne schlafend auf dem Tisch zu liegen.
Anmerkungen:
In der Diaspora finden zwei Pessach - Sedern statt; am ersten sowie am zweiten Abend.
Muss ich nun als im Ausland lebender Israeli die zwei Sedern feiern oder gelte ich auch in der Diaspora als Ausnahmen ?
Wer Israeli ist und seinen Hauptwohnsitz länger als drei Jahre in der Diaspora hat, muss die zweite Seder feiern !!!
In dem Falle gilt er als diasporazugehörig.
Was aber, wenn ich momentan vor meiner Aliyah nach Israel stehe ? Halte ich dann die zweite Seder ab ?
Derjenige, der seine Aliyahpapiere bereits in den Händen hält, darf sich als Israeli zählen und muss nur eine Seder abhalten.
Nur Aliyah planen bzw. davon reden gilt allerdings hierbei nicht !!!
Und was ist mit den Diaspora - Juden, die sich gerade in Israel aufhalten?
Genau, sie müssen selbst in Israel zwei Sedern abhalten.
Wer übrigens einen Platz für die zweite Seder benötigt und noch ohne Einladung dasteht, kann sich an mich wenden: miriamwoelke@gmail.com
Näher auf das am Mozzaei Schabbat (Samstag abend nach Schabbatausklang) beginnende Pessach will ich in diesem Blog nicht. Wer dazu ausführliche Infos sucht, der muß sich an Chabad oder Aish HaTorah wenden.
Allgemein gehört Pessach nicht gerade zu meinen bevorzugten Feiertagen; nicht nur des fehlenden Essens wegen. Insgesamt haben aschkenazische Juden eine weitaus eingeschränktere Speisekarte als die Sepharadim. Aus mittelalterlichen Tradition heraus ist uns Aschkenazim der Verzehr von Reis untersagt, denn gemäß unserem Brauch gilt dies als "Chametz - an Pessach verbotene Getreideprodukte". Aber Moment, Reis ist doch nicht gleichzusetzen mit Weizen, Hafer, Roggen oder Gerste.
Die Tradition der Aschkenazim, an Pessach keinen Reis zu essen, beruht auf einem mittelalterlichen Brauch (erstmals im 10. Jahrhundert erwähnt), nachdem selbst der geringste Verdacht verhindert werden soll, Reis versehentlich mit Chametz (Getreideprodukten) zu vermischen. Wenn ich den sephardischen Juden aus Kurdistan, dem Irak oder dem Iran von diesem Brauch erzähle, meinen sie, wir Aschkenazim haben sie nicht alle. Den gleichen Fall erfahren wir mit den "Kidniot - diversen Hülsenfrüchten". Bohnen, Erbsen, etc. sind uns Aschkenazim ebenso verboten. Wobei ich noch erwähnen sollte, dass die marokkanischen Juden übrigens auch keinen Reis an Pessach verzehren.
Was bleibt uns also zum Essen übrig ?
Mazza, Mazza, Mazza.

Aber wieviel kann man davon essen, wenn viele behaupten, dass die Mazza eine wahre Kalorienbombe sei ?
Nur Mazza zu sagen wäre auch wieder übertrieben, denn schließlich haben wir ja auch noch Fisch, Fleisch, Eier, Kartoffeln, Brokkoli, Salate und Suppen. Bei den Suppen kann ich die Omelettsuppe wärmstens empfehlen. Hühnersuppe mit in kleine dünn geschnittene Streifen Eieromelett darin.
Sephardische Freunde laden mich alle Jahre wieder zu ihrer Pessach - Seder ein. Dort gibt es Essen zu Hauf, denn den Sepharden geht nichts über das Essen. Reis, Kube (Fleischbällchen in Teig), Gebratenes. Da läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Bei unserer Seder hingegen leben wir von Gefillte Fisch, Eieromelettsuppe, Kartoffeln und diversem Gemüse. Satt werden wir dennoch, obwohl ich auf meine sephardischen Freunde neidisch bin.
Kuchen und Kekse gibt es aber dennoch; überwiegend gebacken aus Kartoffelmehl. Aber auch hier gilt wieder, dass nichts über die frischen sephardischen Nußkekse geht, die es jetzt schon auf dem Machane Yehudah Markt zu kaufen gibt. Heute Abend werde ich mit ein paar davon gönnen. Nur an Pessach selbst ist wieder alles anders, denn dann sind uns Aschkenazim auch die Nußkekse verboten. Grund: Kidniot.
Einen ganz chaotischen Brauch pflegen bis heute die Vishnitzer Chassidim. Sie leiten aus dem Mittelalter ab, dass der Fischverzehr eigentlich verboten sei. Im frühen Mittelalter wurde Fisch zusammen mit Chametz verpackt.
Ein total übertriebenes Brauch ?
Ein Vishnitzer Chassid berichtete mir, dass dieser Brauch in der letzten Zeit innerhalb der chassidischen Gruppe immer weniger beachtet wird und die Vishnitzer begonnen haben, an Pessach Fisch zu essen.
Manche Leute lieben es, die Seder in die Länge zu ziehen und die Pessach - Haggadah eingehend zu lesen. Ich bin in diese Situation gezwungen, denn alljährlich verbringe ich Pessach chassidisch. Und bei den Chassidim ist es absolut keine Seltenheit, wenn die Seder erst um 2.30 Uhr morgens endet (Beginn ca. 20.00 Uhr). Persönlich wäre mir eine schnelle Seder viel lieber. Manche Leute sind schon nach zwei Stunden fertig. Mit Kindern kann man eh nicht alles so in die Länge ziehen.
Wenigstens haben wir vor der Seder einen Schabbat, an dem man sich vorher gut ausschlafen kann. Vielleicht bleibe ich ja dann endlich einmal bis zum Sederende wach, ohne schlafend auf dem Tisch zu liegen.
Anmerkungen:
In der Diaspora finden zwei Pessach - Sedern statt; am ersten sowie am zweiten Abend.
Muss ich nun als im Ausland lebender Israeli die zwei Sedern feiern oder gelte ich auch in der Diaspora als Ausnahmen ?
Wer Israeli ist und seinen Hauptwohnsitz länger als drei Jahre in der Diaspora hat, muss die zweite Seder feiern !!!
In dem Falle gilt er als diasporazugehörig.
Was aber, wenn ich momentan vor meiner Aliyah nach Israel stehe ? Halte ich dann die zweite Seder ab ?
Derjenige, der seine Aliyahpapiere bereits in den Händen hält, darf sich als Israeli zählen und muss nur eine Seder abhalten.
Nur Aliyah planen bzw. davon reden gilt allerdings hierbei nicht !!!
Und was ist mit den Diaspora - Juden, die sich gerade in Israel aufhalten?
Genau, sie müssen selbst in Israel zwei Sedern abhalten.
Wer übrigens einen Platz für die zweite Seder benötigt und noch ohne Einladung dasteht, kann sich an mich wenden: miriamwoelke@gmail.com
Labels:
Braeuche,
Chassidut Vishnitz,
Essen,
Halacha,
Pessach
Sonntag, April 13, 2008
Kaschrut - Details zu Pessach
B"H
Ein nützlicher Link für all jene, die an der praktischen Kaschrut (Koschergesetze) bezüglich Pessach interessiert sind:
http://groups.google.com/group/jerusalemkosher?lnk=gschg
Ein nützlicher Link für all jene, die an der praktischen Kaschrut (Koschergesetze) bezüglich Pessach interessiert sind:
http://groups.google.com/group/jerusalemkosher?lnk=gschg
Sonntag, März 30, 2008
Nichtjuden bei der Pessach - Seder ?
B"H
Jedes Jahr kommt kurz vor Pessach diese Frage immer wieder neu auf: "Können Nichtjuden an einer Pessach – Seder teilnehmen ?"
