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Montag, November 19, 2012

Satmar und die Neturei Karta gegen Israel

B"H

Was diese verrückten Antizionisten von der Neturei Karta und der chassidischen Gruppe Satmar ignorieren: In Israel werden Juden von Hamas – Raketen verletzt und schlimmstenfalls getötet !  

Für mich sind diese Leute nichts weiter als ein paar Irre, die sich von arabischen Terroristen billig für Propagandazwecke ausnutzen lassen. 




Anstatt in New York am Times Square herumzufuhrwerken: Wie wäre es denn, einmal selbst nach Ashdod, Ashkelon, Beersheva oder Sderot zu kommen und sich vor Ort ein paar Raketen aufs Haupt werfen zu lassen



Palestinian flag



Antizionisten demonstrieren mit arabischen Terroristen

Alle Photos HIER

Mittwoch, November 30, 2011

Die amerikanische Neturei Karta gegen Gur und Belz

B"H 

Die zwei chassidischen Gruppen Gur und Belz sind aktive Mitglieder der Knessetpartei "Yahadut HaTorah" und haben dadurch auf Israel einen immensen Einfluss. Das allein aber besagt nicht, dass die zwei Gruppen sowohl als auch andere Chassidim, welche die Partei wählen, nun der zionistischen Idee des Staates Israel zustimmen. Ganz im Gegenteil, denn die Mehrheit der Haredim (ultra – orthodoxe Juden) ist gegen den offiziellen Staat Israel, hat sich aber mit ihm arrangiert. Jedenfalls solange bis der Meschiach kommt. 

Durch die haredischen Parteien in der Knesset kommt einiges an Religion in das sonst so säkulere Parlament und so kann von innen heraus Einfluss genommen werden, damit auch die haredische Bevölkerung zu ihrem Recht kommt udn das Land nicht ganz gegen die Religion agiert. 

Die antizionistische Neturei Karta (im Video protestiert die NK Niederlassung in New York) sieht das alles, wie immer, anders und bezichtigt Belz und Gur, mit den Zionisten zusammen zu arbeiten. 


Das Problem ist, dass die Demonstranten von Israel selbst gar keine Ahnung haben !

Sonntag, November 27, 2011

Die Edah HaCharedit gegen Yoelish Kroisz

B"H

Wer einmal so richtig lachen will, der schaue sich das Video in einem Artikel auf der haredischen (ultra – orthodoxen) Site “Kikar Shabbat” an. Wie berichtet, fand gestern abend vor dem Haus des lokalen Neturei Karta Oberhauptes des Jerusalemer Stadtteiles Mea Shearim eine Demonstration statt. Grund: Kroisz rechtfertigt die sogenannten jüdischen “Taliban” Frauen, welche in der israelischen Presse nur die “Schal tragenden Frauen” genannt werden.

Es ist schon witzig wie Frau Kroisz die Demonstranten mit Wasser bewirft und wen ruft Yoelish ständig an ? Etwa die “zionistische” Polizei ?

Am Eingang zu seiner Beit Midrasch (Lehrhaus) stehen jedenfalls Bodyguards, die teilweise ihr Gesicht verdecken.

Samstag, Oktober 29, 2011

Der Anstandswahnsinn von Bnei Brak

B”H 

In den letzten Jahren nahm der Anstandswahnsinn innerhalb einigen wenigen Teilen der haredischen (ultra – orthodoxen) Gesellschaft erheblich zu. Insbesondere bei ein paar kleinen litvisch – haredischen Gruppierungen wie der antizionistischen Neturei Karta (litvisch, da viele Mitglieder litvisch und nicht unbedingt chassidisch sind) sowohl als auch bei einigen chassidischen Gruppierungen. Von der kleinen Neturei Karta einmal abgesehen, deren Ziel es ist, ganz Mea Shearim (ultra – orthodoxer Stadtteil Jerusalems) sowie Bnei Brak (bei Tel Aviv) ihren idiotischen Stempel aufzudrücken und zu terrorisieren, bestehen ebenfalls seitens der antizionistischen Dachorganisation “Edah HaCharedit” diverse Erlässe gegen die unanständige Kleidung innerhalb der haredischen Gesellschaft. Wohlgemerkt, die Edah HaCharedit ist kein Teil der Neturei Karta und umgekehrt. Beide Gruppierungen agieren völlig unabhängig voneinander und die Edah will nicht unbedingt etwas mit der Neturei Karta zu tun haben noch mit ihr identifiziert werden. 

Grund für immer höhere Anstandslevel ist einzig und allein die eigene Politik, des “immer besser und frommer sein zu wollen als alle andere”. Eine Frau solle sich nicht eben mal so beim schnellen Gang zum Tante – Emma – Laden eine Kopfbedeckung überschmeissen und im Hausanzug Milch und Brot holen gehen. Auch der kurze Einkaufsgang setze voraus, dass eine Frau sich anständig kleidet und nicht im kunterbunten Hausanzug über die Straße haste. Bunte Farben ziehen die Augen der Männer auf sich und das soll gefälligst vermieden werden. 

Hier einige Anstandswarnungen an die haredischen Bewohner von Bnei Brak bei Tel Aviv:


An alle Bekleidungsgeschäfte: Unanständige Kleidung zu verkaufen ist wie mit unkoscherem Fleisch zu handeln !



Genug mit dem fehlenden haredischen Anstand ! damit wird auf jene haredischen Frauen hingewiesen, die teilweise zu kurze Röcke tragen oder sich in zu bunten Farben kleiden. Haredische Kleidung sollte aus dunklen unauffälligen Farben wie schwarz, grau oder dunkelblau bestehen. Dieser Graffiti ist allerdings schon einige Jahre in der Raschi Street zu sehen.



Selbst wenn eine Hausfrau nur eben mal schnell Brot oder Milch einkaufen geht, sollte sie anständig gekleidet sein und dem Anstandsmodel und Vormutter Rachel folgen.



Die Edah HaCharedit und der Satmarer Rebbe (Rebbe Aharon Teitelbaum, nehme ich an, denn Bnei Brak ist voll mit seinen Anhängern und nicht jenen seines Bruders und Konkurrenten, Rebbe Zalman Leib Teitelbaum: Unanständige Kleidung zu verkaufen kommt dem Verkauf unkoscheren Fleisches gleich !

Photos: Miriam Woelke

Dienstag, Oktober 18, 2011

Simchat Beit HaSho'eva & Hoshana Rabbah

B"H 

Heute nacht und morgen ist Hoshana Rabbah und wir Juden haben die Tradition, in dieser Nacht durchzulernen. Ich würde das gerne tun, doch leider muss ich morgen arbeiten. Dennoch versuche ich dieser Tage mit vielen Bildern einen kleinen Einblick in die Jerusalemer Sukkot - Feiern zu geben.

Wie angekündigt, verbrachte ich gestern einen Tag in Jerusalem. Altstadt, Klagemauer (Kotel) und das ultra – orthdoxe Mea Shearim, all das stand auf meiner Liste. Leider begannen die meisten chassidischen Gruppen ihre Feierlichkeiten erst später am Abend und ich konnte kaum an etwas teilnehmen, denn ich muss ja meinen Bus zurück nach Tel Aviv erwischen. Hinzu kommt, dass viele chassidische Gruppen keine Frauen, außer ihren eigenen Mitgliedern, auf die Frauenemporen liessen. Grund: Überfüllung, denn man fand kaum Platz für die eigenen Leute. 

