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Samstag, Januar 07, 2012

Leserfrage: Erhält die EDAH HACHAREDIT Geldspenden ?

B”H 

Jemand googelte die Frage, ob Mea Shearims antizionistische Dachorganisation “Edah HaCharedit” von Geldspenden lebt. Die Antwort darauf lautet JA. 

Weder die Edah noch ihre Mitgliedergruppen nehmen Geld vom Staat Israel entgegen und sind deswegen finanziell ganz auf sich allein gestellt. Woher also kommt das Geld ? Ein großer Teil stammt von der reichen chassidischen Gruppe Satmar in New York. Ferner gibt es sehr viele wohlhabende religiöse Juden, die zwar kein Mitglied einer chassidischen Gruppe sind, doch trotzdem die Edah samt Anhängerschaft großzügig unterstützen. Hierzu zählen insbesondere reiche amerikanische sowie kanadische Juden. Fast alle religiös und selber Haredim.

Sonntag, November 20, 2011

Die EDAH HA'CHAREDIT warnt vor den "Taliban" Frauen


Die antizionistische Dachorganisation “Edah HaCharedit” warnt vor den sogenannten jüdischen “Taliban” Frauen.

Quelle: LaDa'at

B"H 

Manchmal wünschte ich, ich hätte Psychologie studiert und nicht BWL. Dann nämlich würde ich vielleicht verstehen, warum diverse Frauen dazu tendieren, sich Kulten (Hebräisch: כתות - Katot) anzuschliessen. Wie kann es sein, dass eine Frau ihre Freiheit aufgibt, nur um einem Sektenführer bzw. einer Ideologie zu folgen ? Vielleicht bin ich einfach zu unabhängig im Leben als dass ich derlei Frauen begreife.

Anmerkung: Meine hiesigen Ausführungen haben nichts mit der Thora oder dem religiösen Leben zu tun, sondern ich formuliere allgemein !

Wie kann eine Frau nur so dumm sein, sich, u.a., einem Daniel Ambash anzuschliessen ? Ein Beweggrund wäre vielleicht, dass die Frauen in einer finanziellen Notlage sind, einfach auf der Straße stehen und nicht wissen, wohin. Oder wie kommen Frauen plötzlichauf die Idee, sich wie unsere Vormütter Sarah, Rivka (Rebekka), Lea und Rachel zu kleiden ? Wobei ich mir sicher bin, dass sich keine der Vormütter a la "Taliban" Frau kleidete noch sich so extrem verhielt. Die heutigen jüdischen “Taliban” Frauen gehen noch nicht einmal in einen Laden, wenn sich gerade ein männlicher Kunde darin befindet.


Der weibliche Part einer "Taliban" Family in Beit Shemesh. 

Das jüdische Leben kann äußerst facettenreich sein und die Frage ist, wie mache ich einem Außenstehenden klar, wer oder was jüdische “Taliban” Frauen in Israel sind ? Dass sie sich “taliban”ähnlich kleiden. Mit dickem Schal, einer Burka oder sonstigen Körperbedeckungen. Handschuhe tragen sie auch, damit bloß niemand ein Stückchen Haut sieht, denn das ist für die “Taliban” Frauen unzüchtig. Anständig wollen sie sein und dem Vorbild der biblischen Vormütter folgen. Die Frauen legen sich selber strenge Lebensweisen auf, eben weil sie einen höheren Level erreichen wollen. Für sich selbst. 

Die Frauen gehören vorwiegend der chassidischen Gruppe Breslov an. Der Gruppe der Neureligiösen in Breslov und nicht den geborenen originalen Breslover Chassidim von Mea Shearim. Es sind Rabbiner wie Eliezer Berland (der vor kurzer Zeit geistig abdrehte und von einem Sohn weggesperrt wurde) sowie Berlands Spezi, Rabbi Shalom Arush, welche den “Taliban” Frauen den Freifahrtschein geben. Sie befürworten den Kult und eines muss ich immer wieder hervorheben: Berland, Arush und die “Taliban” Frauen haben NICHTS mit den original Chassidim von Breslov zu tun, sondern sind ein neureligiöser Kult !!! 

König David hätte sich über die Talibaninnen kaputt gelacht und selbst die Juden der Ersten und Zweiten Tempelperiode wären sicherlich recht verduzt gewesen, wenn da eine vermummte Gestalt aufgetaucht wäre. Man schaue nur auf die emanzipierte Gattin des talmudischen Rabbi Me’ir, die da den Juden Ratschläge gab und in der Religion bewandert war. Man schaue auf Raschis Töchter oder Dona Gracia.

Ich kenne haredische (ultra – orthodoxe) Akademikerinnen und Rechtsanwältinenn. Wenn G – tt einen Menschen mit einer bestimmten Gabe ausstattet, dann ist es die Aufgabe eben jenes Menschen, diese Gabe zu nutzen. Hat jemand die Begabung zu malen, dann soll er dies tun. Ist jemand sportlich begabt, kann photographieren, schreiben oder sonstiges, dann sollte er sich diesen Bereichen hingeben und mit seinem Können andere erfreuen. G – tt erschuf die Frauen nicht, damit sie allein daheim am Herd stehen oder sich in einen “Taliban” Dress werfen. G – tt will, dass wir leben !

Mir ist klar, dass nicht alle Frauen stark, sondern viele schwach sind. Sie haben nicht gelernt, ihr Leben zu meistern, noch erlernten sie einen Beruf. Aus welchen Gründen auch immer. Demnach gibt es Frauen, die eine Leitfigur in ihrem Leben suchen und dabei stossen sie häufig an die falschen Vorbilder und werden im Nachhinein ausgenutzt. Sekten (Kult) anhänger können sich abwenden und am Ende ist es meist der Sektenführer, der erbärmlich dasteht, denn er versuchte sein Sebstwertgefühl anhand von Schwächeren zu stärken.

Und was sagen jetzt eigentlich die “Taliban” Frauen ? Fragt jemand nach deren Meinung
Auf einem Blog fand ich ein paar Antworten. Offenbar gibt es innerhalb der "Taliban" Frauen – Bewegung ebenso gewaltige Unterschiede und nichts ist einfach so “talibanmässig” wie es aussieht. Einige Frauen sind fanatisch und halten sich an strenge Regeln; andere wiederum nehmen es eher gelassener und ihr Markenzeichen ist ein extra Schal, mit dem sie sich “verhüllen”. 

Wie bereits erwähnt, unterstützen die Neureligiösenrabbiner Berland und Arush den Kult. Hinzu kommt Rabbi Aharon Rumpler, vor dessen Beit Midrash (Lernzentrum) in Ge’ulah (Jerusalem) gestern abend eine haredische Demonstration stattfand. Circa 200 Leute waren dort und demonstrierten gegen den “Taliban” Kult. 


 Die gestrige Demo gegen die "Taliban" Frauen vor der Beit Midrash des Rabbi Aharon Rumpler.


Wer diesen Blog mitverfolgt weiss, dass ich Leute wie Berland und Arush eh gefressen habe, denn sie sind einzig und allein auf das Geld anderer Leute aus und wissen, wie man es denen aus der Tasche ziehen kann. 

Samstag, Oktober 29, 2011

Der Anstandswahnsinn von Bnei Brak

B”H 

In den letzten Jahren nahm der Anstandswahnsinn innerhalb einigen wenigen Teilen der haredischen (ultra – orthodoxen) Gesellschaft erheblich zu. Insbesondere bei ein paar kleinen litvisch – haredischen Gruppierungen wie der antizionistischen Neturei Karta (litvisch, da viele Mitglieder litvisch und nicht unbedingt chassidisch sind) sowohl als auch bei einigen chassidischen Gruppierungen. Von der kleinen Neturei Karta einmal abgesehen, deren Ziel es ist, ganz Mea Shearim (ultra – orthodoxer Stadtteil Jerusalems) sowie Bnei Brak (bei Tel Aviv) ihren idiotischen Stempel aufzudrücken und zu terrorisieren, bestehen ebenfalls seitens der antizionistischen Dachorganisation “Edah HaCharedit” diverse Erlässe gegen die unanständige Kleidung innerhalb der haredischen Gesellschaft. Wohlgemerkt, die Edah HaCharedit ist kein Teil der Neturei Karta und umgekehrt. Beide Gruppierungen agieren völlig unabhängig voneinander und die Edah will nicht unbedingt etwas mit der Neturei Karta zu tun haben noch mit ihr identifiziert werden. 

