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Montag, September 19, 2011

The Battle for Israel's Soul oder "Die Richtigstellung einiger falscher TV - Darstellungen"

B”H 

Einfach sämtliche Informationen durcheinanderzuwürfeln, wie das in den folgenden drei Videoteilen der Fall ist, kann keine detaillierte Aufklärung bedeuten. Sehen sich Leute, die nicht mit all der Problematik vertraut sind, den Dokumentarfilm an, erhalten sie viele Falschinformationen. Allein zu jedem angesprochenen Thema im Film könnte ich seitenweise Berichte verfassen. Trotzdem stelle ich das Video in den Blog, will aber vorher einiges korrigieren. 

Dass die Armee von den meisten Haredim (ultra – orthodoxen Juden) abgelehnt wird, hat mehrere Gründe. Das Thorastudium ist kein entscheidender Grund, wie im Video fälschlich angegeben. Auch nicht immer der Antizionismus. Vielmehr ist es die Tatsache, dass die Armee den Haredim keine besondere Umgebung gewährleistet. Natürlich gibt es die “Nachal HaHaredi”, eine haredische Militäreinheit, doch dort sind heutzutage kaum Haredim zu finden, sondern die Nationalreligiösen. Beide relig. Gruppierungen in eine Einheit zu verlegen wäre ein Fehler. Schon allein, da die Haredim strengere Koscherlevels einhalten als die Nationalrelig. 

Ein weiterer Grund für das Fernbleiben von der Armee ist das Verbot einiger führender Rabbiner und da sich kein junger haredischer Student sein Leben ruinieren will, hält er sich an die rabbinischen Erlasse, obwohl er vielleicht anders denkt. 

Weiterhin kommt im Video einmal wieder das Thema “Geld vom Staat” auf. Hierzu sei gesagt, dass viele haredische Gruppen keinerlei Geld vom Staat annehmen, sondern sich vorwiegend von Spenden der eigenen Leute aus den USA oder Kanada finanzieren. 

Die gezeigte chassidische Gruppe Belz, über die ich in diesem Blog mehrfach berichtete, nimmt Geld vom Staat, geht aber nicht zur Armee. Nebenbei sind die Belzer reich. Nicht alle, dennoch viele. Vor allem jene, die im Ausland wie in Antwerpen oder London leben. 

Fälschlicherweise würfelt das Video aschkenazische und sephardische Juden wahllos durcheinander. So wird von Belz zum beiden Neturei Karta – Führer in Mea Shearim geschwenkt. Zu Yoelish Kroisz und Israel Hirsch. Beides Konkurrenten und beide absolute Outlaws im Stadtteil. Sie werden als “Meschuggene” gesehen und verachtet. Besonders Israel Hirsch, der garantiert keine 5000 Anhänger hat. Noch nicht einmal 50, denn seine Synagoge besteht aus seinem Wohnzimmer. 

Wenige Meter weiter im Markt von Mea Shearim finden wir die Synagoge des Yoelish Kroisz, in der ich selbst einige Male weilte. Kroisz selber ist innerhalb der jüdischen Welt völlig unbedeutend und um auf sich aufmerksam zu machen, verbrennt er hier und da mal eine israelische Flagge. Wobei er aber vorher die zionistische Presse informiert, damit auch ja alles in die Zeitung kommt. 

Ich denke, dass man bei Interviews vorsichtig sein sollte, denn es gehört eine Portion Hintergrundwissen dazu. Wer steht auf welcher Seite, welche haredische Gruppe verfolgt welche Politik und warum macht wer was und wer ist mit wem verfeindet ? 

Am Schluss wird die nationalrelig. Gruppe des Baruch Marzel gezeigt, wie sie durch den palästinensischen Ort Silwan (nahe der Klagemauer) läuft. Dies geschah NICHT weil Juden den Tempelberg stürmen wollte. Hier ist der Filmemacher voll und ganz auf die palästinensische Propaganda hereingefallen, die da schon seit Jahren behauptet, die Juden wollen die Al Aksa Moschee stürmen. Das ist falsch und die Propaganda dient eigentlich dazu, die UNO auf seine Seite zu bekommen und Israel ein Recht auf den Tempelberg abzusprechen. Immerhin behaupten die Palästinenser fleissig, es habe nie irgendwelche Tempel in Jerusalem gegeben und alles gehöre dem Islam. Zusätzlich wird im Video verschwiegen, dass es im Dorf Silwan immer wieder zu palästinensischen Ausschreitungen kommt, was nichts mit dem Marsch des Baruch Marzel zu tun hat. Dabei vergessen sollte nicht werden, dass Silwan lediglich seine in paar Jahrzehnten existiert und nicht seit Hunderten von Jahren, wie die Palästinenser gerne behaupten. 