Bei Reformjuden scheint es nichts Außergewöhnliches sein, wenn sie zu ihrer Seder auch Nichtjuden einladen; orthodoxe Juden (mich eingeschlossen) fühlen sich mehr als unwohl dabei. Mir sind in meinem Bekanntenkreis keine orthodoxen Juden bekannt, die Nichtjuden zu ihrer Seder einladen und außer Rabbi Mordechai Machlis lädt auch niemand von ihnen nichtjüdische Gäste zum Schabbat ein. Übrigens fällt Rabbi Machlis an Pessach flach, da er jedes Jahr mit seiner Familie zum Fest verreist und die Pessachfeiertage privat verbringt.
Was aber ist gerade an Pessach so problematisch, Nichtjuden einzuladen ?
Zuerst einmal finde ich es höchst seltsam, wenn diverse Kirchengemeinden auf die Idee kommen, ihren Mitgliedern eine Pessach – Seder anzubieten. Ich brauche nicht lange nachdenken, um festzustellen, dass Pessach ein einzig und allein jüdisches Fest ist. In der Thora wurden die Juden beauftragt, diesen Feiertag einzuhalten und keine ungesäuerten Brote zu essen bzw. während dieser Zeit kein Chametz (Getreideprodukte wie Nudeln, Bier, Brot, etc.) im Haus zu haben. Wer als Nichtjude eine eigenständige Seder feiert, der kopiert etwas, was ihm nicht gehört.
Ich habe diesbezüglich versucht, etwas in der Halacha (jüdische Gesetzgebung) zu finden und bin auf Unterschiedliches gestossen. Wobei es gerade aufgrund der Halacha in orthodoxen Kreisen absolut unüblich ist, Nichtjuden zur Seder einzuladen. Die Halacha besagt, dass ein Jude an einem Feiertag von einer bestehenden Flamme kochen darf. Dies aber nur für einen Juden und NICHT für einen Nichtjuden. Das Hauptargument gegen Nichtjuden bei der Pessach – Seder besteht also in der Gefahr, dass Juden für einen Nichtjuden kochen. Am Schabbat hingegen bestehe diese Gefahr nicht, denn am Schabbat wird ja grundsätzlich nicht gekocht.
Das Afikoman, jene zerbrochene Mazzah, welche am Sederabend erst versteckt und später gegessen wird, repräsentiert das einstmalige Pessach – Opfer im Tempel. Jedes Jahr zu Pessach kamen sämtliche Juden zum Jerusalemer Tempel, um dort ihr Pessach – Lamm zu opfern und es bei der Seder zu verspeisen. Ein biblisches Gebot (Exodus 12:43) besagt, dass ein Nichtjude NICHT von diesem Pessach – Opfer essen darf. Es ist ihm absolut verboten !!!!
Da wir derzeit keine Pessach – Lämmer opfern können, weil wir keinen Tempel besitzen, verkörpert ein gesondertes Stück Mazzah, welches AFIKOMAN genannt wird, dass eigentliche Lamm. Somit darf ein eventuell eingeladener Nichtjude von dem Afikoman nicht essen.
Auch gibt es Restriktionen beim Anfassen einer geöffneten Weinflasche. Wie wir alle wissen, werden bei der Seder von jedem einzelnen vier Gläser Wein bzw. Traubensaft getrunken. Sollte der Wein nicht gekocht sein und der Nichtjude faßt eine geöffnete Weinflasche an, hat der Gastgeber ein riesiges Kasschrutproblem und der Wein darf nicht mehr verwendet werden.
Der Talmud Traktat Pesachim 3b erzählt von einem schwerwiegenden Verstoß gegen das biblische Gesetz, nachdem ein Nichtjude nicht vom Pessach – Opfer essen darf:
Ein Aramäer ging nach Jerusalem, um dort vom Pessach – Opfer zu essen. Einmal sagte er vor seiner Abreise (nach Jerusalem) zu Rabbi Yehudah ben Bateirah: "Es steht geschrieben, dass kein Fremder vom Pessach – Opfer essen darf; - und es steht ebenso geschrieben, dass kein unbeschnittener Mann davon essen darf. Warum also esse ich die besten Stückchen des Pessach – Opfers ?
Rabbi Yehudah ben Bateirah sagte: "Geben sie Dir das Fett vom Schwanz zu essen ?" – "Nein, antwortete der Aramäer.
Rabbi Yehudah ben Bateirah sagte zu ihm: "Wenn Du wieder nach Jerusalem gehst, dass sage ihnen dort, "Gebt mir vom Fett des Schwanzes zu essen."
Und so geschah es; der Aramär verlangte tatsächlich das Fett des Schwanzes. Dort sagten ihm jedoch die Rabbiner, dass das Fett des Schwanzes ausschließlich auf dem Altar geopfert wird und somit nur G – tt allein es bekommt (siehe Leviticus 3:9). Die Rabbiner fragten den Aramäer, wer ihm denn gesagt hätte, er dürfe von diesem besonderen Fett essen. "Rabbi Yehudah ben Bateirah", erwiederte der Aramäer. Die Rabbiner waren fassungslos, forschten eingehend nach und fanden heraus, dass der Aramäer gar kein Jude war. Daraufhin exekutierten sie ihn und sandten die folgende Nachricht zu Rabbi Yehudah ben Bateirah: "Friede sei mit Dir, Rabbi Yehudah ben Bateirah – Du befindest Dich zwar in Netzivin, aber Dein Wort reicht bis nach Jerusalem."
Diese Gemara (rabbinische Diskussion) ruft uns nun keineswegs dazu auf, alle Nichtjuden, welche vom Afikoman bzw. dem Pessach – Opfer essen, umzubringen. Vielmehr verdeutlicht sie, wie extrem wichtig dieses Gesetz ist und wie strikt es zu Tempelzeiten eingehalten wurde und auch heute eingehalten werden soll, da die Thora in alle Ewigkeit Geltung besitzt. Im Talmud wird oft darauf hingewiesen, dass die Menschen nur für sich in Anspruch nehmen sollen, was ihnen auch zusteht. Zum Beispiel schielte König David's Sohn Avschalom auf den Thron, obwohl dieser von G -tt für Salomon (Shlomo) auserwählt war. Korach rebellierte gegen Moshe, weil er die Herrschaft für sich allein haben wollte. Beide, Avschalom sowie Korach verloren. Mit dem Pessach – Lamm verhält es sich genauso. Es ist für jene bestimmt, denen es zusteht – sprich den "Juden". Die Geschichte des Auszuges aus Ägypten, welche an Pessach aus der Haggadah vorgelesen wird, ist eine reine jüdische Angelegenheit. Insgesamt kann ich mir keine gravierenderen Punkte vorstellen, wo hier Nichtjuden mit einbezogen werden. Genau wie am Yom Kippur (Versöhnungstag) handelt es sich bei Pessach um ein rein jüdisches Fest.
Eine weitere Frage stellt sich, ob Konversionskandidaten zum Judentum eingeladen werden dürfen. In orthodoxen Kreisen wird dies so gehandhabt, dass nur jene potentiellen Konvertiten eine Einladung erhalten, welche sich in ernsthaften orthod. Konversionskursen befinden. Demnach bestehe auch nicht unbedingt der Verdacht, für einen Nichtjuden zu kochen. Aber zu dem Punkt gibt es viele Ansichten und mir sind selbst Leute bekannt, die Konvertiten erst nach ihrem vollständigen Giur zu einer Seder einladen. Vom Afikoman allerdings darf der Konversionskandidat erst NACH seinem abgeschlossenen Giur essen.