Grund für immer höhere Anstandslevel ist einzig und allein die eigene Politik, des “immer besser und frommer sein zu wollen als alle andere”. Eine Frau solle sich nicht eben mal so beim schnellen Gang zum Tante – Emma – Laden eine Kopfbedeckung überschmeissen und im Hausanzug Milch und Brot holen gehen. Auch der kurze Einkaufsgang setze voraus, dass eine Frau sich anständig kleidet und nicht im kunterbunten Hausanzug über die Straße haste. Bunte Farben ziehen die Augen der Männer auf sich und das soll gefälligst vermieden werden. 

Hier einige Anstandswarnungen an die haredischen Bewohner von Bnei Brak bei Tel Aviv:


An alle Bekleidungsgeschäfte: Unanständige Kleidung zu verkaufen ist wie mit unkoscherem Fleisch zu handeln !



Genug mit dem fehlenden haredischen Anstand ! damit wird auf jene haredischen Frauen hingewiesen, die teilweise zu kurze Röcke tragen oder sich in zu bunten Farben kleiden. Haredische Kleidung sollte aus dunklen unauffälligen Farben wie schwarz, grau oder dunkelblau bestehen. Dieser Graffiti ist allerdings schon einige Jahre in der Raschi Street zu sehen.



Selbst wenn eine Hausfrau nur eben mal schnell Brot oder Milch einkaufen geht, sollte sie anständig gekleidet sein und dem Anstandsmodel und Vormutter Rachel folgen.



Die Edah HaCharedit und der Satmarer Rebbe (Rebbe Aharon Teitelbaum, nehme ich an, denn Bnei Brak ist voll mit seinen Anhängern und nicht jenen seines Bruders und Konkurrenten, Rebbe Zalman Leib Teitelbaum: Unanständige Kleidung zu verkaufen kommt dem Verkauf unkoscheren Fleisches gleich !

Photos: Miriam Woelke

Mittwoch, Februar 23, 2011

Die Edah HaCharedit gegen falsche Konvertiten zum Judentum



B"H

Die dieswöchige Ausgabe der Zeitung der antizionistischen Edah HaCharedit "HaEdah" trägt die Schlagzeile: Das Haredische (Ultra - Orthodoxe) Judentum wird den Kampf gegen falsche Konversionen fortsetzen.   Den Hintergrund zur Schlagzeile findet Ihr HIER !

Die letzte News war, dass der ehemalige sephardische Oberrabbiner Ovadiah Yosef einen Deal mit der Regierung Netanyahu machte, er werde Armeekonversionen anerkennen. Die Entscheidung fiel eher aus politischen als aufgrund religiöser Gründe, denn Rabbi Yosef ist das Oberhaupt der sephardischen Knessetpartei SHASS und Koalitionspartner Netanyahus. 


Auf die Konversionsentscheidung hin hagelte es mehr als ausreichende Kritik seitens der aschkenazisch - haredischen (ultra – orthodoxen) Welt. Nicht nur von der Edah HaCharedit, sondern ebenso vom geistigen Führer der litvischen Haredim, Rabbi Yosef Shalom Eliyashiv. Die Edah samt Rabbi Eliyashiv planten sogar eine Demonstration gegen Rabbi Yosef, doch zu Beginn dieser Woche lenkte Rabbi Ovadiah Yosef ein und gab bekannt: Konvertiten zum Judentum innerhalb der israelischen Armee (meistens eingewanderte Russen), die zum Zeitpunkt der Konversion nicht die feste Absicht hatten, die Thoragesetze (Mitzwot) einzuhalten und ein jüdisches Leben zu führen, sind keine Juden trotz einem Konversionszertifikat !


Nur um es einmal klarzustellen: Ein Konversionszertifikat allein macht noch keinen Juden, sondern die Einhaltung der Mitzwot sowie ein aufrichtiges jüdisches Leben. Laut Talmud ist der Zeitpunkt der Konversion wichtig, denn dann muss die aufrichtige und ernsthafte Absicht bestanden haben, die Thoragesetze einzuhalten. Log sich der Konvertit durch das Beit Din (Rabbinisches Gericht) und behielt, u.a., seinen christlichen Glauben insgeheim bei, so ist die Konversion von vornherein ungültig trotz Zertifikat. Viele Konvertiten wollen entweder nur in Israel leben, praktizieren weiterhin ihr Christentum oder beides zusammen. Keiner von ihnen ist durch die Konversion richtiger Jude geworden, denn die Absicht war falsch und erlogen. Sie mögen ein Beit Din täuschen, doch G – tt läßt sich nicht belügen.

 

Links:


Halachisches zur Konversion zum Judentum

Was, wenn die Konversion zum Judentum anulliert wird ?


Warum immer gleich zum Judentum konvertieren ?

Sonntag, Oktober 10, 2010

Die "Edah HaCharedit" gegen diverse "Rabbanut - Konversionen"


B"H

Der Name eines Rabbiners wird auf einem aktuellen Pashkevili (Mitteilungsposter) der antizionistischen "Edah HaCharedit" (aus dem ultra - orthodoxen Mea Shearim / Jerusalem) sorgsam verzichtet, doch ist so manchem Betrachter klar, dass es sich hierbei um den sephardischen Oberrabbiner Shlomo Amar handelt.

Zumindest Teile des Jerusalemer Oberrabbinates (Rabbanut) ernennen immer mehr Konvertiten zu Juden, bei denen die halachische Form der Konversion zum Judentum in Frage gestellt wird. Zu Recht, denn einen nichtjüdischer Soldat in der israelischen Armee im Ruckzuck - Verfahren zu konvertieren, ist absolutes Chaos und der Soldat, solange dieser niemals die kleinste Intention zeigte, die Thoramitzwot erfüllen, kein Jude.

Eine Konversion zum Judentum muss orthodox erfolgen oder sie ist ungültig. Aber selbst die Orthodoxie kennt ihre halachischen Grenzen. Auch dies zu recht, denn immer mehr falsche Konvertiten versuchen im Judentum ihr Glück. Meist geht es hierbei um die Erlangung der israelischen Staatsbürgerschaft. Dies haben auch radikale Christen erkannt.


Die Halacha im Talmud Traktat Gerim besagt, dass nur der halachischer Jude ist, welcher im Moment der Mikweh (Ritualbad) die Absicht hatte, die Thoramitzwot einzuhalten. Der RAMBAM (Maimonides, 1135 - 1204) geht sogar noch einen deftigen Schritt weiter: Nur derjenige Konvertit ist wirklich Jude, welcher mindestens ein Jahr lang die Thoramitzwot einhielt.

Am vergangenen Schabbat brachte jemand das Thema auf und nannte ein Beispiel aus den USA. Dort war eine Frau mit dem konservativen Movement konvertiert. Eine Konversion, die, genau wie eine Reformkonversion, von der Orthodoxie nicht anerkannt wird. Die Frau jedoch nahm ihr Ritualbad nach der Konversion in einer orthodoxen Mikweh. Der orthodoxe Rabbiner des kleinen Ortes hatte dem zugestimmt.

Nach einiger Zeit zog die Frau nach Los Angeles um und wollte dort nochmals richtig orthodox konvertieren. Der orthodoxe Rabbiner fragte nach der Mikweh und nach den Fragen / Sätzen, welche der konservative Rabbiner nach der Mikweh sagte. Unglaublicherweise lief bei ihrer konservativen Konversion alles sorgsam halachisch ab. Auch die Sätze des Rabbis nach dem Ritualbad waren einwandfrei und die Frau musste für das orthodoxe Movement nicht noch einmal konvertieren. Im Endeffekt tat sie es dennoch, denn der konservative Rabbiner hatte ihr keinen jüdischen Namen a la "Sarah bat Avraham" oder "Esther bat Avraham" oder was auch immer gegeben.

All der Wirrwarr um die Konversionen in Israel jedoch führen seit einiger Zeit noch zu viel grösseren Verwirrungen. Insbesondere weil das Rabbanut viel zu lax mit den Kandidaten umgeht. Am Ende sind die Kandidaten keine halachischen Juden, aber mit einem Juden verheiratet. Dies wiederum kann Auswirkungen auf die Kinder haben und so kommt es noch zu viel mehr Chaos. Eine verbesserung beim Rabbanut ist noch nicht in Sicht. Andere Einrichtungen, wie die "Edah HaCharedit" hingegen sorgen viel eindringlicher vor.