Selbst bei den Antizionisten der Neturei Karta durften die Frauen nur mit Einladung in die Synagoge.


Die Neturei Karta Synagoge des Yoelish Kroisz.

Photo: Miriam Woelke

Montag, September 19, 2011

The Battle for Israel's Soul oder "Die Richtigstellung einiger falscher TV - Darstellungen"

B”H 

Einfach sämtliche Informationen durcheinanderzuwürfeln, wie das in den folgenden drei Videoteilen der Fall ist, kann keine detaillierte Aufklärung bedeuten. Sehen sich Leute, die nicht mit all der Problematik vertraut sind, den Dokumentarfilm an, erhalten sie viele Falschinformationen. Allein zu jedem angesprochenen Thema im Film könnte ich seitenweise Berichte verfassen. Trotzdem stelle ich das Video in den Blog, will aber vorher einiges korrigieren. 

Dass die Armee von den meisten Haredim (ultra – orthodoxen Juden) abgelehnt wird, hat mehrere Gründe. Das Thorastudium ist kein entscheidender Grund, wie im Video fälschlich angegeben. Auch nicht immer der Antizionismus. Vielmehr ist es die Tatsache, dass die Armee den Haredim keine besondere Umgebung gewährleistet. Natürlich gibt es die “Nachal HaHaredi”, eine haredische Militäreinheit, doch dort sind heutzutage kaum Haredim zu finden, sondern die Nationalreligiösen. Beide relig. Gruppierungen in eine Einheit zu verlegen wäre ein Fehler. Schon allein, da die Haredim strengere Koscherlevels einhalten als die Nationalrelig. 

Ein weiterer Grund für das Fernbleiben von der Armee ist das Verbot einiger führender Rabbiner und da sich kein junger haredischer Student sein Leben ruinieren will, hält er sich an die rabbinischen Erlasse, obwohl er vielleicht anders denkt. 

Weiterhin kommt im Video einmal wieder das Thema “Geld vom Staat” auf. Hierzu sei gesagt, dass viele haredische Gruppen keinerlei Geld vom Staat annehmen, sondern sich vorwiegend von Spenden der eigenen Leute aus den USA oder Kanada finanzieren. 

Die gezeigte chassidische Gruppe Belz, über die ich in diesem Blog mehrfach berichtete, nimmt Geld vom Staat, geht aber nicht zur Armee. Nebenbei sind die Belzer reich. Nicht alle, dennoch viele. Vor allem jene, die im Ausland wie in Antwerpen oder London leben. 

Fälschlicherweise würfelt das Video aschkenazische und sephardische Juden wahllos durcheinander. So wird von Belz zum beiden Neturei Karta – Führer in Mea Shearim geschwenkt. Zu Yoelish Kroisz und Israel Hirsch. Beides Konkurrenten und beide absolute Outlaws im Stadtteil. Sie werden als “Meschuggene” gesehen und verachtet. Besonders Israel Hirsch, der garantiert keine 5000 Anhänger hat. Noch nicht einmal 50, denn seine Synagoge besteht aus seinem Wohnzimmer. 

Wenige Meter weiter im Markt von Mea Shearim finden wir die Synagoge des Yoelish Kroisz, in der ich selbst einige Male weilte. Kroisz selber ist innerhalb der jüdischen Welt völlig unbedeutend und um auf sich aufmerksam zu machen, verbrennt er hier und da mal eine israelische Flagge. Wobei er aber vorher die zionistische Presse informiert, damit auch ja alles in die Zeitung kommt. 

Ich denke, dass man bei Interviews vorsichtig sein sollte, denn es gehört eine Portion Hintergrundwissen dazu. Wer steht auf welcher Seite, welche haredische Gruppe verfolgt welche Politik und warum macht wer was und wer ist mit wem verfeindet ? 

Am Schluss wird die nationalrelig. Gruppe des Baruch Marzel gezeigt, wie sie durch den palästinensischen Ort Silwan (nahe der Klagemauer) läuft. Dies geschah NICHT weil Juden den Tempelberg stürmen wollte. Hier ist der Filmemacher voll und ganz auf die palästinensische Propaganda hereingefallen, die da schon seit Jahren behauptet, die Juden wollen die Al Aksa Moschee stürmen. Das ist falsch und die Propaganda dient eigentlich dazu, die UNO auf seine Seite zu bekommen und Israel ein Recht auf den Tempelberg abzusprechen. Immerhin behaupten die Palästinenser fleissig, es habe nie irgendwelche Tempel in Jerusalem gegeben und alles gehöre dem Islam. Zusätzlich wird im Video verschwiegen, dass es im Dorf Silwan immer wieder zu palästinensischen Ausschreitungen kommt, was nichts mit dem Marsch des Baruch Marzel zu tun hat. Dabei vergessen sollte nicht werden, dass Silwan lediglich seine in paar Jahrzehnten existiert und nicht seit Hunderten von Jahren, wie die Palästinenser gerne behaupten. 


Dienstag, September 06, 2011

Mea Shearim: Keinen Einlass für Soldaten in Uniform


4. September 2011: Gesehen im Stadtteil Ge'ulah bei Mea Shearim / Jerusalem.

Photo: Miriam Woelke

B"H 

Wieder einmal etwas, um sich aufzuregen: 
Israelische Soldaten sind einigen Bewohnern des ultra – orthodoxen Stadtteiles von Mea Shearim (Jerusalem) in den lokalen Synagogen nicht willkommen. Jedenfalls nicht jene Soldaten in Uniform. 

So ganz traue ich diesem Plakat (Fachsprache: Pashkevil) nicht, denn es weist einmal wieder keinen Absender auf und die Rabbiner, welche angeblich vorgeben, dass uniformtragende Soldaten in den Synagogen Mea Shearims nichts verloren haben, bleiben ebenso anonym. 

Viele solcher Poster sind im Umlauf. Nicht nur mit dem obigen Inhalt, sondern mit anderweitigen Themen. Trotzdem sollte der Leser stets darauf schauen, was von wem kommt und welchen Absender trägt. Die antizionistische Neturei Karta steckt so hinter manchem Schwachsinn und ich kann mir gut vorstellen, dass dem auch hier so ist. Bedeutet, dass Yoelish Kroisz (einer der zwei miteinander konkurrierenden antizionistischen Neturei Karta Führer) hinter dem Aufruf gegen die Soldaten in den lokalen Synagogen steckt. Mito der ohne dem obigen Poster und seinem Anliegen: Mir ist noch kein einziger uniformtragender Soldat begegnet, der Einlass in eine Synagoge von Mea Shearim suchte. 

Links: 

Der talmudisch begründete Antizionismus

Samstag, September 03, 2011

Dienstag, März 22, 2011

Purim Bilanz

B"H

Ein verkleideter "Spiderman" an der Kotel (Klagemauer) in Jerusalem.



Die antizionistische Neturei Karta nutzte Purim, um wieder einmal ein Zeichen zu setzen. Das aber immer nur, wenn eine Pressekamera dabei ist. Geschehen in Mea Shearim / Jerusalem. Die gesamte haredische (ultra - orthodoxe) Presse bezeichnet die Leute auf dem Photo als "Irre". 

