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Dienstag, August 07, 2012

Juden im Arabischen Altstadtviertel von Jerusalem

B"H 

Yeshivat ATERET COHANIM (ein jüdisches Lehrinstitut) präsentiert ein interessantes Video zum jüdischen Leben in Jerusalems altem Yishuv. Oder in anderen Worten: Schon immer lebten in der Jerusalemer Altstadt Juden und, mit Beginn des 20. Jahrhunderts, siedelten sich Tausende Juden sogar im Arabischen Viertel der Altstadt an. 

Ich hörte Teil der antizionistischen Neturei Karta sagen, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts Juden und Aaber friedlich zusammenlebten, doch diese Behauptung ist absolut falsch. Schon immer gab es Spannungen zwischen beiden Völkern und in den Jahren 1920 sowie 1929 kam es zu mehreren Judenpogromen in Hebron, Safed und in der Altstadt von Jerusalem, bei denen zahlreiche Juden auf grausame Weise von den Arabern einfach niedergemetzelt wurden.

Montag, Juli 02, 2012

Kleiner Einblick in die Vergangenheit des osteuropäischen Judentums

B"H

Wołożyn Voloshin. Little town in Belarus, pre war in Poland. There was located famous yeshiva - (Talmudic seminary), founded in the early 19th century by Rabbi Chaim Volozhin. I just found on Bialystok jewish cemetery grave of Mariashe, wife of the Genius Gaon Reb Nachman Zerach Simchowicz and daughter of HaRav Moshe Fridland Frydland a biblical scholar from the Volozhin Yeshiva.... Interesting coincidence between Bialystok and Wolozhin...




Heutzutage begegnet man in bestimmten Teilen der USA, Englands und in Israel jenen männlichen orthodoxen Juden, wo schwarze Hüte getragen werden. Filzhüte und der bekannteste Hersteller nennt sich BORSOLINO. 

In einem gesonderten Artikel habe ich bereits versucht, das litvishe (litauischen) Judentum zu definieren. Die sogenannten Litvaks gehören zum ultra – orthodoxen Judentum, sind jedoch das genaue Gegenteil der Chassidim. Genaue Definitionen zum litvishen Judentum erweisen sich als schwierig, denn irgendwie kann jeder Jude ein Litvak sein. Zwar leben die Litvaks nicht mehr, wie bis vor dem Holocaust, in Litauen bzw. Osteuropa, ihre Ideologie hat sich aber dennoch bis heute aufrechterhalten. Von außen betrachtet, bedarf es nicht viel: Ein Litvak kleidet sich in einen schwarzen Anzug mit weissem Hemd und einem schwarzen Hut. Unter dem Hut trägt er eine schwarze Kipa. Das ist alles. Wie viele chassidische Gruppen leben die litvishen Juden nicht in einem Stadtteil, sondern verteilen sich einzeln dort, wo sie gerade wohnen wollen. Sie richten sich nach einem bestimmten Rabbiner, doch kennen keine Gruppengesetze wie die Chassidim.

Bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges und dem Holocaust war das litvishe Movement vorwiegend in Osteuropa anzutreffen. Nicht genau so angezogen, wie dies heutzutage der Fall ist. Bis vor ein paar Jahrzehnten trug man einen regulären Hut, und die Farbe von Hemd und Hose waren freigestellt. Auch die Yeshivot (relig. Lerninstitute) Osteuropas waren völlig anders ausgestattet als dies heute der Fall ist. Wer heute als männlicher oder weiblicher Jude eine Yeshiva / Frauenseminar besucht, der erhält einen Platz im Dormitory sowie Mahlzeiten. Wer zahlen kann, tut das. Wer kein Geld hat, unterschreibt ein Formular, indem er sich moralisch verpflichtet, vielleicht später einmal zu zahlen. Dann, wenn er das Geld aufbringen kann. Ist das nicht der Fall, so zahlt er nichts. Während der Studienzeit ist er somit von den monatlichen Zahlungen entbunden. 

Zu früherer Zeit mussten die Yeshiva – Leute in den osteuropäischen Shtetln selbst eine billige Unterkunft suchen und das Essen musste auch finanziert werden. So kam es, dass viele Studenten hungerten, denn sie hatten entweder gar kein oder nur wenig Geld. Dagegen scheint der Überfluss in vielen heutigen Yeshivot geradezu Luxus. Hinzu kommen Computer und anderweitige Freizeitangebote. Davon konnte man in der Vergangenheit nur träumen.

Mittwoch, Februar 01, 2012

Jüdische Orthodoxie: "Ohr Sameach" und "Machon Me’ir"

B"H 

Worin unterscheidet sich die jüdische Orthodoxie ? Muss man im ultra – orthodoxen Mea Shearim leben, um als ORTHODOX zu gelten ? Nein, sicher nicht und darüber hinaus gibt es unzählige Auslegungen des jüdisch – orthodoxen Lebens. Allerdings braucht deswegen noch lange nicht jeder Mann einen schwarzen Hut aufzusetzen oder eine Frau lange Röcke zu tragen. Es ist wichtig zu verstehen, dass sich die Orthodoxie recht facettenreich präsentiert, was gerade in Jerusalem besonders deutlich wird. Dort nämlich drängen sich streng Orthodoxe dicht an dicht mit traditionellen Juden, nationalreligiösen – zionistischen Juden, den Modern – Orthodox oder den super Modern – Orthodox Shlomo Carlebach Anhängern. 