Samstag, Juli 02, 2011

Wie christliche Missionare versuchen, nach Israel einzuwandern


Links im Bild: Yair Davidy

Photo: Jewish Israel

B"H

Jeden Sonntag abend gibt Rabbi Mordechai Machlis einen Schiur (relig. Vortrag) im Jerusalemer "Israel Center" (Orthodox Union). Und fast immer nimmt Yair Davidy daran teil. Davidy ist jemand, dessen Englisch ich aufgrund seines heftigen südafrikanischen oder australischen Akzentes nur schwer verstehe. Ein eher schlampig gekleideter Typ, der lediglich durch seine arroganten Zwischenbemerkungen auffällt. Rabbi Machlis hingegen hört kaum auf, Davidy wegen seiner verfassten Bücher zum Thema “Die verlorenen jüdischen Stämme" zu loben.

Einmal schaute ich mir eines der Davidy – Bücher an, denn es lag im Hause Machlis aus. Wie erwartet, gibt Yair Davidy keinerlei Referenzen, dass sein Buchinhalt von Rabbinern oder Professoren geprüft worden war. In anderen Worten, Davidy zaubert seine eigene Phantasiewelt in seine Beschreibungen der israelischen Stämme und macht sogar das englische Königshaus zu Nachfahren des König David.

Einmal kam eine junge christliche Südamerikanerin zum Machlis – Schiur und behauptete so mittendrin, sie stamme eigentlich von einem jüdischen Stamm ab. Natürlich habe sie keine Beweise, doch was soll’s ? 

Mittlerweile ist es ja bei christlichen Missionaren in Mode gekommen, sich als Jude von einem israelitischen Stamm auszugeben. Beweise gibt es keine, doch die Christen meinen, auf diese Weise zur Aliyah nach Israel berechtigt zu sein. Man suche sich halt einen Stamm aus und behaupte stur, davon abzustammen. Er Phantasie sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt. Unter anderem stellen sich Inder (die selbsternannten “Bnei Menashe”) als Juden dar, genauso wie zahlreiche Peruaner oder Kenianer. Israelis sehen in ihnen nicht selten das, was diese Leute eigentlich sind: Wirtschaftsasylanten aus der Dritten Welt, um in Israel Rechte einzustreichen.

Es ist sehr gefährlich, sich auf die Behauptungen einzulassen, wie "diverse Leute stammen von einem israelitischen Stamm ab", denn heuzutage kann dies mit Bestimmtheit nicht festgestellt werden. Darüber hinaus benutzen christliche Missionare derlei Theorien und treiben ihr Schindluder damit. Laut der Halacha wird erst der Meschiach festlegen, welcher Jude von welchem Stamm abstammt. Bis dahin sind jegliche Spekulationen verboten, selbst wenn sich diverse nationalreligiöse Rabbiner auf christliche Theorien einlassen. Vorweglich geschieht dies, um sich der christlichen Spenden zu bedienen. Dabei kapiert das nationalreligiöse Movement nicht, dass es sich von Missionaren abhängig macht.

Im Falle der Südamerikanerin beim Machlis – Schiur war mir sofort klar, worauf die Dame hinaus wollte, doch Yair Davidy meinte "Ja, dann müsse sie wohl jüdisch sein". Ohne zu prüfen, ohen nachzudenken, wurde die Frau von Davidy zur Jüdin ernannt. Übrigens nicht vom Oberrabbinat oder dem israelischen Innenministerium, denn die fielen auf den Schwachsinn nicht herein. Allerdings frage ich mich, was Davidy bezwecken wollte ? Neue Spenden von Christen auf seinem Website – Konto ?

Christliche Missionare und ihre Behauptungen, von verloren gegangenen jüdischen Stämmen abzustammen. Mittlerweile ist dies zur Regel der Missonare geworden und derzeit versuchen sie sogar, einen eigenen christliche Siedlung in Samaria (Shomron) aufzubauen. Unterstützt von vielen geldgierigen nationalreligiösen Mitsiedlern.