Dienstag, Mai 25, 2010

Großdemonstration in Yaffo


B"H

Zusammen mit der antizionistischen Dachorganisation "Edah HaCharedit" rief die Chassidut Satmar (Jerusalem) am heutigen Dienstag zu einer Großdemonstration in Yaffo (bei Tel Aviv) auf. Leider kann ich selber an dem Event nicht teilnehmen, um darüber zu berichten, denn ich stecke bei der Arbeit in der Jerusalemer Bäckerei fest. Wer jedoch die Demoberichte auf dem israelisch - haredischen Radiokanal "Kol HaRamah" mitverfolgt, der erhält Berichte von haredischen (ultra - orthodoxen) Journalisten, welche von der Polizei verhaftet worden sind.
Verhaftet, aufgrunddessen, dass sie Haredim sind oder einfach nur filmten, wie die Polizei teilweise brutal gegen die haredischen Demonstranten vorging ? Wer vermag das aus der Ferne beurteilen ?

Seit Wochen wird in Jerusalem, in Aschkelon (dort herrscht mittlerweile Ruhe) sowie in Yaffo demonstriert. Der Grund sind antike Friedhöfe, welche wegen Bauarbeiten verlegt werden sollen. Dies ist halachisch möglich, doch kann das Ausgraben der Skelette nur unter Anleitung professioneller Rabbiner erfolgen. Die Regierung Netanyahu entschied sich gegen Halacha und Rabbiner und läßt die Knochen von Archäolgen ausgraben.

Lautete in Aschkelon noch die Begründung, es handele sich ja "nur" um nichtjüdische Gräber, so scheint die Lage in Yaffo eindeutig. Laut eines Journalisten des Radiosenders gab es in der Vergangenheit mehrmals Vorfälle, bei denen Archäologen Kreuze oder sonstige götzendienerische Symbole auf Gräber malten nur um zu beweisen, es handele sich nicht um jüdische Gräber. In Yaffo aber gebe es nichts zu fälschen, denn auf dem antiken Friedhof liegen Juden.

Netanyahu allerdings läßt sich davon wenig beeindrucken und will die Gräber in Yaffo ebenfalls wider jeder Halacha räumen. Und so kommt es heute wieder einmal zu einer wilden Demo am Hafen von Yaffo. Zu sehen gibt es nicht viel, denn die Polizei ist gerüstet und wird die Umgebung voraussichtlich weiträumig abriegeln.

Chassidim der Chassidut Satmar sowie der Toldot Aharon rollen heute aus Jerusalem an. Angeblich soll auch einer der führenden Edah Rabbiner, Rabbi Tuvia Weiss, demonstrieren. Leider weiss ich nicht, ob und wann genau er eintrifft.

Mehr Pashkevilim (Mitteilungsposter) HIER !

Dienstag, März 09, 2010

Mazzotbacken in Toldot Aharon

B"H

Viele chassidische Gruppen wie Satmar (die größte chassidische Gruppe der Welt) oder die Toldot Aharon verfügen über ihre eigenen Bäckereien. Dies schliesst ebenso das Backen der Mazzot für Pessach (Beginn: Ende März) mit ein.

Hier ein paar Photos vom Besuch des Oberhauptes der antizionistischen Dachorganization "Edah HaCharedit", Rabbi Moshe Sternbuch, zu Besuch in der Toldot Aharon Mazzebäckerei in Mea Shearim / Jerusalem.









Alle Photos gibt es HIER zu sehen !

Donnerstag, März 04, 2010

Es gibt sie

B"H

Wer weiss wieviele Male schon zum Thema "Konversion zum Judentum" berichtet worden ist. Konstruktives und weniger Konstruktives. Einseitiges und Kontroverses.

Wer aber berichtet über sie ?




Damit mich niemand falsch versteht: Das Photo hat nichts mit Konversion zum Judentum zu tun, sondern ich nahm es nur als kleines Beispiel zur Veranschauung.

ES GIBT SIE, die Konvertiten zum Judentum, die vor strengen haredischen (ultra - orthodoxen) Batei Din (rabbinischen Gerichten) konvertieren. Beispiel: Bei der antizionistischen "Edah HaCharedit" von Jerusalem.

Schon mehrere Male traf ich in Mea Shearim auf Frauen, die entweder zum Judentum konvertiert waren oder geborene Jüdinnen, die sich für ein "extremes" relig. Leben entschieden. Ich sage hier EXTREM, denn als solches wird es oftmals nur vom Aussenstehenden gesehen, doch nicht vom "Betroffenen" selber. Bisher lernte ich zwei Frauen näher kennen, die konvertierten und sich für ein Leben in einer der Edah angeschlossenen Gruppen entschlossen. Muss man deswegen so herumlaufen ?




Warum tun sich die Frauen soetwas an, werden sicher einige Leser fragen.

Tun sich diese Frauen tatsächlich etwas an, wenn sie absolut den Regeln der Nachbarschaft nach so super anständig gekleidet sind ?
Warum tun sie das und was bewegt sie dazu es zu tun ? Wobei viele Frauen der jeweiligen chassidischen Gruppe nicht alle so herumlaufen.

Am vergangenen Purim besuchte ich die Feier der chassidischen Gruppe Kretchnif in Mea Shearim. Dort geschah es, dass plötzlich eine junge absolut anständig gekleidet Frau den Raum betrat. Ihr Haar war, neben der üblichen Kopfbedeckung, mit einem Tuch verhüllt. Ihr weiter Umhang reichte um ihren gesamten Körper.

Nein, nein, keine Burka - Frau, sondern jemand, wie ich schätze, der chassidischen Gruppe Shomrei Emunim. Die Kretchnifer Frauen waren erstaunt und starrten die Frau an. Nicht zuletzt, weil man sie im ersten Moment gar für eine Araberin hielt. Die fremde Frau jedoch blieb beständig und schaute dem Kretchnifer Rebben bei seiner Feier zu, ohne die umstehenden Frauen zu beachten.

Jene Frauen der Toldot Aharon oder der Shomrei Emunim, die sich freiwillig so kleiden und später zu den jeweiligen Gruppen stiessen, entschliessen sich nicht selten zu einem hohen Mass (Level) an Anstand. Eine Freundin sagte zu mir: "Ich bin nicht konvertiert, um hinterher alle Mitzwot wieder sausen zu lassen und in meine Jeans zu schlüpfen. Ich bin konvertiert, weil ich nach der Konversion ein relig. Leben haben will und zusehe, mich auf einen gewissen Level hinzubewegen".

Jeden Dienstag geht sie zu einer Rabbanit (Frau eines Rabbiners) um deren Vorträgen zu lauschen. Frauen gehören zu den Zuhörerinnen, die ihr Leben auf einen höheren Level bringen wollen und vor mehr als einem Jahr sprach diese Rabbanit von der Anstandsrolle der Frau und wie sich sich vervollkommnen kann. Indem sie mehr Anstand in ihr Heim bringt. Meine Freundin dachte nach und überlegte, was sie denn daheim ändern könnte. Sie entschloss sich dann, dass wenn am Schabbat Gäste zum Essen kommen, Männer und Frauen in getrennten Räumen sitzen zu lassen.

Freunde von mir in Mea Shearim halten diese Tradition, sobald Gäste anwesend sind. Man sitzt in zwei miteinander verbundenen Räumen. Aus Anstandsgründen. Schwer zu verstehen, aber man gewöhnt sich recht schnell daran.

Weiterhin die Kleidung. Die zweite Freundin will ich einmal zu ihren Beweggründen befragen, doch kam irgendwie noch nie dazu. Als ich am Montag die Frau bei Kretchnif sah, fiel mir alles wieder ein. Es gibt tatsächlich Konvertiten zum Judentum, die es mehr als nur ernst meinen und nach der Konversion nach ihrer eigenen privaten Perfektion streben, die sie im relig. Judentum sehen. Nicht nur in der Religion, sondern in der Familie und im Umgang. Auch zu sich selbst. Eine Flucht vor irgendetwas oder eine Schizophrenie sehe ich darin nicht.