Da mich jemand aus der Leserschaft fragte, was genau die einzelnen Richtungen innerhalb der jüdischen Orthodoxie bedeuten und wie diese zum liberalen Judentum stehen, hier eine kleine Serie zum besseren Verständnis. Wobei ich gerade das Verständnis nicht garantieren kann, denn vor allem in Deutschland werden Juden, die noch niemals in Israel an relig. Einrichtungen (sprich YESHIVOT oder SEMINAREN) studierten, sich schwer tun, nachzuvollziehen, von was genau ich rede. Das Problem sind die unterschiedlichen Mentalitäten und gerade in Deutschland werden viele Richtungen der Orthodoxie sofort als fanatisch, irre, total daneben oder nicht mehr zeitgemäss, abgehakt. Wer sich hingegen entschliesst, für mindestens ein halbes Jahr nach Israel zu kommen und an einer relig. Einrichtung zu lernen, der wird hinterher Probleme haben, sich wieder in eine deutsche Gemeinde einzuleben. In Israel laufen die Uhren anders und wer das verstehen will, der muss seine deutsche Mentalität erst einmal ad acta legen. 

Am besten zeigt sich, wer wer ist, wenn wir mit den unterschiedlichen Lernprogrammen einzelner orthodoxer Auslegungen beginnen. Zahlreiche Leser fragen regelmässig nach, wo sie was lernen können. Mit zwei, in Jerusalem, sehr bekannten Programmen will ich beginnen. Bitte beachtet, dass diese beiden Programme nur für männliche Bewerber offen stehen und keinesfalls für Frauen !!! 

Wer auf der nationalrelig. Yeshiva “Machon Me’ir” lernen will, muss Jude sein. Entweder jüdisch geboren oder halachisch orthodox konvertiert. Schummeln empfiehlt sich nicht, denn es werden Empfehlungsschreiben verschiedener Rabbiner verlangt. “Machon Me’ir” unterscheidet sich von meiner zweiten Beschreibung der haredisch (ultra – orthodox) – litvischen Yeshiva darin, dass das Machon Konversionskurse zum Judentum anbietet. Auch hier gilt: Ausschliesslich für männliche Bewerber !!! 

Beide Institutionen befinden sich in Jerusalem, wobei “Ohr Sameach” ebenso Niederlassungen im Ausland unterhält. Unter anderem in den USA. Die nationalreligiöse Yeshiva “Machon Me’ir” im gleichfalls nationalrelig. Stadtteil Jerusalems, Kiryat Moshe, vermittelt sehr viel Wissen zum relig. Zionismus. Wie wichtig das Land Israel ist. Im Sinne der Thora sowie der jüdischen Vorväter. Ferner werden jüdische Gesetze (Halacha) gelehrt oder auch Philosophie. Das Machon unterhält mehrere Zweige: Es lernen dort Neureligiöse jeglicher Herkunft. Ob Franzosen, Israelis, Anglos, etc. Von den Konversionskursen habe ich verhältnismässig viel Negativstories vernommen. Von Leuten, die dort lernten. Zum einen seien die Dormitories zu vollgestopft. Mit vier bis fünf Leuten in einem kleinen Zimmer. Außerdem werde bei den Konvertiten untereinander geklaut und, wie im russischen Konversionskurs, gesoffen. 

Kurse aller Art werden in hebräischer, französischer, russischer , spanischer oder englischer Sprache angeboten. 

Bei “Ohr Sameach” im Jerusalemer Stadtteil Ma’a lot Dafna schauen die Lernprogramme wesentlich anders aus. Hier setzt man auf das Talmudstudium. Selbst für Juden, die sich im Judentum kaum auskennen und erst einmal kleine Schritte in Richtung ihrer eigenen Religion unternehmen. Talmud deswegen, da man den Studenten etwas bieten will. Sozusagen, damit diese sagen, sie lernen “Talmud”. “Ohr Sameach” wird gerne mit der ebenso haredisch – litvischen Yeshiva “Aish HaTorah” in der jüdischen Altstadt Jerusalems verglichen. Beide Institutionen unterscheiden sich jedoch bei den Lerninhalten sowie der Mentalität ihrer Studenten. Insgeheim gilt “Ohr Sameach” als intellektueller. Andererseits hörte ich, dass AISH mit besserem Essen aufwartet. 

“Ohr Sameach” bietet keine Konversionskurse an, doch gibt es dort einen Rabbiner, welcher sich um Konversionswillige kümmert und seinen eigenen Kurs unterhält. Unabhängig von “Ohr Sameach”. Wer Näheres dazu wissen will, kann einen Kommentar hinterlassen oder mir schreiben ! 

Hier ein paar Video – Eindrücke und morgen werde ich mit den Beschreibungen fortfahren ! 

Falls jemand fragt, ob er als deutscher Jude an den Programmen teilnehmen kann: Ja, kann er. Vorausgesetzt er ist der englischen Sprache mächtig. 

Und die Kosten ? “Machon Me’ir” wird teilweise auch von der Jewish Agency gesponsort und bietet Kurse sowie Wohngelegenheiten in den Dormitories günstig an. Die aktuelle Preisliste kenne ich nicht, doch dürften sie sich um ca. 200 – 300 Euro / Monat bewegen. Inklusive Lernen, Essen und Unterkunft. 

“Ohr Sameach” ist da wesentlich teurer, doch werden Stipendien angeboten. Vor einiger Zeit war es noch so, dass man das erste Studienjahr umsonst bekam. Ob dem noch so ist, muss ich erst erfragen.     


OHR SAMEACH




Machon Me'ir 

Donnerstag, Dezember 22, 2011

Südkoreanisches Filmteam in der Ponevezh Yeshiva

B”H

Die in der litvisch – haredischen (ultra – orthodoxen) Welt berühmte Yeshiva PONEVEZH erhielt Besuch aus Südkorea. Ein Filmteam kam und suchte nach den Wurzeln der jüdischen Intelligenz, welche, allem Anschein nach, im Talmudstudium zu suchen ist. Nicht ganz unberechtigt die Annahme, denn aus meiner aktiven Yeshiva – Zeit, wo auch ich Gemara (rabbinische Diskussionen des Talmud) lernte, weiss ich, dass das Talmudstudium einiges an Köpfchen abverlangt. Meine hebräisch – aramäischen Talmudwörterbücher liegen immer noch vor mir im Regal und ich fühle mich schon sei längerer Zeit etwas schuldig, nicht mehr viel davon in die Hand zu nehmen. Aber demnächst soll sich der Zustand ändern. 

