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Montag, September 24, 2012

Yom Kippur: "Everyone Falls"


Courtesy of Aish.com
B"H 

Am morgigen Spätnachmittag (Dienstag) beginnt der höchste jüdische Feiertag Yom Kippur. Ein Tag, an welchem G – tt jeden einzelnen Juden auf ein weiteres Jahr richtet. Ein sehr ernster Tag, an dem wir 25 Stunden lang fasten, wir die meisten Stunden bei sehr langen Synagogeng – ttesdiensten verbringen und nach dem letzten Service, dem Ne'ilah, sicher sind, dass G – tt uns unsere Vergehen verziehen hat. 

Nach dem Schofarklang (Widderhorn), nach 18.06 Uhr, am Mittwoch abend sind wir alle froh, endlich unser neues Jahr offiziell zu beginnen und endlich wieder essen und trinken zu dürfen. Obwohl fast ein Jeder von uns am Yom Kippur selbst oft herumwankt und sich nach etwas zu Trinken sehnt ... ist erst einmal alles vorbei ist, sind wir froh und stolz, den Fastentag eingehalten zu haben. 

Der Yom Kippur ist vorwiegend zum Beten da. Wir sollen unsere Vergehen einsehen und Besserung geloben. 

Besserung geloben ? Wissen wir denn nicht, dass wir nach einiger Zeit erneut Gefahr laufen, vieles falsch zu machen bzw. in unseren alten Trott zurückfallen ? 

Ja, das wissen wir und das weiss auch G – tt. Jeder Jude kippt irgendwann wieder um, doch wir dürfen nie vergessen, uns aus dem Schlamassel zu befreien und wieder aufzustehen. Diesmal gestärkter und vielleicht weniger anfällig für ein Vergehen als vorher. Wir alle sind imperfekt und G – tt ist sich dessen im klaren. Was wir am Yom Kippur jedoch tun sollen, ist ernsthaft bereuen und Besserung geloben. G – tt schaut auf genau diesen Moment, in welchem wir vorhaben, in Zukunft alles besser zu machen. Die ernsthafte Absicht zählt hierbei und nach dieser werden wir am Yom Kippur gerichtet.

Freitag, September 21, 2012

Parashat Vayelech & Der TESHUVA DRUCK


Rituelles Händewaschen vor der Kotel (Klagemauer)

Photo: Miriam Woelke

B"H

In wenigen Tagen begeht die jüdische Welt ihren höchsten Feiertag YOM KIPPUR (Versöhnungstag). Den Tag, an welchem Moshe mit dem zweiten paar Gesetzestafeln vom Berg Sinai zurückkehrte und G – tt den Juden das Vergehen mit dem Goldenen Kabl verziehen hatte. Genau so wie die Juden damals, bitten wir bis heute G – tt um die Vergebung unserer Vergehen und hoffen gleichzeitig, dass Er uns auf ein weiteres neues Jahr gnadenvoll richten tut.

Demnach dreht sich vor dem Yom Kippur und in diesen Tagen zuvor alles um die Teshuva (Umkehr zu G – tt). Wir sollen unsere Vergehen aufrichtig bereuen und versuchen, in Zukunft alles besser zu machen. Was aber geht tatsächlich in uns vor ? Ich jedenfalls kriege die Panik, wenn ich dieser Tage das Wort TESHUVA auch nur höre, denn für mich symbolisiert gerade jetzt das Wort einen riesigen Berg an Thoragesetzen und Vorschriften, welche es einzuhalten gilt. Ein Berg so hoch, dass man hinaufschaut und unter der Last gleich wieder aufgibt. Man beginnt sich einzureden, dass das eh alles keinen Sinn habe und die Teshuva eh nicht zu schaffen sei. Wieso dann überhaupt erst starten ?

Gestern abend war ich bei einem Schiur (relig. Vortrag), wo ein Rabbiner zum Thema TESHUVA und YOM KIPPUR sprach. Teshuva, Teshuva, Teshuva und die wenigen Anwesenden (der Fastentag ZOM GEDALYIAH war gerade zuende gegangen und die meisten Leute befanden sich daheim beim Essen) schauten den Rabbiner ratlos an. All die ganze Teshuva und ob das denn jetzt so furchtbar perfekt durchgezogen werden muss ? Klar, hofften wir alle darauf, dass der Rabbi mit NEIN antworte.

Zwar sagte er nicht NEIN, trotzdem bereitete er uns Hoffnung.
Teshuva bedeutet nicht, dass ich so mir nichts dir nichts mein Leben total umkrempele und nur noch auf heilig mache. Was Teshuva dagegen bedeutet, ist in sich zu kehren und nachzudenken, wo ich stehe und wie ich mir die Zukunft vorstelle. Wo bin ich heute und wo will ich in einem Jahr sein ? Nicht, dass jemand drauflos fuhrwerkt und alle Thoragesetze auf einmal einhalten will. Wer das tut, der steht am Ende mit gar nichts da, denn die meisten der so Handelnden geben nach ein paar Wochen oder Monaten erschöpft auf.