Mittwoch, Dezember 22, 2010

Das Leben der RUTH BLAU

B"H

Auf meinem englischen Blog beschreibe ich die Lebensgeschichte der RUTH BLAU, der zweiten Frau des einstigen bekannten Neturei Karta Rabbiner Amram Blau. 
Ruth hat eine ganz besondere Vergangenheit: In Frankreich als Christin geboren, Anfang der 50iger Jahre zum Judentum konvertiert (zusammen mit ihrem Sohn Claude), in einen riesigen israelischen Skandal verwickelt gewesen und am Ende heiratete sie den bekannten Mea Shearim Rabbiner Amram Blau.

Wer Englisch kann und wen die Geschichte der RUTH interessiert, der kann HIER nachlesen. Allerdings sollten zuerst Teil 1 + 2 gelesen werden. Die Linkvorgabe ist angegeben.

Warum Rabbi Amram Blau ausgerechnet die Gioret RUTH ehelichte, beschrieb ich vor mehr als einem Jahr im Artikel "Kerut Schafcha".

Freitag, Juni 11, 2010

Schabbat Schalom


Quelle: Tel Aviv Graffiti Blog

B"H

Vorab einen Dank an all diejenigen Blogleser, welche mir Artikellinks zum israelischen ultra - orthodoxen Judentum aus Deutschland zusenden. Es ist schon erstaunlich, was die deutsche Presse so über orthodoxe Juden zu berichten "weiss" und wie die antizionistische Neturei Karta für geradezu neonazistische Theorien herangezogen wird. Frei nach dem Motto "Die Juden sagen ja selber, dass der Staat Israel ihnen nicht gehört !"
So einfach jedoch ist die Lage der Neturei Karta - Dinge nun auch wieder nicht, aber wer von der Journaille bzw. Israel - oder Judenhetzer setzt sich schon eindringlich mit der Ideologie und der Geschichte der Neturei Karta auseinander. Unter dem Strich bleibt auch bei der NK: Der jüdische Meschiach wird kommen und dann wird Israel zum Juden - und nicht Araberstaat. In meinen Augen benutzt die Neturei Karta die nichtjüdische Welt als Mittel zum Zweck missbraucht, aber wer in der entsprechenden Welt kapiert das schon ?

Wieder eine Woche vorbei und der Schabbat steht an. Bei derlei Gelegenheit schaue ich stets auf die Woche zurück und ärgere mich über ausgelassene Situationen, wo ich dies oder das noch hätte lernen können. Andererseits will ich auch einmal abschalten und einfach nur so daliegen oder an den Strand gehen. Gestern abend machte ich ausgerechnet am Strand tolle Photos, die ich heute nachmittag downloaden und irgendwann in den Blog stellen will.

Nachmittags fahre ich nach Jerusalem und geniesse die Schabbatatmosphäre auf dem Machane Yehudah Markt, wo sich wieder einmal Hunderte junger amerikanischer Birthright - Teilnehmer herumdrängen und es dem Jerusalemer kaum ermöglichen, zwecks Einkauf an die Marktstände zu gelangen.#$@^%&*#

"Schabbat Schalom - Gut Schabbes sowie einen tollen und gesunden neuen Monat (Tammuz)" an alle Leser !

Donnerstag, Mai 06, 2010

Parashat Behar - Bechukotai פרשת בהר - בחוקותי


The kever (grave) of the Chatam Sofer, Rabbi Moshe Sofer, 1762 - 1839, in Bratislava (Pressburg).



Die Thoraparashat für diesen Schabbat
B"H


Heute früh fragte ich durch die Bäckerei, in der ich einige Male pro Woche arbeite, ob nicht vielleicht jemand einen spirituellen Gedanken zur den beiden Thoraparashot BEHAR und BECHOKUTAI hat, welche wir an diesem Schabbat in den Synagogen lesen. Die Antwort fiel bescheiden aus und ich erfuhr lediglich, dass eine Kollegin bei den Nachkommen des berühmten Rabbi Yosef Chaim Sonnenfeld eingeladen ist.


Also war ich gezwungen, selbst zu schauen, obwohl mir momentan nicht unbedingt der Kopf nach Thora steht, denn ich habe zuviele andere Themen drumherum. Ein in Mea Shearim lebender Chassid meinte, ich solle doch noch zur Shiva (sieben Trauertage naher Verwandter um einen Verstorbenen) des Moshe Hirsch gehen. Ausgerechnet den Gang hatte ich nicht unbedingt eingeplant. Wer es noch nicht weiss: Moshe Hirsch, in Mea Shearim lebend, war so ungefähr das für Israel, was man einen Staatsfeind nennt. Vor Jahren war in Minister in Arafats Parlament in Ramallah. Außerdem führte Hirsch eine der zwei Neturei Karta Gruppen in Mea Shearim und war mehr als extrem antizionistisch. Tatsächlich hatte / habe ich auf Facebook einen Wortwechsel mit einem von Hirschs Anhängern.

Wir werden sehen, ob ich wirklich zur Shiva gehe, denn momentan bin ich etwas ausgebucht. Noch dazu, wo in zwei Wochen ein Freund aus England anrollt.


Aber zurück zum Thema "Thoraparasha".
Etwas zum Nachdenken habe ich diesbezüglich bei zwei großen Rabbinern sowie Kommentatoren gefunden. Wie bekannt, kann theoretisch jedes Wort, ja, sogar jeder Buchstabe einer Thoraparasha zerlegt und interpretiert werden. Und so schreibt der Maharal von Prag, Rabbi Yehudah ben Betzalel, 1520 - 1609, in seinem Kommentar zur Parashat Behar:


In Behar geht es, u.a., um das Schemittahjahr: Sechs Jahre wird das Land bestellt und im siebten soll es ruhen. Dieses Thoragesetz gilt übrigens nur für Israel und daher meint der Maharal, dass gerade dieses Gesetz uns zeigt, welche Heiligkeit (Keduscha) unser Land besitzt und wie wir ihm gegenüber stehen sollen. Alle anderen Länder der Welt besitzen kein Schemittah und wir Juden in Israel sollten uns über diese immense Bedeutung klarwerden.

Ferner schreibt der Chatam Sofer, Rabbi Moshe Sofer, 1762 - 1839, dass die Thoragesetze, welche wir von G - tt am Berg Sinai erhielten, unabänderlich sind. Die Thora selbst lehrt uns, dass weder Buchstabe, noch Worte hinausgestrichen bzw. hinzugefügt werden dürfen. Der Inhalt ist auf immer und ewig gültig.

Der Chatam Sofer (links im Bild) war seinerzeit (und auch heute) mehr als bekannt für seinen Kampf gegen das Reformjudentum in Pressburg (dem heutigen Bratislava) sowie seiner Aussage, dass NICHTS in der Thora verändert werden darf. Keinerlei Neuerungen in unserem Leben, sondern die reine unabänderliche Thora. Wer heute in den ultra - orthodoxen Stadtteil Mea Shearim in Jerusalem geht, der findet auf einigen Hinterhöfen Synagogen des Chatam Sofer und die kleine Chassidut Dushinsky (ansässig in Jerusalem, Bnei Brak und London) ist vollkommen auf der Ideologie des Chatam Sofer aufgebaut.