Ponevezh befindet sich heute in Bnei Brak bei Tel Aviv und gilt als “Nobel”Yeshiva. Wer keinen Vater hat, der ein überaus anerkannter Rabbiner ist und einen ausgezeichneten Leumund vorweisen kann, der hat bei der Aufnahmeprüfung Null Chancen. Ferner gilt Ponevezh als konservativ und die Studenten gehen weder ins Kino noch setzen sie ihren Ruf sonst irgendwie aufs Spiel.


Sinn des Talmudstudiums ist sein Leben zum Positiven zu verändern !

Samstag, Oktober 01, 2011

Einsamkeit an den hohen Feiertagen

B”H 

Die Thematik, die ich hier anspreche, beziehe ich auf Israel, denn dort kenne ich mich diesbezüglich am besten aus.


Insbesondere vor Pessach und Rosh Hashana werden viele Juden in Israel nervös, wenn sie immer noch auf eine Einladung an den Feiertagen hoffen. In der säkuleren Welt Israels geht es Wochen vor den hohen Feiertagen schon los und sogar die Presse trichtert einem ein, dass man den ersten Abend des Rosh Hashana oder die Pessach Seder entweder groß feiere, ins Ausland fliegt oder sich zumindest in ein heimisches Hotel begibt, um dort zu feiern. Alles nervt mit der Frage “Wo und mit wem man denn den Feiertag verbringe” und gerade das verursacht bei vielen Menschen Stresssituationen, denn sie wissen nicht, wo sie den Feiertag verbringen werden. Sie haben keinerlei Antwort parat, denn irgendwie stehen sie allein da und warten nach wie vor auf eine Einladung, die vielleicht niemals kommt. So ist es kein großes Wunder, dass gerade an diesen beiden o.g. Feiertagen die Selbstmordrate im Land am höchsten liegt. Wer allein zuhause sitzt, und das zur Zeit der Pessach – Seder oder des ersten abends von Rosh Hashana, dem wird bewusst, wie einsam er eigentlich ist.

Vorgestern sprach ich mit jemandem und ich kann gar nicht mehr sagen, wie wir auf das Thema zu sprechen kamen. Jedenfalls meinte derjenige plötzlich: “Siehst Du all die Leute hier ? Die Familie dort drüben mit den drei Kindern ? Das sind alles Leute, die keiner an Rosh Hashana haben wollte und deswegen sind sie in Tel Aviv”.

Mir war sofort klar, dass derjenige zu 100% Recht hatte. Eine sehr traurige Tatsache.



Sagen wir, jemand ist Neueinwanderer und besitzt keinerlei Familie in Israel; wo soll derjenige die Pessach Seder oder den ersten Abend von Rosh Hashana verbringen ? Niemand lädt ihn ein und insgeheim sieht er sich schon allein daheim sitzen während andere bei ihrer Familie feiern. Doch geht es nicht nur vielen Neueinwanderern so, denn unzählige Israelis befinden sich in derselben Situation. Egal, ob Single oder verheiratet mit Frau und Kindern.

Schon immer hatte ich die Eigenschaft, etwas allein auf die Beine zu stellen, anstatt mich groß auf andere zu verlassen. Andere Leute wiederum suchen immer nur eine Familie, bei der sie an den Feiertagen hocken wollen, anstatt Eigeninitiative zu entwickeln. Derlei Leute sind in meinen Augen total verzweifelt. Nicht “verzweifelt” in dem Sinne, doch können sie einfach nichts, außer, auf Teufel komm raus, bei einer Familie zu sitzen. Selbst dann, wenn man die Familienmitglieder im Grunde genommen kaum kennt. 

Insbesondere Yeshiva (relig. Schule) Studenten suchen jedesmal wieder einen Platz bei einer Familie, wo sie sitzen, am Festmahl teilnehmen und ein Feiertags – Feeling aufkommt (oder auch nicht). Durch all die Phasen bin ich auch gegangen und habe zweierlei Dinge gelernt. Erstens wollen viele Familien gar keine Gäste und sind genervt. Eine ehemalige Freundin berichtete mir einmal, dass ihre Yeshiva sie zu einer Familie sandte. Zum Schabbatessen, glaube ich. Besagte Familie hatte nur widerwillig zugestimmt und liess dann auch eine Art Unmut beim gemeinsamen Essen mit dem Gast aus.

Als Zweites lernte ich, dass ab einem gewissen Alter erwartet wird, dass derjenige selbst seine Feiern arrangiert und nicht immer bei anderen hockt. Etwas Eigenes daheim bei sich organisieren als vorher am Telefon sämtliche Bekannte abzuklappern, nur, um eventuell eine Einladung zu erhalten. An diesem Rosh Hashana, setzte ich das in die Tat um und organisierte mit ein paar Freunden eine kleine Feier. Unsere eigene Feier mit eigenem Essen, ohne dass wir von jemandem abhängig waren. Ich muss sagen, dass es mein bestes Rosh Hashana war, das ich jemals feierte. Ungezwungen, ohne Etikette und einfach nur so mit Freunden.

Meine persönliche Meinung zu jenen Juden, die immer nur auf Einladungen bei Familien hoffen, ist, dass dies ein recht armselige Art ist, den Schabbat oder den Feiertag zu begehen. Es zeigt, wie einsam der Mensch ist und ich begreife nicht, warum kaum jemand von ihnen eine Eigeninitiative entwickelt und selbst etwas auf die Beine stellt.

Lebe Dein eigenes Leben und organisiere selbst Deinen Feiertag ! Egal, mit wie viel oder wenig Geld, aber mache Dich nicht ewig abhängig vom Wohlwollen anderer. Hoffst Du immer noch auf eine Einladung, fehlt es Dir an Selbstbewusst sein und es zeigt, wie einsam Du bist. Und das allein ist ein trauriger Zustand, den es gilt zu ändern.