Link:

Dienstag, Dezember 15, 2009

Was haben Aschkenazim gegen das Koscherzertifikat der Sepharadim ?



Sephardisches Koscherzertifikat "Badatz Beit Yosef"

B"H

Es liegt schon ein paar Wochen zurück als mich jemand fragte, warum die Chassidut Belz das Koscherzertifikat (Hechscher) der sephardischen Juden (Badatz Beit Yosef) nicht anerkennt. Nicht nur Belz (die da ihr eigenes Hechscher "BADATZ BELZ") ausstellen, sondern ebenso wenig erkennt die aschkenazische Abteilung des israelischen Oberrabbinates (Rabbanut) das sephardische Beit Yosef an. uch die antizionistische aschkenazische "Edah HaCharedit" hat mit dem Beit Yosef nichts zu schaffen.

Ich weiss, das klingt alles total kompliziert und in Jerusalem wird nicht selten Politik mit den unterschiedlichen Zertifikaten betrieben. So zum Beispiel der Machtkampf zwischen dem Oberrabbinat sowie dem ehemaligen sephardischen Oberrabbiner Ovadiah Yosef, der da seinen Sohn als Oberrabbiner Jerusalems einschleusen will, um so zusätzlich mehr Anerkennung für sein "Beit Yosef" herbeizuführen.

Das sephardische "Beit Yosef" bezieht sich jedoch auf die Halachot des "Schulchan Aruch" - Autoren, Rabbi Yosef Karo, und nicht auf Rabbi Yosef selbst !

Was haben die Aschkenazim für ein Problem mit dem sephardischen Beit Yosef ?
Die Edah (Badatz Edah HaCharedit) sowie die Belzer schauen auf die Unterschied in der Auslegung diverser Halachot. So bestehen zwischen aschkenazischen Juden (Europa, USA, Russland, etc.) sowie den Sepharden (Kurden, Iraker, Iraner, Marokkaner, Algerier, Tunesier, etc.) wesentliche Unterschiede in der Interpretation zahlreicher Bräuche, Gebete und Halachot. Besonders in der Auffassung der Halachot, denn die Sepharden richten sich nach Rabbi Yosef Karo und die Aschkenazen nach dem RAMA !

Kaschrutunterschiede gibt es auf vielen Ebenen. So gehen die Sephardim wesentlich strenger mit ihren Sch'chitah (rituelles Schächten / Schlachten) um als Aschkenazim. Nicht, dass das Fleisch dadurch unkoscher wird; allgemein bestätigte mir ein Belzer Chassid, dass Fleisch sowie das gesamte "Beit Yosef" Hechscher wesentlich besser sei als das des Oberrabbinates (Kasher Le'Mehadrin), denn die Sepharadim gehen gewissenhafter mit dem Abchecken der Kaschrut (Koscherregeln) um. Das Rabbanut ist als fahr - und unzuverlässig verschrien. Zumindest in Jerusalem und viele Cafes (wie HILLEL) wechselten mittlerweile zum sephardischen "Beit Yosef" Hechscher über.

Unter anderem gehen die Sepharadim ebenso viel strenger mit ihren Kochregeln (Bischul) um. Ein Nichtjude darf bei ihnen am Kochprozess NICHT beteiligt sein, wohin gegen Aschkenazim einen Nichtjuden unter Aufsicht kochen, jedoch nicht den Herd anstellen lassen. Auch bei der Benutzung ihres Geschirrs durch einen nichtjüdischen Besucher tun sich viele Sepharadim schwer und lassen denjenigen oftmals lediglich Plastikgeschirr benutzen !

Es gibt sehr viele Unterschiede zwischen beiden Gruppen (siehe die Auslegungen der sephardischen Juden im den Buchern "Or Hamizrach").
"Beit Yosef" wird damit keinesfalls zum Aussatz oder zur zweiten Klasse, doch nehmen chassidische Aschkenazim ihre Bräuche und Interpretationen sehr ernst und halten somit ihre Traditionen aufrecht. Ein Belzer Chassid meinte zu mir, dass es dennoch vorteilhafter für mich sei, "Beit Yosef" zu benutzen als Produkte mit einem Rabbanut - Zertifikat.

Mehr Details auf Englisch bei "Jerusalem Kosher News" !

Montag, September 21, 2009

Pro & Contra "Getrennte Busse"

B"H

Wenn man gerade kein Thema zur Hand hat, dann lästern nationalrelig. sowie jüdisch - säkulere Blogs gerne über die Haredim (Ultra - Orthodoxe). Wenn ich so durch die Blogwelt schaue, fällt mir immer wieder auf, dass die Leute, die am lautesten Lästern und Schreien gar keine Haredim kennen. Noch nie hatten sie nähere Kontakte mit Jerusalemer Haredim und hier insbesondere jene Haredim, welche sich als Mitglieder der antizionistischen Dachorganisation "Edah HaCharedit" bezeichnen. Selbst bei der "Edah" kommen schon wenig bis gar keine Kenntnisse der Lästerer auf, denn das sind (so die Blogger) garantiert nur alles bekloppte Neturei Karta - Leute; jene, die den Staat Israel ablehnen sans-serif;">Warum gewisse Haredim den Staat Israel in seiner heutigen Form ablehnen interessiert die wenigstens der Blogger - Lästerer. Hauptsache drauf auf die Gesellschaft und seinen Hass versprühenEin immer wieder gerne präsentiertes Hass - Thema gegen die Haredim sind die "nach Geschlechtern getrennten Busse". Nicht nur in Jerusalem, sondern auch anderswo in haredischen Gebieten wie Bnei Brak (bei Tel Aviv), Beitar, Kiryat Sefer oder der haredische Teil von Beit Shemesh: Ramat Beit Shemesh.

Die wenigsten, die sich zu dem Thema auslassen sind tatsächlich Jerusalemer. Die Bewohner Jerusalems haben nämlich nicht allzu viel zu reklamieren. Über was auch ?
Wo gibt es getrennte Busse, in denen Mann und Frau getrennt sitzen ? Eine offizielle Trennung kennt die staatliche Busfirma Egged nur im Bus nach Bnei Brak. Der Linie 402. Und wenn mir die Trennung nicht passt, dann fahre ich mit den Linien 405 oder 480 nach Tel Aviv. Andere nach Geschlechtern getrennte Busse werden von privaten Busfirmen, wie, u.a., dem SUPERBUS, gestellt. Doch auch hier sind nicht alle Busse mir haredischen Fahrgästen tatsächlich nach Geschlechter getrennt. Nicht einmal der Bus von Jerusalem nach Beit ShemeshWas es gibt, sind inoffizielle Trennungen, bei denen die Frauen hinten und die Männer im vorderen Teil des Busses sitzen. Diese Busse aber bewegen sich fast ausschließlich in haredischen Gegenden, in welche eh keine anderen Fahrgäste unterwegs sind.


Sind die relig. Frauen wirklich so sehr gegen die Geschlechtertrennung im Bus ?"


Ich befragte mehrere Frauen und bekam erstaunliche Antworten präsentiert:


Ein Großteil der haredischen (ultra - orthodoxen) Frauen zieht die Trennung im Bus vor und betrachtet sie keineswegs als abwertend oder frauenfeindlich ! In Jerusalem setzten sich sogar mind. zwei Frauengruppen für eine Geschlechtertrennung im Bus ein: eine haredische sowohl als auch eine nationalrelig. Gruppe. Die Trennung hat durchaus den Vorteil, dass man als Frau nicht ständig von männlichen Fahrgästen angegafft wird. Ich erlebte es auch schon live mit, wenn Männer so taten als sei der Bus voll und im Gedrängel grabschten sie an den Frauen herum. Egal, ob Religöse oder nicht.

Ich bin nicht unbedingt ein Befürworter der Busse, die nach Geschlechtern getrennt durch einige Städte fahren oder auch nicht, doch sollte ein jeder Kritiker vor seiner Kritik die Fakten abwägen und nicht nur einfach mal eben auf Stimmungsmache gehen.

Mittwoch, Juli 29, 2009

"Bamba", "Osem" und der Zionismus

B"H

Wer in Israel kennt nicht das allseits beliebte BAMBA ?
Selbst ein nur wenige Monate altes Baby kennt schon sein liebstes Junk Food.