Man setze sich hin, versuche nicht die Welt zu verändern oder auf seinen Nachbarn zu schauen, sondern beginne im kleinen Rahmen. Nämlich bei sich selbst. Jeder nach seinem gegebenen Potenzial. Nicht immer muss alles in riesigen, ach so perfekten Schritten verlaufen, sondern hier geht es eher um kleine Veränderungen in eine positive Richtung. Wie werde ich zu einem besseren Menschen ?

Als der Rabbi dies erklärte, wirkte die Teshuva plötzlich nicht mehr wie ein unüberbrückbares Hindernis. Hoffnung kam auf, dass auch wir es schaffen können. Vielleicht nichts riesig Perfektes, dafür aber ein paar kleine Schritte in Richtung Zukunft.

Die dieswöchige Thoralesung (Parasha) VAYELECH berichtet uns, wie Moshe sich, wenige Stunden vor seinem Tod, von den Israeliten verabschiedete. G – tt war Seinen Bund mit den Juden eingegangen und versprach ihnen das Land Israel. 

In diesem Jahr begehen wir den Yom Kippur unter einem schweren Stern. Gerade dann, in der kommenden Woche, wird der iranische Diktator Achmadinejad vor der UN – Vollversammlung sprechen. Ausgerechnet am Yom Kippur. 

Wird es Krieg geben oder bleibt alles friedlich ? Noch niemals sah zum jüdischen Neujahrsfest und Yom Kippur die Situation im Nahen Osten derart brenzlig aus. Nicht nur im Bezug auf den Iran, sondern ebenso wegen der Muslimischen Bruderschaft in Syrien und Ägypten sowie der Hizbollah – Bedrohung aus dem Libanon. 

In Kohelet, welches wir an Sukkot (Laubhüttenfest fünf Tage nach Yom Kippur) lesen heisst es, dass es eine Zeit zum Frieden und eine Zeit für Krieg gibt. Welche Zeit legt G – tt für uns in diesen Tagen fest ? 

Als die Israeliten nach Israel einzogen, erhielten sie das Land nicht, weil sie so supertolle Juden waren. Vielmehr gab G – tt das Land den Juden, aufgrund des Versprechen an die Vorväter. 

Wo stehen wir heute ? Hoffentlich entscheidet G – tt, dass wir unserer Vorväter würdig erscheinen und wir somit im Land verbleiben bis Meshiach kommt.

Sonntag, August 26, 2012

Der Ursprung der Teschuwa (Umkehr zu G – tt)


Photo: Miriam Woelke
B"H

In kaum einem Monat hören wir so viel von der TESCHUWA (Umkehr zu G – tt) wie in den Tagen vor Rosh Hashana, Yom Kippur und Sukkot (Laubhüttenfest). Ohne die Teschuwa könnten weder die Erde noch wir existieren.

In der Kabbalah ist häufig von den Welten, die G – tt in Seinen Gedanken vor unserem Universum erschuf, die Rede. Nicht, dass diese Welten tatsächlich existierten, sondern vorweglich handelt es sich bei diesem kabbalistischen Konzept um den symbolischen Ausdruck von dem Willen G - ttes, das Universum zu erschaffen. Die Kabbalah listet uns G – ttes Erschaffungsprozess anhand einer Symbolsprache auf.

Wenn ich also an dieser Stelle von den "Gedanken G – ttes" rede, dann bedeutet dies nicht, dass ein perfektes und in unendlicher Form existierendes Wesen wie G – tt Gedanken besitzt. Jedenfalls nicht in der Form, in welcher wir uns eine Gedankenwelt vorstellen. Am Anfang mag G – ttes Absicht darin bestanden haben, etwas Perfektes zu erschaffen und genau dies fand am Ende nicht statt. Hätte G – tt eine perfekte Welt erschaffen, so wären auch wir Menschen perfekt. Stattdessen aber erschuf Er eine imperfekte Welt, in welcher wir die Aufgabe besitzen, die Welt zu perfektionieren.

Wie ? Anhand unseres Verhaltens, unserer Gebete und selbstverständlich anhand der Ausführung der Thoramitzwot. Für Nichtjuden besteht die Aufgabe der Perfektionierung darin, nach den Sieben Noachidischen Gesetzen zu leben. Juden dagegen erhielten die Thoragesetze, um durch deren Ausführung einen Tikun (Seelenreparatur) durchzuführen. An sich selbst genau so wie an der Welt (Tikun Olam).

Beispiel: Hält ein Jude den Schabbat ein, so tut er damit etwas für die eigene Seele und gleichzeitig auch für eine Perfektionierung unserer Welt. Ißt ein Jude koscher oder betet er, so findet dasselbe statt.

Der Talmud lehrt uns, dass die Teschuwa eines jener Dinge war, welche G – tt bereits vor dem Universum erschuf. Warum ist das so ? Wäre nach einer unserer Vergehen eine Umkehr zu G – tt nicht möglich, müßten wir quasi auf der Stelle tot umfallen, da G – tt uns umgehend bestrafen täte.