Wer in Jerusalem als Nichtjude eine Pessach – Seder sucht, der wird auf die allergrößten Schwierigkeiten stoßen. Jedenfalls im orthodoxen Bereich, vom haredischen erst gar nicht zu reden.
Jedes Jahr kommt kurz vor Pessach diese Frage immer wieder neu auf: "Können Nichtjuden an einer Pessach – Seder teilnehmen ?"
Bei Reformjuden scheint es nichts Außergewöhnliches sein, wenn sie zu ihrer Seder auch Nichtjuden einladen; orthodoxe Juden (mich eingeschlossen) fühlen sich mehr als unwohl dabei. Mir sind in meinem Bekanntenkreis keine orthodoxen Juden bekannt, die Nichtjuden zu ihrer Seder einladen und außer Rabbi Mordechai Machlis lädt auch niemand von ihnen nichtjüdische Gäste zum Schabbat ein. Übrigens fällt Rabbi Machlis an Pessach flach, da er jedes Jahr mit seiner Familie zum Fest verreist und die Pessachfeiertage privat verbringt.
Was aber ist gerade an Pessach so problematisch, Nichtjuden einzuladen ?
Zuerst einmal finde ich es höchst seltsam, wenn diverse Kirchengemeinden auf die Idee kommen, ihren Mitgliedern eine Pessach – Seder anzubieten. Ich brauche nicht lange nachdenken, um festzustellen, dass Pessach ein einzig und allein jüdisches Fest ist. In der Thora wurden die Juden beauftragt, diesen Feiertag einzuhalten und keine ungesäuerten Brote zu essen bzw. während dieser Zeit kein Chametz (Getreideprodukte wie Nudeln, Bier, Brot, etc.) im Haus zu haben. Wer als Nichtjude eine eigenständige Seder feiert, der kopiert etwas, was ihm nicht gehört.
Ich habe diesbezüglich versucht, etwas in der Halacha (jüdische Gesetzgebung) zu finden und bin auf Unterschiedliches gestossen. Wobei es gerade aufgrund der Halacha in orthodoxen Kreisen absolut unüblich ist, Nichtjuden zur Seder einzuladen. Die Halacha besagt, dass ein Jude an einem Feiertag von einer bestehenden Flamme kochen darf. Dies aber nur für einen Juden und NICHT für einen Nichtjuden. Das Hauptargument gegen Nichtjuden bei der Pessach – Seder besteht also in der Gefahr, dass Juden für einen Nichtjuden kochen. Am Schabbat hingegen bestehe diese Gefahr nicht, denn am Schabbat wird ja grundsätzlich nicht gekocht.
Das Afikoman, jene zerbrochene Mazzah, welche am Sederabend erst versteckt und später gegessen wird, repräsentiert das einstmalige Pessach – Opfer im Tempel. Jedes Jahr zu Pessach kamen sämtliche Juden zum Jerusalemer Tempel, um dort ihr Pessach – Lamm zu opfern und es bei der Seder zu verspeisen. Ein biblisches Gebot (Exodus 12:43) besagt, dass ein Nichtjude NICHT von diesem Pessach – Opfer essen darf. Es ist ihm absolut verboten !!!!
Da wir derzeit keine Pessach – Lämmer opfern können, weil wir keinen Tempel besitzen, verkörpert ein gesondertes Stück Mazzah, welches AFIKOMAN genannt wird, dass eigentliche Lamm. Somit darf ein eventuell eingeladener Nichtjude von dem Afikoman nicht essen.
Auch gibt es Restriktionen beim Anfassen einer geöffneten Weinflasche. Wie wir alle wissen, werden bei der Seder von jedem einzelnen vier Gläser Wein bzw. Traubensaft getrunken. Sollte der Wein nicht gekocht sein und der Nichtjude faßt eine geöffnete Weinflasche an, hat der Gastgeber ein riesiges Kasschrutproblem und der Wein darf nicht mehr verwendet werden.
Der Talmud Traktat Pesachim 3b erzählt von einem schwerwiegenden Verstoß gegen das biblische Gesetz, nachdem ein Nichtjude nicht vom Pessach – Opfer essen darf:
Ein Aramäer ging nach Jerusalem, um dort vom Pessach – Opfer zu essen. Einmal sagte er vor seiner Abreise (nach Jerusalem) zu Rabbi Yehudah ben Bateirah: "Es steht geschrieben, dass kein Fremder vom Pessach – Opfer essen darf; - und es steht ebenso geschrieben, dass kein unbeschnittener Mann davon essen darf. Warum also esse ich die besten Stückchen des Pessach – Opfers ?
Rabbi Yehudah ben Bateirah sagte: "Geben sie Dir das Fett vom Schwanz zu essen ?" – "Nein, antwortete der Aramäer.
Rabbi Yehudah ben Bateirah sagte zu ihm: "Wenn Du wieder nach Jerusalem gehst, dass sage ihnen dort, "Gebt mir vom Fett des Schwanzes zu essen."
Und so geschah es; der Aramär verlangte tatsächlich das Fett des Schwanzes. Dort sagten ihm jedoch die Rabbiner, dass das Fett des Schwanzes ausschließlich auf dem Altar geopfert wird und somit nur G – tt allein es bekommt (siehe Leviticus 3:9). Die Rabbiner fragten den Aramäer, wer ihm denn gesagt hätte, er dürfe von diesem besonderen Fett essen. "Rabbi Yehudah ben Bateirah", erwiederte der Aramäer. Die Rabbiner waren fassungslos, forschten eingehend nach und fanden heraus, dass der Aramäer gar kein Jude war. Daraufhin exekutierten sie ihn und sandten die folgende Nachricht zu Rabbi Yehudah ben Bateirah: "Friede sei mit Dir, Rabbi Yehudah ben Bateirah – Du befindest Dich zwar in Netzivin, aber Dein Wort reicht bis nach Jerusalem."
Diese Gemara (rabbinische Diskussion) ruft uns nun keineswegs dazu auf, alle Nichtjuden, welche vom Afikoman bzw. dem Pessach – Opfer essen, umzubringen. Vielmehr verdeutlicht sie, wie extrem wichtig dieses Gesetz ist und wie strikt es zu Tempelzeiten eingehalten wurde und auch heute eingehalten werden soll, da die Thora in alle Ewigkeit Geltung besitzt. Im Talmud wird oft darauf hingewiesen, dass die Menschen nur für sich in Anspruch nehmen sollen, was ihnen auch zusteht. Zum Beispiel schielte König David's Sohn Avschalom auf den Thron, obwohl dieser von G -tt für Salomon (Shlomo) auserwählt war. Korach rebellierte gegen Moshe, weil er die Herrschaft für sich allein haben wollte. Beide, Avschalom sowie Korach verloren. Mit dem Pessach – Lamm verhält es sich genauso. Es ist für jene bestimmt, denen es zusteht – sprich den "Juden". Die Geschichte des Auszuges aus Ägypten, welche an Pessach aus der Haggadah vorgelesen wird, ist eine reine jüdische Angelegenheit. Insgesamt kann ich mir keine gravierenderen Punkte vorstellen, wo hier Nichtjuden mit einbezogen werden. Genau wie am Yom Kippur (Versöhnungstag) handelt es sich bei Pessach um ein rein jüdisches Fest.
Eine weitere Frage stellt sich, ob Konversionskandidaten zum Judentum eingeladen werden dürfen. In orthodoxen Kreisen wird dies so gehandhabt, dass nur jene potentiellen Konvertiten eine Einladung erhalten, welche sich in ernsthaften orthod. Konversionskursen befinden. Demnach bestehe auch nicht unbedingt der Verdacht, für einen Nichtjuden zu kochen. Aber zu dem Punkt gibt es viele Ansichten und mir sind selbst Leute bekannt, die Konvertiten erst nach ihrem vollständigen Giur zu einer Seder einladen. Vom Afikoman allerdings darf der Konversionskandidat erst NACH seinem abgeschlossenen Giur essen.