Neben dem regulären Bamba, produziert der Hersteller OSEM genauso ein Bamba, welches eine Schokoladenfüllung enthält.
Die antizionistische Dachorganisation "Edah HaCharedit" warnt nun sämtliche Haredim (Ultra - Orthodoxe) vor dem Kauf der mit Schokolade gefüllten Bamba, da oben auf der Verpackung ein blauer Streifen mit einer Aufschrift zum 60. Geburtstags Israels vorhanden ist ! Das Zeichen der Zionisten !

Siehe den blauen Streifen oben auf der Verpackung !

Nur nebenbei bemerkt, das schokoladengefüllten Bamba weist ein Hechscher (Koscherzertifikat) der Edah HaCharedit selbst auf und sind somit "mehr" als nur koscher. Dennoch wird vor dem Artikel wegen dessen "zionistischer Verpackung" gewarnt.

Die Kaschrut - Abteilung der Edah arbeite unabhängig von jener, welche den antizionistischen Bann ausstellte und somit ergibt sich deswegen weniger ein Widerspruch. Oder doch ?

Ich esse zwar Bamba; die Schokoladendinger habe ich jedenfalls noch nie gekauft. Wobei die "zionistische Verpackung" nicht der Grund war.

Poster (Pashkevilim) gegen das Bamba




Das reguläre BAMBA

Diese Nachricht wurde zuerst veröffentlicht von der haredischen Site KIKAR SHABBAT !

Sonntag, Juni 28, 2009

Ausschreitungen gehen weiter

Gestern in Mea Shearim
Photo: Walla


B"H

Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat öffnete am gestrigen Schabbat bereits um 7.00 Uhr früh das Parkhaus Karta am Jaffa - Tor. Drei Wochen zuvor als der Bürgermeister sich entschloss, das städtische Parkhaus am Safra Square kostenlos zu öffnen, um dem Touristmus am Schabbat Herr zu werden, kam es zu Demonstrationen und Ausschreitungen. Jene haredischen (ultra - orthodoxen) Richtungen, welche der antizionistischen Edah HaCharedit von Mea Shearim angehören, sehen es als eine Schande an, dass ausgerechnet der Bürgermeister der Heiligen Stadt besonders israelischen Touristen hilft, den Schabbat besser zu brechen, sprich sorglos mit dem Auto herumzufahren. Man stelle am Schabbat keine öffentlichen Parkhäuser zur Verfügung.

Nir Barkat wurde im vergangenen November nur Bürgermeister, weil der Gerrer Rebbe (Chassidut Gur) eine Privatfehde mit dem haredischen Bürgermeisterschaftskandidaten Me'ir Porush abzog und um sich an Porush zu rächen, stimmten die Gerrer Chassidim, sowie viele weitere (darunter auch Belz) für den säkuleren Barkat. Seither steht die Chassidut Gur bei der Edah HaCharedit sowie bei vielen haredischen Gruppierungen auf der Abschußliste. Besonders auch in diesen Tagen, denn mit einem Bürgermeister namens Me'ir Porush wäre das ganze Chaos um offene Parkhäuser am Schabbat niemals aufgetaucht.

Vor drei Wochen warfen die Haredim Steine auf die Polizei und danach war zwei Wochen lang Ruhe. Nir Barkat hatte entschieden, die Parkhäuser am Safra Square sowie Karta geschlossen zu halten. Mitte der vergangenen Woche hatte es Verhandlungen mit den Haredim gegeben und Barkat gab bekannt, dass er Safra geschlossen halte, dafür jedoch das einige Hundert Meter weiter entfernte Karta - Parkhaus am Schabbat öffne. Daraufhin kündigte die Edah HaCharedit ein gemeinsames öffentliches Gebet am Erev Schabbat (Freitag abend) in der Bar Ilan Street an. Mehr als 35,000 Menschen nahmen daran teil. Unter anderem wurden dort folgende chassidische Rebbes gesichtet: Der Rebbe der Toldot Aharon, der Rebbe der Chassidut Dushinsky, der Rebbe der Chassidut Karlin - Pinsk und viele weitere rabbinische Persönlichkeiten. Nach dem Gebet versuchten einige Haredim die Zufahrt zur Sderot Herzl, an der Stadteinfahrt, zu blockieren.

Am gestrigen Mozzaei Schabbat (Schabbatausklang), kam es zu einer Großdemonstration an der Kreuzung Shivtei Israel - HaNevi'im Street. Genau in Mitte zwischen Mea Shearim und dem Safra Square samt Rathaus. Beide Lokalitäten liegen nahe beieinander. Die Haredim warfen Steine, Flaschen und (faules ?) Obst. Sie versuchten, den Safra Square zu erreichen, was aber wiederum die Polizei mit Wasserwerfern verhinderte. Zuletzt hieß es in den Meldungen, dass 24 Haredim verhaftet worden seien. Ein sechsjähriges Kind war verletzt worden, ein 20 - jähriger war von einem Zaun gefallen und schwer verletzt worden. Die Polizei wies im letzten Fall jede Verantwortung von sich. Auf Seiten Polizei wurden vier Beamte verletzt.

In der säkuleren israelischen Presse kommt es nie richtig zur Sprache, doch auf haredischen Sites sah es anders aus. Viele Haredim bemängelten das äußerst brutale Vorgehen der Polizei. Die Polizisten jagten alles, was sich bewegte, selbst Passanten bekamen Prügel.

Ich selbst erlebte das vor ein paar Jahren einmal in der Jerusalemer Agrippas Street mit. Die mit Motorrädern ausgerüstete Polizeieinheit "Yassam" fuhr mitten in eine haredische Menge ohne Rücksicht auf Verluste. Ich fühlte mich als sei ich in dem Moment mit einer Zeitmaschine in Nazideutschland gelandet. Damals schritten die Passanten ein und schrien aufgebracht die Polizisten an, was ihnen einfiele, in die Haredim hineinzufahren.
Vor mehr als zwei Jahren fast das gleiche Bild als es zu einer Demonstration gegen ein Chabad - Konzert in der Jerusalemer Channah Street kam. Es versteht sich von selbst, dass auch Steinewerfen kein leichtes Delikt ist, doch mit Knüppeln um sich schlagen oder in Menschenmengen hineinfahren, ist keine richtige Reaktion und sorgt für neue Gewalt. Laut haredischen Meldungen, bekam die Polizei Rückendeckung (von Nir Barkat ?) ohne jegliche Gnade vorzugehen.

In dieser Woche soll es zu erneuten Verhandlungen zwischen der Edah HaCharedit und dem Bürgermeister kommen. Des Weiteren drohen der ehemalige sephardische Oberrabbiner Ovadiah Yosef, der Gerrer Rebbe, Rabbi Yaakov Aryeh Alter sowie auch das geistige Oberhaupt der litvischen Haredim, Rabbi Yosef Shalom Eliyashiv mit dem Abzug der haredischen Stadträte aus Barkats Koalition. Dies wiederum würde den Bürgermeister zu Fall bringen.

Zur gleichen Zeit demonstrierten auf dem Safra Square Vertreter der extremen Linkspartei Meretz für ein "freies Jerusalem" und gegen die Haredim. Meretz ist überall zu finden, wo es gegen die Religion und gegen Rechte geht.

Das Video beschreibt die Demos beider Seiten und entstand in einer Nachrichtensendung des israelischen TV von gestern abend.
Die Frau im Interview ist eine Russin und sie sagt, dass man nach Jerusalem kam und mit Leichtigkeit einen Parkplatz fand.
Eine etwas merkwürdige Situation, denn man hätte nicht gerade eine russische Neueinwanderin befragen sollen, da in Israel 80 - 90 % der Russen überhaupt keine halachischen Juden sind.
Was also hätte die Frau antworten sollen ?
Dass der Schabbat heilig ist und man ihn einhält ?



Dienstag, Juni 23, 2009

Spannungen

B"H

Das israelische Online Magazin YNET berichtet von neuen Drohungen gegenüber Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3735669,00.html



Zum säkuleren Barkat gibt es viel zu sagen; unter anderem, dass er im letzten November nur zum Bürgermeister gekrönt wurde, weil Israels größte chassidische Gruppe, die Gerrer (Gur) Chassidim, sich gegen den haredischen Gegenkandidaten Porush aussprachen und aus Trotz Nir Barkat wählten. Nicht nur Gur, sondern ebenso befahl der Belzer Rebbe seinen Chassidim für Barkat zu stimmen. Im gegenseitigen Einvernehmen mit Gur.
Kurz gesagt, es lief einen Gerre Fehde gegen den ultra - orthodoxen Gegenkandidaten Me'ir Porush, denn diesen betrachtet der Gerrer Rebbe als persönlichen Feind.