Samstag, August 06, 2011

Blick in eine YESHIVA

B"H

Wenn Ihr dem nachfolgenden Link folgt, erhaltet Ihr einen virtuellen Blick in eine Yeshiva. In ein relig. Lehrinstitut.


Montag, März 07, 2011

MACHON ME'IR auf Deutsch

B”H

Die nationalreligiöse Yeshiva MACHON ME’IR in Jerusalem und ihre deutsche Internet Site. Machon Me’ir folgt dem Zionismus des ersten Oberrabbiners von Israel (damals PALÄSTINA), Rabbi Avraham Yitzchak HaCohen Kook und ist vorwiegend ein Lerninstitut für neureligiöse Juden (Ba’alei Teschuva). Darüber hinaus führt das “Machon” orthodoxe Konversionen zum Judentum durch. In englischer, französischer und in russischer Sprache. 

Die Yeshiva ist NUR für männliche Bewerber !

Montag, Mai 10, 2010

Die VOLOZHIN Yeshiva einst und in der Gegenwart



Die berühmte Volozhin Yeshiva gegründet von Rabbi Chaim von Volozhin (in Litauen) Litauen im Jahre 1803. Rabbi Chaim war der bekannteste Schüler des Vilna Gaon und der Grossvater der später aufkommenden weltberühmten Rabbinerfamilie Soloveitchik.



Die Volozhin Yeshiva im Jahre 1998

Freitag, Mai 07, 2010

Schabbat Schalom

B"H

Yeshiva Studenten am Tel Aviver Strand. Und das noch nicht einmal am geschlossenen und für fremde Blicke verborgenen relig. Strand, sondern ganz normal am Strand für jedermann. Die schwarze Kipa abgenommen udn sich stattdessen mit Shorts in den Sand gelegt. Das ist die Mode zahlreicher amerikanischer sowie israelischer haredischen (ultra - orthodoxen) Yeshivastudenten. Man fahre nach Tel Aviv am Freitag morgen und abends sieht man dann alle wieder mit schwarzem Hut und in schwarzem Anzug / weissem Hemd in Jerusalem.

SCHABBES, SCHABBES !
Jeder muss irgendwann einmal kurz ausbrechen. Wenn auch nur für ein paar Stunden.

Besondere Pläne habe ich noch keine, außer ausschlafen.

Dann mal "Schabbat Schalom" an alle Leser und das jeder irgendwo seine 
Schlafnische finde !

Mittwoch, Dezember 09, 2009

Denunzierung von Yeshiva Studenten



Photo: Ynet


B"H

Viele Jahre lang bin ich, G - tt sei Dank, nicht mehr im Besitz eines TV - Gerätes. Der Laptop bzw. das Internet ist schlimm genug und zu oft eine reine Zeitverschwendung. Vor allem dann, wenn ich auf Youtube surfe.

Die haredische (ultra - orthodoxe) Gesellschaft steht, seitdem das Internet / TV existiert, einem riesigen Problem gegenüber, denn besonders junge Haredim surfen in Internetcafes. Angefangen bei TV - Programmen wie Filme und Sport bis hin zur Pornographie.
Litvische Haredim weniger, doch viele chassidische Gruppen legen Wert auf die Internetkontrolle. Sprich Gruppen wie Gur (jiddisch: Ger) verlangen den Report eines Computers im Heim eines Gruppenmitgliedes. Wer Internet will, der braucht eine Erlaubnis vom Rebben. Meist wird diese im Endeffekt nur dann erteilt, sobald der Chassid das Internet aus beruflichen Gründen benötigt. Wie, z.B., Chassidim, die als Broker oder Anwälte arbeiten.

Das Jerusalemer Internetcafe in der Jaffa Road kann ein Lied von der Kontrolle der haredischen Anstandspolizei singen. Circa alle zwei Wochen trudeln die Anstandswächter ein und wenn sie denn kommen, ist das Klo plötzlich mit flüchtenden Sündern vollgepackt.

Außer den News oder National Geographic schaue ich kein TV. Und Beides auch nur bei Gelegenheit, wenn irgendwo ein Gerät in der Nähe sein sollte. Alles andere ist Müll und Zeitverschwendung. Soll ich mir etwa Israels beliebtesten Schmalz "Big Brother" reinziehen ?
Da verzichte ich gerne !

Das ultra - orthodoxe Mea Shearim ist wieder einmal in "Aufruhr" oder besser gesagt das ansässige Anstandskommittee. Nachbarn sollen jene Bewohner denunzieren, die da einen Internetanschluss im Hause haben. Insbesondere Yeshivastudenten. Wobei ich annehme, dass die Mehrheit der Yeshivastudenten im Stadtteil Amerikaner sind, die an der benachbarten MIR Yeshiva lernen. Schwarze Kipa auf dem Kopf, aber besoffen aus dem Fenster gröhlen. So jedenfalls erlebte ich die jungen Amerikaner unzählige Male. Vor allem an Purim.
Da sie wohlhabende Eltern haben und eine ausreichende Kreditkarte zücken, bekommen sie jene Wohnungen zugesprochen, welche sich normale Haredim (ohne viel Einkommen) nicht leisten können. Die Eltern der Kids wissen hauptsächlich nicht, was ihre Früchtchen in Israel so treiben, die Nachbarschaft hingegen schon. Nein, den besten Ruf haben die Yeshiva - Anglo - Kids in Jerusalem nicht weg. Auch nicht bei der Polizei. Heutzutage verfügt jede Yeshiva (auch israelische) über hausinterne Drogenberater und an Problemen fehlt es nie.

Jetzt also geht die Anstandspolizei im Namen der Nachbarschaft auf Anstandsfang und ich bin mir sicher, dass es viel zu entdecken gibt.
Einen Rat an die betreffenden Kids: "Zieht einige Meter weiter nach Maalot Dafna, Ramat Eshkol oder auf den French Hill !"