Wer in Jerusalem als Nichtjude eine Pessach – Seder sucht, der wird auf die allergrößten Schwierigkeiten stoßen. Jedenfalls im orthodoxen Bereich, vom haredischen erst gar nicht zu reden.
Mittwoch, März 19, 2008
Hamantaschen
B"H
Das Thema "Purim" ist nur allzu gegenwärtig. Als Lokalpatriot kann ich natürlich leicht sagen, dass uns Purim vor allem in Jerusalem nicht losläßt, feiern wir doch "Purim Meschulasch".
Überall auf der Welt wird morgen abend die Megillat Esther (das Buch Esther) in den Synagogen gelesen. Morgen und freitag früh. Die Teilnahme sollte eine relig. Pflicht sein, eine Mitzwah. Weiterhin sollte jeder pünktlich erscheinen, denn jedes Wort der Megillah muß vernommen werden.
Freitag Abend ist in allem Teilen der Welt schon wieder Schluß mit lustig, wohingegen es in unserer Stadt erst richtig losgeht. Purim wird durch den Schabbat unterbrochen und erst am Sonntag geht es richtig weiter. Jerusalem wird kopfstehen. Unendlich viele Parties sind angesagt; die Kinder feiern jetzt schon in den Schulen. Viele Leute laufen verkleidet herum und eine Gruppe Japaner wunderte sich heute morgen, was denn wohl hier los sei ? Laufen in Jerusalem immer alle mit gelb - grünen Haaren herum ?
Schon Wochen vor Purim gab es sie, die Purim - Shiurim. Religiöse Vorträge zum Thema: Haman, Vaschti, Mordechai und Esther. Die verborgene Nachricht von Purim, warum ist Esther so wichtig, was sagt uns Purim heute ?
Ich selbst gehe heute abend noch flugs zu einem Shiur in der Kol Rina - Synagoge im Stadtteil Nachlaot. Dort gibt Avivah Gottlieb - Zornberg einen Purimvortrag, von dem ich morgen einige Inhalte berichten werde.
Bei den Christen steht das Osterfest an und normalerweise fallen Ostern und Pessach fast immer in die gleiche Zeit. In diesem Jahr ist dies aufgrund des Schaltjahres im jüdischen Kalender anders. Erst in genau einem Monat werden wir Pessach feiern.
Das christliche Touristendasein in Jerusalem beschränkt sich also in dieser Woche auf die Altstadt. Kirchen und so.
Juden hingegen feiern wild durch die Neustadt Westjerusalems. Chabad, die Lubawitscher Chassidim, feiern in der Innenstadt am Zion Square. Wer noch nicht weiß, wo er die Megillah (Buch Esther) hört, der kann ebenso zu Chabad in die Jüdische Altstadt gehen. Die "Zemach Zedek - Synagoge", gleich oberhalb des Cardo, beginnt den G - ttesdienst um 18.15 Uhr. Hinterher werden leichte Getränke sowie die traditionellen Hamantaschen serviert.
Leider muß ich Euch mitteilen, dass danach in der Altstadt bzw. an der Kotel (Klagemauer) nur noch tote Hose herrscht. Wer etwas sehen will, der gehe in die Neustadt. Wer es superrelig. will, der bewege sich nach Mea Shearim.
Auch ich werde noch einen weiteren relig. Purimbeitrag verfassen. Vorab aber erstmal schnell noch ein Hamantaschen - Rezept:
1 kg Zucker
2 kg Margarine / Mazola
10 grosse Eier
1 Teelöffel Vanille
Alles gut durchrühren und dann 3 kg Mehl hinzufügen.
Füllungen: Dattelcreme, Mohn, Kaese, Schokolade, Marmelade etc.

Gutes Gelingen !!!
Das Thema "Purim" ist nur allzu gegenwärtig. Als Lokalpatriot kann ich natürlich leicht sagen, dass uns Purim vor allem in Jerusalem nicht losläßt, feiern wir doch "Purim Meschulasch".
Überall auf der Welt wird morgen abend die Megillat Esther (das Buch Esther) in den Synagogen gelesen. Morgen und freitag früh. Die Teilnahme sollte eine relig. Pflicht sein, eine Mitzwah. Weiterhin sollte jeder pünktlich erscheinen, denn jedes Wort der Megillah muß vernommen werden.
Freitag Abend ist in allem Teilen der Welt schon wieder Schluß mit lustig, wohingegen es in unserer Stadt erst richtig losgeht. Purim wird durch den Schabbat unterbrochen und erst am Sonntag geht es richtig weiter. Jerusalem wird kopfstehen. Unendlich viele Parties sind angesagt; die Kinder feiern jetzt schon in den Schulen. Viele Leute laufen verkleidet herum und eine Gruppe Japaner wunderte sich heute morgen, was denn wohl hier los sei ? Laufen in Jerusalem immer alle mit gelb - grünen Haaren herum ?
Schon Wochen vor Purim gab es sie, die Purim - Shiurim. Religiöse Vorträge zum Thema: Haman, Vaschti, Mordechai und Esther. Die verborgene Nachricht von Purim, warum ist Esther so wichtig, was sagt uns Purim heute ?
Ich selbst gehe heute abend noch flugs zu einem Shiur in der Kol Rina - Synagoge im Stadtteil Nachlaot. Dort gibt Avivah Gottlieb - Zornberg einen Purimvortrag, von dem ich morgen einige Inhalte berichten werde.
Bei den Christen steht das Osterfest an und normalerweise fallen Ostern und Pessach fast immer in die gleiche Zeit. In diesem Jahr ist dies aufgrund des Schaltjahres im jüdischen Kalender anders. Erst in genau einem Monat werden wir Pessach feiern.
Das christliche Touristendasein in Jerusalem beschränkt sich also in dieser Woche auf die Altstadt. Kirchen und so.
Juden hingegen feiern wild durch die Neustadt Westjerusalems. Chabad, die Lubawitscher Chassidim, feiern in der Innenstadt am Zion Square. Wer noch nicht weiß, wo er die Megillah (Buch Esther) hört, der kann ebenso zu Chabad in die Jüdische Altstadt gehen. Die "Zemach Zedek - Synagoge", gleich oberhalb des Cardo, beginnt den G - ttesdienst um 18.15 Uhr. Hinterher werden leichte Getränke sowie die traditionellen Hamantaschen serviert.
Leider muß ich Euch mitteilen, dass danach in der Altstadt bzw. an der Kotel (Klagemauer) nur noch tote Hose herrscht. Wer etwas sehen will, der gehe in die Neustadt. Wer es superrelig. will, der bewege sich nach Mea Shearim.
Auch ich werde noch einen weiteren relig. Purimbeitrag verfassen. Vorab aber erstmal schnell noch ein Hamantaschen - Rezept:
1 kg Zucker
2 kg Margarine / Mazola
10 grosse Eier
1 Teelöffel Vanille
Alles gut durchrühren und dann 3 kg Mehl hinzufügen.
Füllungen: Dattelcreme, Mohn, Kaese, Schokolade, Marmelade etc.

Gutes Gelingen !!!
Samstag, Februar 09, 2008
Gefillte Fisch und Kugel
B"H
sind Bestandteil des typischen Schabbatessen der aschkenasischen Juden. Und davon hatte ich an diesem gerade ausgeklungenen Schabbat reichlich.
Auf das Thema "Christliche Missionare" gehe ich jetzt nicht näher ein, obwohl das Thema auch an diesem Schabbat eine aktive Rolle spielte.