So kam ein säkulerer Bürgermeister nach dem relig. Uri Lupolianski und Gur erhoffte sich folglich einigen Einfluss. Schließlich war ja Barkat nun irgendwie verpflichtet. Doch Pustekuchen ! Nir Barkat macht, was er will und die antizionistische Dachorganisation "Edah HaCharedit" aus Mea Shearim lacht sich über Gur und Belz ins Fäustchen.

Immer noch ziehen die Demos um Barkats Freigabe des städtischen Parkhauses am Schabbat ihre Kreise und an diesem Schabbat wird es, allem Anschein nach, wieder knallen (zwischen der Edah und der "zionistischen" Polizei). Die Gay Parade steht am Donnerstag an und auch da werden Ausschreitungen auf haredischer Seite erwartet.

Und nun steht Nir Barkat auch schon neuer Ärger ins Haus. Erneut mit Gur, Belz und weiteren Mitgliedergruppen der in der Knesset vertretenen haredischen Partei "Yahadut HaTorah".

Worum geht es jetzt wieder ?

Am Sonntag gab Nir Barkat von sich, dass er sich einen ZIONISTISCHEN Oberrabbiner für Jerusalem wünsche. Im Klartext: Einen nationalrelig. Rabbiner und keinen haredischen !
Daraufhin drohten Mitglieder der Yahadut Hatorah dem Bürgermeister. Sollte es einen zionistischen Oberrabbiner Jerusalems geben, werden die Haredim folglich dessen halachische Beschlüsse boykottieren. Auch wird das Kaschrutzertifikat (Hechscher) eines solchen Rabbis nicht anerkannt werden.

All diese Forderungen und Themen haben eine unendlich lange Vorgeschichte und es ist keineswegs einfach, dies an dieser Stelle alles darzulegen. Deswegen sollte jeder, der weitere Fragen hat, diese stellen !

Bisher war mir absolut unbekannt, dass ein "städtisches Rabbinat" den Jerusalemer Oberrabbiner zu ernennen plant und nicht das allgemeine Oberrabbinat, welches mehrheitlich im Besitz der Haredim ist. Demnach besitzt Nir Barkat Entscheidungsgewalt.
Zweitens sei zu beachten, dass hier die "Yahadut HaTorah" droht und keineswegs jene chassidischen sowie litvishe - haredischen Gruppen, welche sich zu den Mitgliedern der Edah HaCharedit zählen. Haredi bedeutet nicht immer gleich Haredi und es ist bestimmt nicht leicht, alle Unterschiede auf einmal zu erfassen !

Die Mitgliedergruppen der Edah HaCharedit aus Mea Shearim (Satmar, Toldot Aharon, Dushinsky, Toldot Avraham Yitzchak, Teile Breslov, diverse litvish - haredische Gruppierungen, Chassidut Spinka und weitere) betrachten die Yahadut HaTorah mit Gur, Belz, Vishnitz sowie litvishen Haredim als "zionistisch" denn sie sind in der "zionistischen" Knesset des "Zionistenstaates" vertreten. Andererseits sind weder Gur noch Belz noch Vishnitz noch etc. zionistisch !!!

Wie das ?

Die Gruppierungen der Yahadut HaTorah sind keine Zionisten, doch glauben sie daran, den weltlichen Staat Israel in einem positiven relig. Sinne zu beeinflussen. Deswegen sitzen sie in der Knesset (mit 5 Sitzen).

Die Edah hingegen erkannte noch nie etwas an und stellte schon im Jahre 1921 ihre ersten eigenen Oberrabbiner, Rabbi Yosef Chaim Sonnenfeld, auf. Im Gegensatz zum damaligen Oberrabbinats des Britischen Mandats (Palästina), Rabbi Avraham Yitzchak haCohen Kook (ausgesprochen: Kuk). Bis heute erkennt die Edah die Kaschrut (Koscherzertifikate) des Oberrabbinates nicht an. Man ißt auch nichts von Belz, was wiederum einschlägige politische Gründe hat. Aus Rache ißt Belz auch nichts von der Edah !


Die Edah arbeitet nur auf einem Gebiet mit dem "zionistischen" Rabbanut (Oberrabbinat) zusammen und das ist im Bereich der Ausstellung von Geburts - sowie Heiratsurkunden. Hier kommt die Edah nicht um eine Zusammenarbeit herum, denn das Rabbanut besitzt die gesetzliche Oberhohheit.

Und nun kommt Nir Barkat mit seinem eigenen städtischen Rabbinat ins Spiel. Die Yahadut HaTorah droht halachische Beschlüsse eines eventuellen zionistischen Oberrabbiners zu boykottieren. Die Edah kümmert das alles nicht, denn sie leben eh ihr eigenes Leben.

Mir drängt sich allerdings die Frage auf, wieso Jerusalem einen Oberrabbiner braucht. Ohne ihn sind doch bisher alle gut gefahren. Wozu also das Geplänkel ? Und die Haredim halten sich sowie nicht an einen haredischen Oberrabbiner, da sie ja ihren eigenen Rebben haben. Und die Edah zieht ihr eigenes Ding ab.

Können die Leser noch folgen oder sind sie im Wust der Politlandschaft bzw. der Intrigen untergegangen ? Falls jemand nicht mehr nachkommt - keine Sorge, denn die wenigstens Israelis sind in der Lage, durch das Chaos noch durchzusteigen.

Sonntag, Juni 21, 2009

Führende Rabbiner gegen Gay Parade

B"H

An diesem Donnerstag soll im Jerusalemer Stadtzentrum die "Gay Parade" stattfinden. Führende Rabbiner sprechen sich dagegen aus !

Von rechts: Rabbi Yosef Shalom Eliyashiv, Rabbi Ovadiah Yosef sowie Rabbi Moshe Sternbuch von der antizionistischen Edah HaCharedit.

Links in schwarz werden zwei bereits verstorbene, aber zu Lebzeiten extreme Gegner der Parade genannt: Rabbi Moshe Halberstam sowie der erst kürzlich verstorbene Rabbi Me'ir Brandsdorfer. Beide waren Mitglieder der Edah HaCharedit in Jerusalem.



Donnerstag, Mai 14, 2009

Rabbi Me'ir Brandsdorfer ist tot

B"H

Mitte: Rabbi Me'ir Brandsdorfer


Vollkommen unerwartet verstarb in der letzten Nacht einer der bekanntesten und wichtigsten Rabbiner der antizionistischen Edah HaCharedit (Mea Shearim).
Rabbi Me'ir Brandsdorfer erlag einem Herzstillstand.

Mehr dazu hier:

http://chassidicstories.blogspot.com/2009/05/rabbi-meir-brandsdorfer-ist-tot.html

Persönlich traf ich den Rabbi nie, obwohl er mit Frauen kommunizierte. Allerdings sah ich ihn mehrere Male bei chassidischen Tisch sowie auf dem Heimweg von der Synagoge.

Sonntag, April 26, 2009

"Tag der Knochen" - Die israelische Unabhängigkeit

B"H

Am Dienstag abend und Mittwoch feiert Israel seinen 61. Unabhängigkeitstag. Fast jeder Israeli geht dann hinaus ins Freie, grillt oder unternimmt Ausflüge in die Natur.
Fast jeder Israeli, aber nicht alle !

Alljährlich kommen die üblichen Diskussionen auf, ob und warum zahlreiche Haredim in Jerusalems berühmten ultra - orthod. Stadtteil Mea Shearim, anderen haredischen Stadtteilen oder in Bnei Brak bei Tel Aviv den Unabhängigkeitstag ignorieren. Für viele haredische Richtungen ist es ganz einfach ein normaler Arbeitstag ohne Grund zum feiern. Vor allem Chabad, die Satmarer Chassidim sowie die Neturei Karta bezeichnen den Tag als "Tag der Knochen" und der Trauer. Die Bezeichnung "Tag der Knochen" ist ein hebräisches Wortspiel. Der Unabhängigkeitstag heißt übersetzt "Yom HaAzma'ut" und man hat ihn symbolisch in "Yom HaAzamot" umbenannt.