Weitere Informationen:




Jüdische Siedler und ihre Christen - Connection

Montag, Juni 20, 2011

GUSH KATIF - Ein Kapitel in der Geschichte Israels


Der interessanteste Stand auf der Buchmesse 2011 (hier in Tel Aviv): 
Die geräumten Siedler aus dem ehemaligen Gush Katif.

 Photos: Miriam Woelke
B”H

Im August 2005 liess der damalige israelische Premier Ariel Sharon das jüdische Gush Katif im Gazastreifen räumen. Sharon setzte alles daran, den Palästinensern den gesamten Gazastreifen zukommen zu lassen, damit ein neuer Schritt im Friedensprozess erzielt werde. Doch nichts war es und seitdem die Hamas das Ruder in Gaza übernahm, fliegen regelmässig Kassam - sowie Gradraketen auf israelisches Territorium. Heute gibt schon jeder Depp zu, dass die Räumung des Gush ein riesen Fehler war. Vom strategischen Gesichtspunkt gar nicht erst angefangen.

Die einstigen Siedlungen von Gush Katif waren nationalreligiös genau so wie säkuler. Damals versprach die Regierung eine schnelle garantierte Soforthilfe, doch für viele Bewohner des Gush blieb bie heute diese versprochene Hilfeleistung aus. Waren viele der Bewohner vor ihrer Räumung der Herr ihres eigenen landwirtschaftlichen Betriebes, plagt sie heute die Arbeitslosigkeit. Wer soll mit über 50 Jahren nochmal neu anfangen ? Und wo ? Immerhin hatte die Sharon - Regierung Land versprochen, aber auch das blieb weitgehend aus. Nachdem Ariel Sharon als Premier ausschied und Ehud Olmert das Ruder übernahm, fühlte sich niemand mehr zuständig und die Gush Katifler gerieten in Vergessenheit. Nichts war es mehr mit all den grossen Versprechungen. Hinzu kommt das Trauma aus dem eigenen Haus gezerrt und deportiert worden zu sein.

Das MERCAZ KATIF – KATIF CENTER befindet sich in Nitsan, an der Autobahn zwischen Ashdod und Ashkelon. Das Center bietet Touren in englischer sowie hebräischer Sprache an, wobei die Geschichte von Gush Katif inklusive des Disengagement Plan von 2005 und die Auflösung von 21 Siedlungen. Ferner führt die Tour durch eine neue kleine Siedlung ehemaliger Gush Katifler, welche auch selbst die Tour leiten.

Das KATIF CENTER bietet unterschiedliche Touren an. Von einer 2 - Stunden - Tour bis hin zum ganzen Tag. 

Wer interessiert ist, der sollte sich vorher anmelden. Reservierungen an oritberger33@gmail.com

In ENGLISCH & HEBRÄISCH: http://www.gushkatif.co.il/

Weitere Links:


Photos vom einstigen Gush Katif

Photos: “Shavua HaSefer Ha’Ivri – Woche des hebräischen Buches” in Tel Aviv

B"H

Am frühen Abend machte ich mich heute zum Rabin Square (Kikar Rabin) in Tel Aviv auf, um mir die lokale "Hebrew Book Week" anzusehen. Laufen tut die landesweite Buchmesse noch bis zum 25. Juni 2011. Details zur “Woche des hebräischen Buches” in Israel HIER ! 

Ich kam nicht, um zu kaufen, denn daheim habe ich eh noch ziemlich viele ungelesene Bücher herumliegen. Vielmehr suchte ich die religiösen Buchstände auf und stiess dabei fast sofort auf die chassidische Gruppe Chabad.


Sicherheitskontrollen am Eingang.



Chabad (Lubawitsch) auf der Buchmesse.


Der Stand der "halb - religiösen" Bar Ilan University



Meiner Meinung nach war dies der interessanteste Stand auf der Buchmesse: Die Siedler des ehemaligen Gush Katif boten ihre Aufklärungsliteratur zur Räumung des Gush im August 2005 an. Ich sprach mit einem der Standleute und erhielt ziemlich viele Details sowie eine Einladung vorbeizukommen. Wohin ? Davon berichte ich in meinem nachfolgenden Artikel !

 Copyright / Photos: Miriam Woelke

Dienstag, März 30, 2010

Anti - Missionskongress

B"H

Am Donnerstag findet in der nationalrelig. Yeshiva "Ateret Cohanim" ein Anti - Missionskongress statt. Das nationalreligiöse Movement, welches jahrelang Riesensummen an Spenden von den fanatischen evangelikalen Christen aus den USA annahm, besinnt sich nun eines Besseren.