Rabbi Moshe Sofer führt eine Gemara (rabbinische Diskussion) aus dem Talmud Traktat Schabbat 104a an, in welchem es heißt, dass die Gesetze vom Berg Sinai (sprich die THORA) noch nicht einmal von einem Propheten abgeändert werden dürfen.

Wer einmal so richtig den Schabbat begangen hat, und das insbesondere bei Chassidim, der hat sicher das Gefühl erlebt, dass plötzlich alle Alltagssorgen und überhaupt alles Materielle eine unbeschreibliche Irrelevanz annehmen. Plötzlich kommt da ein Gefühl auf, bei welchem man im gleichen Augenblick hinfortgetragen wird und alles Weltliche vergisst. Wenn der Schabbat nur immer so weitergehen könnte...

Offenbar denke dies nicht nur ich, sondern der Chatam Sofer beruft sich mit seiner Feststellung auf den berühmten Kommentator Rabbi Moshe Alshich, der da der Frage nachging, was den Schabbat von anderen Wochentagen unterscheidet oder warum wir nur dann wirkliche Ruhe  finden.

Schabbat Schalom

Dienstag, März 16, 2010

Mordechai war Jude und kein Zionist



B"H

Erst neulich hielt ich eine Thoraparasha der in neben New York, Bnei Brak oder London, ansässigen"Neturei Karta" in den Händen. Die Parasha jedoch stammte aus Mea Shearim (Jerusalem). Auf der Rückseite des Blattes befand sich eine kleine Box unter dem Titel "Wacht Auf". Leider konnte ich nicht herausfinden, welche der zwei Mea Shearimer Neturei Karta Gruppen verantwortlich für die Publikation ist: Ob Rabbi Yoelish Kroisz oder der absolut extreme Rabbi Israel Hirsch.

Wie dem auch sei, in der "Wacht Auf - Box" war folgendes Statement zu lesen:

 "Mordechai war Jude (siehe Megillath Esther - Buch Esther) und kein Ziyoini - מרדכי היה יהודי ולא ציוני".

Während ich das las, begann ich mich zu fragen, was wohl Mordechai zu der Aussage gemeint hätte.:-)

Sonntag, März 07, 2010

Mea Shearim, Neturei Karta sowie ein "realistischer" chassidischer Tisch

B"H

"So und was hat Dir gestern abend der chassidische Tisch des Rebben gebracht ?"
Diese Frage stellte mit eine gute Bekannte aus dem ultra - orthodoxen Mea Shearim und insgeheim begann ich nachzudenken. In der Nacht zuvor war ich in von zwei Familien im Stadtteil eingeladen gewesen, schaffte es jedoch nur zu einer davon. Beide Familien sind das, was wir so gerne "antizionistisch" nennen und noch vor der ersten Schabbatmahlzeit lernte ich, dass man dort nicht "Hebräisch" sagt, sondern es "die Heilige Sprache - Laschon HaKoidesch" nennt".

Zusätzlich lernte ich, dass die Bewohner von Mea Shearim die Neturei Karta (NK) alles andere als mögen. Dies betrifft beide in Mea Shearim ansässigen NK Gruppierungen. Wie die NK will man selbst als Antizionist nicht die Araber über einen herrschen wissen, sondern andere Völker ohne israelische Regierung. Bis der Meschiach kommt und sich eh alles ändern wird. A la "Dritter Tempel" und so. Andererseits aber ist gerade die Neturei Karta im Stadtteil für ihre Wohltätigkeit bekannt und nicht alles ist grundweg schlecht.

Nach dem Schabbatessen machte ich mich auf um die Ecke zum chassidischen Tisch der Chassidut Toldot Aharon. Dort hatte Rebbe David Kahn schon längst Kiddusch (Segen über den Wein) gemacht und man setzte ihm seine richtige Mahlzeit vor.
Bei Tisch eines Rebben versammeln sich die Chassidim um einen riesigen Tisch. Wer dort keinen Platz findet, der steht auf bankartigen Tribünen und schaut zu, was der Rebbe macht. Der wiederum redet von der Thora oder man singt Lieder. Meist herrscht eine unbeschreibliche Atmosphäre, die man umso mehr geniesst, wenn man chassidische Konzepte zu schätzen weiss.

Bis kurz nach 1.00 Uhr morgens (bis zum Ende) blieb ich bei Tisch der Toldot Aharon und genoss die neue weiträumigere Synagoge trotz der hohen Besucheranzahl. Irgendwie traf es sich, dass ich neben der Rebbitzen (Frau eines chassidischen Rebben) stand und nebendran mit einer Toldot Aharon Frau sprach, die ich schon länger kenne.

Was ich vom Tisch spirituell mitnahm ?
Beim Tisch ging es eher ruhig zu, denn Rebbe David Kahn ist gewiss nicht so entertaining wie sein Bruder, der Rebbe der Splittergruppe Toldot Avraham Yitzchak. Spirituelle Höhen fand ich am Freitag abend nicht unbedingt; stattdessen liess ich meine Gedanken umherwandern. 
Wie sich wohl eine Newcomer in dieser so geschlossenen Gesellschaft der Toldot Aharon
fühlen täte ? Nicht, dass ich auch nur irgendwo Mitglied werden will, dennoch stellte ich mir die Frage, wie gerade Newcomer auf ihr vorheriges Leben verzichten und sich allein auf diese Gruppe und deren Inhalte ausrichten. Wie bringt man soetwas fertig ? Wie lege ich mein Schicksal in die Hände der Gruppe bzw. des Rebben ?

Anstatt vor mich herzuträumen und mich von chassidischen Gefühlen überwältigen zu lassen (wie das bei vielen Besuchern so der Fall ist), wog ich einige Realitäten sorgsam ab und habe so wohl doch einiges vom Tisch mitgenommen.

Mittwoch, Oktober 07, 2009

Die Neturei Karta und Ra'ad Salach

B"H

Die Neturei Karta machte gestern wieder einmal mehr von sich reden. Wobei man stets bedenken sollte, dass die Neturei Karta nicht immer gleich DIE Neturei Karta ist. Auch innerhalb dieser extrem antizionistischen Ausrichtung bestehen verschiedene Strömungen und nicht jedes Mitglied ist gleichzusetzen mit jenem Friedmann aus Wien, der da Achmadinejad die Hand schüttelte.

Aufgrund der palästinensischen Ausschreitungen um den Tempelberg wurde einer ihrer Scheichs, Ra'ad Salach, von der israelischen Polizei verhaftet. Salach ist als extremer Aufrührer bekannt und will die komplette Vernichtung des jüdischen Staates.
Und wer kam ihm zu Hilfe ?
Die Neturei Karta, welche die zionistische Polizei verurteilt.

Ich glaube kaum, dass Salach so furchtbar glücklich über die unerwarteten Anhänger war.
Nicht, dass die Neturei Karta die Araber so ungemein liebt. Vielmehr wollen auch sie die Niederschlagung des jüdischen Staates, denn dann würde der Meschiach sofort kommen.

Details zum Antizionismus hier !




Photo: Walla & Chadrei HaCharedim

Sonntag, Juni 14, 2009

"Kerut Schafcha"

B"H

Als ich auf meinem englischen Blog ein bestimmtes Photos eines chassidischen Rebben veröffentlichte, ahnte ich nicht, was mich erwartet. Nicht, dass die Kommentare sich allein um besagte Rebben drehten; vielmehr ging es nebenher um den einstigen Leiter der Neturei Karta in Mea Shearim, Rabbi Amram Blau (Bloi), der im Jahre 1974 verstarb.