In Mea Shearim gibt es zwei große Gruppen, die den Staat Israel ablehnen: Die Neturei Karta sowie die Edah HaCharedit, eine Organisation bestehend vor allem aus Satmar, Toldot Aharon, Toldot Avraham Yitzchak, Spinka, Teilen Breslovs, Anhängern des Vilna Gaon sowie den Mischkenot HaRoim und Dushinsky. Die Neturei Karta in Mea Shearim besteht nur aus einigen wenigen Familien, welche meistens im und um Beit Hungarin (ein Hinterhof nahe Mea Shearim Street) leben. Ihre Blühtezeit erlebte sie in den fünfziger und sechziger Jahren zu Zeiten der Rabbis Amram Blau (Bloi) und Aharon Katzenellenbogen. Heute wie damals besitzt die Neturei Karta einiges an Einfluß auf die Edah. Nicht, dass sie dort selbst vertreten sind, sondern viel mehr durch die Satmarer Chassidim.

Israel könne nur wieder als eigenes Land gelten, wenn der Meschiach kommt, so die zwei Gruppen. Alles andere wie der heutige Staat Israel sei G - tteslästerung. Israel wird nicht mit weltlichen Gesetzen regiert, sondern folgend der Thora und der Halacha (dem jüd. Religionsgesetz). Außerdem werde nur im Israel des Meschiach die hebräische Sprache benutzt. Dies ist der Grund, warum heute viele chassidische Gruppen im Alltag fast nur auf Jiddisch kommunizieren.

Die Neturei Karta, Satmar, Toldot Aharon u.a. sind dafür bekannt, dass sie KEINE israel. Busse (Egged) benutzen. Sie verfügen über eigene Krankenkassen und VERWEIGERN die israel. Sozialhilfe. Finanziert werden sie vor allem von anderen Chassidim aus den USA.

Wer am Unabhängigkeitstag durch die Straßen Mea Shearims geht, der sieht keinerlei israel. Flaggen ausgehängt. Nichts deutet auf einen Feiertag hin. 200 Meter weiter, in der Jaffa Road, sind die Feiern in vollem Gange, doch am Kikar Schabbat, in Malchei Israel und Mea Shearim Street ist von all dem nichts zu spüren. Die Geschäfte sind geöffnet und man sieht Schulkinder aus der Schule kommen.

Viele Jahre lang feierte ich den Unabhängigkeitstag fast genauso wie alle anderen Israelis auch. Mittlerweile aber hat sich das gelegt, was auf zwei Gründen basiert: Erstens lernte ich zwischenzeitlich eine Menge über die Gründe des Antizionismus und zweitens stellt man sich nicht selten die Frage, was eigentlich in unserem Land vorgeht und ob wir auf alles so stolz sein können. Statt vor dem Feiertag abends in die Große Jerusalemer Synagoge zu gehen, Hallel zu sagen (Psalmen 113 - 118), die Rede des aschkenazischen Oberrabbiners zu hören und dem Chor zu lauschen, beschränke ich mich auf einige wenige Kulturveranstaltungen. Dabei, unter anderem, den kostenlosen Besuch des Israel Museums sowie einige Theatervorstellungen unter freiem Himmel.

Nach ihrer Vertreibung aus Gush Katif weigerten sich sogar viele Nationalreligiöse die Unabhängigkeit zu feiern. Dann kam Olermt und alles wurde noch fraglicher. Korruption und Linke. Ist Israel ein Land, in dem sich ein relig. Jude wohlfühlt ? Nun haben wir Bibi Netanyahu und ich gebe zu, dass er das kleinere Übel gegenüber Zipi Livni ist.

In diesem Sinne bin ich wohl kein überragender israelischer Patriot, dennoch bin ich froh, dass Juden ihr eigenes Land besitzen. Schon allein des ewig steigenden Antisemtismus im Ausland, wo Israel den idealen Zuflcuhtsort bildet.

Gestern nachmittag ging ich durch den ultra - orthodoxen Stadtteil Ge'ulah in Jerusalem und las einen aktuellen Fakshivili (Mitteilungsposter der Haredim). Was dort zu lesen war, sprach mir direkt aus der Seele:


Wieder begehen die Zionisten ihren Unabhängigkeitstag.
Worauf sind die stolz ?
Darauf, dass Männer und Frauen zusammen wie wild in der
Innenstadt tanzen ? (Am Zion Square findet eine riesige Party statt)
Auf eine korrupte Regierung, die außerdem christlichen Missionaren immer mehr Grundstücke zuspricht ?
Auf Juden, die ins Ausland reisen und dort nichtjüdische Partner treffen und heiraten ? Und danach schlimmstenfalls mit nach Israel importieren.
Was für ein jüdisches Land soll das sein ?



Der Inhalt des Fakshivili hat Recht. Insbesondere die Netanyahu - Regierung nimmt immer mehr Spendengelder in Millionenhöhe von verschiedenen christlichen Gruppierungen (z.B. die fanatischen Evangelisten aus den Staaten - "Southern Baptist Convention") an. Ziel der Evangelisten ist es, sämtliche Juden nach Israel zu holen, sie dort zum Christentum zu bekehren und somit ein zweites Kommen des falschen Meschiach J. einzuleiten.

Heutzutage werden christliche Prominente geradezu hofiert. Ein Ding der Unmöglichkeit noch zu
Zeiten der Regierung eines Menachem Begin. Im nächsten Monat kommt der Papst auf
Besuch und einige Rabbiner des Oberrabbinates (Rabbanut) scheinen sich darum zu drängeln, wer dem ehemaligen Hitlerjungen und Kriegshelfer die Hand schütteln darf. G - tt sei Dank lassen sich weder Rabbi Eliyashiv noch irgendwelche chassidischen Rebbes auf derlei widerliche Aktionen ein.

Tausende junger Israel reisen alljährlich in den Fernen Osten, nach Europa oder Südamerika.
Unterwegs treffen sich nichtjüdische Freundinnen, die sie heiraten und schlimmstenfalls mit nach Israel importieren. Deutsche, Inderinnen, Chinesinnen, Russinen, Südamerikanerinnen, mitterweile läuft hier im Land alles herum und meint auch noch, Forderungen stellen zu können. Gehören solche "eingeheirateten" Nichtjuden nach Israel ? Anstatt dass sich viele Juden im eigenen Land und in
der eigenen Religion umschauen, suchen sie woanders und wenn es dann passiert,
ist der Aufschrei der Eltern groß. Instead of checking out they should start checking into Judaism.

In Israel laufen unzählige nichtjüdische Kinder aus derlei gemischten Eheverhältnissen herum. Vater Jude, Mutter nicht. Ergo, das Kind ist kein Jude und der Vater als Jude steht plötzlich mitNichtjuden da. In welchem Land leben wir eigentlich ? Ist es das, was G - tt von uns will ?

Obwohl berühmte Rabbiner wie der Ramban (Nachmanides) es als eine Mitzwah betrachten, in Eretz Israel zu leben, gehören derlei Beziehungen alles andere als zu einer Mitzwah. Ganz im Gegenteil, denn sie zerstören das jüdische Volk und in dieser Hinsicht mag ich nicht so recht an den Unabhängigkeitstag glauben. Neben einem Nichtjuden stehen und Flagge halten ?

Nationalrelig. und die christlichen Spenden

THANK YOU


Mittwoch, März 25, 2009

"Birkat HaChama" vor 28 Jahren

B"H

Definition des "Birkat HaChama - Segen der Sonne"


Birkat HaChama in Lubawitsch (Chabad) (1981)





Mit Rabbi Eliezer Yehudah Finkel von der berühmten litvischen MIR Yeshiva


Mit der Edah HaCharedit in Mea Shearim



Mittwoch, Februar 04, 2009

"Wählen verboten !" - Die Antizionisten und die Knessetwahlen

Kongress der Edah HaCharedit, einer Vereinigung, bei welcher die Neturei Karta KEIN Mitglied ist !