Dazu jedoch einen ausführlichen Bericht im laufe des morgigen sonntags. Nur soviel noch, dass ich der Jerusalemer Stadträtin Mina Fenton ein e - mail schrieb und sie um ein Interview bat. Sie erwähnte bei den zwei Vorträgen der "Jews for Judaism" in der vergangenen Woche höchst interessante Fakten sowie Details wie Zahlen, Namen und Orte. Mina Fenton ist eine Repräsentantin der Nationalreligiösen Partei "MAVDAL" und im ewigen Kampf gegen Missionsaktivitäten. Hoffentlich antwortet sie mir mit einer Zusage.
Da ich am gestrigen Erev Schabbat bei Rabbi Machlis fast am Tisch einschlief, entschloss ich mich, heimzugehen und keinen chassidischen Tisch zu besuchen. Heute Mittag dann war ich im ultra - orthod. Mea Shearim bei chassidischen Bekannten eingeladen. Mittags am Schabbat in Mea Shearim herumzulaufen, ist jedesmal ein tolles Erlebnis, denn alle Familien kommen aus den Synagogen und machen sich auf den Heimweg zum Mittagessen.
Meine Bekannten hatte noch einige Frum - Girls aus zwei unterschiedlichen relig. Schulen eingeladen. Davon waren einige aus einer Schule die der chassidischen Gruppe Breslov sehr nahe steht. Und eben mit jenen israel. Girls hatte ich dann auch tolle Konversationen. Meine Bekannte, die Hausherrin, die Breslov - Girls und ich lagen konversationsmässig sofort auf einer Wellenlänge.
Die Breslov - Girls berichteten, dass sie, u.a., Rabbi Nachman's Buch "Likutei Moharan" lernten, worauf meine Bekannte, die Hausherrin, erwiderte, dass jeder Newcomer in der Religion zuerst ein gewisses Basiswissen erlangen sollte und nicht sofort mit den höheren Studien beginne. Dabei nämlich bestehe immer die Möglichkeit eines frühen Falls.
Woraufhin eines der Breslov - Girls etwas sehr Kluges erwiderte.
"Ja, das entspreche natürlich der Wahrheit, doch hatte ihr Rabbiner ihr einstmals geraten, in jede chassidische Gruppe hineinzuschnuppern und das Beste für sich selbst herauszupicken. Niemals solle man sich auf die negativen Punkte in einer Gruppe konzentrieren, sondern etwas Positives für sich mitnehmen. Und es sei klar, alles langsam anzugehen und die Religion nicht zu übereilen. Wer alles auf einmal lernt und alles auf einmal will, der fällt so schnell und ihm wird erst dann klar, dass der Fall dazu dient, nochmals von vorn zu beginnen. Und zwar dieses Mal mit dem richtigen und unüberstürzten Tempo."
Diese Aussagen waren sehr aufbauend und jeder Betroffene, der dies jetzt liest, sollte einmal darüber nachdenken.
Eine gute Woche an alle - שבוע טוב לכולכם !!!!!
Schabbat - Kartoffelkugel

Gefillte Fisch am Schabbat
sind Bestandteil des typischen Schabbatessen der aschkenasischen Juden. Und davon hatte ich an diesem gerade ausgeklungenen Schabbat reichlich.
Auf das Thema "Christliche Missionare" gehe ich jetzt nicht näher ein, obwohl das Thema auch an diesem Schabbat eine aktive Rolle spielte.
Dazu jedoch einen ausführlichen Bericht im laufe des morgigen sonntags. Nur soviel noch, dass ich der Jerusalemer Stadträtin Mina Fenton ein e - mail schrieb und sie um ein Interview bat. Sie erwähnte bei den zwei Vorträgen der "Jews for Judaism" in der vergangenen Woche höchst interessante Fakten sowie Details wie Zahlen, Namen und Orte. Mina Fenton ist eine Repräsentantin der Nationalreligiösen Partei "MAVDAL" und im ewigen Kampf gegen Missionsaktivitäten. Hoffentlich antwortet sie mir mit einer Zusage.
Da ich am gestrigen Erev Schabbat bei Rabbi Machlis fast am Tisch einschlief, entschloss ich mich, heimzugehen und keinen chassidischen Tisch zu besuchen. Heute Mittag dann war ich im ultra - orthod. Mea Shearim bei chassidischen Bekannten eingeladen. Mittags am Schabbat in Mea Shearim herumzulaufen, ist jedesmal ein tolles Erlebnis, denn alle Familien kommen aus den Synagogen und machen sich auf den Heimweg zum Mittagessen.
Meine Bekannten hatte noch einige Frum - Girls aus zwei unterschiedlichen relig. Schulen eingeladen. Davon waren einige aus einer Schule die der chassidischen Gruppe Breslov sehr nahe steht. Und eben mit jenen israel. Girls hatte ich dann auch tolle Konversationen. Meine Bekannte, die Hausherrin, die Breslov - Girls und ich lagen konversationsmässig sofort auf einer Wellenlänge.
Die Breslov - Girls berichteten, dass sie, u.a., Rabbi Nachman's Buch "Likutei Moharan" lernten, worauf meine Bekannte, die Hausherrin, erwiderte, dass jeder Newcomer in der Religion zuerst ein gewisses Basiswissen erlangen sollte und nicht sofort mit den höheren Studien beginne. Dabei nämlich bestehe immer die Möglichkeit eines frühen Falls.
Woraufhin eines der Breslov - Girls etwas sehr Kluges erwiderte.
"Ja, das entspreche natürlich der Wahrheit, doch hatte ihr Rabbiner ihr einstmals geraten, in jede chassidische Gruppe hineinzuschnuppern und das Beste für sich selbst herauszupicken. Niemals solle man sich auf die negativen Punkte in einer Gruppe konzentrieren, sondern etwas Positives für sich mitnehmen. Und es sei klar, alles langsam anzugehen und die Religion nicht zu übereilen. Wer alles auf einmal lernt und alles auf einmal will, der fällt so schnell und ihm wird erst dann klar, dass der Fall dazu dient, nochmals von vorn zu beginnen. Und zwar dieses Mal mit dem richtigen und unüberstürzten Tempo."
Diese Aussagen waren sehr aufbauend und jeder Betroffene, der dies jetzt liest, sollte einmal darüber nachdenken.
Eine gute Woche an alle - שבוע טוב לכולכם !!!!!
Schabbat - Kartoffelkugel

Gefillte Fisch am Schabbat
Mittwoch, Januar 09, 2008
Segen vor dem Essen
B"H
Im Judentum haben wir die Halacha, vor und nach dem Essen einen Segen zu sagen.
Wer nicht gerade religiös aufwächst oder zum orthodoxen Judentum konvertiert, der wird ein Lied davon singen können, wie kompliziert es am Anfang sein kann, all die Segen auswendig zu lernen.
Aber nicht nur vor und nach dem Essen sagen wir Segen; genauso tun wir dies, vor einer Reise, nach einer überstandenen Krankheit oder Gefahr, bei Blitz und Donner, wenn 600.000 Juden zusammen an einem Ort sind, wenn wir duftende Pflanzen riechen, einen Regenbogen oder einen König sehen.
Die Anzahl der 600.000 Juden bezieht sich auf jene 600.000 Juden, die mit Moshe vor dem Berg Sinai standen. In allen anderen Segen, einschließlich der des Essens, erkennen wir G - ttes Größe an und das Er für alles auf der Welt zuständig ist.
An dieser Stelle möchte ich vorerst nur die Bedeutung der Segen vor und nach dem Essen / Trinken erwähnen. Nicht jeden einzelnen Segen und die entsprechende Halacha, denn jeder einzelne Segen ist ein eigenes Kapitel für sich.