Auf dem zwischen 10.00 Uhr morgens bis 17.00 Uhr nachmittags stattfindenden Kongress werden, u.a., die Rabbiner Shlomo Aviner (Oberrabbiner von Beit El sowie Leiter der Yeshivat "Ateret Cohanim") wie Rabbi Zephania Drori (Leiter der nationalrelig. Hesder Yeshiva von Kiryat Shemona) sprechen.

Liebend gerne täte ich an dem Event teilnehmen und sprach deswegen schon mit einem Studenten der "Ateret Cohanim". Letztendlich aber weiss ich noch nicht, ob ich am Donnerstag in Jerusalem sein werde. Eigentlich wollte ich an der Küste herumreisen bzw. in das Tel Aviver "Diaspora Museum" sowie in das "Ben Gurion Haus" gehen.

Sonntag, August 30, 2009

AM ISRAEL CHAI - עם ישראל חי

Photo: Graffiti Tel Aviv


B"H

Eines nervte mich gewaltig als ich heute früh die Wochenendausgabe der israelischen Tageszeitung MAARIV aufschlug:

Wiederholt nervte Angela Merkel den israelischen Premier Netanyahu mit ihrem Gesülze, Israel solle den Siedlungsbau stoppen.
"Die Zeit läuft, Herr Netanyahu".

Als ob Angela Merkel eine Ahnung von israelischen Siedlungen hätte. Wenn jemand Israel etwas "vorschreiben (vorschlagen)" kann, dann sind das alle, nur nicht Deutschland. Und woher nimmt eine Angela Merkel das Recht, in G - ttes Thora einzugreifen, wo es heißt, dass Israel Seinem Volke (den Juden) gegeben worden ist. Wo Deutschlands Vorschläge hinführen, sahen wir gestern als Premier Netanyahu das Museum in WANNSEE besuchte. Vielleicht sollte Angela Merkel diese Tatsache einmal überdenken !

Benjamin Netanyahu ist von Haus aus mit der jüdischen Geschichte verbunden, denn sein Vater ist der Historiker Benzion Netanyahu, welcher eine Menge Bücher über das spanische Judentum und die Inquisition schrieb. Benzion Netanyahu wäre daher der bessere Gesprächspartner für Angela Merkel gewesen als sein Sohn !

"Am Israel Chai - Das Jüdische Volk lebt !" schrieb Netanyahu in das Gästebuches des Museums in Wannsee. Einem Ort, an welchem die Endlösung beshlossen worden ist.

Bis heute hat das Thema nichts an seiner Bedeutung verloren, doch seien die Zeiten auch noch so depressiv, "Am Israel Chai" war und wird der ewige Überlebensslogan der Juden in aller Welt bleiben.

Sonntag, August 23, 2009

In Kürze

B"H

Ab morgen abend (Montag) werde ich wieder richtig bloggen. Heute hingegen bin ich noch zu busy. Ich komme gerade zurück von einem Trip in die Stadt Ariel. Ariel teilt sich mehr oder weniger in nationalreligiös und russisch auf. Es gibt dort nicht viel zu tun das Leben beschränkt sich auf die Arbeit irgendwo ausserhalb der Kleinstadt und das Privatleben daheim.

Um nach Ariel zu gelangen, nahm ich den Eggedbus Nr. 148 von Jerusalem. Die Fahrt allein ist die kleine Strapaze wert, denn wir passierten viele bekannte Siedlungen wie Psagot, Migron, Ofrah, Shilo oder Eli.

Dazu aber morgen mehr, wenn ich wieder in Tel Aviv bin und Zeit zum Schreiben habe. Dann folgt auch endlich der Bericht über meinen Trip nach Sderot und Netivot.
Heute abend allerdings stecke ich noch in Jerusalem fest, denn
Rabbi Tuvia Singer gibt einen Vortrag gegen christliche Missionare und in der Bäckerei muss ich auch noch etwas tun. Die Details zum Vortrag werde ich auf meinem Hamantaschen Blog veröffentlichen !

Wer Zeit hat, der sollte den Trip von Jerusalem nach Ariel unternehmen und die grandiose Landschaft von Samaria (Shomron) bewundern !

Sonntag, Juni 28, 2009

Rabbi Shlomo Riskin will G - tt "wiedererwecken" !