Halten wir also die Fakten in Kürze fest:

Die Welt kann nur mit dem Konzept der Umkehr zu G – tt bzw. der aufrichtigen Reue nach einem Vergehen existieren. Würde G – tt mit uns immer nur streng ins Gericht gehen, so wäre kein Mensch überlebensfähig, denn wir alle sündigen ab und an. Im Judentum wird niemand verdammt, wenn er einmal einen Fehler beging. Dennoch wird bei Vergehen immer zwischen "absichtlich" oder "unabsichtlich" unterschieden. 

Zu Tempelzeiten brachten die Juden bei Vergehen (absichtliche + unabsichtliche Vergehen) Tieropfer (Chatat). Da der Dritte Tempel und Meschiach noch nicht da sind, sieht heute unsere Teschuwa ohne Tieropfer etwas anders aus. Sich bei seinen Mitmenschen entschuldigen, beten, Spenden an Bedürftige geben und sich anstrengen, die Thoragesetze mehr oder weniger einzuhalten. Reue und Entschuldigungen allein reichen für eine vollkommene Umkehr nicht aus. Reue, gut und schön, doch muss diese immer mit der Absicht verbunden sein, in Zukunft alles besser zu machen. Wenn ich hier und jetzt bereue und aufrichtig sage, dass mir der Fehler in Zukunft nicht mehr unterläuft, so gilt dies vor G – tt an Rosh Hashana oder Yom Kippur als Umkehr. 

Was aber, wenn ich eine Woche nach dem Yom Kippur in meinen alten Trott verfalle ? 

Dann wurde mir zuvor am Yom Kippur trotzdem vergeben, denn auf den Moment, in welchem ich aufrichtig Teschuwa machte, kommt es an. G – tt weiss alles und natürlich kann Er allein deswegen mein Verhalten in der Zukunft sehen. Und selbst wenn Er um meine zukünftigen Vergehen weiss, so wird mir dennoch in dem Moment meiner aufrichtigen Umkehr vergeben. 

Kann auch der schlimmste Mensch der Welt Teschuwa machen ? 

In den Tagen vor Rosh Hashana (Mitte September) werde ich zum Thema TESCHUWA aus verschiedenen Quellen zitieren. Unten anderem vom ersten Oberrabbiner Israels, Rabbi Avraham Yitzchak HaCohen Kook sowie dem RAMBAM (Maimonides) und dessen Hilchot Teschuwa (Mischna Thora). In Israel findet das Wort TESCHUWA im Alltag eine häufige Vewendung. Erstens im Zusammenhang mit der Umkehr zu G – tt vor den hohen Feiertagen Rosh Hashana, Yom Kippur und Sukkot. Zweitens werden säkulere Juden, die sich dafür entscheiden, religiöszu leben, Ba'alei Teschuwa genannt. Allerdings muss eine Teschuwa (Umkehr) nicht immer so enden, dass ein Jude von nun an einen absolut frommen Lebensstil führt. 

Unsere Frage, ob auch der schlimmste Verbrecher zur Teschuwa berechtigt ist, beantwortet der Rambam in seiner Mischna Thora. Um es ein wenig vorwegzunehmen: Es bestehen Fälle, in denen eine Teschuwa nicht mehr möglich ist, wie uns auch der Talmud Traktat Sanhedrin lehrt. Dort nämlich ist die Rede von Bilam, der Generation des Nimrod oder der Generation Noach, und es wird gelehrt, dass diese Generationen keine Teschuwa (bzw. keinen PLatz in der "Kommenden Welt" mehr erwarten können. 

Die berühmtesten Menschen, die zu G – tt zurückfanden, dürften Adam und Eva gewesen sein. Der Talmud Traktat Eruvin lehrt uns, dass Adam sich nach dem Rauswurf aus dem Paradies für eine Dauer von 130 Jahren von Eva trennte. Adam bereute aufrichtig und nach all der Zeit der Teschuwa fand das Ehepaar wieder zusammen und gebar den dritten Sohn Seth (Schet). Und Schet war es, der nach dem Ebenbild Adam erschaffen wurde und von dem die Menschheit abstammt.

Freitag, August 24, 2012

Parashat SCHOFTIM - פרשת שופטים


 Die wiedererbaute HURVA - Synagoge in der Jerusalemer Altstadt

Photo: Miriam Woelke
B"H

Die Thoralesung an diesem Schabbat

In Schoftim werden wir angewiesen, Schoftim (Richter) und Schotrim (Exekutive, Polizisten) zu ernennen. Die Richter sollen über die Vergehen gegen die Halacha richten und die Aufgabe der Schotrim ist es, die Ausführung der Strafe zu überwachen. Nur ehrliche und aufrichtige Richter garantieren die Sicherheit Israels im eigenen Land (Raschi und Sifre). Unter normalen Bedingungen beschützt G - tt die Juden mit all Seiner Macht vor Strafen. Selbst dann, wenn die Juden dessen unwürdig erscheinen. Aber solange Israel aufrichtige Richter hat, die ernsthaft und gemäß der Halacha und der Thora richten, ist die Schechinah (G - ttes Anwesenheit) immer präsent. Sobald die Richter jedoch durch Korruption glänzen sollten, entfernt sich G - ttes Schechinah und die Juden sind Seinem strengen Gericht ausgeliefert (siehe Gemara im Traktat Shabbat 139a und den Kommentar Iyun Yaakov). 