Donnerstag, September 24, 2009

Machon Me'ir & Derech HaMelech

B"H

Ein Arbeitskollege meinte gestern zu mir, ich solle doch einmal ein wenig Werbung für seine Yeshiva "Machon Me'ir" betreiben. :-)
Nun, das habe ich schon mehrfach getan, doch für alle neuen Leser, hier ein kleiner Einblick :





Die Nationalreligiösen sind nicht gerade immer mein Spezialthema, doch kenne ich in Jerusalem mehrere Ex - Machon Me'ir Leute. Besagter Kollege ist Israeli und mittendrin in seinem Teschuva - Prozess.

Vor wenigen Monaten schrieb ich über eine Yeshiva ganz besonderer Art:

DERECH HAMELECH


Beide Yeshivot sind NUR für männliche Interessenten ! 


Es ist immer wichtig, egal, ob Männlein oder Weiblein, seinen Weg vorher zu kennen und diesbezüglich ein relig. Programm / Yeshiva auszuwählen.
Wer sich über nichts im Klaren ist, der besuche am besten zuerst ein generelles Vorbereitungsprogramm.

Wer Interesse hat, dem kann  ich gerne ein paar Tipps für Jerusalem geben. Es versteht sich von selbst, dass die Bewerber / innen jüdisch sein müssen !

Mittwoch, September 16, 2009

Thoraschreine

B"H


Bilder einiger kunstvoll gestalteter Thoraschreine (Aron HaKodesh) in verschiedenen Synagogen:



Der Thoraschrein der Chassidut Dushinsky in Jerusalem



Der Thoraschrein der weltberühmten litvischen Yeshiva "Ponebezh" in Bnei Brak (bei Tel Aviv)




Selichot Gebete vor dem Thoraschrein in der chassidischen Gruppe Permishlan


Link:

Aron HaKodesh.COM

Mittwoch, Juni 10, 2009

Der Aron HaKodesch (Thoraschrein) von Ponibezh

B"H

Die Bnei Braker Yeshiva (relig. Schule) PONIBEZH ist in der haredischen (ultra - orthodoxen) Welt berühmt als eine Art Eliteschule. Trotz aller internen Querelen um rabbinische Führungspositionen gilt Ponibezh als eine der begehrtesten Schulen litvischer Haredim.

Auf dem Photo: Litvische (litauische) Haredim auch Litvaks genannt. Sie sind nicht chassidisch und waren vor dem Holocaust vielerort in Litauen angesiedelt. Einige ihrer einstigen Yeshivot waren Ponebezh (heute in Bnei Brak bei Tel Aviv), Slobodka, Mir (heute in Jerusalem) oder Brisk (in Jerusalem und den USA).

Hier der berühmte Aron HaKodesch (Thoraschrein) der Ponibezh Yeshiva in Bnei Brak (nahe Tel Aviv).


Link:

Ponibezh Yeshiva in Bnei Brak (nur in hebräischer Sprache)

Nebenbei bemerkt: Ponibezh gibt sich konservativ und die Studenten gehen nicht in Kinos oder fallen durch sonstige Modernitäten auf!


Donnerstag, März 19, 2009

"Setz mich auf Deine Linkliste"

B"H

"Setz mich auch Deine Linkliste" - derlei Bitt - e - mails erreichen mich in letzter Zeit immer häufiger. Und diese Bitten kommen nicht von anderweitigen Mitbloggern, sondern stammen von nicht gerade unbekannten Rabbinern der amerikanisch orthodoxen Szene. Einige Rabbi davon kenne ich persönlich. Jedenfalls ich sie und sie nicht unbedingt mich.


Aufgrund ihres bekannten Namens dachte ich stets, sie kommen zurecht und brauchen niemand anderen. Abscheinend lag ich mit der Annahme falsch. Aber vielleicht liegt es auch nur an der Wirtschaftskrise. Zumindest bei jenen Sites, die Geld verlangen.

Neulich schrieb mich eine Yeshiva an; ich solle über sie schreiben und etawas auf Werbetrommel rühren machen. Deren Website schaute ganz passabel aus, aber ich berichte grundsätzlich über keine Yeshiva (relig. Schule), die ich mir nicht selber anschaute oder einen der Studenten kenne. Nur einfach so nach Website richten und einen Artikel über die "Heiligkeit des Ortes" verfassen, läuft bei mir nicht.

Und so bat ich besagte Yeshiva um einen Termin und dann trat das ein, was ich erwartet hatte. Man lasse eigentlich keine Frauen hinein, aber, naja, man schaue halt mal. Vielleicht lässt es sich ja für ein paar Minuten einrichten und meine Fragen könne ich als e - mail Paket senden. Das Paket sandte ich ab und seitdem hörte ich nichts mehr. Entweder ist der Verantwortliche noch nicht zum Antworten gekommen oder mein Paket war zu schwer.

Bisher nahm ich keinen der Rabbiner in die Linklisten auf, denn ich bin keine PR - Agentur und vermarkte niemanden. Trotzdem ist es interessant zu sehen, dass jeder so seine Traffic - Sorgen zu haben scheint.:-)

Dienstag, Februar 24, 2009

Rabbi Avraham Kahaneman z"l


Rabbi Avraham Kahaneman z"l

B"H

Die Elite der litvish (litauisch) - haredischen Welt studiert, u.a., in Yeshivat "Ponebezh" in Bnei Brak (bei Tel Aviv). Es ist nicht leicht, dort angenommen zu werden und wer Glück hat, den erwartet eine "konservative" Ideologie. Kein Kino, kein TV... In Ponibezh hält man auf Tradition, wenn gleich die Yeshiva (relig. Schule) auch nicht ganz frei von Skandalen ist. Eines jedoch ist sicher, wer auf Ponebezh studiert, der ist angesehen und stellt in der Bnei Braker Society etwas dar.