B"H

Wenn es im Judentum nicht so klappt, dann macht man zumindest bei christlichen Missionaren Furore. So jedenfalls denkt und handelt wieder einmal (oder immer noch) der nationalreligiöse Oberrabbiner der Siedlung Efrat (nahe Jerusalem), Rabbi Shlomo Riskin.

Die israelische Antimissionssite "Jewish Israel" zeigt pikante Einzelheiten, die uns nachdenklich stimmen sollten:

http://www.jewishisrael.com/profiles/blogs/rabbi-riskin-takenin-or

Die übertriebene Ökumene des Rabbi Riskin ist nicht neu und seit Jahren macht er von sich reden, wie sehr er denn zu den Evangelikalen Christen steht.


Donnerstag, Juni 25, 2009

Bild des Tages

Siedler Kids: Die Verbindung von Thora und Hightech

Montag, Februar 09, 2009

Falschinterpretationen in der "Jüdischen Allgemeinen"

B"H

Ich beziehe mich an dieser Stelle auf zwei Artikel der "Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung" vom Dezember 2008. Nicht, dass die Zeitung zu meiner regelmässigen Lektüre gehört, doch wenn ich sie ab und an in die Finger bekomme, blättere ich halt darin herum. Insgesamt jedoch ist mir die "Jüdische Allgemeine" zu unbedarft und für einen Israeli klingen die Beiträge furchtbar nach Diasporaabklatsch. Besonders in den Beschreibungen bezüglich Israels.

In einer der Dezemberausgaben wird auf der Titelseite Stellung gegen israelische Siedler bezogen. Unbedarft wie eh und je, denn es ist augenscheinlich, dass sich die Autorin mit dem Thema nur einseitig befasste, ohne den ideologischen Hintergrund überhaupt zu erahnen.

Ein Wladimir Struminski versuchte sich daran, die Dispute chassidischer Gruppen untereinander sowie den Fall "Porush und die Chassidut Gur" zu beschreiben. Damit ging der Ofen dann auch ganz aus. Auf den Photos zum Artikel wurden ggf. Karliner oder Toldot Aharon Chassidim zu Gerrer (Gur) Chassidim und ebenso wurde die Karliner Jugend (der Kleidung nach könnte es auch die Satmarer Jugend gewesen sein) zu Belzer Chassidim. Die Inhalte des Artikels waren zu 80 % falsch dargestellt. Angebrachter wäre das Wort "Fehlinformation". Fakten wurden durcheinandergewürfelt und wer niemals bei Chassidim war bzw. sich jahrelang mit dem Thema beschäftigt, der sollte die Finger von derlei krächzenden Versuchen lassen, die chassidische Welt darzustellen.

Tatsächlich eskaliert der Streit zwischen Gur und Me'ir Porush seit den frühen 80iger Jahren immer wieder einmal. Belz und Gur sind nicht verfeindet, sondern Rivalen um den Machtkampf. Nicht unbedingt der der "Yahadut HaTorah" Partei, denn Belz war länger nicht mehr vertreten und wartete erst wieder vor ca. sechs Wochen auf Listenplatz Nr. 6 der Partei auf.

Wenn diverse chassidische Gruppen an den Knessetwahlen teilnehmen, bedeutet das noch lange nicht, dass sie für den Staat Israel stehen. Meist sogar das Gegenteil, doch legen sie Wert auf eine Partei, die für die Rechte der haredischen Gesellschaft eintritt und darüber hinaus meinen sie, den säkuleren Staat mit ihrer Knessetanwesenheit doch noch positiv beeinflussen zu können.

Weiterhin nehmen die Karliner nicht an jeder Knessetwahl teil, sondern immer wieder neu entscheidet darüber deren Rebbe. Chassidut Sadigura ist ein Spezialfall, an dem ich mir nicht die Finger verbrennen will, denn allgemein ist die Gruppe antizionistisch eingestellt.

Bei den morgen stattfindenden Knessetwahlen werden sicherlich viele aschkenazische Haredim die sephardische SHASS - Partei wählen. Und das, obwohl sich der Belzer Rebbe nun doch für die "Yahadut HaTorah" stark machte. Wieso auch nicht, stellt doch der Belzer Chassid Israel Eichler den sechsten Platz auf der Parteiliste.

Soweit nur ein paar kleine Erläuterungen zum Struminski - Artikel. Schade nur, dass die Leser der Zeitung solcherlei Informationen für bare Münze nehmen, ohne zu ahnen, dass sie der Falschinformation aufgesessen sind.