Wir danken G - tt vor und nach dem Essen bzw. Trinken, weil wir damit anerkennen, dass Er uns die Nahrung gegeben hat. Viele werden meinen, dass wenn ich arbeite und Geld verdiene, ich mir selbstverständlich etwas zu Essen kaufen kann. Ist das dann nicht mein Verdienst ?
Im Judentum wird dies wieder einmal anders betrachtet, denn wer hat uns überhaupt erschaffen und wem haben wir unseren Job zu verdanken ? Vielleicht haben wir uns um die Stelle beworben und arbeiten, aber wem haben wir unsere körperliche Kraft zu verdanken ? Dass wir gesund sind, arbeiten und Geld verdienen können ? Und wer läßt das Getreide wachsen ?
Alles geht von G - tt aus und alles, was uns im Leben wiederfährt, wurde von Ihm bis ins kleinste Detail geplant. Selbst, welche Menschen wir während unseres Lebens treffen. Demzufolge bildet das Essen keine Ausnahme und wir danken G - tt vor und nach dem Essen, da wir nie etwas für Selbstverständlich im Leben nehmen sollten.
Die Mishna (mündl. Überlieferung G - ttes an Moshe am Berg Sinai) sowie die Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Traktat Berachot 35a ff. gehen detailliert auf die Bedeutung der verschiedenen Segen ein. Wir haben nicht nur einen gemeinsamen Segen vor und nach dem Essen, sondern mehrere unterschiedliche. Hierbei wird unterschieden, ob die Nahrung in der Erde wuchs, auf dem Baum oder sonstiger Herstellungsart war. Das Gleiche gilt für die Segen nach dem Essen. Zum Beispiel haben Gurken einen anderen Segen als Tomaten, beide haben aber den gleichen Segen nach dem Essen.
Brot hat einen anderen Segen als Kuchen (wobei es auf die Kuchenmenge ankommt). Nudeln sind ein Getreideprodukt und fallen somit unter den Segen der Kuchen. Weiterhin zu beachten sei, dass die sephardischen Juden ab und an einen anderen Segen haben als die aschkenazischen Juden. Berühmtes Beispiel hierfür ist der Reis. Sephardische Juden sagen vor dem Essen von Reis den Segen für Mezonot (u.a. Kuchen). Aschkenazim dagegen betrachten den Reis als "She HaKol" (ein eher allgemeiner Segen). Nach dem Essen jedoch sind sich Aschkenazim und Sepharadim wieder einige und sagen "Boreh Nefashot" (allgemeinen Segen nach dem Essen).
Rabbi Akiva sagt in der Gemara Berachot 35a, dass es einer Person verboten ist, etwas zu essen ohne vorher einen Segen gesprochen zu haben.
Allgemein heisst es im Judentum, dass wer etwas ohne Segen zu sich nimmt, ein Dieb ist (siehe die Gemara in Berachot 35a / b).
Warum ein Dieb ?
Weil er etwas von G - tt stiehlt, ohne Ihm dafür gedankt zu haben. Genauso wie Adam und Chava (Eva) als sie vom Baum der Erkenntnis (Etz HaDaat) im Paradies aßen.
In der Kabbalah haben die Segen eine noch ganz andere Bedeutung, denn dort geht es um Reinkarnationen (siehe Shaar HaGilgulim von Rabbi Yitzchak Luria). Zu dem Thema werde ich mehr auf meinem Kabbalah - Blog erläutern. Aber vorerst nur soviel, dass es zu dem Thema noch weitere Interpretationen gibt.
Warum sagen Juden einen weiteren Segen nach dem Essen / Trinken ? Reicht ein Segen vorher nicht aus ?
Rabbi Mordechai Machlis hatte hierzu einmal einen treffenden Kommentar. Vor dem Essen sind wir hungrig oder durstig und würden alles sagen, nur um uns zu sättigen. Nach dem Essen aber ist es viel schwerer einen Segen zu sagen, denn wer denkt schon an G - tt, wenn er alles hat ? Zu oft wird nur an G - tt gedacht, wenn etwas fehlt.
Wer relig. wird, den trifft oft der Schlag, wenn er die Vielzahl der Segen sieht. Zuerst ist es sicher nervig, das alles neu zu erlernen und zu behalten. Ist die Frucht nun vom Baum oder aus der Erde, ist es überhaupt eine Frucht und wie verändert sich der Segen, wenn Obst oder Gemüse weiterverarbeitet bzw. gekocht werden ?
Wer soll da noch durchsteigen ?
Wer jedoch erst einmal mit dem Lernen beginnt, der gewöhnt sich unglaublich schnell daran und vergißt nach einiger Zeit nicht mehr, die Segen zu sagen.
Eine Liste für jegliches Essen und dessen erforderliche Segen:
http://brochot.tripod.com/foods/index.htm
Im Judentum haben wir die Halacha, vor und nach dem Essen einen Segen zu sagen.
Wer nicht gerade religiös aufwächst oder zum orthodoxen Judentum konvertiert, der wird ein Lied davon singen können, wie kompliziert es am Anfang sein kann, all die Segen auswendig zu lernen.
Aber nicht nur vor und nach dem Essen sagen wir Segen; genauso tun wir dies, vor einer Reise, nach einer überstandenen Krankheit oder Gefahr, bei Blitz und Donner, wenn 600.000 Juden zusammen an einem Ort sind, wenn wir duftende Pflanzen riechen, einen Regenbogen oder einen König sehen.
Die Anzahl der 600.000 Juden bezieht sich auf jene 600.000 Juden, die mit Moshe vor dem Berg Sinai standen. In allen anderen Segen, einschließlich der des Essens, erkennen wir G - ttes Größe an und das Er für alles auf der Welt zuständig ist.
An dieser Stelle möchte ich vorerst nur die Bedeutung der Segen vor und nach dem Essen / Trinken erwähnen. Nicht jeden einzelnen Segen und die entsprechende Halacha, denn jeder einzelne Segen ist ein eigenes Kapitel für sich.
Wir danken G - tt vor und nach dem Essen bzw. Trinken, weil wir damit anerkennen, dass Er uns die Nahrung gegeben hat. Viele werden meinen, dass wenn ich arbeite und Geld verdiene, ich mir selbstverständlich etwas zu Essen kaufen kann. Ist das dann nicht mein Verdienst ?
Im Judentum wird dies wieder einmal anders betrachtet, denn wer hat uns überhaupt erschaffen und wem haben wir unseren Job zu verdanken ? Vielleicht haben wir uns um die Stelle beworben und arbeiten, aber wem haben wir unsere körperliche Kraft zu verdanken ? Dass wir gesund sind, arbeiten und Geld verdienen können ? Und wer läßt das Getreide wachsen ?
Alles geht von G - tt aus und alles, was uns im Leben wiederfährt, wurde von Ihm bis ins kleinste Detail geplant. Selbst, welche Menschen wir während unseres Lebens treffen. Demzufolge bildet das Essen keine Ausnahme und wir danken G - tt vor und nach dem Essen, da wir nie etwas für Selbstverständlich im Leben nehmen sollten.
Die Mishna (mündl. Überlieferung G - ttes an Moshe am Berg Sinai) sowie die Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Traktat Berachot 35a ff. gehen detailliert auf die Bedeutung der verschiedenen Segen ein. Wir haben nicht nur einen gemeinsamen Segen vor und nach dem Essen, sondern mehrere unterschiedliche. Hierbei wird unterschieden, ob die Nahrung in der Erde wuchs, auf dem Baum oder sonstiger Herstellungsart war. Das Gleiche gilt für die Segen nach dem Essen. Zum Beispiel haben Gurken einen anderen Segen als Tomaten, beide haben aber den gleichen Segen nach dem Essen.