Laut einer Gemara im Talmud Traktat Shabbat 10a werden Richter als Partner G - ttes in der Welterschaffung gesehen. Rabbeinu Perachya erklärt uns diese Aussage näher: Diebe und Plünderer tragen zur Zerstörung der Welt bei. Aufgrund dieser Vergehen wurde die Welt schon einmal zerstört, nämlich zur Zeit Noachs (siehe Talmud Sanhedrin 108). Nur ein gerechter Richter, der gestohlene Beute wieder an ihren ursprünglichen Eigentümer zurückgibt, trägt zur weiteren Existenz der Welt bei. So gesehen ist er ein Partner G - ttes. 

Rabbi Yaakov Yosef von Polonoye (der Lieblingsschüler des Baal Shem Tov) sagt, dass alle Mitzwot (Gesetze) der Thora für alle Ewigkeiten Gültigkeit besitzen. Dies betrifft auch die Schoftim und Schotrim. Bis heute haben wir Batei Din, rabbinische Gerichte, mit drei Rabbinern, die über die Ausführung der jüdischen Gesetze (Halacha) entscheiden. 

G - tt befahl den Juden an jedem der folgenden Feiertage nach Jerusalem zu kommen: An Pessach, Shavuot (Wochenfest) und an Sukkot (Laubhüttenfest). Zu Tempelzeiten kamen Tausende Juden, aber auch Nichtjuden, nach Jerusalem und brachten Tempelopfer dar. Nicht selten kam es vor, dass die Angereisten dem Sanhedrin (Richterausschuß im Tempel) halachische Probleme und Fragen vortrugen, welche das Beit Din (rabbinisches Gericht) in ihrem Heimatort nicht lösen konnte. Hierbei handelte es sich um äußerst komplizierte Fragen, auf die nur die Sanhedrin spezialisiert waren (Rabbeinu Bachya). 

Hierzu ein Vergleich aus der Gemara im Talmud Traktat Sanhedrin 87a, in der es heißt das der Tempelberg zu Jerusalem (zusammen mit dem Tempel) der höchste Punkt in ganz Israel sei. Der berühmte Thora - und Talmudkommentator Raschi erklärt uns, wie die Aussage der Gemara zu verstehen ist. Bei dem höchsten Punkt handele es sich nicht um eine geographische Angabe, sondern vielmehr um die Tatsache, dass das Jerusalemer Gericht, der Sanhedrin, alle anderen Gerichte im Land übertrifft und somit die höchste Instanz darstellt. 

Immer wieder aufs Neue höre ich die Frage, warum immer alles so strikt nach der Halacha ablaufen muß und wieso soviele Rabbiner darüber entscheiden. Es stehe doch eh alles in der Thora und G - tt hat entschieden. Sind nicht die ganzen rabbinischen Regelungen gegen die Thora und somit auch gegen G - tt ? Ist das nicht alles zuviel ? 

In Sefer Shemot, dem Buch Exodus, 23:2, heißt es, dass viele Gesetzesauslegungen der Mehrheit zufolge entschieden werden sollen (siehe Talmud Bava Metzia 59b). Im Klartext bedeutet dies, dass bei Unklarheiten und je nach Problemfall die Mehrheit der Rabbiner über eine Lösung entscheiden müssen. Bei der Mehrheit handelt es sich nicht um 10 oder 50 Rabbiner, sondern es muß schon eine ueberwaeltigende Mehrheit erforderlich sein.

Über die Halacha wird von Menschen entschieden, was allerdings den Richtlinien Moshe's am Berg Sinai entsprechen muß. Es ist G - tes Wille, dass die Menschen (Thoragelehrten) die Gesetze gemäß ihres menschlichen Verständnises auslegen. Es gibt Fälle, in denen uns die rabbinischen Auslegungen und Entscheidungen viel zu übertrieben vorkommen, doch lernen wir den Hintergrund der Auslegungen und erfahren Einzelheiten über "Warum und Weshalb", wird uns oft vieles klarer. Übrigens gibt es einen Disput im Talmud, indem G - tt zugibt, dass Ihn zwei Rabbiner mit ihren Entscheidungen "übertroffen" haben. 