Rabbi Avraham Kahaneman war der grosse Rosh Yeshiva (Yeshivaleiter) von Ponibezh und gestern verstarb er im Alter von 97 Jahren. Sein Begräbnis findet heute morgen um 11.00 Uhr statt. Der Trauerzug beginnt bei Ponebezh.



Link:

Yeshivat "Ponebezh"



Ponebezh in Bnei Brak

Mittwoch, Dezember 31, 2008

"Yeshiva Guide" für Nationalreligiöse

B"H

An all jene, die nationalreligiös eingestellt sind:

Hier findet Ihr einen "Yeshiva Guide" mit zwanzig Yeshivot.

Als "nationalreligiös" bezeichnet man im heutigen Staat Israel überwiegend die Anhänger des ersten aschkenazischen Oberrabbiners des ehemaligen Britischen Mandates, Rabbi Avraham Yitzchak Kook (1865 - 1935).

Nationalreligiöse sind, wie der Name schon ausdrückt, national und religiös. Dabei natürlich höchst zionistisch eingestellt. Sie gehen zur Armee und widmen sich der Arbeitswelt.

Normalerweise tragen sie ganz "normale" Kleidung wie Jeans, etc. und haben dabei eine gehäkelte Kipa auf dem Kopf. Bunte Kipot sind jedoch oftmals der Renner.

Des Weiteren verfügen sie über eigene Schulen wie für die Jungen die "NOAM" - Schule und für die Mädels "BANOT NOAM". Viele mögen sie ebenso mit der relig. Siedlerbewegung in Verbindung bringen.


Nationalreligiöse Jugend




Dienstag, August 05, 2008

Gehirnwäsche ?

B"H

Unterliege ich einer Gehirnwäsche ? Die Antwort lautet "Nein".

Die Yeshiva (relig. Schule) AISH HATORAH wurde neulich von einer ehemaligen Programmteilnehmerin der Gehirnwäsche beschuldigt. Die "Jerusalem Post" verfasste einen riesigen Artikel ("Being AISHED") und es gab dazu Hunderte von Kommentaren auf ihrer Online - Site.

Findet in AISH HATORAH tatsächlich eine Gehirnwäsche statt ? Und warum werden immer nur AISH und OHR SAMEACH beschuldigt, ehemalige Säkulere in Frummies (Fromme) zu verwandeln ?

Heute morgen nach ich am "Essential Programm" von Aish in Jerusalems Altstadt teil. Die "Essentials" laufen jeden Tag von Sonntag - Donnerstag und beginnen morgens um 9.10 Uhr. Den ganzen Tag über laufen dann Vorträge gehalten von verschiedenen Rabbinern sowie dem bekannten Buchautor und relig. Physiker Gerald Schroeder (The Big Bang). Einmal las ich irgendwo im Internet das Statement, dass Schroeder von Aish gefeuert worden sein, doch das erwies sich spätestens heute als Ente. Gerald Schroeder lehrt nicht nur bei den Essentials, sondern auch im "Discovery Program" von Aish HaTorah.

Ich nahm also am "Essential Programm" teil. Für jeden Tag gibt es einen extra Lehrplan und die Vorlesungen sind kostenlos. Jeder Jude darf mitmachen und muß sich nur im kleinen Aish - Essential Klassenraum versammeln. Gleich gegenüber der Kotel (Klagemauer). Die beiden ersten Vorträge habe ich nicht ganz begriffen; wobei der Erste noch einigermaßen okay war, der Zweite jedoch undefinierbar. Der unterrichtende Rabbi wiederholte ständig die Namen der Anwesenden und wollte beweisen, wie wichtig es ist, Namen zu behalten. Vielleicht macht ja diese Art von Vortrag einen Sinn, wenn man öfters hingeht. Wer weiß …

Jeder Vortrag dauert eine Stunde und nach dem Rabbi mit den Namen kam der Physiker Gerald Schroeder herein. Ich habe fast alle seine Bücher gelesen und mich interessiert sein Thema besonders. Er ist einer jener Wissenschaftler, welche offen zugeben, dass G - tt die Welt erschuf. Dazu liefert er Beweise aus der Wissenschaft sowie aus der Thora. "Torah and Science" - ein wichtiges vieldiskutiertes Thema im Judentum.

Heute lehrte Schroeder das Alter des Universums. Dazu verwandte er einige Thorakommentare vom Ramban (Nachmanides) bezüglich der sechs Tage der Welterschaffung. Laut Wissenschaft beträgt das Alter des Universums ca. 15 Milliarden Jahre, laut der Thora jedoch nur 5768 Jahre + sechs Tage. Gerald Schroeder beweist, dass diese sechs Tage nicht der allgemeinen Zeitmessung von 24 Stunden unterliegen, denn die richtige Zeit wurde erst (außer dem Unterschied zwischen Tag und Nacht) im 5. Kapitel Genesis (Bereshit) genannt. Dann nämlich als es um das Alter von Adam und den nachfolgenden Generationen ging. Bis dahin jedoch erwähnte die Thora niemals das Alter von Kain oder Abel (Hevel).

Die letzte Vorlesung vor dem Mittagessen hielt Rabbi Motty Berger. Das Thema ist MEIN Thema und seines wohl auch:
Judentum und Christentum.
Es wurden die Unterschiede beider Religionen diskutiert wobei herauskam, dass Juden als auch Christen dieselben Ansichten in bezug auf den Götzendienst vertreten. Nämlich wenn andere jemanden anderen, aber nicht G - tt, anbeten. Wie aber kann es dann sein, dass Christen selber zu einem anderen Menschen beten ? Einfach die Thora mißinterpretieren und einen Menschen anbeten ?