Rabbi Amram Blau (Bloi), 1894 - 1974, Oberhaupt der Neturei Karta in Mea Shearim.

Rabbi Blau wurde durch seine wilden Demonstrationen gegen verschiedene Erlasse des für ihn "zionistischen Staates Israel" bekannt, aber in der haredischen (ultra - orthodox.) Gesellschaft fiel er dadurch auf, dass er nach dem Tode seiner ersten Frau die französische Konvertitin Ruth heiratete. Verwandte des Rabbis regten sich so auf, dass sie vor ein Beit Din (rabbinisches Gericht) zogen und der Rabbi samt neuer Frau für ein Jahr in die Stadt Bnei Brak (nahe Tel Aviv) verbannt worden waren. Ruth andererseits hatte eine gewisse History hinter sich, über die ich noch in alles Ausführlichkeit berichten werden.

Wieso aber sollte ausgerechnet Rabbi Amram Blau die Konvertitin Ruth heiraten ? Wer macht solch einen Schidduch (Heiratsmatch), denn wissen wir nicht zu genau, dass die haredische Gesellschaft nicht unbedingt Neuzugänge heiratet. Baalei Teshuva (später im Leben relig. gewordene Juden) oder Konvertiten zum Judentum werden in der Regel mit Gleichgesinnten verheiratet.

Warum also heiratete Rabbi Blau die Ruth ?

Ein Leser machte mich auf eine Halacha aufmerksam, die ich bis dahin noch nicht kannte. Im Fachjargon wird sie "Kerut Schafcha" genannt und ursprünglich stammt das Gesetz aus der Thora (Sefer Devarim - Deuteronomy 23:2). Bei "Kerut Shafcha" handelt es sich um einen Juden, dessen Genital verletzt wurde und er aufgrunddessen unfähig ist, Kinder zu zeugen. Sobald solch ein Mann eine Ehepartnerin sucht, ist es ihm nur erlaubt, eine Konvertitin zum Judentum zu heiraten. Die Thora verbietet diesem Mann eine Ehe mit einer geborenen Jüdin einzugehen.

Die genauen Details zu dieser Halacha finden wir im "Schulchan Aruch - Code of Jewish Law", der "Mischna Thora - Hilchot Biah 16:1" des Rambam (Maimonides, 1135 - 1214) sowie im Talmud Traktat Yevamot 76a.

Dies war also der Grund, warum Rabbi Blau die Ruth heiratete, denn er war an seinem Genital verletzt worden und konnte ab einem gewissen Zeitpunkt keine Kinder mehr zeugen. Also kam für ihn als zweite Frau nur eine Konvertitin in Frage.
Warum gerade eine Konvertitin ? Klingt das nicht irgendwie abwertend ?
In der Thora heißt es, dass "derjenige nicht in die Gemeinde G - ttes einheiraten darf". Sprich keine geborene Jüdin heiraten darf.

Hierzu kommentiert Rasch, dass obwohl Konvertiten halachisch einwandfrei zum Judentum konvertierte, sie dennoch nicht zur "Gemeinde G - ttes" zählt. Im Talmud Traktat Kidduschin 72b - 73a gibt es einen Disput zwischen Rabbi Jose und Rabbi Yehudah. Letzterer vertritt die Ansicht, dass eine Konvertitin zum Judentum sehr wohl zur "Gemeinde G - ttes" zählt; Rabbi Jose hingegen sagt NEIN und die hier angesprochene Mischna in Talmud Yevamot 76a folgt der Meinung des Rabbi Jose.

Ein kurzer Ausflug in den Talmud Kidduschin 72b - 73a:
Hier legt Rabbi Jose fest, dass ein Konvertit zum Judentum (egal, ob männlich oder weiblich) einen Mamzer / eine Mamzeress heiraten darf. Ein Mamzer (im Deutschen vielleicht mit "Bastard" zu übersetzen) ist ein Kind hervorgegangen aus einer in der Thora verbotenen Beziehung. Zum Beispiel ging die Frau während der Ehe fremd.
Den Begriff des Mamzer aber nicht verwechseln mit dem "Chalal" - dem Kind eines Cohen (Tempelpriesters) und einer ihm verbotenen Frau (siehe Leviticus 21:7).

Auch an der Stelle des Mamzer führt Rabbi Jose an, dass ein Konvertit nicht zur "Gemeinde G - ttes" gehört. Den Begriff "Gemeinde G - ttes" finden wir 5x in der Thora; immer dort, wo bestimmt wird, er nicht in die "Gemeinde G - ttes" einheiraten darf. Unter anderem finden wir hier die Mamzerim, die Ammoniter und die Moabiter, Ägypter und Edomiter.

Andererseits ist es einem männlichen Konvertiten zum Judentum erlaubt, die Tochter eines Cohen zu ehelichen, wohingegen ein Cohen selber keine Konvertitin heiraten darf.

Aber zurück zum Talmud Yevamot 76a:
Was, wenn ein im Genitalbereich verletzter Jude ein Cohen ist ? Darf er dann trotzdem eine Konvertitin heiraten ?

Die Meinungen sind gespalten, allerdings gilt die Regel, dass in dem Falle der Cohen von seinem besonderen Amt entbunden ist und eine Konvertitin heiraten darf (siehe unter anderem Rabbeinu Tam und den Ramban - Nachmanides, the Rambam - Maimonides sowie den Schulchan Aruch).

Ehrlich gesagt verstehe ich immer noch nicht, warum Konvertiten zum Judentum nicht zur "Gemeinde G - ttes" gehören. Allein, weil die Liste mit den verbotenen Mamzerim, etc. irgendwie auch auf Konvertiten ableiten lässt ?

Donnerstag, Mai 21, 2009

Ohne Worte !!!

Sonntag, April 26, 2009

"Tag der Knochen" - Die israelische Unabhängigkeit

B"H

Am Dienstag abend und Mittwoch feiert Israel seinen 61. Unabhängigkeitstag. Fast jeder Israeli geht dann hinaus ins Freie, grillt oder unternimmt Ausflüge in die Natur.
Fast jeder Israeli, aber nicht alle !

Alljährlich kommen die üblichen Diskussionen auf, ob und warum zahlreiche Haredim in Jerusalems berühmten ultra - orthod. Stadtteil Mea Shearim, anderen haredischen Stadtteilen oder in Bnei Brak bei Tel Aviv den Unabhängigkeitstag ignorieren. Für viele haredische Richtungen ist es ganz einfach ein normaler Arbeitstag ohne Grund zum feiern. Vor allem Chabad, die Satmarer Chassidim sowie die Neturei Karta bezeichnen den Tag als "Tag der Knochen" und der Trauer. Die Bezeichnung "Tag der Knochen" ist ein hebräisches Wortspiel. Der Unabhängigkeitstag heißt übersetzt "Yom HaAzma'ut" und man hat ihn symbolisch in "Yom HaAzamot" umbenannt.