Sobald die Israeliten das Land Canaan (Israel) nach den 40 Jahren in der Wüste eroberten, waren sie verpflichtet, drei Dinge zu tun (Mischna Thora - Hilchot Melachim vom Rambam sowie Talmud Sanhedrin 20b):

1. Einen König zu ernennen. 

2. Die Nachkommen Amaleks zu vernichten. 

3. Einen Tempel zu bauen.

G - tt befahl ihnen, einen König zu ernennen, doch wie wir aus den Propheten lernen, war es gerade G - tt, der Sich wenig darüber begeistert zeigte als die Juden ihn um die Ernennung eines Königs baten. Der Rambam sieht den Grund für die Bitte darin, dass die Juden dem Propheten Samuel (Shmuel) überdrüssig waren und einen richtigen König haben wollten (Mischna Thora - Hilchot Melachim 1:2). Laut Parashat Schoftim kann jemand nur dann König werden, wenn G - tt diesen auserwählt hat. Siehe Samuel, der sich auf die Suche nach Saul (Sha'ul) machen mußte. 

Bei dem König muß es sich IMMER um einen Juden handeln und es muß ein König sein und keine Königin, da G - tt in der Thora von einem Melech (König) und nicht einer Malka (Königin) sprach (Mishna Thora - Hilchot Melachim vom Rambam). Der König Israels hat eine ganz wichtige und einzigartige Mitzwah, die kein anderer Seinesgleichen hat. Sobald er zum König ernannt worden ist, muß er ein Sefer Torah, eine Thorarolle, schreiben. Er ist verpflichtet, die Thorarolle überall hin mitzunehmen, selbst in den Krieg und natürlich dann, wenn er über das Volk richtet. Genauso wie ein Richter ist auch der König verpflichtet, sich nicht bestechen zu lassen oder voreingenommen zu sein. Grundsätzlich sollte ein Mensch immer nur seiner Yetzer HaTov, seiner guten Seite in sich selbst, folgen und sich nicht durch seine schlechten Charaktereigenschaften (Yetzer HaRah) negativ beeinflussen lassen. 

Als G - tt die Welt erschuf, geschah dies aufgrund Seiner Gedanken, die nichts Negatives enthielten. Heißt, wir sind durch Seine reinen Gedanken erschaffen worden und genauso sollten wir unsere Gedanken rein halten, um uns mit unserer Ursprungsquelle (G - tt) verbinden zu können (Rabbi Elimelech von Lizhensk in seinem Buch "Noam Elimelech"). 

Ein paar Worte zum derzeitigen Monat ELUL und dessen Teschuva - Konzept:
 
Wortdefinition: "Teschuva – Der Umkehr zu G – tt". 

Viele Juden sind immer wieder fälschlicherweise der Meinung, dass "Teschuva" bedeutet, ab morgen streng religiös zu leben. Dem ist ganz und gar nicht so und leider leider legen heutzutage viele Rabbiner oder Institutionen das "Teschuva – Konzept" falsch aus. Wer hierzu weitere Details oder einen Beweis benötigt, der schaue sich die "Mischna Thora – Hilchot Teschuva" des Rambam (Maimonides) an. "Teschuva machen" bedeutet eine innere Erneuerung. Man versucht, die Fehler, welche man bisher begangen hat, nicht mehr zu tun und ein besserer g – ttesfürchtiger Mensch zu werden. "Teschuva" hat mit einer inneren Transformation der eigenen Persönlichkeit in Richtung Thora zu tun und nicht damit, dass ich ab morgen Haredi (Ultra – Orthod.) oder sonst etwas bin.

Schabbat Schalom an alle Leser !


Die richtige Art und Weise der "Teshuva - Umkehr" ist wichtig. Alles langsam und geduldig angehen und nichts über den Zaum brechen !
 
Links:

Donnerstag, August 16, 2012

Unsere Aufgabe im Monat ELUL und vor den hohen Feiertagen


Brunnen am Dizengoff Square in Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke

B"H 

G – tt ist nicht daran interessiert, dass wir am morgen abend beginnenden Monat Elul sowie an den hohen Feiertagen Rosh Hashana, Yom Kippur und Sukkot (Laubhüttenfest) dermassen viel Teshuva (Umkehr zu G – tt) machen, dass wir pünktlich zu den Feiertagen total "heilig" daherkommen. Als menschliche Wesen hat Er uns eh so erschaffen, dass wir auf ewig eingeschränkt sein werden. In unserem Denken, unserer Art zu verstehen und zu begreifen. 

Absolut perfekt werden wir niemals, denn Menschen machen nun einmal Fehler. Was jedoch unsere Aufgabe gerade jetzt in den beiden Monaten Elul und Tishrei (August / September / Oktober) sein wird: Dass wir uns zumindest einmal hinsetzen und uns unsere Fehler bewusst machen. Unsere ganz persönlichen Fehler einsehen, bedauern und versuchen, in Zukunft alles besser zu machen. Hierbei zählt die ehrliche Absicht und wer nach den Feiertagen wieder in seinen alten Trott zurückfällt, der machte vor den Feiertagen vielleicht dennoch einen ernsthaften Versuch. Darauf kommt es an und nicht, dass wir uns unbedingt heilig geben.  