Rabbi Berger sagte, dass laut des Neuen Testamentes J. C. ein thoragläubiger Jude war. Und selbst als er einige Rabbiner kritisierte, so geschah dies immer noch im Rahmen der Halacha. Der Einzige, der später J. C. in eine Art G - tt umwandelte, war der Apostel Paulus. Als dies geschah, fing sich Paulus von den eigentlichen Anhänger J. C. unglaublich viel Kritik ein, die Theologie so zu verfälschen.

Rabbi Motty Berger sieht in jedem aufkomemnden neuen jüd. Movement eine Gefahr der Abspaltung von der Orthodoxie. So geschehen mit den Reformideen und vielleicht irgendwann auch mit den Lubawitschern (Chabad). Nun, Motty Berger ist litvisch und man sollte, ironisch gesprochen, etwas vorsichtig sein. Wie auch immer, an seiner Chabad - Meinung ändert dies nichts.

Die letzten zwei Vorträge gefielen mir aufgrund der Themen besonders gut. Nachher dachte ich darüber nach, ob ich jetzt wirklich "geAISHT - hirngewaschen" bin. Die Antwort lautet nach wie vor "Nein", denn ich bin nicht so leicht dafür anfällig.

Jede Yeshiva, egal welche, hat ihr eigenes System. Und jeder, der nach einer passenden Yeshiva sucht, besitzt seinen individuellen Charakter und interessiert sich für spezielle Fächer, in denen er unterrichtet werden will. Um eine passende Yeshiva für sich selbst zu finden, durchläuft man gewöhnlich das "Yeshiva Shopping", bei dem man sich mehrere Yeshivot anschaut. Wenn dabei Leute meinen, dass Aish der beste Platz für sie sei, warum nicht ? Jeder von uns verfügt über einen freien Willen und wenn mir etwas nicht paßt, bleibt es mir überlassen zu gehen.

Solange ein neuer Student noch in der Mechina bzw. den Essentials (eine Art Vorbereitungsphase) ist, verläuft allgemein alles freundlich und ohne jeglichen Druck. Ist man aber erst einmal Teil des richtigen Programmes, kann es schon zu Streßsituationen durch aufkommenden Druck von außen und von sich selbst kommen. Aber jede Yeshiva verfolgt halt ihre eigene Politik und diese steht dann für den Yeshivaruf und wenn es mir nicht gefällt, wechsele ich woanders hin.

Was Aish allgemein versucht zu tun ist den Studenten gewisse Denkanstösse zu geben, ihre Umwelt mehr zu hinterfragen; ob nicht alles einen ganz anderen Grund hat und einen Erschaffer, der alles regiert. Gewöhnlich sagen die Leute: " Oh nein, alles ist doch mehr oder weniger zufällig auf der Welt". Dann versucht Aish nicht gegenteilige Beweise vorzubringen, nämlich das da unbedingt ein G - tt ist, aber veranlaßt die Leute zum Denken. Und wenn die Leute erst einmal mit dem Nachdenken begonnen haben, wollen sie plötzlich mehr wissen und stellen gleichermassen gewisse vorherige säkulere Aktivitäten ganz langsam ein. Damit wollen sie ihre Zeit nicht mehr verschwenden, sondern lesen lieber ein relig. Buch. Dieses ist ein ganz langsamer allmählicher Prozeß, welcher zur Einhaltung der Thoramitzwot führen kann, aber nicht muß. Das Hauptziel ist, Juden ihre eigene Yiddishkeit bewußter zu machen und ich würde das nicht zwangsläufig "Hirnwäsche" bzw. "AISHED" nennen.


Link:

"AISH zu "Being AISHED"

Sonntag, Juli 20, 2008

"Komm zu uns ! Komm zu uns !"

B"H

Eine Mischna (mündliche Gesetzesüberlieferung G - ttes an Moshe am Berg Sinai) aus dem Talmud Avot (Pirkei Avot), Kapitel 6, Mischna 9, zum Nachdenken. Diese Mischna ist etwas kniffelig, aber vielleicht lernen viele hieraus am Besten, mit welchen Fragen man beim Talmudstudium konfrontiert wird.

Vorweg jedoch der Text der Mischna:

Rabbi Yossi ben Kisma sagte: "Einmal befand ich mich auf einem meiner Wege als mich einen Mann traf und der mir SHALOM sagte. Also gab ich ihm das SHALOM zurück.

Der Mann sagte mir: Rabbi woher kommst du ?
Ich antwortete ihm: Aus einer großen Stadt mit Thoragelehrten und Sofrim (relig. Schreiber). Daraufhin erwiederte der Mann: Rabbi, willst du nicht lieber mit uns in unserem Ort leben ? Ich gebe dir Tausend Dinare aus Gold, wertvolle Edelsteine und Perlen.

Ich (der Rabbi) sagte: Und wenn du mir alles Gold, Silber, wertvolle Edelsteine und Perlen dieser Erde geben tätest, ich würde niemals anderswo wohnen als an einem Ort der Thora (wo die Thora studiert wird) ".


Soweit die Mischna aus den Pirkei Avot.

Viele viele Fragen tun sich hier auf.
Zuerst einmal: Warum erzählt uns die Mischna bzw. Rabbi Yossi ben Kisma dies alles ?

Was sollen wir daraus lernen ? Und lernen sollen wir ganz ohne Zweifel, denn nichts steht in der Thora oder dem Talmud, was uns heute nichts mehr zu sagen hat. Die Thora ist zeitlos und daher ist jeglicher Inhalt von damals auch für uns gültig. Nicht nur die Gesetze, sondern die persönlichen Lebensläufe unserer Vorfahren. Wie haben sie in bestimmten Situationen reagiert und wovon war ihr Leben geprägt ? Sind wir nicht bis heute in gleichen Situationen und erleben Ähnliches ? Wie also wenden wir unsere Moral an ? Stehen wir für unser Volk ein ? Wie sieht unsere Beziehung zu G - tt in zerfahrenen Situationen aus ? All das sollten wir uns einmal in Bezug auf die unendliche Gültigkeit der Thora fragen.