In Mea Shearim gibt es zwei große Gruppen, die den Staat Israel ablehnen: Die Neturei Karta sowie die Edah HaCharedit, eine Organisation bestehend vor allem aus Satmar, Toldot Aharon, Toldot Avraham Yitzchak, Spinka, Teilen Breslovs, Anhängern des Vilna Gaon sowie den Mischkenot HaRoim und Dushinsky. Die Neturei Karta in Mea Shearim besteht nur aus einigen wenigen Familien, welche meistens im und um Beit Hungarin (ein Hinterhof nahe Mea Shearim Street) leben. Ihre Blühtezeit erlebte sie in den fünfziger und sechziger Jahren zu Zeiten der Rabbis Amram Blau (Bloi) und Aharon Katzenellenbogen. Heute wie damals besitzt die Neturei Karta einiges an Einfluß auf die Edah. Nicht, dass sie dort selbst vertreten sind, sondern viel mehr durch die Satmarer Chassidim.

Israel könne nur wieder als eigenes Land gelten, wenn der Meschiach kommt, so die zwei Gruppen. Alles andere wie der heutige Staat Israel sei G - tteslästerung. Israel wird nicht mit weltlichen Gesetzen regiert, sondern folgend der Thora und der Halacha (dem jüd. Religionsgesetz). Außerdem werde nur im Israel des Meschiach die hebräische Sprache benutzt. Dies ist der Grund, warum heute viele chassidische Gruppen im Alltag fast nur auf Jiddisch kommunizieren.

Die Neturei Karta, Satmar, Toldot Aharon u.a. sind dafür bekannt, dass sie KEINE israel. Busse (Egged) benutzen. Sie verfügen über eigene Krankenkassen und VERWEIGERN die israel. Sozialhilfe. Finanziert werden sie vor allem von anderen Chassidim aus den USA.

Wer am Unabhängigkeitstag durch die Straßen Mea Shearims geht, der sieht keinerlei israel. Flaggen ausgehängt. Nichts deutet auf einen Feiertag hin. 200 Meter weiter, in der Jaffa Road, sind die Feiern in vollem Gange, doch am Kikar Schabbat, in Malchei Israel und Mea Shearim Street ist von all dem nichts zu spüren. Die Geschäfte sind geöffnet und man sieht Schulkinder aus der Schule kommen.

Viele Jahre lang feierte ich den Unabhängigkeitstag fast genauso wie alle anderen Israelis auch. Mittlerweile aber hat sich das gelegt, was auf zwei Gründen basiert: Erstens lernte ich zwischenzeitlich eine Menge über die Gründe des Antizionismus und zweitens stellt man sich nicht selten die Frage, was eigentlich in unserem Land vorgeht und ob wir auf alles so stolz sein können. Statt vor dem Feiertag abends in die Große Jerusalemer Synagoge zu gehen, Hallel zu sagen (Psalmen 113 - 118), die Rede des aschkenazischen Oberrabbiners zu hören und dem Chor zu lauschen, beschränke ich mich auf einige wenige Kulturveranstaltungen. Dabei, unter anderem, den kostenlosen Besuch des Israel Museums sowie einige Theatervorstellungen unter freiem Himmel.

Nach ihrer Vertreibung aus Gush Katif weigerten sich sogar viele Nationalreligiöse die Unabhängigkeit zu feiern. Dann kam Olermt und alles wurde noch fraglicher. Korruption und Linke. Ist Israel ein Land, in dem sich ein relig. Jude wohlfühlt ? Nun haben wir Bibi Netanyahu und ich gebe zu, dass er das kleinere Übel gegenüber Zipi Livni ist.

In diesem Sinne bin ich wohl kein überragender israelischer Patriot, dennoch bin ich froh, dass Juden ihr eigenes Land besitzen. Schon allein des ewig steigenden Antisemtismus im Ausland, wo Israel den idealen Zuflcuhtsort bildet.

Gestern nachmittag ging ich durch den ultra - orthodoxen Stadtteil Ge'ulah in Jerusalem und las einen aktuellen Fakshivili (Mitteilungsposter der Haredim). Was dort zu lesen war, sprach mir direkt aus der Seele:


Wieder begehen die Zionisten ihren Unabhängigkeitstag.
Worauf sind die stolz ?
Darauf, dass Männer und Frauen zusammen wie wild in der
Innenstadt tanzen ? (Am Zion Square findet eine riesige Party statt)
Auf eine korrupte Regierung, die außerdem christlichen Missionaren immer mehr Grundstücke zuspricht ?
Auf Juden, die ins Ausland reisen und dort nichtjüdische Partner treffen und heiraten ? Und danach schlimmstenfalls mit nach Israel importieren.
Was für ein jüdisches Land soll das sein ?



Der Inhalt des Fakshivili hat Recht. Insbesondere die Netanyahu - Regierung nimmt immer mehr Spendengelder in Millionenhöhe von verschiedenen christlichen Gruppierungen (z.B. die fanatischen Evangelisten aus den Staaten - "Southern Baptist Convention") an. Ziel der Evangelisten ist es, sämtliche Juden nach Israel zu holen, sie dort zum Christentum zu bekehren und somit ein zweites Kommen des falschen Meschiach J. einzuleiten.

Heutzutage werden christliche Prominente geradezu hofiert. Ein Ding der Unmöglichkeit noch zu
Zeiten der Regierung eines Menachem Begin. Im nächsten Monat kommt der Papst auf
Besuch und einige Rabbiner des Oberrabbinates (Rabbanut) scheinen sich darum zu drängeln, wer dem ehemaligen Hitlerjungen und Kriegshelfer die Hand schütteln darf. G - tt sei Dank lassen sich weder Rabbi Eliyashiv noch irgendwelche chassidischen Rebbes auf derlei widerliche Aktionen ein.

Tausende junger Israel reisen alljährlich in den Fernen Osten, nach Europa oder Südamerika.
Unterwegs treffen sich nichtjüdische Freundinnen, die sie heiraten und schlimmstenfalls mit nach Israel importieren. Deutsche, Inderinnen, Chinesinnen, Russinen, Südamerikanerinnen, mitterweile läuft hier im Land alles herum und meint auch noch, Forderungen stellen zu können. Gehören solche "eingeheirateten" Nichtjuden nach Israel ? Anstatt dass sich viele Juden im eigenen Land und in
der eigenen Religion umschauen, suchen sie woanders und wenn es dann passiert,
ist der Aufschrei der Eltern groß. Instead of checking out they should start checking into Judaism.

In Israel laufen unzählige nichtjüdische Kinder aus derlei gemischten Eheverhältnissen herum. Vater Jude, Mutter nicht. Ergo, das Kind ist kein Jude und der Vater als Jude steht plötzlich mitNichtjuden da. In welchem Land leben wir eigentlich ? Ist es das, was G - tt von uns will ?

Obwohl berühmte Rabbiner wie der Ramban (Nachmanides) es als eine Mitzwah betrachten, in Eretz Israel zu leben, gehören derlei Beziehungen alles andere als zu einer Mitzwah. Ganz im Gegenteil, denn sie zerstören das jüdische Volk und in dieser Hinsicht mag ich nicht so recht an den Unabhängigkeitstag glauben. Neben einem Nichtjuden stehen und Flagge halten ?