B"H

Einer der ultra – orthod. Stadtteile Jerusalems, Mea Shearim, hängt voll Plakate (Fakshivilim) der antizionistischen Dachorganisation "Edah HaCHaredit". Auf den Plakaten ruft die Edah ihre Mitgliederschaft wie die Toldot Aharon Chassidim, Spinka, Toldot Avraham Yitzchak, die Mishkenot HaRoim, Satmar, Teile Breslovs sowie viele livische Haredim, zum Wahlboykott der in der kommenden Woche stattfindenden Knessetwahlen auf.

Man habe mit dem zionistischen Staat nichts zu tun, die Knessetabgeordneten seien eh säkuler und überhaupt gelten die Thora – und keine weltlichen Gesetze aus der Knesset. Chassidim anderer Gruppen sowie die Mehrheit der litvischen Haredim hingegen nehmen an den Knessetwahlen am 10. Februar teil.


Link:

Sehnsucht nach der Vergangenheit - Ansichten der Neturei Karta

Sonntag, Februar 01, 2009

Immer mehr Geschlechtertrennungen

B"H

Obwohl nicht offiziell und allzu sichtbar, die Geschlechtertrennung in der haredischen (ultra - orthod.) Gesellschaft schreitet unentwegt fort.

Heute in einer Woche feiern wir das Neujahrsfest der Bäume "Tu be'Shevat" und an dem Tag ist es Tradition, diverse Früchte zu verzehren. In Israel werden dazu zusätzlich besonders gerne getrocknete Früchte genauso wie Nüsse, Sonnenblumenkerne, etc. serviert. Obststände sowie die überall anzutreffenden "Pizuchim" - Läden (Kerne, Nüsse, etc. aller Art samt getrockneter Früchte) haben Hochkonjunktur und die Preise jagen zum Fest ebenso in die Höhe.

Aber wer hätte bei all dem Trubel auch noch an den Anstand gedacht ?
Der Laden "Pizuche'i Mizrachi" im Jerusalemer Stadtteil Bucharim (am ultra - orthod. Ge'ulah gelegen) hat. Und wie, denn in den Tagen vor dem "Tu be'Shevat" beabsichtigt man bei Mizrachi eine Geschlechtertrennung von Männlein und Weiblein zu praktizieren. Männer kaufen auf der einen Seite ein und Frauen auf der anderen. So bleibt auch alles schön anständig und niemand kommt auf abartige Gedanken.

Mizrachi führt das Koscherzertifikat der anti - zionistischen Edah HaCharedit aus Mea Shearim und insgesamt fällt es in der Gegend immer mehr auf, dass viele Läden nur noch Kundschaft in anständiger Kleidung (sprich Frauen im langen Rock und langen Ärmeln und Männer in langen Hosen und ebenfalls langen Ärmeln) einlassen.

Das langsam schleichende Movement der Geschlechtertrennung wirkt zumindest auf mich recht besorgniserregend. Nicht, dass man sich sonstwie anzieht oder benimmt, doch den Anstand zu übertreiben braucht man nun auch wieder nicht. Jedenfalls nicht talibanartig.




Schon lange nicht mehr ausreichend. Die Trennwand (Mechitzah) in der Synagoge.

Sonntag, Oktober 12, 2008

Der Lulav und die Frau

B"H

Am Montag abend (morgen) beginnt das Laubhüttenfest Sukkot, welches in Israel acht Tage und in der Diaspora neun Tage lang gefeiert wird. Für Sukkot benötigt man nicht nur die obligatorische Laubhütte (die Sukkah), sondern auch einen Lulav, den es während des Festes zu Schütteln gilt.

Der Lulav ist ein biblisches Gebot und setzt sich aus einem Palmenzweig, Myrtlezweige sowie Weidenzweige zusammen. All die Zweige werden zusammengebunden und ergeben den Lulav. Dazu gehören tut selbstverständlich auch der gelbe Etrog, eine Zitrusfrucht. Den Etrog hält man allerdings separat in der Hand und beum Schütteln selbst wird er an den Lulav gedrückt.

Der Lulav wird an allen Tagen des Sukkot - Festes, außer am Schabbat, in alle sechs Himmelrichtungen geschüttelt, was zugleich G - ttes Präsenz symbolisiert. Kommentatoren räumen dem Lulav unterschiedliche Bedeutungen ein und insbesondere in der Kabbalah spielt er eine immense Rolle.

Noch am selben Abend des Yom Kippur Ausgangs ist es Tradition, den Bau der Sukkah (Laubhütte) zu beginnen. Es ist jedesmal ein großartiges Erlebnis, in eine Sukkah zu gehen. Der Eine hat es gerne traditionell und hängt Bilder von Jerusalem oder berühmten Rabbis in der Sukkah auf und der andere besteht auf Luxus. Ganz nach Belieben. Bunte Girlanden sind heutzutage schon fast ein Muss und sie werden überall angeboten. Teure, billige, was das Herz begehrt. Am besten gefallen mir immer noch jene Selbstgebastelten der Kinder.

Überall wird gehämmert und gewerkelt. Der Sukkahbau wird bis ins kleinste Detail geplant, muss doch eine Laubhütte auch koscher sein. Eine bestimmte Höhe, eine bestimmte Anzahl von Wänden, etc. Bis Mittwoch werden Tausende israelische Haushalte ihre Wohnungseinrichtung in die Sukkah tragen und sie stolz den Besuchern präsentieren. Wer keinen eigenen Balkon hat, auf den er die Sukkah plazieren kann, der baut sie draussen im Hof vor oder hinter dem Haus auf. Nicht jeder besitzt sein eigenes Haus und so wird im Gemeinschaftshof zusammengerückt. Sukkah neben Sukkah und es leben die Nachbarn, die jegliche Gespräche in der Sukkah nebenan absichtlich oder unabsichtlich mit anhören.

Einer ganz besonderen Bedeutung kommt der Lulav zu. In Jerusalem gibt es momentan fast an jeder Ecke Lulav - Märkte, wo für jeden Geldbeutel etwas dabei ist. Auch hier müssen ein Lulav und der dazugehörige Etrog koscher sein. Und damit man nur das Beste für sein Geld bekommt, wird schon einmal mit der mitgebrachten Lupe nach Rissen in den Blättern gesucht. Besonders berühmt sind die Lulav - Märkte im ultra - orthod. Mea Shearim. Vom grossen Supnik - Platz vor der Knabenschule der chassidischen Gruppe Dushinsky bis hin zu einem Platz an der Bar Ilan Strasse liegen die Märkte verstreut. Auf dem Supnik allerdings gelten eigene Regeln, denn dort dürfen nur Mitglieder der antizionistischen Dachvereinigung "Edah HaCharedit" ihren Lulav kaufen gehen. Eintritt nur nach Vorzeigen des Edah - Ausweises !

Emsig suchen die Haredim (ultra - orthod. Juden) mit Lupen die Blätter und den Etrog (Zitrus) ab. Ein ganz besonderes Schauspiel, bei dem Frauen nicht zugelassen sind. Jedenfalls nicht auf den Märkten der Ultra - Orthodoxen. Sogar Verbotsschilder hängen aus, welche Frauen den Zutritt ausdrücklich untersagen. Übrigens darf eine Frau den Lulav an Sukkot genauso schütteln und hierbei gibt es keinerlei Beschränkungen. Nur kaufen darf sie ihn nicht, jedenfalls nicht auf Haredi - Märkten.

Einmal bei solch einem Markt angekommen, schaue ich dem Treiben gern aus der Ferne zu. Es wird inspiziert, gefeilscht und diskutiert. Nur keinen unkoscheren Lulav kaufen, denn sonst ist die Mitzwa (Ausführung des Thoragebotes) dahin. Um den allerbesten Etrog zu bekommen, kommt es nicht selten vor das schon einmal mehrere Hundert Dollar über den Ladentisch gehen. Wer also an Sukkot Männer mit seltsamen langen durchsichtigen Plastiktaschen durch die Wohnviertel laufen sieht, der braucht sich nicht zu wundern. Damit der Lulav an den Feiertagen nicht beschädigt wird, wird er nach dem Schüttel während des Morgengebetes Shacharit in eben jene Plastikhüllen gesteckt. Für den Etrog (Zitrus) gibt es eine extra Schachtel. Wenn der Mann einmal unpässlich sein sollte, darf auch eine Frau das Lulav - Täschchen halten. Sogar bei den ultra - orthod. Haredim.


Der Lulav mit dem Etrog (der Zitrusfrucht)