Ferner sind weder der Monat Elul noch das Rosh Hashana Mitte September (jüdisches Neujahrsfest) irgendwelche traurigen Angelegenheiten, bei denen wir jetzt mit dem Sündergewand daherkommen. Rosh Hashana an sich ist ein freudiges Fest und der Elul ist genau so positiv zu bewerten. Ein Monat, in welchem wir neue Chancen erhalten. 

Das Judentum ist keineswegs eine traurige Religion, sondern tagtäglich sollten wir unser Leben neu leben und neue Möglichkeiten ergreifen.

"Der König ist im Feld - HaMelech Ba' Sade"


B"H

Morgen abend (Freitag, Erev Schabbat) sowie a Schabbat selbst und am Sonntag feiern wir den Beginn des neuen jüdischen Monat (Rosh Chodesh) ELUL. Zusammen mit dem nachfolgenden Monat Tischrei (ausgesprochen: TISCHREJ), ist Elul mein Lieblingsmonat des gesamten Jahres. Manche lieben Purim oder Pessach; ich hingegen liebe Rosh HaShana (jüd. Neujahr) und Sukkot (Laubhüttenfest). Dies soll gewiß nicht heißen, dass ich den Yom Kippur (Versöhnungstag) unbeachtet lasse. Wie ein jeder weiß, gibt es an dem Tag kein Essen und wir sollen so sein, wie die Engel und ohne materielle Nahrung auskommen. 

Besonders in der Chassidut (Chassidismus) nimmt der Monat Elul ein wichtiges Spektrum ein, denn am 18. des Monats ist der Geburtstag des Baal Shem Tov (geboren ca. 1698 oder 1700). 

Generell ist der Monat Elul der Monat der "Teshuva - Umkehr zu G - tt" und dies geht uns ALLE an. Am Rosh HaShana richtet G - tt die ganze Welt und dazu gehören Juden sowie Nichtjuden. Und jeder von uns sollte wenigstens eine kleine Anstrengung unternehmen, G - tt näherzukommen; besonders, indem wir in uns selbst gehen. Den Elul nutzen, um einmal über seine individuellen Taten während des Jahres nachzudenken. In der hebräischen Sprache nennt man dies "Cheschbon Nefesch", was bedeutet, dass man sich selber einmal fragt, wo eigentlich mein Platz in dieser Welt ist. 

Wie verhalte ich mich gegenüber meinen Mitmenschen und habe ich eine Verbindung zu G - tt ? Wenn ja, wie kann ich diese verbessern ? 

Der Baal Shem Tov sagte, dass gerade im Monat Elul "Der König im Feld" ist. Dies bedeutet, dass jeder einzelne während dieser Zeit einen besonders intensiven Zugang zu G - tt haben kann. In all den anderen Monaten werden wir teilweise von G - ttes Sefirot (symbolisch für Charaktereigenschaften) gerichtet und erhört. Im Elul hingegen sind wir fähig, uns auf Level zu bewegen, welche uns eine direkte Kommunikation erlauben. G - tt persönlich steht im Feld bzw. erhört unsere Gebete. 

In das Feld hinausgehen ist nicht unbedingt wörtlich zu verstehen, obwohl einige Leute (wie die Breslover Chassidim) tatsächlich oft die Natur aufsuchen, um mit G - tt zu reden. Und wie ich zuvor schon sagte, Elul eignet sich besonders dazu, seine eigenen Taten einmal zu analysieren und in sich selbst zu kehren. Sind wir anderen gegenüber genauso offen wie G - tt ? Vielleicht sollten wir gerade von Ihm lernen, anderen Chesed (Güte) zu zeigen und die Mitmenschen nicht immer sofort zu harsch richten. Alles hat immer zwei Seiten und vielleicht sollten wir uns bemühen, auch in den Mitmenschen die zweite Seite zu betrachten. 

Chesed (Güte), Gebet (Tefilah) und Spenden (Zedakah), dies sind die Eigenschaften, denen wir im Elul nachgehen sollten. Schließlich wollen wir, dass uns G - tt am Rosh HaShana (Neujahrsfest) ebenso mit Güte und Vergebung richtet.

Wie können wir sonst im Elul noch Teshuva machen ?
Durch vermehrtes Thorastudium können wir G - tt näher kommen. Die Thora ist nicht einfach so eine nettes Geschichtsbuch mit vielen langweiligen Regeln darin. Vielmehr sollten wir erkennen, dass die Thora auch zu uns heute spricht und uns spezielle Nachrichten und Hinweise zukommen läßt. Wenn wir diese Nachricht verstehen und verinnerlichen, dann werden wir einen guten und erfolgreichen Elul haben und G - tt schreibt uns am Rosh HaShana in das "Buch des Lebens" ein.
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Mit Beginn des Elul werde ich viele Berichte und Definitionen in die Blogs setzen. Chassidisches, Kabbalistisches genau so wie ganz "Normales". 

Rosh Chodesh Elul - ראש חודש אלול



"Der König ist im Feld - HaMelech Ba'Sade" - In diesem Monat ist G - tt so zugänglich wie nie !