Nationalrelig. und die christlichen Spenden

THANK YOU


Freitag, Oktober 24, 2008

Aus weiblicher Sicht: Sukkot in Mea Shearim

B"H

Einiges habe ich schon von den Vorgängen im ultra - orthodoxen Mea Shearim an den letzten Sukkotfeiertagen berichtet. Zusätzlich gibt es jedoch noch mehrere Infos, die ich an dieser Stelle einmal ansammeln will. Darüber hinaus habe ich einige delikate Einzelheiten von den Chassidim selber erhalten und das israelische Online - Magazin YNET hatte auch schon seine Berichterstattungsfühler ausgestreckt. Hier jedoch erst einmal ein persönlicher Erfahrungsbericht einer "weiblichen" Person, nämlich von mir. Weiblich betone ich deswegen, weil es gerade zu Sukkot in Mea Shearim so manche unfreiwillige Geschlechtereinschränkung gab.

Ich bin es gewohnt, anderen hingegen kommt es total fundamentalistisch bzw. sogar absurd vor. Da werden einige Straßen in ultra - orthodoxen Stadtteilen einfach nach Männlein und Weiblein getrennt. Die Mea Shearim Hauptstraße, die Gegend um die Synagoge der extremen chassidischen Gruppe Toldot Aharon, aber auch die nähere Umgebung der Beit Midrasch der Satmarer Chassidim mit einem der zwei Satmarer Rebben, Rabbi Zalman Leib Teitelbaum, dessen Beit Midrasch in Yoel Street steht (gegenüber Karlin - Stolin).

Wer seinen Weg zu den chassidischen Tischen bei dem Rebben der Toldot Aharon, ganz unten in der Mea Shearim Street, begann, den traf folgendes Bild: Die zwei Fraueneingänge der Synagoge waren unterteilt in einen Eingang und in einen Ausgang. Heißt, im hinteren Teil des Gebäudes ging man hinein, im vorderen Teil kam man wieder heraus. Schon auf der Eingangstreppe kam es zum Stau. Unzählige Besucher verlangten nach Einlaß; Toldot Aharon Frauen, litvisch - haredische Frauen, Nationalrelig. oder chassidische Frauen anderer Gruppen. Alles rannte im wahrsten Sinne des Wortes den Toldot Aharon die Bude ein. Aus dem Gebäude selber klang lebhafte chassidische Musik, welche von der hauseigenen Band gespielt wurde. Wer die Musik draußen hörte, der wollte nur noch hinein, um sich das Spektakel der tanzenden Männer im Erdgeschoß anzuschauen.

Oben angekommen, kam es zu weiteren Staus im endlos langen Korridor der Synagoge. Zwei junge Mädels eines privaten Wachunternehmens, gekleidet in knallgelben Westen, sorgten für Ordnung und wer in die zwei großen Räume der Frauenempore trat, der sah nur ein Bild: Frauenbeine auf den riesigen Metallgestellen. Alles queschte sich dort zusammen und jeder zog sich irgendwie an den Metallstäben hoch, um ins Erdgeschoß blicken zu können. Ein Rockkonzert ist dagegen gar nichts und das letzte Mal sah ich diese Euphorie beim Tisch des Satmarer Rebben Aharon Teitelbaum in Jerusalem (im Aug. 2007). Manchmal hatte man das Gefühl, dass die Gestelle jetzt bald zusammenkrachen. Stattdessen aber hingen sich immer mehr Frauen daran; manchmal sogar erfolgreich. Ein einziges Mal sah ich etwas ohne irgendwo zu hängen, und bei den zwei weiteren Malen kam ich hinein und ging durch die andere Tür gleich wieder hinaus. Null Chancen auf Sicht.

Ging man rechts in die Mea Shearim Street, so hielten sich die Frauen auf der linken Seite. Auf der Straße gingen die Männer und auf dem linken schmalen Gehsteig befanden sich die Frauen. Alles viel zu eng und richtig heikel wurde es immer dann, wenn eine Frau mit Kinderwagen kam. Nicht zu erwähnen die doppelte Kinderkarre für Zwillinge. Das wars dann und der Stau war perfekt. YNET schrieb, dass jeden Sukkotabend 15.000 Besucher nach Mea Shearim strömten und zu den chassidischen Tischen drangen.

Gleich vorne an der Breslover Synagoge ging nichts mehr. Die Frauen liefen hinter einer weißen Plastikplane entlang, damit auch bloß kein Mann sie sehen konnte. Dann aber tauchte das Problem der Straßenüberquerung auf. Was, wenn ich oder ein Mann die Straße in die entgegengesetzte Richtung überqueren wollte ? Was dann ?
Um in die Querstraße an der Breslover Synagoge und in den Mea Shearim Markt zu gelangen, gingen die Männer über eine eigens aufgestellte Holzbrücke. Die Frauen gingen unten durch. Wie jedoch sollte Frau in die Straße zum Markt gelangen ? Davor standen Absperrgitter mit privaten Wächtern und wer auf alles keine Lust verspürte, dem blieb nichts anderes übrig als die Mea Shearim Street bis zum hinteren Teil des Markteinganges zu entlangzulaufen und so in den Markt zu gelangen. Am Ende nämlich war alles offen und nicht mehr nach Geschlechtern getrennt. Eine chaotische Situation, denn einerseits waren alle getrennt und woanders trafen die Geschlechter wieder aufeinander. Wozu also das Chaos und die Brücke ?

Und hier beginnen die Spekulationen, Fakten oder was auch immer sich jemand vorstellt. Inoffiziell war zu hören, dass die Toldot Aharon (ggf. zusammen mit den extremen Mishkenot HaRoim) die Geschlechtertrennung organisierten. Dafür spricht, dass ich einzelne Toldot Aharon Chassidim sah, wie sie den privaten Anstandswachleuten halfen und sogar den Autoverkehr regelten.

Inoffiziell ist zu hören, dass das gesamte Chaos nur dazu dienen sollte, den Besuchern den Zugang zum Mea Shearim Markt so schwer wie möglich zu machen. Warum ? Weil sich dort die große Konkurrenz, die Abspaltung der Toldot Aharon, die Toldot Avraham Yitzchak, befinden. Der Rebbe der Avraham Yitzchak, Rabbi Shmuel Yaakov Kahn, ist der ältere Bruder des derzeitigen Toldot Aharon Rebben David Kahn. Die Beziehung der beiden Brüder zueinander sowie der Mitglieder ist schwer zu beschreiben. Einerseits macht man öffentlich auf Freundschaft, andererseits hingegen gibt es nicht selten Dispute. Und so auch wieder einmal an diesem Sukkot.

Ein Chassid ließ mir von einem anderen Chassid ausrichten, dass der aktuelle Kampf der beiden Gruppen aufgrund des Essens entstand. Der Toldot Aharon Rebbe wollte an die Besucher nur reguläre Kost ausgeben und keine Fleischsuppe (Cholent). Der Avraham Yitzchak Rebbe jedoch plante das Gegenteil. Was ist richtig und wer hetzt gegen wen ?

Außerdem krachte es einmal wieder erneut im Gebälk zwischen der Neturei Karta und den Toldot Aharon. Den Grund habe ich noch nicht ganz herausfinden können, doch brodelt es zwischen den beiden Gruppierungen schon lange. Weiterhin wurden die Toldot Aharon beschuldigt, einige Yeshivastudenten verprügelt zu haben.

Die säkulere Presse und anderweitige Außenstehende betrachten solcherlei Vorfälle jedesmal als gefundenes Fressen. Den betroffenen Chassidim hingegen ist das egal, denn hier geht es um die eigene Machtstellung und die Machtposition des Rebben. Allerdings bleibt immer die Frage, inwieweit die jeweiligen Rebben was veranlassen und ob die Chassidim nicht vieles selbst unternehmen. Wer kann das noch im Eifer des Gefechtes überschauen ? Und wer hetzt da wen gegen wen ?