Brot hat einen anderen Segen als Kuchen (wobei es auf die Kuchenmenge ankommt). Nudeln sind ein Getreideprodukt und fallen somit unter den Segen der Kuchen. Weiterhin zu beachten sei, dass die sephardischen Juden ab und an einen anderen Segen haben als die aschkenazischen Juden. Berühmtes Beispiel hierfür ist der Reis. Sephardische Juden sagen vor dem Essen von Reis den Segen für Mezonot (u.a. Kuchen). Aschkenazim dagegen betrachten den Reis als "She HaKol" (ein eher allgemeiner Segen). Nach dem Essen jedoch sind sich Aschkenazim und Sepharadim wieder einige und sagen "Boreh Nefashot" (allgemeinen Segen nach dem Essen).
Rabbi Akiva sagt in der Gemara Berachot 35a, dass es einer Person verboten ist, etwas zu essen ohne vorher einen Segen gesprochen zu haben.
Allgemein heisst es im Judentum, dass wer etwas ohne Segen zu sich nimmt, ein Dieb ist (siehe die Gemara in Berachot 35a / b).
Warum ein Dieb ?
Weil er etwas von G - tt stiehlt, ohne Ihm dafür gedankt zu haben. Genauso wie Adam und Chava (Eva) als sie vom Baum der Erkenntnis (Etz HaDaat) im Paradies aßen.
In der Kabbalah haben die Segen eine noch ganz andere Bedeutung, denn dort geht es um Reinkarnationen (siehe Shaar HaGilgulim von Rabbi Yitzchak Luria). Zu dem Thema werde ich mehr auf meinem Kabbalah - Blog erläutern. Aber vorerst nur soviel, dass es zu dem Thema noch weitere Interpretationen gibt.
Warum sagen Juden einen weiteren Segen nach dem Essen / Trinken ? Reicht ein Segen vorher nicht aus ?
Rabbi Mordechai Machlis hatte hierzu einmal einen treffenden Kommentar. Vor dem Essen sind wir hungrig oder durstig und würden alles sagen, nur um uns zu sättigen. Nach dem Essen aber ist es viel schwerer einen Segen zu sagen, denn wer denkt schon an G - tt, wenn er alles hat ? Zu oft wird nur an G - tt gedacht, wenn etwas fehlt.
Wer relig. wird, den trifft oft der Schlag, wenn er die Vielzahl der Segen sieht. Zuerst ist es sicher nervig, das alles neu zu erlernen und zu behalten. Ist die Frucht nun vom Baum oder aus der Erde, ist es überhaupt eine Frucht und wie verändert sich der Segen, wenn Obst oder Gemüse weiterverarbeitet bzw. gekocht werden ?
Wer soll da noch durchsteigen ?
Wer jedoch erst einmal mit dem Lernen beginnt, der gewöhnt sich unglaublich schnell daran und vergißt nach einiger Zeit nicht mehr, die Segen zu sagen.
Eine Liste für jegliches Essen und dessen erforderliche Segen:
http://brochot.tripod.com/foods/index.htm
Donnerstag, September 06, 2007
Vorsicht bei Produkten von TNUVA und STRAUSS
B"H
Solange ich mich erinnern kann, gibt es ewig anhaltende Diskussionen um den groessten israelischen Milchproduktehersteller TNUVA. Ist Tnuva nun koscher oder nicht ? Reicht das Koscherzertifikat (Hechscher) vom Oberrabbinat (Kascher LeMehadrin) ueberhaupt aus ?
Vor einigen Jahren lud ein Chabad - Rabbiner uns in ein beliebtes Jerusalemer Restaurant ein. Als sich der Rabbi jedoch vorher telefonisch bei besagtem Restaurant nach dem Koscherzertifikat (Hechscher) erkundigte, wurde ihm mitgeteilt, dass es sich um ein Zertifikat des Oberrabbinates handelt: Kascher LeMehadrin.
Und ausserdem werde fuer die Herstellung der Pizza und Lasagne Tnuva - Milch verwendet. Der Rabbi wurde hellhoerig, denn Tnuva hatte zu der Zeit (1997) schon diverse Probleme mit Terumot und Maasrot (die halachisch vorgeschriebene Entfernung eines bestimmten Anteils von einer Ernte).
Nachdem ihm versichert worden war, dass die verwendeten Zutaten einer zusaetzlichen Kontrolle unterliegen, stimmte er schliesslich dem Besuch des Restaurants zu.
Auch wohnte ich zu der Zeit in einer haredischen (ultra - orthod.) Wohngegend und die Haredim riefen die dortige Bevoelkerung auf, keine Tnuva - Produkte an den zehn Tagen zwischen Rosh HaShana und Yom Kippur (Aseret Yamei Teshuva) zu verzehren. Gerade in diesen zehn Tagen sollte man sich hoechst religioes verhalten, da wir Juden am Yom Kippur gerichtet werden, und aus dem Grund auf zweifelhafte Lebensmittel verzichtet werden sollte.
Jetzt stellte sich heraus, dass alle Zweifel gegenueber Tnuva berechtigt waren. Allerdings ist alles noch viel schlimmer als zuvor angenommen.
Jahrelang verwendete Tnuva fuer die Herstellung bestimmter Produkte wie, z.B., den Yoplait - Joghurt "Chalav Nochri". Bei der Chalav Nochri handelt es sich um Milch, welche von Nichtjuden gemolken wurde. Diese Milch darf halachisch zwar verwertet werden, doch entspricht sie nicht dem Hechscher "Kascher LeMehadrin" des Rabbinates. Chalav Nochri bekommt ueberhaupt kein Zertifikat und normalerweise ist die Beigabe auf der Verpackung ausgewiesen.
Ohne Ankuendigung an den Maschgiach (Koscherexperten) des Rabbinates, mischte Tnuva "Chalav Nochri" mit koscherer Milch zusammen und fuehrte so das Rabbinat und die Verbraucher in die Irre. Das Unternehmen verkaufte unter einem Koscherzertifikat Produkte, welche dem Zertifikat nicht entsprachen.
Nun einigte man sich vor Gericht, dass ab 2008 alle Tnuva - Produkte koscher sein sollen und ohne jegliche Chalav Nochri hergestellt werden. Ausserdem muss ab 2008 die Verwendung von Chalav Nochri auf der Verpackung angegeben sein.
Ich kann jetzt verstehen, warum haredische Supermaerkte keine Tnuva - Produkte fuehren und ich selbst werde in Zukunft auf Tnuva verzichten. Wer will, der kann auf die TARA - Produkte umsteigen, welche ein Hechscher der Agudat Israel (Rabbi Eliyashiv und die chassidischen Gruppen Belz, Gur und Vishnitz) haben.
Ausser Tnuva hat ebenfalls die Konkurrenz bei STRAUSS genuegend Kaschrut - Probleme am Hals, denn auch dem beliebten Milky von Strauss wird die Verwendung von Chalav Nochri nachgesagt.
Vorsicht also beim Kauf dieser Produkte !!!
Allgemein ist das Oberrabbinat und dessen Hechscher "Kascher LeMehadrin" kein Garant fuer eine ausreichende Kaschrut. Die Maschgichim (Koscherexperten) des Rabbinates sind oft nachlaessig bei den Kontrollen und uebersehen leicht Restaurants oder Cafes, in denen Nichtjuden die Oefen anstellen. Die Sauberkeit einer Kueche / Fabrik wird so gut wie gar nicht kontrolliert.
Wesentlich anders gehen hier die Batei Din Zedek (Badatz) der Chassidim vor (Badatz Belz sowie Badatz der Edah HaCharedit).
Wer ganz sicher gehen will, der kaufe nur Produkte mit diesen zwei Hechscherim.
Solange ich mich erinnern kann, gibt es ewig anhaltende Diskussionen um den groessten israelischen Milchproduktehersteller TNUVA. Ist Tnuva nun koscher oder nicht ? Reicht das Koscherzertifikat (Hechscher) vom Oberrabbinat (Kascher LeMehadrin) ueberhaupt aus ?