B"H

Morgen abend (Freitag, Erev Schabbat) sowie am Samstag (Schabbat) und Sonntag  begehen wir Rosh Chodesh Elul (אלול), den Beginn des jüdischen Monat Elul. 


Der jüdische Monat Elul ist der wichtigste Monat des Jahres überhaupt, leitet er doch die Umkehr zu G - tt (Teschuva) zum bevorstehenden jüdischen Neujahrsfest (Rosh HaShana) ein. Aus dem Grund wird der Elul auch der Monat der Teschuva (Umkehr) oder Monat der Rachamim (Gnade) genannt. 

Am Rosh Chodesh Elul stieg Moshe das dritte Mal auf den Berg Sinai, nachdem ihn G – tt dazu aufgefordert hatte. Bei seinem ersten Aufstieg erhielt er das erste Paar der Gesetzestafeln, welche er nach seinem Abstieg am 17. Tammuz zerstörte. Nämlich in dem Moment als er das Goldene Kalb sah. Gleich darauf stieg Moshe zum zweiten Mal auf den Berg Sinai, um G – tt zu überreden, die Sühne (Teschuva) der Israeliten anzunehmen und sie keinesfalls zu zerstören. Nun sollte Moshe ein drittes Mal aufsteigen, um das zweite Paar der Gesetzestafeln in Empfang zu nehmen. 40 Tage später, am Yom Kippur, wird er mit den neuen Gesetzestafeln wieder herabsteigen. 

Keine jüdisch – orthodoxe Richtung legt soviel Wert auf den Satz aus Shir HaShirim 6:3: "HaMelech BaSadeh – The King is in the Field – Der König ist im Feld", wie der Chassismus.Insbesondere der Ba'al Shem Tov legte sehr viel Wert auf das Teschuva - Prinzig und die Aussage "The King is in the Field - HaMelech ba'Sadeh".  

Gemeint ist damit G – tt, der, laut dem Baal Shem Tov, im Monat Elul am leichtesten für uns zugänglich ist. In der Zeit des Elul ist G – tt uns am nächsten und wenn wir nur unsere Vergehen bereuen, ist Er leichter bereit uns anzuhören und zu vergeben. Dies sollte unser Ziel sein im Elul, denn am 1. Tishrei, des folgenden Monat, ist Rosh HaShana, der Tag, an dem die ganze Welt gerichtet wird. Dann entscheidet G – tt für ein weiteres Jahr über die Zukunft unserer Welt und und Menschen. Wie wird dann das neue Jahr für uns aussehen ? Erfolgreich, weniger erfolgreich, werden wir gesund bleiben, genügend Einkommen haben, wird Frieden herrschen, etc. All das wird an Rosh HaShana entschieden. Für Juden spielt der Yom Kippur am 10. Tishrei eine weitere Rolle bezüglich des Gericht G – ttes. Für Nichtjuden ist dagegen Rosh HaShana allein der alles entscheidende Tag. 

Ein Minhag (Brauch) vom Baal Shem Tov war es, im gesamten Elul täglich Psalm 27 zu beten. Sieben Mal, wenn ich mich recht erinnere. Laut Chabad (Sha'arei HaMoadim) sollte man im Monat Elul täglich drei Kapitel Psalmen beten und natürlich Thora lernen, um G – ttes Gnade zu erwecken. Elul ist die große Zeit der Hitbodedut, heißt, man soll sich täglich für eine Stunde (kann auch weniger oder mehr sein) zurückziehen und das Gespräch mit G –tt suchen. Wie erwähnt, ist G – tt im Elul leichter zu erreichen. Außerdem hat Elul die Kraft, all unsere Vergehen des gesamten Jahres rückgängig zumachen, wenn wir nur bereuen (Teschuva machen), so der Sefat Emet der Chassidut Gur und dessen einstiger Rebbe. Eine weitere Vorbereitung, Teschuva zu tun und sich so auf Rosh HaShana vorzubereiten ist Zedakah (Spenden) an Bedürftige zu geben. 

Die sephardischen Juden beginnen im Elul ihre Selichot – Gebete, welche ebenso zur Gnade G – ttes aufrufen. Auch wird das Schofar (Widderhorn) geblasen. Allerdings in jüdischer Tradition mit bestimmten Tönen und einer vorgeschriebenen Anzahl, auf die ich zum Thema Rosh HaShana in absehbarer Zeit eingehen werde. 

Ashkenazische Juden beginnen mit den Slichot – Gebeten wesentlich später, nämlich am Mozzaei Schabbat (Schabbatausklang) vor Rosh HaShana. Die Selichot müssen NACH Mitternacht gebetet werden. Laut dem Jerusalemer Breslov – Rabbiner (Rabbi Peretz Auerbach) können sie NICHT vor Mitternacht gebetet werden. 