Was mich immer interessiert ist, wie sich die Frauen dabei fühlen. Da kommt man in eine Straße, in welcher fast in der Mitte ein Metallgitter bezogen mit einer weißen Plastikplane prangt. Solche Bilder kennen wir bestenfalls aus dem Iran oder aus Afghanistan, aber aus dem modernen Israel ?

Zu Anfang nervte mich der Einfallsreichtum total. Wer denkt sich bloß solche idiotischen Sachen aus ? Wer kann sich überhaupt soetwas ausdenken ?

Irgendwann gewöhnte ich mich an die Absperrungen. Auch, weil ich dort nicht wohne und das nicht unentwegt an den Sukkotfeiertagen mitmachen mußte. Außerdem findet diese extreme Art der Geschlechtertrennung nur einmal im Jahr, nämlich an Sukkot, statt. Ich traf auf Frauen, die das Ganze für absurd hielten und ebenso vernahm ich Stimmen, die das alles begrüßten. Endlich einmal ist Frau unter sich und setzt sich keinen ständigen Männerblicken aus. Beides hat so seine Vort - u. Nachteile. Ehepaare zeigten sich manchmal recht genervt, wenn sie getrennt wurden und sehr viele männliche Chassidim betrachteten die Geschlechtertrennung ebenso als viel zu weit hergeholt. Aber was will man machen, wenn Toldot Aharon dasteht und alles regelt. Wem es nicht passt, der braucht ja nicht zu kommen. Und wer kommt, der hat sich gefälligst an die Spielregeln zu halten.

Chaotisch wurde es für mich als ich die Hauptstraße überqueren wollte, um in die Synagoge der Mishkenot HaRoim zu gelangen. Vor der Synagoge hatten nur Männer Zutritt, aber im Fraueneingang befanden sich Frauen. Wie waren die nur dahin gekommen ? Ich sprach mit einem der privaten Wachposten und der ließ mich schnell passieren. Ich rannte über die Straße, inmitten der Männer hindurch, und kam in die Synagoge. Eine Frau zog gerade ihren Kinderwagen die Treppe hinauf und grinste mich an, dass ich es doch tatsächlich geschafft hatte.

Geschlechtertrennung hin oder her - ich habe mich längst an vieles gewöhnt oder besser gewöhnen müssen. Als Frau kann ich mich nicht so bewegen wie ein Mann. Beim chassidischen Tisch stehe ich auf der Hinterbank im Obergeschoß und sehe den Rebben und die Chassidim bestenfalls durch eine Glasscheibe. Frauen spielen nur die zweite Geige und bekommen bei einem Mea Shearim Tisch nichts vom Essen des Rebben ab. Wer Glück hat, der bekommt Kuchen bei Kretchnif in der Yoel Street, aber sonst läuft gar nichts. Bei den Toldot Aharon werden die Frauen sogar gebeten, den Tisch mindestens 15 Minuten (besser 30 Minuten) vor dem offiziellen Ende zu verlassen und heimzugehen. Rebbe David Kahn erließ diese Anordnung, denn es soll verhindert werden, dass sich bei einem gemeinsamen Strömen aus der Synagoge die Geschlechter unnötig in den umliegenden Straßen tummeln.

Für jemanden, der noch nie mit diversen chassidischen Strömungen zu tun hatte, mag dies frauenfeindlich erscheinen. Wer oft mit den Chassidim zu tun hat, wundert sich über fast gar nichts mehr und gewöhnt sich daran. Wer meint, er müsse rebellieren, wird auf taube Ohren stoßen, denn nichts wird die haredische Gesellschaft ändern. Und falls doch, erfolgen die Innovationen Schritt für Schritt und sehr langsam; und nicht, weil ich jetzt etwas unternehmen will.

Auch zum nächsten Tisch werde ich mich wieder anständig anziehen und mich ebenso anständig benehmen. Alles ist Gewöhnungssache und nicht jede chassidische Familie benimmt sich daheim so extrem. In den eigenen vier Wänden wird das Leben zur Privatsache und nichts geht den Nachbarn mehr etwas an !

Dienstag, Oktober 21, 2008

Besuch bei der Neturei Karta

B"H

Niemand sollte jemals behaupten, die antizionistische Neturei Karta habe nicht die schönste Synagoge in ganz Mea Shearim. Sogar noch viel schöner als das Schtieblach (Stube, kleine Synagoge) Mea Shearims.

An den Zwischenfeiertagen vom Laubhüttenfest Sukkot stattete ich, unter anderem, auch der Neturei Karta Synagoge "Thora ve'Yirah" einen Besuch ab. Das "Simchat Beit HaShoeva" (eine alte Tempeltradition – Wasser vom Shiloach in den Tempel zu bringen und heute mit Musik und Tanz feiernd) war noch in vollem Gange und Mea Shearim war dermaßen vollgepackt mit Besuchern, dass sich alles gegenseitig auf die Füsse trampelte.

Wie gewohnt, war ich erst bei der chassidischen Gruppe Toldot Aharon, war jedoch nur ein einziges Mal darin erfolgreich, die tanzenden Chassidim im Erdgeschoß zu sehen. Einmal landete ich danach bei der kleinen antizionistischen Gruppe, dem Edah HaCharedit Mitglied "Mishkenot HaRoim". Eines ist sicher, die "Mishkenot HaRoim" wissen zu feiern.

Wenige Tage später waren die "Mishkenot HaRoim" für Frauen gesperrt und so war ich gezwungen, einmal wieder umzudisponieren. Ich landete bei der etwas moderateren "Neturei Karta – Version" in der "Thora ve'Yirah – Synagoge" im Mea Shearim Markt. Rabbi Israel Hirsch mit seiner extremen Ausrichtung ist nur wenige Meter weiter ansässig. Die Neturei Karta selber ist nicht nur eine einzige Ideologie, sondern besteht aus mehreren internen Richtungen. "Thora ve'Yirah" ist eine relative neue Synagoge mit einem Speisesaal im Erdgeschoß und einem weitläufigen Dach. Als weibliche Person sollte man viele Treppenstufen in Kauf nehmen.

Die Frauenempore (Ezrat Nashim) selbst besteht aus zwei Räumen. Ein Raum ist vollgepackt mit Stühlen, Bänken und einem Thoraschrein (Aron HaKodesh). In der zweiten Hälfte sitzt man auf den regulären Metallbänken, welche die üblichen Sitzgelegenheiten bei einem chassidischen Tisch darstellen. Die Wände sind vielfach verziert und die gesamte Architektur ist einfach unbeschreiblich.

Die Männer tanzten, wobei die Mehrheit der Teilnehmer litvisch und nicht chassidisch war. Das ganze Gebäude war voll Besucher und alles strömte nur so herein. Seminargirls, Nationalrelig. sowie litvische Girls. Amerikaner, Israelis, alles war da. Jemans, der die Neturei Karta total ablehnt, sagte mir, dass die meisten Besucher wahrscheinlich gar nicht wußten, wohin sie da eigentlich gingen. Das könnte sein, doch ein jeder schien die Zeit zu geniessen und plötzlich war alle Politik beiseite gestellt.