Vor einigen Jahren lud ein Chabad - Rabbiner uns in ein beliebtes Jerusalemer Restaurant ein. Als sich der Rabbi jedoch vorher telefonisch bei besagtem Restaurant nach dem Koscherzertifikat (Hechscher) erkundigte, wurde ihm mitgeteilt, dass es sich um ein Zertifikat des Oberrabbinates handelt: Kascher LeMehadrin.
Und ausserdem werde fuer die Herstellung der Pizza und Lasagne Tnuva - Milch verwendet. Der Rabbi wurde hellhoerig, denn Tnuva hatte zu der Zeit (1997) schon diverse Probleme mit Terumot und Maasrot (die halachisch vorgeschriebene Entfernung eines bestimmten Anteils von einer Ernte).
Nachdem ihm versichert worden war, dass die verwendeten Zutaten einer zusaetzlichen Kontrolle unterliegen, stimmte er schliesslich dem Besuch des Restaurants zu.
Auch wohnte ich zu der Zeit in einer haredischen (ultra - orthod.) Wohngegend und die Haredim riefen die dortige Bevoelkerung auf, keine Tnuva - Produkte an den zehn Tagen zwischen Rosh HaShana und Yom Kippur (Aseret Yamei Teshuva) zu verzehren. Gerade in diesen zehn Tagen sollte man sich hoechst religioes verhalten, da wir Juden am Yom Kippur gerichtet werden, und aus dem Grund auf zweifelhafte Lebensmittel verzichtet werden sollte.
Jetzt stellte sich heraus, dass alle Zweifel gegenueber Tnuva berechtigt waren. Allerdings ist alles noch viel schlimmer als zuvor angenommen.
Jahrelang verwendete Tnuva fuer die Herstellung bestimmter Produkte wie, z.B., den Yoplait - Joghurt "Chalav Nochri". Bei der Chalav Nochri handelt es sich um Milch, welche von Nichtjuden gemolken wurde. Diese Milch darf halachisch zwar verwertet werden, doch entspricht sie nicht dem Hechscher "Kascher LeMehadrin" des Rabbinates. Chalav Nochri bekommt ueberhaupt kein Zertifikat und normalerweise ist die Beigabe auf der Verpackung ausgewiesen.
Ohne Ankuendigung an den Maschgiach (Koscherexperten) des Rabbinates, mischte Tnuva "Chalav Nochri" mit koscherer Milch zusammen und fuehrte so das Rabbinat und die Verbraucher in die Irre. Das Unternehmen verkaufte unter einem Koscherzertifikat Produkte, welche dem Zertifikat nicht entsprachen.
Nun einigte man sich vor Gericht, dass ab 2008 alle Tnuva - Produkte koscher sein sollen und ohne jegliche Chalav Nochri hergestellt werden. Ausserdem muss ab 2008 die Verwendung von Chalav Nochri auf der Verpackung angegeben sein.
Ich kann jetzt verstehen, warum haredische Supermaerkte keine Tnuva - Produkte fuehren und ich selbst werde in Zukunft auf Tnuva verzichten. Wer will, der kann auf die TARA - Produkte umsteigen, welche ein Hechscher der Agudat Israel (Rabbi Eliyashiv und die chassidischen Gruppen Belz, Gur und Vishnitz) haben.
Ausser Tnuva hat ebenfalls die Konkurrenz bei STRAUSS genuegend Kaschrut - Probleme am Hals, denn auch dem beliebten Milky von Strauss wird die Verwendung von Chalav Nochri nachgesagt.
Vorsicht also beim Kauf dieser Produkte !!!
Allgemein ist das Oberrabbinat und dessen Hechscher "Kascher LeMehadrin" kein Garant fuer eine ausreichende Kaschrut. Die Maschgichim (Koscherexperten) des Rabbinates sind oft nachlaessig bei den Kontrollen und uebersehen leicht Restaurants oder Cafes, in denen Nichtjuden die Oefen anstellen. Die Sauberkeit einer Kueche / Fabrik wird so gut wie gar nicht kontrolliert.
Wesentlich anders gehen hier die Batei Din Zedek (Badatz) der Chassidim vor (Badatz Belz sowie Badatz der Edah HaCharedit).
Wer ganz sicher gehen will, der kaufe nur Produkte mit diesen zwei Hechscherim.
Dienstag, September 04, 2007
Honigkuchen fuer das Neujahrsfest
B"H
6 Eiweiss
Eine halbe Tasse Zucker
Beides zusammen schaumig schlagen.
Ein Eigelb mit einer halben Tasse Honig vermischen und etwas Vanille dazugeben. Wer will, der kann noch ein wenig Zitronensaft hinzugefuegen.
Alles zusammen schaumig schlagen. Dann eine Tasse Mehl sowie das schaumig geschlagene Eiweiss mit dem Zucker hinzugeben.
Den Teig bei 180 Grad 20 - 30 Minuten lang backen.
Das Kuchenrezept ist von Moriah Miller, einer Mitarbeiterin in unserer Baeckerei.
Wuerde mich freuen, Eure Reaktionen zu hoeren. Ist der Kuchen zu essen oder nicht ?
6 Eiweiss
Eine halbe Tasse Zucker
Beides zusammen schaumig schlagen.
Ein Eigelb mit einer halben Tasse Honig vermischen und etwas Vanille dazugeben. Wer will, der kann noch ein wenig Zitronensaft hinzugefuegen.
Alles zusammen schaumig schlagen. Dann eine Tasse Mehl sowie das schaumig geschlagene Eiweiss mit dem Zucker hinzugeben.
Den Teig bei 180 Grad 20 - 30 Minuten lang backen.
Das Kuchenrezept ist von Moriah Miller, einer Mitarbeiterin in unserer Baeckerei.
Wuerde mich freuen, Eure Reaktionen zu hoeren. Ist der Kuchen zu essen oder nicht ?
Donnerstag, Februar 15, 2007
Backrezept fuer Purim - Hamantaschen
B"H
In wenigen Wochen ist Purim und ich schreibe jetzt schon einmal ein Rezept fuer die traditionellen Hamantaschen. Eines ist jedoch zu beachten: Als ich Shimon aus unserer Baeckerei nach einem Rezept fragte, war der schon voellig platt von der Arbeit und konnte sich nicht mehr an die genaue Mengenangabe fuer Familienportionen erinnern.
So gebe ich euch das Rezept fuer grosse Mengen und ihr muesst halt abschaetzen, wieviel ihr genau braucht.
1 kg Zucker
2 kg Margarine / Mazola
10 grosse Eier
1 Teeloeffel Vanille
Alles gut durchruehren und dann 3 kg Mehl hinzufuegen.
Fuellungen: Dattelcreme, Mohn, Kaese, Schokolade, Marmelade etc.
In wenigen Wochen ist Purim und ich schreibe jetzt schon einmal ein Rezept fuer die traditionellen Hamantaschen. Eines ist jedoch zu beachten: Als ich Shimon aus unserer Baeckerei nach einem Rezept fragte, war der schon voellig platt von der Arbeit und konnte sich nicht mehr an die genaue Mengenangabe fuer Familienportionen erinnern.
So gebe ich euch das Rezept fuer grosse Mengen und ihr muesst halt abschaetzen, wieviel ihr genau braucht.
1 kg Zucker
2 kg Margarine / Mazola
10 grosse Eier
1 Teeloeffel Vanille
Alles gut durchruehren und dann 3 kg Mehl hinzufuegen.
Fuellungen: Dattelcreme, Mohn, Kaese, Schokolade, Marmelade etc.
Abonnieren
Posts (Atom)