Im Sefer Yetzirah (Book of Creation) heißt es, dass der hebräische Buchstabe des Monat Elul das YUD י ist. Das Yud י sieht allgemein aus wie ein kleiner Punkt und dieses Yud symbolisiert G - ttes Erschaffung der Welt mit Weisheit. In der Kabbalah wird das Yud י mit Chochmah (Weisheit) gleichgesetzt. G – tt erschuf unsere Erde als Punkt. Zuerst entstand ein Punkt, der Even HaSchtiah, der Gründungsstein unter dem Altar des Ersten und Zweiten und hoffentlich bald auch Dritten Tempels. Der winzige Punkt began sich allmählich auszubreiten, bis er unsere Welt formte. 

Der israelitische Stamm des Elul ist Gad, das Sternzeichen ist die Jungfrau, das Organ ist die linke Hand und der menschliche Sinn ist das Handeln. Handeln deshalb, weil wir Teschuva begehen sollen und dafür ist die Handlung notwendig. Sprich, das Bereuen und um Vergebung bitten. Das Sternzeichen der Jungfrau im Elul stellt gleichsam einen Bezug zur Teschuva (Umkehr zu G – tt) dar. Wer seine Vergehen im Elul bereut und aufrichtig plant, sein Leben zum Positiveren auszurichten, der kann symbolisch betrachtet den Zustand einer Jungfrau erreichen. Genauso unerfahren wie eine Jungfrau; ohne jeglich Vergehen auf dem Sündenkonto, denn wer ernsthaft Teschuva macht, dem kann alles vergeben werden. Vielleicht sei zu erwähnen, das "alles" nicht tatsächlich "alles" bedeutet, denn, wie wir wissen, gibt es Vergehen, die seitens G – tt niemals richtig vergeben werden können. Zusätzlich ist direkte Vergebung im Judentum von besonderer Bedeutung. Heißt, wir müssen schon die jeweiligen Mitmenschen persönlich um Verzeihung bitten und nicht zu G – ttes Gnade erbitten. Real bedeutet dies, dass man einen Mitmenschen im Falle eines Vergehen mindestens dreimal um Vergebung bitten muß. Ist danach die Gegenseite immer noch zu keiner Vergebung bereit, so zählt eine dreimalige aufrichtige Bemühung seitens G – tt dennoch als vergeben und von nun an muß die nicht vergebende Gegenseite mit der eigenen Entscheidung leben. 

Wer sich in Jerusalem befindet, der wird tags und auch nachtsüber die Klagemauer (Kotel) voll Menschen finden. Elul ist ein so intensiver Monat, den man unter allen Umständen nutzen sollte. 

Ein ganz wichtiger Tag ist der 18. Elul, denn dies ist der Geburtstag des Baal Shem Tov.

Ich wünsche allen eine gute Vorbereitung auf Rosh HaShana und einen erfolgreichen und gesunden Monat Elul – Chodesh Tov - חודש טוב.


Blasen des Schofar (Widderhorn)
Quelle: Chabad

Dienstag, August 14, 2012

Der Monat ELUL kommt


Photo: Miriam Woelke
B"H

An diesem Freitag abend (einschliesslich Schabbat und Sonntag) beginnt der neue jüdische Monat ELUL. Nicht nur so mal wieder ein neuer Monat im Kalender, denn der Elul leitet die hohen jüdischen Feiertage Rosh Hashana (das Neujahrsfest), Yom Kippur (das Versöhnungsfest) sowie Sukkot (das Laubhüttenfest) ein. Insgesamt eine Zeit, in der wir in uns kehren sollen, unsere Fehler eingestehen und versuchen, in Zukunft alles besser zu machen. Ob wir damit unbedingt Erfolg haben, bleibt dahingestellt. Was allein zählt, ist der ernsthafte Versuch, uns im positive Sinne zu verändern. 

Zum Beispiel ist Rosh Hashana keineswegs ein ausgesprochen jüdisches Fest, sondern es gilt ebenso für Nichtjuden. An diesen zwei Feiertagen nämlich richtet G – tt die gesamte Welt auf ein neues Jahr. Die Mehrheit aller Nichtjuden weiss über diese Tatsache leider nicht Bescheid. Aber dazu noch mehr im Verlauf des Monat Elul !

Was ich derzeit tue, ist einige neue Artikel zu all den Themen vorzubereiten. Und, wie immer, erweist sich das nicht als einfach, denn ich gehe durch viele chassidische und anderweitige relig. Bücher. Mir macht das Spass, denn auch ich beschäftige mich im Elul erneut mit der Teschuva (der Umkehr zu G – tt). Keiner ist so super heilig, dass er davon ausgeschlossen ist, weil wir alle machen Fehler. 

Immer dann, wenn ich erneut Research zum Elul betreibe und verschiedene Bücher und Kommentare lese, erhalte ich neue Anregungen. Ob meine Vorsätze letztendlich erfolgreich sind oder nicht, bleibt abzuwarten. Trotzdem sehe ich jeden Tag als neue Chance und nicht nur allein den Monat Elul. 

Hoffentlich klinge ich mit der Aussage nicht zu sehr nach Rabbi Nachman von Breslov !:-)