Aber zurück zu der Eingangsfrage, warum uns Rabbi Yossi ben Kisma das ihm Wiederfahrene im Detail erzählt. Wieso geht er ins Detail und sagt nicht ganz einfach: "Einmal traf ich einen Mann, der mir Edelsteine anbot, wenn ich an einen anderen Ort ziehe. Ich sagte NEIN, denn ich wolle dort leben, wo Thora gelernt wird". Punkt. Reicht das nicht aus ?

Wieso erzählt uns der Rabbi hier, dass der Mann ihn grüßte, er den Gruß erwiederte und all das Drumherum ?

Zuerst einmal sollte man sich den Text im Original (Hebräischen) anschauen und wer dies nicht tut, der übersieht etwas Grundlegendes. Rabbi Yossi sagt nicht, dass er den "Mann traf". Zufällig jemanden treffen heißt im Hebräischen "PAGASCH - פגש" vom Infinitiv "LIFGOSCH - ליפגוש". Mit jemandem eine Verabredung haben und ihn treffen, dafür gibt es ein anderes Wort (LEHIPAGESCH - להיפגש). Somit erkennt der Zuhörer schon aus der Grammatik heraus, ob jemand eine Person zufällig oder bewußt traf.

Aus unserer Mischna aber geht nicht hervor, ob Rabbi Yossi den Mann zufällig oder verabredet traf. Verabredet wohl eher nicht, denn er kannte die Person ja gar nicht. Dagegen heißt es in unserem Text, dass Rabbi Yossi den Mann (PAGA - פגע). Das Wort PAGA bedeutet eigentlich JEMANDEN VERLETZEN und nicht JEMANDEN TREFFEN. PAGA ist die Vergangenheitsform von LIFGOA - VERLETZEN לפגוע.

Von daher ist die Übersetzung der Mischna also falsch. Rabbi Yossi traf den Mann zwar, doch dieser verletzte ihn.
Womit verletzte er ihn ?

Auch hier ist es dringend anzuraten, in das hebräische Original zu schauen !!!

Aber zuvor kurz noch ein kleiner anderer Einwurf.

Aus dem Talmud Berachot lernen wir, dass jemand, der den Gruß eines Mitmenschen nicht erwiedert, ein Dieb ist.

Wieso das ?

Ein Mitmensch offeriert mit etwas, nämlich seinen Gruß, und daher bin ich verpflichtet, ihm die Offerte zurückzugeben. Tue ich das nicht, nehme ich etwas an, ohne zurückzugeben. Dies trifft auch auf Fälle zu, in denen ich eine Person nicht ausstehen kann und nicht grüßen will. In dem Moment jedoch, in dem mich jemand ernsthaft grüßt, muß ich den Gruß erwiedern.

Dies tat Rabbi Yossi.

Aber heißt es nicht ebenso in Berachot, dass eine relig. Person sich anstregend sollte, zuerst zu grüßen, da dies als hohe Mitzwah (Gebot) betrachtet wird ? Wieso tat der Rabbi dies nicht, sondern ließ den Unbekannten zuerst grüßen ?

Die Antwort lautet, dass wir dies aus dem Wort PAGA herauslesen.
Schon von Vornherein kam der Mann auf ihn zu und man sah, dass er nichts Gutes im Schilde führte. Von daher wollte Rabbi Yossi ihn nicht grüßen, sondern ihm aus dem Weg gehen. Als der Unbekannte jedoch grüßte, war Rabbi Yossi gezwungen zurückzugrüßen. Und gleich darauf kurbelte der Unbekannte die Diskussion an, indem er dem Rabbi Geld bat, wenn er denn nur umziehe.

Was ist daran so falsch ?
Zuerst einmal verletzte er den Rabbi mit seinem Verhalten und darauf bezieht sich das Wort PAGA. Dummdreist wollte der Unbekannte den Rabbi zum Umzug bewegen.

Woraus sehen wir nun das wieder ?

Weil Rabbi Yossi eingangs sagte, dass er sich auf einem seiner Wege befand.

Wege ? Was für Wege ?

War er symbolisch gesehen auf dem richtigen Weg ? Anscheinend ja, aber überkam ihn nicht ein negativer Gedanke ?

Was der Unbekannte wirklich wollte, war den Rabbi vom richtigen Weg abzubringen.

Bestes Beispiel: Ein christlicher Missionar wendet sich an einen Juden und will diesen bekehren. Von Vornherein steckt also schon eine böse Absicht im Gruß und in der aufkommenden Diskussion.

Der Unbekannte sagte nicht: "Du kannst in meiner Stadt leben".

Nein, er sagte: "Du kannst MIT (IMANU) UNS - עמנו an UNSEREM Ort leben מקומנו".

MIT UNS an UNSEREM ORT. Wir schauen hier auf das Wort "IMANU - MIT UNS". Dies bedeutet, dass ich nicht nur dort lebe, sondern auch die Gepflogenheiten eines neuen Ortes bzw. der Bewohner annehme. Der Unbekannte also wollte den Rabbi vom Weg abbringen und ihn zu einem anderen Leben verleiten. Wie gesagt, genau wie z.B. ein christlicher Missionär, der Gleiches bei einem Juden probiert.

Rabbi Yossi ben Kisma lehnte ab und ging seinen richtigen Weg weiter.

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Ich danke jenem Chabad - Rabbiner für diese Inhalte, dessen Vortrag ich besuchte, doch dessen Namen ich leider nicht mitbekam.

Donnerstag, Juli 03, 2008

Schabbateinladungen in Mea Shearim

B"H

Zum Thema "Schabbateinladungen in Mea Shearim":

http://chassidicstories.blogspot.com/2008/07/mea-shearim-bt-vorsicht.html

Derzeit schaut es so aus, dass chassidische Familien bzw. Rebben aus Mea Shearim nur Yeshivaleute zu sich nach Hause zum Schabbat einladen. Es sei denn, man kennt dort einige chassidische Familien.