B"H
Wer weiss wieviele Male schon zum Thema "Konversion zum Judentum" berichtet worden ist. Konstruktives und weniger Konstruktives. Einseitiges und Kontroverses.
Wer aber berichtet über sie ?
Damit mich niemand falsch versteht: Das Photo hat nichts mit Konversion zum Judentum zu tun, sondern ich nahm es nur als kleines Beispiel zur Veranschauung.
ES GIBT SIE, die Konvertiten zum Judentum, die vor strengen haredischen (ultra - orthodoxen) Batei Din (rabbinischen Gerichten) konvertieren. Beispiel: Bei der antizionistischen "Edah HaCharedit" von Jerusalem.
Schon mehrere Male traf ich in Mea Shearim auf Frauen, die entweder zum Judentum konvertiert waren oder geborene Jüdinnen, die sich für ein "extremes" relig. Leben entschieden. Ich sage hier EXTREM, denn als solches wird es oftmals nur vom Aussenstehenden gesehen, doch nicht vom "Betroffenen" selber. Bisher lernte ich zwei Frauen näher kennen, die konvertierten und sich für ein Leben in einer der Edah angeschlossenen Gruppen entschlossen. Muss man deswegen so herumlaufen ?
Warum tun sich die Frauen soetwas an, werden sicher einige Leser fragen.
Tun sich diese Frauen tatsächlich etwas an, wenn sie absolut den Regeln der Nachbarschaft nach so super anständig gekleidet sind ?
Warum tun sie das und was bewegt sie dazu es zu tun ? Wobei viele Frauen der jeweiligen chassidischen Gruppe nicht alle so herumlaufen.
Am vergangenen Purim besuchte ich die Feier der chassidischen Gruppe Kretchnif in Mea Shearim. Dort geschah es, dass plötzlich eine junge absolut anständig gekleidet Frau den Raum betrat. Ihr Haar war, neben der üblichen Kopfbedeckung, mit einem Tuch verhüllt. Ihr weiter Umhang reichte um ihren gesamten Körper.
Nein, nein, keine Burka - Frau, sondern jemand, wie ich schätze, der chassidischen Gruppe Shomrei Emunim. Die Kretchnifer Frauen waren erstaunt und starrten die Frau an. Nicht zuletzt, weil man sie im ersten Moment gar für eine Araberin hielt. Die fremde Frau jedoch blieb beständig und schaute dem Kretchnifer Rebben bei seiner Feier zu, ohne die umstehenden Frauen zu beachten.
Jene Frauen der Toldot Aharon oder der Shomrei Emunim, die sich freiwillig so kleiden und später zu den jeweiligen Gruppen stiessen, entschliessen sich nicht selten zu einem hohen Mass (Level) an Anstand. Eine Freundin sagte zu mir: "Ich bin nicht konvertiert, um hinterher alle Mitzwot wieder sausen zu lassen und in meine Jeans zu schlüpfen. Ich bin konvertiert, weil ich nach der Konversion ein relig. Leben haben will und zusehe, mich auf einen gewissen Level hinzubewegen".
Jeden Dienstag geht sie zu einer Rabbanit (Frau eines Rabbiners) um deren Vorträgen zu lauschen. Frauen gehören zu den Zuhörerinnen, die ihr Leben auf einen höheren Level bringen wollen und vor mehr als einem Jahr sprach diese Rabbanit von der Anstandsrolle der Frau und wie sich sich vervollkommnen kann. Indem sie mehr Anstand in ihr Heim bringt. Meine Freundin dachte nach und überlegte, was sie denn daheim ändern könnte. Sie entschloss sich dann, dass wenn am Schabbat Gäste zum Essen kommen, Männer und Frauen in getrennten Räumen sitzen zu lassen.
Freunde von mir in Mea Shearim halten diese Tradition, sobald Gäste anwesend sind. Man sitzt in zwei miteinander verbundenen Räumen. Aus Anstandsgründen. Schwer zu verstehen, aber man gewöhnt sich recht schnell daran.
Weiterhin die Kleidung. Die zweite Freundin will ich einmal zu ihren Beweggründen befragen, doch kam irgendwie noch nie dazu. Als ich am Montag die Frau bei Kretchnif sah, fiel mir alles wieder ein. Es gibt tatsächlich Konvertiten zum Judentum, die es mehr als nur ernst meinen und nach der Konversion nach ihrer eigenen privaten Perfektion streben, die sie im relig. Judentum sehen. Nicht nur in der Religion, sondern in der Familie und im Umgang. Auch zu sich selbst. Eine Flucht vor irgendetwas oder eine Schizophrenie sehe ich darin nicht.
Link: